Die Vorderseite einer Hundefutterpackung sieht oft überzeugend aus: saftige Fleischstücke, frisches Gemüse, Begriffe wie „mit Rind“, „reich an Geflügel“, „70 % tierisches Protein“ oder „mit frischem Fleisch“. Für viele Hundehalterinnen und Hundehalter klingt das nach hochwertigem Futter mit einem hohen Fleischanteil.
Doch was vorne groß beworben wird, ist nicht immer das, was hinten in der Deklaration wirklich steht.
Denn die Vorderseite einer Verpackung soll vor allem eines: verkaufen. Die Rückseite dagegen zeigt, was tatsächlich im Futter steckt – zumindest dann, wenn man weiß, wie man die Angaben richtig liest. Genau hier beginnt für viele die Verwirrung: Was bedeutet „Rind“ wirklich? Ist „Geflügel“ eine klare Angabe? Bedeutet „tierisches Protein“ automatisch Fleisch? Und warum klingt „frisches Fleisch“ im Trockenfutter oft nach mehr, als am Ende tatsächlich übrig bleibt?
Die Futterdeklaration ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer leicht zu verstehen. Hersteller dürfen mit bestimmten Begriffen arbeiten, Zutaten zusammenfassen, einzelne Bestandteile aufspalten oder Prozentangaben so platzieren, dass sie besonders attraktiv wirken. Das ist nicht automatisch verboten – aber es macht es schwerer, die Qualität eines Futters realistisch einzuschätzen.
Besonders wichtig ist das bei Hunden mit Allergien, Unverträglichkeiten oder empfindlicher Verdauung. Wenn auf der Packung nur „Geflügel“, „tierisches Protein“ oder „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ steht, bleibt oft unklar, welche Tierart und welche Bestandteile tatsächlich verarbeitet wurden. Für einen Hund, der bestimmte Proteinquellen nicht verträgt, kann genau das zum Problem werden.
In diesem Beitrag erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Hundefutter-Deklaration richtig lesen. Sie lernen, woran Sie echte Transparenz erkennen, welche Begriffe kritisch hinterfragt werden sollten und welche Marketing-Tricks auf Futterverpackungen besonders häufig vorkommen. Außerdem zeige ich Ihnen, wie Sie Fleischanteile, Proteinangaben, Klammerangaben, Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe und geschmacksverstärkende Zutaten besser einordnen können.
Denn am Ende gilt: Die Wahrheit steht meistens nicht vorne auf der Packung – sondern hinten in der Zusammensetzung.

Die wichtigste Grundregel: Fleisch sollte vorne in der Zutatenliste stehen
Die Zusammensetzung eines Hundefutters wird in der Regel nach Gewicht angegeben. Das bedeutet: Die Zutat, die mengenmäßig am meisten enthalten ist, steht in der Zutatenliste an erster Stelle. Danach folgen die weiteren Zutaten in absteigender Reihenfolge.
Bei einem hochwertigen Hundefutter sollten deshalb tierische Bestandteile möglichst weit vorne in der Zutatenliste stehen. Hunde sind zwar keine reinen Fleischfresser, sie sind aber auf eine hochwertige Versorgung mit tierischen Nährstoffen angewiesen. Ein gutes Futter sollte daher einen hohen Anteil an hochwertigen tierischen Zutaten enthalten.
Wichtig ist jedoch: Die Position in der Zutatenliste allein reicht nicht aus. Sie zeigt nur, wie viel von einer Zutat zum Zeitpunkt der Herstellung eingesetzt wurde – nicht automatisch, wie hochwertig diese Zutat ist. Entscheidend ist deshalb, was genau vorne steht.
Aussagekräftig sind konkret benannte Bestandteile wie:
- Muskelfleisch
- Herz
- Leber
- Lunge
- Pansen
Weniger transparent sind dagegen ungenaue Angaben wie:
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
- tierisches Protein
- Geflügelprotein
- mit Rind
- mit Geflügel
Ein hoher Fleischanteil ist also nur dann wirklich hilfreich, wenn klar erkennbar ist, welche Tierart, welche Bestandteile und welche Mengen enthalten sind. Genau deshalb sollten Sie nicht nur auf Werbeaussagen wie „mit Huhn“ oder „reich an tierischem Protein“ achten, sondern auf die konkrete Zusammensetzung.
Wenn Sie ein Futter suchen, bei dem der hohe Fleischanteil nicht nur ein Werbeversprechen ist, empfehle ich das Hundefutter von Anifit. Anifit arbeitet mit einem sehr hohen Anteil an Fleisch in Lebensmittelqualität und zeichnet sich unter anderem durch eine sehr transparente Deklaration aus:
Der wichtigste Denkfehler: „Rind“ ist nicht automatisch Rindfleisch
Viele Hundehalterinnen und Hundehalter lesen auf der Verpackung Begriffe wie „Rind“, „Huhn“ oder „Lamm“ und denken automatisch an hochwertiges Muskelfleisch. Doch genau das ist einer der häufigsten Denkfehler beim Lesen einer Futterdeklaration.
Denn „Rind“ bedeutet nicht automatisch Rindermuskelfleisch. Die Angabe sagt zunächst nur etwas über die Tierart aus – nicht aber eindeutig darüber, welche Bestandteile vom Tier verwendet wurden.
