Viele Katzen rümpfen die Nase, wenn das Futter direkt aus dem Kühlschrank kommt, und das hat einen guten Grund. Katzen fressen stark über den Geruch, und kaltes Futter riecht kaum. In der Natur erbeutet die Katze frische, körperwarme Tiere, daher kommt auch der Begriff „mauswarm“. Wer das Futter auf diese Temperatur bringt, trifft den Geschmack der Katze deutlich besser und löst so manches Akzeptanzproblem ganz nebenbei. In diesem Beitrag erkläre ich, warum Katzen es lieber mauswarm mögen, wie warm das genau ist, wie Sie Katzenfutter richtig und sicher anwärmen und warum ich von der Mikrowelle abrate und worauf Sie bei kaltem Futter achten sollten.

Katzenfutter anwärmen: Das Wichtigste in Kürze
Katzen bevorzugen mauswarmes Futter, weil ihre natürliche Beute Körpertemperatur hat und Wärme die Aromen hervorbringt, auf die die Katze beim Fressen achtet. Ideal sind rund 37 bis 38 Grad, also angenehm lauwarm, niemals heiß. Am schonendsten wärmen Sie das Futter an, indem Sie es rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, in ein warmes Wasserbad stellen oder etwas warmes Wasser untermischen. Von der Mikrowelle rate ich dagegen ab, sie erwärmt ungleichmäßig und erzeugt heiße Stellen, an denen sich die Katze die Zunge verbrennen kann. Kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank wird oft abgelehnt. Angewärmtes Futter verdirbt schneller, also nur die Portion anwärmen, die direkt gefressen wird.
- Warum mauswarm: Beute hat Körpertemperatur, Wärme verstärkt den Geruch
- Richtige Temperatur: rund 37 bis 38 Grad, lauwarm, nie heiß
- So geht es: rechtzeitig herausnehmen, warmes Wasserbad oder warmes Wasser untermischen
- Mikrowelle: rate ich ab, sie erwärmt ungleichmäßig und erzeugt heiße Stellen
- Kalt wird abgelehnt: kühlschrankkaltes Futter riecht kaum und schmeckt der Katze fad
- Frische beachten: Angewärmtes verdirbt schneller, nur die Fressportion temperieren
Warum Katzen mauswarmes Futter bevorzugen
Um zu verstehen, warum Wärme so wichtig ist, lohnt ein Blick auf die Natur der Katze. Als reine Fleischfresser sind Katzen darauf ausgelegt, frisch erbeutete Tiere zu fressen, und eine eben erbeutete Maus hat ungefähr Körpertemperatur. Genau das steckt im Begriff mauswarm. Bei dieser Wärme entfalten sich die Geruchsstoffe am stärksten, und der Geruch ist für die Katze das entscheidende Kriterium, ob etwas fressbar ist oder nicht. Kaltes Futter riecht dagegen kaum und wirkt deshalb fad und uninteressant. Eine Katze, die kühlschrankkaltes Futter stehen lässt, ist also selten heikel aus Prinzip, sondern folgt schlicht ihrem Instinkt. Wie sehr die Katze in allem auf frische, tierische Kost ausgelegt ist, zeigen die Grundlagen der Katzenernährung.
Die richtige Temperatur: wie warm ist mauswarm?
Mauswarm bedeutet ungefähr Körpertemperatur, also rund 37 bis 38 Grad. Das fühlt sich angenehm lauwarm an, vergleichbar mit der Temperatur, auf die man ein Babyfläschchen bringt. Wichtig ist die Obergrenze: Das Futter darf sich niemals heiß anfühlen, denn zu heißes Futter kann die empfindliche Maulschleimhaut der Katze verletzen. Im Zweifel lieber etwas kühler als zu heiß. Testen lässt sich die Temperatur ganz einfach mit einem sauberen Finger oder einer kleinen Menge auf dem Handgelenk. Rühren Sie das Futter vorher gut durch, damit es gleichmäßig temperiert ist und keine kalten oder heißen Stellen bleiben.
Wie wärme ich Katzenfutter richtig an?
