Hirsch für Hunde: mageres Wildfleisch als Proteinquelle

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Hirsch ist eines der hochwertigsten und zugleich magersten Fleischsorten, die Sie Ihrem Hund anbieten können. Als Wildfleisch wird es nur selten gefüttert, gilt also als vergleichsweise neue Eiweißquelle und ist damit gerade für Allergiker und sensible Hunde interessant. Dazu ist Hirsch besonders fettarm und eisenreich. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was Hirschfleisch ernährungsphysiologisch leistet, warum Wild bei Allergien einen Blick wert ist, was Sie beim Thema Wildschwein unbedingt beachten müssen und wie Hirsch als Leckerli und Kauartikel punktet.

Hirsch für Hunde: mageres Wildfleisch als Proteinquelle
Hirsch für Hunde: mageres Wildfleisch als Proteinquelle

Hirsch für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Hirschfleisch ist für Hunde sehr gut geeignet, besonders mager, eiweißreich, eisenreich und leicht verdaulich. Als selten gefüttertes Wild ist es eine vergleichsweise neue Eiweißquelle und damit interessant für Allergiker und sensible Hunde. Roh wie gegart ist Reh und Hirsch unbedenklich, anders als beim Wildschwein, das wegen des Aujeszky-Virus niemals roh gefüttert werden darf. Auch als Leckerli und Kauartikel ist Hirsch beliebt.

  • Selten gefüttert: Wild wie Hirsch ist eine vergleichsweise neue Eiweißquelle, interessant bei Allergien
  • Besonders mager: sehr fettarm und eisenreich, leicht verdaulich und gut für sensible Hunde
  • Reh und Hirsch unbedenklich: tragen nicht das Aujeszky-Virus, das nur Schweine und Wildschweine betrifft
  • Achtung Wildschwein: rohes Schwarzwild ist tabu, Reh und Hirsch sind davon nicht betroffen
  • Beliebt als Snack: getrocknete Hirsch-Leckerlis sind mager und gut verträglich
  • Mein Rat: Hirsch ist eine wunderbar magere Eiweißquelle, am besten als Teil einer abwechslungsreichen Ration

Ist Hirschfleisch gesund für Hunde?

Ja, Hirschfleisch ist eine sehr gesunde Eiweißquelle für Hunde. Es liefert hochwertiges, gut verfügbares Protein und gehört zugleich zu den magersten Fleischsorten überhaupt. Besonders hervorzuheben ist der hohe Eisengehalt, dazu kommen B-Vitamine und Mineralstoffe. Die Kombination aus viel Eiweiß und wenig Fett macht Hirsch leicht verdaulich und gut bekömmlich, auch für Hunde mit empfindlichem Magen oder Neigung zu Übergewicht. Die folgende Übersicht zeigt, was in Hirschfleisch ungefähr steckt.

Nährwert (100 g Hirschfleisch)Gehalt (Richtwert)
Eiweißetwa 20 bis 22 g
Fettetwa 2 bis 3 g, sehr mager
Eisenbesonders reichlich
B-Vitaminereichlich enthalten

Hirsch und Wild als Novel Protein bei Allergien

Ein großer Pluspunkt von Hirsch ist, dass Wild nur selten im Napf landet. Dadurch ist es für die meisten Hunde eine neue, unbekannte Eiweißquelle, ein sogenanntes Novel Protein. Weil das Immunsystem Wild noch nie als Allergen kennengelernt hat, ist das Risiko einer Reaktion gering. Damit eignet sich Hirsch gut für eine Ausschlussdiät beim Hund, bei der zeitweise auf eine neue Eiweißquelle umgestellt wird, oft in Form eines Monoprotein-Hundefutters. Voraussetzung ist, dass Ihr Hund vorher tatsächlich noch kein Wild bekommen hat.

Reagiert Ihr Hund mit Juckreiz oder Hautproblemen auf gängige Sorten, kann Hirsch also einen Versuch wert sein, mehr zur Einordnung im Ratgeber zu Allergie und Juckreiz. Die folgende Übersicht zeigt, für welche Hunde sich Hirsch besonders anbietet.

Hirsch ist besonders geeignet fürWarum
Hunde mit Allergie gegen gängige Proteineselten gefütterte, neue Eiweißquelle für die Ausschlussdiät
Sensible Hunde mit empfindlichem Magenbesonders mager und leicht verdaulich
Übergewichtige Hundesehr fettarm bei hohem Eiweißgehalt
Aktive Hundeeisenreiches, hochwertiges Eiweiß

Hirsch als Leckerli und Kauartikel

Hirsch ist auch als Snack sehr beliebt, und das aus gutem Grund: Hirsch-Leckerlis sind mager, gut verträglich und passen perfekt zur seltenen Eiweißquelle, was sie gerade für Allergiker praktisch macht, weil sie eine laufende Ausschlussdiät nicht durcheinanderbringen. Eine magere Variante ist zum Beispiel das Anifit Leckerli Hirsch. Achten Sie wie immer auf reine Produkte ohne Zucker, Getreide und künstliche Zusätze und rechnen Sie Snacks in die Tagesration ein.