Es kann sich also um Muskelfleisch handeln, aber auch um Herz, Leber, Lunge, Pansen, Euter oder andere tierische Bestandteile. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, denn Innereien können für Hunde wertvolle Nährstoffe liefern. Problematisch wird es erst dann, wenn die Deklaration so ungenau bleibt, dass Sie nicht erkennen können, was tatsächlich im Futter steckt. Es könnte sich nämlich auch um minderwertige Zutaten wie Federn, Krallen, Hufe, Borsten, Schnäbel, Häute und Därme handeln.
Noch unklarer wird es bei Angaben wie: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Geflügel, tierisches Protein, Geflügelprotein.
Solche Begriffe lassen viel Spielraum. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dann kaum nachvollziehbar, ob hochwertige Bestandteile wie Muskelfleisch und nährstoffreiche Innereien verarbeitet wurden oder ob die Zusammensetzung eher aus weniger gewünschten Bestandteilen besteht.

Warum Klammerangaben nicht automatisch vollständig sind
Auch Klammerangaben können leicht missverstanden werden. Wenn in der Deklaration zum Beispiel steht: Fleisch (Rind) bedeutet das nicht automatisch, dass das gesamte Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Es bedeutet zunächst nur, dass Rind enthalten ist. Wie hoch der Anteil tatsächlich ist und ob daneben weitere Tierarten enthalten sind, bleibt ohne genauere Angabe offen.
Aussagekräftiger wäre zum Beispiel: Fleisch, bestehend aus 100 % Rind
Noch transparenter wäre: Rind, bestehend aus Rindermuskelfleisch, Rinderherz und Rinderleber
Am besten nachvollziehbar ist eine Deklaration, wenn die einzelnen Bestandteile direkt mit Prozentangaben genannt werden, zum Beispiel: Rindermuskelfleisch 40 %, Rinderherz 20 %, Rinderleber 10 %, Rinderlunge 10 %.
So erkennen Sie nicht nur die Tierart, sondern auch die verwendeten Bestandteile und deren Mengenanteile.
Gerade bei Hunden mit Allergien oder Unverträglichkeiten ist das besonders wichtig. Wenn nur „Rind“, „Geflügel“ oder „tierisches Protein“ angegeben ist, wissen Sie nicht sicher, welche Proteinquelle Ihr Hund tatsächlich bekommt. Eine transparente Deklaration hilft Ihnen dagegen, das Futter gezielt auszuwählen und mögliche Auslöser besser zu vermeiden.
Sammelbegriffe: Warum „Geflügel“ und „Wild“ problematisch sein können
Neben Begriffen wie „Rind“, „Huhn“ oder „Lamm“ sollten Sie besonders auf Sammelbegriffe achten. Dazu gehören zum Beispiel:
- Geflügel
- Wild
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
- tierisches Protein
- Geflügelprotein
Solche Angaben klingen auf den ersten Blick normal, sind aber wenig konkret. „Geflügel“ ist zum Beispiel keine einzelne Tierart. Es kann Huhn, Pute, Ente, Gans oder eine Mischung verschiedener Geflügelarten bedeuten. Auch „Wild“ ist ungenau, denn darunter können unterschiedliche Tierarten fallen.
Für Hunde ohne bekannte Unverträglichkeiten ist das nicht immer sofort problematisch. Für Allergiker oder sensible Hunde kann es aber entscheidend sein. Wenn Ihr Hund zum Beispiel auf Huhn reagiert und auf der Verpackung nur „Geflügel“ steht, wissen Sie nicht, ob Huhn enthalten ist oder nicht.
Noch schwieriger wird es bei Begriffen wie „tierisches Protein“ oder „Geflügelprotein“. Hier bleibt nicht nur die genaue Tierart unklar, sondern oft auch, aus welchen Bestandteilen dieses Protein gewonnen wurde. Dadurch lässt sich kaum beurteilen, wie hochwertig, gut verdaulich und für den Hund tatsächlich verwertbar diese Proteinquelle ist.
Eine transparente Deklaration nennt deshalb nicht nur eine grobe Kategorie, sondern möglichst genau die Tierart:
- Huhn
- Pute
- Ente
- Rind
- Lamm
- Pferd
- Ziege
- Schwein
- Reh
- Hirsch
- Wildschwein
- Rentier
Noch besser ist es, wenn zusätzlich der verwendete Bestandteil genannt wird, zum Beispiel:
- Hühnerherz
- Putenmuskelfleisch
- Rinderleber
- Lammlunge
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Proteingehalt ist nicht gleich Fleischanteil
Ein weiterer häufiger Irrtum entsteht bei Angaben wie „hoher Proteingehalt“, „reich an tierischem Protein“ oder „70 % tierisches Protein“. Solche Aussagen klingen für viele Hundehalterinnen und Hundehalter nach einem hohen Fleischanteil. Das muss aber nicht stimmen.
Protein bedeutet erst einmal nur: Eiweiß. Dieses Eiweiß kann aus sehr unterschiedlichen Quellen stammen – aus Muskelfleisch, Innereien, getrocknetem oder hydrolysiertem tierischem Protein, aber auch aus pflanzlichen Eiweißquellen wie Erbsenprotein, Maisprotein oder Kartoffelprotein. Bei sehr ungenauen Angaben bleibt außerdem offen, welche tierischen Bestandteile tatsächlich verarbeitet wurden. Denn auch weniger wertvolle Bestandteile wie Federn, Krallen, Hufe, Borsten oder Schnäbel bestehen zu einem großen Teil aus Strukturproteinen wie Keratin. Deshalb ist „Protein“ allein noch kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, aus welcher Quelle es stammt, wie gut es für den Hund verdaulich ist und wie transparent diese Proteinquelle deklariert wird.
Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Fleischanteil und tierischem Proteinanteil. Wenn auf einer Verpackung zum Beispiel steht:
- 70 % tierisches Protein
bedeutet das nicht, dass das Futter zu 70 % aus Fleisch besteht. Es bedeutet lediglich, dass 70 % des enthaltenen Proteins aus tierischen Quellen stammen. Wie hoch der tatsächliche Fleischanteil im Futter ist, sagt diese Angabe nicht aus.
Ein einfaches Beispiel:
Wenn ein Futter insgesamt 30 % Protein enthält und davon 70 % tierischen Ursprungs sind, dann stammen 21 % des Futters rechnerisch aus tierischem Protein. Das ist aber immer noch nicht gleichzusetzen mit 21 % Fleischanteil, denn Protein ist nur ein Nährstoffbestandteil der verwendeten Zutaten.
Frisches Fleisch im Trockenfutter: Warum die Prozentangabe täuschen kann
Auch Angaben wie „mit frischem Fleisch“, „70 % frisches Huhn“ oder „80 % frisches Rind“ klingen auf den ersten Blick sehr hochwertig. Gerade bei Trockenfutter sollten Sie solche Aussagen aber genauer einordnen.
Der Grund ist einfach: Frisches Fleisch enthält von Natur aus viel Wasser. Bei der Herstellung von Trockenfutter wird ein großer Teil dieser Feuchtigkeit entzogen. Dadurch bleibt im fertigen Trockenfutter deutlich weniger Fleischsubstanz übrig, als die ursprüngliche Frischfleischangabe vermuten lässt.
Ein Beispiel: 70 % frisches Hühnerfleisch klingt zunächst so, als würde das Trockenfutter überwiegend aus Huhn bestehen. Nach dem Trocknungsprozess bleibt davon aber nur ein deutlich geringerer Anteil übrig, weil das Wasser verloren geht.
Als grobe Faustregel kann man rechnen:
- Frischfleischanteil × 0,4 = ungefährer Fleischanteil nach der Trocknung
Das bedeutet zum Beispiel:
70 % frisches Fleisch entsprechen ungefähr 28 % Fleischanteil nach der Trocknung.
Diese Rechnung ist keine exakte Formel, weil der Wassergehalt je nach Fleischart, Rohstoffqualität und Verarbeitung schwanken kann. Sie hilft aber, große Frischfleischangaben realistischer einzuschätzen.
Wichtig ist deshalb der Unterschied zwischen frischem Fleisch und getrocknetem Fleisch. Getrocknetes Fleisch enthält bereits deutlich weniger Wasser. Wenn ein Hersteller also „50 % getrocknetes Hühnerfleisch“ oder „40 % getrocknetes Rindfleisch“ angibt, ist diese Angabe im Trockenfutter oft aussagekräftiger als eine reine Frischfleischangabe.
Das bedeutet nicht, dass frisches Fleisch im Trockenfutter automatisch schlecht ist. Es bedeutet nur: Die Prozentangabe darf nicht eins zu eins mit dem tatsächlichen Fleischanteil im fertigen Trockenfutter gleichgesetzt werden.

Zutatenaufspaltung: Wenn Erbsen‑, Mais- und Kartoffelanteil kleiner wirken, als sie sind
Ein weiterer Punkt, der die Deklaration schwerer verständlich machen kann, ist die sogenannte Zutatenaufspaltung. Dabei werden ähnliche oder zusammengehörige Rohstoffe nicht als eine Zutat aufgeführt, sondern in mehrere Einzelbestandteile getrennt.
Das kann dazu führen, dass Fleisch in der Zutatenliste weiter vorne steht, während pflanzliche Bestandteile einzeln weiter hinten auftauchen. Zusammengerechnet können diese pflanzlichen Zutaten aber trotzdem einen großen Anteil des Futters ausmachen.
Ein Beispiel mit Erbsen:
- Erbsenprotein
- Erbsenfaser
- Erbsenstärke
- grüne Erbsen
- gelbe Erbsen
Jede dieser Zutaten erscheint einzeln in der Zusammensetzung. Würde man sie jedoch zusammenzählen, könnte der gesamte Erbsenanteil deutlich höher sein, als es auf den ersten Blick wirkt.
Ähnlich ist es bei Mais:
- Mais
- Maisprotein
- Maiskleber
- Maisstärke
Oder bei Kartoffeln:
- Kartoffel
- Kartoffelprotein
- Kartoffelstärke
- Trockenkartoffel
Zutatenaufspaltung ist vor allem deshalb problematisch, weil sie die Gewichtung der Zutaten optisch verändern kann. Statt dass „Erbsen“ oder „Mais“ als großer Gesamtposten weit vorne stehen, verteilen sich die einzelnen Bestandteile auf mehrere kleinere Positionen.
Für Sie als Käuferin oder Käufer heißt das: Lesen Sie die Zutatenliste nicht nur von oben nach unten, sondern achten Sie auch auf ähnliche Begriffe. Wenn mehrere Varianten derselben Rohstoffgruppe auftauchen, sollten Sie diese gedanklich zusammenfassen. So bekommen Sie ein realistischeres Bild davon, welche Bestandteile das Futter tatsächlich prägen.

Pflanzliche Faserstoffe im Hundefutter: Rübenschnitzel, Cellulose und Co.
