„Tierische Nebenerzeugnisse“ ist einer der am meisten missverstandenen Begriffe auf der Futterverpackung. Für die einen ist er ein Warnsignal, für die anderen völlig harmlos, und beides stimmt nur halb. Denn der Sammelbegriff umfasst sowohl hochwertige Innereien wie Leber und Herz als auch minderwertige Reststoffe wie Federmehl. Das eigentliche Problem ist deshalb nicht das Wort selbst, sondern eine unklare Deklaration, die Qualität verschleiert. In diesem Beitrag zeige ich, welche Nebenerzeugnisse wertvoll sind, was hinter Grieben, Federmehl und Tiermehl steckt und welche davon nicht ins Futter gehören.

Nebenerzeugnisse im Hundefutter: Das Wichtigste in Kürze
Tierische Nebenerzeugnisse sind ein Sammelbegriff, der von hochwertigen Innereien bis zu minderwertigen Reststoffen reicht. Hochwertig sind benannte Innereien wie Leber, Herz oder Pansen, minderwertig sind zum Beispiel Federmehl, unspezifisches Tiermehl und ein Übermaß an Bindegewebe. Das Problem ist nicht das Wort, sondern eine unklare Deklaration, die Qualität verschleiert. Wer Qualität will, achtet auf klar benannte Zutaten statt auf anonyme Sammelbegriffe.
- Sammelbegriff: umfasst gute Innereien und minderwertige Reststoffe zugleich
- Hochwertig: benannte Innereien wie Leber, Herz, Niere, Pansen
- Minderwertig: Federmehl, unspezifisches Tiermehl, viel Grieben und Bindegewebe
- Das eigentliche Problem: unklare Deklaration ohne Benennung der Zutaten
- Federmehl: Keratin, schwer verdaulich, hebt nur den Proteinwert
- Mein Rat: auf klar benannte Zutaten achten, Sammelbegriffe kritisch sehen
Was sind tierische Nebenerzeugnisse?
Tierische Nebenerzeugnisse sind all jene Teile eines Schlachttieres, die nicht zum klassischen Muskelfleisch zählen. Dazu gehören wertvolle Innereien wie Leber, Herz, Niere, Lunge und Pansen, aber eben auch deutlich minderwertigere Teile wie Federn, Hörner, Klauen oder fettige Reste, etwa das Euter. Der Begriff sagt also für sich genommen nichts über die Qualität aus, er ist nur eine rechtliche Kategorie. Ein Futter mit benannten, hochwertigen Innereien kann hervorragend sein, während ein anderes hinter demselben Sammelbegriff minderwertige Reststoffe versteckt. Genau diese Bandbreite macht den Begriff so erklärungsbedürftig.
Gute gegen schlechte Nebenerzeugnisse
Der entscheidende Unterschied liegt zwischen benannten, hochwertigen Innereien und anonymen, minderwertigen Reststoffen. Innereien wie Leber oder Herz sind nährstoffreich, liefern hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente und gehören zu einer artgerechten Fütterung dazu. Minderwertige Nebenerzeugnisse wie Federmehl oder unspezifisches Tiermehl liefern dagegen kaum verwertbare Nährstoffe und dienen oft nur dazu, den Proteinwert günstig anzuheben. Die folgende Übersicht trennt die beiden Welten.
| Hochwertige Nebenerzeugnisse | Minderwertige Nebenerzeugnisse |
|---|---|
| Leber (vitaminreich) | Federmehl (Keratin) |
| Herz (muskelreich) | Unspezifisches Tiermehl |
| Niere und Lunge | Grieben und Fettreste im Übermaß |
| Pansen (verdauungsfördernd) | Übermaß an Bindegewebe |
| Blutplasma (funktioneller Binder) | Klauen und Hörner (Keratin) |
Grieben, Federmehl, Klauen, Hörner und Tiermehl im Detail
Die klassischen Problemkandidaten lohnen einen genaueren Blick. Grieben sind die festen Rückstände, die beim Auslassen von Fett übrig bleiben, also ausgelassene Fett- und Bindegewebsreste. Sie sind sehr fettreich und liefern kaum hochwertiges Eiweiß. Federmehl wird aus Federn gewonnen und besteht fast vollständig aus Keratin, einem Eiweiß, das für den Hund kaum verdaulich ist und kaum verwertbare Aminosäuren liefert, es hebt also nur rechnerisch den Proteinwert. Klauen und Hörner bestehen ebenso fast vollständig aus Keratin wie Federn. Sie sind für den Hund praktisch unverdaulich, liefern keine verwertbaren Aminosäuren und heben den Proteinwert nur auf dem Papier. Tiermehl schließlich ist ein durch Erhitzen und Trocknen gewonnenes Mehl aus Schlachtresten. Problematisch ist vor allem unspezifisches Tiermehl, bei dem weder Tierart noch verwendete Teile genannt werden, dann bleibt die Qualität völlig offen. Während stark erhitzte Verarbeitung generell ein Thema ist, das auch beim Trockenfutter eine Rolle spielt, wie der Ratgeber 10 Gründe gegen Trockenfutter zeigt, ist hier vor allem die fehlende Benennung das Problem. Rechtlich sind solche Bestandteile als tierisches Nebenerzeugnis im Futter übrigens grundsätzlich zulässig. Gesetzlich erlaubt heißt aber nicht hochwertig, über den ernährungsphysiologischen Wert sagt die Zulässigkeit nichts aus.
