Niere für Katzen: nährstoffreiche Innerei richtig füttern

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Die Niere ist eine der nährstoffreichsten Innereien für die Katze und zugleich eine, die oft missverstanden wird. Viele denken, Niere zu füttern sei gut für die Nieren der Katze, dabei trifft eher das Gegenteil zu. In diesem Beitrag erkläre ich, was die Niere so wertvoll macht, warum der hohe Phosphorgehalt bei nierenkranken Katzen zum Problem wird, wie viel Niere Ihrer Katze guttut und wie Sie sie richtig anbieten.

Niere für Katzen: nährstoffreiche Innerei richtig füttern
Niere für Katzen: nährstoffreiche Innerei richtig füttern

Niere für Katzen: Das Wichtigste in Kürze

Die Niere ist ein nährstoffdichtes Organ, das in kleinen Mengen in die Ration gehört. Sie liefert sehr viel Vitamin B12 und Selen, dazu Eisen, hochwertiges Eiweiß und Taurin. Anders als die Leber ist sie nicht durch Vitamin A in der Menge begrenzt, ihr Haken ist der hohe Phosphorgehalt, der vor allem für nierenkranke Katzen ungeeignet ist. Als kleiner Teil einer ausgewogenen Ration ist die Niere wertvoll, als häufige Hauptzutat ist sie nicht gedacht.

  • Was die Niere für die Katze ist: nährstoffreiche Innerei, reich an Vitamin B12, Selen, Riboflavin, Eisen und hochwertigem Eiweiß.
  • Menge: ein kleiner Teil des Innereien-Anteils, etwa ein kleines Stück 1 bis 2 Mal pro Woche.
  • Wichtiger Unterschied: Niere füttern ist nicht dasselbe wie gut für die Nieren, sie ist phosphorreich und für nierenkranke Katzen ungeeignet.
  • Zubereitung: roh mit guter Hygiene oder schonend gegart, Schweineniere nur vollständig durchgegart.
  • Im Alleinfutter: in guten Menüs sind Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen enthalten.

Was steckt in der Niere?

Die Niere gehört zu den nährstoffdichtesten Innereien. Sie liefert außergewöhnlich viel Vitamin B12 und Selen, dazu reichlich Riboflavin, Eisen, etwas Vitamin A und die tierischen Bausteine, die eine Katze braucht, einschließlich Taurin. Anders als die Leber enthält die Niere nur mäßig Vitamin A, dafür fällt ihr Phosphorgehalt deutlich ins Gewicht.

NährstoffIn der NiereBedeutung für die Katze
Vitamin B12sehr hochwichtig für Blutbildung und Nerven
Selensehr hochTeil des zellulären Schutzsystems und der Schilddrüsenfunktion
Riboflavin (B2)hocham Energiestoffwechsel beteiligt
Eisenhochunterstützt die Blutbildung
Vitamin Amittel, deutlich weniger als Leberwichtig, hier aber nicht der begrenzende Faktor
Phosphorhochfür gesunde Katzen unkritisch, bei Nierenerkrankung problematisch
Taurin und Eiweißenthaltentierische Bausteine für Herz, Augen und Muskeln

Fett, Eiweiß und Bindegewebe: das Nährwertprofil der Niere

Die Niere ist mager und eiweißreich. Sie liefert je nach Tierart rund 16 bis 18 Gramm Eiweiß je 100 Gramm, dabei nur etwa 3 bis 5 Gramm Fett und praktisch keine Kohlenhydrate. Wie die Leber besteht sie fast nur aus Drüsengewebe und enthält wenig Bindegewebe, ihr Eiweiß ist deshalb hochwertig und gut verdaulich.

Nährwert je 100 GrammNiere (etwa)Einordnung
Eiweiß16 bis 18 ghochwertig und gut verdaulich
Fett3 bis 5 geher mager
Bindegewebegeringkaum Kollagen, daher hohe Eiweißwertigkeit
Kohlenhydratepraktisch keinepasst zum reinen Fleischfresser
Energieetwa 95 bis 110 kcalnährstoffdicht bei moderaten Kalorien

Niere im Vergleich zu anderen Innereien

Wie die Leber zählt die Niere zu den sekretorischen Organen, also zu den nährstoffdichten Innereien mit hoher Eiweißwertigkeit. Im Vergleich zur Leber liefert sie weniger Vitamin A, dafür mehr Selen und ähnlich viel Vitamin B12. Bindegewebsreiche Teile wie Lunge oder Luftröhre gehören dagegen nicht in diese Gruppe, sie zählen zum mageren Muskel- und Bindegewebsanteil.

InnereiEinordnungBesonderheit
Lebernährstoffdicht, hohe Wertigkeitsehr viel Vitamin A, daher streng begrenzt
Nierenährstoffdicht, hohe Wertigkeitsehr viel B12 und Selen, phosphorreich
Milzblutreich, mittlere bis hohe Wertigkeitbesonders eisenreich
HerzMuskelfleischtaurinreich, zählt zum Muskelanteil
Lungebindegewebsreich, niedrige Wertigkeitkalorienarm, eher ein leichter Snack
PansenVormagen, mittlere Wertigkeitgut verträglich, eher Abwechslung als Nährstoffquelle
Strossenknorpelig, bindegewebsreichKnorpelbestandteile, knorpeliger Kausnack

Dürfen Katzen Niere fressen?

