10 Mythen rund um die Hun­de­er­näh­rung: Was stimmt wirk­lich?

Wenn es um die Ernäh­rung Ihres Hun­des geht, möch­ten Sie natür­lich nur das Bes­te. Doch genau hier beginnt oft das Pro­blem: Im Inter­net, in sozia­len Medi­en oder auch im Bekann­ten­kreis kur­sie­ren unzäh­li­ge Tipps, Mei­nun­gen und ver­meint­li­che „Wahr­hei­ten“. Schnell ent­steht Ver­un­si­che­rung – was ist wirk­lich gesund, und was gehört eher in die Kate­go­rie Mythos?

Von „Tro­cken­fut­ter rei­nigt die Zäh­ne“ über „Hun­de­fut­ter vom Tier­arzt ist immer das bes­te“ bis hin zu „rohes Fleisch macht aggres­siv“ – vie­le die­ser Aus­sa­gen hal­ten sich hart­nä­ckig. Eini­ge ent­hal­ten sogar einen wah­ren Kern, wer­den jedoch stark ver­ein­facht oder falsch inter­pre­tiert.

In die­sem Bei­trag schau­en wir uns 10 der bekann­tes­ten Mythen der Hun­de­er­näh­rung genau­er an – ver­ständ­lich, ehr­lich und ohne Panik­ma­che. Sie erfah­ren, was wirk­lich dahin­ter­steckt und wor­auf es bei einer gesun­den, art­ge­rech­ten Füt­te­rung ankommt. So kön­nen Sie fun­dier­te Ent­schei­dun­gen tref­fen und Ihrem Hund genau das geben, was er wirk­lich braucht.

10 Mythen rund um die Hundeernährung: Was stimmt wirklich?
10 Mythen rund um die Hun­de­er­näh­rung: Was stimmt wirk­lich?

Mythos 1: Tro­cken­fut­ter hilft gegen Zahn­stein

Der Mythos: Tro­cken­fut­ter rei­nigt die Zäh­ne Ihres Hun­des auto­ma­tisch. Durch das Kau­en wer­den Zahn­be­lag und Zahn­stein ein­fach „abge­rie­ben“.

Die Rea­li­tät: Tro­cken­fut­ter hat kei­nen nen­nens­wer­ten Rei­ni­gungs­ef­fekt – und kann Zahn­pro­ble­me sogar begüns­ti­gen.

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter glau­ben, dass Tro­cken­fut­ter auto­ma­tisch die Zäh­ne rei­nigt und Zahn­stein vor­beugt. Die Vor­stel­lung dahin­ter klingt zunächst logisch: Durch das Kau­en sol­len Zahn­be­lag und Abla­ge­run­gen ein­fach „abge­rie­ben“ wer­den.

In der Rea­li­tät sieht das jedoch anders aus. Die meis­ten Hun­de kau­en Tro­cken­fut­ter gar nicht so inten­siv, wie oft ange­nom­men wird. Statt­des­sen wird es has­tig geschluckt, und selbst wenn gekaut wird, zer­bre­chen die Kro­ket­ten in der Regel so schnell, dass ein ech­ter Rei­ni­gungs­ef­fekt nicht statt­fin­den kann. Von Zahn­pfle­ge durch Tro­cken­fut­ter kann also kei­ne Rede sein.

Hin­zu kommt, dass Tro­cken­fut­ter häu­fig einen höhe­ren Anteil an Stär­ke und Koh­len­hy­dra­ten ent­hält. Die­se kön­nen sich im Maul fest­set­zen und sogar die Bil­dung von Zahn­be­lag begüns­ti­gen. Die oft bewor­be­ne „Zahn­pfle­ge­wir­kung“ ist daher weni­ger ein ech­ter gesund­heit­li­cher Vor­teil als viel­mehr ein geschick­tes Mar­ke­ting­ar­gu­ment.

