Hunde mit Niereninsuffizienz richtig füttern

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Die Diagnose chronische Niereninsuffizienz (CNI) trifft viele Hundehalterinnen und Hundehalter unvorbereitet, vor allem im Seniorenalter. Die gute Nachricht: Über die Fütterung lässt sich der Verlauf oft spürbar beeinflussen. Heilbar ist die Erkrankung nicht, aber eine angepasste Ernährung kann die Nieren entlasten und die Lebensqualität erhalten. Worauf es bei der Fütterung ankommt, hängt vom Stadium der Erkrankung und von den Blutwerten ab.

Hundeernährung bei Niereninsuffizienz
Hundeernährung bei Niereninsuffizienz

Ernährung bei Niereninsuffizienz: Das Wichtigste in Kürze

Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, eine angepasste Fütterung kann den Verlauf aber verlangsamen. Im Mittelpunkt stehen weniger Phosphor, moderat dosiertes hochwertiges Eiweiß, Fett als Energieträger und der Ausgleich der Vitamine, die über den Urin verloren gehen. Diagnose und Diät sollten immer tierärztlich begleitet werden.

  • Eine CNI ist nicht heilbar, das Ziel ist, den Verlauf zu verlangsamen und Beschwerden zu lindern.
  • Phosphor wird von Beginn an reduziert: Richtwert 85 bis 90 Prozent des Bedarfs, bei erhöhtem Phosphatspiegel 75 bis 80 Prozent.
  • Protein bleibt moderat und hochwertig: anfangs 110 bis 125 Prozent des Erhaltungsbedarfs, im Verlauf bis 100 Prozent. Extreme Eiweißarmut fördert Muskelabbau.
  • Fett liefert die Energie, die mit dem Eiweiß wegfällt. Omega-3-Fettsäuren werden deutlich erhöht.
  • B-Vitamine, Vitamin C und Antioxidantien gleichen aus, was die kranke Niere nicht mehr zurückhält.
  • Mein Praxis-Tipp: Nassfutter statt Trockenfutter, Wasser an mehreren Stellen, einmal pro Woche wiegen.

Was ist eine chronische Niereninsuffizienz (CNI) beim Hund?

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz lässt die Funktion der Nieren über Monate bis Jahre langsam nach. Die Nieren filtern Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut, regeln den Wasserhaushalt und wichtige Mineralstoffe. Fällt diese Leistung ab, reichern sich harnpflichtige Stoffe im Körper an.

Das Tückische: Beschwerden treten oft erst auf, wenn schon ein großer Teil des Nierengewebes geschädigt ist, weil die Nieren lange viel kompensieren. Die Erkrankung ist nicht heilbar, das verbliebene Gewebe lässt sich aber entlasten. Besonders häufig sind ältere Hunde betroffen.

Neben dem Alter spielt auch die Rasse eine Rolle: Einige Hunde bringen eine erbliche Veranlagung für Nierenprobleme mit, darunter der Cocker Spaniel mit der familiären Nephropathie, der Berner Sennenhund, der Shih Tzu mit der renalen Dysplasie und der Dobermann. Bei ihnen lohnt sich eine frühe, regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte.

Woran erkenne ich eine CNI bei meinem Hund?

Die ersten Anzeichen sind meist unspezifisch. Typisch ist, dass der Hund mehr trinkt und mehr Urin absetzt, weil die Nieren den Harn nicht mehr richtig konzentrieren. Weitere mögliche Hinweise:

Mögliches AnzeichenHintergrund
vermehrtes Trinken und Urinierendie Nieren konzentrieren den Harn schlechter
Gewichtsverlust, Muskelabbauverminderte Verwertung und Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechenharnpflichtige Stoffe reichern sich an
Mattigkeit und stumpfes Fellallgemeine Folge der nachlassenden Nierenfunktion

Diese Anzeichen können viele Ursachen haben und sind kein Beweis für eine Nierenerkrankung. Treten sie auf, sollten Sie die Ursache aber zügig tierärztlich abklären lassen, denn je früher eine CNI erkannt wird, desto mehr lässt sich über die Fütterung erreichen.

