Känguru für Hunde: exotisches Novel-Protein für Allergiker

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Känguru zählt zu den spannendsten exotischen Fleischsorten im Hundenapf. Es ist eines der magersten Fleische überhaupt, von Natur aus eisenreich und vor allem ein echtes Novel-Protein: eine Eiweißquelle, mit der die meisten Hunde noch nie in Berührung gekommen sind. Genau das macht Känguru für Hunde mit Futtermittelallergie und für Ausschlussdiäten so wertvoll. In diesem Beitrag erkläre ich, was Känguru besonders macht, warum es bei Allergien hilft, wie es ernährungsphysiologisch einzuordnen ist und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Känguru für Hunde: exotisches Novel-Protein für Allergiker
Känguru für Hunde: exotisches Novel-Protein für Allergiker

Känguru für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Känguru ist ein exotisches Novel-Protein, also eine Eiweißquelle, die Hunde so gut wie nie zuvor gefressen haben. Das macht es ideal für Hunde mit Futtermittelallergie und für Ausschlussdiäten. Gleichzeitig ist Kängurufleisch sehr mager, eiweißreich und von Natur aus reich an Eisen. Es wird meist aus australischem Wildbestand gewonnen und gilt als naturnah. Wichtig ist, auf eine klare Deklaration zu achten und zu wissen, ob ein Produkt ein Alleinfutter oder ein Ergänzungsfuttermittel ist.

  • Echtes Novel-Protein: exotisch und selten, daher ideal für Allergiker
  • Sehr mager: eine der fettärmsten Fleischsorten, dabei eiweißreich
  • Eisenreich: liefert von Natur aus Eisen, Zink und Vitamin B12
  • Lange Transportwege: wird aus Australien importiert, ökologisch ein Nachteil
  • Auf Deklaration achten: Alleinfutter oder Ergänzungsfuttermittel unterscheiden
  • Mein Rat: nicht als Alltagsfutter nutzen, sondern als Novel-Protein für einen möglichen Allergiefall aufheben

Was macht Känguru als Hundefutter besonders?

Känguru vereint gleich mehrere Eigenschaften, die es im Hundenapf besonders machen. Zum einen ist es ein exotisches Fleisch, das in der Hundeernährung kaum verbreitet ist, also ein echtes Novel-Protein. Zum anderen ist es außergewöhnlich mager und liefert trotzdem viel hochwertiges Eiweiß. Dazu kommt ein von Natur aus hoher Eisengehalt sowie Zink und Vitamin B12. Gewonnen wird Kängurufleisch überwiegend aus freilebenden Beständen in Australien, was ihm einen naturnahen Charakter gibt. Allerdings muss es über weite Strecken nach Europa importiert werden, was ökologisch ein klarer Nachteil ist. Diese Kombination aus exotisch und mager findet man zwar bei kaum einer anderen Fleischsorte, ein Alltagsfutter ist Känguru aus den genannten Gründen aber nicht.

Ist Känguru gut für Hunde mit Allergien?

Hier liegt die eigentliche Stärke von Känguru. Eine Futtermittelallergie entwickelt sich gegen Eiweiße, die der Hund schon kennt, häufig gegen klassische Sorten wie Rind oder Huhn. Känguru hat dagegen kaum ein Hund je gefressen, deshalb ist eine bestehende Allergie sehr unwahrscheinlich. Damit eignet es sich hervorragend als Eiweißquelle für eine Ausschlussdiät und als Monoprotein-Futter. Wenn Ihr Hund unter Juckreiz oder anderen Allergiesymptomen leidet, kann Känguru im Rahmen einer Ausschlussdiät ein wichtiger Baustein sein. Eine solche Diät sollte immer in Absprache mit der Tierarztpraxis geplant werden, damit die Auswertung verlässlich ist.

Nährwerte: warum Känguru so mager ist

Känguru gehört zu den fettärmsten Fleischsorten überhaupt. Während viele Fleische je nach Teilstück deutlich mehr Fett mitbringen, liegt Känguru meist nur bei wenigen Prozent. Gleichzeitig ist der Eiweißgehalt hoch und die Eisenversorgung sehr gut. Das macht Känguru zu einer leichten, aber nährstoffdichten Eiweißquelle, die auch für Hunde geeignet ist, die nicht zu viel Fett vertragen oder Gewicht halten sollen. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen.

