Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das in praktisch jedem Hundefutter als Zusatzstoff ergänzt wird. Doch nicht nur die Menge zählt, sondern vor allem die chemische Bindungsform. Denn ob Zink als Zinksulfat, Zinkoxid oder als organisches Zinkchelat zugesetzt wird, entscheidet darüber, wie gut der Hund es im Darm tatsächlich aufnehmen kann. Zwei Futter mit derselben angegebenen Zinkmenge können sich also deutlich darin unterscheiden, wie viel davon wirklich ankommt. In diesem Beitrag erkläre ich die wichtigsten Bindungsformen, warum sie die Aufnahme bestimmen und woran Sie die Zinkform im Futter erkennen.

Zink für Hunde: Das Wichtigste in Kürze
Zink ist ein essenzielles Spurenelement für Haut, Fell, Immunsystem und zahlreiche Enzyme. Im Futter wird es in verschiedenen Bindungsformen ergänzt, und die bestimmt die Aufnahme: Organische Zinkchelate sind am besten verfügbar, Zinksulfat liegt im Mittelfeld, Zinkoxid ist am schlechtesten verwertbar. Dieselbe angegebene Menge bedeutet also nicht dieselbe aufgenommene Menge. Wichtig: Zink nicht ungezielt supplementieren, denn eine Überversorgung schadet, die richtige Menge gehört in eine durchgerechnete Ration oder in Absprache mit der Tierarztpraxis.
- Form schlägt Menge: die Bindungsform entscheidet über die Aufnahme
- Chelat top: organische Zinkchelate sind am besten bioverfügbar
- Sulfat mittel, Oxid schwach: Zinksulfat ordentlich, Zinkoxid am schlechtesten verfügbar
- Hemmstoffe: viel Phytinsäure aus Getreide und hoher Calciumgehalt senken die Aufnahme
- Auf dem Etikett: die Form steht unter den Zusatzstoffen
- Mein Rat: Zink nicht ungezielt dosieren, im Fertigfutter ist es enthalten, in einer Eigenration bedarfsgerecht einplanen
Warum Zink für Hunde wichtig ist
Zink ist an unzähligen Vorgängen im Körper beteiligt. Es ist Bestandteil vieler Enzyme, spielt eine Rolle für das Immunsystem und ist besonders wichtig für gesunde Haut und ein glänzendes Fell. Gerade die Versorgung von Haut und Fell hängt eng mit einer guten Zinkversorgung zusammen. Weil der Körper Zink nicht speichern kann, ist eine regelmäßige, gut verfügbare Zufuhr über das Futter nötig. Ein Mangel kann sich unter anderem an Haut und Fell zeigen, gehört aber immer tierärztlich abgeklärt, statt auf eigene Faust mit Präparaten behandelt zu werden.
Zinksulfat, Zinkoxid und Zinkchelat: die Bindungsformen
Zink kann dem Futter in verschiedenen chemischen Verbindungen zugesetzt werden, die sich grob in anorganische und organische Formen einteilen lassen. Zu den anorganischen Formen gehören Zinkoxid und Zinksulfat. Zinkoxid ist günstig, wird aber nur schlecht aufgenommen. Zinksulfat ist ebenfalls anorganisch, aber besser verfügbar als Oxid. Die organischen Formen sind die Zinkchelate, bei denen das Zink an organische Moleküle wie Aminosäuren gebunden ist, etwa als Zink-Bisglycinat oder Zink-Aminosäure-Chelat. Diese Bindung ist der entscheidende Unterschied, denn sie verändert, wie das Zink den Verdauungstrakt passiert und aufgenommen wird.
