Auf vielen Katzenfutter-Dosen sucht man die Kalorienangabe vergeblich, und genau das macht den Vergleich zweier Sorten so schwer. In meiner Beratung erlebe ich oft, dass eine Katze trotz kleiner Portionen zunimmt, weil das Futter energiereicher ist als gedacht. Ich zeige Ihnen, wie Sie den Kaloriengehalt im Katzenfutter selbst berechnen und Nass- mit Trockenfutter fair vergleichen.

Kalorien im Katzenfutter berechnen: Das Wichtigste in Kürze
Den Kaloriengehalt eines Katzenfutters lesen Sie selten direkt ab, Sie rechnen ihn aus den analytischen Bestandteilen aus. Fett zählt dabei mit 8,5 kcal pro Gramm am stärksten, Protein und Kohlenhydrate mit je 3,5 kcal pro Gramm. So kommt Nassfutter auf rund 70 bis 100 kcal je 100 g, Trockenfutter wegen des fehlenden Wassers auf rund 350 bis 400 kcal.
- Eine kcal-Angabe ist auf Heimtierfutter nicht gesetzlich vorgeschrieben und fehlt oft.
- Formel: Energie je 100 g = (Rohprotein × 3,5) + (Rohfett × 8,5) + (Kohlenhydrate × 3,5).
- Kohlenhydrate (NfE) berechnen Sie als Rest: 100 minus Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser.
- Trockenfutter ist energiedicht und schnell ein Dickmacher, schon kleine Mengen liefern viele Kalorien.
- Vergleichen Sie zwei Sorten nie pro 100 g Originalsubstanz, sondern über den kcal-Gehalt oder die Trockensubstanz.
- Mein Praxis-Tipp: Wie viel Ihre Katze braucht, klären Sie über den Kalorienbedarf, der Energiegehalt des Futters ist nur die zweite Hälfte der Rechnung.
Warum sollte ich die Kalorien im Katzenfutter kennen?
Wer den Kaloriengehalt kennt, kann die Futtermenge so wählen, dass die Katze weder zu- noch abnimmt. Gerade Wohnungskatzen bewegen sich wenig, und Übergewicht entwickelt sich oft schleichend. Die Katze als Fleischfresser zieht ihre Energie vor allem aus Protein und Fett, kaum aus Kohlenhydraten.
Das eigentliche Problem ist der Vergleich: 100 g Trockenfutter liefern ein Vielfaches der Energie von 100 g Nassfutter. Wer beide Mengen gleichsetzt, verschätzt sich schnell. Wie stark sich Übergewicht auf die Gesundheit auswirkt, lesen Sie im Ratgeber zu Übergewicht bei Katzen.
Stehen die Kalorien auf dem Katzenfutter überhaupt drauf?
Oft nicht. Für Heimtierfutter gibt es keine gesetzliche Pflicht, den Energiegehalt anzugeben, anders als bei Lebensmitteln für Menschen. Manche Hersteller nennen die umsetzbare Energie freiwillig, häufig in kcal oder Kilojoule je 100 g, viele aber gar nicht.
Fehlt die Angabe, helfen Ihnen die analytischen Bestandteile weiter, die immer auf der Verpackung stehen. Daraus lässt sich der Kaloriengehalt mit etwas Rechnen gut abschätzen. Wie Sie die übrigen Angaben einer Deklaration deuten, erkläre ich im Ratgeber zur Katzenernährung im Überblick.
Wie berechne ich die Kalorien im Katzenfutter selbst?
Grundlage der Berechnung sind die modifizierten Atwater-Faktoren, angewendet auf die analytischen Bestandteile. Sie fallen niedriger aus als die Energiewerte aus der menschlichen Ernährung, weil eine Katze die Nährstoffe nicht vollständig verwertet.
| Nährstoff | Energie je Gramm | Hinweis |
|---|---|---|
| Rohprotein | 3,5 kcal | tierisches und pflanzliches Eiweiß zusammen |
| Rohfett | 8,5 kcal | die energiereichste Komponente |
| Kohlenhydrate (NfE) | 3,5 kcal | wird als Rest zu 100 Prozent berechnet |
Den Kohlenhydratanteil, fachlich die stickstofffreien Extraktstoffe (NfE), finden Sie selten direkt auf der Packung. Sie ermitteln ihn als Rest: NfE = 100 minus Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Anschließend multiplizieren Sie jeden Nährstoff mit seinem Faktor und addieren die Werte. Das Ergebnis ist die Energie je 100 g Futter.
