Sauerkraut gilt als gesunder Klassiker und wird auch in der Hundefütterung gern als natürliches Mittel für den Darm empfohlen. In der Beratung werde ich oft gefragt, ob das stimmt. Die kurze Antwort: Ja, Sauerkraut für Hunde kann in kleiner Menge guttun, aber nur das richtige. Denn nur rohes, ungewürztes Sauerkraut enthält die lebenden Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. In diesem Beitrag erfahren Sie, welches Sauerkraut geeignet ist, warum es abgespült gehört, wie viel guttut und welcher verbreitete Tipp gefährlich ist.

Sauerkraut für Hunde: Das Wichtigste in Kürze
Hunde dürfen Sauerkraut essen, in kleiner Menge und am besten roh, unpasteurisiert und ungewürzt. Nur dieses enthält lebende Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. Pasteurisiertes Sauerkraut aus Glas oder Dose ist erhitzt und enthält keine lebenden Kulturen mehr. Wichtig ist, das salzige Kraut vor dem Füttern abzuspülen, auf Zusätze zu verzichten und langsam anzufüttern, denn als Kohlprodukt kann es blähen.
- Ja, in kleiner Menge: rohes, ungewürztes Sauerkraut ist für Hunde als kleine Beigabe geeignet
- Nur roh und unpasteurisiert: nur dann sind lebende Milchsäurebakterien für die Darmflora enthalten
- Salz abspülen: Sauerkraut ist salzig und sollte vor dem Füttern gut ausgewaschen werden
- Kein Alkohol, keine Zusätze: kein Weinsauerkraut (enthält Alkohol), keine Gewürze, Zwiebeln oder Zucker
- Langsam anfüttern: als Kohlprodukt kann es blähen, deshalb mit winziger Menge starten
- Bekanntes Hausmittel: bei kleinen, stumpfen verschluckten Teilen oft genutzt, bei spitzen oder großen Gegenständen aber immer sofort zur Tierarztpraxis
Dürfen Hunde Sauerkraut essen?
Ja, Hunde dürfen Sauerkraut essen, wenn es roh, ungewürzt und in kleiner Menge ist. Sauerkraut ist nichts anderes als fermentierter Weißkohl: Bei der Milchsäuregärung entstehen Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. Dazu liefert Sauerkraut Vitamin C, Vitamin K, B-Vitamine und Ballaststoffe bei sehr wenig Kalorien. Giftig ist es nicht. Weil es aber aus Kohl besteht und Salz enthält, gehört es nur als kleine, gut vorbereitete Beigabe in den Napf.
Sauerkraut ist damit der fermentierte Sonderfall unter den Kohlsorten. Wie roher und gekochter Kohl zu bewerten ist, lesen Sie im Überblicksbeitrag Kohl für Hunde.
| Nährwert (100 g Sauerkraut) | Gehalt (Richtwert) |
|---|---|
| Energie | etwa 19 kcal |
| Eiweiß | etwa 1,5 g |
| Kohlenhydrate | etwa 1,5 g |
| Ballaststoffe | etwa 2,5 g |
| Vitamin C | etwa 20 mg |
| Milchsäurebakterien | nur in rohem, unpasteurisiertem Kraut |
Roh oder pasteurisiert: welches Sauerkraut für Hunde?
Das ist der entscheidende Punkt. Nur rohes, unpasteurisiertes Sauerkraut enthält lebende Milchsäurebakterien, also genau das, was die Darmflora unterstützen kann. Solches Kraut finden Sie im Kühlregal, im Reformhaus oder im Bioladen, oder Sie machen es selbst. Pasteurisiertes Sauerkraut aus dem Glas oder der Dose ist dagegen erhitzt und damit haltbar gemacht, dabei sterben die nützlichen Bakterien ab. Es liefert dann nur noch Ballaststoffe und etwas Vitamin C. Für den probiotischen Effekt ist also die rohe, milchsauer vergorene Variante entscheidend.
