Ausschlussdiät beim Hund: Anleitung, Ablauf und Dauer

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Wenn der Hund sich ständig kratzt, an den Pfoten leckt oder immer wieder Durchfall hat, fällt schnell der Verdacht auf eine Futtermittelallergie. Die einzige wirklich zuverlässige Methode, das herauszufinden, ist die Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie eine Ausschlussdiät beim Hund abläuft, wie lange sie dauert und worauf es bei der Durchführung ankommt. Wichtig vorweg: Eine Ausschlussdiät sollte tierärztlich begleitet werden, denn sie ist nur aussagekräftig, wenn sie sauber durchgeführt wird.

Ausschlussdiät beim Hund: Anleitung, Ablauf und Dauer
Ausschlussdiät beim Hund: Anleitung, Ablauf und Dauer

Ausschlussdiät beim Hund: Das Wichtigste in Kürze

Bei einer Ausschlussdiät bekommt der Hund über mehrere Wochen ausschließlich eine neue, ihm unbekannte Protein- und Kohlenhydratquelle, sonst nichts. Bessern sich die Beschwerden, folgt der Provokationstest, der die Futtermittelallergie bestätigt. Die Diät ist der zuverlässigste Weg zur Diagnose, erfordert aber Konsequenz und tierärztliche Begleitung.

  • Eine einzige Proteinquelle: über 6 bis 8 Wochen nur ein Eiweiß, das der Hund noch nie gefressen hat, plus eine unverbrauchte Kohlenhydratquelle.
  • Absolut konsequent: keine Leckerlis, keine Kauartikel, nichts nebenbei, sonst ist das Ergebnis wertlos.
  • Geduld: Erste Besserungen zeigen sich oft ab der dritten Woche, Hautsymptome brauchen länger als Verdauungsprobleme.
  • Provokation gehört dazu: Erst das erneute Füttern der alten Zutaten bestätigt, ob wirklich eine Futtermittelallergie vorliegt.
  • Tierärztlich begleiten: Andere Ursachen wie Parasiten oder Umweltallergien sollten vorher abgeklärt werden.
  • Mein Tipp: Ein klar deklariertes Monoprotein-Futter erleichtert die Diät, weil nur eine Fleischquelle enthalten ist.

Was ist eine Ausschlussdiät und wann ist sie nötig?

Eine Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, ist das diagnostische Verfahren, mit dem sich eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit beim Hund feststellen lässt. Die Idee dahinter ist einfach: Man reduziert das Futter auf wenige, neue Zutaten und beobachtet, ob die Beschwerden verschwinden. Anschließend prüft man gezielt, welcher Bestandteil sie auslöst.

Sinnvoll ist eine Ausschlussdiät, wenn der Verdacht auf eine Futtermittelallergie besteht, typische Anzeichen sind anhaltender Juckreiz, gerötete Haut, Pfotenlecken, wiederkehrende Ohrenentzündungen oder chronische Verdauungsprobleme. Wichtig: Nicht jeder Juckreiz kommt vom Futter. Auch Parasiten oder Umweltallergien können dahinterstecken. Diese Ursachen sollten vorher tierärztlich abgeklärt werden. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber zur Hundefutter-Allergie.

Übrigens sind Blut-Allergietests zur Diagnose einer Futtermittelallergie wenig zuverlässig. Die Ausschlussdiät gilt als Goldstandard, auch wenn sie aufwendiger ist.

Ausschlussdiät beim Hund: die Anleitung Schritt für Schritt

Eine Ausschlussdiät folgt einem klaren Schema in zwei Phasen. So läuft sie ab:

  1. Neue Zutaten wählen: Gemeinsam mit dem Tierarzt suchen Sie eine Proteinquelle aus, die Ihr Hund noch nie gefressen hat, etwa Pferd, Ziege, Wild oder (wenn gar nichts anders übrig bleibt) Insekt, dazu eine unverbrauchte Kohlenhydratquelle wie Süßkartoffel.
  2. Eliminationsphase, 6 bis 8 Wochen: In dieser Zeit bekommt der Hund ausschließlich diese eine Protein- und Kohlenhydratquelle, sonst nichts. Das gilt auch für Snacks, Kauartikel und aromatisierte Medikamente.
  3. Beobachten und dokumentieren: Notieren Sie täglich die Symptome. Erste Besserungen zeigen sich oft ab der dritten Woche, bei Hautproblemen kann es länger dauern.
  4. Provokationstest: Ist der Hund mehrere Wochen beschwerdefrei, füttern Sie wieder das alte Futter beziehungsweise einzelne frühere Zutaten. Kehren die Symptome zurück, ist die Futtermittelallergie bestätigt.
  5. Auslöser eingrenzen: Über die schrittweise Provokation einzelner Komponenten lässt sich herausfinden, worauf der Hund konkret reagiert, und daraus ein dauerhaft passendes Futter ableiten.

