„Kaum mache ich eine Dose Thunfisch auf, steht meine Katze in der Küche.“ Diese Szene kennt fast jeder Katzenhaushalt, denn Fisch übt auf die meisten Samtpfoten eine magische Anziehung aus. Fisch ist auch eine wertvolle Eiweißquelle, aber bei der Katze gibt es einige Besonderheiten: Thunfisch ist heikler als gedacht, roher Fisch nicht ohne und Fisch allein reicht als Ernährung nicht aus. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, welcher Fisch für Katzen geeignet ist, roh oder gekocht und worauf Sie achten sollten.

Fisch für Katzen: Das Wichtigste in Kürze
Fisch ist für Katzen eine schmackhafte Eiweiß- und Omega-3-Quelle, aber kein Alleinfutter. Geeignet sind vor allem Lachs, Sardine, Makrele und Kabeljau, entgrätet und meist gegart. Der Grund fürs Garen: Mehrere rohe Fische enthalten Thiaminase, die das für Katzen lebenswichtige Vitamin B1 zerstört. Mineralstoffe und Taurin liefert Fisch zudem zu wenig, um als alleinige Futterquelle zu dienen.
- Gut geeignet: Lachs, Sardine, Makrele und magerer Kabeljau oder Seelachs, entgrätet und ungewürzt
- Meist garen: Hering, Karpfen und Forelle enthalten roh Thiaminase, die Vitamin B1 abbaut, Kochen zerstört das Enzym
- Thunfisch nur selten: kann Quecksilber anreichern und macht viele Katzen mäkelig, höchstens als kleines Extra im eigenen Saft, nicht in Öl
- Tabu: geräucherter und gesalzener Fisch, panierte Fischstäbchen und Fisch in Öl
- Kein Alleinfutter: Fisch liefert zu wenig Mineralstoffe, Spurenelemente und Taurin, um eine Katze allein zu versorgen
- Meine Empfehlung aus der Praxis: Fisch ist eine schmackhafte Abwechslung, die Basis bleibt ein hochwertiges Fleisch-Alleinfuttermittel mit ausreichend Taurin.
Dürfen Katzen Fisch essen?
Ja, Katzen dürfen Fisch fressen und kaum eine Samtpfote sagt Nein. Neben gut verdaulichem Eiweiß stecken in Fisch die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie Vitamin D und Jod. Als gelegentliche Abwechslung zum Fleisch im Napf ist er damit eine feine Sache.
So beliebt Fisch ist, ein Grundsatz bleibt wichtig: Fisch allein reicht als Katzenernährung nicht aus. Er enthält zu wenig Mineralstoffe, Spurenelemente und vor allem zu wenig Taurin, das für die Katze als obligaten Karnivor lebenswichtig ist. Eine reine Fischfütterung führt deshalb auf Dauer zu Mängeln. Fisch ist also eine Ergänzung und Abwechslung, kein Ersatz für ein vollwertiges Futter, wie ich es in meinem Ratgeber zu den Grundlagen der Katzenernährung beschreibe. Warum Taurin so zentral ist, lesen Sie im Ratgeber zu Taurin im Katzenfutter.
Welcher Fisch ist gut für Katzen?
Gut für Katzen sind Lachs, Sardine und Makrele als fettreiche Omega-3-Lieferanten sowie magerer Kabeljau und Seelachs. Grundsätzlich eignen sich die meisten Speisefische, einige Sorten sollten Sie roh aber meiden. Die folgende Tabelle gibt den Überblick.
| Fisch | Besonderheit | Hinweis |
|---|---|---|
| Lachs | fettreich, viel Omega-3, keine Thiaminase | nur gegart oder zuvor durchgefroren, roher Lachs mit Vorsicht |
| Sardine, Makrele | fettreich, viel Omega-3, kleine weiche Gräten | gute Wahl, ungesalzen, am besten gegart oder im eigenen Saft |
| Kabeljau, Seelachs | mager, eiweißreich, gut verdaulich | ideal für sensible oder übergewichtige Katzen |
| Hering, Forelle, Karpfen | enthalten roh Thiaminase | vor dem Füttern garen |
| Rotbarsch | milder Weißfisch, mittlerer Fettgehalt | nachhaltig gefangenen Fisch mit MSC-Siegel wählen |
| Thunfisch | großer Raubfisch, sehr beliebt | nur selten und in kleinen Mengen, Quecksilber und Suchtgefahr |
Mein Praxis-Tipp: Geht es Ihnen gezielt um Omega-3, muss es nicht der ganze Fisch sein. Gerade bei der mäkeligen Katze lässt sich ein gutes Lachsöl feiner dosieren und unauffällig unters Futter mischen, dazu habe ich einen eigenen Ratgeber zu Öl für Katzen. Den Fisch selbst nutze ich eher als Eiweiß-Abwechslung und Belohnungshappen.