| Sauerkraut-Variante | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Roh, unpasteurisiert (Kühlregal, Reformhaus) | ja, abgespült | enthält lebende Milchsäurebakterien, ideal für die Darmflora |
| Selbst gemacht, ungewürzt | ja, abgespült | volle Kontrolle über die Zutaten |
| Pasteurisiert aus Glas oder Dose | nur bedingt | keine lebenden Kulturen mehr, oft salzig, gut abspülen |
| Weinsauerkraut oder mit Gewürzen, Zwiebel, Zucker | nein | Weinsauerkraut enthält Alkohol, die übrigen Zusätze sind für Hunde ungeeignet oder giftig |
Sauerkraut für die Darmflora
Der häufigste Grund, warum Halterinnen und Halter Sauerkraut füttern, ist die Darmgesundheit. Die Milchsäurebakterien im rohen Sauerkraut können helfen, eine gesunde Darmflora aufzubauen oder zu erhalten, ähnlich wie probiotische Präparate. Gern wird es deshalb begleitend nach einer Antibiotikagabe oder bei Verdauungsthemen gegeben. Wichtig ist: Sauerkraut ist eine unterstützende Beigabe, kein Heilmittel, und der Gehalt an Bakterien schwankt von Charge zu Charge. Bei echten Darmproblemen gehört die Ursache in die Tierarztpraxis.
Wer den Darm gezielt und verlässlich dosiert unterstützen möchte, für den ist ein abgestimmtes Ergänzungsfutter wie Anifit Power-Darm eine planbare Alternative zum schwankenden Sauerkraut. Wie eine Darmsanierung Schritt für Schritt aussehen kann, lesen Sie im Ratgeber Darmsanierung beim Hund.
Worauf Sie achten müssen: Salz und Gewürze
Sauerkraut wird durch Einsalzen hergestellt und ist deshalb von Natur aus salzig. Zu viel Salz ist für Hunde ungesund und besonders für kleine Hunde oder Tiere mit Nierenproblemen problematisch. Geben Sie das Kraut darum vor dem Füttern in ein Sieb, spülen Sie es gründlich unter fließendem Wasser ab und drücken Sie es gut aus. Ungeeignet sind außerdem alle gewürzten Varianten: fertige Zubereitungen mit Wacholder, Zwiebeln, Knoblauch, Zucker oder Konservierungsstoffen gehören nicht in den Hundenapf. Besondere Vorsicht gilt bei Weinsauerkraut: Es wird mit Wein zubereitet und kann Alkohol enthalten, der für Hunde giftig ist. Greifen Sie deshalb nur zu reinem, ungewürztem Sauerkraut ohne Alkohol.
Sauerkraut bei verschlucktem Fremdkörper: was dran ist
Sauerkraut wird oft als Hausmittel empfohlen, wenn ein Hund einen kleinen Gegenstand verschluckt hat. Die Idee dahinter: Die langen, festen Krautfasern werden vom Magen kaum zersetzt und können sich um den Gegenstand legen, sodass er ummantelt den Darm passiert und auf natürlichem Weg ausgeschieden wird. Dafür gibt man eine etwas größere Portion rohes Sauerkraut. Bei kleinen, stumpfen und glatten Teilen klappt das manchmal tatsächlich.
Aber Vorsicht, das ist mir besonders wichtig: Verlassen Sie sich nicht darauf. Bei spitzen, scharfkantigen oder großen Gegenständen wie Knochensplittern, Glasscherben, spitzem Spielzeug oder Stoffteilen kann ein Fremdkörper die Darmwand verletzen oder zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen. Hier zählt jede Minute, und Sauerkraut darf den Weg in die Tierarztpraxis niemals ersetzen. Rufen Sie im Zweifel oder bei Anzeichen wie Erbrechen, Apathie, Bauchschmerzen oder ausbleibendem Kotabsatz sofort die Tierarztpraxis oder den Notdienst an, bevor Sie etwas füttern.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde
Ob Sauerkraut für Ihren Hund sinnvoll ist, wie Sie die Darmflora unterstützen und wie der Napf insgesamt ausgewogen bleibt, hängt von Größe, Alter und Gesundheit ab. Gemeinsam schauen wir uns an, was zu Ihrem Hund und seinem Alltag passt, welche Rolle fermentierte Beigaben spielen können und wo Sie besser vorsichtig sind.