Für die Zahn­ge­sund­heit Ihres Hun­des spie­len ganz ande­re Fak­to­ren eine ent­schei­den­de Rol­le: die Qua­li­tät des Fut­ters, die Zusam­men­set­zung der Zuta­ten und eine regel­mä­ßi­ge Zahn­pfle­ge. Eine natur­na­he, feuch­te und fleisch­rei­che Ernäh­rung unter­stützt den Orga­nis­mus in der Regel deut­lich bes­ser als stark ver­ar­bei­te­tes Tro­cken­fut­ter.

Eine sinn­vol­le Basis ist hier ein hoch­wer­ti­ges Nass­fut­ter mit hohem Fleisch­an­teil, wie das Hun­de­fut­ter von Ani­fit. In Kom­bi­na­ti­on mit geziel­ter Zahn­pfle­ge – etwa durch geeig­ne­te Kau­ar­ti­kel sowie Zäh­ne­put­zen – schaf­fen Sie so die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für gesun­de Zäh­ne.

Dass Trockenfutter gegen Zahnstein hilft, ist ein Mythos der Hundeernährung
Dass Tro­cken­fut­ter gegen Zahn­stein hilft, ist ein Mythos der Hun­de­er­näh­rung. Es bringt neben der feh­len­den Zahn­pfle­ge­wir­kung noch wei­te­re Nach­tei­le mit sich.

Mythos 2: Eine Mahl­zeit am Tag reicht völ­lig aus

Der Mythos: Hun­de brau­chen nur ein­mal täg­lich Fut­ter – alles ande­re ist unnö­tig.

Die Rea­li­tät: Für die meis­ten Hun­de sind meh­re­re Mahl­zei­ten am Tag deut­lich sinn­vol­ler.

Der Gedan­ke hin­ter die­sem Mythos kommt oft vom Wolf: Die­ser frisst nicht regel­mä­ßig, son­dern nimmt grö­ße­re Men­gen auf ein­mal zu sich. Doch der All­tag unse­rer Hun­de sieht völ­lig anders aus. Sie leben nicht in frei­er Wild­bahn, son­dern haben einen gere­gel­ten Tages­ab­lauf – und genau dar­an soll­te sich auch die Füt­te­rung ori­en­tie­ren.

Eine gro­ße Mahl­zeit am Tag kann den Ver­dau­ungs­trakt stark belas­ten. Vie­le Hun­de reagie­ren dar­auf mit Völ­le­ge­fühl, Unru­he oder Ver­dau­ungs­pro­ble­men. Beson­ders bei sen­si­blen Hun­den kann das schnell zum Pro­blem wer­den.

Zwei klei­ne­re Mahl­zei­ten sind in der Regel deut­lich bekömm­li­cher. Sie sor­gen für eine gleich­mä­ßi­ge­re Ener­gie­ver­sor­gung, ent­las­ten den Magen und kön­nen hel­fen, das Risi­ko von Magen­pro­ble­men zu redu­zie­ren. Auch das Risi­ko einer Magen­dre­hung – ins­be­son­de­re bei gro­ßen Hun­de­ras­sen – kann durch eine ange­pass­te Füt­te­rung posi­tiv beein­flusst wer­den.

Wie oft ein Hund gefüt­tert wer­den soll­te, hängt letzt­lich von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab, wie Alter, Grö­ße, Akti­vi­tät und indi­vi­du­el­ler Ver­träg­lich­keit. Wel­pen und älte­re Hun­de pro­fi­tie­ren häu­fig sogar von meh­re­ren klei­nen Por­tio­nen über den Tag ver­teilt.

Eine aus­ge­wo­ge­ne und gut ver­träg­li­che Ernäh­rung bil­det dabei die Grund­la­ge. Ein hoch­wer­ti­ges Nass­fut­ter mit hohem Fleisch­an­teil lässt sich opti­mal auf meh­re­re Mahl­zei­ten auf­tei­len und unter­stützt so eine gesun­de Ver­dau­ung und ein sta­bi­les Ener­gie­le­vel Ihres Hun­des.

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Hun­de­fut­ter-Mythen im Check: Reicht wirk­lich eine Mahl­zeit am Tag für Ihren Hund?

Mythos 3: Hun­de­fut­ter vom Tier­arzt ist immer das bes­te

Der Mythos: Wenn ein Hun­de­fut­ter vom Tier­arzt emp­foh­len oder direkt in der Pra­xis ver­kauft wird, muss es auto­ma­tisch beson­ders hoch­wer­tig und gesund sein.