Ja, Katzen dürfen Niere fressen, solange sie ein kleiner Teil einer ausgewogenen Ration bleibt. Als tierisches Organ passt die Niere gut zum Beutegreifer Katze und bringt hochwertige tierische Nährstoffe von Natur aus mit. Wichtig ist nur, dass sie eine Beigabe bleibt und nicht zur täglichen Hauptzutat wird, denn ihre hohe Nährstoffdichte und der Phosphorgehalt vertragen keine großen Mengen.

Niere füttern oder gut für die Nieren? Ein wichtiger Unterschied

Hier liegt das häufigste Missverständnis. Die Niere als Organ zu füttern bedeutet nicht, die Nieren der Katze zu stärken. Im Gegenteil: Die Niere ist von Natur aus phosphorreich, und genau Phosphor ist der Stoff, den nierenkranke Katzen meiden sollten. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) ist eine phosphorarme Fütterung ein zentraler Baustein der Behandlung, Organe wie Niere und Leber sind dann ungeeignet. Für gesunde Katzen ist der Phosphorgehalt dagegen unproblematisch, solange die Niere nur einen kleinen Teil der Ration ausmacht.

Welche Niere für die Katze? Tierarten im Vergleich

Welche Niere im Napf landet, ist vor allem eine Frage von Geschmack und Herkunft. Lammniere gilt als besonders mild und zart, Geflügel ist leicht erhältlich, Rind schmeckt kräftiger. Bei Schwein gilt eine klare Regel.

TierartEignungHinweis
Huhn und Putegut geeignetmild im Geschmack, leicht erhältlich
Rindgut geeignetkräftiger Geschmack, etwas größer
Lammgut geeignetbesonders mild und zart, gut für den Einstieg
Schweinnur vollständig durchgegartrohes Schwein kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Katzen tödlich verläuft
Wildmager und gut geeignetnur aus sicherer Herkunft

Wie viel Niere darf eine Katze fressen?

Die Niere gehört zum Innereien-Anteil der Ration, der insgesamt bei etwa 10 Prozent liegt. Die Leber nimmt davon höchstens 5 Prozent ein, der Rest verteilt sich auf Niere und Milz. Für die Niere heißt das in der Praxis ein kleines Stück ein bis zwei Mal pro Woche. Wer roh füttert, also barft, oder die Mahlzeiten selbst kocht, plant die Niere als feste kleine Komponente ein, nicht zusätzlich obendrauf.

KatzeInnereien gesamt (etwa 10 Prozent)Davon Niere (Anteil)
4-kg-Katze, rund 140 g Tagesrationetwa 14 gein kleines Stück, 1 bis 2 Mal pro Woche
Beim Alleinfutterbereits enthaltenkeine zusätzliche Gabe nötig

Roh oder gegart: So bereiten Sie Niere für die Katze zu

Niere lässt sich roh oder gegart anbieten. Roh bleiben mehr hitzeempfindliche Nährstoffe erhalten, dafür sind Hygiene und Herkunft entscheidend. Schweineniere gehört wegen des Aujeszky-Virus ausschließlich durchgegart in den Napf.

  1. Frische Niere aus vertrauenswürdiger Quelle wählen, am besten in Lebensmittelqualität.
  2. Die Niere gründlich abspülen und den festen weißen Kern entfernen, der oft streng schmeckt.
  3. Rohe Niere über mehrere Tage einfrieren senkt das Risiko durch Parasiten, Schweineniere dagegen immer vollständig durchgaren.
  4. Alternativ schonend dünsten oder kurz kochen, immer ohne Salz und Gewürze.
  5. In kleine, mundgerechte Stücke schneiden, mit dem gewohnten Futter mischen und mit einer kleinen Menge beginnen.

Niere bei sensiblen Katzen und in der Ausschlussdiät

Als gut verdauliches, nährstoffreiches Organ kann die Niere auch für sensible Katzen passen, vorausgesetzt, die Eiweißquelle ist bekannt und wird vertragen. In einer Ausschlussdiät hat die Niere nur dann einen Platz, wenn sie vom selben Tier stammt wie die gewählte neue Eiweißquelle und der Plan es vorsieht. Eine solche Diät gehört in tierärztliche Begleitung, damit wirklich nur eine einzige, neue Proteinquelle gefüttert wird.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Für mich ist die Niere eine wertvolle kleine Beigabe, kein Hauptbestandteil. Ich selbst setze als Basis auf hochwertiges tierisches Eiweiß aus Fleisch und Fisch und füttere fleischbetontes Nassfutter. Im Anifit-Katzenfutter, das ich selbst gebe, sind Innereien bereits in ausgewogenen Anteilen enthalten. Wer zusätzlich frische Niere geben möchte, hält die Menge klein und rechnet sie in die Ration ein. Bei nierenkranken Katzen rate ich von Organen wie Niere und Leber ab und bespreche die phosphorarme Fütterung mit der Tierarztpraxis.

Vorteile der Anifit-Tiernahrung
Vorteile der Anifit-Tiernahrung

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Ob und wie viel Niere für Ihre Katze sinnvoll ist, welche Innereien in die Ration passen und worauf Sie bei einer nierenkranken Katze achten sollten, hängt von Alter, Gewicht und Gesundheit ab. Gemeinsam klären wir, welche Mengen passen, wie Sie Innereien sicher einsetzen und wie eine artgerechte Fütterung aussieht.

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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber. Außerdem habe ich für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Häufige Fragen zu Niere für Katzen

Wie oft darf meine Katze Niere bekommen?

Ein kleines Stück ein bis zwei Mal pro Woche reicht aus. Die Niere ist sehr nährstoffreich, häufigere Gaben sind nicht nötig und können bei größeren Mengen den Kot weich machen. Als kleine Beigabe statt täglichem Bestandteil bleibt sie unbedenklich.

Ist Niere gut für die Nieren meiner Katze?

Nein, das ist ein verbreitetes Missverständnis. Die Niere als Organ ist phosphorreich, und Phosphor sollten nierenkranke Katzen gerade meiden. Für gesunde Katzen ist sie als kleine Beigabe unproblematisch, eine kranke Niere stärkt sie aber nicht.

Darf meine Katze rohe Schweineniere fressen?

Nein. Rohes Schweinefleisch und damit auch rohe Schweineniere kann das Aujeszky-Virus übertragen, das für Katzen tödlich verläuft. Schweineniere gehört deshalb nur vollständig durchgegart in den Napf, andere Sorten sind unkomplizierter.

Muss ich rohe Niere vor dem Füttern einfrieren?

Einfrieren über mehrere Tage senkt das Risiko durch Parasiten und ist bei roher Fütterung sinnvoll. Daneben gelten die üblichen Hygieneregeln. Wer ganz sichergehen möchte, gart die Niere kurz und schonend.

Welche Niere ist für Katzen am bekömmlichsten?

Lammniere gilt als besonders mild und zart und eignet sich gut für den Einstieg. Auch Geflügelniere ist mild und leicht erhältlich. Rinderniere schmeckt kräftiger, Schweineniere nur durchgegart.

Enthält Niere Taurin?

Ja, die Niere liefert Taurin, den für Katzen lebenswichtigen Baustein, ebenso wie Herz und anderes tierisches Gewebe. Als alleinige Taurinquelle ist sie aber nicht gedacht, dafür braucht es eine ausgewogene Gesamtration.

Warum riecht Niere so streng?

Der strenge Geruch kommt vor allem vom festen weißen Kern im Inneren. Wer die Niere gründlich abspült und diesen Kern entfernt, mildert Geruch und Geschmack deutlich. Viele Katzen mögen die Niere danach gut.

Kann zu viel Niere Durchfall auslösen?

Ja, die hohe Nährstoffdichte kann bei größeren Mengen zu weichem Kot oder Durchfall führen. Eine kleine Portion und langsames Heranführen beugen vor. Bleibt der Durchfall bestehen, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Braucht meine Katze Niere, wenn sie ein gutes Alleinfutter bekommt?

Nein. Ein vollwertiges Alleinfutter deckt den Bedarf bereits, Innereien sind dort in passender Menge enthalten. Zusätzliche Niere ist dann ein Extra, kein Muss, und sollte den kleinen Innereien-Anteil nicht sprengen.

Ist getrocknete Niere als Leckerli in Ordnung?

In kleinen Mengen ja. Getrocknete Niere ist sehr konzentriert, schon wenige Stückchen sind sättigend und nährstoffreich. Rechnen Sie solche Leckerli zur wöchentlichen Menge dazu, statt sie zusätzlich zu geben.

Zusammenfassung

Die Niere ist für Katzen eine wertvolle, sehr nährstoffreiche Innerei, die in kleine Mengen gehört. Sie liefert außergewöhnlich viel Vitamin B12 und Selen, dazu Eisen, hochwertiges Eiweiß und Taurin. Anders als die Leber ist sie nicht durch Vitamin A begrenzt, ihr Haken ist der hohe Phosphorgehalt: Für gesunde Katzen ist er als kleiner Rationsanteil unkritisch, für nierenkranke Katzen ist die Niere dagegen ungeeignet. Als kleine Beigabe ein bis zwei Mal pro Woche oder als Bestandteil eines guten Alleinfutters ist die Niere unbedenklich und sinnvoll.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Iben C., Liesegang A., Wichert B., Wolf P. (2021): Ernährung der Katze, Thieme Verlag, Standardwerk zum Nährstoffbedarf der Katze.
  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien.
  • Merck Veterinary Manual: Chronic Kidney Disease in Cats, fachliche Darstellung der Bedeutung einer phosphorarmen Fütterung.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.