Kohlenhydrate im Hundefutter: Welche Quellen sind sinnvoll?

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„Wie viele Kohlenhydrate braucht mein Hund eigentlich, und welche Quelle ist die beste?“ Diese Frage stellen mir in der Beratung viele, die sich durch den Dschungel aus Getreide, getreidefrei, Süßkartoffel und Hülsenfrüchten kämpfen. Die gute Nachricht: Es ist weniger kompliziert, als die Verpackungen vermuten lassen. In diesem Beitrag bewerte ich die gängigen Kohlenhydratquellen für Hunde sachlich, von Reis über Kartoffel bis Quinoa, und zeige Ihnen, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.

Kohlenhydrate im Hundefutter: Welche Quellen sind sinnvoll?
Kohlenhydrate im Hundefutter: Welche Quellen sind sinnvoll?

Kohlenhydrate im Hundefutter: Das Wichtigste in Kürze

Hunde brauchen keine großen Mengen Kohlenhydrate, können aufgeschlossene Stärke aber gut als Energiequelle nutzen. Sinnvoll sind gut verträgliche, gegarte Quellen in maßvollem Anteil. Gut geeignet sind Reis, Kartoffel und Süßkartoffel, auch Hafer, Hirse und die Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen. Entscheidend ist die Qualität der Gesamtrezeptur, nicht das Label „getreidefrei“.

  • Kein hoher Bedarf: Kohlenhydrate sind für den Hund nicht lebensnotwendig, liefern aber gut verträgliche Energie
  • Gut geeignet: Reis, Kartoffel und Süßkartoffel als leicht verdauliche, glutenfreie Klassiker
  • Ebenfalls gut: Hafer, Hirse sowie die Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen (botanisch kein Getreide, glutenfrei)
  • Mit Augenmaß: Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen, in hohem Anteil im Zusammenhang mit der DCM-Debatte diskutiert
  • Immer garen: Stärke muss aufgeschlossen sein, damit der Hund sie verwerten kann
  • Meine Empfehlung aus der Praxis: Die Quelle ist zweitrangig, wichtiger sind hoher Fleischanteil, maßvoller Kohlenhydratanteil und klare Deklaration.

Brauchen Hunde überhaupt Kohlenhydrate?

Hunde brauchen keine großen Mengen Kohlenhydrate, sie sind nicht lebensnotwendig, können aber als gut verträgliche Energiequelle dienen. Als Allesfresser verwertet der Hund aufgeschlossene Stärke problemlos, anders als die reine Fleischfresser-Katze. Ein moderater Kohlenhydratanteil im Futter ist daher kein Mangel, sondern eine praktische Energiequelle.

In meiner Beratung ist die Kohlenhydrat-Frage oft mit schlechtem Gewissen verbunden, dabei gibt es dafür keinen Grund. Gerade Hunde mit erhöhtem Energiebedarf, etwa Sport- und Arbeitshunde oder säugende Hündinnen, profitieren von der schnell verfügbaren Energie. Wichtig ist das Maß: Zu viele Kohlenhydrate bei wenig Bewegung liefern überschüssige Kalorien, die zu Übergewicht führen können. Warum der Hund Stärke überhaupt verdauen kann und welche Rolle das Enzym Amylase dabei spielt, vertiefe ich im Ratgeber zu Getreide im Hundefutter und den Grundlagen der Hundeernährung.

Welche Kohlenhydratquellen sind für Hunde sinnvoll?

Sinnvoll sind gut verträgliche, gegarte Quellen wie Reis, Kartoffel, Süßkartoffel, Hafer und Hirse sowie die Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen. Sie unterscheiden sich in Verdaulichkeit, Glutengehalt und Nährstoffprofil. Die folgende Tabelle bewertet die gängigen Quellen im Überblick.