Neben Fleisch, Innereien und Proteinquellen finden sich in vielen Futtersorten auch pflanzliche Faserstoffe. Dazu gehören zum Beispiel:
- Rübenschnitzel
- Rübentrockenschnitzel
- Cellulose
- Pflanzenfasern
- Chicorée
- Inulin
- FOS (Fructo-Oligosaccharide)
Solche Zutaten können die Verdauung beeinflussen, die Kotbeschaffenheit verändern oder als Ballaststoffquelle dienen. Sie sind deshalb nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist aber, welche Faserstoffe eingesetzt werden, in welcher Menge sie enthalten sind und an welcher Stelle sie in der Deklaration stehen.
- Rübenschnitzel und Rübentrockenschnitzel: Rübenschnitzel entstehen bei der Verarbeitung von Zuckerrüben. Nachdem der Zucker weitgehend(!) entzogen wurde, bleiben faserreiche Bestandteile übrig. Diese können im Futter als Ballaststoffquelle eingesetzt werden. Kritisch sollten Sie werden, wenn Rübenschnitzel sehr weit vorne in der Zutatenliste stehen oder wenn ein Futter insgesamt wenig klar benannte tierische Bestandteile enthält. Dann kann der Eindruck entstehen, dass die Rezeptur stärker über pflanzliche Faserstoffe geprägt ist als über hochwertige tierische Zutaten.
- Cellulose: Cellulose ist ein pflanzlicher Faserstoff und Bestandteil pflanzlicher Zellwände. Im Hundefutter wird sie vor allem als Rohfaserquelle eingesetzt. Für die Bewertung eines Futters ist wichtig: Cellulose liefert vor allem Faser und Struktur. Sie ist nicht mit Fleisch, Innereien oder hochwertigen tierischen Zutaten gleichzusetzen. Wenn Cellulose weit vorne in der Deklaration steht, sollten Sie deshalb genauer prüfen, wie hochwertig und transparent die übrige Zusammensetzung ist.
- Chicorée, Inulin und FOS: Chicorée, Inulin oder FOS werden häufig als präbiotische Faserstoffe eingesetzt. Sie können bestimmten Darmbakterien als Nahrung dienen und dadurch die Verdauung unterstützen. Auch hier gilt: Solche Zutaten können sinnvoll sein, ersetzen aber keine transparente und hochwertige Grundzusammensetzung. Ein Futter wird nicht automatisch hochwertig, nur weil präbiotische Fasern enthalten sind.
Ein natürlich zusammengesetztes Hundefutter braucht in der Regel keine großen Mengen isolierter Faserstoffe wie Cellulose, Rübenschnitzel oder allgemein deklarierte Pflanzenfasern. Ballaststoffe können auch über natürliche Zutaten wie Gemüse, Kräuter oder andere pflanzliche Bestandteile eingebracht werden.
Achten Sie deshalb bei pflanzlichen Faserstoffen immer auf den Zusammenhang: Werden sie ergänzend in einer nachvollziehbaren Rezeptur eingesetzt – oder nehmen sie einen auffällig großen Raum in der Zusammensetzung ein und dienen möglicherweise eher dazu, die Rezeptur zu strecken?
Hefe: Gute Zutat oder Geschmacksverstärker?
Auch bei Hefe lohnt sich ein genauer Blick, denn Hefe ist nicht gleich Hefe. Je nachdem, in welcher Form sie eingesetzt wird, kann sie eine sinnvolle ernährungsphysiologische Zutat sein – oder vor allem dazu dienen, die Akzeptanz des Futters zu verbessern.
Bierhefe kann eine interessante Zutat im Hundefutter sein. Sie enthält unter anderem B‑Vitamine, Aminosäuren und weitere natürliche Nährstoffe. In sinnvoller Menge eingesetzt, kann sie die Rezeptur ergänzen und für viele Hunde gut verträglich sein.
Wichtig ist aber auch hier die Deklaration: Wird konkret „Bierhefe“ genannt?
Anders sieht es aus, wenn Begriffe wie „Hefe“, „Hefeextrakt“ oder „hydrolysierte Hefe“ auftauchen. Diese Zutaten können ebenfalls Nährstoffe liefern, werden aber häufig auch eingesetzt, um den Geschmack und die Akzeptanz eines Futters zu verbessern.
Das ist nicht automatisch schlecht. Ein Futter darf natürlich gut schmecken. Kritisch wird es aber, wenn ein Futter viele geschmacksgebende Zutaten benötigt, während die eigentliche Zusammensetzung unklar oder wenig hochwertig wirkt.

Hydrolysate: Aufgespaltene Proteine mit starker Geschmackswirkung
Hydrolysate sind aufgespaltene Proteine. Sie können aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen und werden in Futtermitteln aus unterschiedlichen Gründen eingesetzt. In Spezialfuttern können hydrolysierte Proteine zum Beispiel eine diätetische Funktion haben.
In vielen normalen Futtersorten können Hydrolysate aber auch dazu beitragen, das Futter besonders schmackhaft zu machen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dann wichtig: Aus welcher Quelle stammt das Hydrolysat? Ist die Angabe klar? Und passt der Einsatz zur restlichen Rezeptur?
Weitere geschmacksgebende Zutaten erkennen
Neben Hefe, Hefeextrakt und Hydrolysaten gibt es weitere Zutaten, die ein Futter für Hunde besonders attraktiv machen können. Dazu gehören zum Beispiel:
- Tierfett
- Lebermehl / Geflügelleber
- Fleischbrühe
- Geflügelprotein
- sonstige stark riechende tierische Nebenerzeugnisse
Solche Zutaten werden häufig eingesetzt, um Geruch und Geschmack eines Futters zu intensivieren. Das kann besonders bei Trockenfutter eine wichtige Rolle spielen, denn viele trockene Kroketten wären ohne geschmacksgebende Zusätze für Hunde deutlich weniger interessant.