Es gibt mehrere einfache Wege, Katzenfutter schonend auf die richtige Temperatur zu bringen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten.
| Methode | So geht es |
|---|---|
| Zimmertemperatur | Portion 20 bis 30 Minuten vor dem Füttern aus dem Kühlschrank nehmen |
| Warmes Wasserbad | verschlossenen Beutel oder die Dose kurz in warmes, nicht heißes Wasser stellen |
| Lauwarmes Wasser untermischen | wärmt das Futter, verstärkt den Geruch und erhöht nebenbei die Flüssigkeitsaufnahme |
| Mikrowelle | rate ich ab, erwärmt ungleichmäßig und erzeugt heiße Stellen |
Besonders das Untermischen von etwas lauwarmem Wasser hat einen schönen Nebeneffekt: Es bringt zusätzlich Flüssigkeit in die Katze, die ohnehin oft zu wenig trinkt. Das passt gut zu den Vorteilen von Nassfutter, das von Natur aus viel Feuchtigkeit liefert.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Mikrowelle und kaltes Futter
Die Mikrowelle ist verlockend, weil sie schnell geht, hat aber einen entscheidenden Haken: Sie erwärmt ungleichmäßig und erzeugt heiße Stellen mitten im sonst noch kühlen Futter. An diesen Stellen kann sich die Katze die Zunge verbrennen. Deshalb rate ich von der Mikrowelle generell ab und wärme das Futter lieber im warmen Wasserbad an oder mische etwas lauwarmes Wasser unter.
Umgekehrt ist Futter direkt aus dem Kühlschrank für viele Katzen wenig einladend, weil es kaum riecht, und kaltes Futter kann den Magen reizen. Manche Katzen würgen es dann kurz nach dem Fressen unverdaut wieder hoch. Lassen Sie es deshalb vor dem Füttern zumindest auf Zimmertemperatur kommen.
Wenn die Katze trotzdem nicht frisst
Anwärmen ist ein wirksamer Hebel, aber kein Allheilmittel. Manche Katzen sind aus Gewohnheit wählerisch, andere reagieren empfindlich auf einen Futterwechsel oder eine ungewohnte Sorte. Bieten Sie das Futter mauswarm, ruhig und ohne Druck an, das löst viele kleine Akzeptanzprobleme. Frisst Ihre Katze allerdings dauerhaft schlecht, verliert an Gewicht oder zeigt weitere Auffälligkeiten, steckt möglicherweise mehr dahinter. Was alles dahinterstecken kann und wann es ernst wird, erfahren Sie in meinem Ratgeber, wenn die Katze nicht frisst. Im Zweifel gehört eine anhaltende Futterverweigerung in die Tierarztpraxis.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Aus meiner Beratung ist das Anwärmen einer der einfachsten Tricks mit der größten Wirkung, gerade bei mäkeligen Katzen. Mein Rat: Servieren Sie hochwertiges Nassfutter grundsätzlich mauswarm, dann stimmen Geruch und Akzeptanz fast von allein. Ein gutes Nassfutter mit hohem Fleischanteil in Lebensmittelqualität spielt seine Aromen angewärmt erst richtig aus und kommt der natürlichen Beute am nächsten. Wichtig bleibt, immer nur die Fressportion zu temperieren und auf eine angenehm lauwarme Temperatur zu achten. So machen Sie Ihrer Katze die Mahlzeit schmackhaft, ohne Tricks und ohne Zusatzstoffe.
Häufige Fragen zum Anwärmen von Katzenfutter
Warum mögen Katzen mauswarmes Futter?
Katzen sind darauf ausgelegt, frisch erbeutete Tiere zu fressen, und die haben ungefähr Körpertemperatur. Bei dieser Wärme entfalten sich die Aromen am besten, und genau danach geht die Katze, denn sie frisst stark über den Geruch. Mauswarmes Futter kommt diesem natürlichen Vorbild am nächsten.
Wie warm sollte Katzenfutter sein?
Ideal ist etwa Körpertemperatur, also rund 37 bis 38 Grad, vergleichbar mit lauwarm. Das Futter sollte sich handwarm anfühlen, niemals heiß. Zu heißes Futter kann die empfindliche Maulschleimhaut verletzen, deshalb immer vorher die Temperatur prüfen.
Wie wärme ich Katzenfutter am besten an?
Am schonendsten ist es, die Portion 20 bis 30 Minuten vor dem Füttern aus dem Kühlschrank zu nehmen, sodass sie Zimmertemperatur erreicht. Schneller geht es mit einem warmen Wasserbad, bei dem der verschlossene Beutel oder die Dose kurz in warmes Wasser gestellt wird. Auch etwas lauwarmes Wasser unterzumischen wärmt und verstärkt den Geruch.
