In Trächtigkeit und Säugezeit verändert sich der Nährstoffbedarf einer Hündin stark, und mit der richtigen Fütterung legen Sie den Grundstein für gesunde Welpen und eine fitte Mutterhündin. Spannend ist: In den ersten Wochen ändert sich kaum etwas, dann steigt der Bedarf rasant. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, wann Sie was füttern sollten, warum eigenmächtige Calciumgaben ein Fehler sind und worauf es in der Säugezeit ankommt.

Trächtige und säugende Hündin: Das Wichtigste in Kürze
In den ersten vier Wochen der Trächtigkeit braucht eine Hündin noch nicht mehr Futter. Ab etwa der fünften Woche steigt der Bedarf rasch, dann erhöhen Sie einfach die Futtermenge. Den höchsten Bedarf hat die Hündin in der Säugezeit. Wichtig: kein eigenmächtiges Zufüttern von Calcium.
- Erste 4 Wochen: normaler Bedarf, weiterfüttern wie bisher, aber ausgewogen.
- Ab Woche 5 bis 6: Bedarf steigt, mehr füttern; bei einem Alleinfutter für alle Lebensphasen ohne Futterwechsel.
- Menge langsam steigern: als Orientierung etwa 10 Prozent pro Woche ab der fünften Woche.
- Kein Calcium zufüttern: eigenmächtige Calcium- oder Vitamingaben schaden mehr, als sie nutzen.
- Säugezeit = Höchstbedarf: deutlich größere Futtermenge, bei Bedarf etwas Rinder- oder Lammfett, und sehr viel Wasser.
- Idealgewicht: vor dem Belegen und währenddessen die Figur im Blick behalten.
Trächtigkeit: Wann steigt der Bedarf?
Eine Hündin ist rund 63 Tage trächtig. In den ersten vier Wochen wachsen die Welpen nur minimal, der Energiebedarf der Hündin ändert sich daher kaum, Sie füttern wie gewohnt weiter, mit einem ausgewogenen, vollwertigen Futter. Erst ab etwa der fünften bis neunten Woche, wenn die Welpen stark wachsen, steigt der Bedarf rasch an. Eine gute Voraussetzung schaffen Sie schon vor dem Belegen: Die Hündin sollte ihr Idealgewicht haben, denn Übergewicht kann die Fruchtbarkeit, die Geburt und die Milchbildung beeinträchtigen. Während der Trächtigkeit sollte die Hündin nicht mehr als rund 20 bis 25 Prozent ihres Normalgewichts zunehmen.
Ab Woche 5 bis 6: schrittweise die Menge erhöhen
Ab etwa der fünften bis sechsten Woche steigt der Bedarf deutlich, die Hündin braucht jetzt mehr Energie und Nährstoffe. Ob Sie dafür das Futter wechseln müssen, hängt davon ab, was Sie füttern: Ist es nur für ausgewachsene Hunde deklariert, brauchen Sie ein Futter, das auch den erhöhten Bedarf in Trächtigkeit und Säugezeit deckt. Ist es ein Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen, erhöhen Sie einfach die Menge. Steigern Sie sie langsam, als grobe Orientierung etwa 10 Prozent pro Woche, im letzten Drittel der Trächtigkeit liegt die Tagesration oft bei rund drei bis vier Prozent des Körpergewichts. Weil der wachsende Bauch den Magen einengt, füttern Sie besser mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag.
Alles Medizinische rund um Trächtigkeit und Geburt, etwa die Entwurmung nach Schema oder eine Ultraschall- oder Röntgenkontrolle, besprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis. Grundlagen zur Fütterung finden Sie in den Grundlagen der Hundeernährung.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Ich selbst füttere Anifit. Weil es ein Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen ist, wechsle ich ab der zweiten Trächtigkeitshälfte und in der Säugezeit das Futter nicht, sondern erhöhe entsprechend die Menge. Manchmal reicht das reine Futtervolumen nicht aus, weil die Hündin nicht genug Menge aufnehmen kann. In so einem Fall kann eine gezielte Ergänzung mit energiereichen Fettquellen wie Lachsöl, Rinderfett oder Lammfett sinnvoll sein. Das sollte aber wirklich maßvoll geschehen, damit die Ration nicht unausgewogen wird und die Verdauung nicht belastet wird.