Über den Fisch hinaus dürfen auch Meeresfrüchte wie Garnelen als mageres, eiweißreiches Leckerli in den Napf, allerdings nur gegart, geschält und ungewürzt.
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Ob und wie oft Fisch sinnvoll ist, welche Sorte zu Ihrer Katze passt und wie eine ausgewogene, fleischbetonte Ration aussieht, hängt von Alter, Gewicht und Gesundheit ab. Gemeinsam klären wir, welcher Fisch zu Ihrer Katze passt, wie Sie ihn sicher zubereiten und in die Tagesration einrechnen und worauf Sie bei einer artgerechten Fütterung achten sollten.
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Roh oder gekocht: Wie sollte ich Fisch füttern?
Bei der Katze rate ich meist zu gegartem Fisch, denn das Erhitzen schaltet Parasiten, Bakterien und das Enzym Thiaminase gleichzeitig aus. Roh ist nicht verboten, verlangt aber Sorgfalt. Zwei Dinge entscheiden über sicher oder riskant: die Versorgung mit Vitamin B1 und die Gräten.
Hering, Karpfen und Forelle tragen roh das Enzym Thiaminase in sich. Es spaltet Vitamin B1 (Thiamin), das die Katze für ihre Nervenfunktionen dringend braucht. Bleibt solcher Fisch dauerhaft roh im Napf, kann ein B1-Mangel mit neurologischen Ausfällen entstehen. Kurz erhitzen genügt jedoch, um die Thiaminase abzuschalten. Lachs und Kabeljau sind von Natur aus thiaminasefrei und in diesem Punkt auch roh unbedenklich.
| Roh unkritisch (thiaminasefrei) | Roh nur selten, besser garen (thiaminasehaltig) |
|---|---|
| Lachs, Kabeljau, Seelachs, Rotbarsch, Makrele, Sardine | Hering, Karpfen, Forelle |
Wichtig zu den Gräten: Rohe Fischgräten sind weich und meist unproblematisch, durch das Garen werden sie hart und können splittern. Entfernen Sie größere Gräten daher immer vor dem Füttern, gerade bei gegartem Fisch. Roher Fisch kann zudem Parasiten oder Bakterien enthalten, ein einmaliges Durchfrieren bei minus 18 Grad für eine Woche senkt dieses Risiko. Bei Kitten, alten oder empfindlichen Katzen ist garen die sicherste Variante.
Dürfen Katzen Thunfisch essen?
Thunfisch dürfen Katzen nur selten und in kleinen Mengen fressen, am besten im eigenen Saft und niemals in Öl oder gesalzen. So beliebt er ist, gleich mehrere Gründe sprechen gegen häufigen Thunfisch. Diese Punkte sind mir in der Beratung besonders wichtig:
- Quecksilber: als großer Raubfisch reichert Thunfisch Quecksilber an, das sich bei regelmäßiger Gabe im Körper summieren kann
- Suchtgefahr: viele Katzen mögen Thunfisch so sehr, dass sie anderes, ausgewogenes Futter verweigern, das macht eine gesunde Ernährung schwer
- Salz und Öl: Dosenthunfisch in Öl oder Lake ist zu salzig und fettig, geeignet ist höchstens die Variante im eigenen Saft oder in ungewürztem Wasser
- Nicht bedarfsdeckend: Thunfisch liefert nicht alle nötigen Nährstoffe, als alleinige Mahlzeit ist er ungeeignet
Als gelegentliches kleines Extra, etwa ein, zwei Mal im Monat, ist ungesalzener Thunfisch in Ordnung. Wer seiner Katze regelmäßig Fisch gönnen möchte, fährt mit Lachs, Sardine oder einem hochwertigen Katzenfutter mit Fischanteil besser.
Welchen Fisch dürfen Katzen nicht essen?
