Kohl für Hunde: welche Sorte, roh oder gekocht und wie viel?

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Kohl gibt es in vielen Sorten, von Brokkoli über Kohlrabi bis Rosenkohl, und viele landen bei uns regelmäßig auf dem Teller. In der Beratung werde ich oft gefragt, ob auch der Hund mitessen darf. Die kurze Antwort: Ja, Hunde dürfen Kohl essen, am besten in kleinen Mengen und gekocht, denn roh bläht er stark und ist schwer verdaulich. Dieser Beitrag ist Ihr Überblick: Sie erfahren, warum Kohl Blähungen macht, was es mit der Schilddrüse auf sich hat, welche Sorte sich wie gut eignet und wie Sie Kohl richtig zubereiten.

Kohl für Hunde: welche Sorte, roh oder gekocht und wie viel?
Kohl für Hunde: welche Sorte, roh oder gekocht und wie viel?

Kohl für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Hunde dürfen Kohl essen, am besten in kleinen Mengen und gekocht. Roher Kohl bläht stark und ist schwer verdaulich, denn Schwefelverbindungen und Ballaststoffe reizen den Darm. In großen rohen Mengen können sogenannte Goitrogene zudem die Schilddrüse belasten, durch Kochen wird das entschärft. Kohl gehört immer ungewürzt und klein geschnitten in den Napf, als Beilage und nicht als Hauptmahlzeit.

  • Ja, in Maßen: die meisten Kohlsorten sind für Hunde in kleinen Mengen geeignet
  • Lieber gekocht: gegarter Kohl ist deutlich bekömmlicher als roher und bläht weniger
  • Blähungen: Schwefelverbindungen und Ballaststoffe machen Kohl blähend, vor allem roh und in großen Mengen
  • Schilddrüse: in großen rohen Mengen können Goitrogene die Jodaufnahme stören, Kochen entschärft das
  • Ungewürzt: ohne Salz, Butter, Zwiebel oder Knoblauch, klein geschnitten oder püriert
  • Als Beilage: Kohl ersetzt keine Mahlzeit, die Basis bleibt ein hochwertiges Futter

Dürfen Hunde Kohl essen?

Ja, Hunde dürfen Kohl essen, solange es eine kleine Menge ist und der Kohl gut zubereitet wurde. Kohl gehört zur Familie der Kreuzblütler, dazu zählen Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Spitzkohl und Chinakohl. Alle liefern Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe bei wenig Kalorien. Giftig ist keine dieser Sorten, einige sind aber schwer verdaulich und sollten deshalb nur gegart und in kleinen Mengen gefüttert werden.

Wie bei jedem Gemüse gilt: Kohl ist eine Beilage, kein Hauptbestandteil. Der Großteil der Ration sollte aus hochwertigem Fleischfutter bestehen. Die Grundlagen einer ausgewogenen Fütterung lesen Sie in meinem Ratgeber zur Hundeernährung.

Warum Kohl Blähungen macht und besser gekocht wird

Kohl ist dafür bekannt, dass er bläht, und das gilt auch für Hunde. Verantwortlich sind die enthaltenen Schwefelverbindungen, die Glucosinolate, zusammen mit dem hohen Ballaststoffgehalt. Roh und in großen Mengen sind sie schwer verdaulich, im Darm entstehen Gase und es kann zu Bauchschmerzen kommen. Beim Kochen, Dämpfen oder Blanchieren wird Kohl deutlich bekömmlicher, weil ein Teil dieser Stoffe verlorengeht. Deshalb rate ich, Kohl für Hunde grundsätzlich zu garen und nur in kleinen Mengen zu füttern.

Goitrogene: Kohl und die Schilddrüse

Kreuzblütler enthalten neben den Glucosinolaten auch sogenannte Goitrogene. Das sind Stoffe, die in großen Mengen die Aufnahme von Jod in der Schilddrüse hemmen können. Wichtig ist hier das richtige Maß: Bei den kleinen Mengen, um die es bei einer Beilage geht, und bei gegartem Kohl spielt das für gesunde Hunde praktisch keine Rolle, denn Hitze baut diese Stoffe weitgehend ab. Relevant wird es nur bei großen, rohen Mengen über längere Zeit. Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion sollten Kohl dennoch nur nach Absprache mit der Tierarztpraxis bekommen.

Wie bereite ich Kohl für meinen Hund zu?

Am besten garen Sie den Kohl. So gehen Sie vor: Kohl waschen, harte Strünke und große Rippen entfernen, in kleine Stücke schneiden und einige Minuten weich kochen, dämpfen oder blanchieren, anschließend abkühlen lassen und bei Bedarf pürieren. Alles bleibt ungewürzt, ohne Salz, Butter, Öl, Zwiebel oder Knoblauch. Führen Sie Kohl langsam und in kleiner Menge ein und beobachten Sie, wie Ihr Hund ihn verträgt.