Kritisch wird es vor allem dann, wenn solche Zutaten in einem Futter auftauchen, dessen Grundzusammensetzung wenig überzeugend ist. Denn geschmacksgebende Zusätze können die Akzeptanz eines eher minderwertigen Futters deutlich erhöhen. Der Hund frisst es dann gerne – nicht unbedingt, weil die Rezeptur hochwertig ist, sondern weil Geruch und Geschmack gezielt verstärkt wurden.
Das ist ein wichtiger Punkt: Hohe Akzeptanz ist kein Qualitätsbeweis. Ein Futter kann sehr gern gefressen werden und trotzdem aus unklar deklarierten, oder minderwertigen Rohstoffen bestehen.

Konservierende Zutaten: Vitamin E, Tocopherole, Rosmarinextrakt und Antioxidationsmittel
Ein weiterer wichtiger Blick geht auf die konservierenden beziehungsweise antioxidativen Zutaten. Besonders bei Trockenfutter spielt dieses Thema eine große Rolle, denn Trockenfutter enthält Fette und Öle, die durch Sauerstoff, Licht und Lagerung oxidieren und schnell ranzig werden.
Damit das nicht so schnell passiert, werden Antioxidationsmittel eingesetzt. Diese sollen die Fette im Futter stabilisieren und die Haltbarkeit verbessern. In der Deklaration können Sie solche Stoffe zum Beispiel unter folgenden Begriffen finden:
- Vitamin E
- Tocopherole
- stark tocopherolhaltige Extrakte
- Antioxidationsmittel
- Rosmarinextrakt
- natürliche Antioxidationsmittel
- Zitronensäure
- Essigsäure
- Natriumnitrat
- Natriumchlorid
- Kaliumsorbat
- Sorbinsäure
- Propylgallat
- Konservierungsstoffe
Wichtig ist: Vitamin E ist nicht automatisch schlecht. Es ist ein lebenswichtiger Nährstoff und kann im Futter eine ernährungsphysiologische Funktion haben. Gleichzeitig können Vitamin-E-Verbindungen beziehungsweise Tocopherole aber auch als Antioxidationsmittel eingesetzt werden.
Deshalb kommt es auf den Zusammenhang an. Eine moderate Vitamin-E-Ergänzung kann sinnvoll sein (Trockenfutter bis ca. 40mg/kg, Nassfutter bis ca. 10mg/kg). Wenn jedoch sehr hohe Mengen Vitamin E oder Tocopherole angegeben sind, sollte man genauer hinschauen, ob sie vor allem der Nährstoffversorgung dienen oder eher zur Konservierung der enthaltenen Fette eingesetzt werden.
Gerade bei Trockenfutter ist dieser Punkt besonders relevant. Durch die große Oberfläche der Kroketten und den Kontakt mit Luft sind die enthaltenen Fette anfälliger für Oxidation. Ein Trockenfutter kommt deshalb in der Regel nicht ohne irgendeine Form der Stabilisierung aus. Wenn keine Konservierungsstoffe angegeben sind, bedeutet das nicht automatisch, dass keinerlei antioxidative Behandlung stattgefunden hat. Einzelne Rohstoffe können bereits konserviert oder antioxidativ stabilisiert sein, bevor der Futterhersteller sie einkauft und weiterverarbeitet. In diesem Fall muss der Hersteller diese Stoffe in der Regel nicht in der Deklaration des fertigen Futters aufführen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dann kaum erkennbar, ob und womit einzelne Zutaten bereits vorbehandelt wurden.
Auch Rosmarinextrakt wird häufig als „natürliche“ antioxidative Zutat eingesetzt. Das klingt für viele erst einmal harmlos. Dennoch sollte auch hier gelten: Natürlich bedeutet nicht automatisch besser. Entscheidend ist, warum die Zutat eingesetzt wird, in welcher Menge sie enthalten ist und wie transparent der Hersteller damit umgeht.
Für die Bewertung der Deklaration heißt das: Antioxidationsmittel sind bei Trockenfutter nicht überraschend. Kritisch wird es vor allem dann, wenn ein Futter einerseits mit „natürlich“, „ohne synthetische Konservierungsstoffe“ oder „besonders schonend“ beworben wird, andererseits aber unklar bleibt, wie die enthaltenen Fette tatsächlich stabilisiert wurden.
Funktionelle Zutaten: Weniger Kotgeruch heißt nicht automatisch bessere Verträglichkeit
Yucca schidigera wird im Hundefutter häufig verwendet, um Kotgeruch und Blähungsgeruch zu reduzieren. Für Hundehalterinnen und Hundehalter wirkt das erst einmal positiv: Der Kot riecht weniger stark, Blähungen fallen weniger unangenehm auf, und schnell entsteht der Eindruck, das Futter werde gut vertragen.
Genau hier liegt aber der kritische Punkt: Wenn Gerüche reduziert werden, heißt das nicht automatisch, dass die Verdauung optimal läuft oder dass die Zusammensetzung hochwertig ist. Es kann lediglich bedeuten, dass unangenehme Begleiterscheinungen weniger auffallen.
Ein Futter kann also weiterhin minderwertige, schwerer verdauliche oder unklar deklarierte Bestandteile enthalten – und durch Zusätze wie Yucca schidigera trotzdem „verträglicher“ wirken, als es tatsächlich ist.
Achten Sie deshalb darauf, ob solche funktionellen Zutaten eine gute Rezeptur sinnvoll ergänzen oder ob sie eher den Eindruck verbessern, den das Futter nach außen macht. Weniger Geruch ist angenehm, ersetzt aber keine transparente und hochwertige Zusammensetzung.