Wie wird eine CNI beim Hund festgestellt?

Die Diagnose stellt immer die Tierarztpraxis. Über eine Blut- und Urinuntersuchung werden Werte wie Kreatinin, Harnstoff und der modernere Marker SDMA bestimmt, dazu der Phosphatspiegel, das Harn-Konzentrationsvermögen und oft der Blutdruck.

Blutwert oder MarkerWas er anzeigt
Kreatininklassischer Nierenwert, steigt bei nachlassender Funktion
SDMAempfindlicher Frühmarker der Nierenfunktion
HarnstoffAbbauprodukt, steigt bei eingeschränkter Ausscheidung
Phosphat im Blutwichtig, um die Diät richtig einzustellen

Anhand dieser Werte teilt die International Renal Interest Society die Erkrankung in vier IRIS-Stadien ein. Dieses Stadium entscheidet darüber, wie stark Phosphor und Protein reduziert werden und ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind. Deshalb ist die Ernährung bei CNI keine Selbstmedikation, sondern immer eng mit der Tierarztpraxis abgestimmt.

Warum ist die Ernährung bei CNI so wichtig?

Die Fütterung ist der Teil der Behandlung, den Sie jeden Tag selbst in der Hand haben. Sie kann nicht heilen, aber die geschädigten Nieren entlasten, das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität des Hundes erhalten.

Der Hintergrund: Stoffe, die die kranken Nieren nur noch schwer ausscheiden, allen voran Phosphor, sollen gar nicht erst im Übermaß im Körper ankommen. Gleichzeitig muss der Hund genug Energie und hochwertiges Eiweiß bekommen, um nicht abzubauen. Genau diese Balance leistet eine gute Nierenernährung.

Worauf kommt es beim Futter für nierenkranke Hunde an?

Ein Futter für nierenkranke Hunde verfolgt ein klares Ziel: die Nieren entlasten, ohne den Hund zu unterversorgen. Die folgenden Richtwerte gelten für eine fachlich berechnete Nierendiät. Sie beziehen sich auf den Bedarf eines gesunden Hundes nach NRC beziehungsweise Meyer/Zentek. Wie weit Ihr Hund davon abweichen soll, legt die Tierarztpraxis anhand der Blutwerte fest.

NährstoffRichtwert bei CNIWarum
Phosphor85 bis 90 Prozent des Bedarfs, bei erhöhtem Phosphatspiegel 75 bis 80 Prozentzentrale Maßnahme von Beginn an, entlastet die Nieren und bremst das Fortschreiten
Proteinanfangs 110 bis 125 Prozent des Erhaltungsbedarfs, im Verlauf 100 bis 125 Prozent, hochwertig und gut verdaulichweniger harnpflichtige Abbauprodukte, ohne Muskelabbau
Calcium-Phosphor-Verhältnishöchstens 1,3:1, in späteren Stadien bis 1,4:1verhindert, dass bei reduziertem Phosphor zu viel Calcium im Futter steht
Fett und Energieerhöht, energiedichte und schmackhafte Rationersetzt die mit dem Eiweiß wegfallende Energie und unterstützt den Appetit
Omega-3-Fettsäurendeutlich erhöht: mindestens 40 mg EPA und 25 mg DHA je Kilogramm Körpergewicht am Tag, als Fischöl etwa 1,5 ml je 100 g Futtergelten als nierenfreundlich
Natriumbedarfsgerecht, höchstens das Doppelte des Bedarfs, kein zugesetztes Salzentlastet den Blutdruck
Kaliumnach Blutspiegel ergänzen oder reduzierenwird je nach Stadium vermehrt verloren oder zurückgehalten
Vitamin Detwa 200 Prozent des Bedarfsdie kranke Niere aktiviert Vitamin D schlechter
B-Vitamineetwa 300 Prozent des Bedarfs, bei gekochten Rationen 400 Prozentwasserlöslich, gehen mit dem vermehrten Urin verloren, Kochen zerstört einen Teil
AntioxidantienVitamin E 2 bis 4 mg je Kilogramm Körpergewicht, Vitamin C zweimal täglich 25 bis 50 mg je Kilogramm, Selen 100 bis 150 Prozent des Bedarfs, dazu Flavonoide aus Gemüse und Beerenoxidativer Stress belastet das verbliebene Nierengewebe zusätzlich
Vitamin K und Vitamin AVitamin K leicht erhöht, Vitamin A unverändertVitamin K wird bei CNI vermehrt gebraucht
Zink, Mangan, Eisenunverändert bedarfsgerechtkein Anpassungsbedarf
Wasserjederzeit frei verfügbar, Nassfutter bevorzugenbeugt Austrocknung vor, die kranke Niere konzentriert den Harn schlechter

