Leber ist eine der nährstoffreichsten Innereien für den Hund und zugleich eine, bei der es auf die Menge ankommt. Viele Hunde lieben den kräftigen Geschmack, und schon kleine Mengen decken den Vitamin-A-Bedarf. In diesem Beitrag erkläre ich, was in der Leber steckt, warum Hunde Vitamin A gut vertragen, worauf Sie beim Kupfer achten sollten, welche Leber sich eignet, wie viel in den Napf gehört und wie Sie sie roh oder gegart anbieten.

Leber für Hunde: Das Wichtigste in Kürze
Leber gehört zu den nährstoffreichsten Innereien, die ein Hund bekommen kann, und ist zugleich eine, bei der die Menge zählt. Sie liefert vor allem reichlich Vitamin A sowie Eisen, Vitamin B12 und Kupfer. Anders als für die Katze ist eine Vitamin-A-Überversorgung beim Hund kaum ein Thema, weil Hunde sehr tolerant sind. Wichtiger ist bei manchen Hunden das Kupfer. In kleinen, eingerechneten Mengen ist Leber ein wertvoller Baustein, kein Alleinfutter.
- Nährstoffbombe: Leber liefert sehr viel Vitamin A, dazu Eisen, B12, Kupfer und weitere B-Vitamine
- Nur kleine Mengen: als Faustregel etwa 0,5 bis 1 g je Kilogramm Körpergewicht pro Tag, gut über die Woche verteilt
- Hunde sind tolerant: eine Vitamin-A-Überversorgung droht praktisch nur durch Präparate oder dauerhaft riesige Mengen
- Kupfer im Blick: bei kupferempfindlichen Rassen und Lebererkrankungen gehört Leber in tierärztliche Hände
- Schwein nur durchgegart: rohe Schweineleber kann das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus übertragen
- Mein Rat: Leber langsam einführen, die Menge einrechnen und mit anderen Innereien abwechseln
Was steckt in der Leber?
Leber ist ein Drüsen- und Stoffwechselorgan und damit besonders nährstoffdicht. Auffällig ist der sehr hohe Gehalt an Vitamin A, dazu kommen Eisen, Vitamin B12, Kupfer und reichlich weitere B-Vitamine. Das Eiweiß ist hochwertig und gut verdaulich, der Fettgehalt eher niedrig. Genau diese Dichte macht Leber wertvoll und ist zugleich der Grund, warum sie nur in kleinen Mengen in den Napf gehört.
| Nährstoff | In der Leber | Bedeutung für den Hund |
|---|---|---|
| Vitamin A | sehr hoch | an Sehkraft, Haut und Abwehrkräften beteiligt, im Übermaß über Monate riskant |
| Vitamin B12 | hoch | wichtig für Blutbildung und Nerven |
| Eisen | hoch | an der Blutbildung beteiligt |
| Kupfer | hoch, vor allem in Rinderleber | für Enzyme und Bindegewebe nötig, bei kupferempfindlichen Hunden zu beachten |
| Folsäure und B-Vitamine | reichlich | am Stoffwechsel beteiligt |
| Eiweiß und Purine | reichlich | hochwertige Bausteine, Purine bei Harnsteinneigung beachten |
Eiweiß, Fett und Nährwerte: das Profil der Leber
Neben den Mikronährstoffen überzeugt Leber durch ihr Eiweiß. Es ist hochwertig, gut verdaulich und enthält kaum Bindegewebe. Der Fettgehalt ist niedrig, Kohlenhydrate fehlen praktisch. Die Werte schwanken je nach Tierart, die folgende Tabelle gibt Richtwerte.
| Nährwert je 100 Gramm | Leber (etwa) | Einordnung |
|---|---|---|
| Eiweiß | 19 bis 24 g | hochwertig und gut verdaulich |
| Fett | 3 bis 6 g | eher mager |
| Bindegewebe | sehr gering | kaum Kollagen, daher hohe Eiweißwertigkeit |
| Kohlenhydrate | praktisch keine | passt zur fleischbasierten Ernährung |
| Energie | etwa 120 bis 180 kcal | nährstoffdicht bei moderaten Kalorien |
Leber im Vergleich zu anderen Innereien
Innereien haben unterschiedliche Stärken, deshalb ist Abwechslung sinnvoll und Leber allein nicht ideal. Während die Leber vor allem Vitamin A und Eisen liefert, punkten andere Innereien mit anderen Nährstoffen. Die Übersicht ordnet die wichtigsten ein.