QuelleBewertungBesonderheit
Reissehr gutglutenfrei, leicht verdaulich, Klassiker der Schonkost
Kartoffelsehr gutglutenfrei, gut verträglich, immer gegart, Kochwasser weg (Solanin)
Süßkartoffelsehr gutglutenfrei, ballaststoffreich, niedrigerer glykämischer Index
Hafergutglutenfrei (falls nicht durch Herstellung verunreinigt), ballaststoffreich, bekömmlich
Hirsegutglutenfrei, liefert Mineralstoffe
Quinoa, Amaranth, BuchweizengutPseudogetreide, botanisch kein Getreide, glutenfrei, nährstoffreich
Nudelnokaynur gekocht, eher Beilage, nährstoffärmer (außer Vollkorn)
Hülsenfrüchte (Erbse, Linse)mit Augenmaßeiweißreich, in hohem Anteil im Rahmen der DCM-Debatte diskutiert
Weizeneher kritischglutenreich, oft als billiger Füllstoff in hohen Mengen

Mein Praxis-Tipp: Es gibt nicht die eine beste Quelle. Reis und Kartoffel sind unkomplizierte Allrounder, Süßkartoffel punktet mit Ballaststoffen, und für sensible Hunde sind glutenfreie Pseudogetreide eine schöne Option. Wichtiger als die Sorte ist, dass der Anteil maßvoll bleibt und Fleisch die Hauptzutat ist.

Getreide oder Pseudogetreide: Was ist der Unterschied?

Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen sind botanisch kein Getreide, liefern aber ähnlich viel Stärke und sind von Natur aus glutenfrei. Sie stammen nicht von Süßgräsern ab wie echtes Getreide, werden aber kulinarisch ähnlich verwendet. Für den Hund sind sie eine gut verträgliche, nährstoffreiche Kohlenhydratquelle.

Der praktische Vorteil: Weil Pseudogetreide glutenfrei sind, eignen sie sich für Hunde, die auf glutenhaltiges Getreide empfindlich reagieren. Echtes Getreide ist nicht schlechter, gut verträgliche Sorten wie Reis und Hafer sind für die meisten Hunde völlig in Ordnung. Wer Getreide gezielt meiden möchte oder muss, findet in Pseudogetreide, Kartoffel und Süßkartoffel gute Alternativen. Wie eine echte Getreideunverträglichkeit abgeklärt wird, lesen Sie im Ratgeber zur Futtermittelallergie und Juckreiz beim Hund.

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Wie viel Kohlenhydrate Ihrem Hund guttun, welche Quelle er am besten verträgt und wie viel Energie er über den Tag wirklich braucht, ist von Hund zu Hund verschieden. Gemeinsam schauen wir uns an, welcher Kohlenhydratanteil zu seinem Alltag passt, welche Quelle ihm bekommt und wie die Ration insgesamt ins Gleichgewicht kommt.

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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in unserem Ernährungsratgeber. Außerdem haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Wie viele Kohlenhydrate darf das Hundefutter enthalten?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht, entscheidend ist das Verhältnis im Futter und der Bedarf des einzelnen Hundes. Als Faustregel sollte Fleisch die Hauptzutat sein und der Kohlenhydratanteil maßvoll bleiben. Wie viel ein Hund verträgt, ist individuell verschieden und lässt sich auch über die Amylaseproduktion an eine stärkereichere Kost anpassen.

In der Praxis heißt das: Ein aktiver Arbeitshund verträgt und braucht mehr als ein ruhiger Senior auf der Couch. Wichtig ist, dass Kohlenhydrate die Ration nicht dominieren und nicht als billiger Füllstoff den Fleischanteil verdrängen. Wie Sie die passende Gesamtmenge bestimmen und Übergewicht vermeiden, lesen Sie in den Ratgebern „Wie viel Hundefutter pro Tag?“ und Übergewicht beim Hund.

Worauf kommt es bei der Auswahl wirklich an?