Rechenbeispiel: Nassfutter und Trockenfutter im Vergleich
Am besten versteht man die Berechnung an zwei Beispielen. Beide nutzen typische Werte, einmal für ein fleischreiches Nassfutter, einmal für ein Trockenfutter. Der Unterschied im Ergebnis ist deutlich.
| Wert | Nassfutter (Beispiel) | Trockenfutter (Beispiel) |
|---|---|---|
| Feuchtigkeit | 80 % | 8 % |
| Rohprotein | 11 % | 34 % |
| Rohfett | 6 % | 16 % |
| Rohasche | 2 % | 7 % |
| Rohfaser | 0,5 % | 2,5 % |
| Kohlenhydrate (NfE, als Rest) | 0,5 % | 32,5 % |
| Energiegehalt je 100 g | rund 91 kcal | rund 369 kcal |
Für das Nassfutter rechnen Sie: (11 × 3,5) + (0,5 × 3,5) + (6 × 8,5) = rund 91 kcal je 100 g. Für das Trockenfutter: (34 × 3,5) + (32,5 × 3,5) + (16 × 8,5) = rund 369 kcal je 100 g. Dieselben 100 g liefern beim Trockenfutter also etwa viermal so viel Energie. Genau diese Lücke übersehen viele, das sehe ich in der Beratung immer wieder.
Katzenfutter-Rechner: Kaloriengehalt direkt berechnen
Sie möchten die Kalorien im Katzenfutter nicht selbst ausrechnen? Dann nutzen Sie einfach meinen Katzenfutter-Rechner. Tragen Sie die analytischen Bestandteile von der Verpackung ein und Sie sehen direkt, wie energiereich das Futter ist – einmal als schnelle Atwater-Schätzung und einmal nach der genaueren NRC-Berechnung.
Die passende Futtermenge für Ihre Katze können Sie anschließend mit dem Anifit-Futterrechner ermitteln. Bitte beachten Sie: Alle Werte dienen als Orientierung. Der tatsächliche Bedarf Ihrer Katze hängt unter anderem von Alter, Aktivität, Gewicht, Stoffwechsel und Gesundheitszustand ab. Beobachten Sie deshalb regelmäßig die Gewichtsentwicklung und passen Sie die Futtermenge bei Bedarf individuell an.
Kaloriengehalt eines Katzenfutters berechnen
Tragen Sie die analytischen Bestandteile von der Verpackung ein. Der Rechner ermittelt den Energiegehalt pro 100 g, einmal als einfache Atwater-Schätzung und einmal nach der genaueren NRC-Methode für Katzen.
Analytische Bestandteile
Werte von der Verpackung in Prozent eintragen.
Beide Werte je 100 g. Steht eine Herstellerangabe auf der Packung, ist diese am genauesten. Die NRC-Methode für Katzen berücksichtigt die geschätzte Verdaulichkeit und liegt bei hochverdaulichem Premium-Nassfutter meist näher an der Herstellerangabe, die Atwater-Schätzung fällt dort oft etwas niedriger aus.
Die passende Tagesmenge für Ihre Katze berechnen Sie über den Kalorienbedarf, ausführlich im Ratgeber wie viel Katzenfutter pro Tag. Alle Werte sind Richtwerte. Bei Über- oder Untergewicht, Krankheit oder Unsicherheit empfehle ich eine persönliche Ernährungsberatung.
Warum hat Trockenfutter so viel mehr Kalorien als Nassfutter?