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Warum die Deklaration entscheidet
Hier liegt der eigentliche Schlüssel. Ob ein Futter hochwertige Innereien oder minderwertige Reststoffe enthält, erkennen Sie nicht am Begriff Nebenerzeugnis, sondern daran, ob die Zutaten konkret benannt sind. Steht auf dem Etikett „Innereien (Leber, Herz)“ mit Mengenangabe, wissen Sie, was Sie bekommen. Steht dort nur „tierische Nebenerzeugnisse“ ohne weitere Erklärung, bleibt offen, ob wertvolle Innereien oder Federn und Fettreste enthalten sind. Transparente Hersteller benennen ihre Zutaten, weil sie nichts zu verbergen haben. Wie Sie die Deklaration richtig lesen, ist daher entscheidend. Die folgende Übersicht hilft beim Einordnen der Etikettangaben.
| Angabe auf dem Etikett | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Benannte Innereien mit Mengenangabe | transparent und hochwertig |
| Tierische Nebenerzeugnisse ohne Angabe | unklar, Qualität offen |
| Federmehl oder unspezifisches Tiermehl | minderwertig, eher meiden |
| Grieben als vordere Zutat | fettiger Füllstoff |
Welche Nebenerzeugnisse nicht ins Futter gehören
Aus all dem ergibt sich eine klare Linie. Nicht ins Futter gehören Federmehl, weil es als Keratin kaum verdaulich ist, sowie unspezifisches Tiermehl, dessen Herkunft und Zusammensetzung im Dunkeln bleiben. Auch Grieben und ein Übermaß an Bindegewebe sind keine sinnvollen Hauptzutaten, sondern günstige Strecker. Hochwertige, klar benannte Innereien dagegen sind nicht nur erlaubt, sondern wertvoll und gehören in eine artgerechte Fütterung. Es geht also nicht darum, Nebenerzeugnisse pauschal zu verteufeln, sondern darum, die guten von den schlechten zu unterscheiden und auf Transparenz zu bestehen.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Mein Rat aus der Beratungspraxis ist klar: Lassen Sie sich vom Begriff Nebenerzeugnis weder abschrecken noch täuschen, sondern schauen Sie auf die Benennung. Ein gutes Futter nennt seine Zutaten konkret, setzt auf benanntes Muskelfleisch und hochwertige Innereien und versteckt nichts hinter Sammelbegriffen, Federmehl oder unspezifischem Tiermehl. Genau darauf achte ich bei meiner Empfehlung: ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe und mit transparenter, ehrlicher Deklaration.
Wichtig: Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht automatisch schlecht. Hochwertige, benannte Innereien sind wertvoll, minderwertige Reststoffe wie Federmehl dagegen nicht. Entscheidend ist die Transparenz der Deklaration.

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Sind tierische Nebenerzeugnisse generell schlecht?
Nein. Tierische Nebenerzeugnisse sind ein Sammelbegriff, der sowohl hochwertige Innereien wie Leber und Herz als auch minderwertige Reststoffe wie Federmehl umfasst. Das Wort allein sagt also nichts über die Qualität aus. Entscheidend ist, ob die Zutaten klar benannt sind.
Was ist der Unterschied zwischen Innereien und Nebenerzeugnissen?
Innereien wie Leber, Herz oder Pansen sind streng genommen ebenfalls tierische Nebenerzeugnisse, gehören aber zu den hochwertigen. Der Begriff Nebenerzeugnis umfasst zusätzlich aber auch minderwertige Teile. Werden Innereien klar benannt, ist das ein gutes Zeichen, verschwinden sie im Sammelbegriff, bleibt die Qualität offen.
Was sind Grieben im Hundefutter?