Entscheidend ist nicht die einzelne Kohlenhydratquelle, sondern die Qualität der gesamten Rezeptur und ein hoher Fleischanteil. Das häufigste Missverständnis, das ich in der Beratung ausräume: Das Label „getreidefrei“ allein sagt nichts über die Güte eines Futters aus. Diese Punkte helfen bei der Bewertung:

  • Fleisch an erster Stelle: die Hauptzutat sollte Fleisch sein, Kohlenhydrate ein maßvoller Anteil
  • Klare Deklaration: konkrete Angaben wie „Reis 4 Prozent“ statt unklarer Sammelbegriffe wie „pflanzliche Nebenerzeugnisse“
  • Gut verträgliche Quelle: Reis, Kartoffel, Süßkartoffel oder Pseudogetreide statt großer Mengen Weizen oder Hülsenfrüchte
  • Keine unnötigen Zusätze: ohne Zucker, künstliche Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe

Was hinter Sammelbegriffen wie „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ steckt, lege ich im Ratgeber Hundefutter-Deklaration verstehen offen. Bei mir kommt nur Anifit-Nassfutter in den Napf: viel Frischfleisch, glutenfrei, ohne billige Getreidefüllstoffe. Manche Sorten setzen auf einen kleinen, gut verträglichen Reisanteil, andere verzichten ganz auf Getreide. Als pflanzliche Ergänzung eignen sich die getreidefreien Gemüseflocken oder die Kartoffelflocken.

Einzelne Kohlenhydratquellen im Detail

Zu den am häufigsten gesuchten Quellen habe ich eigene, ausführliche Ratgeber geschrieben, in denen Sie alle Details zu Eignung, Zubereitung und Mengen finden:

  • Getreide: Ob Getreide gut oder schlecht ist, welche Sorten verträglich sind und ob getreidefreies Futter wirklich besser ist, lesen Sie im Ratgeber Getreide im Hundefutter.
  • Nudeln: Ob Hunde Nudeln essen dürfen, warum nur gekocht und ohne Salz und ob sie bei Durchfall helfen, klärt der Ratgeber Dürfen Hunde Nudeln essen?
  • Reis: Welcher Reis am besten passt, was hinter dem Basmati-Mythos steckt und wie die Schonkost mit Hühnchen und Reis funktioniert, zeigt der Ratgeber Reis für Hunde.
  • Kartoffeln: Warum rohe Kartoffeln giftig sind, was bei verschluckten Knollen zu tun ist und wie die richtige Zubereitung aussieht, erklärt der Ratgeber Kartoffeln für Hunde.
  • Haferflocken: Warum eingeweicht oder gekocht besser ist als roh, ob Joghurt dazu darf und wie viel sinnvoll ist, lesen Sie im Ratgeber Haferflocken für Hunde.

Häufige Fragen zu Kohlenhydraten im Hundefutter

Brauchen Hunde Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind für Hunde nicht lebensnotwendig, können aber als gut verträgliche Energiequelle dienen. Als Allesfresser verwertet der Hund aufgeschlossene Stärke problemlos. Besonders Hunde mit hohem Energiebedarf profitieren, wichtig ist aber ein maßvoller Anteil.

Welche Kohlenhydratquelle ist für Hunde am besten?

Es gibt nicht die eine beste Quelle. Sehr gut geeignet sind Reis, Kartoffel und Süßkartoffel, weil sie glutenfrei und leicht verdaulich sind. Auch Hafer, Hirse und die Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen sind gut. Entscheidend ist die Gesamtqualität des Futters.

Sind Kartoffeln oder Reis besser für Hunde?

Beide sind sehr gut geeignet und glutenfrei. Reis ist besonders leicht verdaulich und ein Klassiker der Schonkost. Kartoffel und vor allem Süßkartoffel liefern mehr Ballaststoffe und haben einen niedrigeren glykämischen Index. Kartoffeln immer gegart füttern und das Kochwasser weggießen.

Was ist Pseudogetreide und ist es für Hunde geeignet?

Pseudogetreide wie Quinoa, Amaranth und Buchweizen sind botanisch kein Getreide, liefern aber ähnlich viel Stärke und sind von Natur aus glutenfrei. Für Hunde sind sie eine gut verträgliche, nährstoffreiche Kohlenhydratquelle, besonders für Hunde, die auf Gluten empfindlich reagieren.

Ist getreidefreies Hundefutter besser?

