Ein Löffel Joghurt ins Futter oder etwas Quark als Snack: Viele Hundehalterinnen und Hundehalter greifen gern zu Milchprodukten, und tatsächlich sind Naturjoghurt und Quark in kleinen Mengen eine schmackhafte Ergänzung. Es gibt aber ein paar Dinge zu beachten, von der Laktose bis zum lebensgefährlichen Süßstoff Xylit. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, welcher Joghurt und Quark sich für Hunde eignet, wie viel sinnvoll ist und worauf Sie achten sollten.

Joghurt und Quark für Hunde: Das Wichtigste in Kürze
Naturjoghurt und Quark dürfen Hunde in kleinen Mengen bekommen, vorausgesetzt, sie sind pur und ohne Zucker. Sie liefern Eiweiß, Calcium und beim Joghurt probiotische Kulturen. Wichtig sind die Menge, die Verträglichkeit der Laktose und der konsequente Verzicht auf gesüßte Produkte.
- Nur Naturprodukt: Naturjoghurt oder griechischer Joghurt und Magerquark, ohne Zucker, Frucht oder Aromen.
- Xylit ist lebensgefährlich: Süßstoffe, vor allem Xylit, sind für Hunde giftig, deshalb immer die Zutatenliste prüfen.
- Laktose im Blick: Viele Hunde vertragen nur wenig Milchzucker, fermentierte Produkte sind verträglicher.
- Kleine Mengen: ein bis wenige Esslöffel als Topping oder Snack, nicht als Hauptmahlzeit.
- Mager bevorzugen: Magerquark und fettarmer Joghurt sind leichter und kalorienärmer.
- Ergänzung, kein Ersatz: Basis bleibt ein hochwertiges Alleinfutter wie Anifit.
Dürfen Hunde Joghurt und Quark essen?
Ja, gesunde Hunde dürfen Naturjoghurt und Quark in kleinen Mengen fressen. Beide liefern hochwertiges Eiweiß und Calcium, Joghurt zusätzlich probiotische Milchsäurebakterien, die die Darmflora unterstützen können. Der Knackpunkt ist die Laktose: Viele erwachsene Hunde bilden nur noch wenig vom Enzym Laktase und vertragen Milchzucker daher schlecht. Fermentierte Produkte wie Joghurt und Quark enthalten weniger Laktose als Milch und werden deshalb von vielen Hunden gut vertragen. Tasten Sie sich trotzdem mit einer kleinen Menge heran und beobachten Sie, ob Ihr Hund sie gut verträgt.
Welcher Joghurt ist für Hunde geeignet?
Geeignet ist ausschließlich ungesüßter Naturjoghurt. Griechischer Joghurt ist besonders cremig und laktoseärmer, dafür fettreicher. Für empfindliche Hunde ist laktosefreier Joghurt eine gute Alternative. Tabu sind dagegen:
- Frucht-, Vanille- oder Schokojoghurt und alle gesüßten Sorten,
- Produkte mit Süßstoffen, vor allem Xylit (Birkenzucker), das schon in kleinen Mengen lebensgefährlich ist,
- Joghurts mit Aromen, Farb- oder Konservierungsstoffen.
Da Hersteller den Hinweis „zuckerfrei“ auch bei xylithaltigen Produkten verwenden dürfen, lohnt sich immer ein Blick auf die Zutatenliste. Xylit zählt zu den für Hunde giftigen Lebensmitteln, bei versehentlicher Aufnahme gehört Ihr Hund sofort in die Tierarztpraxis.
Quark für Hunde: Magerquark oder Speisequark?
