Getreidefreies Hundefutter ist längst ein Verkaufsschlager, in fast jedem Regal und Online-Shop steht es ganz vorn. Aber was bringt es wirklich, worauf sollten Sie beim Kauf achten, und was hat es mit der Diskussion ums Hundeherz auf sich? In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, was getreidefreies Hundefutter ausmacht, warum der Fleischanteil dabei oft wichtiger ist als das Wort getreidefrei und wie Sie ein wirklich gutes Produkt erkennen. Ob ein Verzicht auf Getreide für Ihren Hund überhaupt sinnvoll ist, beleuchte ich ausführlich im Ratgeber „Getreide im Hundefutter: gut oder schlecht?„.

Getreidefreies Hundefutter: Das Wichtigste in Kürze
Getreidefreies Hundefutter verzichtet auf Weizen, Mais und Co. und ersetzt sie durch andere Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln oder Hülsenfrüchte. Sinnvoll ist das vor allem bei Unverträglichkeiten, ein Muss für jeden Hund ist es nicht. Entscheidend ist weniger das Schlagwort getreidefrei als ein hoher Fleischanteil und eine gute Zusammensetzung. Genau hier lohnt sich der genaue Blick auf die Zutatenliste.
- Getreidefrei heißt nicht automatisch gut: Wird Getreide nur durch viel Kartoffel oder Hülsenfrüchte ersetzt, ist wenig gewonnen.
- Der Fleischanteil zählt: Ein hoher Anteil an gutem Fleisch ist wichtiger als die reine Abwesenheit von Getreide.
- Für wen sinnvoll: vor allem für Hunde mit einer Getreideunverträglichkeit oder einem empfindlichen Magen.
- Die DCM-Debatte einordnen: Diskutiert wurden getreidefreie Futter mit viel Hülsenfrüchten und wenig Fleisch, nicht der Getreideverzicht an sich.
- Auf die Deklaration achten: klare Fleischangabe mit Prozentzahl, keine schwammigen Sammelbegriffe, kein Zucker.
- Mein Tipp: Ein getreidefreies Nassfutter mit hohem Fleischanteil verbindet beide Vorteile, getreidefrei und fleischreich.
Was ist getreidefreies Hundefutter?
Getreidefreies Hundefutter ist Futter, das ohne Getreide wie Weizen, Mais, Reis oder Gerste auskommt. Das Getreide wird durch andere Kohlenhydratquellen ersetzt. Typisch sind Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Kichererbsen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter. In gutem Nassfutter spielt Getreide ohnehin oft nur eine kleine Rolle, weil der Fleischanteil im Vordergrund steht. Im Trockenfutter dagegen braucht es technisch einen gewissen Kohlenhydratanteil, damit die Kroketten überhaupt entstehen, hier wird das Getreide dann durch andere stärkehaltige Zutaten ersetzt.
| Kohlenhydratquelle statt Getreide | Eigenschaft im Futter |
|---|---|
| Kartoffel | gut verträglich, liefert vor allem Stärke |
| Süßkartoffel | etwas mehr Ballaststoffe und Beta-Carotin |
| Erbsen | liefern Stärke und pflanzliches Eiweiß |
| Linsen, Kichererbsen | Hülsenfrüchte, in großen Mengen in der DCM-Debatte diskutiert |
| Tapioka (Maniok) | nahezu reine Stärke, sehr gut verträglich |
Ist getreidefreies Hundefutter sinnvoll?
Getreidefreies Futter ist sinnvoll, aber nicht für jeden Hund nötig. Anders als oft dargestellt ist Getreide nicht grundsätzlich schlecht, und echte Getreideallergien sind beim Hund eher selten. Häufiger reagieren Hunde auf bestimmte tierische Proteine als auf Getreide. Für gesunde Hunde ist ein moderater, hochwertiger Getreideanteil daher kein Problem.
