Niere für Hunde: nährstoffreiche Innerei als Futter

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Niere zählt zu den nährstoffreichsten Innereien für den Hund und wird trotzdem oft falsch eingeschätzt. Viele verwechseln das Füttern der Niere mit einer Diät für kranke Nieren, dabei sind das zwei verschiedene Dinge. In diesem Beitrag erkläre ich, was in der Niere steckt, warum sie anders als Leber keine Vitamin-A-Sorge macht, worauf Sie beim Phosphor achten, welche Niere sich eignet, wie viel in den Napf gehört und wie Sie sie roh oder gegart anbieten.

Niere für Hunde: nährstoffreiche Innerei richtig füttern
Niere für Hunde: nährstoffreiche Innerei richtig füttern

Niere für Hunde: Das Wichtigste in Kürze

Niere ist eine der nährstoffreichsten Innereien für den Hund und wird oft missverstanden. Sie liefert sehr viel Vitamin B12 und Selen, dazu Eisen und B-Vitamine. Anders als Leber enthält Niere nur mittelmäßig Vitamin A, eine strenge Mengengrenze entfällt damit. Wichtiger ist ihr hoher Phosphorgehalt, der nur bei nierenkranken Hunden eine Rolle spielt. In kleinen, eingerechneten Mengen ist Niere ein wertvoller Baustein, kein Alleinfutter.

  • Nährstoffreich: Niere liefert sehr viel Vitamin B12 und Selen, dazu Eisen und Riboflavin
  • Wenig Vitamin A: anders als Leber ist Niere kein Vitamin-A-Kraftpaket, eine strenge Mengengrenze entfällt
  • Phosphorreich: für gesunde Hunde unkritisch, bei Nierenerkrankung aber ein Thema für die Tierarztpraxis
  • Schwein nur durchgegart: rohe Schweineniere kann das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus übertragen
  • Abwechseln: Niere und Milz im Wechsel geben, statt nur eine Innerei zu füttern
  • Mein Rat: kleine Menge, langsam einführen und in die Tagesration einrechnen

Was steckt in der Niere?

Die Niere ist ein Drüsen- und Stoffwechselorgan und entsprechend nährstoffdicht. Herausragend sind der sehr hohe Gehalt an Vitamin B12 und Selen, dazu kommen Eisen, Riboflavin und weitere B-Vitamine. Vitamin A ist enthalten, aber deutlich geringer als in der Leber, weshalb die Niere nicht denselben Mengenstopp braucht. Auffällig ist dagegen der hohe Phosphorgehalt, der nur bei nierenkranken Hunden zum Thema wird.

NährstoffIn der NiereBedeutung für den Hund
Vitamin B12sehr hochwichtig für Blutbildung und Nerven
Selensehr hochTeil des zellulären Schutzsystems und der Schilddrüsenfunktion
Riboflavin (B2)hocham Energiestoffwechsel beteiligt
Eisenhochan der Blutbildung beteiligt
Vitamin Amittel, deutlich weniger als Leberwichtig, hier aber nicht der begrenzende Faktor
Phosphorhochfür gesunde Hunde unkritisch, bei Nierenerkrankung problematisch
Eiweiß und Purinereichlichhochwertige Bausteine, Purine bei Harnsteinneigung beachten

Eiweiß, Fett und Nährwerte: das Profil der Niere

Neben den Mikronährstoffen liefert Niere hochwertiges, gut verdauliches Eiweiß mit wenig Bindegewebe. Der Fettgehalt ist niedrig, Kohlenhydrate fehlen praktisch. Die Werte schwanken je nach Tierart, die Tabelle gibt Richtwerte.

Nährwert je 100 GrammNiere (etwa)Einordnung
Eiweiß16 bis 18 ghochwertig und gut verdaulich
Fett3 bis 5 geher mager
Bindegewebegeringkaum Kollagen, daher hohe Eiweißwertigkeit
Kohlenhydratepraktisch keinepasst zur fleischbasierten Ernährung
Energieetwa 95 bis 110 kcalnährstoffdicht bei moderaten Kalorien

Niere im Vergleich zu anderen Innereien

Innereien haben unterschiedliche Stärken, deshalb ist Abwechslung sinnvoll. Die Niere punktet vor allem mit B12 und Selen, während andere Innereien anderes mitbringen. Die Übersicht ordnet die wichtigsten ein.

InnereiEinordnungBesonderheit
Lebernährstoffdicht, hohe Wertigkeitsehr viel Vitamin A, daher streng begrenzt
Nierenährstoffdicht, hohe Wertigkeitsehr viel B12 und Selen, phosphorreich
Milzblutreich, mittlere bis hohe Wertigkeitbesonders eisenreich
HerzMuskelfleischtaurinreich, zählt zum Muskelanteil
PansenVormagen, mittlere Wertigkeitgut verträglich und sehr schmackhaft
Lungebindegewebsreich, niedrige Wertigkeitkalorienarm, eher ein leichter Snack
Strossenknorpelig, bindegewebsreichKnorpelbausteine, knorpeliger Kausnack

Dürfen Hunde Niere fressen?

