Tierisches Plasma im Hundefutter: hochwertiger Binder oder billiger Füllstoff?

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Tierisches Plasma klingt nach einer befremdlichen Zutat, und tatsächlich wird es aus Blut gewonnen. Genau deshalb ranken sich um Plasma im Hundefutter zwei gegensätzliche Vorstellungen: Für die einen ist es ein billiger Füllstoff, für die anderen eine regelrechte Nährstoffbombe. Beides trifft es nicht ganz. Plasma ist ein hochwertiges, sehr gut verdauliches Eiweiß und zugleich ein funktioneller Binder, aber kein Wundermittel. In diesem Beitrag erkläre ich, was tierisches Plasma ist, wie hochwertig sein Eiweiß wirklich ist, welche Rolle die enthaltenen Immunglobuline spielen und wie Sie es im Futter einordnen.

Tierisches Plasma im Tierfutter: hochwertiger Binder oder billiger Füllstoff?
Tierisches Plasma im Tierfutter: hochwertiger Binder oder billiger Füllstoff?

Tierisches Plasma im Hundefutter: Das Wichtigste in Kürze

Tierisches Plasma ist sprühgetrocknetes Blutplasma von Schlachttieren und liefert hochwertiges, sehr gut verdauliches Eiweiß. Es wirkt zugleich als natürlicher Binder und verbessert die Akzeptanz des Futters. Anders als Federmehl ist es also kein billiger Füllstoff, sondern ein funktioneller, hochwertiger Bestandteil. Die enthaltenen Immunglobuline sind vor allem in der Ferkelfütterung untersucht, für gesunde Hunde ist Plasma aber kein belegtes Heilmittel, sondern schlicht ein gutes Eiweiß. Notwendig ist es nicht, ein hochwertiges Futter deckt den Bedarf auch über benanntes Fleisch.

  • Aus Blut gewonnen: sprühgetrocknetes Plasma, ein feines, eiweißreiches Pulver
  • Hochwertig: sehr gut verdauliches Eiweiß mit hoher biologischer Wertigkeit
  • Kein Füllstoff: funktioneller Binder, kein billiger Eiweißstrecker
  • Immunglobuline: enthalten, Nutzen vor allem bei Ferkeln untersucht, kein Heilmittel für Hunde
  • Nicht notwendig: ein gutes Futter kommt auch ohne Plasma aus
  • Mein Rat: Plasma sachlich als hochwertigen Zusatz sehen, nicht als Wundermittel

Was ist tierisches Plasma im Hundefutter?

Tierisches Plasma ist der flüssige, zellfreie Bestandteil des Blutes, der bei der Schlachtung anfällt und damit zu den tierischen Nebenerzeugnissen zählt. Für die Verwendung im Futter wird das Blut aufgetrennt, das Plasma abgenommen und schonend sprühgetrocknet, übrig bleibt ein feines, eiweißreiches Pulver. Eingesetzt wird es vor allem als funktioneller Bestandteil, etwa in der Ferkelfütterung und in manchen Trocken- und Spezialfuttern. So ungewohnt die Herkunft aus Blut klingt, handelt es sich um einen etablierten und ernährungsphysiologisch wertvollen Rohstoff. Wichtig ist, wie bei allen Zutaten, dass er klar deklariert ist.

Binder oder Nährstoffbombe?

Die ehrliche Antwort lautet: weder noch im Extrem, sondern beides in Maßen. Plasma ist ein funktioneller Binder, der die Textur verbessert und die Akzeptanz des Futters erhöht, und gleichzeitig liefert es hochwertiges Eiweiß. Anders als die typischen Eiweißstrecker wie Federmehl oder ein Übermaß an Bindegewebe hat Plasmaprotein eine hohe biologische Wertigkeit und ist sehr gut verdaulich. Es ist also kein billiger Füllstoff, mit dem nur der Proteinwert aufgebläht wird. Gleichzeitig ist es auch keine Nährstoffbombe, die ein Futter automatisch besser macht, sondern ein einzelner, hochwertiger Bestandteil unter vielen. Die folgende Übersicht ordnet Plasma im Vergleich zu anderen Eiweißbestandteilen ein.