Der Provokationstest wirkt unlogisch, ist aber entscheidend: Ohne ihn bleibt die Diagnose unsicher, weil eine Besserung auch andere Gründe haben kann, etwa eine abklingende Pollensaison. Erst die Rückkehr der Symptome unter den alten Zutaten macht die Diagnose eindeutig.

Wie lange dauert eine Ausschlussdiät?

In der Regel dauert die Eliminationsphase sechs bis acht Wochen. Bessern sich die Symptome deutlich, kann sie schon nach etwa sechs Wochen abgeschlossen werden. Bleiben die Beschwerden bestehen oder bessern sich nur teilweise, wird die Diät auf bis zu zwölf Wochen verlängert, bevor man sie als nicht erfolgreich einstuft.

Zur Orientierung, wann mit einer Besserung zu rechnen ist:

ZeitraumWas zu erwarten ist
Ab Woche 3bei einem Teil der Hunde erste sichtbare Besserung
Nach 6 Wochenbei vielen allergischen Hunden deutliche Besserung der Symptome
Bis Woche 12Verlängerung bei hartnäckigen oder vor allem hautbezogenen Beschwerden

Verdauungsbeschwerden wie Durchfall klingen oft schneller ab als Hautsymptome. Wichtig ist, in dieser Zeit konsequent zu bleiben, ein einziger Ausrutscher mit dem falschen Leckerli kann das Ergebnis verfälschen.

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Christina Williger, Anifit-Fachberaterin
Christina Williger, Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Welches Futter eignet sich für die Ausschlussdiät?

Geeignet ist ein Futter mit einer einzigen, möglichst neuen Proteinquelle und wenigen, klar deklarierten Zutaten. Hier haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Selbst kochen: eine neue Fleischsorte mit einer unverbrauchten Kohlenhydratquelle, sehr kontrollierbar, aber aufwendig und auf Dauer nur mit Nährstoffausgleich ausgewogen.
  • Fertiges Monoprotein-Futter: ein hochwertiges Nass- oder Trockenfutter mit nur einer Fleischquelle, praktisch und alltagstauglich.

Bei der Wahl der Proteinquelle gilt: Sie sollte neu für den Hund sein, muss aber nicht möglichst exotisch sein. Wichtiger ist, dass wirklich nur eine Fleischquelle enthalten ist und keine versteckten Zutaten das Ergebnis verfälschen. Ein gut geeignetes Monoprotein-Nassfutter ist zum Beispiel Anifit-Nassfutter mit einer klar benannten, einzelnen Fleischquelle, hohem Fleischanteil und ohne Zucker oder künstliche Zusätze. So lässt sich gut testen, was der Hund verträgt. Worauf es beim Fleischanteil ankommt, lesen Sie im Ratgeber zu Fleisch im Hundefutter.

Konkrete Monoprotein-Sorten sind bei Anifit Gockels Duett mit Huhn, Moby Dick mit Fisch und Gans im Glück mit Gans. Bei RyDog eignen sich die Sorten Vitalmenü Huhn, Vitalmenü Lamm und Vitalmenü Bio-Rind, jeweils mit nur einer Tierart. Wählen Sie davon eine Proteinquelle, die Ihr Hund bisher nicht oder kaum bekommen hat.

Häufige Fehler bei der Ausschlussdiät

  • Heimliche Snacks: Ein Leckerli, ein Kauknochen oder Essensreste reichen, um die ganze Diät unbrauchbar zu machen.
  • Zu früh aufgeben: Wer nach zwei Wochen ohne Besserung abbricht, verpasst, dass viele Hunde erst ab der dritten bis sechsten Woche reagieren.
  • Den Provokationstest auslassen: Ohne ihn bleibt die Diagnose unsicher, auch wenn es dem Hund besser geht.
  • Eine schon bekannte Proteinquelle wählen: Hat der Hund das Eiweiß früher gefressen, taugt es nicht für die Diät.
  • Den Freilauf unterschätzen: Ein Hund, der unterwegs alles aufsammelt, sollte in dieser Zeit besser an der Leine bleiben.

Welches Futter sich nach der Ausschlussdiät dauerhaft eignet, lesen Sie im Ratgeber Hypoallergenes Hundefutter.

Ob sich getreidefreies Futter für Ihren Hund eignet, lesen Sie im Ratgeber Getreidefreies Hundefutter.

FAQ: Häufige Fragen zur Ausschlussdiät beim Hund

Was ist eine Ausschlussdiät beim Hund?