Ja, Niere ist für gesunde Hunde eine wertvolle Innerei und in kleinen Mengen sehr empfehlenswert. Wichtig ist die Tierart: Rohe Schweineniere kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde tödlich ist, und gehört daher ausschließlich vollständig durchgegart in den Napf. Niere von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild darf auch roh gefüttert werden. Wer roh füttert, findet die Grundlagen unter BARF für Hunde und zur sauberen Verarbeitung unter Hygiene beim Barfen.

Niere füttern oder gut für die Nieren? Ein wichtiger Unterschied

Das ist die häufigste Verwechslung: Wer Niere füttert, tut damit nicht automatisch etwas Gutes für die Nieren seines Hundes. Im Gegenteil. Die Niere als Innerei ist phosphorreich, und genau Phosphor ist bei einer Niereninsuffizienz kritisch. Für nierenkranke Hunde ist eine phosphorarme Fütterung gefragt, die in die Tierarztpraxis gehört, nicht ausgerechnet phosphorreiches Organfleisch.

Für gesunde Hunde ist der Phosphorgehalt dagegen unproblematisch, solange die Ration insgesamt ausgewogen ist. Ein zweiter Punkt sind die Purine: Bei Hunden mit Harnsteinneigung, etwa dem Dalmatiner, ist die purinreiche Niere nur zurückhaltend sinnvoll. Im Zweifel klärt eine Rationsberechnung, was zum einzelnen Hund passt.

Welche Niere für den Hund? Tierarten im Vergleich

Welche Niere im Napf landet, ist weniger heikel als bei der Leber, weil der Vitamin-A-Gehalt niedriger ist. Geflügel- und Lammniere sind mild, Rinderniere kräftiger im Geschmack.

TierartEignungHinweis
Huhn und Putegut geeignetmild im Geschmack, leicht erhältlich
Rindgut geeignetkräftiger Geschmack, etwas größer
Lammgut geeignetbesonders mild und zart, gut für den Einstieg
Schweinnur vollständig durchgegartrohes Schwein kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde tödlich verläuft
Wildmager und gut geeignetnur aus sicherer Herkunft

Wie viel Niere darf ein Hund fressen?

Niere ist eine Komponente, kein Alleinfutter, und gehört in kleiner Menge in die Ration. Sie zählt zum Innereien-Anteil, der beim Hund insgesamt etwa 10 bis 15 Prozent ausmacht, davon ist Niere nur ein Teil. Am besten wechseln Sie Niere und Milz ab, statt nur eine Innerei zu geben. Wie viel Ihr Hund insgesamt fressen darf, richtet sich nach der täglichen Futtermenge.

SituationEmpfehlung
Beim BARFen oder SelbstkochenInnereien gesamt rund 10 bis 15 Prozent, Niere und Milz abwechseln
Als gelegentliche Gabeein kleines Stück, 1 bis 2 Mal pro Woche
Beim Alleinfutterbereits enthalten, keine zusätzliche Gabe nötig
Einführunglangsam beginnen und die Menge schrittweise steigern
Nierenerkrankungwegen des Phosphors nur nach tierärztlicher Absprache

Roh oder gegart: So bereiten Sie Niere für den Hund zu

Roh bleibt der Nährstoffgehalt am besten erhalten, deshalb darf Niere von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild roh gefüttert werden. Einzige feste Ausnahme ist Schweineniere, die wegen des Aujeszky-Virus immer vollständig durchgegart werden muss. Der kräftige Geruch lässt sich durch kurzes Wässern etwas mildern. Gegart verliert Niere einen Teil der hitzeempfindlichen Nährstoffe, bleibt aber gut verträglich.

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Ob und wie viel Niere für Ihren Hund sinnvoll ist, wie Sie sie mit anderen Innereien abwechseln und richtig einrechnen, schauen wir uns gern gemeinsam an. Ich helfe Ihnen, das Futter passend zu Verträglichkeit, Gewicht und Gesundheit Ihres Hundes aufzustellen.

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Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Niere bei empfindlichen Hunden und in der Ausschlussdiät

Sehr empfindliche Hunde reagieren auf zu viel Niere gelegentlich mit weichem Kot. Führen Sie sie deshalb langsam ein und halten Sie die Menge klein. In einer Ausschlussdiät kann Niere einer neuen, bislang ungefütterten Tierart als Eiweißquelle dienen, das gehört aber in einen geplanten Diätaufbau und nicht zwischendurch in den Napf.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Für mich ist Niere ein wertvoller, aber wohldosierter Baustein der Ration, kein Hauptfutter. Wer roh füttert, gibt eine kleine, eingerechnete Menge und wechselt mit anderen Innereien wie Milz ab. Wird nicht gebarft, steckt Niere in passender Menge auch in gutem Fertigfutter: Die Basis ist bei mir immer ein hochwertiges Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide sowie Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe, in dem Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen enthalten sind.

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Häufige Fragen zu Niere für Hunde

Dürfen Hunde rohe Niere fressen?

