Rotkohl für Hunde: nur gekocht und ungewürzt

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Gerade zur Weihnachtszeit steht Rotkohl bei vielen auf dem Tisch, und mancher Hund würde gern mitfressen. In der Beratung werde ich deshalb oft gefragt, ob das in Ordnung ist. Die kurze Antwort: Ja, Rotkohl für Hunde ist erlaubt, aber nur gekocht, ungewürzt und in kleiner Menge, denn roh und als gewürztes Fertigprodukt ist er ungeeignet. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Rotkohl gegart gehört, warum der Rotkohl aus dem Glas tabu ist, wie viel guttut und worauf Sie achten sollten.

Rotkohl für Hunde: nur gekocht und ungewürzt
Rotkohl für Hunde: nur gekocht und ungewürzt

Rotkohl für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Hunde dürfen Rotkohl essen, aber nur gekocht oder gedünstet, ungewürzt und in kleiner Menge. Roh bläht Rotkohl als Hartkohl stark und ist schwer verdaulich. Fertiger Rotkohl aus dem Glas ist tabu, weil er Zucker, Zwiebel und Gewürze enthält. Frisch und pur zubereitet liefert er Vitamin C, Eisen und Anthocyane. Weil er auch gekocht blähen kann, gehört er nur als kleine Beilage in den Napf.

  • Ja, gekocht: gegarter, ungewürzter Rotkohl ist für Hunde in kleiner Menge in Ordnung
  • Nicht roh: roh bläht Rotkohl als Hartkohl stark und ist schwer verdaulich
  • Kein Glas-Rotkohl: fertiger Rotkohl enthält Zucker, Zwiebel und Gewürze und ist ungeeignet
  • Gute Inhaltsstoffe: Vitamin C, Eisen, Mineralstoffe und Anthocyane, die ihm die rote Farbe geben
  • Langsam anfüttern: Rotkohl bläht auch gekocht, deshalb nur kleine Mengen und langsam steigern
  • Als Beilage: Rotkohl ersetzt keine Mahlzeit, die Basis bleibt ein hochwertiges Futter

Dürfen Hunde Rotkohl essen?

Ja, Hunde dürfen Rotkohl essen, wenn er gekocht, ungewürzt und in kleiner Menge ist. Rotkohl, auch Rotkraut oder Blaukraut genannt, liefert Vitamin C, Eisen, Kalium und weitere Mineralstoffe sowie Anthocyane, die sekundären Pflanzenstoffe, die ihm seine rote Farbe geben und zu den Antioxidantien zählen. Mit rund 50 Milligramm Vitamin C je 100 Gramm steht er Orangen kaum nach. Giftig ist Rotkohl nicht, als kräftige Kohlsorte bläht er aber stark, weshalb kleine Mengen wichtig sind.

Rotkohl ist damit eine winterliche Beilage, die einen kleinen Teil der Ration ergänzen darf. Die allgemeinen Regeln für alle Kohlsorten, etwa zu Blähungen und Schilddrüse, habe ich im Überblicksbeitrag Kohl für Hunde zusammengefasst.

Nährwert (100 g roher Rotkohl)Gehalt (Richtwert)
Energieetwa 23 kcal
Eiweißetwa 1,5 g
Kohlenhydrateetwa 3,5 g
Ballaststoffeetwa 2,5 g
Vitamin Cetwa 50 mg
Kaliumetwa 270 mg
Eisenetwa 0,5 mg

Rotkohl für Hunde: roh oder gekocht?

Rotkohl gehört für Hunde immer gegart in den Napf, also gekocht oder schonend gedünstet. Er zählt zu den Hartkohlsorten und bläht deshalb besonders stark, roh ist er für Hunde schwer verdaulich und kann Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall auslösen. Ich rate, rohen Rotkohl ganz wegzulassen und ihn stattdessen weich zu dünsten, das ist die schonendste Zubereitung und erhält die meisten Nährstoffe. Bei Bedarf pürieren Sie ihn anschließend, dann kann Ihr Hund die Inhaltsstoffe gut aufnehmen.

Dürfen Hunde fertigen Rotkohl aus dem Glas essen?

Nein, fertiger Rotkohl aus dem Glas, der Dose oder dem Beutel ist für Hunde ungeeignet. Solche Produkte enthalten fast immer Zucker, Zwiebeln, Essig, Gewürze wie Nelken und oft Konservierungsstoffe. Zucker ist schlecht für die Zähne, Zwiebeln sind für Hunde giftig, und auch die übrigen Zusätze gehören nicht in den Hundenapf. Aus einem eigentlich gesunden Gemüse wird so schnell etwas Schädliches. Verfüttern Sie deshalb nur frischen, selbst zubereiteten Rotkohl ohne jede Würze.