Die Rea­li­tät: Tier­arzt­fut­ter ist nicht auto­ma­tisch gutes Fut­ter – oft lohnt sich ein sehr kri­ti­scher Blick auf die Inhalts­stof­fe.

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter ver­trau­en der Emp­feh­lung aus der Tier­arzt­pra­xis blind. Das ist ver­ständ­lich, denn wenn es um die Gesund­heit des eige­nen Hun­des geht, möch­te man sich auf fach­kun­di­ge Men­schen ver­las­sen kön­nen. Doch gera­de beim The­ma Ernäh­rung ist Vor­sicht ange­bracht.

Denn nicht jedes Fut­ter, das in einer Tier­arzt­pra­xis steht, ist auto­ma­tisch hoch­wer­tig. Häu­fig han­delt es sich um Pro­duk­te gro­ßer Her­stel­ler, mit denen Pra­xen zusam­men­ar­bei­ten. Die­se Mar­ken sind sehr prä­sent, spon­sern Fort­bil­dun­gen, stel­len Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al bereit und sind teil­wei­se schon im Tier­me­di­zin­stu­di­um stark ver­tre­ten. Dadurch ent­steht schnell der Ein­druck, die­se Fut­ter­mit­tel sei­en der „Gold­stan­dard“ – obwohl ein Blick auf die Zusam­men­set­zung oft ein ande­res Bild zeigt.

Vie­le die­ser Pro­duk­te ent­hal­ten stark ver­ar­bei­te­te Zuta­ten, einen hohen Anteil an Getrei­de oder pflanz­li­chen Bestand­tei­len und teil­wei­se wenig wirk­lich hoch­wer­ti­ges Fleisch. Die Mar­ken­na­men und Bezeich­nun­gen klin­gen dann zwar medi­zi­nisch, pro­fes­sio­nell und ver­trau­ens­wür­dig – das bedeu­tet aber nicht auto­ma­tisch, dass das Fut­ter art­ge­recht oder nähr­stoff­reich ist.

Hin­zu kommt: Tier­ärz­tin­nen und Tier­ärz­te sind Exper­tin­nen und Exper­ten für Krank­hei­ten, Dia­gnos­tik und Behand­lung. Ernäh­rung ist jedoch ein eige­nes, sehr umfang­rei­ches Fach­ge­biet. Nicht jede Tier­arzt­pra­xis ist dar­auf spe­zia­li­siert. Des­halb soll­te eine Fut­ter­emp­feh­lung nie unge­prüft über­nom­men wer­den.

Ent­schei­dend ist nicht, wo das Fut­ter ver­kauft wird, son­dern was tat­säch­lich im Napf lan­det. Ein gutes Hun­de­fut­ter erken­nen Sie an einer kla­ren Dekla­ra­ti­on, einem hohen Fleisch­an­teil, hoch­wer­ti­gen Zuta­ten und dem Ver­zicht auf unnö­ti­ge Füll­stof­fe.

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Mythos 4: Hun­de brau­chen kei­ne Koh­len­hy­dra­te

Der Mythos: Hun­de soll­ten kom­plett ohne Koh­len­hy­dra­te ernährt wer­den, da sie von Wöl­fen abstam­men.

Die Rea­li­tät: Hun­de kön­nen Koh­len­hy­dra­te durch­aus ver­wer­ten – ent­schei­dend sind Qua­li­tät und Men­ge.

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter ori­en­tie­ren sich bei der Ernäh­rung am Wolf und gehen davon aus, dass Koh­len­hy­dra­te grund­sätz­lich unna­tür­lich oder sogar schäd­lich sind. Dabei wird jedoch oft über­se­hen, dass sich Hun­de im Lau­fe der Domes­ti­zie­rung auch an eine ande­re Ernäh­rung ange­passt haben.

