Bei kaum einem Thema fühlen sich Hundehalterinnen und Hundehalter so allein gelassen wie bei der Futtermenge. Auf der Dose steht eine grobe Spanne, im Internet finden Sie zehn Rechner mit zehn verschiedenen Ergebnissen, und am Ende läuft alles auf die Frage hinaus: Stimmt mein Bauchgefühl? In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen die Rechnung, die seit Jahrzehnten in der Tierernährung verwendet wird, in zwei greifbaren Beispielen für einen 5-kg- und einen 30-kg-Hund.

Wie viel Hundefutter pro Tag: Das Wichtigste in Kürze
Die richtige Futtermenge ergibt sich nicht aus der Dosenangabe, sondern aus dem Kalorienbedarf Ihres Hundes. Faustwerte: ein kastrierter, normal aktiver 5-kg-Hund braucht rund 375 kcal pro Tag, ein 30-kg-Hund etwa 1.435 kcal. Je nach Aktivität, Alter, Rasse und Kastrationsstatus schwankt der Bedarf um 20 bis 30 Prozent.
- Grundformel: Ruhebedarf (RER) = 70 × Körpergewicht in Kilogramm hoch 0,75
- Tagesbedarf = RER × Aktivitäts-Faktor (kastriert, normal aktiv: 1,6; aktiv: 2,0 bis 3,0; Welpe bis 4 Monate: rund 3,0)
- Welpen brauchen das Zwei- bis Dreifache eines erwachsenen Hundes, deutlich mehr Eiweiß und Kalzium
- Die Umrechnung in Gramm hängt vom Energiegehalt am Etikett ab, Trockenfutter ist deutlich energiedichter als Nassfutter
- Bei Übergewicht oder deutlichem Untergewicht: Idealgewicht als Rechenbasis nehmen und mit der Tierärztin oder dem Tierarzt sprechen
Wie viel Futter braucht mein Hund am Tag?
Wie viel Ihr Hund braucht, hängt von Gewicht, Alter, Kastration, Aktivität und Rasse ab. Als grobe Orientierung kommt ein erwachsener, kastrierter Hund mit normaler Aktivität auf etwa 60 bis 100 kcal pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, kleine Hunde brauchen pro Kilo mehr als große. Wie viel Gramm das konkret sind, hängt davon ab, wie energiereich das Futter ist.
| Körpergewicht | Energiebedarf pro Tag (kastriert, normal aktiv) |
|---|---|
| 5 kg | ca. 350 bis 400 kcal |
| 10 kg | ca. 600 bis 700 kcal |
| 15 kg | ca. 800 bis 900 kcal |
| 20 kg | ca. 1.000 bis 1.150 kcal |
| 25 kg | ca. 1.200 bis 1.350 kcal |
| 30 kg | ca. 1.400 bis 1.550 kcal |
| 40 kg | ca. 1.700 bis 1.900 kcal |
Diese Spannen sind ein guter Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht. Sportlich gearbeitete Hunde, Junghunde und säugende Hündinnen liegen deutlich darüber, gemütliche Senioren und übergewichtige Tiere darunter. Wer den Hund vor sich hat, sieht und fühlt am Ende mehr als jede Tabelle.
Wer fertige Richtwerte in Gramm Anifit-Nassfutter pro Gewichtsklasse sucht, findet sie in meinem Ratgeber „Anifit Fütterungsempfehlung für Hunde“.
Wie berechne ich den Kalorienbedarf meines Hundes?
In der Veterinär-Ernährung wird der Tagesbedarf eines Hundes über zwei Größen berechnet: den Grundumsatz, fachsprachlich Resting Energy Requirement (RER), und einen Multiplikator für die Lebenssituation. Diese Logik liegt den FEDIAF-Leitlinien und den NRC-Empfehlungen zugrunde und gilt seit Jahrzehnten als Standard.
Schritt 1: Ruheenergiebedarf (RER, kcal pro Tag) = 70 × Körpergewicht in kg hoch 0,75. Das ergibt, wie viel Energie der Hund allein für den Grundstoffwechsel braucht, ohne Aktivität.
