Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on ver­ste­hen: So erken­nen Sie hoch­wer­ti­ge Inhalts­stof­fe, Fleisch­an­teil und Mar­ke­ting-Tricks

Die Vor­der­sei­te einer Hun­de­fut­ter­pa­ckung sieht oft über­zeu­gend aus: saf­ti­ge Fleisch­stü­cke, fri­sches Gemü­se, Begrif­fe wie „mit Rind“, „reich an Geflü­gel“, „70 % tie­ri­sches Pro­te­in“ oder „mit fri­schem Fleisch“. Für vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter klingt das nach hoch­wer­ti­gem Fut­ter mit einem hohen Fleisch­an­teil.

Doch was vor­ne groß bewor­ben wird, ist nicht immer das, was hin­ten in der Dekla­ra­ti­on wirk­lich steht.

Denn die Vor­der­sei­te einer Ver­pa­ckung soll vor allem eines: ver­kau­fen. Die Rück­sei­te dage­gen zeigt, was tat­säch­lich im Fut­ter steckt – zumin­dest dann, wenn man weiß, wie man die Anga­ben rich­tig liest. Genau hier beginnt für vie­le die Ver­wir­rung: Was bedeu­tet „Rind“ wirk­lich? Ist „Geflü­gel“ eine kla­re Anga­be? Bedeu­tet „tie­ri­sches Pro­te­in“ auto­ma­tisch Fleisch? Und war­um klingt „fri­sches Fleisch“ im Tro­cken­fut­ter oft nach mehr, als am Ende tat­säch­lich übrig bleibt?

Die Fut­ter­de­kla­ra­ti­on ist für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher nicht immer leicht zu ver­ste­hen. Her­stel­ler dür­fen mit bestimm­ten Begrif­fen arbei­ten, Zuta­ten zusam­men­fas­sen, ein­zel­ne Bestand­tei­le auf­spal­ten oder Pro­zent­an­ga­ben so plat­zie­ren, dass sie beson­ders attrak­tiv wir­ken. Das ist nicht auto­ma­tisch ver­bo­ten – aber es macht es schwe­rer, die Qua­li­tät eines Fut­ters rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen.

Beson­ders wich­tig ist das bei Hun­den mit All­er­gien, Unver­träg­lich­kei­ten oder emp­find­li­cher Ver­dau­ung. Wenn auf der Packung nur „Geflü­gel“, „tie­ri­sches Pro­te­in“ oder „Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se“ steht, bleibt oft unklar, wel­che Tier­art und wel­che Bestand­tei­le tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­den. Für einen Hund, der bestimm­te Pro­te­in­quel­len nicht ver­trägt, kann genau das zum Pro­blem wer­den.

In die­sem Bei­trag erfah­ren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on rich­tig lesen. Sie ler­nen, wor­an Sie ech­te Trans­pa­renz erken­nen, wel­che Begrif­fe kri­tisch hin­ter­fragt wer­den soll­ten und wel­che Mar­ke­ting-Tricks auf Fut­ter­ver­pa­ckun­gen beson­ders häu­fig vor­kom­men. Außer­dem zei­ge ich Ihnen, wie Sie Fleisch­an­tei­le, Pro­te­in­an­ga­ben, Klam­mer­an­ga­ben, Zusatz­stof­fe, Kon­ser­vie­rungs­stof­fe und geschmacks­ver­stär­ken­de Zuta­ten bes­ser ein­ord­nen kön­nen.

Denn am Ende gilt: Die Wahr­heit steht meis­tens nicht vor­ne auf der Packung – son­dern hin­ten in der Zusam­men­set­zung.

Hundefutter-Deklaration verstehen: So erkennen Sie hochwertige Inhaltsstoffe, Fleischanteil und Marketing-Tricks
Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on ver­ste­hen: So erken­nen Sie hoch­wer­ti­ge Inhalts­stof­fe, Fleisch­an­teil und Mar­ke­ting-Tricks

Die wich­tigs­te Grund­re­gel: Fleisch soll­te vor­ne in der Zuta­ten­lis­te ste­hen

Die Zusam­men­set­zung eines Hun­de­fut­ters wird in der Regel nach Gewicht ange­ge­ben. Das bedeu­tet: Die Zutat, die men­gen­mä­ßig am meis­ten ent­hal­ten ist, steht in der Zuta­ten­lis­te an ers­ter Stel­le. Danach fol­gen die wei­te­ren Zuta­ten in abstei­gen­der Rei­hen­fol­ge.

Bei einem hoch­wer­ti­gen Hun­de­fut­ter soll­ten des­halb tie­ri­sche Bestand­tei­le mög­lichst weit vor­ne in der Zuta­ten­lis­te ste­hen. Hun­de sind zwar kei­ne rei­nen Fleisch­fres­ser, sie sind aber auf eine hoch­wer­ti­ge Ver­sor­gung mit tie­ri­schen Nähr­stof­fen ange­wie­sen. Ein gutes Fut­ter soll­te daher einen hohen Anteil an hoch­wer­ti­gen tie­ri­schen Zuta­ten ent­hal­ten.

Wich­tig ist jedoch: Die Posi­ti­on in der Zuta­ten­lis­te allein reicht nicht aus. Sie zeigt nur, wie viel von einer Zutat zum Zeit­punkt der Her­stel­lung ein­ge­setzt wur­de – nicht auto­ma­tisch, wie hoch­wer­tig die­se Zutat ist. Ent­schei­dend ist des­halb, was genau vor­ne steht.

Aus­sa­ge­kräf­tig sind kon­kret benann­te Bestand­tei­le wie:

  • Mus­kel­fleisch
  • Herz
  • Leber
  • Lun­ge
  • Pan­sen

Weni­ger trans­pa­rent sind dage­gen unge­naue Anga­ben wie:

  • Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se
  • tie­ri­sches Pro­te­in
  • Geflü­gel­pro­te­in
  • mit Rind
  • mit Geflü­gel

Ein hoher Fleisch­an­teil ist also nur dann wirk­lich hilf­reich, wenn klar erkenn­bar ist, wel­che Tier­art, wel­che Bestand­tei­le und wel­che Men­gen ent­hal­ten sind. Genau des­halb soll­ten Sie nicht nur auf Wer­be­aus­sa­gen wie „mit Huhn“ oder „reich an tie­ri­schem Pro­te­in“ ach­ten, son­dern auf die kon­kre­te Zusam­men­set­zung.

Wenn Sie ein Fut­ter suchen, bei dem der hohe Fleisch­an­teil nicht nur ein Wer­be­ver­spre­chen ist, emp­feh­le ich das Hun­de­fut­ter von Ani­fit. Ani­fit arbei­tet mit einem sehr hohen Anteil an Fleisch in Lebens­mit­tel­qua­li­tät und zeich­net sich unter ande­rem durch eine sehr trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on aus:

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Der wich­tigs­te Denk­feh­ler: „Rind“ ist nicht auto­ma­tisch Rind­fleisch

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter lesen auf der Ver­pa­ckung Begrif­fe wie „Rind“, „Huhn“ oder „Lamm“ und den­ken auto­ma­tisch an hoch­wer­ti­ges Mus­kel­fleisch. Doch genau das ist einer der häu­figs­ten Denk­feh­ler beim Lesen einer Fut­ter­de­kla­ra­ti­on.

Denn „Rind“ bedeu­tet nicht auto­ma­tisch Rin­der­mus­kel­fleisch. Die Anga­be sagt zunächst nur etwas über die Tier­art aus – nicht aber ein­deu­tig dar­über, wel­che Bestand­tei­le vom Tier ver­wen­det wur­den.

Es kann sich also um Mus­kel­fleisch han­deln, aber auch um Herz, Leber, Lun­ge, Pan­sen, Euter oder ande­re tie­ri­sche Bestand­tei­le. Das ist nicht grund­sätz­lich schlecht, denn Inne­rei­en kön­nen für Hun­de wert­vol­le Nähr­stof­fe lie­fern. Pro­ble­ma­tisch wird es erst dann, wenn die Dekla­ra­ti­on so unge­nau bleibt, dass Sie nicht erken­nen kön­nen, was tat­säch­lich im Fut­ter steckt. Es könn­te sich näm­lich auch um min­der­wer­ti­ge Zuta­ten wie Federn, Kral­len, Hufe, Bors­ten, Schnä­bel, Häu­te und Där­me han­deln.