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Ob Hirsch die richtige Eiweißquelle für Ihren Hund ist, gerade bei Allergieverdacht oder sensiblem Magen, und wie Sie eine Ausschlussdiät sauber aufbauen, schauen wir uns gern gemeinsam an. Ich helfe Ihnen, das Futter passend zu Verträglichkeit, Gewicht und Gesundheit Ihres Hundes aufzustellen.

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Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Hirschfleisch roh oder gekocht und die Sache mit dem Wildschwein

Reh und Hirsch können roh oder gegart gefüttert werden. Roh bleibt das Fleisch nährstoffreich, erfordert aber wie jedes rohe Fleisch saubere Hygiene und eine kontrollierte Herkunft, mehr dazu im Ratgeber Hygiene beim Barfen und in der Abwägung unter BARF für Hunde. Wichtig ist eine klare Abgrenzung: Das gefährliche Aujeszky-Virus, das rohes Schweinefleisch für Hunde lebensgefährlich macht, betrifft nur Schweine und Wildschweine. Reh- und Rotwild wie Hirsch sind davon nicht betroffen und unbedenklich. Rohes Wildschwein dagegen ist tabu. Gekochte Knochen sollten Sie generell weglassen, da sie splittern.

Wie viel Hirschfleisch darf mein Hund fressen?

Wie viel Hirsch passt, hängt davon ab, ob es Beilage oder Teil der Hauptration ist. Als gelegentliche Beilage zu einem Alleinfutter reichen kleine Mengen, die Sie in die Tagesration einrechnen. Wird selbst zusammengestellt oder gebarft, macht Fleisch einen großen Teil der Ration aus, muss dann aber gezielt mit Innereien, Knochen oder Calciumquelle, einer Fettquelle und weiteren Komponenten ergänzt werden, damit nichts fehlt. Gerade weil Hirsch so mager ist, ist auf ausreichend Energie und eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten. Wie Sie die Gesamtmenge berechnen, lesen Sie im Ratgeber Wie viel Hundefutter pro Tag.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich Hirsch vor allem dann, wenn ein Hund auf gängige Sorten empfindlich reagiert oder ein besonders mageres, hochwertiges Futter braucht. Als selten gefüttertes Wild ist es bei Allergieverdacht eine sehr gute Eiweißquelle für den Einstieg in eine Ausschlussdiät. Wichtig ist mir die Qualität und eine geprüfte Herkunft: Die Basis ist bei mir immer ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe. Als getrockneten Topper für die Ration nutze ich zum Beispiel das Anifit Trockenbarf Hirsch. Schon fertig kombiniert ist die RyDog Fleisch-Flocke Hirsch: Sie kann als Alleinfuttermittel verwendet werden. Da Nassfutter für Hunde aber die artgerechtere Ernährungsform ist, empfehle ich sie eher als Ergänzung zum Anifit-Nassfutter.

Wichtig: Hirschfleisch ist eine sehr gute, magere Eiweißquelle, aber kein Heilmittel und kein Alleinfutter. Wegen des geringen Fettgehalts ist auf eine insgesamt bedarfsdeckende Ration zu achten. Bei anhaltendem Juckreiz, Hautproblemen oder Verdauungsbeschwerden sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden, am besten begleitet von einer fachgerechten Ausschlussdiät.

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Häufige Fragen zu Hirschfleisch für Hunde

Hat Hirschfleisch viel Fett?

Nein, Hirsch gehört zu den magersten Fleischsorten überhaupt, mit sehr wenig Fett bei hohem Eiweiß- und Eisengehalt. Das macht es leicht verdaulich und gut für Hunde, die schlank bleiben sollen. Wegen des geringen Fettgehalts sollte die Ration insgesamt aber ausgewogen sein und genug Energie liefern.

Eignet sich Hirsch bei einer Futtermittelallergie?

Ja, Wild wie Hirsch wird nur selten gefüttert und gilt daher als vergleichsweise neue Eiweißquelle, was es bei Allergieverdacht interessant macht. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Hund vorher nie Wild bekommen hat. Sicher klären lässt sich eine Allergie nur über eine fachgerechte Ausschlussdiät.

Ist rohes Reh- oder Hirschfleisch für Hunde gefährlich?

Rohes Reh und Hirsch sind wie anderes rohes Fleisch unbedenklich, solange die Hygiene stimmt, sie tragen nicht das gefährliche Aujeszky-Virus. Das betrifft ausschließlich Schweine und Wildschweine. Rohes Wildschwein ist dagegen tabu. Achten Sie bei Wild zudem auf eine kontrollierte, geprüfte Herkunft.

Wie oft darf mein Hund Hirsch-Leckerlis bekommen?