Schritt 2: Tagesbedarf (MER) = RER × Faktor. Der Faktor hängt von Alter, Kastrationsstatus, Aktivität und Lebensphase ab. Eine Übersicht:
| Lebenssituation | Faktor (× RER) |
|---|---|
| Erwachsener Hund, kastriert, normal aktiv | 1,6 |
| Erwachsener Hund, intakt, normal aktiv | 1,8 |
| Inaktiv oder zur Gewichtsabnahme | 1,0 bis 1,2 |
| Senior, ruhiger | 1,2 bis 1,4 |
| Aktiv oder sportlich | 2,0 bis 3,0 |
| Welpe bis ca. 4 Monate | 3,0 |
| Welpe ab 4 Monaten bis adult | 2,0 |
| Trächtig (letztes Drittel) | 1,8 bis 3,0 |
| Säugend | 4 bis 8 |
Diese Faktoren sind Richtwerte. Jeder Hund ist anders, vor allem zwischen den Rassen schwankt der Bedarf erheblich. Beobachten Sie Ihr Tier und passen Sie die Menge im Zweifel nach Körperkondition an.
Beispiel 1: Kleiner Hund mit 5 kg (kastriert, normal aktiv)
Nehmen wir einen kleinen Begleithund mit 5 Kilogramm, kastriert, der täglich ein paar Spaziergänge und etwas Spiel im Garten bekommt:
- Ruhebedarf (RER): 70 × 50,75 ≈ 70 × 3,34 = etwa 234 kcal
- Tagesbedarf (MER): 234 × 1,6 = etwa 375 kcal pro Tag
Bei einem Nassfutter mit rund 100 kcal pro 100 g entspräche das ungefähr 375 g, bei einem energiedichten Premium-Nassfutter mit 150 kcal pro 100 g rund 250 g, bei einem Trockenfutter mit 350 kcal pro 100 g nur etwa 105 g. Sie sehen: Die Gramm-Angabe hängt stark vom Energiegehalt des konkreten Futters ab.
Beispiel 2: Großer Hund mit 30 kg (kastriert, normal aktiv)
Ein erwachsener Schäferhund-Mischling mit 30 Kilogramm, kastriert, der seine zwei täglichen Runden geht, aber nicht sportlich gearbeitet wird, rechnet sich so:
- Ruhebedarf (RER): 70 × 300,75 ≈ 70 × 12,82 = etwa 897 kcal
- Tagesbedarf (MER): 897 × 1,6 = etwa 1.435 kcal pro Tag
Auch hier gilt die Umrechnung über den Energiegehalt: rund 1.435 g eines 100-kcal-Nassfutters wären rein rechnerisch nötig, bei einem energiedichten Nassfutter entsprechend weniger. Wichtig: Diese Zahl ist eine Richtschnur, der tatsächliche Bedarf kann je nach Rasse und Konstitution um 20 Prozent nach oben oder unten abweichen.
Wie rechne ich den Kalorienbedarf in Gramm Futter um?
Die Formel ist einfach: Gramm pro Tag = (kcal-Bedarf ÷ kcal pro 100 g) × 100. Sie brauchen also nur die Kalorienangabe Ihres Futters, die auf jedem Etikett steht.
Nassfutter liegt typischerweise bei 70 bis 170 kcal pro 100 g, je nach Fett- und Fleischanteil. Trockenfutter ist deutlich konzentrierter, oft 320 bis 400 kcal pro 100 g, weil ihm das Wasser fehlt. Dieselbe Energiemenge braucht also rund das Drei- bis Vierfache an Nassfutter im Vergleich zu Trockenfutter.
Fertige Gramm-Richtwerte für Anifit-Nassfutter nach Gewichtsklasse finden Sie in meinem Ratgeber „Anifit Fütterungsempfehlung für Hunde“.
Unsicher bei der richtigen Futtermenge für Ihren Hund?
Trotz Tabelle, Formel und Etikett-Lesen bleibt am Ende oft die Frage: Passt das für meinen Hund wirklich? Gerade bei großen Rassen, kastrierten Tieren mit „guter Futterverwertung“ oder Senioren weicht der echte Bedarf von jeder Standardrechnung ab.
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Wie viel Futter braucht ein Welpe?
Welpen brauchen pro Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr Energie als erwachsene Hunde, sie wachsen, bewegen sich viel und fahren ihren Stoffwechsel auf Hochtouren. Die kcal-Methode bleibt dieselbe, nur der Faktor wird höher angesetzt.
- Bis ca. 4. Lebensmonat: Tagesbedarf ≈ 3,0 × RER
- Ab 4. Monat bis zur Adultreife: Faktor sinkt schrittweise auf 2,0 × RER
Beispielrechnung Welpe: Ein vier Kilogramm schwerer Welpe mit etwa drei Monaten kommt auf einen Ruhebedarf von 70 × 40,75 ≈ 198 kcal. Mit Faktor 3,0 ergibt das rund 595 kcal pro Tag, verteilt auf drei bis vier Mahlzeiten. Wächst der Welpe weiter, steigt der absolute Bedarf, gleichzeitig sinkt der Faktor. Wiegen Sie deshalb anfangs wöchentlich und passen Sie die Menge mit dem Gewicht an.