Noch unkla­rer wird es bei Anga­ben wie: Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se, Geflü­gel, tie­ri­sches Pro­te­in, Geflü­gel­pro­te­in.

Sol­che Begrif­fe las­sen viel Spiel­raum. Für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher ist dann kaum nach­voll­zieh­bar, ob hoch­wer­ti­ge Bestand­tei­le wie Mus­kel­fleisch und nähr­stoff­rei­che Inne­rei­en ver­ar­bei­tet wur­den oder ob die Zusam­men­set­zung eher aus weni­ger gewünsch­ten Bestand­tei­len besteht.

Beispiel-Deklaration: Mit Rind bedeutet hier 5 % der tierischen Inhaltsstoffe sind vom Rind
Bei­spiel-Dekla­ra­ti­on eines Hun­de­tro­cken­fut­ters: „Mit Rind” bedeu­tet hier 5 % der tie­ri­schen Inhalts­stof­fe sind vom Rind.

War­um Klam­mer­an­ga­ben nicht auto­ma­tisch voll­stän­dig sind

Auch Klam­mer­an­ga­ben kön­nen leicht miss­ver­stan­den wer­den. Wenn in der Dekla­ra­ti­on zum Bei­spiel steht: Fleisch (Rind) bedeu­tet das nicht auto­ma­tisch, dass das gesam­te Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Es bedeu­tet zunächst nur, dass Rind ent­hal­ten ist. Wie hoch der Anteil tat­säch­lich ist und ob dane­ben wei­te­re Tier­ar­ten ent­hal­ten sind, bleibt ohne genaue­re Anga­be offen.

Aus­sa­ge­kräf­ti­ger wäre zum Bei­spiel: Fleisch, bestehend aus 100 % Rind

Noch trans­pa­ren­ter wäre: Rind, bestehend aus Rin­der­mus­kel­fleisch, Rin­der­herz und Rin­der­le­ber

Am bes­ten nach­voll­zieh­bar ist eine Dekla­ra­ti­on, wenn die ein­zel­nen Bestand­tei­le direkt mit Pro­zent­an­ga­ben genannt wer­den, zum Bei­spiel: Rin­der­mus­kel­fleisch 40 %, Rin­der­herz 20 %, Rin­der­le­ber 10 %, Rin­der­lun­ge 10 %.

So erken­nen Sie nicht nur die Tier­art, son­dern auch die ver­wen­de­ten Bestand­tei­le und deren Men­gen­an­tei­le.

Gera­de bei Hun­den mit All­er­gien oder Unver­träg­lich­kei­ten ist das beson­ders wich­tig. Wenn nur „Rind“, „Geflü­gel“ oder „tie­ri­sches Pro­te­in“ ange­ge­ben ist, wis­sen Sie nicht sicher, wel­che Pro­te­in­quel­le Ihr Hund tat­säch­lich bekommt. Eine trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on hilft Ihnen dage­gen, das Fut­ter gezielt aus­zu­wäh­len und mög­li­che Aus­lö­ser bes­ser zu ver­mei­den.

Sam­mel­be­grif­fe: War­um „Geflü­gel“ und „Wild“ pro­ble­ma­tisch sein kön­nen

Neben Begrif­fen wie „Rind“, „Huhn“ oder „Lamm“ soll­ten Sie beson­ders auf Sam­mel­be­grif­fe ach­ten. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel:

  • Geflü­gel
  • Wild
  • Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se
  • tie­ri­sches Pro­te­in
  • Geflü­gel­pro­te­in

Sol­che Anga­ben klin­gen auf den ers­ten Blick nor­mal, sind aber wenig kon­kret. „Geflü­gel“ ist zum Bei­spiel kei­ne ein­zel­ne Tier­art. Es kann Huhn, Pute, Ente, Gans oder eine Mischung ver­schie­de­ner Geflü­gel­ar­ten bedeu­ten. Auch „Wild“ ist unge­nau, denn dar­un­ter kön­nen unter­schied­li­che Tier­ar­ten fal­len.

Für Hun­de ohne bekann­te Unver­träg­lich­kei­ten ist das nicht immer sofort pro­ble­ma­tisch. Für All­er­gi­ker oder sen­si­ble Hun­de kann es aber ent­schei­dend sein. Wenn Ihr Hund zum Bei­spiel auf Huhn reagiert und auf der Ver­pa­ckung nur „Geflü­gel“ steht, wis­sen Sie nicht, ob Huhn ent­hal­ten ist oder nicht.

Noch schwie­ri­ger wird es bei Begrif­fen wie „tie­ri­sches Pro­te­in“ oder „Geflü­gel­pro­te­in“. Hier bleibt nicht nur die genaue Tier­art unklar, son­dern oft auch, aus wel­chen Bestand­tei­len die­ses Pro­te­in gewon­nen wur­de. Dadurch lässt sich kaum beur­tei­len, wie hoch­wer­tig, gut ver­dau­lich und für den Hund tat­säch­lich ver­wert­bar die­se Pro­te­in­quel­le ist.

Eine trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on nennt des­halb nicht nur eine gro­be Kate­go­rie, son­dern mög­lichst genau die Tier­art:

  • Huhn
  • Pute
  • Ente
  • Rind
  • Lamm
  • Pferd
  • Zie­ge
  • Schwein
  • Reh
  • Hirsch
  • Wild­schwein
  • Ren­tier

Noch bes­ser ist es, wenn zusätz­lich der ver­wen­de­te Bestand­teil genannt wird, zum Bei­spiel:

  • Hüh­ner­herz
  • Puten­mus­kel­fleisch
  • Rin­der­le­ber
  • Lamm­lun­ge

Sie möch­ten Ihr Hun­de­fut­ter prü­fen las­sen?

Sie sind sich nicht sicher, ob die Dekla­ra­ti­on Ihres aktu­el­len Hun­de­fut­ters wirk­lich trans­pa­rent ist? Oder möch­ten Sie wis­sen, ob das Fut­ter zu Ihrem Hund, sei­nen Bedürf­nis­sen, Unver­träg­lich­kei­ten oder Ver­dau­ungs­pro­ble­men passt?

Dann kön­nen Sie sich ger­ne eine kos­ten­lo­se Ernäh­rungs­be­ra­tung sichern. Gemein­sam schau­en wir auf die Zusam­men­set­zung, die Inhalts­stof­fe und mög­li­che Fall­stri­cke in der Dekla­ra­ti­on. So müs­sen Sie nicht allein rät­seln, ob ein Fut­ter wirk­lich hoch­wer­tig ist oder nur gut ver­mark­tet wird.

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Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Chris­ti­na Wil­li­ger – Zer­ti­fi­zier­te
Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Hun­de & Kat­zen

Pro­te­in­ge­halt ist nicht gleich Fleisch­an­teil

Ein wei­te­rer häu­fi­ger Irr­tum ent­steht bei Anga­ben wie „hoher Pro­te­in­ge­halt“, „reich an tie­ri­schem Pro­te­in“ oder „70 % tie­ri­sches Pro­te­in“. Sol­che Aus­sa­gen klin­gen für vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter nach einem hohen Fleisch­an­teil. Das muss aber nicht stim­men.

Pro­te­in bedeu­tet erst ein­mal nur: Eiweiß. Die­ses Eiweiß kann aus sehr unter­schied­li­chen Quel­len stam­men – aus Mus­kel­fleisch, Inne­rei­en, getrock­ne­tem oder hydro­ly­sier­tem tie­ri­schem Pro­te­in, aber auch aus pflanz­li­chen Eiweiß­quel­len wie Erb­sen­pro­te­in, Mais­pro­te­in oder Kar­tof­fel­pro­te­in. Bei sehr unge­nau­en Anga­ben bleibt außer­dem offen, wel­che tie­ri­schen Bestand­tei­le tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­den. Denn auch weni­ger wert­vol­le Bestand­tei­le wie Federn, Kral­len, Hufe, Bors­ten oder Schnä­bel bestehen zu einem gro­ßen Teil aus Struk­tur­pro­te­inen wie Kera­tin. Des­halb ist „Pro­te­in“ allein noch kein Qua­li­täts­merk­mal. Ent­schei­dend ist, aus wel­cher Quel­le es stammt, wie gut es für den Hund ver­dau­lich ist und wie trans­pa­rent die­se Pro­te­in­quel­le dekla­riert wird.