Wichtig ist die Reihenfolge: Phosphor wird von Beginn an reduziert, das Protein erst im Verlauf stärker, je nach Blutwerten und IRIS-Stadium. Eine extreme Eiweißarmut ist überholt, weil sie zu Muskelabbau führt. Den passenden Grad der Reduktion legt die Tierarztpraxis fest, ab bestimmten Werten kommen zusätzlich Phosphatbinder zum Einsatz.

Warum Qualität vor Menge geht, erklärt der Stickstoff: Beim Abbau überschüssiger Aminosäuren entsteht Ammoniak. Die Leber baut ihn zu Harnstoff um, die Niere muss ihn ausscheiden. Je besser ein Eiweiß verdaulich ist und je genauer sein Aminosäuremuster zum Bedarf passt, desto weniger Aminosäuren werden abgebaut und desto weniger Harnstoff fällt an. Muskelfleisch und Ei liefern bei gleicher Menge deshalb weniger Harnstofflast als Bindegewebe oder pflanzliche Eiweißquellen.

Die Vitamine werden oft unterschätzt: Ein nierenkranker Hund trinkt mehr und setzt mehr Urin ab, mit dem Urin verliert er wasserlösliche B-Vitamine und Vitamin C. Deshalb liegen die Richtwerte dafür bei einem Mehrfachen des normalen Bedarfs, bei gekochten Rationen noch höher, weil das Kochen einen Teil zerstört. Vitamin D wiederum aktiviert die kranke Niere schlechter. Dasselbe gilt für die Energie: Wenn das Eiweiß sinkt, muss das Fett steigen, sonst holt sich der Hund die fehlende Energie aus seiner Muskulatur. Eine Nierendiät ist deshalb fett- und energiereicher als normales Futter, was nebenbei den Appetit unterstützt.

Ein weiterer Weg, die Niere zu entlasten, führt über den Darm. Fermentierbare Fasern wie Pektin aus Karotte und Apfel, Rübenschnitzel oder eine kleine Menge Inulin lassen die Dickdarmbakterien wachsen, die Stickstoff aus Harnstoff in ihre eigene Masse einbauen und mit dem Kot ausscheiden. Was so über den Darm geht, muss die Niere nicht mehr filtern. Die Mengen bleiben moderat, weil zu viel fermentierbare Faser Blähungen und weichen Kot macht und die Verdaulichkeit der ohnehin knapp bemessenen Ration senkt. Ein bis zwei Esslöffel gekochte Karotte oder eingeweichte Apfelflocken je zehn Kilo Körpergewicht sind ein üblicher Rahmen.

Pflanzliche und tierheilkundliche Ergänzungen wie Palmitoylethanolamid, Brennnesselsamen, Cordyceps oder Synbiotika werden bei nierenkranken Hunden häufig empfohlen. Belastbare Studien am Hund gibt es dafür nicht. Manche Präparate bringen zudem selbst Phosphor oder Kalium mit. Ich setze sie deshalb nicht von mir aus ein. Wer sie versuchen möchte, bespricht das mit der Tierarztpraxis und lässt die Blutwerte danach kontrollieren.

Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde

Eine Nierenerkrankung verunsichert viele Hundehalterinnen und Hundehalter, gerade bei der Frage, was jetzt noch gefüttert werden darf. Die Therapie übernimmt die Tierarztpraxis. Bei der täglichen Fütterung begleite ich Sie gern, kostenlos und persönlich: wie Sie Appetit und Gewicht im Blick behalten, wie Sie die Richtwerte aus dem Blutbild in eine Ration übersetzen und welche Fragen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis klären sollten.

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Christina Williger, Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Wie unterstütze ich Appetit und Wasseraufnahme?

Viele nierenkranke Hunde fressen phasenweise schlecht. Genau dann ist es wichtig, dass sie überhaupt etwas zu sich nehmen. Denn ein Hund, der nicht frisst, baut Muskulatur ab und schwächt sich zusätzlich. Diese Tipps helfen im Alltag:

  • Das Futter leicht anwärmen, das verstärkt den Geruch und macht es attraktiver.
  • Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt anbieten.
  • Immer frisches Wasser bereitstellen, gern an mehreren Stellen.
  • Feuchtigkeitsreiches Nassfutter bevorzugen, das die Wasseraufnahme erhöht.
  • Bei anhaltender Futterverweigerung zeitnah die Tierarztpraxis einbeziehen.

Aus meiner Beratung weiß ich, wie belastend es ist, wenn der Hund das verordnete Futter verschmäht. Drängen Sie ihn nicht, sondern probieren Sie ruhig verschiedene Konsistenzen und Temperaturen aus. Hinter der Futterverweigerung steckt bei CNI oft Übelkeit oder Sodbrennen, weil sich harnpflichtige Stoffe anreichern und die Magensäure steigt. Beides lässt sich tierärztlich behandeln, mit Magenschutz und Mitteln gegen Übelkeit. Ein Hund, der nicht frisst, braucht zuerst diese Behandlung, nicht eine neue Sorte. Frisst Ihr Hund die Nierendiät gar nicht, sprechen Sie mit der Tierarztpraxis über Alternativen, statt zu einem ungeeigneten Futter zu greifen. Wichtig ist außerdem ein feuchtigkeitsreiches Futter: Von Trockenfutter rate ich bei nierenkranken Hunden ab, denn es liefert kaum Flüssigkeit, sodass der Körper für die Verdauung zusätzlich Wasser aufbringen muss, was die Niere belastet. Das gilt auch für Nieren-Diät-Trockenfutter.

Was ich als Ernährungsberaterin bei Niereninsuffizienz selbst füttere und empfehle

Die Basis ist bei mir ein Diätfuttermittel mit berechneten Werten, als Nassfutter, damit die Flüssigkeit gleich mitkommt. Ich füttere und empfehle dafür das Anifit-Vet Niereninsuffizienz, ein Diätfuttermittel für nierenkranke Hunde mit reduziertem Phosphor- und angepasstem Proteingehalt aus leicht verdaulichen Eiweißquellen. Für die Omega-3-Fettsäuren gebe ich Lachsöl dazu, die Menge nach Körpergewicht und Blutwerten, abgestimmt mit der Tierarztpraxis. Weitere Nahrungsergänzungen setze ich gezielt ein, nicht vorsorglich: B-Vitamine und Antioxidantien dann, wenn die Ration sie nicht liefert, Phosphatbinder nur auf tierärztliche Verordnung. Ob ein Hund die Diät annimmt, entscheidet am Ende er selbst. Frisst er sie nicht, suche ich mit der Tierarztpraxis nach einer Alternative, die er frisst, statt an einem Futter festzuhalten, das im Napf bleibt.

Weitere häufige Fragen zur Ernährung bei CNI beim Hund

Ist eine Niereninsuffizienz beim Hund heilbar?

Nein, eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, da zerstörtes Nierengewebe sich nicht erneuert. Mit angepasster Fütterung, tierärztlicher Begleitung und gegebenenfalls Medikamenten lässt sich der Verlauf aber oft deutlich verlangsamen und die Lebensqualität über lange Zeit erhalten.