| Innerei | Gewebeart | Eiweißwertigkeit | Typisch dafür |
|---|---|---|---|
| Leber | Drüsengewebe | hoch | Vitamin A, Eisen, B12, nur kleine Mengen |
| Herz | Muskelgewebe | hoch | mager und taurinreich, fast wie Muskelfleisch |
| Niere | Drüsengewebe | hoch | Vitamin B12 und Selen, kräftiger Geschmack |
| Milz | blutreiches Gewebe | mittel bis hoch | viel Eisen, nur in Maßen |
| Pansen | Vormagen | mittel | gut verträglich und sehr schmackhaft |
| Lunge | überwiegend Bindegewebe | niedrig | kalorienarm, eher Snack als Nährstofflieferant |
| Strossen | Knorpel und Bindegewebe | niedrig | knorpeliger Kausnack mit Knorpelbausteinen |
Dürfen Hunde Leber fressen?
Ja, Leber ist für gesunde Hunde eine wertvolle Innerei und in kleinen Mengen sehr empfehlenswert. Wichtig ist nur die Tierart: Rohe Schweineleber kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde tödlich ist, und gehört daher ausschließlich vollständig durchgegart in den Napf. Leber von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild darf auch roh gefüttert werden. Wer roh füttert, findet die Grundlagen unter BARF für Hunde und zur sauberen Verarbeitung unter Hygiene beim Barfen.
Vitamin A und Kupfer: worauf Hundehalter achten
Hier liegt der große Unterschied zur Katze. Hunde sind gegenüber Vitamin A erstaunlich tolerant. Eine Überversorgung entsteht praktisch nur, wenn zusätzlich Präparate wie Lebertran gegeben werden oder über Monate sehr große Mengen Leber im Napf landen. Bei einer normalen, eingerechneten Lebermenge ist eine Vergiftung nahezu ausgeschlossen, schon 0,5 bis 1 g Leber je Kilogramm Körpergewicht decken den Tagesbedarf. Geben Sie deshalb nicht gleichzeitig Leber und ein hoch dosiertes Vitamin-A-Präparat.
Das eigentliche Thema beim Hund ist das Kupfer. Leber, besonders Rinderleber, ist sehr kupferreich. Bei kupferempfindlichen Rassen wie dem Bedlington Terrier, dem Labrador Retriever, dem West Highland White Terrier, dem Dobermann oder dem Dalmatiner kann sich Kupfer in der Leber anreichern und zu einer kupferassoziierten Hepatopathie beitragen. Für diese Hunde und für Hunde mit bekannter Lebererkrankung gehört die Lebermenge in tierärztliche Hände. Ein weiterer Punkt sind die Purine: Bei Hunden mit Harnsteinneigung, etwa dem Dalmatiner, ist die purinreiche Leber nur zurückhaltend sinnvoll.
Welche Leber für den Hund? Tierarten im Vergleich
Welche Leber im Napf landet, ist nicht egal, denn Vitamin-A- und Kupfergehalt schwanken je nach Tierart. Geflügelleber ist mild und ein guter Einstieg, Rinderleber besonders nährstoffreich und deshalb sparsam zu dosieren.
| Tierart | Besonderheit | Eignung |
|---|---|---|
| Huhn und Pute | mild, etwas weniger Kupfer | gut geeignet, guter Einstieg |
| Rind | besonders viel Vitamin A und Kupfer | geeignet, aber besonders sparsam |
| Lamm | mild und nährstoffreich | gute Alternative bei Geflügel-Empfindlichkeit |
| Schwein | rohes Schweinefleisch kann Aujeszky übertragen | nur vollständig durchgegart |
| Wild | sehr mager | möglich, aber eher selten |
Wie viel Leber darf ein Hund fressen?