Wasser und Brühe im Nassfutter: Was steckt im nicht bezifferten Anteil?
Bei Nassfutter ergeben die angegebenen Prozentzahlen in der Deklaration häufig nicht 100 %. Wenn zum Beispiel auf der Dose steht: Rind 70 %, Mineralstoffe dann sind 70 % Rind konkret angegeben. Der übrige Anteil wird nicht genau beziffert. Bei Nassfutter handelt es sich dabei meist um Flüssigkeit, also Wasser, Brühe oder Kochsud, sowie um kleine Mengen weiterer deklarierter Bestandteile wie Mineralstoffe.
Transparenter wäre zum Beispiel: Rind 70 %, Brühe 28 %, Mineralstoffe 2 %.
Noch genauer wäre: Rindermuskelfleisch 40 %, Rinderherz 20 %, Rinderleber 10 %, Brühe 28 %, Mineralstoffe 2 %.
Der wichtige Punkt: Fehlende Prozentangaben bedeuten hier nicht automatisch, dass weitere feste Zutaten „versteckt“ sind. Sie bedeuten vor allem, dass der Flüssigkeitsanteil nicht klar ausgewiesen wurde.
Hinweis: Wasser, Brühe oder Kochsud sind bei Nassfutter nicht ungewöhnlich. Sie haben aber nicht denselben Wert wie Fleisch, Herz, Leber oder andere nährstoffreiche Zutaten. Wenn ein Futter zu einem großen Teil aus zugesetzter Flüssigkeit besteht, bezahlen Sie diese Flüssigkeit mit. Das kann das Preis-Leistungs-Verhältnis verschlechtern, vor allem wenn gleichzeitig mit einem hohen Fleischanteil geworben wird. Deshalb ist eine klare Deklaration so wichtig: Sie zeigt nicht nur, was im Futter steckt, sondern auch, ob Sie hauptsächlich hochwertige Rohstoffe kaufen oder einen größeren Anteil Wasser beziehungsweise Brühe mitbezahlen.

Verpackungsmarketing: Warum die Vorderseite nicht die ganze Wahrheit zeigt
Die Vorderseite einer Futterpackung ist Werbung. Sie soll Aufmerksamkeit erzeugen, Vertrauen schaffen und das Futter möglichst hochwertig wirken lassen. Deshalb stehen dort oft Begriffe und Aussagen, die gut klingen, aber nur begrenzt aussagekräftig sind.
Typische Beispiele sind:
- mit Rind
- mit Geflügelherzen
- hoher Fleischanteil
- reich an tierischem Protein
- 70 % tierisches Protein
- mit frischem Fleisch
- getreidefrei
- natürlich
- Premium
- von Tierärzten empfohlen
Solche Aussagen sind nicht automatisch falsch. Sie müssen aber immer mit der Deklaration auf der Rückseite abgeglichen werden.
Wenn vorne zum Beispiel groß „mit Geflügelherzen“ steht, bedeutet das nicht automatisch, dass ein großer Anteil Geflügelherzen enthalten ist. Es kann auch nur eine kleine Menge sein, während der Hauptanteil aus anderen, günstigeren Bestandteilen besteht.
Genauso bedeutet „mit Rind“ nicht automatisch, dass viel Rindermuskelfleisch enthalten ist. Und „70 % tierisches Protein“ bedeutet nicht, dass das Futter zu 70 % aus Fleisch besteht.
Besonders kritisch sind Aussagen, die hochwertig klingen, aber wenig konkret sind. „Natürlich“, „Premium“ oder „ausgewählte Zutaten“ sagen allein noch nichts darüber aus, welche Rohstoffe tatsächlich verarbeitet wurden und in welchen Mengen sie enthalten sind.
Deshalb gilt: Die Vorderseite kann Hinweise geben, aber sie ist nie die Entscheidungsgrundlage. Entscheidend ist immer die Zusammensetzung auf der Rückseite. Dort sehen Sie, ob die Werbeaussagen wirklich durch klare Zutaten, konkrete Prozentangaben und eine transparente Deklaration gestützt werden.

Stiftung Warentest und Hundefutter: Warum ein Testsieger nicht automatisch das beste Futter für Ihren Hund ist
Viele Hundehalterinnen und Hundehalter orientieren sich bei der Futtersuche an Testergebnissen. Das ist verständlich, denn ein Testsieger wirkt erst einmal vertrauenswürdig. Trotzdem sollten Sie solche Ergebnisse nicht mit einer vollständig transparenten und hochwertigen Deklaration gleichsetzen.
Futtertests prüfen in der Regel bestimmte Kriterien. Dazu können zum Beispiel Nährstoffgehalte, Schadstoffe, Fütterungsempfehlungen oder die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben gehören. Das kann hilfreich sein, beantwortet aber nicht automatisch alle Fragen, die für die praktische Futterbewertung wichtig sind.
Denn ein Futter kann rechnerisch bedarfsdeckend sein und trotzdem unklar deklarierte Zutaten enthalten. Es kann alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen und dennoch Begriffe wie „Geflügel“, „tierisches Protein“ oder „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ verwenden. Für Sie als Käuferin oder Käufer bleibt dann trotzdem offen, welche Tierarten und Bestandteile tatsächlich verarbeitet wurden.
Auch die individuelle Verträglichkeit Ihres Hundes lässt sich durch einen Test nicht sicher vorhersagen. Ein Futter, das im Labor gut abschneidet, muss nicht automatisch zu einem Hund mit Allergien, Verdauungsproblemen oder empfindlicher Haut passen.