Nicht geeignet für Katzen sind geräucherter und stark gesalzener Fisch, panierte oder frittierte Produkte und Fisch in Öl. Daneben gibt es Sorten und Formen, die nur eingeschränkt taugen. Diese Punkte sollten Sie kennen:
- Geräucherter und gesalzener Fisch (z. B. Räucherlachs): viel zu viel Salz, das die Nieren belastet, oft mit Zusatzstoffen
- Fischstäbchen und Paniertes: Panade, Fett und Gewürze machen sie ungeeignet
- Fisch in Öl (aus der Dose): zu fettig und meist gesalzen, höchstens die Variante im eigenen Saft
- Roher thiaminasehaltiger Fisch in großen Mengen: Hering, Karpfen oder Forelle roh nur selten, sonst droht ein Vitamin-B1-Mangel
Wichtig: Fisch ist bei Katzen ein recht häufiges Allergen. Reagiert Ihre Katze nach dem Fischverzehr mit Erbrechen, Durchfall oder Juckreiz, sollten Sie Fisch meiden und die Ursache abklären lassen, mehr dazu in meinem Ratgeber zur Futtermittelallergie und Juckreiz bei der Katze. Achten Sie außerdem immer auf Frische und eine durchgehende Kühlung.
Wie viel Fisch darf eine Katze fressen?
Als Leckerli zählt Fisch zu den Extras und sollte mit allen anderen Snacks zusammen etwa ein Zehntel der Tagesration ausmachen. Als richtige Mahlzeit ist er ab und zu in Ordnung, solange die Ration insgesamt bedarfsdeckend bleibt. Allein gefüttert fehlen der Katze über kurz oder lang Mineralstoffe und Taurin.
Kleine getrocknete Sprotten kommen bei vielen Katzen gut an und sind als Snack geeignet, solange sie ungesalzen sind und Sie sie in die Tagesration einrechnen. Aus meiner Beratungspraxis empfehle ich hier gerne die gefriergetrockneten Ährenfische von Anifit: kleine ganze Fische als Einzelfuttermittel, ohne Zusätze und durch die schonende Gefriertrocknung mit weitgehend erhaltenen Nährstoffen. Wie Sie die passende Gesamtmenge der Hauptnahrung ermitteln, zeige ich im Ratgeber „Wie viel Katzenfutter pro Tag?“.
Täglich auf den Teller muss der Fisch dabei nicht. Den Kern der Fütterung trägt ein hochwertiges Fleisch-Alleinfuttermittel mit genügend Taurin, der Fisch ist die genussvolle Abwechslung dazu. Ich setze selbst auf Anifit-Katzenfutter mit hohem Frischfleischanteil und reiche Fisch nur als Extra oder Belohnung. Für Katzen, die den Fischgeschmack lieben, gibt es bei Anifit übrigens gleich mehrere Sorten, in denen gegarter Fisch fest in eine bedarfsdeckende Rezeptur mit Taurin eingebettet ist: Fisch à la Mode (je 16 Prozent Lachs und Weißfisch), Nautilus Ragout (je 19 Prozent Hering und Lachs), Eismeer Terrine (Hering, Weißfisch und Lachs) und LachsLiebe (17 Prozent Lachs). So bekommt die Katze ihren Fisch in der sicheren, ausgewogenen Form. Wer ihn roh in eine selbst zusammengestellte Rohration einbauen will, findet die Einordnung im Ratgeber zu BARF für Katzen.
Häufige Fragen zu Fisch für Katzen
Kann Fisch dazu führen, dass meine Katze anderes Futter verweigert?
Ja, das kommt häufiger vor. Viele Katzen finden den intensiven Geschmack von Fisch so attraktiv, dass sie ihr normales Futter danach verschmähen. Bieten Sie Fisch deshalb nur gelegentlich und in kleinen Mengen an, damit er ein Leckerbissen bleibt und die ausgewogene Hauptnahrung nicht verdrängt.
Brauchen Katzen Fisch in ihrer Ernährung?
Nein, zwingend brauchen Katzen keinen Fisch. Ihren Bedarf an tierischem Eiweiß und an der Aminosäure Taurin decken sie ebenso gut über Fleisch. Fisch ist eine wertvolle Ergänzung wegen der Omega-3-Fettsäuren, aber kein Pflichtbestandteil, und ein gutes Alleinfutter funktioniert auch ohne ihn.
Dürfen Katzen rohen Fisch essen?
Mit Vorsicht. Roher Fisch kann Parasiten und Bakterien enthalten, und Sorten wie Hering oder Forelle enthalten roh Thiaminase, die das für Katzen lebenswichtige Vitamin B1 abbaut. Einmal eine Woche bei minus 18 Grad durchfrieren senkt das Risiko, im Zweifel ist garen sicherer.