EigenschaftKänguru
Eiweißhoch
Fettsehr niedrig, meist 1 bis 3 Prozent
Eisenvon Natur aus hoch
Weitere NährstoffeZink und Vitamin B12
Besonderheitexotisches Novel-Protein aus Wildbestand

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Känguru im Vergleich zu anderen Fleischsorten

Känguru steht in einer Reihe mit anderen mageren, seltenen Eiweißquellen, hat aber seine eigenen Stärken. Im Vergleich zu mageren heimischen Wildsorten wie Hirsch oder zu Pferd ist Känguru noch exotischer und damit als Novel-Protein noch unverbrauchter, dafür muss es importiert werden. Wer eine seltene Eiweißquelle sucht, die heimisch und meist günstiger ist, findet in Pferd oder Wild gute Alternativen. Geht es dagegen um maximale Exotik für einen besonders hartnäckigen Allergiefall, spielt Känguru seine Stärke aus. Die folgende Übersicht ordnet die mageren Sorten ein.

FleischsorteFett (ca.)Eignung
Känguru1 bis 3 Prozentexotisches Novel-Protein, ideal für schwierige Allergiefälle
Hirsch und Wild1 bis 3 Prozentheimisches, mageres Novel-Protein
Pferd2 bis 5 Prozentmager, seltene heimische Eiweißquelle
Rind2 bis 20 Prozenthäufig, aber eines der häufigsten Allergene

Worauf Sie bei Känguru-Hundefutter achten sollten

Damit Känguru seine Vorteile wirklich ausspielt, lohnt ein genauer Blick auf das Produkt. Achten Sie auf eine klare Deklaration mit hohem, benanntem Känguru-Anteil und darauf, dass für eine echte Ausschlussdiät wirklich nur diese eine Tierart enthalten ist. Wichtig ist außerdem die Unterscheidung, ob es sich um ein vollständiges Alleinfutter oder um ein Ergänzungsfuttermittel handelt, das noch ergänzt werden muss. Ein reines Fleischprodukt ohne weitere Bausteine ist allein nicht ausgewogen. Wie viel Ihr Hund insgesamt braucht, lesen Sie im Ratgeber Wie viel Hundefutter pro Tag. Wer roh füttert, kann Känguru wie anderes Fleisch in der Rohfütterung einsetzen.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Känguru unter normalen Umständen ausdrücklich nicht als Alltagsfutter. Der Grund ist strategisch: Ein so exotisches Novel-Protein sollte man sich aufheben. Entwickelt der Hund später einmal eine Futtermittelallergie, hat man mit Känguru dann noch eine wirklich unverbrauchte Eiweißquelle für eine Ausschlussdiät in der Hinterhand, und dieser Vorteil ist dahin, wenn man es schon im Alltag verfüttert. Dazu kommt der lange Transportweg aus Australien, der ökologisch ein klarer Nachteil ist. Wenn es im Allergiefall aber gezielt Känguru sein soll, empfehle ich ein reines, gut deklariertes Produkt. Ein im Hundefutter-Test überzeugendes Beispiel ist das MjAMjAM Delikates Känguru pur, ein als Alleinfutter deklariertes, reines Kängurufutter. Für die tägliche Basis setze ich dagegen auf ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Wichtig: Känguru ist eine Eiweißquelle, kein Heilmittel. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie gehört die Diagnose und die Planung einer Ausschlussdiät in die Tierarztpraxis. Achten Sie darauf, ob ein Produkt ein Alleinfutter oder ein zu ergänzendes Ergänzungsfuttermittel ist.

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Häufige Fragen zu Känguru für Hunde

Ist Känguru ein Novel-Protein?

Ja, Känguru ist ein klassisches exotisches Novel-Protein, also eine Eiweißquelle, mit der die meisten Hunde noch nie in Kontakt gekommen sind. Genau das macht es für Ausschlussdiäten und für Hunde mit Futtermittelallergie so interessant. Da der Körper das Eiweiß nicht kennt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion gering.

Kann mein Hund auf Känguru allergisch reagieren?

Grundsätzlich kann ein Hund auf jedes Eiweiß allergisch werden, auch auf Känguru. Weil es aber so selten gefüttert wird, ist eine bestehende Allergie sehr unwahrscheinlich. Wird Känguru dauerhaft und häufig gefüttert, kann der Vorteil als Novel-Protein mit der Zeit verloren gehen, deshalb wird es bei Ausschlussdiäten gezielt eingesetzt.

Ist Kängurufleisch fettarm?

Ja, Känguru gehört zu den magersten Fleischsorten überhaupt und liefert dabei viel hochwertiges Eiweiß. Das macht es auch für Hunde interessant, die nicht zu viel Fett bekommen sollen. Trotzdem sollte die Gesamtration immer zum Bedarf des Hundes passen.

Schmeckt Hunden Känguru?