Wie bereite ich Rotkohl für meinen Hund zu?

Die Zubereitung ist einfach, wenn Sie auf alle Zusätze verzichten. So gehen Sie vor: Rotkohl waschen, den harten Strunk entfernen, fein schneiden oder hobeln und in etwas Wasser weich dünsten oder kochen. Anschließend abkühlen lassen und bei Bedarf pürieren. Alles bleibt ungewürzt, ohne Salz, Zucker, Essig, Öl, Zwiebel oder Knoblauch. Führen Sie Rotkohl langsam und in kleiner Menge ein und beobachten Sie, wie Ihr Hund ihn verträgt.

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Wie viel Gemüse Ihrem Hund guttut, welche Kohlsorten er verträgt und wie der Napf insgesamt ausgewogen bleibt, hängt von Größe, Alter und Gesundheit ab. Gemeinsam schauen wir uns an, was zu Ihrem Hund und seinem Alltag passt, welche Rolle Beilagen wie Rotkohl spielen können und wo Sie besser vorsichtig sind.

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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Wie viel Rotkohl darf mein Hund fressen?

Weil Rotkohl zu den stark blähenden Hartkohlsorten gehört, bleibt die Menge klein. Je nach Größe des Hundes reichen ein Teelöffel bis wenige Esslöffel gekochter, pürierter Rotkohl pro Tag, und auch das nicht täglich. Da er auch gegart noch blähen kann, ist langsames Anfüttern besonders wichtig: Beginnen Sie mit einer winzigen Menge und steigern Sie nur, wenn Ihr Hund ihn gut verträgt. Die folgende Tabelle gibt grobe Richtwerte.

KörpergewichtRotkohl als Beilage (gekocht), Richtwert pro Tag
bis 5 kgetwa 1 Teelöffel
5 bis 15 kgetwa 1 Esslöffel
15 bis 30 kgetwa 1 bis 2 Esslöffel
über 30 kgetwa 2 bis 3 Esslöffel, in die Tagesration eingerechnet

Hunde mit empfindlichem Magen oder Neigung zu Blähungen sollten lieber auf mildere Sorten ausweichen. Wenn der Bauch nach dem Fressen grummelt oder der Kot weich wird, reduzieren Sie die Menge oder lassen Rotkohl weg. Mehr zu Verdauungsthemen lesen Sie im Ratgeber Durchfall beim Hund.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Rotkohl als gelegentliche, gut gedünstete Beilage in kleiner Menge, besonders schön in der kalten Jahreszeit. Wichtig ist mir, dass er pur und ungewürzt ist, niemals der gezuckerte und gewürzte Rotkohl vom eigenen Teller. Die Basis bleibt bei mir ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Wer den Gemüseanteil unkompliziert und blähungsarm abdecken möchte, für den sind die Anifit Gemüseflocken eine praktische Alternative zum kräftigen Rotkohl. Wer gern selbst kocht, findet viele Ideen in meinem Buch zum Kochen von Hundefutter.

Wichtig: Rotkohl ist ein gesundes Extra, aber kein Heilmittel. Bekommt Ihr Hund regelmäßig Blähungen oder Bauchschmerzen, reduzieren Sie die Menge oder lassen Rotkohl weg. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Eine ausgewogene Fütterung kann die Verdauung unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.

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Häufige Fragen zu Rotkohl für Hunde

Dürfen Welpen Rotkohl essen?

Besser nicht. Das noch empfindliche Verdauungssystem von Welpen reagiert auf den kräftigen Rotkohl leicht mit Durchfall, Erbrechen oder Blähungen. Wenn überhaupt, dann nur gekocht und in einer winzigen Menge. Sinnvoller ist es, beim Welpen auf mildere Gemüsesorten und ein passendes Welpenfutter zu setzen.

Dürfen Hunde rohen Rotkohl essen?

Davon rate ich ab. Roher Rotkohl ist als Hartkohl schwer verdaulich und bläht stark, er kann Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Geben Sie Rotkohl deshalb nur gekocht oder gedünstet. Hat Ihr Hund einmal eine größere Menge rohen Rotkohl erwischt, behalten Sie ihn im Blick.

Darf mein Hund Rotkohl vom Weihnachtstisch?

