Thunfisch für Hunde: erlaubt, aber nur in Maßen

Veröffentlicht am:

Thunfisch riecht intensiv, und kaum ein Hund kann widerstehen, wenn die Dose aufgeht. In der Beratung werde ich oft gefragt, ob ein bisschen davon abfallen darf. Die kurze Antwort: Ja, Thunfisch für Hunde ist in kleinen Mengen erlaubt, aber nur gelegentlich, denn als großer Raubfisch reichert er Quecksilber an. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Dose geeignet ist, ob roh oder gekocht besser passt, wie oft Thunfisch in Ordnung ist und welcher Fisch die bessere Wahl für den Napf ist.

Thunfisch für Hunde: erlaubt, aber nur in Maßen
Thunfisch für Hunde: erlaubt, aber nur in Maßen

Thunfisch für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Hunde dürfen Thunfisch essen, aber nur in kleinen Mengen und gelegentlich. Als großer Raubfisch reichert Thunfisch Quecksilber an, deshalb eignet er sich nicht für den täglichen Napf. Aus der Dose ist nur Thunfisch im eigenen Saft oder in Wasser geeignet, gut abgetropft und abgespült, niemals in Öl oder Salzlake. Roher Fisch sollte durchgefroren oder gegart werden, kleinere Fische wie Sardine oder gekochter Lachs sind die bessere Omega-3-Quelle.

  • Ja, in Maßen: Thunfisch ist für Hunde als gelegentlicher Snack erlaubt, nicht als tägliches Futter
  • Quecksilber: als Raubfisch reichert Thunfisch Schwermetalle an, deshalb nur selten füttern
  • Dose: nur im eigenen Saft oder in Wasser, abgetropft und abgespült, niemals in Öl oder Salzlake
  • Roh oder gekocht: gekocht ist sicherer, roher Fisch sollte durchgefroren werden, um Parasiten abzutöten
  • Bessere Fische: kleine Fische wie Sardine oder gekochter Lachs sind weniger belastet
  • Als Extra gedacht: Thunfisch ersetzt keine Mahlzeit, die Basis bleibt ein hochwertiges Futter

Dürfen Hunde Thunfisch essen?

Ja, Hunde dürfen Thunfisch essen, allerdings nur in kleinen Mengen und nicht regelmäßig. Thunfisch liefert hochwertiges Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren, die Haut und Fell unterstützen, ist aber als großer Raubfisch mit Quecksilber belastet. Das Schwermetall reichert sich im Körper an, weshalb häufiger oder großer Verzehr problematisch ist. Als gelegentliches Extra im Napf oder als besonderes Leckerli ist Thunfisch dagegen unbedenklich.

In meiner Beratung sage ich gern: Thunfisch ist ein Jackpot für besondere Momente, nicht das tägliche Brot. Für die regelmäßige Versorgung mit Omega-3 gibt es bessere, weniger belastete Quellen. Wie der Napf insgesamt ausgewogen wird, lesen Sie in meinem Ratgeber zur Hundeernährung.

Thunfisch aus der Dose: eigener Saft, Öl oder Salzlake?

Aus der Dose ist nur Thunfisch im eigenen Saft oder in Wasser geeignet, und auch der gehört vor dem Füttern abgetropft und kurz abgespült, um Salz zu reduzieren. Thunfisch in Öl ist dagegen ungeeignet, denn das viele Fett liefert unnötige Kalorien und kann Durchfall auslösen. Auch Salzlake und fertige Thunfisch-Saucen mit Gewürzen oder Zwiebel haben im Hundenapf nichts verloren. Die folgende Übersicht zeigt, was passt.

Dosen-VarianteGeeignet?Hinweis
Im eigenen Saft oder in Wasserjaempfehlenswert, abtropfen und kurz abspülen, möglichst ohne Salzzusatz
In Öl, zum Beispiel Sonnenblumenölneinzu viel Fett und Kalorien, kann Durchfall auslösen
In Salzlakeneinviel zu salzig für Hunde
In Sauce, mit Gewürzen oder ZwiebelneinGewürze und Zwiebel sind unverträglich oder giftig

Roh oder gekocht: Wie sollten Hunde Thunfisch fressen?

Auf der sicheren Seite sind Sie mit gegartem Thunfisch. Roher Fisch kann Parasiten und Bakterien enthalten, deshalb sollte er entweder durchgegart oder vor dem Füttern mindestens 24 Stunden bei etwa minus 20 Grad eingefroren werden, um Parasiten abzutöten. Wenn Sie Thunfisch garen, dann ohne Fett, Salz und Gewürze, am besten schonend gedünstet oder im Wasserbad. Panierten oder gebratenen Fisch gibt es nicht, und etwaige Gräten entfernen Sie vorher.

Wie oft und wie viel Thunfisch dürfen Hunde?