Die meisten Hunde nehmen Känguru sehr gut an, der Geschmack ist kräftig und leicht wildartig. Gerade wählerische Hunde lassen sich damit oft begeistern. Wie bei jedem neuen Futter sollten Sie die Umstellung langsam angehen.

Woher kommt das Kängurufleisch und ist es nachhaltig?

Kängurufleisch stammt meist aus Wildbestand in Australien und wächst frei und ohne intensive Tierhaltung auf. Ökologisch ist allerdings der lange Transportweg nach Europa ein klarer Nachteil. Auch deshalb empfehle ich Känguru nicht als Alltagsfutter, sondern rate dazu, sich dieses Novel-Protein für einen möglichen Allergiefall aufzuheben.

Kann ich Känguru barfen?

Ja, Känguru lässt sich wie anderes Fleisch auch roh in der Rohfütterung einsetzen. Wichtig sind dabei einwandfreie Qualität und saubere Hygiene bei Lagerung und Verarbeitung. Wie bei allen Fleischsorten ist pures Fleisch allein aber keine vollständige Mahlzeit.

Ist Känguru für Welpen geeignet?

Känguru ist als mageres, gut verträgliches Fleisch grundsätzlich auch für Welpen geeignet. Beim Welpen ist eine ausgewogene Ration mit dem richtigen Calcium-Phosphor-Verhältnis aber besonders wichtig. Nutzen Sie hier am besten ein vollständiges Welpenfutter oder lassen Sie die Ration fachlich begleiten.

Ist Känguru teurer als normales Hundefutter?

Da Känguru importiert wird und exotisch ist, liegt der Preis meist über dem von heimischen Fleischsorten. Für Hunde mit Allergien oder für eine Ausschlussdiät kann sich der Aufpreis aber lohnen. Wer kein Känguru braucht, fährt mit einer hochwertigen heimischen Sorte oft günstiger.

Enthält Känguru viel Eisen?

Ja, Känguru ist von Natur aus reich an Eisen und liefert zudem Zink und Vitamin B12. Das macht es zu einer nährstoffreichen, mageren Eiweißquelle. Als Teil einer ausgewogenen Ration trägt es so zur Nährstoffversorgung bei.

Ist reines Känguru ein Alleinfutter?

Das hängt vom Produkt ab: Manche reinen Fleischdosen sind Ergänzungsfuttermittel und müssen ergänzt werden, andere sind als vollständiges Alleinfutter ausgewogen zusammengestellt. Ein Blick auf die Deklaration verrät es. Das von mir getestete MjAMjAM Delikates Känguru pur ist zum Beispiel als Alleinfuttermittel deklariert.

Welche anderen Fleischsorten eignen sich für Hunde?

Känguru ist eine von mehreren Eiweißquellen für Hunde. Bei den gängigen Sorten eignen sich Rind, Hähnchen und Pute, wobei Rind und Huhn zu den häufigeren Allergenen gehören. Magere oder seltenere Alternativen sind mageres Wild wie Hirsch, außerdem Pferd, Lamm, Ziege oder Kaninchen, dazu fettreichere Geflügelsorten wie Ente und Gans. Schwein ist nur gegart geeignet. Welche Sorte am besten passt, hängt von Verträglichkeit und möglichen Allergien Ihres Hundes ab.

Zusammenfassung

Känguru ist ein exotisches Novel-Protein, das sich vor allem für Hunde mit Futtermittelallergie und für Ausschlussdiäten eignet, weil es kaum ein Hund zuvor gefressen hat. Es ist außergewöhnlich mager, eiweißreich und von Natur aus eisenreich und stammt meist aus australischem Wildbestand. Beim Kauf zählt eine klare Deklaration und die Unterscheidung zwischen Alleinfutter und Ergänzungsfuttermittel. Als Alltagsfutter ist Känguru selten nötig, als gezielter Baustein bei Allergien ist es aber sehr wertvoll.

Mein Fazit aus der Beratung: Känguru ist ein Spezialist, kein Alleskönner, und spielt seine Stärke bei schwierigen Allergiefällen aus. Welche Fleischsorten es sonst noch gibt und wie sie sich unterscheiden, lesen Sie im Überblick zu Fleisch im Hundefutter. Wie eine Ration grundsätzlich aufgebaut ist, lesen Sie in den Grundlagen der Hundeernährung.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Mueller, Olivry, Prélaud (2016): „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals“, BMC Veterinary Research, zu den häufigsten Futtermittelallergenen beim Hund
  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu Eiweißquellen und Ausschlussdiäten
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, mit der Unterscheidung von Allein- und Ergänzungsfuttermitteln
  • MSD Veterinary Manual, tierärztliche Fachinformationen zu Futtermittelallergien und Eliminationsdiäten beim Hund
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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