Deshalb gilt: Testergebnisse können eine Orientierung sein, ersetzen aber nicht den eigenen Blick auf die Deklaration. Entscheidend bleibt, ob die Zusammensetzung klar, nachvollziehbar und passend für Ihren Hund ist.
Gute Deklaration erkennen: So sollte es aussehen
Nach all den möglichen Fallstricken stellt sich die wichtigste Frage: Wie sieht eine gute Futterdeklaration eigentlich aus?
Eine transparente Deklaration lässt möglichst wenig offen. Sie zeigt nicht nur grobe Kategorien, sondern erklärt klar, welche Tierart, welche Bestandteile und welche Mengen im Futter enthalten sind.
Ein Beispiel: Bei Anifit Gockels Duett lautet die Zusammensetzung zunächst: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, Mineralstoffe, Dill
Diese gesetzliche Kurzdeklaration ist für sich genommen noch wenig aussagekräftig. Denn daraus erkennen Sie nicht, welche Tierart enthalten ist, welche Bestandteile vom Tier verwendet wurden und wie hoch die einzelnen Anteile sind.
Entscheidend ist deshalb die zusätzliche offene Deklaration. Bei Anifit Gockels Duett wird die Rezeptur zusätzlich so aufgeschlüsselt:
- Hühnermuskelfleisch 79 %
- Hühnerleber 10 %
- Hühnerlunge 4 %
- Summe Fleisch 93 %
- getrocknete Kartoffeln 5 %
- Anteile unter 1%: Zichorie/Inulin, Dill, Hagebutte, Kalzium, Salz
- Summe 100 %
Besonders hilfreich ist auch die Erklärung, was mit Muskelfleisch gemeint ist: Muskelfleisch umfasst das Skelettfleisch sowie Herz- und Magenmuskel.
Damit wird die Deklaration sehr transparent. Sie sehen nicht nur die rechtlich zulässige Sammelbezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, sondern auch, dass der tierische Anteil hier konkret aus Hühnermuskelfleisch, Hühnerleber und Hühnerlunge besteht.
Außerdem ist erkennbar, dass die Rezeptur vollständig auf 100 % aufgeschlüsselt wird. Es bleibt also kein Anteil offen, bei dem Sie rätseln müssen, ob es sich um Wasser, Brühe oder andere nicht näher bezifferte Bestandteile handelt.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer bloß zulässigen und einer wirklich hilfreichen Deklaration. Eine gesetzliche Kurzdeklaration kann formal korrekt sein, hilft aber nur begrenzt bei der Bewertung des Futters. Eine offene Detaildeklaration zeigt dagegen, was tatsächlich verarbeitet wurde.

Eine gute Deklaration beantwortet deshalb möglichst klar:
- Welche Tierart ist enthalten?
- Welche Bestandteile vom Tier wurden verwendet?
- Wie hoch sind die jeweiligen Anteile?
- Gibt es einen klar ausgewiesenen Fleischanteil?
- Werden auch kleinere Zutaten nachvollziehbar genannt?
- Ergibt die Aufschlüsselung 100 %?
Je weniger Sie raten müssen, desto besser. Eine transparente Deklaration versteckt sich nicht hinter Sammelbegriffen, unklaren Klammerangaben oder großen Werbeversprechen. Sie zeigt offen, was wirklich in der Dose oder im Sack steckt.
Checkliste: So prüfen Sie eine Hundefutter-Deklaration Schritt für Schritt
Wenn Sie eine Futterpackung bewerten möchten, gehen Sie am besten nicht nach der Vorderseite, sondern nach der Zusammensetzung. Diese Fragen helfen Ihnen dabei:
1. Ist die Tierart klar benannt?
Steht dort konkret „Huhn“, „Rind“, „Lamm“ oder „Pute“ – oder nur ein Sammelbegriff wie „Geflügel“, „Wild“ oder „tierisches Protein“?
2. Sind die Bestandteile vom Tier konkret angegeben?
„Rindermuskelfleisch“, „Hühnerleber“ oder „Putenherz“ sind deutlich aussagekräftiger als nur „Rind“, „Huhn“ oder „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“.
3. Gibt es nachvollziehbare Prozentangaben?
Je genauer die Mengen aufgeschlüsselt sind, desto besser können Sie beurteilen, was wirklich im Futter steckt.
4. Sind Klammerangaben wirklich eindeutig?
„Fleisch (Rind)“ bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Aussagekräftiger wäre „Fleisch, bestehend aus 100 % Rind“ oder eine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Bestandteile.
5. Wird mit tierischem Protein statt Fleischanteil geworben?
„70 % tierisches Protein“ bedeutet nicht 70 % Fleisch. Es sagt nur aus, welcher Anteil des enthaltenen Proteins tierischen Ursprungs ist.
6. Wird frisches Fleisch im Trockenfutter beworben?
Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Bei Trockenfutter muss dieser Wasseranteil herausgerechnet werden, um die Angabe realistisch einzuordnen.
7. Gibt es Zutatenaufspaltung?
Achten Sie auf wiederkehrende Rohstoffe wie Erbsenprotein, Erbsenfaser, Erbsenstärke oder Mais, Maisprotein und Maisstärke. Zusammengerechnet können diese Bestandteile einen deutlich größeren Anteil ausmachen.
8. Enthält das Futter viele isolierte Faserstoffe?
Cellulose, Rübenschnitzel oder allgemein deklarierte Pflanzenfasern können sinnvoll sein, sollten aber nicht auffällig stark die Rezeptur prägen.
