Leber ist eine der nährstoffreichsten Innereien, die eine Katze bekommen kann, und zugleich eine, bei der die Menge zählt. In diesem Beitrag erkläre ich, was Leber so wertvoll macht, warum gerade das Vitamin A die Menge begrenzt, wie viel Leber Ihrer Katze guttut und wie Sie sie richtig anbieten.

Leber für Katzen: Das Wichtigste in Kürze
Leber ist für Katzen ein echtes Nährstoffpaket, aber eines, das in kleinen Mengen serviert gehört. Sie liefert sehr viel Vitamin A, dazu Eisen, Kupfer, B-Vitamine und Taurin. Genau die hohe Vitamin-A-Dichte ist der Haken, denn zu viel Leber über längere Zeit kann zu einer Vitamin-A-Überversorgung mit schmerzhaften Skelettveränderungen führen. Als kleiner Teil einer ausgewogenen Ration ist Leber wertvoll, als häufige Hauptzutat ist sie nicht geeignet.
- Was Leber für die Katze ist: nährstoffreiche Innerei, reich an Vitamin A, Eisen, Kupfer, Vitamin B12 und Taurin.
- Menge: höchstens etwa 5 Prozent der Ration, am besten nur ein kleines Stück 1 bis 2 Mal pro Woche.
- Risiko: zu viel Vitamin A über Monate kann das Skelett schädigen (Hypervitaminose A), bei Katzen schneller als beim Hund.
- Zubereitung: roh mit guter Hygiene oder schonend gegart, immer ohne Salz und Gewürze.
- Im Alleinfutter: in guten Menüs sind Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen enthalten.
Was steckt in der Leber?
Leber gehört zu den nährstoffdichtesten Innereien überhaupt. Sie liefert besonders viel Vitamin A, dazu reichlich Vitamin B12, Eisen, Kupfer, Folsäure und die tierischen Bausteine, die eine Katze braucht, einschließlich Taurin. Diese Dichte macht Leber wertvoll, sie ist aber zugleich der Grund, warum es auf die Menge ankommt.
| Nährstoff | In der Leber | Bedeutung für die Katze |
|---|---|---|
| Vitamin A | sehr hoch | unterstützt Sehkraft, Haut und Immunsystem, im Übermaß aber riskant |
| Vitamin B12 | hoch | wichtig für Blutbildung und Nerven |
| Eisen | hoch | unterstützt die Blutbildung |
| Kupfer | hoch, vor allem in Rinderleber | für Enzyme und Bindegewebe, in großen Mengen belastend |
| Folsäure und B-Vitamine | reichlich | am Stoffwechsel beteiligt |
| Taurin und Eiweiß | enthalten | tierische Bausteine für Herz, Augen und Muskeln |
Fett, Eiweiß und Bindegewebe: das Nährwertprofil der Leber
Trotz ihres Rufs als kräftige Innerei ist Leber relativ mager und eiweißreich. Sie liefert je nach Tierart rund 19 bis 24 Gramm Eiweiß je 100 Gramm, dabei nur etwa 3 bis 6 Gramm Fett und praktisch keine Kohlenhydrate. Entscheidend für die Qualität ist der sehr geringe Bindegewebsanteil: Anders als bindegewebsreiche Innereien besteht Leber fast nur aus Drüsengewebe, ihr Eiweiß ist deshalb hochwertig, gut verdaulich und enthält alle für die Katze wichtigen Aminosäuren.
| Nährwert je 100 Gramm | Leber (etwa) | Einordnung |
|---|---|---|
| Eiweiß | 19 bis 24 g | hochwertig und gut verdaulich |
| Fett | 3 bis 6 g | eher mager |
| Bindegewebe | sehr gering | kaum Kollagen, daher hohe Eiweißwertigkeit |
| Kohlenhydrate | praktisch keine | passt zum reinen Fleischfresser |
| Energie | etwa 120 bis 180 kcal | nährstoffdicht bei moderaten Kalorien |
Leber im Vergleich zu anderen Innereien
Innerei ist nicht gleich Innerei. Leber, Herz und Niere sind echte Organe mit hochwertigem, gut verdaulichem Eiweiß und hoher Nährstoffdichte. Die Lunge dagegen besteht überwiegend aus Bindegewebe, sie ist kalorienarm und liefert weniger wertvolles Eiweiß, eignet sich also eher als leichter Snack. Das Herz ist genau genommen Muskelfleisch und besonders reich an Taurin, die Milz ist sehr blutreich und damit eine gute Eisenquelle. Leber sticht durch ihre hohe Vitamin-A-Dichte hervor, das macht sie wertvoll, begrenzt aber zugleich ihre Menge.
| Innerei | Gewebeart | Eiweißwertigkeit | Typisch dafür |
|---|---|---|---|
| Leber | Drüsengewebe | hoch | Vitamin A, Eisen, B12, nur kleine Mengen |
| Herz | Muskelgewebe | hoch | sehr taurinreich, fast wie Muskelfleisch |
| Niere | Drüsengewebe | hoch | Vitamin B12 und Selen, kräftiger Geschmack |
| Milz | blutreiches Gewebe | mittel bis hoch | viel Eisen, nur in Maßen |
| Lunge | überwiegend Bindegewebe | niedrig | kalorienarm, eher Snack als Nährstofflieferant |
| Pansen | Vormagen | mittel | gut verträglich, eher Abwechslung als Nährstoffquelle |
| Strossen | Knorpel und Bindegewebe | niedrig | knorpeliger Kausnack mit Knorpelbausteinen |
Dürfen Katzen Leber fressen?
Ja, Katzen dürfen Leber fressen, und viele lieben sie sogar. Als Beutegreifer nehmen Katzen Innereien in der Natur über ihre Beute auf, Leber gehört also durchaus auf den Speiseplan. Entscheidend ist allein die Menge, denn der hohe Vitamin-A-Gehalt verträgt keine Dauerfütterung.
Vitamin A und Kupfer: warum Leber nur in kleinen Mengen darf
Der Grund für die Zurückhaltung ist das Vitamin A. Leber speichert es in hoher Konzentration, und Katzen reagieren empfindlicher darauf als Hunde, was zu den Besonderheiten der Katzenernährung zählt. Wird über Wochen und Monate zu viel Leber gefüttert, kann sich eine Vitamin-A-Überversorgung (Hypervitaminose A) entwickeln. Sie führt zu schmerzhaften, knöchernen Zubildungen an Wirbelsäule und Gelenken, die sich versteifen, und ist im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr umkehrbar. Dazu kommt das Kupfer, das vor allem in Rinderleber reichlich steckt und in großen Mengen ebenfalls belastet. Zeigt eine Katze nach längerer leberreicher Fütterung Steifheit oder Bewegungsunlust, sollte das tierärztlich abgeklärt werden.
Welche Leber für die Katze? Tierarten im Vergleich
Grundsätzlich eignen sich Leber von Huhn, Pute, Lamm und Rind, sie unterscheiden sich aber im Gehalt. Geflügelleber von Huhn und Pute ist mild, etwas kupferärmer und ein guter Einstieg. Rinderleber ist besonders reich an Vitamin A und Kupfer und wird daher noch sparsamer gegeben. Lammleber ist mild und eine gute Alternative bei Geflügel-Empfindlichkeit. Schweineleber nimmt eine Sonderstellung ein: Sie darf nur vollständig durchgegart in den Napf, denn rohes Schweinefleisch kann das für Katzen tödliche Aujeszky-Virus übertragen.
| Tierart | Besonderheit | Eignung |
|---|---|---|
| Huhn und Pute | mild, etwas weniger Kupfer | gut geeignet, guter Einstieg |
| Rind | besonders viel Vitamin A und Kupfer | geeignet, aber besonders sparsam |
| Lamm | mild und nährstoffreich | gute Alternative bei Geflügel-Empfindlichkeit |
| Schwein | rohes Schweinefleisch kann Aujeszky übertragen | nur vollständig durchgegart |
| Wild | sehr mager | möglich, aber eher selten |
Wie viel Leber darf eine Katze fressen?
Als Faustregel sollte Leber höchstens etwa 5 Prozent der Gesamtration ausmachen. Für die meisten Katzen heißt das ein kleines, erbsen- bis haselnussgroßes Stück ein bis zwei Mal pro Woche, nicht mehr. Wichtig ist, die Leber als Teil der Ration zu rechnen und nicht zusätzlich obendrauf zu geben. Wer die Mahlzeiten selbst zusammenstellt, baut Leber als kleinen Innereien-Anteil neben Muskelfleisch und anderen Komponenten ein.