Jetzt kostenlose Beratung sichern!Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in unserem Ernährungsratgeber. Außerdem haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Wie viel Sauerkraut darf mein Hund fressen?
Sauerkraut ist eine Beigabe, keine Mahlzeit, und bleibt klein dosiert. Je nach Größe des Hundes reichen ein Teelöffel bis wenige Esslöffel abgespültes Kraut, ein bis zwei Mal pro Woche. Beginnen Sie mit einer winzigen Menge und steigern Sie nur, wenn Ihr Hund es gut verträgt, denn als Kohlprodukt kann Sauerkraut anfangs blähen oder den Kot weicher machen. Die folgende Tabelle gibt grobe Richtwerte.
| Körpergewicht | Sauerkraut (abgespült), Richtwert |
|---|---|
| bis 5 kg | etwa 1 Teelöffel, 1 bis 2 mal pro Woche |
| 5 bis 15 kg | etwa 1 Esslöffel, 1 bis 2 mal pro Woche |
| 15 bis 30 kg | etwa 1 bis 2 Esslöffel, 1 bis 2 mal pro Woche |
| über 30 kg | etwa 2 Esslöffel, 1 bis 2 mal pro Woche |
Reagiert Ihr Hund mit starken Blähungen, weichem Kot oder Durchfall, reduzieren Sie die Menge oder lassen Sauerkraut weg. Mehr zu Verdauungsthemen lesen Sie im Ratgeber Durchfall beim Hund.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Aus meiner Beratungspraxis sehe ich Sauerkraut als nette, natürliche Beigabe für den Darm, wenn es roh, ungewürzt, abgespült und gut verträglich ist. Es ersetzt aber keine ausgewogene Fütterung und keine tierärztliche Behandlung. Die Basis bleibt bei mir ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe.
Wer den Darm gezielt unterstützen möchte, ist mit einem dosierbaren Ergänzungsfutter oft besser beraten als mit schwankendem Sauerkraut, etwa mit Anifit Power-Darm. Wer gern selbst kocht und fermentiert, findet Anregungen in meinem Buch zum Kochen von Hundefutter.
Wichtig: Sauerkraut ist ein unterstützendes Extra, aber kein Heilmittel. Halten Durchfall oder andere Beschwerden an, gehört die Ursache abgeklärt. Und ganz klar: Bei einem verschluckten Fremdkörper ist Sauerkraut keine sichere Lösung, hier zählt jede Minute und der Weg führt sofort in die Tierarztpraxis. Eine ausgewogene Fütterung kann die Verdauung unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.
Häufige Fragen zu Sauerkraut für Hunde
Dürfen Welpen Sauerkraut essen?
Besser nicht. Das Verdauungssystem von Welpen ist noch in der Entwicklung und die Darmflora instabil, deshalb kann Sauerkraut schon in kleiner Menge Durchfall, Blähungen oder Erbrechen auslösen. Setzen Sie beim Welpen lieber auf ein passendes Welpenfutter und besprechen Sie eine Darmunterstützung mit der Tierarztpraxis.
Dürfen Hunde Sauerkraut aus dem Glas essen?
Nur eingeschränkt. Sauerkraut aus Glas oder Dose ist meist pasteurisiert, also erhitzt, und enthält keine lebenden Milchsäurebakterien mehr, der probiotische Nutzen fehlt. Oft ist es zudem salzig oder gewürzt. Spülen Sie reines Glas-Sauerkraut gut ab, für die Darmflora ist aber rohes, unpasteurisiertes Kraut die bessere Wahl.
Muss ich Sauerkraut für meinen Hund abspülen?
Ja, unbedingt. Sauerkraut wird mit Salz hergestellt und ist entsprechend salzig. Geben Sie es vor dem Füttern in ein Sieb, spülen Sie es gründlich unter fließendem Wasser ab und drücken Sie es aus. So reduzieren Sie das Salz, das vor allem für kleine Hunde und Nierenpatienten ungünstig ist.
Hilft Sauerkraut dem Hund bei Durchfall?