BestandteilEiweißqualitätVerdaulichkeit
Muskelfleischhochhoch
Tierisches Plasmahochsehr hoch
Bindegewebe und Gelatineniedrigmäßig
Federmehlsehr niedrigsehr niedrig

Plasma als funktioneller Zusatz

Ein wesentlicher Grund für den Einsatz von Plasma sind seine technologischen Eigenschaften. Plasmaproteine binden Wasser und sorgen für eine angenehme Textur, was vor allem in der Verarbeitung von Vorteil ist. Außerdem verbessern sie die Schmackhaftigkeit, weshalb Plasma die Akzeptanz eines Futters erhöhen kann. In der Ferkelfütterung wird es seit Langem genutzt, weil es gut angenommen und sehr gut verdaut wird. Diese funktionellen Eigenschaften machen Plasma zu einem nützlichen Hilfsstoff, ändern aber nichts daran, dass es nur ein Baustein ist und kein Ersatz für eine insgesamt hochwertige Rezeptur.

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Was die Immunglobuline wirklich bedeuten

Ein häufiges Verkaufsargument für Plasma sind die enthaltenen Immunglobuline, also Eiweiße des Immunsystems. Das ist faktisch richtig, Plasma enthält sie von Natur aus. Entscheidend ist aber die Einordnung: Ein gesundheitlicher Nutzen ist vor allem bei frisch abgesetzten Ferkeln untersucht, einer ganz besonderen Situation, und lässt sich nicht ohne Weiteres auf gesunde Hunde übertragen. Für den Hund ist Plasma deshalb in erster Linie ein hochwertiges, gut verdauliches Eiweiß. Es ist kein belegtes Mittel zur Immunstärkung und kein Heilmittel, und genau so sollte man es betrachten, nüchtern und ohne überzogene Versprechen. Wer gezielt etwas für die Gesundheit seines Hundes tun möchte, ist mit einer insgesamt ausgewogenen, hochwertigen Fütterung besser beraten als mit einer einzelnen Wunderzutat.

Woran Sie Plasma im Futter erkennen

Plasma sollte, wie jede Zutat, klar deklariert sein, etwa als „Plasmaprotein“ oder „getrocknetes Plasma“, idealerweise mit Angabe der Tierart. Verschwindet es dagegen hinter unspezifischen Sammelbegriffen, fehlt die Transparenz. Da Plasma vor allem in der Ferkelfütterung und in manchen Trocken- und Spezialfuttern vorkommt, ist es in einem hochwertigen Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil eher selten, dort stammt das Eiweiß bereits aus benanntem Fleisch und Innereien. Wie Sie die Angaben auf dem Etikett richtig deuten, ist dabei entscheidend.

EigenschaftTierisches Plasma
Herkunftsprühgetrocknetes Blutplasma vom Schlachttier
Eiweißqualitäthoch, mit Albuminen und Globulinen
Verdaulichkeitsehr hoch
FunktionBinder und Akzeptanzförderer
Notwendig?nein, ein gutes Futter geht auch ohne

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis ist Plasma ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht jede ungewohnte Zutat vorschnell verurteilen sollte. Es ist hochwertig und gut verdaulich, anders als so mancher echte Füllstoff. Notwendig ist es aber nicht, und ein Futter wird nicht allein dadurch gut, dass Plasma enthalten ist. Für mich zählt das Gesamtbild: Die Basis sollte hochwertiges, benanntes Muskelfleisch und wertvolle Innereien sein. Genau darauf setze ich bei meiner Empfehlung, ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe und mit transparenter Deklaration, das seinen Eiweißbedarf aus echtem Fleisch deckt.

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Häufige Fragen zu tierischem Plasma im Futter

Aus was wird tierisches Plasma gewonnen?

Tierisches Plasma wird aus dem Blut von Schlachttieren gewonnen, indem der flüssige Blutbestandteil von den Zellen getrennt und anschließend schonend sprühgetrocknet wird. Übrig bleibt ein feines, eiweißreiches Pulver. Das klingt zunächst befremdlich, ist aber ein etablierter, hochwertiger Rohstoff.

Ist Plasma im Hundefutter schlecht?

Nein, im Gegenteil. Plasma liefert hochwertiges, sehr gut verdauliches Eiweiß und ist kein minderwertiger Füllstoff. Es ist also ein eher hochwertiger Bestandteil, auch wenn die Herkunft aus Blut für manche gewöhnungsbedürftig klingt.

Ist Plasma ein billiger Füllstoff?

Nein. Anders als Federmehl oder ein Übermaß an Bindegewebe ist Plasma ein funktioneller, hochwertiger Bestandteil mit guter Eiweißqualität. Es wird nicht eingesetzt, um billig den Proteinwert zu strecken, sondern wegen seiner bindenden Eigenschaften und der guten Verdaulichkeit.

