Putenfleisch für Hunde: die magere Eiweißquelle für sensible Hunde

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Wenn es um besonders mageres, gut verträgliches Fleisch geht, fällt der Name Pute fast immer zuerst. Putenfleisch ist eiweißreich, fettarm und leicht verdaulich, weshalb es oft die erste Wahl für empfindliche Hunde, für Senioren und als magenschonende Kost ist. In der Beratung höre ich dazu viele Fragen: Ist Putenfleisch wirklich so gesund, darf der Hund es roh fressen, und ist Pute eine gute Alternative, wenn Huhn nicht vertragen wird? In diesem Beitrag ordne ich Pute als Eiweißquelle ein, zeige, warum sie als so bekömmlich gilt, welche Teile sich eignen und worauf Sie achten sollten.

Putenfleisch für Hunde: die magere Eiweißquelle für sensible Hunde
Putenfleisch für Hunde: die magere Eiweißquelle für sensible Hunde

Putenfleisch für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Putenfleisch ist für Hunde sehr gut geeignet und gilt als eine der magersten und bekömmlichsten Fleischsorten. Es liefert hochwertiges Eiweiß bei wenig Fett und ist deshalb eine beliebte Wahl für empfindliche Hunde und als Schonkost. Pute wird seltener als Allergieauslöser genannt als Huhn und ist oft eine gute Alternative, ein garantierter Ersatz bei Hühnchen-Allergie ist sie aber nicht. Rohes Geflügel braucht strenge Hygiene, gekochte Knochen sind tabu.

  • Sehr mager: eine der fettärmsten Fleischsorten, eiweißreich und leicht verdaulich
  • Für empfindliche Hunde: magenfreundlich und gut geeignet bei sensiblem Verdauungstrakt
  • Oft als Alternative: wird seltener schlecht vertragen als Huhn, aber kein sicherer Allergie-Ersatz
  • Roh mit Vorsicht: Geflügel kann Salmonellen tragen, nur unter strenger Hygiene roh füttern
  • Knochen-Warnung: gekochte Putenknochen splittern und sind gefährlich
  • Mein Rat: Pute als Teil einer abwechslungsreichen Ration nutzen, nicht als einzige Komponente

Dürfen Hunde Putenfleisch essen?

Ja, Hunde dürfen Putenfleisch essen, und es gehört sogar zu den bekömmlichsten Eiweißquellen überhaupt. Pute liefert hochwertiges, gut verfügbares tierisches Protein bei sehr wenig Fett, dazu B-Vitamine und Spurenelemente wie Selen und Zink. Dass Putenfleisch als gesund gilt, liegt genau an dieser Kombination aus viel Eiweiß und wenig Fett, die es leicht verdaulich macht. Die folgende Übersicht zeigt, was in Putenbrust ungefähr steckt.

Nährwert (100 g Putenbrust)Gehalt (Richtwert)
Eiweißetwa 24 g
Fettetwa 1 g, besonders mager
B-Vitaminereichlich enthalten
Selen, Zink, Phosphorgut vertreten

Warum Pute oft für empfindliche Hunde empfohlen wird

Pute ist die magerste der gängigen Geflügelsorten, und genau das macht sie für Hunde mit empfindlichem Magen so wertvoll. Wenig Fett bedeutet, dass der Verdauungstrakt weniger zu tun hat, das hochwertige Eiweiß ist gut verfügbar und liegt vielen Hunden leicht im Magen. Deshalb ist Pute eine bewährte Wahl bei sensiblem Magen und eignet sich, mit Reis gekocht, ebenso gut als kurzfristige Schonkost wie Hähnchen. Wichtig bleibt: Schonkost ist eine kurzfristige Hilfe, kein Dauerfutter.

Pute als Alternative bei Hühnchen-Unverträglichkeit

Weil Huhn zu den häufiger gemeldeten Allergenen zählt, greifen viele Halterinnen und Halter zu Pute, wenn ihr Hund Huhn nicht gut verträgt. Pute wird tatsächlich seltener als Auslöser genannt und ist deshalb oft einen Versuch wert. Eine wichtige Einschränkung gibt es aber: Zwischen verschiedenen Geflügelarten kann es zu Kreuzreaktionen kommen, sodass ein Hund mit Hühnchen-Allergie auch auf Pute reagieren kann. Ein garantierter Ersatz ist Pute also nicht.

Zeigt Ihr Hund anhaltenden Juckreiz, Hautprobleme oder Verdauungsbeschwerden, kann eine Unverträglichkeit dahinterstecken. Sicher klären lässt sich das nur über eine Ausschlussdiät mit einer einzelnen, neuen Eiweißquelle, hier kann ein Monoprotein-Hundefutter auf Putenbasis sinnvoll sein. Reagiert Ihr Hund nachweislich auf Pute, lassen Sie sie konsequent weg.