Ja, Niere von Rind, Geflügel, Lamm oder Wild darf roh gefüttert werden und ist dann besonders nährstoffreich. Die einzige feste Ausnahme ist Schweineniere, die wegen des Aujeszky-Virus immer vollständig durchgegart werden muss. Achten Sie auf gute Qualität und saubere Verarbeitung.

Ist Niere gut für die Nieren meines Hundes?

Nein, das ist eine häufige Verwechslung. Niere als Innerei ist phosphorreich, und Phosphor ist bei einer Nierenerkrankung gerade kritisch. Für nierenkranke Hunde ist eine phosphorarme, tierärztlich begleitete Fütterung gefragt, nicht das Organ selbst.

Wie viel Niere darf mein Hund fressen?

Niere zählt zum Innereien-Anteil, der beim Hund insgesamt etwa 10 bis 15 Prozent ausmacht, davon ist sie nur ein Teil. In der Praxis genügt ein kleines Stück ein bis zwei Mal pro Woche, am besten im Wechsel mit Milz. Beim fertigen Alleinfutter ist sie bereits enthalten.

Hat Niere wie Leber zu viel Vitamin A?

Nein, Niere enthält deutlich weniger Vitamin A als Leber. Die strenge Mengengrenze, die bei der Leber wegen des Vitamin A gilt, ist bei der Niere nicht nötig. Wichtiger ist hier der Phosphorgehalt, der nur bei nierenkranken Hunden eine Rolle spielt.

Welche Niere ist für Hunde am besten?

Geflügel- und Lammniere sind mild und ein guter Einstieg, Rinderniere ist kräftiger im Geschmack und etwas größer. Da der Vitamin-A-Gehalt niedriger ist als bei der Leber, ist die Auswahl der Tierart weniger heikel. Abwechslung ist trotzdem sinnvoll.

Macht Niere beim Hund Durchfall?

Zu viel oder zu plötzlich gefüttert, kann Niere den Kot weicher machen, gerade bei empfindlichen Hunden. Führen Sie sie deshalb langsam ein und steigern Sie die Menge schrittweise. In passender Menge wird Niere von den meisten Hunden gut vertragen.

Dürfen Welpen Niere fressen?

Ja, Welpen dürfen Niere in kleinen Mengen bekommen. Achten Sie darauf, dass die Gesamtration altersgerecht und bedarfsdeckend bleibt und die Innereien insgesamt nicht zu viel werden. Im Zweifel hilft eine individuelle Rationsberechnung.

Warum darf Schweineniere nur durchgegart gefüttert werden?

Rohes Schweinefleisch und rohe Schweineniere können das Aujeszky-Virus übertragen, das für Hunde immer tödlich verläuft. Deshalb gehört Schweineniere ausschließlich vollständig durchgegart in den Napf. Niere anderer Tierarten ist von diesem Risiko nicht betroffen.

Ist Niere bei Harnsteinen ein Problem?

Niere ist purinreich, und Purine spielen bei bestimmten Harnsteinen eine Rolle, etwa beim Dalmatiner mit Neigung zu Uratsteinen. Für betroffene Hunde ist Niere deshalb nur zurückhaltend sinnvoll. Bei gesunden Hunden ohne Harnsteinneigung ist das kein Thema.

Ersetzt Niere andere Innereien?

Nein, jede Innerei hat ihre eigenen Stärken: Niere liefert viel B12 und Selen, die Leber Vitamin A, die Milz besonders viel Eisen. Deshalb ist Abwechslung sinnvoll, statt nur Niere zu füttern. So bleibt die Ration ausgewogen.

Zusammenfassung

Niere ist eine der nährstoffreichsten Innereien für den Hund und liefert vor allem sehr viel Vitamin B12 und Selen, dazu Eisen und B-Vitamine. Anders als Leber ist sie kein Vitamin-A-Kraftpaket, eine strenge Mengengrenze entfällt damit. Wichtiger ist der hohe Phosphorgehalt, der nur bei nierenkranken Hunden eine Rolle spielt, denn Niere füttern ist nicht dasselbe wie eine Diät für kranke Nieren. Schon ein kleines Stück ein bis zwei Mal pro Woche genügt.

Mein Fazit aus der Beratung: Niere ist ein wertvoller, aber wohldosierter Baustein, am besten in kleiner Menge und im Wechsel mit anderen Innereien wie Milz. Welche Fleischsorten sonst in den Napf gehören, ist ein Thema für sich. Als hochwertiges tierisches Nebenerzeugnis gehört die Niere dabei sowohl frisch gefüttert als auch als benannte Zutat in ein gutes Fertigfutter.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Zentek: Ernährung des Hundes. Grundlagen, Fütterung, Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, Standardwerk mit Daten zu Innereien und Bedarfswerten
  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien
  • NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, mit Angaben zu Mengen- und Spurenelementen
  • MSD Veterinary Manual, tierärztliche Fachinformationen zu Nierenerkrankungen und zur Fütterung beim Hund
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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