Hun­de sind durch­aus in der Lage, Koh­len­hy­dra­te zu ver­dau­en und als Ener­gie­quel­le zu nut­zen. Hoch­wer­ti­ge, gut auf­ge­schlos­se­ne Koh­len­hy­dra­te kön­nen den Orga­nis­mus unter­stüt­zen und bei­spiels­wei­se auch eine Rol­le für die Darm­ge­sund­heit spie­len.

Pro­ble­ma­tisch wird es aller­dings dann, wenn min­der­wer­ti­ge Koh­len­hy­dra­te in gro­ßen Men­gen ein­ge­setzt wer­den – oft als güns­ti­ger Füll­stoff. Die­se lie­fern wenig Nähr­stof­fe, kön­nen den Blut­zu­cker­spie­gel unnö­tig belas­ten und tra­gen nicht zu einer art­ge­rech­ten Ernäh­rung bei.

Ent­schei­dend ist also nicht, ob Koh­len­hy­dra­te ent­hal­ten sind, son­dern in wel­cher Form, Qua­li­tät und Men­ge sie im Fut­ter vor­kom­men. Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung soll­te immer den Fokus auf hoch­wer­ti­ge, gut ver­wert­ba­re Zuta­ten legen.

Ein hoch­wer­ti­ges Fut­ter mit hohem Fleisch­an­teil und kla­rer Dekla­ra­ti­on – wie das Hun­de­fut­ter von Ani­fit – setzt genau hier an: Es ver­zich­tet auf unnö­ti­ge Füll­stof­fe und bie­tet eine Zusam­men­set­zung, die sich an den natür­li­chen Bedürf­nis­sen Ihres Hun­des ori­en­tiert.

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Mythos 5: Kno­chen sind grund­sätz­lich gefähr­lich

Der Mythos: Kno­chen sind für Hun­de gefähr­lich und soll­ten grund­sätz­lich nicht gefüt­tert wer­den.

Die Rea­li­tät: Kno­chen sind nicht pau­schal gefähr­lich – ent­schei­dend ist, wel­che Kno­chen gefüt­tert wer­den und wie.

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter ver­zich­ten kom­plett auf Kno­chen, weil sie Angst vor Ver­let­zun­gen haben. Die­se Sor­ge kommt nicht von unge­fähr, denn tat­säch­lich kön­nen Kno­chen hef­ti­ge Pro­ble­me ver­ur­sa­chen. Aller­dings wird dabei oft nicht unter­schie­den, um wel­che Art von Kno­chen es sich han­delt.

Das größ­te Risi­ko geht von gekoch­ten Kno­chen aus. Durch das Erhit­zen ver­än­dern sie ihre Struk­tur, wer­den sprö­de und kön­nen split­tern. Die­se Split­ter kön­nen Ver­let­zun­gen im Maul, Rachen oder Ver­dau­ungs­trakt ver­ur­sa­chen und sind daher tat­säch­lich gefähr­lich.

Roh ver­füt­ter­te Kno­chen hin­ge­gen kön­nen – rich­tig aus­ge­wählt und unter Auf­sicht gege­ben – für vie­le Hun­de eine sinn­vol­le Ergän­zung sein. Sie ent­hal­ten wich­ti­ge Mine­ral­stof­fe und kön­nen das natür­li­che Kau­be­dürf­nis befrie­di­gen. Den­noch gilt: Nicht jeder Hund ver­trägt Kno­chen gleich gut, und auch hier kommt es auf Men­ge, Grö­ße und Qua­li­tät an.

Für vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter sind daher siche­re Alter­na­ti­ven oft die bes­se­re Wahl. Hoch­wer­ti­ge Kau­ar­ti­kel oder eine aus­ge­wo­ge­ne, art­ge­rech­te Ernäh­rung decken den Bedarf zuver­läs­sig ab, ohne unnö­ti­ge Risi­ken ein­zu­ge­hen.

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Mythos 6: Ein fes­ter Fas­ten­tag pro Woche ist gesund

Der Mythos: Ein regel­mä­ßi­ger Fas­ten­tag rei­nigt den Kör­per und ist gut für die Gesund­heit Ihres Hun­des.

Die Rea­li­tät: Ein pau­scha­ler Fas­ten­tag ist für die meis­ten Hun­de nicht not­wen­dig – und kann sogar Nach­tei­le haben.