Wozu dient Plasma im Futter?

Plasma wirkt als natürlicher Binder, verbessert die Textur und steigert die Akzeptanz des Futters. Gleichzeitig liefert es hochwertiges Eiweiß. Es erfüllt damit eine doppelte Funktion als technologischer Helfer und als Nährstoffquelle.

Stärkt Plasma das Immunsystem des Hundes?

Plasma enthält von Natur aus Immunglobuline, das sind Eiweiße des Immunsystems. Ein gesundheitlicher Nutzen ist vor allem bei frisch abgesetzten Ferkeln untersucht und lässt sich nicht einfach auf gesunde Hunde übertragen. Für den Hund ist Plasma in erster Linie ein hochwertiges Eiweiß, kein belegtes Mittel zur Immunstärkung und kein Heilmittel.

Ist Plasma gut verdaulich?

Ja, Plasmaprotein gehört zu den besonders gut verdaulichen Eiweißquellen. Das unterscheidet es deutlich von schwer verdaulichem Material wie Federmehl. Gerade die hohe Verdaulichkeit macht es als funktionellen Bestandteil interessant.

Ist Plasma für Hunde mit Allergien geeignet?

Plasma ist kein typisches Allergen, entscheidend ist aber die Tierart, von der es stammt. Reagiert ein Hund zum Beispiel auf Rind, sollte auch Rinderplasma gemieden werden. Für eine Ausschlussdiät zählt, dass die Tierart insgesamt vertragen wird und die Deklaration eindeutig ist.

Woraus besteht Plasmaprotein?

Plasmaprotein besteht vor allem aus Albuminen und Globulinen, darunter auch Immunglobulinen. Diese Eiweiße haben eine hohe biologische Wertigkeit und sind gut verwertbar. Damit unterscheidet sich Plasma grundlegend von kollagenreichen Bestandteilen.

Ist Plasma im Nassfutter üblich?

Plasma wird häufiger in der Ferkelfütterung und in manchen Trocken- und Spezialfuttern eingesetzt als in klassischem Nassfutter. In hochwertigem Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil ist es eher selten, weil dort das Eiweiß bereits aus benanntem Fleisch und Innereien stammt. Wo es enthalten ist, sollte es klar deklariert sein.

Müssen Hunde Plasma im Futter haben?

Nein, Plasma ist kein notwendiger Bestandteil einer guten Hundeernährung. Es ist ein funktioneller Zusatz, kein Muss. Ein hochwertiges Futter kann seinen Eiweißbedarf vollständig über benanntes Muskelfleisch und Innereien decken.

Verbessert Plasma die Akzeptanz des Futters?

Ja, Plasma steigert die Schmackhaftigkeit und wird auch deshalb eingesetzt, gerade bei wählerischen Tieren. Zusätzlich bindet es Wasser und verbessert die Textur. Es ist damit ein funktioneller Bestandteil, kein bloßer Füllstoff.

Zusammenfassung

Tierisches Plasma ist sprühgetrocknetes Blutplasma und liefert hochwertiges, sehr gut verdauliches Eiweiß. Es wirkt zugleich als funktioneller Binder und Akzeptanzförderer und ist damit, anders als Federmehl oder ein Übermaß an Bindegewebe, kein billiger Füllstoff. Gleichzeitig ist es keine Nährstoffbombe, die ein Futter automatisch besser macht. Die enthaltenen Immunglobuline sind vor allem bei Ferkeln untersucht und für gesunde Hunde kein belegtes Heilmittel. Notwendig ist Plasma nicht, ein gutes Futter deckt seinen Eiweißbedarf auch über benanntes Fleisch und Innereien.

Mein Fazit aus der Beratung: Plasma ist hochwertig, aber kein Muss und kein Wundermittel. Es zeigt schön, dass es auf die Qualität und Transparenz der Zutaten ankommt, nicht auf einzelne Schlagworte. Welche Fleischsorten sich für den Napf eignen, lohnt einen genaueren Blick.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu Eiweißquellen, Verdaulichkeit und biologischer Wertigkeit
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, zu Eiweißqualität und Verdaulichkeit
  • Übersichtsarbeiten zur Verwendung von sprühgetrocknetem Plasma (spray-dried plasma) in der Tierernährung, vor allem zur Ferkelfütterung
  • Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 zu tierischen Nebenprodukten, rechtliche Grundlage für die Gewinnung und Verwendung von Blutprodukten
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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