Beson­ders wich­tig ist der Unter­schied zwi­schen Fleisch­an­teil und tie­ri­schem Pro­te­in­an­teil. Wenn auf einer Ver­pa­ckung zum Bei­spiel steht:

  • 70 % tie­ri­sches Pro­te­in

bedeu­tet das nicht, dass das Fut­ter zu 70 % aus Fleisch besteht. Es bedeu­tet ledig­lich, dass 70 % des ent­hal­te­nen Pro­te­ins aus tie­ri­schen Quel­len stam­men. Wie hoch der tat­säch­li­che Fleisch­an­teil im Fut­ter ist, sagt die­se Anga­be nicht aus.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel:

Wenn ein Fut­ter ins­ge­samt 30 % Pro­te­in ent­hält und davon 70 % tie­ri­schen Ursprungs sind, dann stam­men 21 % des Fut­ters rech­ne­risch aus tie­ri­schem Pro­te­in. Das ist aber immer noch nicht gleich­zu­set­zen mit 21 % Fleisch­an­teil, denn Pro­te­in ist nur ein Nähr­stoff­be­stand­teil der ver­wen­de­ten Zuta­ten.

Fri­sches Fleisch im Tro­cken­fut­ter: War­um die Pro­zent­an­ga­be täu­schen kann

Auch Anga­ben wie „mit fri­schem Fleisch“, „70 % fri­sches Huhn“ oder „80 % fri­sches Rind“ klin­gen auf den ers­ten Blick sehr hoch­wer­tig. Gera­de bei Tro­cken­fut­ter soll­ten Sie sol­che Aus­sa­gen aber genau­er ein­ord­nen.

Der Grund ist ein­fach: Fri­sches Fleisch ent­hält von Natur aus viel Was­ser. Bei der Her­stel­lung von Tro­cken­fut­ter wird ein gro­ßer Teil die­ser Feuch­tig­keit ent­zo­gen. Dadurch bleibt im fer­ti­gen Tro­cken­fut­ter deut­lich weni­ger Fleisch­sub­stanz übrig, als die ursprüng­li­che Frisch­fleisch­an­ga­be ver­mu­ten lässt.

Ein Bei­spiel: 70 % fri­sches Hüh­ner­fleisch klingt zunächst so, als wür­de das Tro­cken­fut­ter über­wie­gend aus Huhn bestehen. Nach dem Trock­nungs­pro­zess bleibt davon aber nur ein deut­lich gerin­ge­rer Anteil übrig, weil das Was­ser ver­lo­ren geht.

Als gro­be Faust­re­gel kann man rech­nen:

  • Frisch­fleisch­an­teil × 0,4 = unge­fäh­rer Fleisch­an­teil nach der Trock­nung

Das bedeu­tet zum Bei­spiel:

70 % fri­sches Fleisch ent­spre­chen unge­fähr 28 % Fleisch­an­teil nach der Trock­nung.

Die­se Rech­nung ist kei­ne exak­te For­mel, weil der Was­ser­ge­halt je nach Fleisch­art, Roh­stoff­qua­li­tät und Ver­ar­bei­tung schwan­ken kann. Sie hilft aber, gro­ße Frisch­fleisch­an­ga­ben rea­lis­ti­scher ein­zu­schät­zen.

Wich­tig ist des­halb der Unter­schied zwi­schen fri­schem Fleisch und getrock­ne­tem Fleisch. Getrock­ne­tes Fleisch ent­hält bereits deut­lich weni­ger Was­ser. Wenn ein Her­stel­ler also „50 % getrock­ne­tes Hüh­ner­fleisch“ oder „40 % getrock­ne­tes Rind­fleisch“ angibt, ist die­se Anga­be im Tro­cken­fut­ter oft aus­sa­ge­kräf­ti­ger als eine rei­ne Frisch­fleisch­an­ga­be.

Das bedeu­tet nicht, dass fri­sches Fleisch im Tro­cken­fut­ter auto­ma­tisch schlecht ist. Es bedeu­tet nur: Die Pro­zent­an­ga­be darf nicht eins zu eins mit dem tat­säch­li­chen Fleisch­an­teil im fer­ti­gen Tro­cken­fut­ter gleich­ge­setzt wer­den.

Deklaration eines bekannten Trockenfutters das mit 70 % Frischfleisch wirbt
Bei­spiel-Dekla­ra­ti­on: Bekann­tes Tro­cken­fut­ter das mit 70 % Frisch­fleisch bewor­ben wird

Zuta­ten­auf­spal­tung: Wenn Erbsen‑, Mais- und Kar­tof­fel­an­teil klei­ner wir­ken, als sie sind

Ein wei­te­rer Punkt, der die Dekla­ra­ti­on schwe­rer ver­ständ­lich machen kann, ist die soge­nann­te Zuta­ten­auf­spal­tung. Dabei wer­den ähn­li­che oder zusam­men­ge­hö­ri­ge Roh­stof­fe nicht als eine Zutat auf­ge­führt, son­dern in meh­re­re Ein­zel­be­stand­tei­le getrennt.

Das kann dazu füh­ren, dass Fleisch in der Zuta­ten­lis­te wei­ter vor­ne steht, wäh­rend pflanz­li­che Bestand­tei­le ein­zeln wei­ter hin­ten auf­tau­chen. Zusam­men­ge­rech­net kön­nen die­se pflanz­li­chen Zuta­ten aber trotz­dem einen gro­ßen Anteil des Fut­ters aus­ma­chen.

Ein Bei­spiel mit Erb­sen:

  • Erb­sen­pro­te­in
  • Erb­sen­fa­ser
  • Erb­sen­stär­ke
  • grü­ne Erb­sen
  • gel­be Erb­sen

Jede die­ser Zuta­ten erscheint ein­zeln in der Zusam­men­set­zung. Wür­de man sie jedoch zusam­men­zäh­len, könn­te der gesam­te Erb­sen­an­teil deut­lich höher sein, als es auf den ers­ten Blick wirkt.

Ähn­lich ist es bei Mais:

  • Mais
  • Mais­pro­te­in
  • Mais­kle­ber
  • Mais­stär­ke

Oder bei Kar­tof­feln:

  • Kar­tof­fel
  • Kar­tof­fel­pro­te­in
  • Kar­tof­fel­stär­ke
  • Tro­cken­kar­tof­fel

Zuta­ten­auf­spal­tung ist vor allem des­halb pro­ble­ma­tisch, weil sie die Gewich­tung der Zuta­ten optisch ver­än­dern kann. Statt dass „Erb­sen“ oder „Mais“ als gro­ßer Gesamt­pos­ten weit vor­ne ste­hen, ver­tei­len sich die ein­zel­nen Bestand­tei­le auf meh­re­re klei­ne­re Posi­tio­nen.

Für Sie als Käu­fe­rin oder Käu­fer heißt das: Lesen Sie die Zuta­ten­lis­te nicht nur von oben nach unten, son­dern ach­ten Sie auch auf ähn­li­che Begrif­fe. Wenn meh­re­re Vari­an­ten der­sel­ben Roh­stoff­grup­pe auf­tau­chen, soll­ten Sie die­se gedank­lich zusam­men­fas­sen. So bekom­men Sie ein rea­lis­ti­sche­res Bild davon, wel­che Bestand­tei­le das Fut­ter tat­säch­lich prä­gen.

Beispiel Zutatenaufspaltung Hundefutter
Bei­spiel: Zuta­ten­auf­spal­tung Hun­de­fut­ter

Pflanz­li­che Faser­stof­fe im Hun­de­fut­ter: Rüben­schnit­zel, Cel­lu­lo­se und Co.

