Ein Spiegelei in der Pfanne und schon sitzt die Katze erwartungsvoll daneben. Viele Halterinnen und Halter fragen sich deshalb: Dürfen Katzen Ei essen, und ist rohes oder gekochtes Ei besser? Die kurze Antwort: Ei ist für Katzen ein guter Eiweißlieferant und in kleinen Mengen okay, aber bei roh und gekocht gibt es einen wichtigen Unterschied. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, worauf es beim Eiweiß und Eigelb ankommt, wie viel Ei einer Katze guttut und wie Sie es richtig zubereiten. Wie Ei in eine artgerechte Fütterung passt, lesen Sie in meinem Ratgeber zu den Grundlagen der Katzenernährung.

Ei für Katzen: Das Wichtigste in Kürze
Katzen dürfen Ei essen, am besten gekocht und in kleinen Mengen als gelegentliche Ergänzung. Entscheidend ist die Zubereitung: Rohes Eiklar enthält Avidin, das Biotin bindet, und kann Verdauung und Vitaminhaushalt stören. Durch Garen wird dieser Stoff zerstört, deshalb ist gekochtes Ei die sichere Wahl. Ei ersetzt kein vollwertiges Katzenfutter. In einer selbst gekochten Ration kann ein gut durchgegartes Ei aber ein sinnvoller Baustein sein, mehr dazu im Ratgeber zum Katzenfutter selber kochen.
- Gekocht ist am sichersten: Durchgegartes Ei vermeidet sowohl das Avidin-Problem im Eiklar als auch Salmonellen.
- Rohes Eiklar meiden: Das darin enthaltene Avidin bindet Biotin und kann bei häufiger Gabe einen Biotinmangel begünstigen.
- Eigelb ist der nährstoffreiche Teil: Es liefert Fettsäuren, Eisen und Vitamine und enthält kein Avidin.
- Nur in kleinen Mengen: Ei ist gehaltvoll, als Faustregel reicht etwa ein Ei pro Woche, in die Tagesration eingerechnet.
- Ohne Zusätze: kein Salz, keine Butter, keine Gewürze, kein Öl, einfach pur und ungewürzt.
- Mein Tipp: Ein wachsweich gekochtes Ei oder gestocktes Rührei ohne Zusätze ist die unkomplizierteste und sicherste Variante.
Dürfen Katzen Ei essen?
Ja, Katzen dürfen Ei essen. Ei ist ein hochwertiger Eiweißlieferant und liefert wertvolle Nährstoffe, die zur fleischbetonten Ernährung der Katze passen. Als gelegentliche kleine Ergänzung ist Ei gut geeignet. Wichtig ist nur, es richtig zuzubereiten und nicht zu viel davon zu geben.
Ei ist allerdings kein Wundermittel und kein Ersatz für ein vollwertiges Katzenfutter. Der verbreitete Glaube, rohe Eier sorgten für glänzendes Fell, greift zu kurz: Gerade rohes Ei bringt mehr Risiken als Nutzen mit. Aus meiner Beratung weiß ich, dass es vor allem auf die Unterscheidung zwischen Eiweiß und Eigelb und zwischen roh und gekocht ankommt.
Rohes oder gekochtes Ei: Was ist besser für die Katze?
Für die Katze ist gekochtes Ei die bessere und sicherere Wahl. Der Grund liegt im rohen Eiklar: Es enthält den Stoff Avidin, der sich im Körper an das B-Vitamin Biotin bindet und dessen Aufnahme blockiert. Bei häufiger Gabe von rohem Eiklar kann so ein Biotinmangel entstehen, der sich auf Fell, Haut und Nervensystem auswirkt. Dazu kommt Ovomucin im rohen Eiklar, das die Eiweißverdauung stören kann.
Die gute Nachricht: Durch Erhitzen werden beide Stoffe zerstört. Gekochtes Eiklar ist daher unbedenklich. Auch das Salmonellenrisiko, das bei rohem Ei besteht, wird durch Garen beseitigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, gibt der Katze deshalb nur gekochtes Ei.
| Variante | Für die Katze | Hinweis |
|---|---|---|
| Gekochtes Ei (ganz) | gut geeignet | sicherste Variante, Avidin und Salmonellen kein Thema |
| Rohes Eigelb | in kleinen Mengen möglich | nur von frischen Eiern, enthält kein Avidin, aber Salmonellenrisiko bleibt |
| Rohes Eiklar | nicht zu empfehlen | Avidin bindet Biotin, Ovomucin stört die Verdauung |
| Rohes ganzes Ei | nicht zu empfehlen | vereint die Nachteile von rohem Eiklar und Salmonellenrisiko |
Eiweiß oder Eigelb: Worauf kommt es an?