Leber ist eine Komponente, kein Alleinfutter, und wird in kleinen Mengen gefüttert. Als Faustregel reichen beim erwachsenen Hund etwa 0,5 bis 1 g je Kilogramm Körpergewicht und Tag, bei Hunden im Wachstum etwas mehr. Die Menge lässt sich gut über die Woche verteilen, etwa auf zwei bis drei Portionen. Wie viel Ihr Hund insgesamt fressen darf, richtet sich nach der täglichen Futtermenge.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Faustregel adulter Hund | etwa 0,5 bis 1 g Leber je Kilogramm Körpergewicht und Tag |
| Verteilung | besser auf zwei bis drei Portionen pro Woche aufteilen |
| Beim BARFen oder Selbstkochen | etwa 5 Prozent Leber, Innereien gesamt rund 10 bis 15 Prozent |
| Welpen und Wachstum | etwas mehr Bedarf, Menge regelmäßig anpassen |
| Kupferempfindliche Rassen oder Lebererkrankung | nur nach tierärztlicher Absprache |
Roh oder gegart: So bereiten Sie Leber für den Hund zu
Roh bleibt der Nährstoffgehalt am besten erhalten, weshalb Leber von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild roh gefüttert werden darf. Einzige feste Ausnahme ist Schweineleber, die wegen des Aujeszky-Virus immer vollständig durchgegart werden muss. Wer Leber portionsweise einfriert, etwa in Eiswürfelformen, kann die kleinen Mengen bequem entnehmen. Gegart verliert Leber einen Teil der hitzeempfindlichen Nährstoffe, bleibt aber gut verträglich und für viele wählerische Hunde besonders attraktiv.
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Ob und wie viel Leber für Ihren Hund sinnvoll ist, wie Sie die kleine Menge richtig einrechnen und mit anderen Innereien kombinieren, schauen wir uns gern gemeinsam an. Ich helfe Ihnen, das Futter passend zu Verträglichkeit, Gewicht und Gesundheit Ihres Hundes aufzustellen.
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Leber bei Lebererkrankung und empfindlichen Hunden
Ein häufiges Missverständnis: Leber zu füttern ist nicht dasselbe wie eine Diät für die Leber. Bei einem leberkranken Hund ist die kupfer- und eiweißreiche Leber meist nicht die richtige Wahl, hier geht es um eine moderate, oft kupferarme Fütterung, die in die Tierarztpraxis gehört. Mehr dazu im Ratgeber zur Ernährung bei Lebererkrankung. Auch sehr empfindliche Hunde reagieren auf zu viel Leber gelegentlich mit weichem Kot. Führen Sie sie deshalb langsam ein und halten Sie die Menge klein.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Für mich ist Leber ein wertvoller, aber wohldosierter Baustein der Ration, kein tägliches Hauptfutter. Wer roh füttert, gibt eine kleine, eingerechnete Menge und wechselt mit anderen Innereien wie Niere oder Milz ab. Wird nicht gebarft, steckt Leber in passender Menge auch in gutem Fertigfutter: Die Basis ist bei mir immer ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe, in dem Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen enthalten sind.

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Dürfen Hunde rohe Leber fressen?
Ja, Leber von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild darf roh gefüttert werden und ist dann besonders nährstoffreich. Die einzige feste Ausnahme ist Schweineleber, die wegen des Aujeszky-Virus immer vollständig durchgegart werden muss. Achten Sie auf gute Qualität und saubere Verarbeitung.
Wie viel Leber darf mein Hund pro Tag fressen?
Als Faustregel reichen beim erwachsenen Hund etwa 0,5 bis 1 g Leber je Kilogramm Körpergewicht und Tag, am besten über die Woche verteilt. Hunde im Wachstum brauchen etwas mehr. Schon kleine Mengen decken den Vitamin-A-Bedarf, deshalb ist Leber eine sparsam dosierte Komponente.
Welche Leber ist für Hunde am besten?