Eine praktische Alternative für alle, die Anifit Junior füttern: In meinem Ratgeber „Anifit Fütterungsempfehlung für Hunde“ finden Sie die Welpen-Tagesmenge in Prozent vom Körpergewicht, gestaffelt nach Alter. Diese Werte sind auf den Energiegehalt von Anifit Junior abgestimmt und lassen sich nicht eins zu eins auf andere Welpenfutter übertragen, weil der Kaloriengehalt je nach Futter stark schwankt.
Wichtig: Bei großen Rassen gilt „nicht zu viel und nicht zu schnell“. Zu üppige Mengen in der Wachstumsphase erhöhen das Risiko für Gelenkprobleme wie Hüftdysplasie oder Osteochondrose. Welpen großer Rassen sollten Sie hinsichtlich Energie, Kalzium und Wachstumstempo am besten tierärztlich begleiten lassen.
Wie oft sollte ich meinen Hund am Tag füttern?
Erwachsene Hunde bekommen üblicherweise zwei Mahlzeiten am Tag, morgens und abends. Eine Mahlzeit reicht zwar physiologisch, ist aber besonders bei größeren Rassen wegen des Risikos einer Magendrehung weniger ratsam.
Welpen werden in den ersten Monaten auf drei bis vier kleinere Portionen verteilt, das schont den noch nicht ausgereiften Magen-Darm-Trakt und stabilisiert den Blutzucker. Mit etwa sechs Monaten kann auf zwei Mahlzeiten reduziert werden.
Woran erkenne ich, ob die Futtermenge stimmt?
Die ehrlichste Antwort gibt der Hund selbst. Wichtige Zeichen, an denen Sie sich orientieren können:
- Rippen-Test: Die Rippen Ihres Hundes sollten ohne Druck tastbar, aber nicht sichtbar sein. Sind sie deutlich sichtbar, ist er zu schmal; lassen sie sich nur unter einer Fettschicht ertasten, ist er zu rund.
- Taille von oben: Von oben betrachtet sollte sich hinter den Rippen eine deutliche Taille zeigen, von der Seite eine sanft aufsteigende Bauchlinie.
- Body Condition Score (BCS): Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt bewertet Ihren Hund auf einer 9-Punkte-Skala, ideal sind die Stufen 4 und 5.
- Gewicht im Verlauf: Wöchentliches Wiegen zeigt Trends früher als das Auge.
- Allgemeinbefinden: Energie, glänzendes Fell, fester Kot und ein gesundes Aktivitätsniveau sind Hinweise auf eine passende Versorgung.
Welche Faktoren beeinflussen den Futterbedarf zusätzlich?
- Aktivität: Ein ruhiger Begleithund braucht weniger als ein Hund, der zwei Stunden täglich am See mitrennt.
- Kastration: Kastrierte Hunde brauchen oft 10 bis 20 Prozent weniger Energie, behalten aber häufig den gleichen Appetit. Das macht sie anfällig für Übergewicht.
- Alter: Welpen und Junghunde brauchen deutlich mehr, Senioren etwas weniger, dafür hochwertige Proteine.
- Rasse und Stoffwechsel: Nordische Rassen wie Huskys und schlanke Sporthunde haben oft einen höheren Bedarf, manche Rassen tendieren zu sparsamerem Stoffwechsel.
- Wetter: Hunde, die viel draußen sind, brauchen im Winter mehr Energie.
- Stress, Krankheit, Stillzeit: verschieben den Bedarf nach oben.
Häufige Fragen zur richtigen Futtermenge beim Hund
Wie viel Hundefutter pro Tag braucht ein erwachsener Hund?
Ein erwachsener, kastrierter Hund mit normaler Aktivität braucht etwa 60 bis 100 kcal pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, kleine Hunde pro Kilo mehr als große. Bei 5 kg sind das rund 375 kcal, bei 30 kg etwa 1.435 kcal. Die Umrechnung in Gramm hängt vom Energiegehalt Ihres Futters ab.
Wie viel sollte ich meinem Welpen füttern?
Welpen brauchen das Zwei- bis Dreifache eines vergleichbaren erwachsenen Hundes. Rechnerisch entspricht das einem Faktor von rund 3,0 × RER bis zum 4. Lebensmonat, danach sinkt er Richtung 2,0. Ein vier Kilogramm schwerer Welpe von etwa drei Monaten kommt damit auf rund 595 kcal pro Tag, verteilt auf drei bis vier Mahlzeiten. Anifit-Junior-spezifische Mengenangaben in Prozent vom Körpergewicht finden Sie in meinem Ratgeber Anifit Fütterungsempfehlung für Hunde.