KörpergewichtKohl als Beilage (gekocht), Richtwert pro Tag
bis 5 kgetwa 1 Teelöffel
5 bis 15 kgetwa 1 Esslöffel
15 bis 30 kgetwa 2 Esslöffel
über 30 kgetwa 3 Esslöffel, in die Tagesration eingerechnet

Bei den milden Sorten wie Kohlrabi, Blumenkohl oder Chinakohl vertragen viele Hunde auch eine kleine rohe Menge, als grobe Obergrenze gelten etwa 25 Gramm pro 10 Kilogramm Körpergewicht. Im Zweifel ist gekocht aber immer die bekömmlichere Wahl.

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Welche Kohlsorte Ihrem Hund guttut, wie groß der Gemüseanteil sein darf und wie der Napf insgesamt ausgewogen bleibt, hängt von Größe, Alter und Gesundheit ab. Gemeinsam schauen wir uns an, was zu Ihrem Hund und seinem Alltag passt, welche Rolle Beilagen wie Kohl spielen können und wo Sie besser vorsichtig sind.

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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in unserem Ernährungsratgeber. Außerdem haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Welche Kohlsorte für Hunde? Die Übersicht

Nicht jede Kohlsorte ist gleich bekömmlich. Mild und gut verträglich sind vor allem Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Chinakohl, während Rosenkohl, Weißkohl und Rotkohl deutlich stärker blähen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. Zu den wichtigsten Sorten finden Sie jeweils einen ausführlichen eigenen Beitrag.

KohlsorteRoh in kleiner Menge?VerträglichkeitHinweis
Kohlrabija, fein geraspeltmildauch die Blätter sind essbar
Blumenkohlbesser gekochtmildgegart gut bekömmlich
Brokkolibesser gekochtmild bis mittelnur kleine Mengen, Röschen enthalten Senföle
Chinakohlja, in kleiner Mengemildzart und mild
Spitzkohlbesser gekochtmittelfeiner als Weißkohl
Wirsingbesser gekochtmittelkräftig, gut durchgaren
Weißkohlbesser gekochtblähendnur gekocht und in kleiner Menge
Rotkohlbesser gekochtblähendnur pur, nicht der gewürzte vom Teller
Rosenkohlbesser gekochtstark blähendnur kleine gekochte Menge
Grünkohlbesser gekochtmittelnährstoffreich, enthält Oxalsäure

Weißkohl, Chinakohl, Spitzkohl und Wirsing für Hunde

Diese vier Sorten dürfen Hunde ebenfalls in kleinen Mengen bekommen, am besten gegart. Chinakohl ist besonders zart und mild und wird von vielen Hunden auch roh in kleiner Menge gut vertragen. Spitzkohl ist die feinere, etwas leichter verdauliche Verwandte des Weißkohls. Wirsing ist kräftiger und sollte gut durchgegart werden. Weißkohl gehört zu den stark blähenden Sorten und kommt deshalb nur gekocht und in kleiner Menge in den Napf. Für alle gilt: ungewürzt, klein geschnitten und langsam einführen.

Sauerkraut: der Sonderfall

Eine Sonderstellung nimmt Sauerkraut ein, denn es ist fermentierter Weißkohl. Durch die Milchsäuregärung ist es anders zu bewerten als roher oder gekochter Kohl: Es ist bekömmlicher und liefert Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. Wichtig sind kleine Mengen und ein natürliches, salzarmes Produkt ohne Zusätze. Weil sich das Thema deutlich vom übrigen Kohl unterscheidet, habe ich ihm einen eigenen Beitrag gewidmet: Sauerkraut für Hunde.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Kohl als gelegentliche, gut gegarte Beilage in kleiner Menge. Mild und unkompliziert sind Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi, die stark blähenden Sorten setze ich seltener und nur in winzigen Portionen ein. Die Basis bleibt bei mir ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Wer den Gemüseanteil unkompliziert und blähungsarm abdecken möchte, für den sind die Anifit Gemüseflocken eine praktische Alternative zu frischem Kohl. Wer gern selbst kocht, findet viele Gemüse-Ideen in meinem Buch zum Kochen von Hundefutter.

Wichtig: Kohl ist ein gesundes Extra, aber kein Heilmittel. Bekommt Ihr Hund regelmäßig Blähungen oder Bauchschmerzen, reduzieren Sie die Menge oder lassen Kohl weg. Bei Schilddrüsen- oder Verdauungserkrankungen und bei anhaltenden Beschwerden stimmen Sie die Fütterung mit der Tierarztpraxis ab. Eine ausgewogene Fütterung kann das Wohlbefinden unterstützen, ersetzt aber keine Diagnose.

Vorteile der Anifit-Tiernahrung
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Häufige Fragen zu Kohl für Hunde

Dürfen Hunde rohen Kohl essen?

Grundsätzlich ja, roh ist Kohl aber schwer verdaulich und bläht stärker. Milde Sorten wie Kohlrabi oder Chinakohl vertragen viele Hunde roh in kleiner Menge, fein geraspelt. Für die meisten Hunde und Sorten ist gegarter Kohl die deutlich bekömmlichere Wahl.