Geflügelleber ist mild und ein guter Einstieg, Rinderleber ist besonders nährstoffreich, dafür reich an Vitamin A und Kupfer und entsprechend sparsam zu geben. Lammleber ist eine gute Alternative bei Geflügel-Empfindlichkeit. Abwechslung bei den Tierarten ist sinnvoll.
Kann zu viel Leber dem Hund schaden?
Ja, in großer Menge und über lange Zeit kann Leber über das Kupfer belasten und bei sehr hohen Mengen oder zusätzlichen Präparaten auch über Monate zu einem Vitamin-A-Überschuss führen. In kleinen, eingerechneten Mengen ist sie dagegen unproblematisch. Wichtig ist, sie nicht täglich im Übermaß zu füttern.
Ist Leber bei kupferempfindlichen Rassen geeignet?
Bei Rassen mit Neigung zur Kupferspeicherung wie Bedlington Terrier, Labrador Retriever, West Highland White Terrier, Dobermann oder Dalmatiner ist Vorsicht geboten. Hier kann sich Kupfer in der Leber anreichern, weshalb die Lebermenge tierärztlich abgesprochen werden sollte. Das gilt auch für Hunde mit bekannter Lebererkrankung.
Macht Leber beim Hund Durchfall?
Zu viel oder zu plötzlich gefüttert, kann Leber den Kot weicher machen, gerade bei empfindlichen Hunden. Führen Sie sie deshalb langsam ein und steigern Sie die Menge schrittweise. In passender Menge wird Leber von den meisten Hunden sehr gut vertragen.
Dürfen Welpen Leber fressen?
Ja, Welpen dürfen Leber bekommen und haben sogar einen etwas höheren Bedarf. Achten Sie auf kleine Mengen und darauf, dass die Gesamtration altersgerecht und bedarfsdeckend bleibt, gerade bei Vitamin A und Kupfer. Im Zweifel hilft eine individuelle Rationsberechnung.
Warum darf Schweineleber nur durchgegart gefüttert werden?
Rohes Schweinefleisch und rohe Schweineleber können das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde immer tödlich verläuft. Deshalb gehört Schweineleber ausschließlich vollständig durchgegart in den Napf. Leber anderer Tierarten ist von diesem Risiko nicht betroffen.
Leber oder Lebertran, was ist besser?
Beides sind starke Vitamin-A-Quellen, Lebertran liefert zusätzlich viel Vitamin D. Gerade deshalb sollten Sie nicht gleichzeitig große Mengen Leber und hoch dosierten Lebertran geben, um keine Überversorgung zu riskieren. Welche Quelle in welcher Menge passt, hängt von der Gesamtration ab.
Ersetzt Leber andere Innereien?
Nein, jede Innerei hat ihre eigenen Stärken: Leber liefert Vitamin A und Eisen, die Niere Selen, die Milz besonders viel Eisen. Deshalb ist Abwechslung sinnvoll, statt nur Leber zu füttern. So bleibt die Ration ausgewogen.
Zusammenfassung
Leber ist eine der nährstoffreichsten Innereien für den Hund und liefert vor allem reichlich Vitamin A sowie Eisen, B12 und Kupfer. Anders als Katzen sind Hunde gegenüber Vitamin A sehr tolerant, eine Überversorgung droht praktisch nur durch Präparate oder dauerhaft riesige Mengen. Das eigentliche Thema beim Hund ist das Kupfer, vor allem bei kupferempfindlichen Rassen und bei Lebererkrankungen. Schon kleine Mengen, etwa 0,5 bis 1 g je Kilogramm Körpergewicht, decken den Bedarf.
Mein Fazit aus der Beratung: Leber ist ein wunderbarer, aber wohldosierter Baustein, am besten in kleiner Menge, über die Woche verteilt und mit anderen Innereien abgewechselt. Welche Fleischsorten sonst in den Napf gehören, ist ein Thema für sich.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes. Grundlagen, Fütterung, Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk mit Daten zu Innereien und Bedarfswerten
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien
- NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, mit Angaben zu Vitamin-A-Bedarf und sicherem Maximum
- MSD Veterinary Manual, tierärztliche Fachinformationen zu kupferassoziierter Hepatopathie und zur Fütterung beim Hund