Nein, der klassische Rotkohl vom Festtagstisch ist für Hunde ungeeignet. Er ist mit Zucker, Zwiebeln, Essig und Gewürzen wie Nelken zubereitet, die dem Hund schaden. Wenn Ihr Hund mitfeiern soll, kochen Sie ihm vorher eine kleine, pure Portion ungewürzten Rotkohl ab.

Macht Rotkohl Hunde blähen?

Ja, Rotkohl gehört zu den stark blähenden Kohlsorten und kann auch gekocht noch Blähungen verursachen. Deshalb sind kleine Mengen und langsames Anfüttern besonders wichtig. Hunde mit empfindlichem Magen vertragen mildere Sorten wie Kohlrabi oder Blumenkohl oft besser.

Warum verfärbt sich der Kot nach dem Fressen von Rotkohl?

Das liegt an den Anthocyanen, den roten Farbstoffen im Rotkohl. Sie können den Kot oder den Urin vorübergehend rötlich färben, das ist harmlos und verschwindet von selbst. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich wirklich um Farbstoffe und nicht um Blut handelt, fragen Sie zur Sicherheit in der Tierarztpraxis nach.

Ist Rotkohl dasselbe wie Rotkraut oder Blaukraut?

Ja, Rotkohl, Rotkraut und Blaukraut bezeichnen dasselbe Gemüse. Die unterschiedlichen Namen kommen von der Farbe, die je nach pH-Wert des Bodens eher rötlich oder bläulich ausfällt. Für die Fütterung Ihres Hundes macht das keinen Unterschied, es gelten dieselben Regeln: nur gekocht, ungewürzt und in kleiner Menge.

Wie oft darf mein Hund Rotkohl bekommen?

Wegen der Blähneigung sollte Rotkohl eher selten und in kleiner Menge gegeben werden, nicht täglich. Ein gelegentliches kleines Extra, etwa in der kalten Jahreszeit, ist für gut verträgliche Hunde in Ordnung. Für den regelmäßigen Gemüseanteil eignen sich mildere Sorten besser.

Kann mein Hund Rotkohl schlecht vertragen?

Ja, das ist nicht selten. Manche Hunde reagieren schon auf kleine Mengen mit Blähungen, weichem Kot oder Bauchgrummeln, vor allem empfindliche Tiere. Führen Sie Rotkohl langsam und in winziger Menge ein. Verträgt Ihr Hund ihn schlecht, lassen Sie ihn weg und wählen eine mildere Gemüsesorte.

Mein Hund hat viel rohen Rotkohl gefressen, was soll ich tun?

Meist bleibt es bei kräftigen Blähungen und etwas Bauchgrummeln, das sich von selbst gibt. Geben Sie Ihrem Hund Ruhe und Wasser und beobachten Sie ihn. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall, Erbrechen oder einem aufgeblähten, harten Bauch suchen Sie bitte zügig die Tierarztpraxis auf.

Kann ich Rotkohl für meinen Hund einfrieren?

Ja, gekochten oder pürierten Rotkohl können Sie gut portionsweise einfrieren, zum Beispiel in Eiswürfelformen. So haben Sie immer eine kleine Menge griffbereit. Im Kühlschrank hält gegarter Rotkohl etwa zwei bis drei Tage in einem geschlossenen Behälter.

Zusammenfassung

Rotkohl für Hunde ist erlaubt, aber nur gekocht oder gedünstet, ungewürzt und in kleiner Menge. Roh bläht er als Hartkohl stark und ist schwer verdaulich, und fertiger Rotkohl aus dem Glas ist wegen Zucker, Zwiebel und Gewürzen tabu. Frisch und pur zubereitet liefert er Vitamin C, Eisen und Anthocyane als Antioxidantien.

Weil Rotkohl auch gegart noch blähen kann, bleibt er ein kleines, eher seltenes Extra und wird langsam eingeführt. Mein Fazit aus der Beratung: Eine kleine Portion gedünsteter, ungewürzter Rotkohl ist eine schöne winterliche Beilage, die Hauptrolle spielt aber ein hochwertiges Fleischfutter. Wie sich die übrigen Kohlsorten unterscheiden, lesen Sie im Überblick zu Kohl für Hunde.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Gemüse, Beilagen und Rationsgestaltung
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
  • MSD Veterinary Manual und ernährungswissenschaftliche Fachinformationen zu Glucosinolaten in Kreuzblütlern wie Rotkohl sowie deren Wirkung auf die Verdauung
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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