Trockenfutter hat mehr Kalorien je 100 g, weil ihm fast das gesamte Wasser entzogen ist. Nassfutter besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser, das keine Energie liefert, Trockenfutter nur zu etwa 8 bis 14 Prozent. Auf das gleiche Gewicht entfällt beim Trockenfutter also viel mehr energieliefernde Substanz.
| Futterart | Typische Energiedichte (kcal je 100 g) |
|---|---|
| Nassfutter | rund 70 bis 100 |
| Trockenfutter | rund 350 bis 400 |
| Katzensnacks und Leckerlis | oft 300 bis 450, daher sparsam einsetzen |
Für eine Katze ist diese hohe Energiedichte tückisch: Eine kleine Handvoll Trockenfutter deckt schon einen großen Teil des Tagesbedarfs, sättigt aber kaum. Warum ich Trockenfutter auch aus anderen Gründen kritisch sehe, lesen Sie im Ratgeber zu den Nachteilen von Trockenfutter für Katzen. Was ich selbst füttere und empfehle, ist ein hochwertiges Anifit-Nassfutter mit hohem Frischfleischanteil, ohne Zucker und Getreide, das durch seinen Wassergehalt sättigende Portionen bei moderater Kaloriendichte erlaubt.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Katzen
Wie viele Kalorien Ihre Katze über den Napf aufnimmt, hängt vom Energiegehalt des Futters und der richtigen Portion ab, und Übergewicht entsteht bei Wohnungskatzen schnell unbemerkt. Als zertifizierte Ernährungsberaterin schaue ich mir die Energiebilanz Ihrer Katze gemeinsam mit Ihnen an, kostenlos und persönlich. Wir klären zum Beispiel:
- wie viele Kalorien das Futter Ihrer Katze tatsächlich liefert,
- welche Portionsgröße zu Gewicht, Alter und Aktivität passt,
- wie Sie Nass- und Trockenfutter fair miteinander vergleichen.
Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in unserem Ernährungsratgeber. Außerdem haben wir für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Wie nutze ich den Kaloriengehalt für die richtige Futtermenge?
Für die richtige Menge brauchen Sie zwei Zahlen: den Tagesbedarf Ihrer Katze in Kalorien und den Energiegehalt des Futters je 100 g. Die Futtermenge ergibt sich dann aus: Tagesbedarf geteilt durch kcal je 100 g, mal 100. Eine Katze mit 240 kcal Bedarf und einem Futter mit 91 kcal je 100 g bekommt also rund 264 g.
Den Tagesbedarf selbst berechnen Sie über den Ruheenergiebedarf und einen Lebensphasen-Faktor. Diesen Teil habe ich ausführlich im Ratgeber wie viel Katzenfutter pro Tag erklärt, dort finden Sie die Faktoren und Rechenbeispiele. Wie dieselbe Kalorienberechnung beim Hund aussieht, zeige ich im Ratgeber zu Kalorien im Hundefutter berechnen.
Welche Fehler passieren beim Kalorien-Vergleich?
Die häufigsten Fehler entstehen, wenn Futter falsch verglichen oder Nebenquellen vergessen werden. Diese Punkte begegnen mir in der Beratung am häufigsten.
- Gewicht statt Energie vergleichen: 100 g Nass- und 100 g Trockenfutter sind energetisch nicht vergleichbar.
- Leckerlis vergessen: Snacks sind oft sehr kalorienreich und sollten zur Tagesration zählen.
- Der Fütterungsempfehlung blind folgen: Herstellerangaben sind großzügig kalkuliert, die Figur der Katze ist der bessere Maßstab.
- Den Wasseranteil ignorieren: Ohne Umrechnung auf die Trockensubstanz wirkt Trockenfutter scheinbar nährstoffärmer, als es ist.
Häufige Fragen zu Kalorien im Katzenfutter
Stehen die Kalorien auf jedem Katzenfutter?
Nein. Für Heimtierfutter besteht keine gesetzliche Pflicht, den Energiegehalt anzugeben. Manche Hersteller nennen die umsetzbare Energie freiwillig in kcal oder Kilojoule je 100 g, viele aber gar nicht. Fehlt die Angabe, lässt sie sich aus den analytischen Bestandteilen berechnen.
Wie rechne ich die Kalorien im Katzenfutter aus?
Mit den modifizierten Atwater-Faktoren: Energie je 100 g = (Rohprotein × 3,5) + (Rohfett × 8,5) + (Kohlenhydrate × 3,5). Die Kohlenhydrate ermitteln Sie als Rest, also 100 minus Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Die Werte stehen in den analytischen Bestandteilen.