Thunfisch gehört wegen des Quecksilbers nur selten in den Napf. Als grobe Orientierung reichen je nach Größe des Hundes ein Teelöffel bis wenige Esslöffel, und das höchstens alle ein bis zwei Wochen. Frisst ein Hund regelmäßig zu viel Thunfisch, kann sich Quecksilber anreichern und auf Dauer schaden. Die Tabelle gibt grobe Richtwerte für ein gelegentliches Extra.

KörpergewichtThunfisch (gut abgetropft) als seltenes Extra
bis 10 kgetwa 1 Teelöffel, höchstens alle 1 bis 2 Wochen
10 bis 25 kgetwa 1 Esslöffel, höchstens alle 1 bis 2 Wochen
über 25 kgetwa 2 Esslöffel, höchstens alle 1 bis 2 Wochen

Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde

Wie oft Fisch wie Thunfisch guttut, welche Sorten sich für die regelmäßige Omega-3-Versorgung eignen und wie Snacks in eine ausgewogene Ration passen, hängt von Größe, Alter und Gesundheit ab. Gemeinsam schauen wir uns an, was zu Ihrem Hund und seinem Alltag passt und wo Sie besser vorsichtig sind.

Jetzt kostenlose Beratung sichern!

Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in unserem Ernährungsratgeber. Außerdem haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Welcher Fisch ist gut für Hunde?

Für die regelmäßige Versorgung mit gesunden Fettsäuren eignen sich kleinere, kurzlebige Fische besser als Thunfisch, weil sie weniger Quecksilber anreichern. Gut geeignet sind Sardine, Sprotte, Hering, Makrele und gekochter Lachs. Auch magerer Seelachs ist eine milde Wahl. Panierte Produkte wie Fischstäbchen sind dagegen nichts für Hunde, weil sie paniert, gesalzen und frittiert sind. Die Übersicht zeigt geeignete und ungeeignete Fische.

FischFür HundeHinweis
Lachs (gekocht)jagute Omega-3-Quelle, roh nur gut durchgefroren
Sardine und Sprottejaklein, wenig Quecksilber, nährstoffreich
Hering und Makreleja, in Maßenfettreicher, daher sparsam
Seelachsjamager und mild
Thunfischnur seltenRaubfisch, reichert Quecksilber an
Fischstäbchenneinpaniert, gesalzen und frittiert

Wer die Vorteile von Fisch nutzen möchte, ohne ständig frischen Fisch anzubieten, kann auf ein hochwertiges Öl setzen. Ein paar Tropfen Anifit Lachsöl liefern Omega-3-Fettsäuren, die Haut und Fell unterstützen, ganz ohne Quecksilber-Sorge.

Thunfisch-Hundekekse: das beliebte Rezept

Sehr beliebt sind selbst gebackene Thunfisch-Hundekekse, weil sie intensiv riechen und meist sofort begeistern. Ein einfaches Grundrezept: eine kleine Dose Thunfisch im eigenen Saft, gut abgetropft, mit etwas Quark oder Hüttenkäse, einem Ei und Haferflocken zu einem festen Teig verkneten, kleine Kekse formen und im Ofen backen. So bleibt die Thunfischmenge pro Keks gering, und Ihr Hund bekommt den Geschmack als Belohnung, ohne dass viel Quecksilber zusammenkommt.

Wie das Backen Schritt für Schritt gelingt, lesen Sie unter Hundekekse selber backen, und für besonders kleine Kekse eignet sich die Methode aus dem Beitrag zu Hundekeksen aus der Backmatte, wo es bereits ein Thunfisch-Quark-Rezept gibt.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Thunfisch als seltenes Highlight, nicht als festen Bestandteil der Ernährung. Ein bisschen Thunfisch im eigenen Saft als Topping oder in Form von selbst gebackenen Keksen ist eine schöne Belohnung. Für die regelmäßige Omega-3-Versorgung greife ich aber lieber zu weniger belasteten Quellen wie gekochtem Lachs, kleinen Fischen oder einem guten Öl. Die Basis bleibt bei mir ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Wer gern selbst kocht oder backt, findet viele Ideen für Fisch-Snacks und gesunde Leckerlis in meinen Büchern, zum Kochen von Hundefutter und zum Backen von Hundeleckerlis. So haben Sie die Menge und die Zutaten selbst in der Hand.

Wichtig: Thunfisch ist ein Extra, kein Heilmittel. Reagiert Ihr Hund mit Durchfall, Erbrechen oder Juckreiz, lassen Sie eine mögliche Unverträglichkeit tierärztlich abklären und verzichten Sie vorerst auf Fisch. Eine ausgewogene Fütterung kann das Wohlbefinden unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.

Vorteile der Anifit-Tiernahrung
Vorteile der Anifit-Tiernahrung

Häufige Fragen zu Thunfisch für Hunde

Dürfen Welpen Thunfisch essen?

In sehr kleinen Mengen und nur ausnahmsweise ist gegarter Thunfisch im eigenen Saft auch für Welpen möglich. Wegen des Quecksilbers ist Zurückhaltung aber sinnvoll, und kleinere Fische oder ein passendes Öl sind die bessere Wahl. Wichtigste Grundlage bleibt ein gutes Welpenfutter.