Die Idee stammt häu­fig aus der Natur­be­ob­ach­tung: Wöl­fe fres­sen nicht jeden Tag und legen auch Pau­sen ein. Dar­aus wird abge­lei­tet, dass ein Fas­ten­tag auch für Haus­hun­de sinn­voll sei. Dabei wird jedoch über­se­hen, dass unse­re Hun­de unter ganz ande­ren Bedin­gun­gen leben.

Der Kör­per eines gesun­den Hun­des ist nicht dar­auf ange­wie­sen, regel­mä­ßig „ent­gif­tet“ oder „gerei­nigt“ zu wer­den. Die­se Auf­ga­be über­neh­men Leber und Nie­ren ganz auto­ma­tisch. Ein zusätz­li­cher Fas­ten­tag bringt hier kei­nen nach­weis­ba­ren Vor­teil.

Im Gegen­teil: Vie­le Hun­de reagie­ren auf einen erzwun­ge­nen Fas­ten­tag mit Stress, Unru­he oder sogar Magen­pro­ble­men. Vor allem sen­si­ble Tie­re kön­nen mit Über­säue­rung oder Erbre­chen reagie­ren, wenn sie unge­wohnt lan­ge nichts fres­sen.

In bestimm­ten Situa­tio­nen – etwa bei aku­ten Magen-Darm-Pro­ble­men – kann eine kur­ze Fut­ter­pau­se sinn­voll sein. Die­se soll­te jedoch immer indi­vi­du­ell ent­schie­den und nicht als fes­te Rou­ti­ne ein­ge­führt wer­den.

Für die meis­ten Hun­de ist eine regel­mä­ßi­ge, gut ver­träg­li­che Füt­te­rung die deut­lich bes­se­re Wahl.

Ein verbreiteter Irrglaube im Check
Ein ver­brei­te­ter Irr­glau­be im Check

Mythos 7: Tie­ri­sche Neben­pro­duk­te sind immer schlecht

Der Mythos: Tie­ri­sche Neben­pro­duk­te sind min­der­wer­tig und gehö­ren nicht in gutes Hun­de­fut­ter.

Die Rea­li­tät: Tie­ri­sche Neben­pro­duk­te sind nicht auto­ma­tisch schlecht – ent­schei­dend ist, was genau ent­hal­ten ist.

Der Begriff „tie­ri­sche Neben­pro­duk­te“ klingt für vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter zunächst abschre­ckend. Oft wird dabei an min­der­wer­ti­ge Abfäl­le gedacht, die im Napf nichts zu suchen haben. Doch die­se pau­scha­le Aus­sa­ge greift zu kurz.

Tat­säch­lich zäh­len auch wert­vol­le Bestand­tei­le wie Herz, Leber oder Lun­ge zu den tie­ri­schen Neben­pro­duk­ten. Die­se lie­fern wich­ti­ge Nähr­stof­fe wie Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te und sind aus ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­scher Sicht sogar sehr sinn­voll.

Pro­ble­ma­tisch wird es jedoch, wenn nicht klar dekla­riert ist, was genau im Fut­ter ent­hal­ten ist. Sam­mel­be­grif­fe ohne genaue Auf­schlüs­se­lung las­sen viel Spiel­raum und kön­nen tat­säch­lich min­der­wer­ti­ge Bestand­tei­le ver­ber­gen.

Genau hier liegt der ent­schei­den­de Unter­schied: Trans­pa­renz und Qua­li­tät. Hoch­wer­ti­ges Fut­ter zeich­net sich dadurch aus, dass die Zuta­ten klar benannt sind und nach­voll­zieh­bar ist, was im Napf lan­det.

Ein Fut­ter wie das von Ani­fit setzt genau auf die­se Trans­pa­renz. Mit einer offe­nen Dekla­ra­ti­on und einem hohen Fleisch­an­teil wis­sen Sie genau, was Sie Ihrem Hund füt­tern – und kön­nen sicher sein, dass auch „Neben­pro­duk­te“ sinn­voll und hoch­wer­tig ein­ge­setzt wer­den.