Warum hat Trockenfutter mehr Kalorien als Nassfutter?
Weil ihm fast das gesamte Wasser fehlt. Nassfutter besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser, das keine Energie liefert. Auf 100 g Trockenfutter entfällt deshalb viel mehr energieliefernde Substanz, typisch rund 350 bis 400 kcal gegenüber rund 70 bis 100 kcal beim Nassfutter.
Wie viele Kalorien hat Nassfutter pro 100 g?
Ein typisches Katzen-Nassfutter liefert rund 70 bis 100 kcal je 100 g. Der genaue Wert hängt vor allem vom Fettgehalt ab, da Fett mit 8,5 kcal je Gramm die energiereichste Komponente ist. Den exakten Wert berechnen Sie aus den analytischen Bestandteilen.
Liefert Eiweiß oder Fett mehr Kalorien?
Fett liefert deutlich mehr Energie. Mit 8,5 kcal je Gramm steckt darin mehr als doppelt so viel Energie wie in Rohprotein oder Kohlenhydraten mit je 3,5 kcal. Ein höherer Fettgehalt erhöht den Kaloriengehalt eines Futters daher am stärksten.
Warum ist mein Katzenfutter ohne kcal-Angabe?
Weil der Gesetzgeber für Heimtierfutter keine Energieangabe verlangt. Die Angabe ist freiwillig. Das ist kein Qualitätsmangel, erschwert aber den Vergleich. Mit den analytischen Bestandteilen und den Atwater-Faktoren können Sie den Wert selbst abschätzen.
Wie vergleiche ich zwei Futtersorten fair?
Vergleichen Sie nicht 100 g gegen 100 g Originalsubstanz, sondern den Kaloriengehalt je 100 g oder die Nährwerte in der Trockensubstanz. Erst dann werden Nass- und Trockenfutter vergleichbar, weil der unterschiedliche Wasseranteil herausgerechnet ist.
Sind kalorienreiche Leckerlis ein Problem?
Sie können es sein. Katzensnacks haben oft 300 bis 450 kcal je 100 g und summieren sich schnell. Als Faustregel sollten Leckerlis nur einen kleinen Teil der Tagesration ausmachen und in die Kalorienrechnung einfließen, sonst droht unbemerkt Übergewicht.
Wie viele Kalorien braucht meine Katze am Tag?
Eine normalgewichtige, kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg braucht rund 200 bis 250 kcal pro Tag. Den individuellen Bedarf berechnen Sie über den Ruheenergiebedarf und einen Lebensphasen-Faktor, ausführlich im Ratgeber wie viel Katzenfutter pro Tag.
Machen Kohlenhydrate im Katzenfutter dick?
Nicht die Kohlenhydrate allein, sondern eine Kalorienzufuhr über dem Bedarf führt zu Übergewicht. Für die Katze als Fleischfresser sind hohe Kohlenhydratanteile dennoch unnötig. Entscheidend ist die Energiebilanz: Passen Futtermenge und Kaloriengehalt zum Tagesbedarf, bleibt die Katze schlank.
Fazit
Die Kalorien im Katzenfutter zu berechnen ist einfacher, als es klingt: Aus den analytischen Bestandteilen und den modifizierten Atwater-Faktoren ermitteln Sie den Energiegehalt je 100 g in wenigen Schritten. Wichtig ist, Nass- und Trockenfutter nicht über das reine Gewicht zu vergleichen, denn der Wasseranteil verzerrt das Bild. Mit dem Kaloriengehalt und dem Tagesbedarf Ihrer Katze finden Sie die Portion, die ihr Gewicht stabil hält.
Quellen und weiterführende Informationen
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter.
- National Research Council (NRC, 2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, wissenschaftliches Standardwerk zum Nährstoff- und Energiebedarf.
- Iben, Liesegang, Wichert, Wolf (2021): Ernährung der Katze, Thieme Verlag, tiermedizinisches Standardwerk zur Katzenernährung.
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, die EU-rechtliche Grundlage der Futtermittelkennzeichnung.