Neben Fleisch, Inne­rei­en und Pro­te­in­quel­len fin­den sich in vie­len Fut­ter­sor­ten auch pflanz­li­che Faser­stof­fe. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel:

  • Rüben­schnit­zel
  • Rüben­tro­cken­schnit­zel
  • Cel­lu­lo­se
  • Pflan­zen­fa­sern
  • Chi­co­rée
  • Inu­lin
  • FOS (Fruc­to-Oli­gos­ac­cha­ri­de)

Sol­che Zuta­ten kön­nen die Ver­dau­ung beein­flus­sen, die Kot­be­schaf­fen­heit ver­än­dern oder als Bal­last­stoff­quel­le die­nen. Sie sind des­halb nicht auto­ma­tisch pro­ble­ma­tisch. Ent­schei­dend ist aber, wel­che Faser­stof­fe ein­ge­setzt wer­den, in wel­cher Men­ge sie ent­hal­ten sind und an wel­cher Stel­le sie in der Dekla­ra­ti­on ste­hen.

  • Rüben­schnit­zel und Rüben­tro­cken­schnit­zel: Rüben­schnit­zel ent­ste­hen bei der Ver­ar­bei­tung von Zucker­rü­ben. Nach­dem der Zucker weit­ge­hend(!) ent­zo­gen wur­de, blei­ben faser­rei­che Bestand­tei­le übrig. Die­se kön­nen im Fut­ter als Bal­last­stoff­quel­le ein­ge­setzt wer­den. Kri­tisch soll­ten Sie wer­den, wenn Rüben­schnit­zel sehr weit vor­ne in der Zuta­ten­lis­te ste­hen oder wenn ein Fut­ter ins­ge­samt wenig klar benann­te tie­ri­sche Bestand­tei­le ent­hält. Dann kann der Ein­druck ent­ste­hen, dass die Rezep­tur stär­ker über pflanz­li­che Faser­stof­fe geprägt ist als über hoch­wer­ti­ge tie­ri­sche Zuta­ten.
  • Cel­lu­lo­se: Cel­lu­lo­se ist ein pflanz­li­cher Faser­stoff und Bestand­teil pflanz­li­cher Zell­wän­de. Im Hun­de­fut­ter wird sie vor allem als Roh­fa­ser­quel­le ein­ge­setzt. Für die Bewer­tung eines Fut­ters ist wich­tig: Cel­lu­lo­se lie­fert vor allem Faser und Struk­tur. Sie ist nicht mit Fleisch, Inne­rei­en oder hoch­wer­ti­gen tie­ri­schen Zuta­ten gleich­zu­set­zen. Wenn Cel­lu­lo­se weit vor­ne in der Dekla­ra­ti­on steht, soll­ten Sie des­halb genau­er prü­fen, wie hoch­wer­tig und trans­pa­rent die übri­ge Zusam­men­set­zung ist.
  • Chi­co­rée, Inu­lin und FOS: Chi­co­rée, Inu­lin oder FOS wer­den häu­fig als prä­bio­ti­sche Faser­stof­fe ein­ge­setzt. Sie kön­nen bestimm­ten Darm­bak­te­ri­en als Nah­rung die­nen und dadurch die Ver­dau­ung unter­stüt­zen. Auch hier gilt: Sol­che Zuta­ten kön­nen sinn­voll sein, erset­zen aber kei­ne trans­pa­ren­te und hoch­wer­ti­ge Grund­zu­sam­men­set­zung. Ein Fut­ter wird nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig, nur weil prä­bio­ti­sche Fasern ent­hal­ten sind.

Ein natür­lich zusam­men­ge­setz­tes Hun­de­fut­ter braucht in der Regel kei­ne gro­ßen Men­gen iso­lier­ter Faser­stof­fe wie Cel­lu­lo­se, Rüben­schnit­zel oder all­ge­mein dekla­rier­te Pflan­zen­fa­sern. Bal­last­stof­fe kön­nen auch über natür­li­che Zuta­ten wie Gemü­se, Kräu­ter oder ande­re pflanz­li­che Bestand­tei­le ein­ge­bracht wer­den.

Ach­ten Sie des­halb bei pflanz­li­chen Faser­stof­fen immer auf den Zusam­men­hang: Wer­den sie ergän­zend in einer nach­voll­zieh­ba­ren Rezep­tur ein­ge­setzt – oder neh­men sie einen auf­fäl­lig gro­ßen Raum in der Zusam­men­set­zung ein und die­nen mög­li­cher­wei­se eher dazu, die Rezep­tur zu stre­cken?

Hefe: Gute Zutat oder Geschmacks­ver­stär­ker?

Auch bei Hefe lohnt sich ein genau­er Blick, denn Hefe ist nicht gleich Hefe. Je nach­dem, in wel­cher Form sie ein­ge­setzt wird, kann sie eine sinn­vol­le ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Zutat sein – oder vor allem dazu die­nen, die Akzep­tanz des Fut­ters zu ver­bes­sern.

Bier­he­fe kann eine inter­es­san­te Zutat im Hun­de­fut­ter sein. Sie ent­hält unter ande­rem B‑Vitamine, Ami­no­säu­ren und wei­te­re natür­li­che Nähr­stof­fe. In sinn­vol­ler Men­ge ein­ge­setzt, kann sie die Rezep­tur ergän­zen und für vie­le Hun­de gut ver­träg­lich sein.

Wich­tig ist aber auch hier die Dekla­ra­ti­on: Wird kon­kret „Bier­he­fe“ genannt?

Anders sieht es aus, wenn Begrif­fe wie „Hefe“, „Hefe­ex­trakt“ oder „hydro­ly­sier­te Hefe“ auf­tau­chen. Die­se Zuta­ten kön­nen eben­falls Nähr­stof­fe lie­fern, wer­den aber häu­fig auch ein­ge­setzt, um den Geschmack und die Akzep­tanz eines Fut­ters zu ver­bes­sern.

Das ist nicht auto­ma­tisch schlecht. Ein Fut­ter darf natür­lich gut schme­cken. Kri­tisch wird es aber, wenn ein Fut­ter vie­le geschmacks­ge­ben­de Zuta­ten benö­tigt, wäh­rend die eigent­li­che Zusam­men­set­zung unklar oder wenig hoch­wer­tig wirkt.

Hefe im Hundefutter: Gute Zutat oder Geschmacksverstärker?
Hefe im Hun­de­fut­ter: Gute Zutat oder Geschmacks­ver­stär­ker?

Hydro­ly­sa­te: Auf­ge­spal­te­ne Pro­te­ine mit star­ker Geschmacks­wir­kung

Hydro­ly­sa­te sind auf­ge­spal­te­ne Pro­te­ine. Sie kön­nen aus tie­ri­schen oder pflanz­li­chen Quel­len stam­men und wer­den in Fut­ter­mit­teln aus unter­schied­li­chen Grün­den ein­ge­setzt. In Spe­zi­al­fut­tern kön­nen hydro­ly­sier­te Pro­te­ine zum Bei­spiel eine diä­te­ti­sche Funk­ti­on haben.

In vie­len nor­ma­len Fut­ter­sor­ten kön­nen Hydro­ly­sa­te aber auch dazu bei­tra­gen, das Fut­ter beson­ders schmack­haft zu machen. Für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher ist dann wich­tig: Aus wel­cher Quel­le stammt das Hydro­ly­sat? Ist die Anga­be klar? Und passt der Ein­satz zur rest­li­chen Rezep­tur?

Wei­te­re geschmacks­ge­ben­de Zuta­ten erken­nen

Neben Hefe, Hefe­ex­trakt und Hydro­ly­sa­ten gibt es wei­te­re Zuta­ten, die ein Fut­ter für Hun­de beson­ders attrak­tiv machen kön­nen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel:

  • Tier­fett
  • Leber­mehl / Geflü­gel­le­ber
  • Fleisch­brü­he
  • Geflü­gel­pro­te­in
  • sons­ti­ge stark rie­chen­de tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se

Sol­che Zuta­ten wer­den häu­fig ein­ge­setzt, um Geruch und Geschmack eines Fut­ters zu inten­si­vie­ren. Das kann beson­ders bei Tro­cken­fut­ter eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, denn vie­le tro­cke­ne Kro­ket­ten wären ohne geschmacks­ge­ben­de Zusät­ze für Hun­de deut­lich weni­ger inter­es­sant.