Klar sinnvoll ist getreidefreies Futter dagegen für Hunde mit einer nachgewiesenen Getreideunverträglichkeit oder einem empfindlichen Magen, der auf bestimmte Getreidesorten reagiert. Auch wer Getreide im Futter generell reduzieren möchte, kann zu getreidefreien Sorten greifen, sollte dann aber genau hinschauen, was stattdessen drin ist. Die ausführliche Abwägung, ob Getreide gut oder schlecht ist, finden Sie im Ratgeber zu Getreide im Hundefutter.
Welche Futtermittel lösen beim Hund am häufigsten Allergien aus?
Am häufigsten reagieren Hunde auf tierische Proteine, nicht auf Getreide. In einer großen Auswertung von Allergiefällen waren Rind, Milchprodukte und Huhn die häufigsten Auslöser. Weizen ist das einzige Getreide weit oben in der Liste, Mais spielt nur eine kleine Rolle.
| Auslöser | Anteil der betroffenen Hunde |
|---|---|
| Rind | 34 % |
| Milchprodukte | 17 % |
| Huhn | 15 % |
| Weizen | 13 % |
| Soja | 6 % |
| Lamm | 5 % |
| Mais | 4 % |
| Ei | 4 % |
Mehrfachreaktionen sind möglich, deshalb summieren sich die Werte über 100 Prozent. Getreidefrei nimmt also nur einen von mehreren möglichen Auslösern aus dem Napf, nämlich Weizen. Welches Futtermittel ein Hund wirklich nicht verträgt, lässt sich zuverlässig nur über eine Ausschlussdiät herausfinden.
Getreidefrei und die DCM-Debatte: worauf es wirklich ankommt
Rund um getreidefreies Hundefutter gibt es eine Diskussion, die ich ehrlich einordnen möchte. Die US-Behörde FDA hat einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten getreidefreien Futtern und einer Herzerkrankung, der dilatativen Kardiomyopathie (DCM), untersucht. Ein eindeutiger, ursächlicher Beweis konnte bisher nicht erbracht werden, und die Fälle traten auch bei getreidehaltigem Futter auf. Die Forschung dazu läuft weiter.
Entscheidend ist aber, worum es in der Debatte eigentlich geht: betroffen waren vor allem Futter, in denen Getreide durch sehr große Mengen Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen ersetzt wurde, bei gleichzeitig niedrigem Fleischanteil. Das kann den Haushalt bestimmter Nährstoffe rund um das Taurin durcheinanderbringen. Mit anderen Worten: Diskutiert wurde nicht der Verzicht auf Getreide an sich, sondern eine Rezeptur, die stark auf Hülsenfrüchte statt auf Fleisch setzt. Genau deshalb ist der Fleischanteil der eigentlich wichtige Punkt.
Getreidefreies Hundefutter mit hohem Fleischanteil: die bessere Wahl
Aus der DCM-Diskussion lässt sich eine einfache Schlussfolgerung ziehen: Wenn Sie getreidefrei füttern möchten, achten Sie vor allem auf einen hohen Fleischanteil. Ein getreidefreies Futter, das statt auf Hülsenfrüchte auf viel gutes Fleisch setzt, umgeht die kritisierte Rezeptur von ganz allein. So bekommen Sie das Beste aus beiden Welten: kein Getreide und trotzdem eine fleischbetonte, artgerechte Zusammensetzung.
Ein hoher Fleischanteil bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:
- Hochwertiges tierisches Eiweiß als Basis, statt Eiweiß überwiegend aus Hülsenfrüchten.
- Gute Akzeptanz und Verdaulichkeit, weil Fleisch der natürlichen Ernährung des Hundes entspricht.
- Weniger Füllstoffe, wenn das Fleisch im Vordergrund steht und nicht günstige Sättigungsmacher.
Worauf es bei der Beurteilung des Fleischanteils ankommt und wie Sie ihn in der Zutatenliste erkennen, erklärt mein Ratgeber zu Fleisch im Hundefutter.
Ich selbst füttere Anifit, weil es von Natur aus getreidefrei ist, einen sehr hohen Fleischanteil hat und ohne Zuckerzusätze auskommt. Mehr dazu beim Anifit-Hundefutter.