Warum ist reiner Thunfisch als Dauerfutter für Katzen schädlich?
Dauerhaft nur Thunfisch kann zu einer Unterversorgung und sogar zu einer schmerzhaften Fettgewebsentzündung führen, weil das Verhältnis der Nährstoffe nicht stimmt und Vitamin E fehlt. Außerdem reichert Thunfisch Quecksilber an. Als gelegentlicher Leckerbissen ist er in Ordnung, als alleinige Nahrung ungeeignet.
Warum ist Fisch allein keine gute Katzennahrung?
Fisch liefert zu wenig Mineralstoffe, Spurenelemente und vor allem Taurin, das die Katze als obligater Karnivor zwingend braucht. Eine reine Fischfütterung führt deshalb auf Dauer zu Mängeln. Fisch eignet sich nur als Abwechslung neben einem vollwertigen Futter.
Sollte ich Fisch für die Katze roh oder gekocht geben?
In den meisten Fällen ist gegarter Fisch sicherer, weil Garen Parasiten, Bakterien und Thiaminase zerstört. Wichtig: Gekochte Gräten werden hart und können splittern, deshalb gegarten Fisch immer entgräten. Rohe Gräten sind dagegen weich und meist unproblematisch.
Dürfen Katzen Lachs essen?
Ja, Lachs ist gut geeignet, weil er viel Omega-3 liefert und keine Thiaminase enthält. Rohen Lachs sollten Sie aber vorher durchfrieren oder garen, da er Parasiten oder Bakterien enthalten kann. Geräucherter Lachs ist wegen des hohen Salzgehalts ungeeignet.
Sind Fischgräten für Katzen gefährlich?
Ja, vor allem kleine, spitze Gräten können im Maul, Rachen oder Verdauungstrakt stecken bleiben oder verletzen. Geben Sie Fisch daher immer gut entgrätet und am besten gegart. Auf rohe Fischabschnitte mit vielen feinen Gräten sollten Sie ganz verzichten.
Wie oft darf meine Katze Fisch bekommen?
Als Snack sollte Fisch mit anderen Leckerlis rund 10 Prozent der Tagesration nicht überschreiten. Als Mahlzeit eignet er sich gelegentlich. Thunfisch wegen des Quecksilbers nur ein- bis zweimal im Monat. Reiner Fisch ist keine vollständige, bedarfsdeckende Ernährung.
Kann meine Katze auf Fisch allergisch reagieren?
Ja, Fisch ist bei Katzen ein recht häufiges Allergen. Anzeichen können Erbrechen, Durchfall oder Juckreiz nach dem Fischverzehr sein. In diesem Fall sollten Sie Fischprodukte meiden und die Ursache tierärztlich abklären lassen.
Zusammenfassung
Mit der richtigen Auswahl und Zubereitung ist Fisch für die Katze ein wertvoller, schmackhafter Genuss. Lachs, Sardine, Makrele und Kabeljau eignen sich gut, am sichersten gegart und entgrätet. Drei Punkte sind dabei zentral: bei gegartem Fisch die Gräten entfernen, thiaminasehaltige Sorten roh nur ausnahmsweise geben und stets auf Frische achten.
Bei der Katze gilt zusätzlich: Thunfisch nur als seltenes Extra wegen Quecksilber und Suchtgefahr, geräucherter oder gesalzener Fisch gehört nicht in den Napf, und Fisch allein ist keine vollständige Ernährung. Mein Fazit aus der Beratung: Nutzen Sie Fisch als gelegentliche Abwechslung und bauen Sie die Ernährung Ihrer Katze konsequent auf einer hochwertigen Fleischbasis mit ausreichend Taurin auf. So bleibt das Fischstück ein schöner Genuss, ohne die Versorgung aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Iben, C., Liesegang, A., Wichert, B. & Wolf, P. (2021): „Ernährung der Katze, Grundlagen, Fütterung, Diätetik“, Thieme Verlag, das deutschsprachige Standardwerk zur Katzenernährung mit Bedarfswerten zu Eiweiß, Thiamin und Taurin
- Bauer, J.E. (2011): „Therapeutic use of fish oils in companion animals“, Journal of the American Veterinary Medical Association 239(11), 1441 bis 1451, Übersichtsarbeit zu marinen Omega-3-Fettsäuren bei Hund und Katze
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter







