Wiederkehrender, schleimiger Durchfall, der einfach nicht weggehen will, dahinter stecken beim Hund oft Giardien. Diese winzigen Darmparasiten sind weit verbreitet, hartnäckig und ansteckend. Als Ernährungsberaterin werde ich oft gefragt, welches Futter bei Giardien hilft. Vorweg das Wichtigste: Giardien gehören diagnostiziert und tierärztlich behandelt. Die Ernährung ist ein begleitender Baustein, der den Hund unterstützen kann, aber weder die Diagnose noch die Behandlung ersetzt. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, wie Sie Ihren Hund bei Giardien über die Fütterung sinnvoll unterstützen, und ordne ein, was an den kursierenden Futter-Tipps dran ist.

Giardien beim Hund: Das Wichtigste in Kürze
Giardien sind einzellige Darmparasiten, die beim Hund vor allem wiederkehrenden, schleimigen Durchfall auslösen. Sie gehören tierärztlich diagnostiziert und behandelt. Eine leicht verdauliche Fütterung kann den gereizten Darm begleitend unterstützen, ist aber nur ein Baustein neben Medikamenten und konsequenter Hygiene. Ohne Hygiene droht eine ständige Reinfektion.
- Sache für den Tierarzt: Diagnose über eine Kotprobe und Behandlung mit Medikamenten gehören in die Tierarztpraxis.
- Drei Bausteine: Medikamente, konsequente Hygiene und eine begleitende, leicht verdauliche Fütterung greifen zusammen.
- Leicht verdaulich statt Mythos: Wichtiger als jede Spezialdiät ist ein gut verträgliches, leicht verdauliches Futter in kleinen Mahlzeiten.
- Hygiene entscheidet: Kot sofort entfernen, Näpfe mit kochendem Wasser reinigen, Decken heiß waschen, sonst kommen die Giardien zurück.
- Ansteckend: Giardien sind zwischen Tieren und grundsätzlich auch auf den Menschen übertragbar, gute Handhygiene ist daher wichtig.
- Mein Beitrag: Ich helfe bei der begleitenden Fütterung, die Behandlung selbst steuert immer die Tierarztpraxis.
Was sind Giardien und wie erkennt man sie?
Giardien sind mikroskopisch kleine, einzellige Darmparasiten, die sich im Dünndarm des Hundes ansiedeln. Sie sind weit verbreitet, vor allem Welpen und junge Hunde sind betroffen. Viele Hunde stecken sich an, ohne sichtbar krank zu werden, scheiden die Erreger aber trotzdem aus und können andere Tiere anstecken.
Wenn Giardien Symptome verursachen, ist das häufigste Anzeichen ein wiederkehrender, oft schleimiger und übel riechender Durchfall, der sich über Wochen ziehen kann. Weitere mögliche Anzeichen sind:
- breiiger bis wässriger Durchfall, manchmal mit Schleim oder Blut,
- Erbrechen, vor allem bei Welpen,
- Gewichtsverlust trotz normalem Appetit oder Appetitlosigkeit,
- Blähungen und Bauchgrummeln,
- stumpfes Fell oder Juckreiz am After durch den häufigen Durchfall.
Weil diese Anzeichen auf viele Ursachen passen und Giardien auch ganz ohne Symptome vorkommen, lässt sich der Befall nur über eine Kotuntersuchung sicher feststellen. Mehr zu den möglichen Hintergründen von Durchfall lesen Sie im Ratgeber zu Durchfall beim Hund.
Diagnose und Behandlung gehören zum Tierarzt
Ein Giardienbefall wird über eine Kotprobe nachgewiesen. Weil die Erreger nicht durchgehend ausgeschieden werden, wird meist eine Sammelkotprobe über mehrere Tage untersucht oder ein Schnelltest in der Praxis eingesetzt. Diese Diagnostik gehört in fachkundige Hände, denn nur so lässt sich klären, ob wirklich Giardien die Ursache sind.
Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die der Tierarzt verschreibt und dosiert. Üblicherweise kommt der Wirkstoff Fenbendazol zum Einsatz, in Deutschland oft das Mittel der ersten Wahl und auch für Welpen und trächtige Hündinnen zugelassen. Alternativ oder bei hartnäckigen, wiederkehrenden Fällen wird Metronidazol eingesetzt, teils auch beides in Kombination; ebenso wirken Kombi-Entwurmungspräparate mit dem Wirkstoff Febantel. Zu Dosierung und Behandlungsdauer berate ich bewusst nicht, das bleibt Aufgabe der Tierarztpraxis, auch weil oft mehrere Behandlungszyklen und eine Kontrolle per Kotprobe nötig sind. Was ich als Ernährungsberaterin beitragen kann, ist die begleitende Fütterung, die den Hund in dieser Zeit unterstützt. Giardien gehen in aller Regel nicht von allein wieder weg, deshalb führt der erste Schritt immer zum Tierarzt.
Welche Ernährung unterstützt den Hund bei Giardien?
Die begleitende Fütterung verfolgt ein einfaches Ziel: den gereizten Darm möglichst wenig zusätzlich zu belasten. Bewährt hat sich daher eine leicht verdauliche, nährstoffreiche Kost, ähnlich wie bei einer Schonkost für den Hund. Konkret heißt das:
- Leicht verdaulich: gut bekömmliche Zutaten, die den Darm nicht zusätzlich reizen.
- Mehrere kleine Mahlzeiten: die Tagesration auf mehrere kleine Portionen verteilen, statt ein, zwei große zu geben.
- Schwer Verdauliches meiden: sehr fette Komponenten sowie schwer verdauliche Kauartikel wie Pansen oder Lunge in dieser Phase weglassen.
- Frisches Wasser: wegen des Flüssigkeitsverlusts durch Durchfall immer ausreichend bereitstellen.
Ein gut verträgliches Nassfutter mit hohem Fleischanteil und ohne unnötige Zusätze ist dafür eine sinnvolle Grundlage. Ich selbst füttere Anifit, weil der hohe Fleischanteil und die klare Deklaration die Verdauung nicht unnötig belasten. Mehr dazu beim Anifit-Hundefutter. Welches Futter im Einzelfall passt, stimmen Sie am besten mit Ihrer Tierarztpraxis ab, gerade wenn der Durchfall stark ist und eventuell ein Diätfutter sinnvoll wird.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Hunde
Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Hundes. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel zur Fütterung rund um Giardien) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihres Hundes zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Hilft kohlenhydratarmes Futter gegen Giardien?
Im Internet liest man oft, man solle Hunde bei Giardien streng kohlenhydratarm füttern, weil die Parasiten Kohlenhydrate als Nahrung nutzen. Diesen Tipp möchte ich ehrlich einordnen: Ein guter Beleg dafür, dass eine betont kohlenhydratarme Fütterung den Befall wirklich zurückdrängt, fehlt. Hinzu kommt, dass kohlenhydratarme Rationen oft sehr fettreich sind, und zu viel Fett kann einen ohnehin gereizten Durchfall-Darm zusätzlich belasten.
Mein Rat ist deshalb pragmatisch: Wichtiger als ein extremer Kohlenhydratverzicht ist eine leicht verdauliche, gut verträgliche Fütterung in kleinen Mahlzeiten.
Warum entscheidet Hygiene über den Erfolg?
Der häufigste Grund, warum Giardien immer wiederkommen, ist nicht ein Versagen der Medikamente, sondern eine Reinfektion aus der Umgebung. Giardien werden als widerstandsfähige Zysten ausgeschieden, die in feuchter Umgebung wochenlang überleben. Ohne konsequente Hygiene steckt sich der Hund über Kot, Näpfe oder das eigene Fell immer wieder neu an. Diese Maßnahmen sind daher entscheidend:
- Kot sofort entfernen und sicher entsorgen, drinnen wie draußen.
- Näpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen und gut abtrocknen.
- Decken, Handtücher und Spielzeug regelmäßig heiß waschen, soweit das Material es erlaubt.
- Bei langhaarigen Hunden das Fell rund um den After kurz halten und den Bereich sauber halten.
- Alle Tiere im Haushalt nach tierärztlicher Vorgabe behandeln, auch wenn sie keine Symptome zeigen.
Welche Flächendesinfektion sinnvoll ist, erfahren Sie in Ihrer Tierarztpraxis. Wichtig ist, feuchte Milieus zu vermeiden, denn trockene, saubere Oberflächen mögen die Zysten gar nicht.
Sind Giardien auf den Menschen übertragbar?
Giardien gelten grundsätzlich als Zoonose, eine Übertragung vom Hund auf den Menschen ist also möglich. Wie hoch das Risiko im Alltag tatsächlich ist, hängt vom Einzelfall ab. Besondere Vorsicht ist dort geboten, wo Menschen empfindlicher sind, also bei kleinen Kindern, älteren oder immungeschwächten Personen.
Der wichtigste Schutz ist auch hier Hygiene: nach dem Kontakt mit dem Hund und vor allem nach dem Aufsammeln von Kot gründlich die Hände waschen. Mit dieser einfachen Routine lässt sich das Risiko im Familienalltag deutlich senken.
Nach der Behandlung: den Darm wieder aufbauen
Eine Giardieninfektion und ihre Behandlung fordern den Darm. Wenn der Befall überstanden und tierärztlich bestätigt ist, lohnt es sich, die Verdauung wieder zu stabilisieren. Eine leicht verdauliche Fütterung, langsam zurückgeführt zum gewohnten Futter, und gegebenenfalls der gezielte Aufbau der Darmflora können den Hund dabei begleiten.
Passende Produkte zur Unterstützung der Verdauung finden Sie bei den Nahrungsergänzungen für Hunde. Für den gezielten Aufbau der Darmflora hat sich eine Darmsanierung mit Anifit Power-Darm bewährt, die die Darmflora mit Probiotika unterstützt. Solche Ergänzungen begleiten den Aufbau, ersetzen aber weder die abgeschlossene tierärztliche Behandlung noch die Kontrolle, ob die Giardien wirklich weg sind. Wie Sie einen empfindlichen Magen langfristig stabil halten, lesen Sie im Ratgeber zum Hund mit empfindlichem Magen.
FAQ: Häufige Fragen zu Giardien beim Hund
Welches Futter ist bei Giardien beim Hund sinnvoll?
Sinnvoll ist eine leicht verdauliche, gut verträgliche Fütterung in mehreren kleinen Mahlzeiten, die den gereizten Darm nicht zusätzlich belastet. Ein gut verträgliches Nassfutter mit hohem Fleischanteil eignet sich als Grundlage. Die Fütterung ist aber nur begleitend, Diagnose und Behandlung gehören zum Tierarzt.
Können sich andere Haustiere mit Giardien anstecken?
Ja, Giardien sind unter Tieren leicht übertragbar, vor allem über Kot sowie gemeinsame Näpfe und Liegeplätze. Leben mehrere Tiere zusammen, ist konsequente Hygiene besonders wichtig, und im Zweifel sollten alle getestet werden. Ob mitbehandelt wird, entscheidet die Tierarztpraxis anhand der Befunde.
Wie werden Giardien beim Hund behandelt?
Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die der Tierarzt verschreibt und dosiert, oft in mehreren Zyklen mit Kontrolle per Kotprobe. Dazu kommen konsequente Hygiene und eine begleitende, leicht verdauliche Fütterung. Zu konkreten Wirkstoffen und Dosierungen berät die Tierarztpraxis, das gehört nicht in Eigenregie.
Wie erkenne ich Giardien beim Hund?