Wer roh füttert, ordnet Leber am besten über feste Anteile ein. In einer typischen Ration machen Innereien zusammen etwa 10 Prozent aus, davon entfällt rund die Hälfte, also etwa 5 Prozent der Gesamtration, auf die Leber. Den Rest übernehmen andere Innereien wie Niere oder Milz. Beim Selbstkochen gilt dieselbe Größenordnung, Leber bleibt eine kleine, fest eingeplante Komponente und nicht die Hauptzutat.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Anteil an der Ration | höchstens etwa 5 Prozent |
| Als gelegentliches Leckerli | ein erbsen- bis haselnussgroßes Stück, 1 bis 2 Mal pro Woche |
| Beim BARFen oder Selbstkochen | etwa 5 Prozent Leber, Innereien gesamt rund 10 Prozent |
| Kitten | besonders zurückhaltend, da empfindlicher gegenüber Vitamin A |
Roh oder gegart: So bereiten Sie Leber für die Katze zu
Leber können Sie roh füttern, wie es in der BARF-Fütterung üblich ist, oder schonend garen. Roh bleiben mehr hitzeempfindliche Nährstoffe erhalten, dafür sind Hygiene und idealerweise vorheriges Einfrieren wichtig. Rohe Innereien können Keime wie Salmonellen oder Campylobacter tragen, achten Sie daher auf Hygiene: saubere Bretter, gewaschene Hände und gekühlte Lagerung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dünstet die Leber kurz.
- Frische Leber von Huhn, Pute, Lamm oder Rind wählen, möglichst in Lebensmittelqualität.
- Gut abspülen und in kleine, mundgerechte Stücke schneiden.
- Schonend dünsten oder kurz in wenig Wasser garen, das erhält die Nährstoffe weitgehend, immer ohne Salz und Gewürze.
- Danach gut abkühlen lassen, bevor der Napf zur Katze kommt.
- Nur eine kleine Portion geben und die Leber in die Tagesration einrechnen, nicht zusätzlich obendrauf.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Katzen
Ob und wie viel Leber für Ihre Katze sinnvoll ist, welche Innereien in die Ration passen und wie eine ausgewogene Fütterung aussieht, hängt von Alter, Gewicht und Gesundheit ab. Gemeinsam klären wir, welche Mengen passen, wie Sie Innereien sicher einsetzen und worauf Sie bei einer artgerechten Fütterung achten sollten.
Jetzt kostenlose Beratung sichern!Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber. Außerdem habe ich für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Leber bei Futtermittelallergie und sensiblen Katzen
Leber trägt das Eiweiß ihres Herkunftstiers. Eine Katze, die auf Huhn reagiert, sollte deshalb auch keine Hühnerleber bekommen. Bei einer vermuteten Futtermittelallergie gehört die Eiweißauswahl in eine geplante Ausschlussdiät unter tierärztlicher Begleitung, und Leber wird dabei wie jede andere Quelle desselben Tieres behandelt. Sehr empfindliche Katzen reagieren auf die hohe Nährstoffdichte manchmal mit weicherem Kot, hier hilft eine kleinere Portion.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Ich rate dazu, Leber als das zu sehen, was sie ist: eine wertvolle Beigabe in kleiner Menge, kein tägliches Futter. Am einfachsten und sichersten bekommt Ihre Katze Innereien über ein gutes, fleischbetontes Alleinfutter, in dem Leber und andere Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen verarbeitet sind. Ich selbst setze auf Anifit-Katzenfutter mit hohem Frischfleischanteil in Lebensmittelqualität, ohne Zucker, Getreide und unnötige Zusatzstoffe. Wer zusätzlich frische Leber geben möchte, hält sich an die kleine Menge und rechnet sie in die Tagesration ein.
Häufige Fragen zu Leber für Katzen
Wie oft darf meine Katze Leber bekommen?