Nicht automatisch. Getreidefrei ist kein Qualitätsmerkmal an sich. In getreidefreien Futtern wird Getreide oft durch Kartoffel, Süßkartoffel oder Hülsenfrüchte ersetzt. Entscheidend sind hoher Fleischanteil und klare Deklaration, nicht das Fehlen von Getreide.

Was hat es mit Hülsenfrüchten und DCM auf sich?

Die US-Behörde FDA untersuchte einen möglichen Zusammenhang zwischen getreidefreien Futtern mit sehr hohem Hülsenfruchtanteil und der Herzerkrankung DCM, konnte aber keinen ursächlichen Zusammenhang nachweisen. Bei moderatem Anteil oder bei Kartoffel und Süßkartoffel wurde kein erhöhtes Risiko festgestellt.

Wie viele Kohlenhydrate darf Hundefutter enthalten?

Eine feste Grenze gibt es nicht, entscheidend ist das Verhältnis. Fleisch sollte die Hauptzutat sein und der Kohlenhydratanteil maßvoll bleiben. Ein aktiver Hund verträgt und braucht mehr als ein ruhiger Senior. Kohlenhydrate sollten nicht als Füllstoff den Fleischanteil verdrängen.

Muss ich Kohlenhydrate für den Hund kochen?

Ja. Stärke aus Getreide, Kartoffel, Reis oder Nudeln muss gegart, also aufgeschlossen sein, damit der Hund sie verwerten kann. Rohe Stärke kann er kaum nutzen, und rohe Kartoffeln enthalten zudem giftiges Solanin. Am besten etwas länger kochen als für den eigenen Verzehr.

Sind Süßkartoffeln gut für Hunde?

Ja, Süßkartoffeln sind sehr gut geeignet. Sie sind glutenfrei, ballaststoffreich und haben einen niedrigeren glykämischen Index als viele andere Quellen. Sie müssen geschält und gegart werden. Süßkartoffel ist keine Hülsenfrucht und steht nicht im Zusammenhang mit der DCM-Debatte.

Können Kohlenhydrate Hunde dick machen?

Nicht die Kohlenhydrate an sich, sondern zu viele Kalorien insgesamt führen zu Übergewicht. Ein hoher Kohlenhydratanteil bei wenig Bewegung liefert überschüssige Energie. Wichtig sind ein maßvoller Anteil, eine an die Aktivität angepasste Menge und ausreichend Bewegung.

Zusammenfassung

Kohlenhydrate im Hundefutter sind weder nötig noch schädlich, sondern eine praktische, gut verträgliche Energiequelle in maßvollem Anteil. Hunde verwerten aufgeschlossene Stärke problemlos. Sehr gut geeignet sind Reis, Kartoffel und Süßkartoffel, ebenfalls gut sind Hafer, Hirse und die glutenfreien Pseudogetreide Quinoa, Amaranth und Buchweizen. Hülsenfrüchte gehören in hohem Anteil mit Augenmaß betrachtet.

Mein Fazit aus der Beratung: Verzetteln Sie sich nicht bei der Frage nach der perfekten Kohlenhydratquelle. Viel wichtiger sind ein hoher Fleischanteil, ein maßvoller Kohlenhydratanteil und eine klare Deklaration. Ein gutes Futter mit etwas gut verträglichem Reis oder Kartoffel ist allemal besser als ein minderwertiges Produkt mit einem schicken „getreidefrei“-Label.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Meyer, H. & Zentek, J. (2010): „Ernährung des Hundes“, Enke Verlag, Standardwerk zur Hundeernährung mit Daten zu Kohlenhydraten und Stärkeverdaulichkeit
  • Axelsson, E. et al. (2013): „The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet“, Nature 495, 360 bis 364, zur Stärkeverdauung und zum AMY2B-Gen beim Hund
  • FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter
  • U.S. Food and Drug Administration (FDA): Informationen zur Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen getreidefreien Rezepturen mit hohem Hülsenfruchtanteil und dilatativer Kardiomyopathie (DCM)
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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