Eigelb und Eiweiß sind ernährungsphysiologisch sehr unterschiedlich. Das Eigelb ist der nährstoffreiche Teil des Eies und liefert Fettsäuren, Eisen sowie die Vitamine A, B und D. Es enthält kein Avidin, weshalb rohes Eigelb von frischen Eiern in kleinen Mengen unbedenklich ist, abgesehen vom allgemeinen Salmonellenrisiko bei rohem Ei.
Das Eiweiß, also das Eiklar, ist der kritischere Teil. Roh enthält es Avidin und Ovomucin, gekocht ist es dagegen problemlos und liefert gut verwertbares Eiweiß. Wenn Sie also rohes Ei geben möchten, dann nur das Eigelb, niemals das rohe Eiklar. Am einfachsten ist es ohnehin, das ganze Ei zu garen, dann müssen Sie nicht trennen.
Ein Ei bleibt ein Extra, die Basis ist das tägliche Futter. Ich selbst füttere meinen Katzen Anifit, weil der hohe Fleischanteil und die klare Deklaration genau dem entsprechen, was eine Katze als Fleischfresser braucht.
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Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Katze. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel zu Eiern und Extras im Napf) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihrer Katze zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Wie viel und wie oft dürfen Katzen Ei fressen?
Als Faustregel reicht etwa ein Ei pro Woche, verteilt in kleinen Portionen. Ei ist nämlich gehaltvoll: Ein mittelgroßes Ei hat rund 80 Kilokalorien, das entspricht bei einer Katze von etwa 5 Kilogramm schon rund einem Drittel des Tagesbedarfs. Wer Ei füttert, sollte deshalb die Menge an Katzenfutter entsprechend reduzieren.
Gerade bei Katzen, die zu Übergewicht neigen oder empfindlich reagieren, ist Ei schnell zu viel. Hier passt eine kleine, seltene Miniportion besser. Wie Sie die Tagesration im Blick behalten, erkläre ich im Ratgeber zu den Kalorien im Katzenfutter. Die Hauptmahlzeit sollte immer ein vollwertiges Futter sein, etwa ein hochwertiges Nassfutter für Katzen.
Wie bereite ich Ei für die Katze am besten zu?
Am besten geben Sie der Katze gekochtes Ei ohne jeden Zusatz. So sind Avidin und Salmonellen kein Thema, und das Ei ist gut verdaulich. Diese Varianten eignen sich:
- Wachsweich oder hart gekochtes Ei: klein geschnitten oder zerdrückt unter das Futter gemischt.
- Gestocktes Rührei ohne Zusätze: ohne Salz, Butter, Milch oder Gewürze, einfach in der beschichteten Pfanne ohne Fett gestockt.
- Spiegelei mit durchgegartem Eiklar: nur, wenn das Eiklar vollständig gestockt ist, ungewürzt und ohne Fett.
Tabu sind Salz, Gewürze, Zwiebeln und Knoblauch, denn Zwiebelgewächse sind für Katzen giftig. Welche Lebensmittel Sie sonst meiden sollten, habe ich im Ratgeber zu giftigen Lebensmitteln für Katzen zusammengestellt. Lassen Sie das Ei vor dem Füttern abkühlen.
Welche Nährstoffe liefert Ei der Katze?
Ei ist ein hochwertiger Eiweißlieferant mit gut verwertbaren Aminosäuren, die zur fleischbetonten Ernährung der Katze passen. Das Eigelb steuert zusätzlich Fettsäuren, Eisen und die Vitamine A, B und D bei. Damit ist Ei eine sinnvolle kleine Ergänzung, aber eben nur eine Ergänzung.
Wichtig zu wissen: Ei deckt nicht alle Bedürfnisse einer Katze ab. Vor allem Taurin, das für Katzen lebensnotwendig ist, steckt nicht in ausreichender Menge im Ei. Wer zu viel Ei füttert und dafür weniger vollwertiges Futter, riskiert deshalb Lücken. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Ratgeber zu Taurin im Katzenfutter.
FAQ: Häufige Fragen zu Ei für Katzen
Dürfen Katzen Eierschale fressen?
Eierschale besteht fast vollständig aus Calciumcarbonat und wird beim Barfen oder Selbstkochen manchmal als Calciumquelle genutzt, sehr fein zu Pulver gemahlen. Für eine Katze mit einem vollwertigen Alleinfutter ist das nicht nötig, weil der Calciumbedarf darüber schon gedeckt ist. Wer Schale verwenden möchte, sollte sie vorher kurz abkochen und fein mahlen, damit weder Keime noch scharfe Kanten ins Futter gelangen.