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Rohes Putenfleisch für Hunde: Hygiene

Wie bei allem Geflügel gilt auch bei Pute: Roh kann das Fleisch Keime wie Salmonellen und Campylobacter tragen. Gesunde Hunde stecken das oft problemlos weg, dennoch ist Hygiene wichtig, weil die Erreger über Kot und Maul weitergegeben werden können. Wer roh füttert, sollte die Kühlkette einhalten, sauber arbeiten und auf einwandfreie Qualität achten, mehr dazu im Ratgeber Hygiene beim Barfen und in der grundsätzlichen Abwägung unter BARF für Hunde. Gegart ist Pute keimärmer und gerade für empfindliche Hunde die sichere Wahl. Rohe Putenhälse werden als Calciumquelle genutzt, sind aber groß und hart, gekochte Knochen gehören nie in den Napf.

Welche Teile von der Pute eignen sich für Hunde?

Von der Pute ist fast alles verwertbar, von sehr magerem Brustfleisch bis zu nährstoffreichen Innereien. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Teile ein.

Teil von der PuteEignung und Hinweis
Putenbrust (ohne Haut)sehr mager, ideal für empfindliche Hunde und Schonkost
Schenkel- und Keulenfleischetwas gehaltvoller, gut für aktive Hunde
Putenherzenkräftiges Muskelfleisch, reich an Taurin
Putenmägeneiweißreich und gut bekömmlich
Lebersehr nährstoffreich, nur in kleiner Menge wegen Vitamin A
Putenhälse (roh)als Calciumquelle, groß und hart, nie gekocht

Als mageres, getrocknetes Leckerli eignet sich außerdem die Anifit Trockenfleisch Putenbrust.

Wie viel Putenfleisch darf mein Hund fressen?

Wie viel Pute passt, hängt davon ab, ob sie Beilage, Schonkost oder Teil der Hauptration ist. Als gelegentliche Beilage zu einem Alleinfutter reichen kleine Mengen, die Sie in die Tagesration einrechnen. In der Schonkost ersetzt die Puten-Reis-Mischung kurzfristig das normale Futter. Wird selbst zusammengestellt oder gebarft, macht Fleisch einen großen Teil der Ration aus, muss dann aber gezielt mit Innereien, Knochen oder Calciumquelle und weiteren Komponenten ergänzt werden. Wie Sie die Gesamtmenge für Ihren Hund berechnen, lesen Sie im Ratgeber Wie viel Hundefutter pro Tag. Pute sollte dabei nie die einzige Komponente sein.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Pute besonders dann, wenn ein Hund einen sensiblen Magen hat oder eine magere, leicht verdauliche Eiweißquelle braucht. Wichtig ist mir die Qualität: Die Basis ist bei mir immer ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe. Als Alternative zu Huhn ist Pute oft einen Versuch wert, ein sicherer Ersatz bei nachgewiesener Geflügelallergie ist sie aber nicht. Eine Anifit-Sorte mit Pute ist zum Beispiel Thanksgiving Day.

Wichtig: Pute ist eine gute Eiweißquelle, aber kein Heilmittel und kein Alleinfutter. Schonkost hilft kurzfristig, ersetzt aber bei anhaltenden Beschwerden nicht die tierärztliche Abklärung. Achten Sie auf eine insgesamt bedarfsdeckende Ration und führen Sie neue Komponenten langsam ein.

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Häufige Fragen zu Putenfleisch für Hunde

Ist Putenfleisch gesünder als Hähnchen?

Beide sind mager und sehr gut verträglich, Pute ist meist noch etwas fettärmer und gilt als besonders schonend. Einen großen gesundheitlichen Unterschied gibt es im Alltag aber nicht, beide sind hochwertige Eiweißquellen. Entscheidend ist, was Ihr Hund gut verträgt und mag, nicht ein kleiner Unterschied im Fettgehalt.

Wie lange muss ich Putenfleisch für meinen Hund kochen?

Garen Sie Putenfleisch so lange, bis es vollständig durch und nicht mehr rosa ist, je nach Stückgröße etwa 15 bis 25 Minuten in Wasser. Wichtig ist, es ungewürzt zu lassen, ohne Salz, Zwiebel und Knoblauch. Lassen Sie es vor dem Füttern abkühlen und entfernen Sie alle Knochen.

Dürfen Hunde rohe Putenhälse fressen?

