Durchfall bei der Katze: Ursachen, Fütterung und wann zum Tierarzt

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Wenn die Katze plötzlich weichen oder wässrigen Kot absetzt, ist die Sorge schnell groß. In meiner Beratung höre ich dann oft dieselbe Frage: abwarten oder gleich zum Tierarzt? Durchfall ist bei der Katze keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen. Ich erkläre Ihnen, was dahinterstecken kann, was Sie zu Hause tun können und ab wann es für Ihre Katze ernst wird.

Durchfall bei der Katze: Ursachen, Fütterung und wann zum Tierarzt
Durchfall bei der Katze: Ursachen, Fütterung und wann zum Tierarzt

Durchfall bei der Katze: Das Wichtigste in Kürze

Durchfall bei der Katze ist ein Symptom, kein eigenes Krankheitsbild. Bei einer ansonsten munteren Katze dürfen Sie rund 24 Stunden mit leicht verdaulicher Schonkost und viel Wasser beobachten. Anders als oft beim Hund sollte eine Katze dabei nicht lange hungern. Blut im Kot, Erbrechen, Apathie oder Fieber gehören sofort zum Tierarzt. Kommt Erbrechen hinzu, hilft der Ratgeber, was zu tun ist, wenn die Katze erbricht.

  • Häufige harmlose Auslöser sind ein zu schneller Futterwechsel, Stress und Unverträglichkeiten.
  • Katzen trocknen schnell aus: Frisches Wasser muss jederzeit erreichbar sein.
  • Lange Hungerphasen sind bei der Katze riskant, weil ihr schneller Stoffwechsel eine Fettleber begünstigen kann.
  • Schonkost für die Katze ist fleischbasiert: gekochtes Hühnchen oder Pute, nicht der reislastige Ansatz vieler Hunde-Tipps.
  • Milch ist keine Schonkost: Die meisten Katzen vertragen Laktose schlecht, das verstärkt Durchfall.
  • Kitten, alte und kranke Katzen gehören bei Durchfall früher zum Tierarzt.

Was sind die häufigsten Ursachen für Durchfall bei der Katze?

Durchfall entsteht bei der Katze, wenn etwas die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringt, und die Ursachen reichen von harmlos bis ernst. Sehr häufig sind ein zu schneller Futterwechsel, verdorbenes oder ungewohntes Futter, Stress und Futtermittelunverträglichkeiten. Dahinter können aber auch Parasiten, Infektionen oder chronische Erkrankungen stecken.

Eher harmlos (beobachten)Sollte tierärztlich abgeklärt werden
zu schneller Futterwechsel oder ungewohntes FutterDurchfall über 24 Stunden ohne Besserung
Stress durch Umzug, neue Tiere oder VeränderungenBlut im Kot oder schwarzer, teeriger Stuhl
kleine Mengen verdorbenes Futterzusätzliches wiederholtes Erbrechen
Milch oder laktosehaltige SnacksApathie, Fieber oder starke Schwäche

Hält der Durchfall länger als drei Wochen an oder kehrt er immer wieder, spricht man von chronischem Durchfall. Dahinter stecken bei Katzen oft Futtermittelunverträglichkeiten, eine chronische Darmentzündung, Parasiten wie Giardien, eine Schilddrüsenüberfunktion bei älteren Tieren oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. In meiner Beratung sehe ich häufig, dass ein zu hastiger Futterwechsel der Auslöser war, gut zu vermeiden mit einer ruhigen, schrittweisen Futterumstellung.

Wann muss eine Katze mit Durchfall zum Tierarzt?

Eine Katze mit Durchfall sollte tierärztlich untersucht werden, wenn keine Besserung innerhalb von rund 24 Stunden eintritt, der Durchfall wiederkehrt oder weitere Symptome dazukommen. Bestimmte Zeichen sind ein Notfall und gehören sofort in fachkundige Hände, weil eine Katze schnell austrocknet.

  • Sofort zum Tierarzt: Blut im Kot, schwarzer Stuhl, wiederholtes Erbrechen, Apathie, Fieber oder Vergiftungsverdacht.
  • Kitten unter zwölf Wochen: immer zügig vorstellen, der Flüssigkeitsverlust ist schnell lebensgefährlich.
  • Alte, kranke oder sehr kleine Katzen: früher abklären als bei einer robusten erwachsenen Katze.
  • Austrocknung: bleibt eine hochgezogene Nackenfalte stehen oder ist das Zahnfleisch trocken, ist Eile geboten.

Die normale Körpertemperatur einer Katze liegt bei 38 bis 39 Grad. Notieren Sie vor dem Termin Kotbeschaffenheit, Häufigkeit und Begleitsymptome, das hilft der Tierarztpraxis bei der Einschätzung. Ich rate in meiner Beratung dazu, im Zweifel lieber einmal zu früh anzurufen als zu spät.