Kri­tisch wird es vor allem dann, wenn sol­che Zuta­ten in einem Fut­ter auf­tau­chen, des­sen Grund­zu­sam­men­set­zung wenig über­zeu­gend ist. Denn geschmacks­ge­ben­de Zusät­ze kön­nen die Akzep­tanz eines eher min­der­wer­ti­gen Fut­ters deut­lich erhö­hen. Der Hund frisst es dann ger­ne – nicht unbe­dingt, weil die Rezep­tur hoch­wer­tig ist, son­dern weil Geruch und Geschmack gezielt ver­stärkt wur­den.

Das ist ein wich­ti­ger Punkt: Hohe Akzep­tanz ist kein Qua­li­täts­be­weis. Ein Fut­ter kann sehr gern gefres­sen wer­den und trotz­dem aus unklar dekla­rier­ten, oder min­der­wer­ti­gen Roh­stof­fen bestehen.

Geschmacksverstärker im Hundefutter erkennen
Geschmacks­ver­stär­ker im Hun­de­fut­ter erken­nen

Kon­ser­vie­ren­de Zuta­ten: Vit­amin E, Toco­phe­ro­le, Ros­ma­ri­nex­trakt und Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Blick geht auf die kon­ser­vie­ren­den bezie­hungs­wei­se anti­oxi­da­tiv­en Zuta­ten. Beson­ders bei Tro­cken­fut­ter spielt die­ses The­ma eine gro­ße Rol­le, denn Tro­cken­fut­ter ent­hält Fet­te und Öle, die durch Sau­er­stoff, Licht und Lage­rung oxi­die­ren und schnell ran­zig wer­den.

Damit das nicht so schnell pas­siert, wer­den Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel ein­ge­setzt. Die­se sol­len die Fet­te im Fut­ter sta­bi­li­sie­ren und die Halt­bar­keit ver­bes­sern. In der Dekla­ra­ti­on kön­nen Sie sol­che Stof­fe zum Bei­spiel unter fol­gen­den Begrif­fen fin­den:

  • Vit­amin E
  • Toco­phe­ro­le
  • stark toco­phe­rol­hal­ti­ge Extrak­te
  • Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel
  • Ros­ma­ri­nex­trakt
  • natür­li­che Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel
  • Zitro­nen­säu­re
  • Essig­säu­re
  • Natri­um­ni­trat
  • Natri­um­chlo­rid
  • Kali­um­sor­bat
  • Sor­bin­säu­re
  • Pro­pyl­gal­lat
  • Kon­ser­vie­rungs­stof­fe

Wich­tig ist: Vit­amin E ist nicht auto­ma­tisch schlecht. Es ist ein lebens­wich­ti­ger Nähr­stoff und kann im Fut­ter eine ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Funk­ti­on haben. Gleich­zei­tig kön­nen Vit­amin-E-Ver­bin­dun­gen bezie­hungs­wei­se Toco­phe­ro­le aber auch als Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel ein­ge­setzt wer­den.

Des­halb kommt es auf den Zusam­men­hang an. Eine mode­ra­te Vit­amin-E-Ergän­zung kann sinn­voll sein (Tro­cken­fut­ter bis ca. 40mg/kg, Nass­fut­ter bis ca. 10mg/kg). Wenn jedoch sehr hohe Men­gen Vit­amin E oder Toco­phe­ro­le ange­ge­ben sind, soll­te man genau­er hin­schau­en, ob sie vor allem der Nähr­stoff­ver­sor­gung die­nen oder eher zur Kon­ser­vie­rung der ent­hal­te­nen Fet­te ein­ge­setzt wer­den.

Gera­de bei Tro­cken­fut­ter ist die­ser Punkt beson­ders rele­vant. Durch die gro­ße Ober­flä­che der Kro­ket­ten und den Kon­takt mit Luft sind die ent­hal­te­nen Fet­te anfäl­li­ger für Oxi­da­ti­on. Ein Tro­cken­fut­ter kommt des­halb in der Regel nicht ohne irgend­ei­ne Form der Sta­bi­li­sie­rung aus. Wenn kei­ne Kon­ser­vie­rungs­stof­fe ange­ge­ben sind, bedeu­tet das nicht auto­ma­tisch, dass kei­ner­lei anti­oxi­da­tive Behand­lung statt­ge­fun­den hat. Ein­zel­ne Roh­stof­fe kön­nen bereits kon­ser­viert oder anti­oxi­da­tiv sta­bi­li­siert sein, bevor der Fut­ter­her­stel­ler sie ein­kauft und wei­ter­ver­ar­bei­tet. In die­sem Fall muss der Her­stel­ler die­se Stof­fe in der Regel nicht in der Dekla­ra­ti­on des fer­ti­gen Fut­ters auf­füh­ren. Für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher ist dann kaum erkenn­bar, ob und womit ein­zel­ne Zuta­ten bereits vor­be­han­delt wur­den.

Auch Ros­ma­ri­nex­trakt wird häu­fig als „natür­li­che“ anti­oxi­da­tive Zutat ein­ge­setzt. Das klingt für vie­le erst ein­mal harm­los. Den­noch soll­te auch hier gel­ten: Natür­lich bedeu­tet nicht auto­ma­tisch bes­ser. Ent­schei­dend ist, war­um die Zutat ein­ge­setzt wird, in wel­cher Men­ge sie ent­hal­ten ist und wie trans­pa­rent der Her­stel­ler damit umgeht.

Für die Bewer­tung der Dekla­ra­ti­on heißt das: Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel sind bei Tro­cken­fut­ter nicht über­ra­schend. Kri­tisch wird es vor allem dann, wenn ein Fut­ter einer­seits mit „natür­lich“, „ohne syn­the­ti­sche Kon­ser­vie­rungs­stof­fe“ oder „beson­ders scho­nend“ bewor­ben wird, ande­rer­seits aber unklar bleibt, wie die ent­hal­te­nen Fet­te tat­säch­lich sta­bi­li­siert wur­den.

Funk­tio­nel­le Zuta­ten: Weni­ger Kot­ge­ruch heißt nicht auto­ma­tisch bes­se­re Ver­träg­lich­keit

Yuc­ca schi­di­ge­ra wird im Hun­de­fut­ter häu­fig ver­wen­det, um Kot­ge­ruch und Blä­hungs­ge­ruch zu redu­zie­ren. Für Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter wirkt das erst ein­mal posi­tiv: Der Kot riecht weni­ger stark, Blä­hun­gen fal­len weni­ger unan­ge­nehm auf, und schnell ent­steht der Ein­druck, das Fut­ter wer­de gut ver­tra­gen.

Genau hier liegt aber der kri­ti­sche Punkt: Wenn Gerü­che redu­ziert wer­den, heißt das nicht auto­ma­tisch, dass die Ver­dau­ung opti­mal läuft oder dass die Zusam­men­set­zung hoch­wer­tig ist. Es kann ledig­lich bedeu­ten, dass unan­ge­neh­me Begleit­erschei­nun­gen weni­ger auf­fal­len.

Ein Fut­ter kann also wei­ter­hin min­der­wer­ti­ge, schwe­rer ver­dau­li­che oder unklar dekla­rier­te Bestand­tei­le ent­hal­ten – und durch Zusät­ze wie Yuc­ca schi­di­ge­ra trotz­dem „ver­träg­li­cher“ wir­ken, als es tat­säch­lich ist.

Ach­ten Sie des­halb dar­auf, ob sol­che funk­tio­nel­len Zuta­ten eine gute Rezep­tur sinn­voll ergän­zen oder ob sie eher den Ein­druck ver­bes­sern, den das Fut­ter nach außen macht. Weni­ger Geruch ist ange­nehm, ersetzt aber kei­ne trans­pa­ren­te und hoch­wer­ti­ge Zusam­men­set­zung.