Quark ist besonders eiweißreich und enthält alle essenziellen Aminosäuren. Für die meisten Hunde ist Magerquark die bessere Wahl, weil er fettarm und leicht ist. Speisequark mit höherem Fettgehalt eignet sich eher für sehr aktive oder untergewichtige Hunde. Als Orientierung gilt etwa ein Esslöffel pro fünf Kilogramm Körpergewicht, gelegentlich unter das Futter gemischt. Quark und Hüttenkäse sind sich ähnlich, beide liefern mageres Eiweiß. Mehr zu Käse für Hunde lesen Sie im Ratgeber, ob Hunde Käse essen dürfen.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde
Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Hundes. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel zu Milchprodukten) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihres Hundes zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Wie viel Joghurt oder Quark darf mein Hund?
Weniger ist mehr. Als grobe Orientierung reicht kleinen Hunden etwa ein Esslöffel Naturjoghurt, größere dürfen zwei bis drei Esslöffel bekommen, beim Quark etwa ein Esslöffel pro fünf Kilogramm Körpergewicht. Wichtig ist, dass es bei einer gelegentlichen Beigabe oder einem Snack bleibt und nicht zur täglichen großen Portion wird. Milchprodukte sind eine Ergänzung, kein Bestandteil der Grundration.
Tipp: Joghurt und Quark lassen sich vielseitig verarbeiten. Sie geben einem Smoothie für Hunde eine cremige Note, lassen sich im Sommer zu Hundeeis einfrieren, eignen sich als Füllung für Schleckmatte oder Kong und lassen sich zu kleinen Hundekeksen aus der Backmatte verbacken. Viele Rezepte dafür finden Sie in meinem Backbuch zum Hundekekse-Backen in der Backmatte.
Mögliche Risiken: Laktose, Zucker und Xylit
Drei Punkte sollten Sie im Blick behalten:
- Laktose: Bei Unverträglichkeit oder zu großen Mengen kann es zu Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen kommen. Testen Sie kleine Mengen.
- Zucker und Frucht: Gesüßte und Fruchtjoghurts enthalten zu viel Zucker und gehören nicht in den Hundenapf.
- Xylit: Der Süßstoff ist hochgiftig, deshalb gilt: nur Produkte ohne Süßstoffe, Zutatenliste immer prüfen.
- Fettgehalt: Sehr fettreiche Produkte belasten auf Dauer die Figur und sind bei empfindlicher Bauchspeicheldrüse ungünstig, hier ist fettarm die bessere Wahl und im Zweifel die Tierarztpraxis gefragt.
Joghurt und Quark als Ergänzung, nicht als Hauptnahrung
So gesund ein Löffel Naturjoghurt ist, die Basis der Fütterung bleibt ein vollwertiges Alleinfutter, das den Bedarf Ihres Hundes vollständig deckt. Ich selbst füttere Anifit, ein fleischreiches Nassfutter, und gebe Milchprodukte höchstens als gelegentliches Extra obendrauf. Wie eine ausgewogene Fütterung grundsätzlich aussieht, lesen Sie in den Grundlagen der Hundeernährung, und mehr zum Futter beim Anifit-Hundefutter.
FAQ: Häufige Fragen zu Joghurt und Quark für Hunde
Dürfen Hunde Joghurt essen?
Ja, gesunde Hunde dürfen Naturjoghurt in kleinen Mengen fressen. Er liefert Eiweiß, Calcium und probiotische Kulturen. Wichtig ist, dass der Joghurt pur und ungesüßt ist und keine Süßstoffe wie Xylit enthält. Tasten Sie sich mit einer kleinen Menge heran, da nicht jeder Hund Laktose gut verträgt.
Ist Naturjoghurt besser als Fruchtjoghurt für Hunde?
Ja. Ungesüßter Naturjoghurt ist die richtige Wahl. Fruchtjoghurt enthält viel Zucker und teils Süßstoffe wie Xylit, das für Hunde giftig ist. Geben Sie Naturjoghurt in kleiner Menge, dann ist er ein unbedenklicher Snack.
Dürfen Hunde Quark essen?
