Fisch für Hunde: Welcher Fisch geeignet ist, roh oder gekocht

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„Ein Stück vom Lachs ist beim Kochen runtergefallen, darf der Hund das?“ Diese Frage kennt fast jeder Haushalt, in dem Fisch auf den Tisch kommt. Die gute Nachricht: Fisch ist für Hunde eine wertvolle Eiweiß- und Omega-3-Quelle. Aber es kommt sehr auf die Sorte und die Zubereitung an, denn roh, mit Gräten oder geräuchert kann Fisch schnell zum Problem werden. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, welcher Fisch für Hunde geeignet ist, ob roh oder gekocht und worauf Sie achten sollten.

Fisch für Hunde: Welcher Fisch geeignet ist, roh oder gekocht
Fisch für Hunde: Welcher Fisch geeignet ist, roh oder gekocht

Fisch für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Hunde dürfen Fisch essen, er liefert hochwertiges Eiweiß und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Gut geeignet sind Lachs, Hering, Makrele, Sardine und Kabeljau. Wichtig ist, Fisch entgrätet und meist gegart zu füttern: Gekochte Gräten splittern, und einige rohe Fische enthalten Thiaminase, die Vitamin B1 abbaut.

  • Gut geeignet: fettreiche Seefische wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine sowie magerer Kabeljau und Seelachs
  • Meist garen: Hering, Karpfen, Zander und Forelle enthalten roh Thiaminase, die Vitamin B1 abbaut, Kochen zerstört das Enzym
  • Gräten beachten: rohe Gräten sind weich, gekochte werden hart und splittern, deshalb gegarten Fisch immer entgräten
  • Roher Fisch nur mit Vorsicht: Parasiten und Bakterien sind möglich, einmal durchfrieren bei minus 18 Grad senkt das Risiko
  • Tabu: geräucherter und stark gesalzener Fisch, panierte Fischstäbchen, Fisch in Öl und große Raubfische wegen Quecksilber
  • Meine Empfehlung aus der Praxis: Fisch ist eine schöne Abwechslung und Eiweißquelle, die Basis bleibt aber ein hochwertiges Alleinfuttermittel.

Dürfen Hunde Fisch essen?

Ja, Hunde dürfen Fisch essen und er ist sogar ausgesprochen wertvoll. Fisch liefert hochwertiges, gut verdauliches Eiweiß, die marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie Vitamin D und Jod. Damit ist er eine sinnvolle Eiweißquelle, die das gewohnte Fleisch im Napf gut ergänzen oder zeitweise ersetzen kann.

Besonders die Omega-3-Fettsäuren machen Fisch interessant, denn sie tragen zur Hautbarriere, zu glänzendem Fell und zu einer normalen Gelenkfunktion bei. Gerade fettreiche Seefische sind hier ergiebig. Für Hunde mit einer Unverträglichkeit gegen die üblichen Fleischsorten kann Fisch zudem eine geeignete Eiweißquelle in einer Ausschlussdiät sein, das bespreche ich näher in meinem Ratgeber zur Futtermittelallergie beim Hund. Wie sich Fisch als Eiweißquelle einordnet, lesen Sie auch im Ratgeber zum Fleischanteil im Hundefutter.

Welcher Fisch ist gut für Hunde?

Gut für Hunde sind vor allem fettreiche Seefische wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine sowie magere Sorten wie Kabeljau und Seelachs. Grundsätzlich eignet sich fast jeder Speisefisch, einige Sorten sollten Sie roh aber meiden. Die folgende Tabelle gibt den Überblick.