Grieben sind die festen Rückstände, die beim Auslassen von Fett übrig bleiben, also ausgelassene Fett- und Bindegewebsreste. Sie sind sehr fettreich und liefern kaum hochwertiges Eiweiß. Als günstiger, fettiger Rohstoff tragen sie wenig zum Nährwert bei.
Ist Federmehl schädlich für Hunde?
Federmehl ist nicht giftig, aber praktisch wertlos: Es besteht aus Keratin, ist sehr schlecht verdaulich und liefert kaum verwertbare Aminosäuren. Es wird vor allem genutzt, um den Proteinwert billig anzuheben. In einem hochwertigen Futter hat Federmehl nichts zu suchen.
Was ist Tiermehl?
Tiermehl ist ein durch Erhitzen und Trocknen gewonnenes Mehl aus tierischen Schlachtresten. Problematisch ist vor allem unspezifisches Tiermehl, bei dem weder Tierart noch verwendete Teile genannt werden. Ohne klare Angabe bleibt die Qualität völlig offen, weshalb Transparenz hier besonders wichtig ist.
Warum benennen gute Hersteller ihre Nebenerzeugnisse?
Weil Transparenz Vertrauen schafft und nichts zu verbergen ist. Wer hochwertige Innereien wie Leber, Herz oder Pansen verwendet, schreibt das gern konkret hin. Verschwinden die Zutaten dagegen hinter dem Sammelbegriff tierische Nebenerzeugnisse, kann das ein Hinweis auf minderwertige Bestandteile sein.
Sind Nebenerzeugnisse immer minderwertig?
Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Viele Innereien sind besonders nährstoffreich und hochwertig, etwa Leber mit ihrem hohen Vitamingehalt. Minderwertig sind nur bestimmte Reststoffe wie Federmehl, unspezifisches Tiermehl oder ein Übermaß an Bindegewebe.
Welche Nebenerzeugnisse sind hochwertig?
Hochwertig sind vor allem benannte Innereien wie Leber, Herz, Niere, Lunge und Pansen. Sie liefern wertvolles Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente und gehören zu einer artgerechten Fütterung dazu. Wichtig ist nur, dass sie klar benannt und nicht im Übermaß enthalten sind.
Ist Tiermehl im Trockenfutter ein schlechtes Zeichen?
Unspezifisches Tiermehl in der Zutatenliste ist zumindest ein Grund, genauer hinzusehen. Ist die Tierart und die Art des Materials nicht genannt, bleibt die Qualität unklar. Ein hochwertiges Futter setzt stattdessen auf klar benannte Fleisch- und Innereienanteile.
Kann ich Nebenerzeugnisse beim Barfen verfüttern?
Ja, hochwertige Innereien sind beim Barfen sogar ein wichtiger Bestandteil und liefern Nährstoffe, die im reinen Muskelfleisch fehlen. Gemeint sind dann aber benannte Innereien wie Leber, Herz oder Pansen, nicht minderwertige Reststoffe. Auf das richtige Maß kommt es an.
Sind tierische Nebenerzeugnisse im Nassfutter normal?
Ja, ein gewisser Anteil benannter Innereien ist in gutem Nassfutter völlig normal und sogar wertvoll. Problematisch wird es erst, wenn anonyme Nebenerzeugnisse einen großen Teil des tierischen Anteils ausmachen. Entscheidend ist also die Benennung, nicht das Vorkommen an sich.
Zusammenfassung
Tierische Nebenerzeugnisse sind ein weiter Sammelbegriff, der von hochwertigen Innereien bis zu minderwertigen Reststoffen reicht. Benannte Innereien wie Leber, Herz oder Pansen sind nährstoffreich und wertvoll, während Federmehl, unspezifisches Tiermehl, Grieben und ein Übermaß an Bindegewebe vor allem den Proteinwert strecken. Das eigentliche Problem ist nicht das Wort Nebenerzeugnis, sondern eine unklare Deklaration, die Qualität verschleiert. Wer auf klar benannte Zutaten achtet, durchschaut den Unterschied zwischen wertvoll und billig.
Mein Fazit aus der Beratung: Nicht der Begriff zählt, sondern die Benennung. Hochwertige Innereien ja, anonyme Reststoffe nein. Welche Fleischsorten sich für den Napf eignen, ist vor allem eine Frage der Qualität.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu tierischen Nebenerzeugnissen, Innereien und Eiweißqualität
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, zu Eiweißquellen und deren Verwertbarkeit
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 sowie Verordnung (EG) Nr. 1069/2009, rechtliche Grundlagen zur Kennzeichnung und Kategorisierung tierischer Nebenerzeugnisse
- National Research Council (NRC): „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, zum Aminosäurebedarf und zur Eiweißqualität