Muss mein nierenkranker Hund eiweißarm fressen?

Nicht so streng, wie früher angenommen. Eine extreme Eiweißarmut gilt heute als überholt, weil sie Muskelabbau fördert. Sinnvoll ist moderat dosiertes, hochwertiges und gut verdauliches Protein, zu Beginn etwa 110 bis 125 Prozent des Erhaltungsbedarfs. Wie stark reduziert wird, hängt vom Stadium ab und wird tierärztlich festgelegt.

Warum brauchen nierenkranke Hunde mehr B-Vitamine?

Weil sie mehr Urin absetzen und mit ihm wasserlösliche Vitamine verlieren, vor allem die B-Vitamine und Vitamin C. Eine berechnete Nierendiät enthält deshalb etwa das Dreifache des normalen B-Vitamin-Bedarfs, bei selbst gekochten Rationen das Vierfache, weil das Kochen einen Teil zerstört. Ob eine Ergänzung nötig ist, zeigt die Rationsberechnung.

Welche Rolle spielen Omega-3-Fettsäuren?

Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl gelten als nierenfreundlich und werden bei CNI deutlich erhöht, als Richtwert mindestens 40 mg EPA und 25 mg DHA je Kilogramm Körpergewicht am Tag. Sie sind ein Baustein, ersetzen aber weder die Phosphorreduktion noch die tierärztliche Therapie. Die genaue Menge legen Sie mit der Tierarztpraxis fest.

Wie viel soll mein nierenkranker Hund trinken?

Wichtig ist, dass jederzeit frisches Wasser frei verfügbar ist, denn nierenkranke Hunde neigen zu Flüssigkeitsverlust. Feuchtigkeitsreiches Nassfutter unterstützt die Wasseraufnahme zusätzlich. Trinkt Ihr Hund auffällig wenig oder wirkt ausgetrocknet, sollten Sie die Tierarztpraxis informieren.

Was tun, wenn mein Hund die Nierendiät nicht frisst?

Zwingen Sie ihn nicht. Probieren Sie verschiedene Konsistenzen, wärmen Sie das Futter leicht an und bieten Sie kleine Portionen an. Frisst er die Diät dauerhaft nicht, ist das ein Fall für die Tierarztpraxis, denn längeres Nichtfressen schadet mehr als ein vorübergehend nicht optimales Futter.

Sind Phosphatbinder nötig?

Das hängt von den Blutwerten ab. Reicht eine phosphorarme Fütterung nicht aus, um den Phosphatspiegel zu senken, können ab einem bestimmten Stadium Phosphatbinder verordnet werden. Sie binden Phosphor im Darm. Ob und welche eingesetzt werden, entscheidet ausschließlich die Tierarztpraxis.

Können Innereien und Knochen problematisch sein?

Ja, viele rohe oder selbst gekochte Komponenten wie Innereien, Knochen oder bestimmte Fische sind sehr phosphorreich und damit bei CNI ungünstig. Eine selbst zusammengestellte Ration für einen nierenkranken Hund sollte deshalb nur nach tierärztlicher oder ernährungsfachlicher Berechnung gefüttert werden.

Mein Rat zur Ernährung bei CNI

Der Standard bei CNI ist ein Diätfuttermittel mit berechneten Werten, abgestimmt auf das IRIS-Stadium und tierärztlich begleitet. Behalten Sie Appetit, Gewicht und Trinkmenge im Blick, denn ein Hund, der nicht frisst, verliert schneller als einer, dessen Phosphor etwas zu hoch liegt. Bei einer Katze mit Niereninsuffizienz gelten eigene Regeln, vor allem beim Eiweiß.

Quellen und weiterführende Informationen

  • International Renal Interest Society (IRIS): Stadieneinteilung und Behandlungsempfehlungen bei chronischer Nierenerkrankung von Hund und Katze.
  • Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, tiermedizinisches Standardwerk mit Kapitel zur Nierendiät.
  • National Research Council (NRC, 2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, wissenschaftliches Standardwerk zum Nährstoffbedarf.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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