Finger weg von eigenmächtigen Calcium- und Vitamingaben
Das ist einer der häufigsten und folgenreichsten Fehler: Viele meinen, sie müssten der trächtigen Hündin zusätzlich Calcium oder Vitamine geben. Bei einem ausgewogenen Futter ist das nicht nur unnötig, sondern riskant. Ein Überschuss an Vitamin A kann zu Fehlbildungen führen, zu viel Calcium bringt die Nährstoffbalance durcheinander und kann unter anderem einen Zinkmangel begünstigen. Auch eigenmächtiges Aufwerten mit viel Fleisch, Fisch oder Leber stört das Gleichgewicht. Ein gutes Alleinfutter deckt den Bedarf vollständig, lassen Sie es dabei.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde
Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Hundes. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel für trächtige und säugende Hündinnen) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihres Hundes zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Die Säugezeit: jetzt ist der Bedarf am höchsten
Nach der Geburt säugt die Hündin ihre Welpen über etwa fünf bis sieben Wochen, und jetzt ist ihr Bedarf am allerhöchsten. Wie viel sie braucht, hängt von der Welpenzahl und der Säugewoche ab, um die dritte bis vierte Woche, auf dem Höhepunkt der Milchbildung, kann der Energiebedarf ein Mehrfaches des normalen Bedarfs betragen. Füttern Sie weiterhin das energiereiche Futter, am besten zur freien Verfügung oder in mehreren Mahlzeiten, und achten Sie darauf, dass es schmackhaft ist, denn manche Hündinnen fressen in dieser Zeit zu wenig. Ganz wichtig ist reichlich frisches Wasser, die Milchbildung erhöht den Flüssigkeitsbedarf deutlich.
Eklampsie: ein Notfall in der Säugezeit
Ein wichtiges Thema ist die Eklampsie, auch Milchfieber oder puerperale Tetanie genannt: ein gefährlicher Calciumabfall im Blut während der Säugezeit, vor allem bei kleinen Rassen mit großen Würfen. Anzeichen sind Unruhe, Hecheln, ein steifer Gang, Zittern bis hin zu Krämpfen, das ist ein absoluter Notfall und gehört sofort in die Tierarztpraxis. Vorbeugen lässt sich nicht durch Calciumgaben in der Trächtigkeit, im Gegenteil, diese können das Risiko sogar erhöhen. Die beste Grundlage ist ein ausgewogenes Futter und der Verzicht auf eigenmächtige Calciumzugaben.
Quark, Milch und Durchfall: was ist dran?
Oft hört man, eine säugende Hündin brauche Quark oder Milch für „mehr Calcium“ oder „mehr Milch“. Das stimmt so nicht: Ein ausgewogenes Futter deckt den Calciumbedarf vollständig. Ein Löffel Magerquark als schmackhaftes Extra schadet nicht, ein Calciumersatz ist er aber nicht und sollte nicht in großen Mengen gegeben werden. Kommt es bei der säugenden Hündin zu Durchfall, liegt das oft an einer zu reichhaltigen oder zu abrupten Futterumstellung, bleiben Sie dann bei einer gut verträglichen Fütterung und lassen Sie anhaltenden Durchfall tierärztlich abklären.
FAQ: Häufige Fragen zur Ernährung trächtiger und säugender Hündinnen
Wann muss ich meine trächtige Hündin mehr füttern?
In den ersten vier Wochen braucht sie noch nicht mehr, da die Welpen kaum wachsen. Erst ab etwa der fünften Woche steigt der Bedarf rasch. Dann erhöhen Sie die Menge schrittweise, als Orientierung etwa 10 Prozent pro Woche, und füttern Ihr gewohntes Futter in größerer Menge.
Welches Futter ist für trächtige und säugende Hündinnen am besten?
Ihr gewohntes hochwertiges Alleinfutter, einfach in größerer Menge. Da ein gutes Alleinfutter für alle Lebensphasen ausgelegt ist, müssen Sie nicht wechseln. Reicht das Volumen nicht aus, können Sie die Ration mit etwas Rinder- oder Lammfett energiereicher machen. Wichtig ist, dass die Hündin gut frisst und genug Wasser bekommt.