Ist Ei ein vollwertiger Fleischersatz für Katzen?
Nein. Ei ist eine hochwertige Eiweißergänzung, aber kein Ersatz für Fleisch. Katzen brauchen Nährstoffe wie Taurin in Mengen, die Ei allein nicht liefert. Geben Sie Ei daher nur als kleine Beigabe zu einer vollwertigen Fütterung.
Dürfen Katzen rohes Ei fressen?
Nur das rohe Eigelb von frischen Eiern ist in kleinen Mengen vertretbar, da es kein Avidin enthält. Rohes Eiklar sollten Sie meiden, weil Avidin die Biotinaufnahme hemmt. Bei rohem Ei bleibt zudem immer ein Salmonellenrisiko. Gekocht ist deshalb sicherer.
Dürfen Katzen gekochtes Ei essen?
Ja, gekochtes Ei ist die empfehlenswerteste Variante. Durch das Garen werden Avidin und Ovomucin im Eiklar zerstört und mögliche Salmonellen abgetötet. Geben Sie es ungewürzt, ohne Salz und Fett, klein geschnitten oder zerdrückt unter das Futter.
Warum ist rohes Eiklar für Katzen problematisch?
Rohes Eiklar enthält Avidin, das sich an das B-Vitamin Biotin bindet und dessen Aufnahme blockiert. Bei häufiger Gabe kann ein Biotinmangel entstehen, der Fell, Haut und Nervensystem betrifft. Außerdem hemmt Ovomucin im rohen Eiklar die Eiweißverdauung. Garen entschärft beides.
Dürfen Katzen Eigelb essen?
Ja, Eigelb ist der nährstoffreiche Teil des Eies und enthält kein Avidin. Es liefert Fettsäuren, Eisen und Vitamine. Rohes Eigelb von frischen Eiern ist in kleiner Menge vertretbar, gekocht ist es noch sicherer, weil dann auch das Salmonellenrisiko entfällt.
Ab welchem Alter darf eine Katze Ei bekommen?
Gesunde Katzen können kleine Mengen gekochtes Ei ab dem Erwachsenenalter bekommen. Kitten brauchen vor allem ihr abgestimmtes Aufzuchtfutter, Ei ist dann höchstens eine winzige Beigabe. Beobachten Sie immer die Verträglichkeit.
Wie oft darf eine Katze Ei bekommen?
Ein gekochtes Ei pro Woche, aufgeteilt in kleine Portionen, ist für die meisten Katzen ein guter Richtwert. Ei ist eine Ergänzung, kein Hauptfutter. Beobachten Sie die Verträglichkeit und passen Sie die Menge bei kleinen oder empfindlichen Katzen nach unten an.
Ist Ei gesund für Katzen?
In kleinen Mengen ja. Ei liefert hochwertiges Eiweiß sowie Fettsäuren, Eisen und Vitamine aus dem Eigelb. Es ist aber kein vollwertiges Futter und enthält zum Beispiel zu wenig Taurin. Als gelegentliche Ergänzung ist Ei sinnvoll, als Ersatz für gutes Katzenfutter nicht.
Kann Ei bei Katzen Durchfall auslösen?
Möglich ist das vor allem bei rohem Ei, einer zu großen Menge oder bei empfindlichen Tieren. Rohes Eiklar kann die Verdauung stören, rohes Ei birgt zudem ein Salmonellenrisiko mit Erbrechen und Durchfall. Geben Sie Ei daher gekocht und nur in kleinen Mengen.
Fazit: Ei als kleine, gekochte Ergänzung
Ei ist für Katzen eine gute, eiweißreiche Ergänzung, solange Sie es richtig anbieten: am besten gekocht, in kleinen Mengen und ohne Zusätze. Rohes Eiklar sollten Sie wegen des Avidins meiden, rohes Eigelb von frischen Eiern ist allenfalls in kleiner Menge vertretbar. Als Faustregel reicht etwa ein Ei pro Woche, in die Tagesration eingerechnet. Zum Hauptfutter taugt Ei nicht, denn es deckt nicht alle Nährstoffe wie Taurin ab. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Extras sinnvoll einbauen, schauen wir uns die Fütterung Ihrer Katze gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien zum Nährstoffbedarf der Katze.
- Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, tierärztliches Standardwerk zur Katzenernährung.
- National Research Council (NRC): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, wissenschaftliches Standardwerk zum Nährstoffbedarf, unter anderem zu Biotin und Taurin.
- Tierärztliche Fachliteratur zum Avidin-Biotin-Komplex in rohem Eiklar und zur Inaktivierung durch Erhitzen.








