Frisch für die Katze kochen klingt nach der gesündesten Liebeserklärung an die eigene Samtpfote. Grundsätzlich spricht auch nichts dagegen, nur ist es bei Katzen noch anspruchsvoller als beim Hund. Der Grund ist vor allem ein Stoff: Taurin. Katzen brauchen es lebensnotwendig, es geht beim Kochen aber zum Teil verloren. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, wie Sie Katzenfutter selber kochen, wie sich eine Mahlzeit zusammensetzt, warum Taurin, Calcium und weitere Nährstoffe ergänzt werden müssen und wann ein fertiges Futter die sinnvollere Wahl ist.

Katzenfutter selber kochen: Das Wichtigste in Kürze
Selbst kochen für die Katze heißt, viel Fleisch oder Fisch schonend zu garen und zu einer vollständigen Mahlzeit zu ergänzen. Weil die Katze ein reiner Fleischfresser ist und einige Nährstoffe wie Taurin nur über tierische Kost bekommt, ist die Ausgewogenheit hier besonders heikel. Ohne gezielte Ergänzung ist selbst gekochtes Katzenfutter in der Regel nicht bedarfsdeckend.
- Fleisch steht im Mittelpunkt: Die Katze ist obligater Fleischfresser, Kohlenhydrate spielen nur eine kleine Rolle.
- Taurin ist ein kritischer Punkt: lebensnotwendig und hitzeempfindlich, beim Kochen muss es ergänzt werden.
- Calcium und mehr ergänzen: reines Fleisch deckt den Bedarf nicht, oft fehlen auch Jod, Vitamin D, Vitamin E und B-Vitamine.
- Anspruchsvoller als beim Hund: Die Toleranzen sind enger, deshalb lohnt sich fachliche Begleitung.
- Menge im Blick: orientiert am Kalorienbedarf, nicht nach Gefühl.
- Keine Lust auf tägliches Kochen? Ein hochwertiges Nassfutter wie Anifit kommt frischem Futter sehr nahe, ist aber schon vollständig.
Selber kochen, roh oder fertig? Ein Überblick
Beim Selberkochen werden die Zutaten schonend gegart, anders als beim Barfen mit rohem Fleisch. Gekochtes ist für viele Katzen leichter verdaulich und hygienisch unkomplizierter. Es hat aber einen Haken: Durch die Hitze geht ein Teil des lebenswichtigen Taurins verloren, weshalb es bei gekochter Kost ergänzt werden muss. Wie eine artgerechte Katzenfütterung grundsätzlich aussieht, lesen Sie in den Grundlagen der Katzenernährung.
Wie setzt sich eine selbst gekochte Katzenmahlzeit zusammen?
Anders als beim Hund besteht eine Katzenmahlzeit überwiegend aus tierischen Zutaten. Als grobe Orientierung:
- Muskelfleisch (etwa 85 Prozent): Hühnchen, Pute, Rind oder Fisch, gut durchgegart und entgrätet, am besten inklusive Herz als wichtige Taurinquelle.
- Innereien (etwa 10 Prozent): vor allem Leber, höchstens etwa 5 Prozent, dazu zum Beispiel Niere, Milz oder Lunge. Innereien liefern Vitamin A, Kupfer, Selen und B-Vitamine.
- Fettquelle (etwa 5 %): etwas Lachs- oder Algenöl für Omega-3-Fettsäuren, kein Lebertran, weil er für Katzen zu viel Vitamin A enthält.
- Plus Calciumquelle statt Knochen: fein gemahlenes Eierschalenpulver.
- Plus Supplemente: ein Taurinzusatz, Vitamin E, B-Vitamine und Jod, bei Bedarf Vitamin D, gegebenenfalls ein abgestimmter Vitamin-Mineral-Zusatz.
- Gemüse und Kohlenhydrate nur optional: wenn überhaupt, dann in sehr kleiner Menge (höchstens etwa 5 Prozent), etwa fein pürierte Karotte oder Kürbis. Die Katze ist reiner Fleischfresser und braucht beides nicht zwingend.