Muss ich Dosenthunfisch vor dem Füttern abspülen?

Ja, spülen Sie Thunfisch im eigenen Saft oder in Wasser vor dem Füttern kurz ab und lassen Sie ihn gut abtropfen. So entfernen Sie überschüssiges Salz und Flüssigkeit. Thunfisch in Öl oder Salzlake ist auch abgespült nicht geeignet, greifen Sie gleich zur Variante im eigenen Saft.

Was passiert, wenn mein Hund zu viel Thunfisch frisst?

Bei regelmäßig zu großen Mengen kann sich Quecksilber im Körper anreichern und auf Dauer schaden. Kurzfristig führt zu viel Thunfisch, vor allem in Öl, oft zu Durchfall oder Erbrechen. Füttern Sie Thunfisch deshalb nur selten und in kleinen Mengen, und beobachten Sie Ihren Hund.

Dürfen Hunde Thunfisch in Sonnenblumenöl essen?

Besser nicht. Thunfisch in Sonnenblumenöl enthält viel Fett und Kalorien und wirkt bei manchen Hunden abführend, was schnell zu Durchfall führt. Wenn es Dosenthunfisch sein soll, wählen Sie die Variante im eigenen Saft oder in Wasser und tropfen Sie sie gut ab.

Dürfen Hunde Lachs statt Thunfisch essen?

Ja, gekochter Lachs ist eine sehr gute Alternative und liefert Omega-3-Fettsäuren bei geringerer Quecksilberbelastung. Roher Lachs sollte vorher gut durchgefroren werden, um Parasiten abzutöten. Auch kleine Fische wie Sardinen sind eine nährstoffreiche und gut verträgliche Wahl.

Kann Thunfisch beim Hund eine Allergie auslösen?

Ja, wie bei anderen Eiweißquellen können einzelne Hunde auf Fisch allergisch oder empfindlich reagieren. Anzeichen sind etwa Juckreiz, Durchfall oder Blähungen. Geben Sie Thunfisch das erste Mal in kleiner Menge und beobachten Sie die Reaktion, bei Beschwerden lassen Sie das tierärztlich abklären.

Dürfen Hunde Fischstäbchen essen?

Nein, Fischstäbchen sind für Hunde ungeeignet. Sie sind paniert, gesalzen und frittiert, also fett- und salzreich, und die Panade liefert nur leere Kalorien. Wenn Sie Ihrem Hund Fisch geben möchten, nehmen Sie pur gegarten, ungewürzten Fisch ohne Panade.

Kann ich das Thunfischwasser aus der Dose als Topping nehmen?

Ein kleiner Schuss vom abgetropften Wasser aus der Saft-Variante kann das Futter schmackhafter machen und Trinkmuffel zum Trinken animieren. Achten Sie auf eine salzarme Dose und verwenden Sie nur wenig. Öl oder Salzlake aus der Dose eignen sich dafür nicht.

Woran erkenne ich, dass mein Hund Thunfisch nicht verträgt?

Typische Anzeichen sind Durchfall, Erbrechen, vermehrte Blähungen, Juckreiz oder Hautrötungen, meist einige Stunden nach dem Fressen. Treten solche Beschwerden auf, lassen Sie Thunfisch künftig weg. Halten die Symptome an oder sind sie stark, suchen Sie die Tierarztpraxis auf.

Ist es schlimm, wenn mein Hund einmalig zu viel Thunfisch erwischt hat?

Eine einmalige größere Portion ist meist nicht gefährlich, kann aber zu Durchfall oder Erbrechen führen, vor allem bei Thunfisch in Öl. Geben Sie Ihrem Hund Ruhe und Wasser und beobachten Sie ihn. Das Quecksilber-Risiko entsteht durch dauerhaften Verzehr, nicht durch einen einzelnen Ausrutscher.

Zusammenfassung

Thunfisch für Hunde ist erlaubt, aber mit Maß. Als großer Raubfisch reichert er Quecksilber an, deshalb gehört er nur selten und in kleinen Mengen in den Napf. Aus der Dose eignet sich ausschließlich Thunfisch im eigenen Saft oder in Wasser, gut abgetropft und abgespült, niemals in Öl oder Salzlake. Roher Fisch sollte durchgefroren oder gegart werden.

Für die regelmäßige Omega-3-Versorgung sind kleinere Fische wie Sardinen, gekochter Lachs oder ein gutes Öl die bessere Wahl. Mein Fazit aus der Beratung: Thunfisch ist ein seltenes Highlight und eignet sich gut für selbst gebackene Kekse, die Hauptrolle spielt aber ein hochwertiges Futter. Bei Unverträglichkeiten hilft die Tierarztpraxis weiter.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Fisch, Fettsäuren und Rationsgestaltung
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Methylquecksilber in Fisch und Verzehrsempfehlungen für große Raubfische wie Thunfisch
Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn doch mit Ihren Freunden!
Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

Sie möchten mehr erfahren? Hier finden Sie alle Beiträge zum Thema artgerechte Ernährung von Hunden & Katzen.