Was­ser und Brü­he im Nass­fut­ter: Was steckt im nicht bezif­fer­ten Anteil?

Bei Nass­fut­ter erge­ben die ange­ge­be­nen Pro­zent­zah­len in der Dekla­ra­ti­on häu­fig nicht 100 %. Wenn zum Bei­spiel auf der Dose steht: Rind 70 %, Mine­ral­stof­fe dann sind 70 % Rind kon­kret ange­ge­ben. Der übri­ge Anteil wird nicht genau bezif­fert. Bei Nass­fut­ter han­delt es sich dabei meist um Flüs­sig­keit, also Was­ser, Brü­he oder Koch­sud, sowie um klei­ne Men­gen wei­te­rer dekla­rier­ter Bestand­tei­le wie Mine­ral­stof­fe.

Trans­pa­ren­ter wäre zum Bei­spiel: Rind 70 %, Brü­he 28 %, Mine­ral­stof­fe 2 %.

Noch genau­er wäre: Rin­der­mus­kel­fleisch 40 %, Rin­der­herz 20 %, Rin­der­le­ber 10 %, Brü­he 28 %, Mine­ral­stof­fe 2 %.

Der wich­ti­ge Punkt: Feh­len­de Pro­zent­an­ga­ben bedeu­ten hier nicht auto­ma­tisch, dass wei­te­re fes­te Zuta­ten „ver­steckt“ sind. Sie bedeu­ten vor allem, dass der Flüs­sig­keits­an­teil nicht klar aus­ge­wie­sen wur­de.

Hin­weis: Was­ser, Brü­he oder Koch­sud sind bei Nass­fut­ter nicht unge­wöhn­lich. Sie haben aber nicht den­sel­ben Wert wie Fleisch, Herz, Leber oder ande­re nähr­stoff­rei­che Zuta­ten. Wenn ein Fut­ter zu einem gro­ßen Teil aus zuge­setz­ter Flüs­sig­keit besteht, bezah­len Sie die­se Flüs­sig­keit mit. Das kann das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis ver­schlech­tern, vor allem wenn gleich­zei­tig mit einem hohen Fleisch­an­teil gewor­ben wird. Des­halb ist eine kla­re Dekla­ra­ti­on so wich­tig: Sie zeigt nicht nur, was im Fut­ter steckt, son­dern auch, ob Sie haupt­säch­lich hoch­wer­ti­ge Roh­stof­fe kau­fen oder einen grö­ße­ren Anteil Was­ser bezie­hungs­wei­se Brü­he mit­be­zah­len.

Wasser und Brühe im Nassfutter: Was steckt im nicht bezifferten Anteil?
Was­ser und Brü­he im Nass­fut­ter: Was steckt im nicht bezif­fer­ten Anteil?

Ver­pa­ckungs­mar­ke­ting: War­um die Vor­der­sei­te nicht die gan­ze Wahr­heit zeigt

Die Vor­der­sei­te einer Fut­ter­pa­ckung ist Wer­bung. Sie soll Auf­merk­sam­keit erzeu­gen, Ver­trau­en schaf­fen und das Fut­ter mög­lichst hoch­wer­tig wir­ken las­sen. Des­halb ste­hen dort oft Begrif­fe und Aus­sa­gen, die gut klin­gen, aber nur begrenzt aus­sa­ge­kräf­tig sind.

Typi­sche Bei­spie­le sind:

  • mit Rind
  • mit Geflü­gel­her­zen
  • hoher Fleisch­an­teil
  • reich an tie­ri­schem Pro­te­in
  • 70 % tie­ri­sches Pro­te­in
  • mit fri­schem Fleisch
  • getrei­de­frei
  • natür­lich
  • Pre­mi­um
  • von Tier­ärz­ten emp­foh­len

Sol­che Aus­sa­gen sind nicht auto­ma­tisch falsch. Sie müs­sen aber immer mit der Dekla­ra­ti­on auf der Rück­sei­te abge­gli­chen wer­den.

Wenn vor­ne zum Bei­spiel groß „mit Geflü­gel­her­zen“ steht, bedeu­tet das nicht auto­ma­tisch, dass ein gro­ßer Anteil Geflü­gel­her­zen ent­hal­ten ist. Es kann auch nur eine klei­ne Men­ge sein, wäh­rend der Haupt­an­teil aus ande­ren, güns­ti­ge­ren Bestand­tei­len besteht.

Genau­so bedeu­tet „mit Rind“ nicht auto­ma­tisch, dass viel Rin­der­mus­kel­fleisch ent­hal­ten ist. Und „70 % tie­ri­sches Pro­te­in“ bedeu­tet nicht, dass das Fut­ter zu 70 % aus Fleisch besteht.

Beson­ders kri­tisch sind Aus­sa­gen, die hoch­wer­tig klin­gen, aber wenig kon­kret sind. „Natür­lich“, „Pre­mi­um“ oder „aus­ge­wähl­te Zuta­ten“ sagen allein noch nichts dar­über aus, wel­che Roh­stof­fe tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­den und in wel­chen Men­gen sie ent­hal­ten sind.

Des­halb gilt: Die Vor­der­sei­te kann Hin­wei­se geben, aber sie ist nie die Ent­schei­dungs­grund­la­ge. Ent­schei­dend ist immer die Zusam­men­set­zung auf der Rück­sei­te. Dort sehen Sie, ob die Wer­be­aus­sa­gen wirk­lich durch kla­re Zuta­ten, kon­kre­te Pro­zent­an­ga­ben und eine trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on gestützt wer­den.

Verpackungsmarketing bei Hundefutter: Warum die Vorderseite nicht die ganze Wahrheit zeigt
Ver­pa­ckungs­mar­ke­ting bei Hun­de­fut­ter: War­um die Vor­der­sei­te nicht die gan­ze Wahr­heit zeigt

Stif­tung Waren­test und Hun­de­fut­ter: War­um ein Test­sie­ger nicht auto­ma­tisch das bes­te Fut­ter für Ihren Hund ist

Vie­le Hun­de­hal­te­rin­nen und Hun­de­hal­ter ori­en­tie­ren sich bei der Fut­ter­su­che an Test­ergeb­nis­sen. Das ist ver­ständ­lich, denn ein Test­sie­ger wirkt erst ein­mal ver­trau­ens­wür­dig. Trotz­dem soll­ten Sie sol­che Ergeb­nis­se nicht mit einer voll­stän­dig trans­pa­ren­ten und hoch­wer­ti­gen Dekla­ra­ti­on gleich­set­zen.

Fut­ter­tests prü­fen in der Regel bestimm­te Kri­te­ri­en. Dazu kön­nen zum Bei­spiel Nähr­stoff­ge­hal­te, Schad­stof­fe, Füt­te­rungs­emp­feh­lun­gen oder die Ein­hal­tung gesetz­li­cher Vor­ga­ben gehö­ren. Das kann hilf­reich sein, beant­wor­tet aber nicht auto­ma­tisch alle Fra­gen, die für die prak­ti­sche Fut­ter­be­wer­tung wich­tig sind.

Denn ein Fut­ter kann rech­ne­risch bedarfs­de­ckend sein und trotz­dem unklar dekla­rier­te Zuta­ten ent­hal­ten. Es kann alle gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen erfül­len und den­noch Begrif­fe wie „Geflü­gel“, „tie­ri­sches Pro­te­in“ oder „Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se“ ver­wen­den. Für Sie als Käu­fe­rin oder Käu­fer bleibt dann trotz­dem offen, wel­che Tier­ar­ten und Bestand­tei­le tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­den.

Auch die indi­vi­du­el­le Ver­träg­lich­keit Ihres Hun­des lässt sich durch einen Test nicht sicher vor­her­sa­gen. Ein Fut­ter, das im Labor gut abschnei­det, muss nicht auto­ma­tisch zu einem Hund mit All­er­gien, Ver­dau­ungs­pro­ble­men oder emp­find­li­cher Haut pas­sen.

