Thunfisch für Katzen: Wie viel ist okay und worauf Sie achten müssen

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Kaum ein Geruch lockt eine Katze so zuverlässig in die Küche wie der einer geöffneten Thunfischdose. Kein Wunder, dass viele Halterinnen und Halter fragen: Dürfen Katzen Thunfisch essen, und wenn ja, wie viel? Die kurze Antwort: Thunfisch ist nicht giftig, aber nur als seltener Snack geeignet, niemals als Hauptfutter. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, welche Risiken dahinterstecken, worauf Sie bei der Dose achten müssen und wie viel wirklich okay ist. Wie Fisch grundsätzlich in die Katzenernährung passt, lesen Sie in meinem Ratgeber zu Fisch für Katzen.

Thunfisch für Katzen: Wie viel ist okay und worauf Sie achten müssen
Thunfisch für Katzen: Wie viel ist okay und worauf Sie achten müssen

Thunfisch für Katzen: Das Wichtigste in Kürze

Katzen dürfen Thunfisch in kleinen Mengen als gelegentlichen Snack, aber nicht als Hauptfutter. Thunfisch liefert nicht alle wichtigen Nährstoffe, ist als großer Raubfisch mit Quecksilber belastet und kann bei einseitiger Fütterung zu Mangelerscheinungen führen. Wenn überhaupt, eignet sich ungesalzener Thunfisch im eigenen Saft, niemals in Öl oder Salzlake.

  • Nur als Snack: Eine kleine Portion etwa einmal im Monat ist in Ordnung, Thunfisch ist kein Alleinfutter.
  • Im eigenen Saft, nie in Öl oder Lake: Öl kann Durchfall auslösen, Salz belastet die Nieren, beides gehört nicht in den Katzennapf.
  • Quecksilber-Thema: Als großer Raubfisch reichert Thunfisch Schwermetalle an, die sich bei regelmäßigem Verzehr im Körper anlagern.
  • Nährstofflücken: Thunfisch ist arm an Taurin, Calcium und Vitamin E, eine reine Fischfütterung macht Katzen langfristig krank.
  • Roh nur ausnahmsweise: Roher Thunfisch enthält Thiaminase, die Vitamin B1 zerstört, gegart oder aus der Dose ist er verträglicher.
  • Mein Tipp: Wenn Ihre Katze Thunfisch liebt, nutzen Sie ihn als seltene Belohnung oder Appetitanreger, nicht als tägliche Mahlzeit.

Dürfen Katzen Thunfisch essen?

Ja, Katzen dürfen Thunfisch essen, aber nur in kleinen Mengen und als seltene Ausnahme. Thunfisch ist nicht giftig, und viele Katzen lieben den intensiven Geschmack. Als gelegentlicher Snack oder Appetitanreger ist er in Ordnung. Problematisch wird er erst, wenn er regelmäßig oder gar als Hauptfutter auf dem Speiseplan steht.

Der Grund: Thunfisch ist zwar reich an Eiweiß und liefert Omega-3-Fettsäuren, deckt aber längst nicht alle Nährstoffe ab, die eine Katze braucht. Dazu kommen das Quecksilber-Thema und die Gefahr, dass Katzen regelrecht süchtig nach dem starken Geschmack werden. Aus meiner Beratung weiß ich: Genau diese Kombination macht Thunfisch zu einem Lebensmittel, bei dem die Menge entscheidet.

Warum ist zu viel Thunfisch für Katzen ungesund?

Zu viel Thunfisch wird vor allem aus drei Gründen zum Problem: Quecksilber, Nährstofflücken und das Vitamin-B1-Thema. Im Einzelnen:

  • Quecksilber: Thunfisch ist ein großer, langlebiger Raubfisch und reichert dadurch mehr Schwermetalle an als kleine Fische. Bei Katzen, die regelmäßig Thunfisch fressen, kann sich Quecksilber im Körper anlagern.
  • Nährstofflücken: Thunfisch allein liefert zu wenig Taurin, Calcium und Vitamin E. Taurin ist für Katzen lebensnotwendig, ein Mangel kann Herz und Augen schädigen. Fehlt Vitamin E bei reiner Fischfütterung, droht eine schmerzhafte Entzündung des Körperfetts.
  • Thiaminase im rohen Fisch: Roher Thunfisch enthält das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 (Thiamin) zerstört. Ein B1-Mangel kann zu Nerven- und Muskelproblemen führen.
  • Salz und Fett: Dosenthunfisch in Lake ist sehr salzig, das belastet die Nieren. Thunfisch in Öl ist zu fettig und kann Durchfall oder bei häufigem Verzehr eine Bauchspeicheldrüsenentzündung begünstigen.

Diese Risiken treten nicht bei einem gelegentlichen Löffel auf, sondern bei regelmäßiger oder einseitiger Fütterung. Genau deshalb gilt: Thunfisch ja, aber selten und in kleinen Mengen.

Dürfen Katzen Thunfisch aus der Dose essen?