9. Werden geschmacksgebende Zutaten eingesetzt?
Hefeextrakt, Hydrolysate, Tierfett oder Lebermehl können die Akzeptanz erhöhen. Besonders kritisch ist das, wenn die Grundzusammensetzung wenig transparent wirkt.
10. Sind Wasser oder Brühe klar ausgewiesen?
Gerade bei Nassfutter ist wichtig, ob die Rezeptur vollständig aufgeschlüsselt wird oder ob ein größerer Flüssigkeitsanteil offenbleibt.
11. Werden Konservierungsstoffe oder Antioxidationsmittel genannt?
Tocopherole, Vitamin E, Rosmarinextrakt oder andere Antioxidationsmittel sind gerade bei Trockenfutter nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist, wie transparent der Hersteller damit umgeht.
12. Passt die Deklaration zu Ihrem Hund?
Bei Allergien, Unverträglichkeiten oder sensibler Verdauung sind klare Angaben besonders wichtig. Je ungenauer Tierart und Proteinquelle deklariert sind, desto schwieriger wird die gezielte Auswahl.
Die wichtigste Faustregel lautet: Je weniger Sie interpretieren müssen, desto besser ist die Deklaration. Eine gute Zusammensetzung beantwortet Fragen – sie wirft nicht ständig neue auf.
Häufige Fragen zur Hundefutter-Deklaration
Nein. „Rind“ beschreibt zunächst nur die Tierart. Es bedeutet nicht automatisch, dass ausschließlich Rindermuskelfleisch enthalten ist. Es können auch andere Bestandteile vom Rind verarbeitet worden sein, zum Beispiel Herz, Leber, Lunge, Pansen oder Euter. Transparenter sind konkrete Angaben wie „Rindermuskelfleisch“, „Rinderherz“ oder „Rinderleber“.
Diese Angabe bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Sie sagt zunächst nur, dass Rind enthalten ist. Aussagekräftiger wäre eine Formulierung wie „Fleisch, bestehend aus 100 % Rind“ oder eine genaue Aufschlüsselung mit Prozentangaben.
Nein. „70 % tierisches Protein“ bedeutet nicht, dass das Futter zu 70 % aus Fleisch besteht. Es bedeutet nur, dass 70 % des enthaltenen Proteins aus tierischen Quellen stammen. Der tatsächliche Fleischanteil kann deutlich niedriger sein.
„Geflügelprotein“ ist eine ungenaue Angabe. Sie sagt nicht klar, welche Geflügelart enthalten ist und aus welchen Bestandteilen das Protein gewonnen wurde. Gerade für Hunde mit Allergien oder Unverträglichkeiten ist eine solche Angabe problematisch, weil die Proteinquelle nicht eindeutig erkennbar ist.
Frisches Fleisch ist nicht automatisch schlecht. Bei Trockenfutter muss man aber beachten, dass frisches Fleisch viel Wasser enthält. Während der Herstellung wird ein großer Teil dieser Feuchtigkeit entzogen. Deshalb wirkt der angegebene Frischfleischanteil oft höher, als der tatsächliche Anteil im fertigen Trockenfutter ist.
Bei der Zutatenaufspaltung werden ähnliche Rohstoffe in mehrere Einzelbestandteile getrennt, zum Beispiel Erbsenprotein, Erbsenfaser und Erbsenstärke. Dadurch wirken diese Zutaten einzeln kleiner, obwohl sie zusammengerechnet einen großen Anteil ausmachen können.
Nicht automatisch. Rübenschnitzel sind faserreiche Bestandteile aus der Zuckerrübenverarbeitung und können als Ballaststoffquelle dienen. Kritisch wird es, wenn sie weit vorne in der Zutatenliste stehen oder wenn das Futter insgesamt wenig hochwertige, klar benannte tierische Bestandteile enthält.
Bierhefe kann eine sinnvolle Zutat sein, weil sie unter anderem B‑Vitamine und weitere natürliche Nährstoffe liefert. Wichtig ist aber die genaue Deklaration. „Bierhefe“ ist konkreter als allgemeine Angaben wie „Hefe“, „Hefeextrakt“ oder „Hefeprodukte“, die in der Regel als Geschmacksverstärker eingesetzt werden.
Hefe kann je nach Form und Einsatzgrund unterschiedlich bewertet werden. Bierhefe kann eine Nährstoffquelle sein. Hefeextrakt oder hydrolysierte Hefe können dagegen auch eingesetzt werden, um die Akzeptanz und den Geschmack eines Futters zu erhöhen.
Tocopherole sind Vitamin-E-Verbindungen. Sie können einerseits ernährungsphysiologisch sinnvoll sein, andererseits aber auch als Antioxidationsmittel eingesetzt werden, um Fette im Futter vor dem Ranzigwerden zu schützen.
Trockenfutter enthält Fette, die durch Sauerstoff und Lagerung oxidieren können. Deshalb braucht Trockenfutter in der Regel irgendeine Form der Stabilisierung, zum Beispiel durch Antioxidationsmittel. Das ist nicht automatisch schlecht, sollte aber transparent deklariert sein.
Yucca schidigera wird häufig eingesetzt, um Kot- und Blähungsgeruch zu reduzieren. Das kann ein Futter verträglicher wirken lassen, als es tatsächlich ist. Denn weniger Geruch bedeutet nicht automatisch bessere Qualität oder bessere Verdaulichkeit — unangenehme Begleiterscheinungen fallen nur weniger stark auf.








