Bei der Katze hat die Ernährung im Zusammenhang mit der Leber eine ganz besondere Bedeutung, denn die häufigste Lebererkrankung der Katze, die Fettleber, entsteht gerade dann, wenn eine Katze nicht mehr frisst. Deshalb gilt hier ein eiserner Grundsatz: Eine Katze darf niemals hungern. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, warum das so ist, warum eine leberkranke Katze weiterhin viel Eiweiß braucht und warum Diagnose und Therapie immer in die Tierarztpraxis gehören. Wie sich die Ernährung bei einer Lebererkrankung des Hundes unterscheidet, lesen Sie im eigenen Ratgeber.

Lebererkrankung bei der Katze: Das Wichtigste in Kürze
Die häufigste Lebererkrankung der Katze ist die Fettleber (hepatische Lipidose), und sie entsteht, wenn eine Katze über längere Zeit zu wenig frisst. Eine leberkranke Katze braucht weiterhin viel hochwertiges Eiweiß. Eine Katze, die das Fressen verweigert, ist ein Notfall für die Tierarztpraxis.
- Niemals hungern lassen: Fressunlust kann bei der Katze schnell gefährlich werden.
- Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung: sie entsteht durch zu geringe Futteraufnahme.
- Eiweißreich statt eiweißarm: die Katze braucht weiterhin viel hochwertiges Eiweiß.
- Notfall erkennen: eine Katze, die nicht frisst, gehört zeitnah zum Tierarzt.
- Diät begleitet, heilt nicht: Diagnose und Therapie gehören in die Tierarztpraxis.
- Übergewicht: nur langsam und tierärztlich begleitet reduzieren.
Die Leber der Katze und warum Fressen so wichtig ist
Die Leber ist auch bei der Katze das zentrale Stoffwechselorgan: Sie verwertet Nährstoffe, entgiftet, bildet Galle und Gerinnungsfaktoren und speichert. Eine Besonderheit der Katze als reinem Fleischfresser ist, dass ihr Stoffwechsel auf eine dauerhafte Zufuhr von Eiweiß angewiesen ist. Genau deshalb ist es bei Katzen besonders kritisch, wenn sie über längere Zeit nicht oder zu wenig fressen, daraus kann sich eine ernste Lebererkrankung entwickeln.
Hepatische Lipidose (Fettleber): der Notfall
Die hepatische Lipidose, also die Fettleber, ist die häufigste Lebererkrankung der Katze. Sie entsteht, wenn eine Katze über längere Zeit zu wenig frisst: Der Körper mobilisiert dann Fettreserven, die die Leber nicht ausreichend verarbeiten kann, sodass sich Fett in der Leber einlagert, ein gefährlicher Teufelskreis. Besonders gefährdet sind übergewichtige Katzen, oft tritt die Fettleber als Folge einer anderen Erkrankung, von Stress oder einer erzwungenen Futterumstellung auf. Anzeichen sind eine plötzliche Fressunlust, Gewichtsverlust, Mattigkeit und eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall und gehört sofort in die Tierarztpraxis. Die Therapie erfolgt tierärztlich, häufig mit assistierter Fütterung über eine Ernährungssonde. Wird früh eingegriffen, können sich viele Katzen wieder vollständig erholen.
Anzeichen und Diagnose gehören zum Tierarzt
Neben der Fettleber gibt es weitere Lebererkrankungen wie die Gallengangsentzündung. Die Anzeichen ähneln sich oft: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Gelbsucht, Abgeschlagenheit oder neurologische Auffälligkeiten. Welche Erkrankung dahintersteckt, klärt die Tierarztpraxis mit Blutuntersuchung, Gallensäurenwerten und Bildgebung. Auch hier gilt: Ein Diätfutter heilt die Erkrankung nicht, es begleitet die tierärztliche Therapie.
Kostenfreie Ernährungsberatung für Katzen
Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Katze. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel bei einer Lebererkrankung) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihrer Katze zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Grundprinzipien: eiweißreich statt eiweißarm
Anders als oft vermutet braucht eine leberkranke Katze in der Regel weiterhin viel hochwertiges Eiweiß. Reduziert man es eigenmächtig, verschärft das bei der Fettleber sogar den Teufelskreis, weil dem Körper Bausteine fehlen und noch mehr Fett mobilisiert wird. Eine Anpassung der Eiweißmenge ist nur bei einer hepatischen Enzephalopathie sinnvoll und gehört dann in tierärztliche Hände. Wichtig sind außerdem eine energiereiche, schmackhafte und gut verdauliche Kost sowie mehrere kleine Mahlzeiten. In der Therapie kommen oft spezielle veterinärmedizinische Aufbau- oder Leberdiäten zum Einsatz, ergänzende Stoffe wie Taurin, Arginin, L-Carnitin oder Vitamin E setzt die Tierarztpraxis gezielt ein.