Thunfisch aus der Dose dürfen Katzen nur dann, wenn er im eigenen Saft, also in Quellwasser, eingelegt ist, ohne Salz, Öl, Gewürze oder Kräuter. Genau hier liegt das Problem mit dem üblichen Supermarkt-Thunfisch: Er ist für Menschen gemacht und enthält fast immer Zusätze, die für Katzen ungeeignet sind.

  • In Öl: ungeeignet. Das viele Fett kann Durchfall auslösen und belastet bei häufigem Verzehr die Bauchspeicheldrüse. Den öligen Sud niemals mitfüttern.
  • In Salzlake: ungeeignet. Das viele Salz kann zu Dehydrierung führen und belastet die Nieren.
  • Im eigenen Saft: die einzige akzeptable Variante, und auch die nur in kleiner Menge und gut abgetropft.

Wenn Sie Dosenthunfisch im eigenen Saft geben, gießen Sie den Saft ab und bieten nur eine kleine Portion an. Thunfisch aus dem Tierfachhandel ist übrigens oft salzärmer als der für Menschen gedachte aus dem Supermarkt.

Roh, gekocht oder frisch: Welcher Thunfisch ist am besten?

Am besten geeignet ist frischer, durchgegarter Thunfisch ohne Salz und Öl. Beim Garen werden mögliche Krankheitserreger abgetötet und das Enzym Thiaminase zerstört, das sonst Vitamin B1 angreift. Auch das Konservieren in der Dose zerstört die Thiaminase, deshalb ist Dosenthunfisch im eigenen Saft in dieser Hinsicht unproblematischer als roher.

Rohen Thunfisch sollten Sie nur ausnahmsweise und in winzigen Mengen geben, wegen der Thiaminase und möglicher Parasiten. Wer frischen Thunfisch anbietet, gart ihn ungewürzt, ohne Salz und ohne Öl, und lässt ihn abkühlen, bevor er in den Napf kommt.

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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber. Außerdem habe ich für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger, Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Wie viel und wie oft dürfen Katzen Thunfisch fressen?

Als Faustregel gilt: eine kleine Portion Thunfisch etwa einmal im Monat, nicht mehr. Gemeint ist ein Löffel oder ein kleines Stück als Leckerbissen, nicht eine ganze Dose. Je seltener, desto besser, denn so bleibt die Quecksilberbelastung gering und die Hauptfütterung im Gleichgewicht.

Wichtig ist, den Thunfisch in die Tagesration einzurechnen, sonst wird aus dem netten Extra schnell ein Übergewichts-Thema. Bei Kitten, trächtigen oder kranken Katzen bin ich mit Thunfisch besonders zurückhaltend und stimme solche Extras im Zweifel mit dem Tierarzt ab. Die Hauptmahlzeit sollte immer ein vollwertiges Katzenfutter sein, etwa ein hochwertiges Nassfutter für Katzen.

Ist Thunfisch für nierenkranke Katzen geeignet?

Für nierenkranke Katzen ist Thunfisch nicht geeignet. Er ist von Natur aus reich an Phosphor, und gerade bei einer Niereninsuffizienz soll die Phosphorzufuhr begrenzt werden. Dazu kommt das Salz in vielen Dosenprodukten, das die Nieren zusätzlich belastet. Bei einer nierenkranken Katze gehört die Fütterung ohnehin in enge tierärztliche Begleitung.

Wenn bei Ihrer Katze eine Nierenerkrankung bekannt ist, verzichten Sie auf Thunfisch und andere phosphorreiche Snacks und halten sich an das vom Tierarzt empfohlene Futter. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Ernährung bei Niereninsuffizienz der Katze.

Meine Katze frisst nur noch Thunfisch, was tun?

Wenn eine Katze nur noch Thunfisch fressen will, steckt oft der intensive Geschmack dahinter, an den sie sich gewöhnt hat. Manche Katzen verweigern dann ihr normales Futter und warten auf den Fisch. Das ist tückisch, weil eine reine Thunfischfütterung schnell zu Mangelerscheinungen führt.

In so einem Fall hilft es, den Thunfisch konsequent zur seltenen Ausnahme zu machen und das hochwertige Hauptfutter wieder attraktiv zu gestalten, zum Beispiel leicht angewärmt für mehr Eigengeruch. Eine abrupte Futterumstellung sollte nie zu Hungerstreik führen, gerade Katzen dürfen nicht tagelang gar nichts fressen. Wenn Ihre Katze hartnäckig nur Thunfisch frisst oder die Nahrung verweigert, klären wir das am besten gemeinsam in einer Beratung oder Sie ziehen den Tierarzt hinzu.

FAQ: Häufige Fragen zu Thunfisch für Katzen

Dürfen Kitten oder junge Katzen Thunfisch fressen?

Bei Kitten sollten Sie auf Thunfisch besser ganz verzichten, denn sie brauchen ein vollständiges, auf ihr Wachstum abgestimmtes Futter. Der einseitige Fisch kann den empfindlichen Magen reizen und liefert nicht die nötigen Nährstoffe. Erst bei ausgewachsenen Katzen ist eine winzige Menge als seltene Ausnahme vertretbar.