Wie die Bindungsform die Aufnahme bestimmt
Der Grund für die unterschiedliche Verfügbarkeit liegt im Darm. Anorganisches Zink muss erst gelöst und freigesetzt werden und ist dabei anfällig dafür, von anderen Stoffen gebunden zu werden, bevor es aufgenommen werden kann. Vor allem Phytinsäure aus Getreide und ein hoher Calciumgehalt können Zink binden und so die Aufnahme verschlechtern. Ein Zinkchelat dagegen ist bereits an Aminosäuren gebunden, dadurch ist das Zink auf dem Weg durch den Darm besser geschützt und wird zuverlässiger aufgenommen. Das Ergebnis: Bei gleicher angegebener Menge kommt aus einem Chelat in der Regel mehr verwertbares Zink an als aus Oxid oder Sulfat. Die folgende Übersicht ordnet die Formen ein.
| Zinkform | Art | Bioverfügbarkeit |
|---|---|---|
| Zink-Chelat / Zink-Bisglycinat | organisch | hoch |
| Zinksulfat | anorganisch | mittel |
| Zinkoxid | anorganisch | niedrig |
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Woran Sie die Zinkform im Futter erkennen
Die gute Nachricht: Die Bindungsform steht auf der Verpackung. Schauen Sie in den Abschnitt der Zusatzstoffe, dort ist Zink als ernährungsphysiologischer Zusatzstoff aufgeführt, meist mit Angabe der konkreten Verbindung. Stehen dort Begriffe wie Zink-Aminosäure-Chelat oder Zink-Bisglycinat, wird eine gut verfügbare Form verwendet. Findet sich nur Zinkoxid, ist das eher ein Hinweis auf eine günstige Lösung. Auch der Rest der Rezeptur ist wichtig, denn ein hoher Getreide- und damit Phytinsäureanteil kann die Aufnahme zusätzlich hemmen. Wie Sie die Angaben auf dem Etikett richtig deuten, ist dabei entscheidend. Die folgende Übersicht zeigt, was die Zinkaufnahme beeinflusst.
| Faktor | Wirkung auf die Zinkaufnahme |
|---|---|
| Organische Bindung (Chelat) | verbessert die Aufnahme |
| Anorganische Form (vor allem Oxid) | schlechtere Aufnahme |
| Viel Phytinsäure aus Getreide | hemmt die Aufnahme |
| Sehr hoher Calciumgehalt | kann die Aufnahme senken |
Zink nicht ungezielt supplementieren
So spannend das Thema ist, ein wichtiger Hinweis: Geben Sie Zink nicht auf gut Glück als Präparat oben drauf. Eine dauerhafte Überversorgung mit Zink kann schaden und unter anderem den Kupferhaushalt stören, da Zink und Kupfer im Stoffwechsel eng zusammenhängen. Mehr ist hier also nicht besser, sondern potenziell schädlich. Auch ein vermuteter Zinkmangel, etwa wegen Veränderungen an Haut und Fell oder bei dafür anfälligen Rassen, gehört in die Tierarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt und wie er gegebenenfalls behandelt wird. Die richtige Versorgung gelingt am sichersten über ein hochwertiges, ausgewogenes Futter und, wenn nötig, eine gezielte Ergänzung.
Wie viel Zink braucht ein Hund am Tag?
Der Zinkbedarf richtet sich nach der aufgenommenen Energie, nicht stur nach dem Körpergewicht. Als Richtwert nenne ich rund 15 mg Zink je 1000 kcal Futter, das entspricht der Empfehlung von NRC und FEDIAF für ausgewachsene Hunde. Für einen normal aktiven erwachsenen Hund ergeben sich daraus grob diese Tagesmengen:
| Körpergewicht | Energiebedarf (kcal pro Tag) | Zinkbedarf (mg pro Tag) |
|---|---|---|
| 5 kg | etwa 320 | etwa 5 |
| 10 kg | etwa 535 | etwa 8 |
| 15 kg | etwa 725 | etwa 11 |
| 20 kg | etwa 900 | etwa 13 |
| 30 kg | etwa 1220 | etwa 18 |
| 40 kg | etwa 1510 | etwa 23 |
Diese Werte sind bewusst Richtwerte. Grundlage ist der Energiebedarf eines normal aktiven erwachsenen Hundes, ein sehr aktiver oder junger Hund frisst mehr und braucht entsprechend mehr Zink, ein ruhiger oder kastrierter Hund oft weniger. Entscheidend ist außerdem die Bioverfügbarkeit, denn Zinkoxid wird schlechter aufgenommen als ein Zinkchelat, und ein sehr hoher Calciumgehalt in der Ration senkt die Verwertung zusätzlich. Die Zahl in der Tabelle ist also die Menge, die am Ende im Napf ankommen sollte, nicht zwangsläufig die Menge, die der Körper am Ende verwertet.