Ein bis zwei kleine Portionen pro Woche reichen aus. Leber ist so nährstoffreich, dass häufigere Gaben den Vitamin-A-Spiegel über die Zeit zu hoch treiben können. Als seltene Beigabe statt täglichem Bestandteil bleibt sie unbedenklich.
Darf meine Katze rohe Schweineleber fressen?
Nein. Rohes Schweinefleisch und damit auch rohe Schweineleber kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Katzen tödlich verläuft. Schweineleber gehört deshalb nur vollständig durchgegart in den Napf, andere Lebersorten sind unkomplizierter.
Muss ich rohe Leber vor dem Füttern einfrieren?
Einfrieren über mehrere Tage senkt das Risiko durch Parasiten und ist bei roher Fütterung sinnvoll. Daneben gelten die üblichen Hygieneregeln. Wer ganz sichergehen möchte, gart die Leber kurz und schonend.
Woran erkenne ich zu viel Leber bei meiner Katze?
Erste Hinweise auf eine Vitamin-A-Überversorgung sind Steifheit, Bewegungsunlust und Schmerzen im Nacken- und Wirbelbereich. Solche Anzeichen nach längerer leberreicher Fütterung gehören tierärztlich abgeklärt, denn fortgeschrittene Knochenveränderungen sind nicht mehr umkehrbar.
Ist Leber für Kitten geeignet?
Nur in sehr kleinen Mengen. Kitten reagieren empfindlicher auf zu viel Vitamin A als ausgewachsene Katzen. Am besten bekommen sie Innereien über ein für das Wachstum geeignetes Alleinfutter, in dem die Menge bereits ausbalanciert ist.
Enthält Leber Taurin?
Ja, Leber liefert Taurin, den für Katzen lebenswichtigen Baustein, ebenso wie Herz und anderes tierisches Gewebe. Als alleinige Taurinquelle taugt sie wegen der Vitamin-A-Grenze aber nicht, dafür braucht es eine ausgewogene Gesamtration.
Kann zu viel Leber Durchfall auslösen?
Ja, die hohe Nährstoffdichte kann bei größeren Mengen zu weichem Kot oder Durchfall führen. Eine kleine Portion und langsames Heranführen beugen vor. Bleibt der Durchfall bestehen, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Kann ich Leber in einer Ausschlussdiät einsetzen?
Nur, wenn sie vom selben Tier stammt wie die gewählte neue Eiweißquelle und der Plan es vorsieht. Eine Ausschlussdiät gehört in tierärztliche Hand, damit wirklich nur eine einzige, neue Proteinquelle gefüttert wird.
Braucht meine Katze Leber, wenn sie ein gutes Alleinfutter bekommt?
Nein. Ein vollwertiges Alleinfutter deckt den Bedarf bereits, Innereien sind dort in passender Menge enthalten. Zusätzliche Leber ist dann ein Extra, kein Muss, und sollte die kleine Höchstmenge nicht sprengen.
Ist getrocknete Leber als Leckerli in Ordnung?
In kleinen Mengen ja. Getrocknete Leber ist sehr konzentriert, schon wenige Stückchen liefern viel Vitamin A. Rechnen Sie solche Leckerli zur wöchentlichen Lebermenge dazu, statt sie zusätzlich zu geben.
Zusammenfassung
Leber ist für Katzen eine wertvolle, sehr nährstoffreiche Innerei, die aber in kleine Mengen gehört. Sie liefert viel Vitamin A, Eisen, Kupfer, B12 und Taurin, und genau die Vitamin-A-Dichte begrenzt die Menge auf höchstens etwa 5 Prozent der Ration. Zu viel Leber über Monate kann zu einer Hypervitaminose A mit irreversiblen Skelettveränderungen führen. Als kleine Beigabe ein bis zwei Mal pro Woche oder als Bestandteil eines guten Alleinfutters ist Leber unbedenklich und sinnvoll.
Quellen und weiterführende Informationen
- Iben C., Liesegang A., Wichert B., Wolf P. (2021): Ernährung der Katze, Thieme Verlag, Standardwerk zum Nährstoffbedarf der Katze.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien mit den Vitamin-A-Vorgaben.
- Merck Veterinary Manual: Vitamin A Toxicosis in Animals, fachliche Darstellung der Hypervitaminose A bei Katze und Hund.