Sollte ich meine Katze bei Durchfall hungern lassen?

Nein, eine Katze sollte bei Durchfall nicht über längere Zeit hungern. Anders als beim Hund, dem oft eine kurze Futterpause empfohlen wird, ist langes Fasten für die Katze riskant: Ihr schneller Stoffwechsel kann bei Nahrungsmangel eine Fettleber begünstigen, eine ernste Lebererkrankung. Besser sind kleine Portionen leicht verdauliche Schonkost.

Statt eines Fastentags biete ich einer Katze lieber alle paar Stunden einen kleinen Löffel Schonkost an und steigere die Menge langsam, sobald sich der Kot bessert. Eine sehr kurze Nahrungspause kann sinnvoll sein, sollte aber nur in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt erfolgen. Die Fettleber als Hintergrund erkläre ich ausführlicher im Zusammenhang mit Katzen, die gar nicht mehr fressen.

Was füttere ich meiner Katze bei Durchfall?

Bei Durchfall bekommt die Katze eine fleischbasierte, leicht verdauliche Schonkost in mehreren kleinen Mahlzeiten. Bewährt haben sich gekochtes Hühnchen oder Pute ohne Haut, Knochen und Gewürze, alternativ magerer gekochter Weißfisch. Wichtig ist viel Flüssigkeit, denn der Wasserverlust ist die eigentliche Gefahr.

Geeignet bei DurchfallBesser meiden
gekochtes Hühnchen oder Pute (ohne Haut, Knochen, Gewürze)Kuhmilch, weil Laktose den Durchfall verstärkt
magerer, gekochter WeißfischHeilerde, Haferflocken oder Leinsamen (passen nicht zum Fleischfresser)
ungewürzte, körperwarm angebotene HühnerbrüheKohletabletten oder Medikamente ohne tierärztliche Absprache
viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteiltlanges Hungernlassen

Tierärztinnen und Tierärzte raten ausdrücklich davon ab, Katzen menschliche Hausmittel wie Heilerde oder Haferflocken zu geben, weil diese nicht zur fleischbasierten Ernährung der Katze passen. Sobald es Ihrer Katze wieder besser geht, hilft ein hochwertiges, gut verdauliches Anifit-Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil, ohne Zucker und Getreide, beim sanften Wiederaufbau. Bei einer Katze mit empfindlichem Magen kann eine Monoprotein-Sorte die Fütterung übersichtlicher machen.

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Durchfall hat bei der Katze viele mögliche Auslöser, von einem zu schnellen Futterwechsel über Stress bis zu Unverträglichkeiten, und die passende Schonkost will zur Katze als Fleischfresser passen. Als zertifizierte Ernährungsberaterin schaue ich mir die Fütterung Ihrer Katze gemeinsam mit Ihnen an, kostenlos und persönlich. Wir klären zum Beispiel:

  • welche leicht verdauliche Fütterung Ihrer Katze beim Wiederaufbau hilft,
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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber. Außerdem habe ich für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Wie stelle ich nach dem Durchfall wieder auf normales Futter um?

Nach dem Durchfall führen Sie das gewohnte Futter schrittweise wieder ein, statt sofort die volle Menge zu geben. Mischen Sie über mehrere Tage zunehmend normales Futter unter die Schonkost. So gewöhnt sich der Darm langsam wieder an die gewohnte Kost und das Rückfallrisiko sinkt.

In meiner Beratung empfehle ich, die Schonkost rund drei bis fünf Tage zu geben und dann über etwa drei Tage zu mischen. Wie eine schonende Umstellung im Detail gelingt, lesen Sie im Ratgeber zur Futterumstellung bei der Katze. Wie ich dasselbe Thema beim Hund behandle, finden Sie im Ratgeber zu Durchfall beim Hund.

Welche Fehler sollte ich bei Durchfall der Katze vermeiden?

Die häufigsten Fehler bei Katzendurchfall sind gut vermeidbar und betreffen vor allem Fütterung und Eigenbehandlung. Diese Punkte sehe ich in der Beratung immer wieder.

  • Milch geben: Sie ist kein Heilmittel, sondern verstärkt durch die Laktose meist den Durchfall.
  • Zu langes Hungernlassen: bei der Katze wegen des Fettleber-Risikos riskant.
  • Medikamente auf eigene Faust: Mittel aus der Humanmedizin können der Katze schaden und gehören in tierärztliche Hand.
  • Abrupter Futterwechsel: ein hastiger Wechsel ist oft erst der Auslöser, lieber langsam umstellen.
  • Zu spätes Handeln bei Kitten oder kranken Katzen: hier zählt jede Stunde.

Das Gegenstück zum Durchfall ist die Verstopfung bei der Katze, die sich ernährungsseitig ganz anders angehen lässt.

Häufige Fragen zu Durchfall bei der Katze

Welche Begleitsymptome bei Durchfall sind ein Alarmzeichen?