Soll ich meiner trächtigen Hündin Calcium zufüttern?
Nein. Bei einem ausgewogenen Futter ist zusätzliches Calcium unnötig und sogar riskant. Es kann die Nährstoffbalance stören und das Risiko einer Eklampsie in der Säugezeit erhöhen. Verlassen Sie sich auf ein vollwertiges Alleinfutter und verzichten Sie auf eigenmächtige Zusätze.
Ab wann sieht man einer Hündin die Trächtigkeit an?
Sichtbar wird der Bauch meist erst ab etwa der fünften Woche, deutlich rundet er sich im letzten Drittel der rund 63 Tage. Auch die Zitzen verändern sich. Eine zuverlässige Bestätigung der Trächtigkeit bekommen Sie früher über die Tierarztpraxis, etwa per Ultraschall.
Wie viel sollte eine säugende Hündin fressen?
So viel, wie sie für die Milchbildung braucht, und das ist viel. Je nach Welpenzahl kann der Bedarf um die dritte bis vierte Säugewoche ein Mehrfaches des normalen liegen. Bieten Sie Ihr gewohntes Alleinfutter in deutlich größerer Menge, zur freien Verfügung oder in mehreren Mahlzeiten, an und sorgen Sie für reichlich Wasser. Bei sehr hohem Bedarf kann etwas Rinder- oder Lammfett die Energiedichte erhöhen.
Was ist Eklampsie bei der Hündin?
Eklampsie, auch Milchfieber genannt, ist ein gefährlicher Calciumabfall während der Säugezeit, vor allem bei kleinen Rassen mit großen Würfen. Anzeichen sind Unruhe, Hecheln, steifer Gang, Zittern und Krämpfe. Das ist ein Notfall und gehört sofort in die Tierarztpraxis.
Braucht eine säugende Hündin Quark oder Milch?
Nein, nicht als Calciumquelle. Ein ausgewogenes Futter deckt den Bedarf vollständig. Ein Löffel Magerquark als schmackhaftes Extra ist in Ordnung, ersetzt aber kein Futter und sollte nicht in großen Mengen gegeben werden. Auf zusätzliche Calciumgaben verzichten Sie besser.
Meine säugende Hündin hat Durchfall, woran liegt das?
Häufig an einer zu reichhaltigen oder zu abrupt umgestellten Fütterung. Bleiben Sie bei einem gut verträglichen Futter und stellen Sie behutsam um. Hält der Durchfall an oder kommen weitere Symptome dazu, sollten Sie die Ursache in der Tierarztpraxis abklären lassen.
Wie viel sollte eine trächtige Hündin zunehmen?
Während der Trächtigkeit sollte sie nicht mehr als rund 20 bis 25 Prozent ihres Normalgewichts zulegen. Zu starke Gewichtszunahme erschwert die Geburt. Wiegen Sie die Hündin regelmäßig und passen Sie die Futtermenge an ihrer Figur an.
Wie viele Mahlzeiten braucht eine trächtige Hündin?
Im letzten Drittel der Trächtigkeit engt der wachsende Bauch den Magen ein, deshalb sind mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag besser als ein oder zwei große. Auch in der Säugezeit sind häufige Mahlzeiten oder freier Zugang zum Futter sinnvoll.
Fazit: ausgewogen füttern statt zufüttern
Die Ernährung der trächtigen und säugenden Hündin folgt einem klaren Fahrplan: In den ersten vier Wochen bleibt alles beim Alten, ab der fünften bis sechsten Woche stellen Sie auf ein hochwertiges Futter um und steigern die Menge langsam, und in der Säugezeit ist der Bedarf am höchsten, dazu braucht es viel Wasser. Der zentrale Grundsatz: nicht eigenmächtig Calcium oder Vitamine zufüttern, ein gutes Alleinfutter deckt alles ab. Ich selbst füttere Anifit. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Hündin durch diese Zeit begleiten, schauen wir uns das gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu Trächtigkeit und Laktation.
- Tierärztliche Fachinformationen zur Fütterung trächtiger und säugender Hündinnen sowie zur Eklampsie.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, zu Wachstum und Reproduktion.