Eine Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, ist das diagnostische Verfahren zur Feststellung einer Futtermittelallergie. Der Hund bekommt über mehrere Wochen nur eine neue Protein- und Kohlenhydratquelle. Bessern sich die Beschwerden und kehren beim Provokationstest zurück, ist die Allergie bestätigt.

Wie läuft eine Ausschlussdiät ab?

In zwei Phasen: Zuerst füttern Sie 6 bis 8 Wochen ausschließlich eine neue Proteinquelle plus eine unverbrauchte Kohlenhydratquelle, sonst nichts. Danach folgt der Provokationstest, bei dem die alten Zutaten wieder gegeben werden. Kehren die Symptome zurück, liegt eine Futtermittelallergie vor.

Was passiert, wenn mein Hund zwischendurch etwas anderes frisst?

Schon kleine Mengen eines anderen Futters, ein Leckerli oder Essensreste können das Ergebnis verfälschen. Passiert es, beginnt die strikte Phase praktisch von vorn. Achten Sie deshalb auf Zugang zu Katzenfutter, Tischresten und Kauartikeln.

Wann zeigt die Ausschlussdiät eine Besserung?

Erste Besserungen zeigen sich bei einem Teil der Hunde ab der dritten Woche, nach sechs Wochen bessern sich die Symptome bei vielen allergischen Hunden deutlich. Verdauungsbeschwerden klingen meist schneller ab als Hautsymptome, die oft mehr Geduld brauchen.

Kann ich die Ausschlussdiät mit selbst gekochtem Futter machen?

Ja, eine selbst gekochte Ration aus einer einzigen neuen Protein- und Kohlenhydratquelle ist möglich und gut steuerbar. Für die mehrwöchige Dauer sollte sie aber bedarfsdeckend zusammengestellt sein, lassen Sie sich dabei am besten begleiten.

Muss ich den Provokationstest wirklich machen?

Ja. Ohne den Provokationstest bleibt die Diagnose unsicher, denn eine Besserung kann auch andere Gründe haben, etwa eine abklingende Pollensaison. Erst wenn die Symptome unter den alten Zutaten zurückkehren, ist die Futtermittelallergie eindeutig bestätigt.

Welche Proteinquelle soll ich für die Ausschlussdiät wählen?

Eine, die Ihr Hund noch nie gefressen hat, zum Beispiel Pferd, Ziege, Wild oder Insekt. Sie muss nicht möglichst exotisch sein, wichtiger ist, dass sie neu ist und konsequent als einzige Quelle gefüttert wird. Die Auswahl stimmen Sie am besten mit dem Tierarzt ab.

Darf mein Hund während der Ausschlussdiät Leckerlis bekommen?

Nein. Während der Eliminationsphase gibt es nichts außer der gewählten Protein- und Kohlenhydratquelle, also keine Leckerlis, Kauartikel oder Essensreste. Schon ein einziger Ausrutscher kann das Ergebnis verfälschen. Auch aromatisierte Medikamente sollten mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Kann ich die Futtermittelallergie nicht per Bluttest feststellen?

Blut-Allergietests sind zur Diagnose einer Futtermittelallergie wenig zuverlässig. Die Ausschlussdiät gilt als Goldstandard, auch wenn sie aufwendiger ist. Bluttests können allenfalls bei Umweltallergien zusätzliche Hinweise geben, ersetzen aber nicht die Eliminationsdiät.

Was, wenn die Ausschlussdiät nicht hilft?

Bleiben die Symptome auch nach bis zu zwölf Wochen bestehen, sollten Sie erneut tierärztlichen Rat einholen. Möglicherweise war die gewählte Proteinquelle doch nicht neu, es liegt keine Futtermittelallergie vor oder eine andere Ursache wie eine Umweltallergie steckt dahinter.

Fazit: Konsequenz führt zum Ziel

Die Ausschlussdiät ist der zuverlässigste Weg, einer Futtermittelallergie beim Hund auf die Spur zu kommen. Sie verlangt Geduld und Disziplin: über mehrere Wochen nur eine neue Protein- und Kohlenhydratquelle, ohne Ausnahmen, gefolgt vom Provokationstest. Genau diese Konsequenz macht das Ergebnis aussagekräftig. Begleiten lassen sollten Sie die Diät tierärztlich, damit andere Ursachen ausgeschlossen werden und die Auswertung stimmt. Wenn Sie bei der Umsetzung und der Futterauswahl Unterstützung möchten, schauen wir uns das gern gemeinsam an.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, tierärztliches Standardwerk, unter anderem zur Eliminationsdiät bei Futtermittelallergie.
  • Fachinformationen tierärztlicher Dermatologie zur Durchführung und Dauer der Ausschlussdiät sowie zum Stellenwert des Provokationstests.
  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, zur ausgewogenen Zusammensetzung von Hundefutter.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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