Ja, in kleinen Mengen. Quark ist eiweißreich und liefert alle essenziellen Aminosäuren. Für die meisten Hunde ist Magerquark die bessere Wahl, weil er fettarm ist. Als Orientierung gilt etwa ein Esslöffel pro fünf Kilogramm Körpergewicht, gelegentlich unter das Futter gemischt.
Worauf achte ich, wenn mein Hund zum ersten Mal Joghurt probiert?
Geben Sie zunächst nur einen Teelöffel Naturjoghurt ohne Zusätze und warten Sie ein bis zwei Tage ab. Bleibt der Kot fest und wirkt Ihr Hund wohlauf, vertragen die meisten Hunde kleine Mengen gut. Reagiert er mit weichem Kot, lassen Sie Milchprodukte besser weg.
Warum ist Xylit in Joghurt gefährlich für Hunde?
Xylit (Birkenzucker) ist für Hunde hochgiftig und kann schon in kleinen Mengen lebensgefährlich sein. Da Hersteller den Hinweis zuckerfrei auch bei xylithaltigen Produkten nutzen dürfen, sollten Sie immer die Zutatenliste prüfen. Bei versehentlicher Aufnahme gehört der Hund sofort in die Tierarztpraxis.
Ist griechischer Joghurt für Hunde geeignet?
Ja, griechischer Joghurt ist sogar laktoseärmer als normaler Joghurt und wird von vielen Hunden gut vertragen. Er ist allerdings cremiger und fettreicher, deshalb sollte die Menge klein bleiben. Auch hier gilt: nur die ungesüßte Naturvariante.
Vertragen Hunde Laktose?
Viele erwachsene Hunde vertragen nur wenig Laktose, weil sie kaum noch das Enzym Laktase bilden. Fermentierte Produkte wie Joghurt und Quark enthalten weniger Milchzucker als Milch und werden oft besser vertragen. Bei Unverträglichkeit kann es zu Durchfall oder Blähungen kommen.
Quark oder Hüttenkäse für den Hund, was ist besser?
Beide sind mageres, eiweißreiches Milchprodukt und in kleinen Mengen gut geeignet. Magerquark ist etwas feiner, Hüttenkäse stückiger. Welches Ihr Hund lieber mag und besser verträgt, finden Sie mit kleinen Mengen heraus. Wichtig ist bei beiden, dass sie pur und ungesüßt sind.
Hilft Joghurt bei Magen-Darm-Problemen des Hundes?
Die probiotischen Kulturen im Naturjoghurt können die Darmflora unterstützen, etwa begleitend nach einer Antibiotikagabe. Ein Heilmittel ist Joghurt aber nicht. Bei anhaltenden Magen-Darm-Problemen sollten Sie die Ursache in der Tierarztpraxis abklären lassen.
Dürfen Welpen Joghurt oder Quark essen?
In sehr kleinen Mengen und nur, wenn sie es vertragen. Junghunde bilden oft noch mehr Laktase und vertragen Milchprodukte daher besser. Trotzdem sollte es bei einem kleinen Extra bleiben, denn die Basis ist ein hochwertiges, an das Wachstum angepasstes Welpenfutter.
Fazit: ein Löffel pur ja, gesüßt nein
Naturjoghurt und Quark sind für gesunde Hunde eine schmackhafte kleine Ergänzung, die Eiweiß, Calcium und beim Joghurt probiotische Kulturen liefert. Entscheidend ist, dass sie pur und ungesüßt sind, in kleinen Mengen gegeben werden und kein Xylit enthalten. Als Hauptnahrung taugen sie nicht, dafür braucht es ein vollwertiges Alleinfutter, bei mir ist das Anifit. Wenn Sie unsicher sind, was und wie viel Ihrem Hund guttut, schauen wir uns das gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu Milchprodukten und Laktoseverträglichkeit.
- Fachinformationen zur Toxizität von Xylit (Birkenzucker) bei Hunden.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, zur Bedeutung des Alleinfutters.