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Mythos 8: Rohes Fleisch macht Hun­de aggres­siv

Der Mythos: Wer sei­nen Hund mit rohem Fleisch füt­tert, för­dert aggres­si­ves Ver­hal­ten und weckt den Jagd­in­stinkt.

Die Rea­li­tät: Rohes Fleisch macht Hun­de nicht aggres­siv – Ver­hal­ten hat ganz ande­re Ursa­chen.

Die­ser Mythos hält sich beson­ders hart­nä­ckig und sorgt immer wie­der für Ver­un­si­che­rung. Dahin­ter steckt die Vor­stel­lung, dass Hun­de durch rohes Fleisch „Blut lecken“ und dadurch aggres­si­ver wer­den. Wis­sen­schaft­lich belegt ist das jedoch nicht.

Aggres­si­ves Ver­hal­ten ent­steht nicht durch eine bestimm­te Füt­te­rungs­form, son­dern ist das Ergeb­nis ver­schie­de­ner Fak­to­ren. Dazu zäh­len unter ande­rem Erzie­hung, Erfah­run­gen, Gene­tik, Stress, Schmer­zen oder Unsi­cher­heit. Die Ernäh­rung kann zwar Ein­fluss auf das all­ge­mei­ne Wohl­be­fin­den und die Ener­gie eines Hun­des haben, ist aber nicht der Aus­lö­ser für Aggres­si­on.

Rohes Fleisch ist für Hun­de grund­sätz­lich nichts Unna­tür­li­ches. Wich­tig ist jedoch, dass die Füt­te­rung aus­ge­wo­gen und hygie­nisch ein­wand­frei erfolgt. Feh­ler in der Zusam­men­set­zung kön­nen lang­fris­tig zu Man­gel­er­schei­nun­gen füh­ren.

Unab­hän­gig davon, ob Sie roh füt­tern oder nicht, ist eine aus­ge­wo­ge­ne, bedarfs­ge­rech­te Ernäh­rung ent­schei­dend. Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter ent­schei­den sich daher für eine prak­ti­sche und siche­re Alter­na­ti­ve: Pre­mi­um-Nass­fut­ter aus der Dose oder dem Tetra-Pak. So stel­len Sie sicher, dass Ihr Hund alles bekommt, was er braucht.

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Mythos 9: Knob­lauch ist ent­we­der gif­tig oder ein Wun­der­mit­tel

Der Mythos: Knob­lauch ist ent­we­der hoch­gif­tig für Hun­de oder ein natür­li­ches All­heil­mit­tel gegen Para­si­ten.

Die Rea­li­tät: Knob­lauch ist weder grund­sätz­lich gefähr­lich noch ein Wun­der­mit­tel – die Men­ge ent­schei­det.

Kaum ein The­ma wird so kon­tro­vers dis­ku­tiert wie Knob­lauch in der Hun­de­er­näh­rung. Wäh­rend die einen bereits kleins­te Men­gen strikt ableh­nen, schwö­ren ande­re auf sei­ne angeb­lich schüt­zen­de Wir­kung gegen Zecken, Flö­he oder sogar Wür­mer.

Tat­säch­lich ent­hält Knob­lauch Stof­fe, die in grö­ße­ren Men­gen die roten Blut­kör­per­chen schä­di­gen kön­nen. Des­halb ist eine unkon­trol­lier­te oder hoch­do­sier­te Gabe durch­aus pro­ble­ma­tisch und soll­te ver­mie­den wer­den.

Gleich­zei­tig gilt jedoch: Die Wir­kung ist stark dosis­ab­hän­gig. In sehr klei­nen Men­gen kann Knob­lauch durch­aus posi­ti­ve Eigen­schaf­ten haben. Dazu zäh­len unter ande­rem eine leich­te anti­bak­te­ri­el­le Wir­kung sowie eine mög­li­che Unter­stüt­zung des Immun­sys­tems. Von einem zuver­läs­si­gen Schutz vor Para­si­ten kann jedoch kei­ne Rede sein.