Was das praktisch bedeutet, hängt stark von der Fütterungsart ab. Bei einem vollwertigen Fertigfutter ist diese Zinkmenge bereits eingerechnet und als Zusatzstoff enthalten. Hier müssen Sie nichts ergänzen, zusätzliches Zink wäre eher riskant. Bei einer selbst zusammengestellten Ration ist es genau umgekehrt.
Wer roh füttert (BARF) oder selbst kocht, hat keine vorportionierte Zinkquelle im Napf, und gerade Muskelfleisch liefert relativ wenig Zink. Zink zählt deshalb zu den Nährstoffen, die in selbst gemachten Rationen am häufigsten zu kurz kommen, neben Calcium, Jod und Vitamin D. In diesem Fall muss Zink sehr wohl gezielt zugeführt werden, am besten über eine durchgerechnete, bedarfsdeckende Ration oder einen passenden Mineralstoffzusatz. Das ist dann kein Supplementieren nach Gefühl, sondern bedarfsgerechtes Auffüllen auf den errechneten Wert, damit Zink und Kupfer im Gleichgewicht bleiben.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Aus meiner Beratungspraxis ist Zink ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht nur auf die Nährstoffmenge ankommt, sondern auf die Verfügbarkeit. Ein gutes Futter setzt auf gut verwertbare Zinkformen und eine Rezeptur, die die Aufnahme nicht durch zu viel Getreide ausbremst. Genau darauf achte ich bei meiner Empfehlung: ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker und Getreide, das die nötigen Spurenelemente in gut verfügbarer Form mitbringt. So ist Ihr Hund versorgt, ohne dass Sie selbst zu Präparaten greifen müssen.
Wichtig: Dieser Beitrag erklärt die Bindungsformen von Zink und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zink nicht ungezielt dosieren, eine Überversorgung schadet. Bei Verdacht auf Mangel oder besonderem Bedarf gehört die Entscheidung in Absprache mit der Tierarztpraxis.

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Welche Zinkform ist am besten verfügbar?
Am besten verfügbar sind in der Regel organische Formen, also Zinkchelate wie Zink-Bisglycinat oder Zink-Aminosäure-Chelat. Sie werden im Darm besser aufgenommen als anorganische Formen. Zinksulfat liegt im Mittelfeld, Zinkoxid ist am schlechtesten verfügbar.
Was ist ein Zinkchelat?
Ein Zinkchelat ist Zink, das an organische Moleküle wie Aminosäuren gebunden ist. Diese Bindung schützt das Zink auf dem Weg durch den Verdauungstrakt und verbessert die Aufnahme. Deshalb gelten Chelate als besonders gut bioverfügbare Form.
Ist Zinksulfat schlecht?
Nein, Zinksulfat ist nicht schlecht, es ist eine anorganische Form mit mittlerer Bioverfügbarkeit. Es wird ordentlich aufgenommen, allerdings nicht ganz so gut wie ein Chelat. Für ein hochwertiges Futter sind organische Formen die etwas bessere, wenn auch teurere Wahl.
Warum ist Zinkoxid problematisch?
Zinkoxid ist die anorganische Form mit der geringsten Bioverfügbarkeit, der Hund kann also nur einen kleineren Teil tatsächlich verwerten. Es ist günstig, aber wenig effizient. Steht es als alleinige Zinkquelle auf dem Etikett, ist das kein Qualitätsmerkmal.
Steht die Zinkform überhaupt auf der Verpackung?
Ja. Unter den Zusatzstoffen ist Zink als ernährungsphysiologischer Zusatzstoff aufgeführt, meist mit Angabe der Verbindung, etwa als Zinksulfat oder als Zink-Aminosäure-Chelat. Ein Blick in diesen Abschnitt verrät also, welche Form verwendet wird.