Rohe Putenhälse werden in der Rohfütterung als Calciumquelle genutzt, sind aber recht groß und hart und nicht für jeden Hund passend, es besteht Verschluck- und Verletzungsgefahr. Gekochte Hälse sind tabu, weil die Knochen splittern. Was Sie zu Knochen wissen sollten, lesen Sie im Ratgeber Knochen für Hunde.

Ist Putenfleisch für Welpen geeignet?

Ja, Pute ist als mageres, leicht verdauliches Eiweiß auch für Welpen gut geeignet. Wichtiger als die Sorte ist beim Welpen ein insgesamt bedarfsdeckendes, altersgerechtes Futter mit passendem Calcium-Phosphor-Verhältnis. Geben Sie Pute gut durchgegart und ungewürzt, rohes Geflügel nur unter strenger Hygiene.

Eignet sich Pute bei Durchfall genauso wie Hähnchen?

Ja, gekochtes Putenfleisch mit Reis ist eine ebenso gute, magenschonende Schonkost wie Hähnchen, manche Hunde vertragen Pute sogar noch etwas besser. Wichtig ist, es ungewürzt und mager zu geben und die Schonkost nur kurzfristig einzusetzen. Bessern sich Beschwerden nicht, gehört das tierärztlich abgeklärt.

Woran erkenne ich, dass mein Hund Pute nicht verträgt?

Mögliche Anzeichen sind wiederkehrender Juckreiz, Hautprobleme oder Verdauungsbeschwerden nach dem Füttern. Pute wird zwar seltener als Auslöser genannt als Huhn, ausgeschlossen ist eine Unverträglichkeit aber nicht. Sicher klären lässt sich das nur über eine Ausschlussdiät, am besten begleitet von der Tierarztpraxis.

Ist Putenhaut für Hunde in Ordnung?

Putenhaut ist sehr fettreich und für die meisten Hunde nicht ideal, vor allem nicht für empfindliche oder übergewichtige Tiere. Das magere Brust- und Schenkelfleisch ist die bessere Wahl. Eine kleine Menge Haut schadet einem gesunden Hund nicht, als Regel sollten Sie sie aber besser entfernen.

Kann ich meinem Hund täglich Putenfleisch geben?

Pute kann ein fester Bestandteil der Ernährung sein, sollte aber nicht die einzige Komponente bleiben. Wichtig sind Abwechslung und eine insgesamt bedarfsdeckende Ration mit Innereien, Fetten und allen nötigen Nährstoffen. Reines Muskelfleisch allein deckt den Bedarf Ihres Hundes nicht vollständig.

Was tun, wenn mein Hund rohes Putenfleisch gefressen hat?

Meist passiert nichts, beobachten Sie Ihren Hund aber auf Erbrechen oder Durchfall. Rohes Geflügel kann Keime wie Salmonellen enthalten, daher ist Hygiene wichtig. Zeigt Ihr Hund deutliche Beschwerden oder hat er rohe Knochen verschluckt, lassen Sie ihn in der Tierarztpraxis anschauen.

Soll ich Putenfleisch für den Hund kochen oder braten?

Kochen ist die bessere Wahl, weil Sie dabei kein Fett oder Öl brauchen und das Fleisch schön schonend gart. Braten in Fett, mit Salz oder Gewürzen ist für Hunde nicht geeignet. Wenn Sie garen, dann in Wasser und ungewürzt, das ist am bekömmlichsten.

Zusammenfassung

Putenfleisch ist für Hunde eine besonders magere, eiweißreiche und leicht verdauliche Fleischsorte. Genau das macht sie zur beliebten Wahl für empfindliche Hunde und als kurzfristige Schonkost. Pute wird seltener als Allergieauslöser genannt als Huhn und ist deshalb oft eine gute Alternative, wegen möglicher Kreuzreaktionen bei Geflügel aber kein garantierter Ersatz. Rohes Geflügel gehört nur unter strenger Hygiene in den Napf, gekochte Knochen sind tabu.

Mein Fazit aus der Beratung: Pute ist eine wunderbar bekömmliche Eiweißquelle, vor allem für sensible Hunde, am besten als mageres Fleisch und als Teil einer abwechslungsreichen, bedarfsdeckenden Ration. Welche Fleischsorten es sonst noch gibt und wie sie sich unterscheiden, lesen Sie im Überblick zu Fleisch im Hundefutter, und wie eine Ration grundsätzlich aufgebaut ist, lesen Sie in den Grundlagen der Hundeernährung.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Mueller R.S., Olivry T., Prélaud P. (2016): „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats“, BMC Veterinary Research, zur Einordnung der häufigsten Futtermittel-Allergene beim Hund
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Informationen zu Campylobacter und Salmonellen in rohem Geflügelfleisch und zum hygienischen Umgang
  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk mit Daten zu Eiweißquellen und Schonkost
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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