FischBesonderheitHinweis
Lachsfettreich, viel Omega-3 und Vitamin D, keine Thiaminasenur gegart oder zuvor durchgefroren, roher Lachs mit Vorsicht
Hering, Makrele, Sardinefettreich, viel Omega-3Hering enthält roh Thiaminase, daher garen
Kabeljau, Seelachsmager, eiweißreich, gut verdaulichgut für übergewichtige oder sensible Hunde
Forelle, Zander, KarpfenSüßwasserfischenthalten roh Thiaminase, vor dem Füttern garen
Thunfischgroßer Raubfischnur selten und in kleinen Mengen, Quecksilberbelastung

Mein Praxis-Tipp: Wenn es um die gezielte Omega-3-Versorgung geht, ist nicht immer der ganze Fisch nötig. Oft ist ein gutes Lachsöl die einfachere und besser dosierbare Quelle, dazu habe ich einen eigenen Ratgeber zu Öl für Hunde geschrieben. Den Fisch selbst sehe ich eher als schmackhafte Eiweiß-Abwechslung und als Leckerli.

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Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Roh oder gekocht: Wie sollte ich Fisch füttern?

In den meisten Fällen ist gegarter Fisch die sicherere Wahl, weil Garen Parasiten, Bakterien und das Enzym Thiaminase unschädlich macht. Roh ist Fisch nicht grundsätzlich verboten, erfordert aber mehr Sorgfalt. Zwei Punkte sind hier entscheidend, das Thiamin und die Hygiene.

Einige rohe Fische enthalten das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 (Thiamin) abbaut. Dazu zählen Hering, Karpfen, Zander und Forelle. Wird so ein Fisch dauerhaft roh gefüttert, kann ein Vitamin-B1-Mangel mit Krämpfen oder Lähmungen entstehen. Die Lösung ist einfach: Erhitzen zerstört die Thiaminase zuverlässig. Sorten wie Lachs oder Kabeljau enthalten keine Thiaminase, sind also roh in dieser Hinsicht unkritisch.

Roh unkritisch (thiaminasefrei)Roh nur selten, besser garen (thiaminasehaltig)
Lachs, Kabeljau, Seelachs, Makrele, SardineHering, Karpfen, Zander, Forelle

Der zweite Punkt ist die Hygiene. Roher Fisch kann Parasiten wie Fischbandwürmer oder Bakterien tragen, bei rohem pazifischem Lachs ist in manchen Regionen zudem die sogenannte Lachsvergiftung durch Rickettsien beschrieben. Ein einfacher Schutz ist das Durchfrieren: Eine Woche bei minus 18 Grad tötet Bandwurmfinnen ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, gart den Fisch, gerade bei Welpen, Senioren oder empfindlichen Hunden.

Wichtig zu den Gräten: Im rohen Zustand sind Fischgräten weich und elastisch und meist unproblematisch. Durch das Garen werden sie hart und spröde, können splittern und im Mund, Rachen oder Magen-Darm-Trakt Verletzungen verursachen. Gekochten Fisch deshalb immer sorgfältig entgräten, am besten schon vor dem Garen.

Wie bereite ich Fisch für den Hund richtig zu?

Fisch bereiten Sie am besten schonend gegart, entgrätet und völlig ungewürzt zu. Dünsten, dämpfen oder kurz in Wasser garen ist ideal, weil keine Zusätze nötig sind. Ein paar einfache Regeln machen die Fischmahlzeit sicher:

  • Ohne Salz und Gewürze: kein Salz, keine Zwiebel, kein Knoblauch, keine Marinade, alles davon ist für Hunde ungeeignet
  • Entgräten: Gräten vor dem Füttern entfernen, besonders bei gegartem Fisch
  • Schonend garen: dünsten oder dämpfen statt braten, kein Öl und keine Panade
  • Langsam einführen: mit kleiner Menge starten und die Verträglichkeit beobachten

Eine bequeme Alternative zum Selbstgaren ist hochwertige Dosenware im eigenen Saft, etwa Sardinen ohne Salz und Öl. Wer Fisch roh in eine selbst zusammengestellte Ration einbauen möchte, findet die Einordnung mit Hygiene- und Mengenregeln in meinem Ratgeber zu BARF für Hunde.

Welchen Fisch dürfen Hunde nicht essen?