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Worauf Sie bei getreidefreiem Hundefutter achten sollten
Weil getreidefrei allein noch keine Qualität garantiert, lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste. Diese Punkte helfen Ihnen, ein gutes Produkt zu erkennen:
- Hoher Fleischanteil: Fleisch sollte an erster Stelle stehen und mit einer klaren Prozentangabe ausgewiesen sein.
- Klare Deklaration: nachvollziehbare Zutaten statt schwammiger Sammelbegriffe wie tierische Nebenerzeugnisse. Mehr dazu im Ratgeber zur Hundefutter-Deklaration.
- Maßvoller Hülsenfruchtanteil: Erbsen und Linsen sind nicht verboten, sollten aber nicht den Hauptbestandteil ausmachen.
- Ohne Zucker und künstliche Zusätze: kein zugesetzter Zucker, keine Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe.
- Vollwertig: ein Alleinfuttermittel, das alle wichtigen Nährstoffe abdeckt, siehe bedarfsdeckendes Hundefutter.
Gibt es einen Testsieger bei getreidefreiem Hundefutter?
Viele suchen nach einem Testsieger oder einem Urteil von Stiftung Warentest speziell zu getreidefreiem Hundefutter. Einen eigenen, umfassenden Test allein zu dieser Kategorie gibt es bislang nicht. Stiftung Warentest prüft Hundefutter regelmäßig, dabei stehen aber die Nährstoffversorgung und die Ausgewogenheit im Vordergrund, nicht das Etikett getreidefrei.
Das passt zu meiner Empfehlung: Lassen Sie sich nicht von Schlagworten oder Testsieger-Bannern leiten, sondern bewerten Sie ein Futter anhand seiner Zusammensetzung. Ein hoher Fleischanteil, eine klare Deklaration und eine vollwertige Rezeptur sagen mehr aus als das Wort getreidefrei auf der Verpackung. Wie ich Futter selbst bewerte, können Sie in meinen Hundefutter-Tests nachlesen.
Getreidefreies Anifit-Nassfutter mit hohem Fleischanteil
Anifit-Nassfutter verbindet genau das, worauf es bei guten Futter ankommt: Es ist je nach Sorte komplett getreidefrei oder zumindest glutenfrei und kommt mit einem sehr hohen Frischfleischanteil von 89 bis 96 Prozent je nach Sorte, statt mit viel Hülsenfrüchten oder Füllstoffen. Damit umgeht es die in der DCM-Debatte kritisierte Rezeptur und setzt stattdessen auf hochwertiges tierisches Eiweiß.
Dazu kommt der Verzicht auf Zucker sowie Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe, und Rohstoffe in Lebensmittelqualität. Für Hunde, die getreidefrei und zugleich fleischreich ernährt werden sollen, ist das eine unkomplizierte Lösung, ohne dass Sie selbst Zutatenlisten entschlüsseln müssen.

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Direkt bestellen Weitere Details ansehenFAQ: Häufige Fragen zu getreidefreiem Hundefutter
Ist getreidefrei dasselbe wie kohlenhydratfrei?
Nein. Getreidefrei bedeutet nur, dass kein Getreide wie Weizen, Mais oder Reis enthalten ist. Kohlenhydrate können trotzdem vorkommen, etwa aus Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Erbsen. Ein Blick auf die Zusammensetzung lohnt sich.
Hilft getreidefreies Futter bei einer Getreideallergie?
Eine echte Getreideallergie ist beim Hund selten. Liegt sie tatsächlich vor, ist ein getreidefreies Futter sinnvoll. Den Verdacht klärt die Tierarztpraxis über eine Ausschlussdiät, nicht über einen schnellen Test.
Worauf sollte ich bei getreidefreiem Hundefutter achten?
Auf einen hohen Fleischanteil mit klarer Prozentangabe, eine nachvollziehbare Deklaration ohne schwammige Sammelbegriffe, einen maßvollen Hülsenfruchtanteil und den Verzicht auf Zucker und künstliche Zusätze. Getreidefrei allein sagt nichts über die Qualität aus, die Zutatenliste schon.