Des­halb gilt: Test­ergeb­nis­se kön­nen eine Ori­en­tie­rung sein, erset­zen aber nicht den eige­nen Blick auf die Dekla­ra­ti­on. Ent­schei­dend bleibt, ob die Zusam­men­set­zung klar, nach­voll­zieh­bar und pas­send für Ihren Hund ist.

Gute Dekla­ra­ti­on erken­nen: So soll­te es aus­se­hen

Nach all den mög­li­chen Fall­stri­cken stellt sich die wich­tigs­te Fra­ge: Wie sieht eine gute Fut­ter­de­kla­ra­ti­on eigent­lich aus?

Eine trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on lässt mög­lichst wenig offen. Sie zeigt nicht nur gro­be Kate­go­rien, son­dern erklärt klar, wel­che Tier­art, wel­che Bestand­tei­le und wel­che Men­gen im Fut­ter ent­hal­ten sind.

Ein Bei­spiel: Bei Ani­fit Gockels Duett lau­tet die Zusam­men­set­zung zunächst: Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se, Gemü­se, Mine­ral­stof­fe, Dill

Die­se gesetz­li­che Kurz­de­kla­ra­ti­on ist für sich genom­men noch wenig aus­sa­ge­kräf­tig. Denn dar­aus erken­nen Sie nicht, wel­che Tier­art ent­hal­ten ist, wel­che Bestand­tei­le vom Tier ver­wen­det wur­den und wie hoch die ein­zel­nen Antei­le sind.

Ent­schei­dend ist des­halb die zusätz­li­che offe­ne Dekla­ra­ti­on. Bei Ani­fit Gockels Duett wird die Rezep­tur zusätz­lich so auf­ge­schlüs­selt:

  • Hüh­ner­mus­kel­fleisch 79 %
  • Hüh­ner­le­ber 10 %
  • Hüh­ner­lun­ge 4 %
  • Sum­me Fleisch 93 %
  • getrock­ne­te Kar­tof­feln 5 %
  • Antei­le unter 1%: Zichorie/Inulin, Dill, Hage­but­te, Kal­zi­um, Salz
  • Sum­me 100 %

Beson­ders hilf­reich ist auch die Erklä­rung, was mit Mus­kel­fleisch gemeint ist: Mus­kel­fleisch umfasst das Ske­lett­fleisch sowie Herz- und Magen­mus­kel.

Damit wird die Dekla­ra­ti­on sehr trans­pa­rent. Sie sehen nicht nur die recht­lich zuläs­si­ge Sam­mel­be­zeich­nung „Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se“, son­dern auch, dass der tie­ri­sche Anteil hier kon­kret aus Hüh­ner­mus­kel­fleisch, Hüh­ner­le­ber und Hüh­ner­lun­ge besteht.

Außer­dem ist erkenn­bar, dass die Rezep­tur voll­stän­dig auf 100 % auf­ge­schlüs­selt wird. Es bleibt also kein Anteil offen, bei dem Sie rät­seln müs­sen, ob es sich um Was­ser, Brü­he oder ande­re nicht näher bezif­fer­te Bestand­tei­le han­delt.

Genau hier liegt der Unter­schied zwi­schen einer bloß zuläs­si­gen und einer wirk­lich hilf­rei­chen Dekla­ra­ti­on. Eine gesetz­li­che Kurz­de­kla­ra­ti­on kann for­mal kor­rekt sein, hilft aber nur begrenzt bei der Bewer­tung des Fut­ters. Eine offe­ne Detail­de­kla­ra­ti­on zeigt dage­gen, was tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­de.

Beispiel für eine gute Deklaration: Anifit Gockels Duett
Bei­spiel für eine gute Dekla­ra­ti­on: Ani­fit Gockels Duett

Eine gute Dekla­ra­ti­on beant­wor­tet des­halb mög­lichst klar:

  • Wel­che Tier­art ist ent­hal­ten?
  • Wel­che Bestand­tei­le vom Tier wur­den ver­wen­det?
  • Wie hoch sind die jewei­li­gen Antei­le?
  • Gibt es einen klar aus­ge­wie­se­nen Fleisch­an­teil?
  • Wer­den auch klei­ne­re Zuta­ten nach­voll­zieh­bar genannt?
  • Ergibt die Auf­schlüs­se­lung 100 %?

Je weni­ger Sie raten müs­sen, des­to bes­ser. Eine trans­pa­ren­te Dekla­ra­ti­on ver­steckt sich nicht hin­ter Sam­mel­be­grif­fen, unkla­ren Klam­mer­an­ga­ben oder gro­ßen Wer­be­ver­spre­chen. Sie zeigt offen, was wirk­lich in der Dose oder im Sack steckt.

Check­lis­te: So prü­fen Sie eine Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on Schritt für Schritt

Wenn Sie eine Fut­ter­pa­ckung bewer­ten möch­ten, gehen Sie am bes­ten nicht nach der Vor­der­sei­te, son­dern nach der Zusam­men­set­zung. Die­se Fra­gen hel­fen Ihnen dabei:

1. Ist die Tier­art klar benannt?
Steht dort kon­kret „Huhn“, „Rind“, „Lamm“ oder „Pute“ – oder nur ein Sam­mel­be­griff wie „Geflü­gel“, „Wild“ oder „tie­ri­sches Pro­te­in“?

2. Sind die Bestand­tei­le vom Tier kon­kret ange­ge­ben?
„Rin­der­mus­kel­fleisch“, „Hüh­ner­le­ber“ oder „Puten­herz“ sind deut­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ger als nur „Rind“, „Huhn“ oder „Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se“.

3. Gibt es nach­voll­zieh­ba­re Pro­zent­an­ga­ben?
Je genau­er die Men­gen auf­ge­schlüs­selt sind, des­to bes­ser kön­nen Sie beur­tei­len, was wirk­lich im Fut­ter steckt.

4. Sind Klam­mer­an­ga­ben wirk­lich ein­deu­tig?
„Fleisch (Rind)“ bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass das gesam­te Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Aus­sa­ge­kräf­ti­ger wäre „Fleisch, bestehend aus 100 % Rind“ oder eine genaue Auf­schlüs­se­lung der ein­zel­nen Bestand­tei­le.

5. Wird mit tie­ri­schem Pro­te­in statt Fleisch­an­teil gewor­ben?
„70 % tie­ri­sches Pro­te­in“ bedeu­tet nicht 70 % Fleisch. Es sagt nur aus, wel­cher Anteil des ent­hal­te­nen Pro­te­ins tie­ri­schen Ursprungs ist.

6. Wird fri­sches Fleisch im Tro­cken­fut­ter bewor­ben?
Fri­sches Fleisch ent­hält viel Was­ser. Bei Tro­cken­fut­ter muss die­ser Was­ser­an­teil her­aus­ge­rech­net wer­den, um die Anga­be rea­lis­tisch ein­zu­ord­nen.

7. Gibt es Zuta­ten­auf­spal­tung?
Ach­ten Sie auf wie­der­keh­ren­de Roh­stof­fe wie Erb­sen­pro­te­in, Erb­sen­fa­ser, Erb­sen­stär­ke oder Mais, Mais­pro­te­in und Mais­stär­ke. Zusam­men­ge­rech­net kön­nen die­se Bestand­tei­le einen deut­lich grö­ße­ren Anteil aus­ma­chen.

8. Ent­hält das Fut­ter vie­le iso­lier­te Faser­stof­fe?
Cel­lu­lo­se, Rüben­schnit­zel oder all­ge­mein dekla­rier­te Pflan­zen­fa­sern kön­nen sinn­voll sein, soll­ten aber nicht auf­fäl­lig stark die Rezep­tur prä­gen.

9. Wer­den geschmacks­ge­ben­de Zuta­ten ein­ge­setzt?
Hefe­ex­trakt, Hydro­ly­sa­te, Tier­fett oder Leber­mehl kön­nen die Akzep­tanz erhö­hen. Beson­ders kri­tisch ist das, wenn die Grund­zu­sam­men­set­zung wenig trans­pa­rent wirkt.