Was passiert, wenn ich meinen Hund zu viel füttere?
Dauerhafte Überfütterung führt zu Übergewicht, das die Belastung für Gelenke, Herz und Stoffwechsel deutlich erhöht. Bei Welpen kommen mögliche Wachstumsstörungen dazu, besonders bei großen Rassen. Auch akut kann Überfütterung Verdauungsprobleme oder im schlimmsten Fall eine Magendrehung begünstigen.
Kann ich Nass- und Trockenfutter mischen?
Ja, aber nicht in derselben Mahlzeit. Nass- und Trockenfutter haben unterschiedliche Verdauungszeiten. Besser ist, beide Futterarten getrennt zu reichen, etwa morgens das eine, abends das andere. So bleibt die Verdauung stabil.
Wie viel Wasser braucht mein Hund pro Tag?
Als Faustregel rechnet man bei Trockenfutter etwa 80 bis 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei Nassfutter weniger, weil das Futter selbst rund 80 % Feuchtigkeit liefert. Frisches Wasser sollte aber immer zur Verfügung stehen.
Wie verändere ich die Futtermenge schonend bei einer Umstellung?
Eine Umstellung erfolgt am besten über sieben bis zehn Tage. Sie mischen zunehmend das neue Futter unter das alte, beobachten Verdauung und Wohlbefinden und passen das Tempo bei empfindlichen Hunden an. Für einen sanften Wechsel zu Anifit bietet sich das Anifit-Futterumstellungspaket für Hunde an, das verträgliche Sorten und Umstellungshilfen für die Übergangszeit bündelt.
Mein Hund frisst weniger als die Empfehlung. Ist das schlimm?
Wenn er normalgewichtig ist, fit wirkt und glänzendes Fell hat, ist das in Ordnung. Empfehlungen sind Richtwerte. Bei plötzlich nachlassender Futteraufnahme, Gewichtsverlust oder Trägheit ist allerdings ein Besuch in der Tierarztpraxis sinnvoll.
Wie passe ich die Menge bei Übergewicht an?
Wichtig ist, am Idealgewicht zu rechnen, nicht am aktuellen Gewicht. Senken Sie die Menge in kleinen Schritten, zum Beispiel um 10 Prozent, beobachten Sie die Gewichtskurve über Wochen, und besprechen Sie deutlichere Abnehmprogramme tierärztlich.
Brauchen Sport- und Arbeitshunde wirklich so viel mehr?
Ja, der Bedarf kann sich verdoppeln bis vervierfachen. Bei intensivem Training, Schlittenhundeleistung oder Jagdarbeit liegt der Faktor häufig zwischen 2,5 und 5,0 × RER. Diese Hunde brauchen außerdem eine andere Nährstoffverteilung, vor allem mehr Fett.
Bei welchen Anzeichen sollte ich zum Tierarzt?
Bei deutlicher Gewichtsabnahme oder -zunahme ohne erkennbaren Grund, ständigem Hunger, plötzlich verändertem Appetit, anhaltendem Durchfall, Erbrechen oder Mattigkeit. Diese Symptome können auf gesundheitliche Ursachen hinweisen, die in die tierärztliche Sprechstunde gehören.
Zusammenfassung
Wie viel Hundefutter pro Tag richtig ist, lässt sich erstaunlich genau berechnen: Ruhebedarf (RER) mit der Formel 70 × Gewicht hoch 0,75, anschließend mal einem Faktor für die Lebenssituation. Bei einem kleinen kastrierten Hund mit 5 kg landen wir bei rund 375 kcal pro Tag, bei einem großen mit 30 kg etwa 1.435 kcal.
Wie viele Gramm das in der Schüssel sind, entscheidet das Etikett, Nassfutter liefert pro 100 g deutlich weniger Energie als Trockenfutter. Konkrete Anifit-Gramm-Werte nach Gewicht stehen in meinem Ratgeber „Anifit Fütterungsempfehlung für Hunde“. Und am Ende ist Ihr Hund die zuverlässigste Waage, die Sie haben: Tasten Sie wöchentlich die Rippen, prüfen Sie die Taille von oben und korrigieren Sie in kleinen Schritten.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Inhalte stützen sich auf die anerkannten Fachgrundlagen zur Hundeernährung:
- FEDIAF Nutritional Guidelines (European Pet Food Industry Federation, 2021).
- NRC: Nutrient Requirements of Dogs and Cats (National Research Council, 2006).
- Meyer/Zentek: Ernährung des Hundes. Grundlagen, Fütterung, Diätetik, deutsches Standardwerk zur Hundeernährung.