Warum Kohlenhydrate bei der Katze nur eine Nebenrolle spielen, erkläre ich im Ratgeber zu Kohlenhydraten im Katzenfutter. Kochen Sie ohne Salz und Gewürze und garen Sie schonend.
Hinweis: Ein wichtiger Unterschied zur Rohfütterung (BARF): Beim Kochen kommen keine Knochen in den Napf. Gekochte Knochen dürfen Sie niemals füttern, weil sie leicht splittern und den Verdauungstrakt verletzen können. Das Calcium, das bei BARF zum Teil über rohe Knochen gedeckt wird, liefert beim Kochen daher eine Calciumquelle wie Eierschalenpulver.
Taurin, Calcium und weitere Nährstoffe: warum Selberkochen bei Katzen heikel ist
Katzen sind strikte Fleischfresser und auf Nährstoffe angewiesen, die sie nur über tierische Nahrung bekommen. Allen voran steht Taurin, eine Aminosäure, die Katzen kaum selbst bilden können und die für Herz, Augen und Nervensystem unverzichtbar ist. Ein Taurinmangel kann zu Erblindung und Herzerkrankungen führen, bei Jungtieren auch zu Entwicklungsstörungen. Das Tückische: Beim Erhitzen geht ein erheblicher Teil des Taurins verloren. Wer gekocht füttert, muss Taurin deshalb ergänzen. Mehr dazu im Ratgeber zu Taurin im Katzenfutter.
Doch Taurin ist nicht alles. Auch Calcium fehlt in reinem Fleisch fast vollständig, ebenso kommen Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Jod, Selen, Kupfer und B-Vitamine schnell zu kurz. Einen Teil davon liefern Innereien, vor allem Leber und Niere, den Rest müssen Sie über gezielte Zusätze ergänzen. Besonders die B-Vitamine sind wie Taurin hitzeempfindlich: Vitamin B1 (Thiamin) wird beim Garen stark abgebaut, und Katzen brauchen davon etwa die dreifache Menge eines Hundes. Geben Sie Taurin und den Vitamin-Mineral-Zusatz deshalb erst nach dem Garen in die abgekühlte Mahlzeit, und greifen Sie bei einem Fertigpräparat zu einem, das für gekochte Rationen gedacht ist.
Ohne passende Zusätze ist selbst gekochtes Katzenfutter dauerhaft nicht bedarfsdeckend. In einer Untersuchung von 114 selbst zusammengestellten Katzen-Rezepten erfüllte kein einziges alle Nährstoffvorgaben (Wilson et al. 2019). Weil die Toleranzen bei der Katze enger sind als beim Hund, empfehle ich, eine Dauerration vorab fachlich berechnen zu lassen, am besten mit Tierarzt oder Ernährungsberatung. So vermeiden Sie Mängel, die man der Katze anfangs gar nicht ansieht.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Katzen
Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Katze. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel zum Selberkochen) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihrer Katze zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Wie viel selbst gekochtes Futter braucht meine Katze?
Die richtige Menge hängt vom Kalorienbedarf ab, nicht von einem festen Prozentwert. Der Bedarf richtet sich nach Gewicht, Alter und Aktivität: Eine junge, aktive Katze braucht mehr als ein ruhiger Senior. Am besten ermitteln Sie den Bedarf gezielt, eine Anleitung dazu finden Sie im Ratgeber, wie Sie die Kalorien im Katzenfutter berechnen. Wiegen Sie die fertige Portion aus und beobachten Sie das Gewicht Ihrer Katze, um die Menge anzupassen.
Welche Zutaten eignen sich, welche sind tabu?
Geeignet sind mageres Fleisch und Fisch, kleine Mengen gut verdaulicher Kohlenhydrate und mild verträgliches Gemüse. Als gelegentliche Eiweißquelle eignet sich auch ein gut durchgegartes Ei; was dabei zu beachten ist, steht im Ratgeber zu Ei für Katzen. Tabu sind dagegen Lebensmittel, die für Katzen giftig oder unverträglich sind:
- Zwiebeln, Knoblauch und Lauch,
- Schokolade, Avocado, Weintrauben und Rosinen,
- Kuhmilch, denn die enthaltene Laktose vertragen die meisten Katzen nicht,
- stark gesalzene oder gewürzte Speisen.