Was hemmt die Zinkaufnahme?
Vor allem Phytinsäure aus Getreide und pflanzlichen Bestandteilen bindet Zink und verschlechtert die Aufnahme, auch ein sehr hoher Calciumgehalt kann sie beeinträchtigen. Eine ausgewogene Ration mit gut verfügbarem Zink wirkt dem entgegen. Deshalb spielt nicht nur die Zinkform, sondern auch der Rest der Rezeptur eine Rolle.
Braucht mein Hund ein Zinkpräparat?
Bei einem vollwertigen Fertigfutter in der Regel nicht, dort ist Zink bereits enthalten und zusätzliche Präparate wären eher riskant. Anders bei BARF oder selbst gekochtem Futter: Hier gehört Zink bedarfsgerecht in die durchgerechnete Ration. Auf gut Glück supplementieren sollten Sie es nie, eine Überversorgung schadet.
Kann zu viel Zink schädlich sein?
Ja, eine dauerhafte Überversorgung mit Zink kann schaden und unter anderem den Kupferhaushalt stören, da Zink und Kupfer im Stoffwechsel zusammenhängen. Deshalb ist mehr nicht besser. Die Dosierung gehört in fachkundige Hände, also in Absprache mit der Tierarztpraxis.
Welche Hunde neigen zu Zinkmangel?
Manche nordischen Rassen wie Husky oder Malamute neigen zu einer erblich bedingten Störung des Zinkstoffwechsels, der zinkresponsiven Dermatose. Auch bei sehr getreidereicher Fütterung kann die Aufnahme leiden. Ein vermuteter Zinkmangel gehört aber immer tierärztlich abgeklärt.
Zeigt sich Zinkmangel an Haut und Fell?
Ein Zinkmangel kann sich unter anderem an Haut und Fell bemerkbar machen, etwa durch Veränderungen der Haut. Solche Anzeichen sind aber unspezifisch und können viele Ursachen haben. Statt selbst Zink zu geben, sollten Sie die Ursache in der Tierarztpraxis abklären lassen.
Hilft Zink bei Haut- und Fellproblemen?
Zink ist wichtig für gesunde Haut und ein schönes Fell, ein Mangel kann sich dort zeigen. Bei Haut- oder Fellproblemen sollten Sie die Ursache aber tierärztlich abklären lassen, statt selbst Zink zu geben. Eine Überdosierung schadet und stört den Kupferhaushalt.
Zusammenfassung
Zink ist ein essenzielles Spurenelement für Haut, Fell, Immunsystem und viele Enzyme, und bei seiner Versorgung zählt nicht nur die Menge, sondern die Bindungsform. Organische Zinkchelate sind am besten bioverfügbar, Zinksulfat liegt im Mittelfeld, Zinkoxid wird am schlechtesten aufgenommen. Zusätzlich können Phytinsäure aus Getreide und ein hoher Calciumgehalt die Aufnahme hemmen. Die Form steht auf dem Etikett unter den Zusatzstoffen. Ganz wichtig: Zink nicht ungezielt supplementieren, denn eine Überversorgung schadet und stört den Kupferhaushalt.
Mein Fazit aus der Beratung: Ein gutes Futter liefert Zink in gut verfügbarer Form, ganz ohne dass Sie selbst nachhelfen müssen. Bei Verdacht auf Mangel führt der Weg in die Tierarztpraxis, nicht zum Präparat. Welche Fleischsorten hochwertiges Futter ausmachen, lohnt einen genaueren Blick.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, zu Spurenelementen, Zink und Bioverfügbarkeit
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, mit Angaben zum Zinkbedarf und zu Zusatzstoffen
- National Research Council (NRC): „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, zum Bedarf an Zink und anderen Spurenelementen
- MSD Veterinary Manual, tierärztliche Fachinformationen zu Zinkmangel und zinkresponsiver Dermatose beim Hund