Macht getreidefreies Hundefutter herzkrank?
Ein eindeutiger, ursächlicher Beweis fehlt. Die FDA hat einen möglichen Zusammenhang mit der Herzerkrankung DCM untersucht, betroffen waren vor allem Futter mit sehr vielen Hülsenfrüchten und wenig Fleisch. Diskutiert wurde also nicht der Getreideverzicht selbst, sondern eine hülsenfruchtlastige Rezeptur. Ein hoher Fleischanteil umgeht diese.
Warum ist der Fleischanteil wichtiger als getreidefrei?
Weil getreidefrei nur sagt, was nicht drin ist, nicht, was stattdessen verwendet wird. Wird Getreide durch viel Hülsenfrüchte ersetzt, ist wenig gewonnen. Ein hoher Anteil an gutem Fleisch liefert dagegen hochwertiges tierisches Eiweiß und entspricht der natürlichen Ernährung des Hundes.
Ist getreidefreies Hundefutter automatisch besser?
Nein. Getreidefrei ist ein Verkaufsargument, kein Qualitätssiegel. Ein getreidefreies Futter mit wenig Fleisch und vielen Füllstoffen ist nicht besser als ein hochwertiges Futter mit etwas Getreide. Entscheidend sind Fleischanteil, Deklaration und die gesamte Zusammensetzung.
Getreidefreies Nass- oder Trockenfutter, was ist besser?
Beides ist möglich. In gutem Nassfutter ist Getreide ohnehin oft nebensächlich, weil das Fleisch dominiert. Im Trockenfutter braucht es technisch einen Kohlenhydratanteil, der bei getreidefreien Sorten durch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte ersetzt wird. Ich bevorzuge ein fleischreiches Nassfutter.
Müssen Hunde überhaupt Getreide fressen?
Nein, Hunde sind nicht auf Getreide angewiesen. Ihren Bedarf decken sie vor allem über tierisches Eiweiß. Getreide ist in erster Linie ein günstiger Energieträger, entscheidend für die Qualität ist eher ein hoher Fleischanteil.
Ist getreidefreies Futter für Welpen geeignet?
Grundsätzlich ja, wenn es vollwertig ist und alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge liefert. Gerade bei Welpen kommt es auf eine bedarfsdeckende, ausgewogene Rezeptur an. Im Zweifel lohnt sich eine Beratung, um ein passendes Futter für die Wachstumsphase auszuwählen.
Wie stelle ich auf getreidefreies Futter um?
Am besten langsam über mehrere Tage, indem Sie das neue Futter schrittweise unter das gewohnte mischen und den Anteil erhöhen. So gewöhnt sich der Magen an die neue Zusammensetzung. Bei einem empfindlichen Hund ist eine besonders behutsame Umstellung sinnvoll.
Fazit: Fleischanteil schlägt Schlagwort
Getreidefreies Hundefutter kann eine gute Wahl sein, vor allem bei Unverträglichkeiten oder einem empfindlichen Magen. Ein Allheilmittel ist es aber nicht, und für gesunde Hunde ist Getreide nicht grundsätzlich schlecht. Viel wichtiger als das Schlagwort getreidefrei ist ein hoher Fleischanteil, eine klare Deklaration und eine vollwertige Rezeptur. Wer getreidefrei und fleischreich kombiniert, etwa mit einem hochwertigen Nassfutter, umgeht auch die in der DCM-Debatte kritisierte Konstruktion. Wenn Sie unsicher sind, ob und welches getreidefreie Futter zu Ihrem Hund passt, schauen wir uns das gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- U.S. Food and Drug Administration (FDA): Untersuchungen und Stellungnahmen zum möglichen Zusammenhang zwischen getreidefreier, hülsenfruchtreicher Fütterung und dilatativer Kardiomyopathie (DCM).
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, tierärztliches Standardwerk zur Zusammensetzung von Hundefutter.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hundefutter.
- Mueller, Olivry und Prélaud (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research, zur Häufigkeit von Futtermittel-Allergenen beim Hund.