Darf ich Katzenfutter in der Mikrowelle erwärmen?
Ich rate davon ab. Die Mikrowelle erwärmt ungleichmäßig und erzeugt heiße Stellen, an denen sich die Katze die Zunge verbrennen kann. Sicherer ist es, das Futter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, in ein warmes Wasserbad zu stellen oder etwas lauwarmes Wasser unterzumischen.
Warum frisst meine Katze kaltes Futter nicht?
Kaltes Futter direkt aus dem Kühlschrank riecht kaum, und gerade der Geruch entscheidet bei der Katze über die Akzeptanz. Die Kälte dämpft die Aromen, und das Futter wirkt für die Katze fad und unappetitlich. Auf Zimmertemperatur oder mauswarm gebracht, nimmt die Katze es meist deutlich besser an.
Kann ich Katzenfutter direkt aus dem Kühlschrank geben?
Besser nicht. Kühlschrankkaltes Futter wird oft schlechter angenommen und liegt manchen Katzen schwerer im Magen. Lassen Sie es vor dem Füttern auf mindestens Zimmertemperatur kommen oder wärmen Sie es leicht an.
Wie teste ich die Temperatur des Futters?
Am einfachsten mit einem sauberen Finger oder einer kleinen Menge auf dem Handgelenk, ähnlich wie beim Fläschchen für ein Baby. Das Futter sollte sich angenehm lauwarm anfühlen, nicht heiß. Rühren Sie vorher gut um, damit es gleichmäßig temperiert ist.
Hilft Anwärmen bei wählerischen Katzen?
Häufig ja. Da Wärme die Aromen verstärkt, nehmen viele wählerische Katzen angewärmtes Futter besser an als kaltes. Ein Allheilmittel ist es aber nicht, frisst eine Katze dauerhaft schlecht, sollten andere Ursachen geprüft werden.
Was bedeutet mauswarm genau?
Mauswarm meint ungefähr die Körpertemperatur eines Beutetiers, also rund 37 bis 38 Grad. Der Begriff stammt daher, dass die natürliche Beute der Katze, etwa eine Maus, genau diese Temperatur hat. Es geht also nicht um heiß, sondern um angenehm lauwarm.
Wird angewärmtes Futter schneller schlecht?
Ja, Wärme beschleunigt das Verderben. Angewärmtes Futter sollte deshalb nicht stundenlang im Napf stehen bleiben, sondern zeitnah gefressen und nicht aufgewärmte Reste nach einiger Zeit entfernt werden. Wärmen Sie immer nur die Portion an, die die Katze direkt frisst.
Meine Katze frisst auch angewärmt nicht, was kann ich tun?
Dann kann es an Gewohnheit, Wählerigkeit oder einer Erkrankung liegen. Bieten Sie das Futter ruhig und ohne Druck an und beobachten Sie, ob die Katze grundsätzlich schlecht frisst. Hält die Verweigerung an oder kommen andere Symptome dazu, gehört das tierärztlich abgeklärt.
Zusammenfassung
Katzen bevorzugen mauswarmes Futter, weil ihre natürliche Beute Körpertemperatur hat und Wärme die Aromen hervorbringt, auf die die Katze beim Fressen achtet. Ideal sind rund 37 bis 38 Grad, also angenehm lauwarm und niemals heiß. Am schonendsten gelingt das Anwärmen, indem Sie das Futter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, in ein warmes Wasserbad stellen oder etwas lauwarmes Wasser untermischen. Von der Mikrowelle rate ich ab, weil sie ungleichmäßig erwärmt und heiße Stellen erzeugt. Kaltes Futter wird oft abgelehnt, angewärmtes verdirbt schneller. Wer das berücksichtigt, löst viele Akzeptanzprobleme ganz ohne Tricks.
Mein Fazit aus der Beratung: Das richtige Temperieren ist einer der unterschätztesten Hebel bei wählerischen Katzen. Wer mauswarm serviert, trifft den Instinkt der Katze. Und worauf es bei der Sorte selbst ankommt, nämlich vor allem auf gutes Fleisch, ist eine eigene Betrachtung wert.
Quellen und weiterführende Informationen
- National Research Council (NRC): „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, zum Fress- und Beuteverhalten der Katze
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, zu Fütterung und Akzeptanz
- Fachliteratur zum Geruchs- und Geschmackssinn der Katze und zur Bedeutung der Futtertemperatur für die Akzeptanz