Welche Kohlsorte ist für Hunde am bekömmlichsten?

Am mildesten sind Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Chinakohl. Sie blähen weniger und werden gegart meist gut vertragen. Rosenkohl, Weißkohl und Rotkohl blähen dagegen stark und sollten nur gekocht und in sehr kleiner Menge gegeben werden.

Wie viel Kohl darf mein Hund essen?

Kohl ist eine Beilage und bleibt klein dosiert, je nach Größe etwa ein Teelöffel bis wenige Esslöffel gekocht pro Tag. Bei milden Sorten gelten roh als grobe Obergrenze etwa 25 Gramm pro 10 Kilogramm Körpergewicht. Insgesamt sollte Gemüse nur einen kleinen Teil der Ration ausmachen.

Mein Hund hat zu viel Kohl gefressen, was soll ich tun?

Meist bleibt es bei Blähungen und etwas Bauchgrummeln, das sich von selbst gibt. Geben Sie Ihrem Hund Ruhe und Wasser und beobachten Sie ihn. Bei starken Bauchschmerzen, anhaltendem Durchfall oder einem aufgeblähten, harten Bauch suchen Sie bitte zügig die Tierarztpraxis auf.

Dürfen Hunde mit Schilddrüsenunterfunktion Kohl essen?

Hier ist Vorsicht geboten. Die Goitrogene im Kohl können die Jodaufnahme hemmen, was bei einer Schilddrüsenunterfunktion ungünstig ist. Kleine, gekochte Mengen sind oft unkritisch, dennoch sollten Sie die Fütterung von Kohl bei Schilddrüsenerkrankungen mit der Tierarztpraxis abstimmen.

Macht gekochter Kohl auch Blähungen?

Gekochter Kohl bläht deutlich weniger als roher, weil ein Teil der blähenden Stoffe beim Garen verlorengeht. Ganz ausschließen lässt sich Blähen aber nicht, vor allem bei den kräftigen Sorten. Kleine Mengen und langsames Einführen helfen, die Verträglichkeit zu testen.

Dürfen Welpen Kohl essen?

In sehr kleiner Menge und gut gegart können auch Welpen etwas milden Kohl wie Blumenkohl bekommen. Der junge Magen ist aber empfindlich und neigt zu Blähungen, deshalb ist Zurückhaltung sinnvoll. Wichtigste Grundlage bleibt ein passendes Welpenfutter.

Darf mein Hund gewürzten Kohl oder Kohlsuppe essen?

Nein, gewürzter Kohl und Kohlsuppe sind ungeeignet. Sie enthalten meist Salz, Zwiebeln, Knoblauch oder andere Gewürze, die für Hunde unverträglich oder giftig sind. Kochen Sie für Ihren Hund lieber eine kleine, pure Portion ohne jede Würze.

Dürfen Hunde Kohlblätter und Strunk essen?

Zarte Blätter, etwa vom Kohlrabi, dürfen gegart mitgefüttert werden. Harte Strünke und dicke Rippen sollten Sie dagegen entfernen, denn sie sind schwer verdaulich und können bei großen Stücken zur Verschluckgefahr werden. Schneiden Sie alles klein und garen Sie es weich.

Kann ich Kohl für meinen Hund einfrieren?

Ja, gekochten oder pürierten Kohl können Sie gut portionsweise einfrieren, zum Beispiel in Eiswürfelformen. So haben Sie immer eine kleine Menge griffbereit. Im Kühlschrank hält gegarter Kohl etwa zwei bis drei Tage in einem geschlossenen Behälter.

Zusammenfassung

Kohl für Hunde ist ein gesundes Extra, wenn die Menge klein ist und der Kohl gegart wird. Roh bläht er stark und ist schwer verdaulich, gekocht, gedämpft oder blanchiert ist er deutlich bekömmlicher. Die enthaltenen Goitrogene spielen nur bei großen rohen Mengen oder bei Schilddrüsenerkrankungen eine Rolle. Mild sind vor allem Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi, stark blähend sind Rosenkohl, Weißkohl und Rotkohl.

Mein Fazit aus der Beratung: Eine kleine Portion ungewürzter, gegarter Kohl ist eine feine Beilage, die Hauptrolle spielt aber ein hochwertiges Fleischfutter. Welche Sorte sich wie eignet, lesen Sie in den ausführlichen Einzelbeiträgen, und Sauerkraut als fermentierte Sonderform behandle ich gesondert. Bei anhaltenden Beschwerden hilft die Tierarztpraxis weiter.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Gemüse, Beilagen und Rationsgestaltung
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
  • MSD Veterinary Manual und ernährungswissenschaftliche Fachinformationen zu Glucosinolaten und Goitrogenen in Kreuzblütlern sowie deren Wirkung auf Verdauung und Schilddrüse
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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