Typisch ist wiederkehrender, oft schleimiger und übel riechender Durchfall, manchmal mit Blut, dazu Blähungen, Gewichtsverlust oder Erbrechen vor allem bei Welpen. Viele Hunde zeigen aber keine Symptome. Sicher feststellen lässt sich ein Befall nur über eine Kotuntersuchung beim Tierarzt.
Wie werden Giardien diagnostiziert?
Über eine Kotprobe. Weil die Erreger nicht durchgehend ausgeschieden werden, wird meist eine Sammelkotprobe über mehrere Tage untersucht oder ein Schnelltest in der Praxis verwendet. Diese Diagnostik gehört in die Tierarztpraxis, denn die Symptome passen auch zu anderen Ursachen.
Können Giardien auch ohne Durchfall vorkommen?
Ja. Manche Hunde scheiden Giardien aus, ohne Durchfall oder andere Symptome zu zeigen. Ob ein symptomloser Befund behandelt werden muss, entscheidet die Tierarztpraxis, denn nicht jeder Nachweis erfordert zwingend eine Behandlung. Bei Welpen und mehreren Tieren im Haushalt wird eher behandelt.
Warum kommen Giardien immer wieder?
Meist liegt es nicht an den Medikamenten, sondern an einer Reinfektion aus der Umgebung. Giardien werden als widerstandsfähige Zysten ausgeschieden, die in feuchter Umgebung wochenlang überleben. Ohne konsequente Hygiene steckt sich der Hund über Kot, Näpfe oder das eigene Fell immer wieder neu an.
Welche Hygienemaßnahmen sind bei Giardien wichtig?
Kot sofort entfernen und sicher entsorgen, Näpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen und abtrocknen, Decken und Handtücher heiß waschen und bei langhaarigen Hunden das Fell am After kurz halten. Alle Tiere im Haushalt sollten nach tierärztlicher Vorgabe behandelt werden, auch ohne Symptome.
Gehen Giardien von alleine wieder weg?
In aller Regel nicht. Giardien sind hartnäckig und sollten tierärztlich behandelt werden, auch weil sie ansteckend sind und sich sonst im Haushalt halten. Der Gang zum Tierarzt steht an erster Stelle, eine Selbstheilung sollte man nicht abwarten.
Was hilft dem Hund nach der Giardien-Behandlung?
Wenn der Befall überstanden und tierärztlich bestätigt ist, hilft eine leicht verdauliche Fütterung, langsam zum gewohnten Futter zurückgeführt. Der gezielte Aufbau der Darmflora kann den Hund begleiten. Solche Maßnahmen unterstützen die Erholung, ersetzen aber nicht die Kontrolle, ob die Giardien wirklich weg sind.
Fazit: Behandlung beim Tierarzt, Ernährung als Begleitung
Giardien beim Hund sind hartnäckig, aber gut in den Griff zu bekommen, wenn drei Dinge zusammenkommen: die tierärztliche Behandlung mit Medikamenten, eine konsequente Hygiene gegen die Reinfektion und eine begleitende, leicht verdauliche Fütterung. Mein Beitrag als Ernährungsberaterin liegt beim letzten Punkt, den ersten und wichtigsten Schritt, die Diagnose und Behandlung, übernimmt immer die Tierarztpraxis. Von extremen Futter-Trends wie strenger Kohlenhydratreduktion halte ich wenig, gefragt ist gut verträgliche Kost in kleinen Mahlzeiten. Wenn Sie Ihren Hund über die Fütterung sinnvoll begleiten möchten, schauen wir uns das gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites): Empfehlungen zur Diagnose und Bekämpfung von Giardien bei Hund und Katze.
- Zentek: Ernährung des Hundes: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Begründet von Helmut Meyer. Thieme, 9. Auflage 2022, tierärztliches Standardwerk zur diätetischen Begleitung von Magen-Darm-Erkrankungen.
- Tierärztliche Fachinformationen zur Giardiose des Hundes, zu Hygiene und Reinfektionsprophylaxe sowie zur Einordnung kohlenhydratarmer Fütterungsempfehlungen.