Eine vollständige Übersicht finden Sie im Ratgeber zu giftigen Lebensmitteln für Katzen.
Selber kochen bei Krankheit
Bei Erkrankungen wird das Selberkochen noch anspruchsvoller. Eine Nierendiät etwa muss gezielt phosphorreduziert sein, was sich nur mit fachlicher Berechnung sauber umsetzen lässt. Eine vorübergehende Schonkost bei Magen-Darm-Problemen, etwa gekochtes Hühnchen mit etwas Reis, lässt sich dagegen gut selbst zubereiten, sollte aber nicht dauerhaft die einzige Fütterung bleiben. In allen Krankheitsfällen gilt: Stimmen Sie die Ration mit Ihrer Tierarztpraxis und der Ernährungsberatung ab.
Selber kochen oder fertiges Futter?
Selbst zu kochen gibt Ihnen volle Kontrolle, kostet aber Zeit und Planung, und gerade bei Katzen ist die ausgewogene Zusammenstellung anspruchsvoll. Dazu kommt: Viele Katzen sind wählerisch, sodass auch ein mühsam gekochtes Mahl schon einmal stehen bleibt. Ein hochwertiges Nassfutter nimmt Ihnen die Rechnerei ab und ist von Anfang an vollständig, auch mit dem nötigen Taurin.
Ich selbst füttere meinen Katzen Anifit, weil es frischem Futter sehr nahekommt: ein hoher Fleischanteil, schonend zubereitet, ohne Zucker und künstliche Zusätze, dabei aber bereits bedarfsdeckend. Wer die Vorteile von frischem, fleischreichem Futter ohne den täglichen Aufwand und ohne das Taurin-Risiko möchte, ist damit gut beraten. Mehr dazu finden Sie beim Anifit-Katzenfutter.
FAQ: Häufige Fragen zum Katzenfutter selber kochen
Wer es noch einfacher mag, kann statt zu kochen auch Trockenfleisch für Katzen selber machen.
Selbst gekochte Kost mit nur einer Fleischsorte eignet sich gut für eine Ausschlussdiät der Katze.
Brauche ich für selbst gekochtes Katzenfutter ein geprüftes Rezept?
Empfehlenswert ist es. Weil Katzen sehr genaue Ansprüche an Taurin, Calcium und weitere Nährstoffe haben, sollte eine selbst gekochte Ration im Idealfall mit einer Ernährungsberaterin oder Tierärztin abgestimmt sein. Ein geprüftes Rezept verhindert, dass über Wochen wichtige Nährstoffe fehlen.
Warum ist Taurin beim Selberkochen so wichtig?
Taurin ist für Katzen lebensnotwendig, sie können es kaum selbst bilden und brauchen es für Herz, Augen und Nerven. Ein Mangel kann zu Erblindung und Herzerkrankungen führen. Beim Kochen geht ein erheblicher Teil des Taurins verloren, deshalb muss es bei gekochter Fütterung ergänzt werden.
Wie oft sollte ich die Zutaten für meine Katze abwechseln?
Abwechslung ist sinnvoll, damit keine einseitigen Mängel entstehen. Wechseln Sie über die Wochen verschiedene Fleisch- und Innereienquellen, statt immer dasselbe zu kochen. Die nötigen Ergänzungen wie Taurin und Calcium bleiben dabei aber konstant.
Muss ich Calcium ergänzen, wenn ich für meine Katze koche?
Ja. Reines Fleisch enthält kaum Calcium, sodass ohne Ausgleich ein Ungleichgewicht entsteht. Eine Calciumquelle wie fein gemahlenes Eierschalenpulver gleicht das aus. Auch Vitamin A, Jod und einige Spurenelemente können fehlen und sollten über passende Zusätze gedeckt werden.