Die Milchsäurebakterien in rohem Sauerkraut können die Darmflora unterstützen und werden gern begleitend bei Verdauungsthemen gegeben, etwa zusammen mit Schonkost. Ein Heilmittel ist es aber nicht, und bei empfindlichen Hunden kann es Durchfall sogar verstärken. Hält der Durchfall an, gehört die Ursache in die Tierarztpraxis.
Hilft Sauerkraut, wenn mein Hund einen Fremdkörper verschluckt hat?
Sauerkraut ist als Hausmittel bekannt: Die festen Fasern können einen kleinen, stumpfen Gegenstand umhüllen, sodass er leichter ausgeschieden wird. Bei spitzen oder großen Teilen wie Knochensplittern oder Glas ist das aber unzuverlässig und gefährlich. Dann ist es ein Notfall, suchen Sie sofort die Tierarztpraxis auf, statt auf Sauerkraut zu setzen.
Sollte ich Sauerkraut roh oder gekocht geben?
Für die Darmflora ist rohes, unpasteurisiertes Sauerkraut am besten, weil nur darin lebende Milchsäurebakterien stecken. Gekochtes Sauerkraut ist leichter verdaulich, verliert aber die Bakterien und einen Teil der Nährstoffe. Wenn es um den probiotischen Effekt geht, geben Sie es roh und gut abgespült.
Wie oft darf mein Hund Sauerkraut bekommen?
Ein bis zwei Mal pro Woche eine kleine Menge reicht völlig aus, Sauerkraut ist eine Beigabe und kein tägliches Futter. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass Ihr Hund es gut verträgt. Beginnen Sie mit einer winzigen Menge und steigern Sie nur langsam.
Kann Sauerkraut bei Hunden Blähungen verursachen?
Ja, das kann vorkommen, denn Sauerkraut ist fermentierter Kohl und reich an Ballaststoffen. Vor allem bei empfindlichen Hunden oder zu großer Menge sind Blähungen oder weicher Kot möglich. Kleine Mengen und langsames Anfüttern helfen, das zu vermeiden.
Darf mein Hund Sauerkrautsaft trinken?
In sehr kleiner Menge ist ein Schluck Saft aus rohem Sauerkraut unbedenklich und enthält ebenfalls Milchsäurebakterien. Achten Sie aber auf den Salzgehalt und darauf, dass der Saft ungewürzt und nicht pasteurisiert ist. Pasteurisierter oder gewürzter Saft bringt keinen probiotischen Nutzen und ist nicht zu empfehlen.
Kann mein Hund Sauerkraut nicht vertragen?
Ja, nicht jeder Hund verträgt Sauerkraut gut. Manche reagieren mit Blähungen, weichem Kot oder Bauchgrummeln, besonders bei größeren Mengen. Führen Sie es langsam und in winziger Menge ein und beobachten Sie Ihren Hund. Verträgt er es schlecht, lassen Sie es weg und unterstützen den Darm anders.
Welche anderen Kohlsorten eignen sich für Hunde?
Zusammenfassung
Sauerkraut für Hunde ist der fermentierte Sonderfall unter den Kohlsorten. In kleiner Menge kann es guttun, aber nur das richtige: rohes, unpasteurisiertes und ungewürztes Kraut, denn nur darin stecken lebende Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. Pasteurisiertes Sauerkraut aus dem Glas hat diese Kulturen nicht mehr. Wichtig ist, das salzige Kraut vor dem Füttern abzuspülen und auf alle Zusätze zu verzichten.
Mein Fazit aus der Beratung: Sauerkraut ist eine nette, natürliche Beigabe für den Darm, ein bis zwei Mal pro Woche in kleiner Menge, kein Heilmittel und kein Mittel gegen verschluckte Fremdkörper. Wer den Darm verlässlich unterstützen will, ist mit einem dosierbaren Ergänzungsfutter oft besser beraten. Wie roher und gekochter Kohl zu bewerten ist, lesen Sie im Überblick zu Kohl für Hunde.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Gemüse, Darmgesundheit und Rationsgestaltung
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
- MSD Veterinary Manual und ernährungswissenschaftliche Fachinformationen zu Probiotika, Milchsäurebakterien und der Darmflora bei Hunden