10. Sind Was­ser oder Brü­he klar aus­ge­wie­sen?
Gera­de bei Nass­fut­ter ist wich­tig, ob die Rezep­tur voll­stän­dig auf­ge­schlüs­selt wird oder ob ein grö­ße­rer Flüs­sig­keits­an­teil offen­bleibt.

11. Wer­den Kon­ser­vie­rungs­stof­fe oder Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel genannt?
Toco­phe­ro­le, Vit­amin E, Ros­ma­ri­nex­trakt oder ande­re Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel sind gera­de bei Tro­cken­fut­ter nicht unge­wöhn­lich. Ent­schei­dend ist, wie trans­pa­rent der Her­stel­ler damit umgeht.

12. Passt die Dekla­ra­ti­on zu Ihrem Hund?
Bei All­er­gien, Unver­träg­lich­kei­ten oder sen­si­bler Ver­dau­ung sind kla­re Anga­ben beson­ders wich­tig. Je unge­nau­er Tier­art und Pro­te­in­quel­le dekla­riert sind, des­to schwie­ri­ger wird die geziel­te Aus­wahl.

Die wich­tigs­te Faust­re­gel lau­tet: Je weni­ger Sie inter­pre­tie­ren müs­sen, des­to bes­ser ist die Dekla­ra­ti­on. Eine gute Zusam­men­set­zung beant­wor­tet Fra­gen – sie wirft nicht stän­dig neue auf.

Häu­fi­ge Fra­gen zur Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on

Ist „Rind“ das­sel­be wie Rind­fleisch?

Nein. „Rind“ beschreibt zunächst nur die Tier­art. Es bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass aus­schließ­lich Rin­der­mus­kel­fleisch ent­hal­ten ist. Es kön­nen auch ande­re Bestand­tei­le vom Rind ver­ar­bei­tet wor­den sein, zum Bei­spiel Herz, Leber, Lun­ge, Pan­sen oder Euter. Trans­pa­ren­ter sind kon­kre­te Anga­ben wie „Rin­der­mus­kel­fleisch“, „Rin­der­herz“ oder „Rin­der­le­ber“.

Was bedeu­tet „Fleisch (Rind)“ in der Dekla­ra­ti­on?

Die­se Anga­be bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass das gesam­te Fleisch zu 100 % vom Rind stammt. Sie sagt zunächst nur, dass Rind ent­hal­ten ist. Aus­sa­ge­kräf­ti­ger wäre eine For­mu­lie­rung wie „Fleisch, bestehend aus 100 % Rind“ oder eine genaue Auf­schlüs­se­lung mit Pro­zent­an­ga­ben.

Bedeu­tet „70 % tie­ri­sches Pro­te­in“ auch 70 % Fleisch­an­teil im Fut­ter?

Nein. „70 % tie­ri­sches Pro­te­in“ bedeu­tet nicht, dass das Fut­ter zu 70 % aus Fleisch besteht. Es bedeu­tet nur, dass 70 % des ent­hal­te­nen Pro­te­ins aus tie­ri­schen Quel­len stam­men. Der tat­säch­li­che Fleisch­an­teil kann deut­lich nied­ri­ger sein.

Was bedeu­tet Geflü­gel­pro­te­in auf der Zuta­ten­lis­te?

„Geflü­gel­pro­te­in“ ist eine unge­naue Anga­be. Sie sagt nicht klar, wel­che Geflü­gel­art ent­hal­ten ist und aus wel­chen Bestand­tei­len das Pro­te­in gewon­nen wur­de. Gera­de für Hun­de mit All­er­gien oder Unver­träg­lich­kei­ten ist eine sol­che Anga­be pro­ble­ma­tisch, weil die Pro­te­in­quel­le nicht ein­deu­tig erkenn­bar ist.

Ist fri­sches Fleisch im Tro­cken­fut­ter gut?

Fri­sches Fleisch ist nicht auto­ma­tisch schlecht. Bei Tro­cken­fut­ter muss man aber beach­ten, dass fri­sches Fleisch viel Was­ser ent­hält. Wäh­rend der Her­stel­lung wird ein gro­ßer Teil die­ser Feuch­tig­keit ent­zo­gen. Des­halb wirkt der ange­ge­be­ne Frisch­fleisch­an­teil oft höher, als der tat­säch­li­che Anteil im fer­ti­gen Tro­cken­fut­ter ist.

Was ist Zuta­ten­auf­spal­tung?

Bei der Zuta­ten­auf­spal­tung wer­den ähn­li­che Roh­stof­fe in meh­re­re Ein­zel­be­stand­tei­le getrennt, zum Bei­spiel Erb­sen­pro­te­in, Erb­sen­fa­ser und Erb­sen­stär­ke. Dadurch wir­ken die­se Zuta­ten ein­zeln klei­ner, obwohl sie zusam­men­ge­rech­net einen gro­ßen Anteil aus­ma­chen kön­nen.

Sind Rüben­schnit­zel im Hun­de­fut­ter schlecht?

Nicht auto­ma­tisch. Rüben­schnit­zel sind faser­rei­che Bestand­tei­le aus der Zucker­rü­ben­ver­ar­bei­tung und kön­nen als Bal­last­stoff­quel­le die­nen. Kri­tisch wird es, wenn sie weit vor­ne in der Zuta­ten­lis­te ste­hen oder wenn das Fut­ter ins­ge­samt wenig hoch­wer­ti­ge, klar benann­te tie­ri­sche Bestand­tei­le ent­hält.

Ist Bier­he­fe gut für Hun­de?

Bier­he­fe kann eine sinn­vol­le Zutat sein, weil sie unter ande­rem B‑Vitamine und wei­te­re natür­li­che Nähr­stof­fe lie­fert. Wich­tig ist aber die genaue Dekla­ra­ti­on. „Bier­he­fe“ ist kon­kre­ter als all­ge­mei­ne Anga­ben wie „Hefe“, „Hefe­ex­trakt“ oder „Hefe­pro­duk­te“, die in der Regel als Geschmacks­ver­stär­ker ein­ge­setzt wer­den.

Ist Hefe ein Geschmacks­ver­stär­ker?

Hefe kann je nach Form und Ein­satz­grund unter­schied­lich bewer­tet wer­den. Bier­he­fe kann eine Nähr­stoff­quel­le sein. Hefe­ex­trakt oder hydro­ly­sier­te Hefe kön­nen dage­gen auch ein­ge­setzt wer­den, um die Akzep­tanz und den Geschmack eines Fut­ters zu erhö­hen.

Was sind Toco­phe­ro­le im Hun­de­fut­ter?

Toco­phe­ro­le sind Vit­amin-E-Ver­bin­dun­gen. Sie kön­nen einer­seits ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch sinn­voll sein, ande­rer­seits aber auch als Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel ein­ge­setzt wer­den, um Fet­te im Fut­ter vor dem Ran­zig­wer­den zu schüt­zen.

Braucht Tro­cken­fut­ter Kon­ser­vie­rungs­stof­fe?

Tro­cken­fut­ter ent­hält Fet­te, die durch Sau­er­stoff und Lage­rung oxi­die­ren kön­nen. Des­halb braucht Tro­cken­fut­ter in der Regel irgend­ei­ne Form der Sta­bi­li­sie­rung, zum Bei­spiel durch Anti­oxi­da­ti­ons­mit­tel. Das ist nicht auto­ma­tisch schlecht, soll­te aber trans­pa­rent dekla­riert sein.

War­um kann Yuc­ca schi­di­ge­ra im Hun­de­fut­ter kri­tisch sein?

Yuc­ca schi­di­ge­ra wird häu­fig ein­ge­setzt, um Kot- und Blä­hungs­ge­ruch zu redu­zie­ren. Das kann ein Fut­ter ver­träg­li­cher wir­ken las­sen, als es tat­säch­lich ist. Denn weni­ger Geruch bedeu­tet nicht auto­ma­tisch bes­se­re Qua­li­tät oder bes­se­re Ver­dau­lich­keit — unan­ge­neh­me Begleit­erschei­nun­gen fal­len nur weni­ger stark auf.

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Christina Williger von Ihr-Futtershop.de

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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