Zudem reagiert jeder Hund unter­schied­lich. Was ein Tier gut ver­trägt, kann bei einem ande­ren bereits zu Pro­ble­men füh­ren. Pau­scha­le Emp­feh­lun­gen sind daher nicht sinn­voll. Wenn über­haupt, soll­te Knob­lauch nur in klei­nen, kon­trol­lier­ten Men­gen gefüt­tert wer­den.

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Mythos 10: Getrei­de ist grund­sätz­lich unge­sund für Hun­de

Der Mythos: Getrei­de gehört nicht in Hun­de­fut­ter und macht Hun­de krank.

Die Rea­li­tät: Getrei­de ist nicht auto­ma­tisch schäd­lich – ent­schei­dend sind Qua­li­tät, Men­ge und Ver­träg­lich­keit.

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter mei­den Getrei­de kom­plett, weil es oft als Aus­lö­ser für All­er­gien oder Krank­hei­ten dar­ge­stellt wird. Dabei wird jedoch häu­fig über­se­hen, dass Getrei­de nicht per se schlecht ist.

Grund­sätz­lich kön­nen Hun­de gut auf­ge­schlos­se­nes Getrei­de ver­dau­en und als Ener­gie­quel­le nut­zen. Auch für die Darm­ge­sund­heit kann es – in der rich­ti­gen Form und Men­ge – eine unter­stüt­zen­de Rol­le spie­len.

Das eigent­li­che Pro­blem liegt meist woan­ders: In vie­len Fut­ter­mit­teln wird Getrei­de in gro­ßen Men­gen als güns­ti­ger Füll­stoff ein­ge­setzt. Min­der­wer­ti­ge Zuta­ten und ein unaus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis kön­nen den Orga­nis­mus belas­ten und tra­gen nicht zu einer art­ge­rech­ten Ernäh­rung bei.

Auch bei All­er­gien ist Getrei­de nicht auto­ma­tisch der Aus­lö­ser. Häu­fig reagie­ren Hun­de eher auf bestimm­te tie­ri­sche Eiwei­ße als auf Getrei­de selbst.

Ent­schei­dend ist also nicht, ob Getrei­de ent­hal­ten ist, son­dern wie hoch­wer­tig das gesam­te Fut­ter zusam­men­ge­setzt ist. Eine gute Ernäh­rung ori­en­tiert sich immer am Bedarf des Hun­des und setzt auf Qua­li­tät statt auf pau­scha­le Ver­bo­te.

Ein hoch­wer­ti­ges Fut­ter mit hohem Fleisch­an­teil und kla­rer Dekla­ra­ti­on ver­zich­tet auf unnö­ti­ge Füll­stof­fe und bie­tet eine aus­ge­wo­ge­ne Zusam­men­set­zung, die sich an den natür­li­chen Bedürf­nis­sen Ihres Hun­des ori­en­tiert.

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Fazit: Hin­ter­fra­gen von Mythen lohnt sich

Rund um die Hun­de­er­näh­rung kur­sie­ren vie­le Mythen – und nicht sel­ten sor­gen sie für Ver­un­si­che­rung statt für Klar­heit. Wie Sie gese­hen haben, steckt hin­ter vie­len Aus­sa­gen zwar ein klei­ner wah­rer Kern, doch sie sind oft zu pau­schal, über­holt oder schlicht­weg Mar­ke­ting.

Ent­schei­dend ist nicht, was gera­de im Trend liegt oder beson­ders über­zeu­gend klingt, son­dern was Ihrem Hund wirk­lich gut­tut. Eine art­ge­rech­te Ernäh­rung ori­en­tiert sich an den natür­li­chen Bedürf­nis­sen, setzt auf hoch­wer­ti­ge Zuta­ten und ver­mei­det unnö­ti­ge Füll­stof­fe sowie stark ver­ar­bei­te­te Bestand­tei­le.

Wenn Sie sich unsi­cher sind, lohnt es sich immer, genau­er hin­zu­schau­en: Was steckt wirk­lich im Fut­ter? Wie trans­pa­rent ist die Dekla­ra­ti­on? Und passt die Zusam­men­set­zung zu Ihrem Hund?

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Christina Williger von Ihr-Futtershop.de

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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