Ist speziell als Katzensnack verkaufter Thunfisch besser?

Als Katzensnack angebotener Thunfisch ist meist ungesalzen und ohne Öl, also verträglicher als Dosenthunfisch für Menschen. Trotzdem bleibt er ein einseitiger Leckerbissen und kein Alleinfutter. Auch hier gilt: nur selten und in kleiner Menge, sonst drohen dieselben Probleme wie bei jedem reinen Thunfisch.

Kann ich Thunfisch mit dem normalen Futter mischen?

Ja, ein kleiner Löffel Thunfisch lässt sich als Topping unter das gewohnte Futter mischen, um wählerische Katzen zu locken. Übertreiben Sie es aber nicht, sonst frisst die Katze am Ende nur noch das Topping. Gelegentlich als Lockmittel ist das in Ordnung.

Wie oft dürfen Katzen Thunfisch bekommen?

Nur gelegentlich und in kleinen Mengen, etwa als seltenes Leckerli. Thunfisch ist kein Alleinfutter und kann bei häufiger Gabe Schadstoffe anreichern und einseitig machen. Als Hauptnahrung ist ein ausgewogenes Katzenfutter die sichere Basis, Thunfisch bleibt die Ausnahme.

Dürfen Katzen Thunfisch im eigenen Saft essen?

Ja, von allen Dosenvarianten ist Thunfisch im eigenen Saft die einzige akzeptable, weil ohne Öl und ohne Salzlake. Aber auch ihn nur in kleiner Menge und gut abgetropft geben. Thunfisch aus dem Tierfachhandel ist oft salzärmer als der für Menschen gedachte aus dem Supermarkt.

Dürfen Katzen rohen Thunfisch fressen?

Nur ausnahmsweise und in winzigen Mengen. Roher Thunfisch enthält das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 zerstört, und kann Parasiten enthalten. Durchgegarter Thunfisch ist verträglicher, weil Garen die Thiaminase und mögliche Erreger zerstört. Würzen Sie ihn niemals und verzichten Sie auf Salz und Öl.

Welcher Fisch ist für Katzen die bessere Wahl als Thunfisch?

Besser geeignet als Thunfisch sind kleinere, weniger mit Quecksilber belastete Fische wie Lachs, Sardine oder Makrele, jeweils ungesalzen, entgrätet und gegart. Sie liefern ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, ohne dass sich Schadstoffe so stark anreichern. Am einfachsten ist ein hochwertiges Alleinfutter, das den Fischanteil bereits ausgewogen abdeckt.

Kann Thunfisch bei Katzen Durchfall auslösen?

Ja, vor allem Thunfisch in Öl. Das viele Fett ist schwer verdaulich und kann Durchfall verursachen, der ölige Sud sollte nie mitgefüttert werden. Auch eine ungewohnt große Menge kann den Magen-Darm-Trakt überfordern. Geben Sie Thunfisch deshalb nur in kleinen Portionen.

Wie gewöhne ich meine Katze von einer Thunfisch-Fixierung ab?

Mischen Sie zunehmend weniger Thunfisch unter das hochwertige Hauptfutter und reduzieren Sie ihn über ein bis zwei Wochen langsam. Bleiben Sie konsequent und bieten Sie keine reine Thunfisch-Mahlzeit als Alternative an. So lernt die Katze, das ausgewogene Futter wieder anzunehmen.

Ist Thunfisch giftig für Katzen?

Thunfisch selbst ist nicht giftig. Das Problem ist die Menge: Bei regelmäßigem Verzehr können sich Quecksilber anlagern und Nährstofflücken entstehen. In kleinen Mengen als seltener Snack ist Thunfisch unbedenklich, als Hauptfutter dagegen schädlich.

Fazit: Thunfisch als seltener Genuss

Thunfisch ist für Katzen ein verlockender Snack, aber kein Futter für jeden Tag. In kleinen Mengen, etwa einmal im Monat und nur im eigenen Saft ohne Öl und Salz, spricht nichts gegen einen Löffel als Belohnung. Zum Hauptfutter taugt er nicht: Quecksilber, fehlendes Taurin und weitere Nährstofflücken machen eine reine Fischfütterung auf Dauer gefährlich. Setzen Sie auf ein vollwertiges Katzenfutter und gönnen Sie Thunfisch nur als seltenen Genuss. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Leckerbissen sinnvoll einbauen, schauen wir uns die Fütterung Ihrer Katze gern gemeinsam an.

Quellen und weiterführende Informationen

  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien zum Nährstoffbedarf der Katze.
  • Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, tierärztliches Standardwerk zur Katzenernährung, unter anderem zu Taurin und Fisch.
  • National Research Council (NRC): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, wissenschaftliches Standardwerk zum Nährstoffbedarf, unter anderem zu Vitamin B1 und Taurin.
  • Tierärztliche Fachliteratur zu Thiaminase in rohem Fisch, zur Quecksilberbelastung großer Raubfische und zur Phosphorrestriktion bei Niereninsuffizienz der Katze.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.