Nicht geeignet für Hunde sind geräucherter und stark gesalzener Fisch, panierte oder frittierte Produkte und Fisch in Öl. Daneben gibt es Sorten, die nur eingeschränkt taugen. Diese Punkte sollten Sie kennen:

  • Geräucherter und gesalzener Fisch: viel zu viel Salz, belastet die Nieren und ist nicht für Hunde gedacht
  • Fischstäbchen und Paniertes: Panade, Fett und Gewürze machen sie ungeeignet
  • Thunfisch in Öl (aus der Dose): meist stark gesalzen und ölig, kein geeignetes Hundefutter, höchstens im eigenen Saft und selten
  • Große Raubfische (Thunfisch, Schwertfisch): reichern Quecksilber an, daher nur selten und in kleinen Mengen
  • Roher thiaminasehaltiger Fisch in großen Mengen: Hering, Karpfen, Zander oder Forelle roh nur selten, sonst droht ein Vitamin-B1-Mangel

Wichtig: Aal ist ein Sonderfall, weil rohes Aalblut für Hunde giftig sein kann, gegart ist Aal unproblematisch. Achten Sie außerdem immer auf Frische und eine durchgehende Kühlung, denn verdorbener Fisch verursacht schnell Magen-Darm-Probleme.

Wie viel Fisch darf ein Hund fressen?

Als gelegentliche Eiweißquelle oder Leckerli sollte Fisch zusammen mit anderen Extras rund 10 Prozent der Tagesration nicht überschreiten. Als ausgewogene Hauptmahlzeit lässt sich Fisch ein- bis zweimal pro Woche einsetzen, sofern die Ration insgesamt bedarfsdeckend bleibt. Reiner Fisch allein ist keine vollständige Ernährung. Wie Sie die passende Gesamtmenge ermitteln, lesen Sie in meinem Ratgeber „Wie viel Hundefutter pro Tag?“.

Getrocknete Fisch-Snacks wie Sprotten oder Fischhautstreifen sind als Leckerli beliebt und gut geeignet, sollten aber ebenfalls in die Tagesration eingerechnet werden, gerade weil sie sehr schmackhaft sind. Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich hier gerne die gefriergetrockneten Ährenfische von Anifit: kleine ganze Fische als Einzelfuttermittel für Hunde und Katzen, ohne Zusätze und durch die schonende Gefriertrocknung mit weitgehend erhaltenen Nährstoffen.

Was Fisch dabei nicht leisten muss: täglich auf dem Speiseplan stehen. Die Basis bleibt ein hochwertiges Alleinfuttermittel, Fisch ist die schmackhafte Abwechslung. Ich selbst füttere und empfehle Anifit-Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil und biete Fisch zusätzlich als Abwechslung oder Leckerli an. Wer Fisch fest im Napf verankern möchte, findet bei Anifit gleich mehrere Sorten mit gegartem Fisch in bedarfsdeckender Rezeptur: Moby Dick mit 90 Prozent Lachs als einziger tierischer Eiweißquelle, was die Sorte auch für Ausschlussdiäten interessant macht, Surfers Superfood mit 23 Prozent Schellfisch und Witwe Boltes Schrecken mit 14 Prozent Lachs. So bekommt der Hund seinen Fisch in der sicheren, ausgewogenen Form.

Häufige Fragen zu Fisch für Hunde

Dürfen Hunde Fisch essen?

Ja, Hunde dürfen Fisch essen. Er liefert hochwertiges Eiweiß, die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie Vitamin D und Jod. Wichtig ist, ihn entgrätet und meist gegart zu füttern. Gut geeignet sind Lachs, Hering, Makrele, Sardine und Kabeljau.

Welcher Fisch ist gut für Hunde?

Gut geeignet sind fettreiche Seefische wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine sowie magere Sorten wie Kabeljau und Seelachs. Fettreiche Fische liefern besonders viel Omega-3. Große Raubfische wie Thunfisch sollten wegen Quecksilber nur selten gefüttert werden.

Dürfen Hunde rohen Fisch essen?

Mit Vorsicht. Roher Fisch kann Parasiten und Bakterien enthalten, und einige Sorten wie Hering oder Forelle enthalten roh Thiaminase, die Vitamin B1 abbaut. Einmal eine Woche bei minus 18 Grad durchfrieren senkt das Parasitenrisiko, im Zweifel ist garen sicherer.