Ist Selberkochen für Katzen schwieriger als für Hunde?
Ja. Katzen sind strikte Fleischfresser mit engeren Toleranzen, und Taurin macht die Sache zusätzlich heikel. Außerdem sind viele Katzen wählerisch. Deshalb lohnt es sich, eine selbst gekochte Dauerration vorab fachlich berechnen zu lassen, am besten mit Tierarzt oder Ernährungsberatung.
Darf ich meiner Katze gekochtes Huhn geben?
Ja, gekochtes, ungewürztes Hühnchen ist gut verträglich und eine beliebte Basis, auch für Schonkost. Als alleinige Dauerernährung reicht es aber nicht, weil wichtige Nährstoffe wie Taurin und Calcium fehlen. Für eine vollständige Mahlzeit müssen diese ergänzt werden.
Welche Lebensmittel sind für Katzen tabu?
Giftig oder unverträglich sind unter anderem Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Schokolade, Avocado, Weintrauben und Rosinen sowie Kuhmilch wegen der Laktose. Auch stark gesalzene oder gewürzte Speisen gehören nicht in den Napf. Kochen Sie immer ohne Salz und Gewürze.
Wie lange ist selbst gekochtes Katzenfutter haltbar?
Im Kühlschrank hält selbst gekochtes Katzenfutter etwa zwei bis drei Tage, gut verschlossen in einer sauberen Dose. Größere Mengen lassen sich portionsweise einfrieren und bei Bedarf schonend auftauen. Wichtig ist, angewärmtes Futter nicht mehrfach aufzuwärmen und Reste aus dem Napf nach einigen Stunden zu entsorgen.
Kann ich für meine kranke Katze selbst kochen?
Bei Erkrankungen wie einer Nierenproblematik ist das anspruchsvoll, weil die Ration zum Beispiel phosphorreduziert sein muss. Eine vorübergehende Schonkost lässt sich gut selbst kochen. In allen Krankheitsfällen sollten Sie die Ration mit Tierarzt und Ernährungsberatung abstimmen.
Was kostet selbst gekochtes Katzenfutter ungefähr?
Das hängt stark von Zutaten und Ergänzungen ab. Hochwertiges Fleisch plus die nötigen Supplemente sind nicht automatisch günstiger als ein gutes Fertig-Nassfutter. Wer selbst kocht, zahlt vor allem mit Zeit und dem Aufwand für die korrekte Nährstoffberechnung.
Fazit: Selber kochen ja, aber mit Taurin und Plan
Für die Katze zu kochen ist eine schöne Möglichkeit, sie frisch zu versorgen, verlangt aber mehr Sorgfalt als beim Hund. Entscheidend ist, dass die Ration vollständig bleibt: viel Fleisch und Innereien, wenig Kohlenhydrate, dazu Calcium, Taurin und weitere Zusätze wie Jod, Vitamin D und B-Vitamine, die beim Kochen sonst zu kurz kommen. Wer dauerhaft selbst kocht, lässt die Ration am besten fachlich berechnen. Und wem das zu aufwendig ist, der findet in einem hochwertigen, fleischreichen Nassfutter wie Anifit eine vollständige Alternative ohne Taurin-Risiko. Wenn Sie unsicher sind, ob die Fütterung Ihrer Katze rund läuft, schauen wir uns das gern gemeinsam an.
Quellen und weiterführende Informationen
- Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, tierärztliches Standardwerk zur bedarfsgerechten Rationsgestaltung.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, zu Bedarfswerten und essenziellen Nährstoffen der Katze.
- Wilson SA, Villaverde C, Fascetti AJ, Larsen JA (2019): Evaluation of the nutritional adequacy of recipes for home-prepared maintenance diets for cats, Journal of the American Veterinary Medical Association 254(10):1172 bis 1179.
- Markovich JE, Heinze CR, Freeman LM (2013): Thiamine deficiency in dogs and cats, Journal of the American Veterinary Medical Association 243(5):649 bis 656, zum hitzebedingten Thiaminverlust beim Garen.