Alarmierend sind Blut im Kot, wiederholtes Erbrechen, Fieber, Teilnahmslosigkeit oder Anzeichen von Austrocknung. Treten solche Zeichen auf, sollten Sie nicht abwarten, sondern zeitnah zur Tierärztin. Auch bei sehr jungen oder alten Katzen ist Vorsicht geboten.

Wie viele kleine Mahlzeiten sind bei Durchfall sinnvoll?

Statt einer großen Portion füttern Sie bei Durchfall lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Das entlastet den Darm und wird besser angenommen. Sobald sich der Kot festigt, gehen Sie schrittweise zur gewohnten Fütterung zurück.

Was darf ich meiner Katze bei Durchfall füttern?

Geeignet ist eine fleischbasierte Schonkost: gekochtes Hühnchen oder Pute ohne Haut, Knochen und Gewürze, alternativ magerer gekochter Weißfisch. Bieten Sie viele kleine Mahlzeiten körperwarm an und sorgen Sie für ausreichend Wasser. Reislastige Hunde-Rezepte passen nicht gut zur Katze.

Darf meine Katze bei Durchfall Milch bekommen?

Nein. Die meisten Katzen vertragen den Milchzucker Laktose schlecht, weshalb Milch den Durchfall eher verstärkt. Sie ist also kein Hausmittel, sondern ein häufiger Fehler. Reichen Sie stattdessen frisches Wasser oder eine ungewürzte, körperwarme Hühnerbrühe.

Welche Hausmittel sind bei Katzendurchfall sinnvoll?

Sinnvoll sind vor allem Schonkost, viel Flüssigkeit und Ruhe. Von menschlichen Hausmitteln wie Heilerde, Haferflocken, Leinsamen oder Kohletabletten raten Tierärzte bei Katzen ab, weil sie nicht zur fleischbasierten Ernährung passen und ihre Wirkung nicht belegt ist.

Kann Stress bei meiner Katze Durchfall auslösen?

Ja. Katzen reagieren empfindlich auf Veränderungen wie Umzug, neue Tiere, Besuch oder umgestellte Möbel. Solcher Stress kann die Verdauung durcheinanderbringen und Durchfall auslösen. Halten Sie die Umgebung möglichst ruhig und bieten Sie Rückzugsorte an, dann beruhigt sich der Darm oft von selbst.

Was tun, wenn mein Kitten Durchfall hat?

Ein Kitten unter zwölf Wochen sollten Sie bei Durchfall immer zügig tierärztlich vorstellen. Junge Katzen trocknen sehr schnell aus, der Flüssigkeitsverlust kann rasch lebensgefährlich werden. Warten Sie hier nicht die 24-Stunden-Marke ab, die für gesunde erwachsene Katzen gilt.

Woran erkenne ich, ob meine Katze austrocknet?

Hinweise sind eine stehen bleibende Hautfalte im Nacken, trockenes oder klebriges Zahnfleisch, eingefallene Augen und Mattigkeit. Trinkt die Katze zusätzlich kaum, ist Eile geboten. Austrocknung ist die eigentliche Gefahr bei Durchfall und sollte tierärztlich behandelt werden.

Wann gilt Durchfall bei der Katze als chronisch?

Als chronisch gilt Durchfall, der länger als drei Wochen anhält oder immer wiederkehrt. Dahinter stecken oft Futtermittelunverträglichkeiten, eine chronische Darmentzündung, Parasiten oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Chronischer Durchfall ist kein Notfall, sollte aber zeitnah abgeklärt werden.

Wie beuge ich Durchfall bei meiner Katze vor?

Stellen Sie das Futter immer langsam und schrittweise um, vermeiden Sie verdorbene Reste und halten Sie die Umgebung stressarm. Ein hochwertiges, gut verträgliches Futter und eine sanfte Futterumstellung sind die beste Vorbeugung gegen wiederkehrende Verdauungsprobleme.

Fazit

Durchfall bei der Katze ist meist harmlos, verlangt aber einen wachen Blick. Bei einer munteren Katze helfen kleine Portionen fleischbasierte Schonkost und viel Wasser, während langes Hungern und Milch zu vermeiden sind. Blut, Erbrechen, Apathie oder Fieber sowie Durchfall bei Kitten müssen sofort tierärztlich abgeklärt werden. Mit einer ruhigen, schrittweisen Fütterung beruhigt sich der Darm in den meisten Fällen schnell wieder.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Schrey, C. F. (2019): Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze, 4. Auflage, Enke Verlag, tiermedizinisches Standardwerk zur Symptomabklärung.
  • Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, tiermedizinisches Standardwerk zur Katzenernährung.
  • Center, S. A. (2005): Feline hepatic lipidosis, Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, Übersichtsarbeit zur Fettleber der Katze bei Nahrungsmangel.
  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.