Hochwertige Hirsch-Leckerlis sind eine gute, magere Wahl, sollten aber wie alle Leckerlis in Maßen gegeben und in die Tagesration eingerechnet werden. Als grobe Regel sollten Leckerlis nur einen kleinen Teil der täglichen Energie ausmachen. Achten Sie auf reine Produkte ohne Zucker und künstliche Zusätze.

Ist Hirsch besser als anderes Fleisch?

Besser oder schlechter gibt es nicht, Hirsch hat aber besondere Stärken: Es ist sehr mager, eisenreich und selten allergen. Für Allergiker, sensible oder schlankheitsbewusste Hunde ist es daher eine sehr gute Wahl. Wichtiger als die einzelne Sorte ist immer eine insgesamt ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung.

Dürfen Welpen Hirschfleisch essen?

Ja, Hirsch ist als mageres, leicht verdauliches und selten allergenes Eiweiß auch für Welpen geeignet. Wichtiger als die Sorte ist beim Welpen ein insgesamt bedarfsdeckendes, altersgerechtes Futter mit richtigem Calcium-Phosphor-Verhältnis. Führen Sie neue Komponenten langsam ein.

Sollte Wildfleisch für Hunde aus geprüfter Herkunft stammen?

Ja, achten Sie bei Wild auf eine kontrollierte, lebensmitteltaugliche Herkunft, denn nur so ist die hygienische Qualität gesichert. Hochwertiges Wildfutter und geprüfte Wild-Leckerlis erfüllen das. Von rohem Fleisch aus unklarer Quelle, besonders von Wildschwein, sollten Sie absehen.

Ist Hirsch für Hunde mit empfindlichem Magen geeignet?

Sehr gut sogar, denn Hirsch ist mager, leicht verdaulich und wird von den meisten Hunden problemlos vertragen. Gerade bei sensiblen Hunden ist es oft einen Versuch wert. Bei anhaltenden Beschwerden lohnt zusätzlich ein Blick auf die gesamte Ration und eine tierärztliche Abklärung.

Worauf achte ich bei Hundefutter mit Hirsch?

Achten Sie auf eine klare Deklaration: Gut ist, wenn Hirsch namentlich und mit Prozentangabe genannt wird, nicht nur als unklares „Wild“. So wissen Sie, was wirklich drin ist, was gerade bei Allergikern wichtig ist. Hochwertiges Futter verzichtet zudem auf Zucker, Getreide und künstliche Zusätze.

Kann ich bei Allergie auf gängige Sorten auf Hirsch umsteigen?

Ja, weil Wild selten gefüttert wird, ist Hirsch ein guter Kandidat als neue Eiweißquelle, wenn ein Hund auf Rind, Huhn und Co. reagiert. Voraussetzung ist, dass Ihr Hund vorher kein Wild bekommen hat. Die Verträglichkeit klären Sie am besten über eine Ausschlussdiät, begleitet von der Tierarztpraxis.

Welche Fleischsorten sind eine gute Alternative zu Hirsch?

Wer abwechseln möchte, hat viele Möglichkeiten. Als magere Alltagssorten bieten sich Putenfleisch und Rindfleisch an, für sensible Hunde eignen sich seltenere Eiweißquellen wie Kaninchen, Ziege, Lammfleisch und Pferdefleisch, und auch Ente ist eine schmackhafte Abwechslung. Wild wie Hirsch bleibt dabei eine besonders magere, naturnahe Option. Ebenfalls möglich sind das exotische Känguru und die fettreichere Gans.

Zusammenfassung

Hirschfleisch ist eine besonders magere, eisenreiche und hochwertige Eiweißquelle für Hunde. Als selten gefüttertes Wild ist es zugleich eine vergleichsweise neue Eiweißquelle, was es für Allergiker und sensible Hunde interessant macht. Reh und Hirsch sind roh wie gegart unbedenklich, denn das gefährliche Aujeszky-Virus betrifft ausschließlich Schweine und Wildschweine. Rohes Wildschwein bleibt dagegen tabu. Auch als Leckerli ist Hirsch eine gute, magere Wahl.

Mein Fazit aus der Beratung: Hirsch ist eine wunderbar magere, hochwertige Option, gerade bei Allergieverdacht, immer als Teil einer ausgewogenen Ration und aus geprüfter Herkunft. Welche Fleischsorten es sonst noch gibt und wie sie sich unterscheiden, lesen Sie im Überblick zu Fleisch im Hundefutter. Wie eine Ration grundsätzlich aufgebaut ist, lesen Sie in den Grundlagen der Hundeernährung.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Mueller R.S., Olivry T., Prélaud P. (2016): „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats“, BMC Veterinary Research, zur Rolle seltener Eiweißquellen in der Ausschlussdiät
  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und Tierseucheninfo Niedersachsen: Aujeszkysche Krankheit als Schweine- und Wildschweinkrankheit, kein rohes Wildschwein an Hunde verfüttern
  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Eiweißquellen
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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