Sollte ich Fisch für den Hund roh oder gekocht geben?

In den meisten Fällen ist gegarter Fisch sicherer, weil Garen Parasiten, Bakterien und Thiaminase zerstört. Wichtig: Gekochte Gräten werden hart und splittern, deshalb gegarten Fisch immer entgräten. Rohe Gräten sind dagegen weich und meist unproblematisch.

Dürfen Hunde Fisch mit Gräten fressen?

Rohe Gräten sind weich und meist unproblematisch, gekochte Gräten dagegen hart und spitz. Sie können splittern und Verletzungen verursachen. Entfernen Sie Gräten daher immer vor dem Füttern von gegartem Fisch, am besten schon vor dem Garen.

Dürfen Hunde Lachs essen?

Ja, Lachs ist sehr gut geeignet, weil er viel Omega-3 und Vitamin D liefert und keine Thiaminase enthält. Rohen Lachs sollten Sie aber vorher durchfrieren oder garen, da roher pazifischer Lachs in manchen Regionen die sogenannte Lachsvergiftung auslösen kann.

Welchen Fisch dürfen Hunde nicht essen?

Ungeeignet sind geräucherter und stark gesalzener Fisch, panierte Fischstäbchen und Fisch in Öl. Große Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch sollten wegen Quecksilber nur selten gefüttert werden. Roher Aal ist tabu, da Aalblut roh giftig ist.

Was ist Thiaminase und welche Fische enthalten sie?

Thiaminase ist ein Enzym, das Vitamin B1 abbaut. Es steckt in rohem Hering, Karpfen, Zander und Forelle. Werden diese Fische dauerhaft roh gefüttert, droht ein Vitamin-B1-Mangel. Erhitzen zerstört die Thiaminase, gegart sind diese Fische daher unbedenklich.

Wie viel Fisch darf mein Hund fressen?

Als Leckerli oder Ergänzung sollte Fisch mit anderen Extras rund 10 Prozent der Tagesration nicht überschreiten. Als ausgewogene Mahlzeit eignet er sich ein- bis zweimal pro Woche. Reiner Fisch allein ist keine vollständige, bedarfsdeckende Ernährung.

Sind getrocknete Fisch-Snacks für Hunde gesund?

Ja, getrocknete Fisch-Snacks wie Sprotten oder Fischhautstreifen sind beliebt und gut geeignet, sofern sie ungewürzt und ungesalzen sind. Weil sie sehr schmackhaft und energiereich sind, sollten Sie sie aber in die Tagesration einrechnen.

Zusammenfassung

Fisch für Hunde ist eine wertvolle Eiweiß- und Omega-3-Quelle, wenn Sie auf Sorte und Zubereitung achten. Lachs, Hering, Makrele, Sardine und Kabeljau sind gut geeignet, gegart und entgrätet sind sie am sichersten. Wichtig sind drei Dinge: Gräten bei gegartem Fisch entfernen, thiaminasehaltige Sorten roh nur selten geben und auf Frische achten.

Geräucherter, gesalzener oder panierter Fisch und Fisch aus der Dose in Öl gehören dagegen nicht in den Napf. Mein Fazit aus der Beratung: Nutzen Sie Fisch als schmackhafte Abwechslung und Eiweißquelle, bereiten Sie ihn schonend und ungewürzt zu und rechnen Sie ihn in die Tagesration ein. Die Grundlage bleibt ein hochwertiges Fleischfutter, der Fisch ist die gesunde Ergänzung obendrauf.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Meyer, H. & Zentek, J. (2010): „Ernährung des Hundes“, Enke Verlag, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Eiweißquellen, Thiamin und Verdaulichkeit
  • Bauer, J.E. (2011): „Therapeutic use of fish oils in companion animals“, Journal of the American Veterinary Medical Association 239(11), 1441 bis 1451, Übersichtsarbeit zu marinen Omega-3-Fettsäuren bei Hund und Katze
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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