Niemals hungern lassen
Das ist die zentrale Botschaft bei der Katze: Eine Katze, die nicht oder deutlich weniger frisst, sollte zeitnah tierärztlich untersucht werden, denn schon ein bis zwei Tage Fressunlust können gefährlich werden. Versuchen Sie nie, eine Katze über Hunger zu einer Futterumstellung zu „zwingen“. Und wenn eine übergewichtige Katze abnehmen soll, dann nur langsam und tierärztlich begleitet, eine Crash-Diät kann selbst eine Fettleber auslösen, siehe Übergewicht bei Katzen. Damit es gar nicht erst dazu kommt, ist entscheidend, dass Ihre Katze regelmäßig und gern frisst, mit schmackhaftem Futter und ohne Stress am Napf.
So füttern Sie eine leberkranke Katze in der Praxis
Den genauen Plan legt immer die Tierarztpraxis fest. An diesen Eckpunkten orientiert sich die unterstützende Fütterung aber in den meisten Fällen:
- Energiemenge: Als grobe Orientierung gelten etwa 50 bis 60 Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht und Tag, aufgeteilt auf vier bis sechs kleine Mahlzeiten.
- Langsam anfüttern: In den ersten Tagen beginnt man oft mit rund einem Drittel der Menge und steigert sie über etwa drei Tage, um ein Refeeding-Syndrom zu vermeiden.
- Viel hochwertiges Eiweiß: Eine Eiweißreduktion erfolgt nur bei einer hepatischen Enzephalopathie und ausschließlich auf tierärztliche Anweisung.
- Schmackhaft und angewärmt: Bieten Sie energiereiches, gut verdauliches Nassfutter an und wärmen Sie es auf Körpertemperatur an, das verstärkt Geruch und Appetit.
- Wenn die Katze gar nicht frisst: Die Tierarztpraxis kann appetitanregende Medikamente einsetzen und legt häufig eine Ernährungssonde (Nasen- oder Ösophagussonde). Darüber wird eine flüssige Aufbaunahrung gefüttert, bis die Katze wieder selbst frisst. Bei der Fettleber ist das oft der entscheidende Schritt.
Entscheidend ist, früh und konsequent zu füttern. Wird eine Katze mit Fettleber rechtzeitig und ausreichend ernährt, stehen die Chancen auf Erholung gut.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Stellen Sie eine Leberdiät nicht auf eigene Faust zusammen, sondern stimmen Sie die Fütterung immer mit Ihrer Tierarztpraxis ab. Das Wichtigste, was Sie tun können, ist, das Fressverhalten Ihrer Katze genau im Blick zu behalten und bei Fressunlust schnell zu reagieren. Wie eine angepasste Ernährung bei einer anderen Organerkrankung aussieht, zeigt der Ratgeber zur Ernährung bei Niereninsuffizienz der Katze. Grundlagen finden Sie in den Grundlagen der Katzenernährung. Sobald Ihre Katze über den Berg ist und wieder normal frisst, kommt es im Alltag auf eine schmackhafte, gut verdauliche Kost mit hohem Fleischanteil und ohne unnötige Zusatzstoffe an. Genau dafür steht das fleischreiche Anifit-Nassfutter, das ich selbst füttere. Wenn meine Katze mal schwächelt und schlecht trinkt, biete ich zusätzlich gern die Anifit-Hühnersuppe an, sie liefert Flüssigkeit und wird auch von mäkeligen Katzen oft gut angenommen. Unterstützend kann zusätzlich die Anifit Leber & Nieren Kur als Nahrungsergänzung sinnvoll sein.
FAQ: Häufige Fragen zur Ernährung bei Lebererkrankungen bei der Katze
Warum ist es so gefährlich, wenn eine Katze nicht frisst?
Weil der Stoffwechsel der Katze auf eine dauerhafte Eiweißzufuhr angewiesen ist. Frisst sie über längere Zeit zu wenig, mobilisiert der Körper Fett, das sich in der Leber einlagert, es entsteht eine Fettleber. Deshalb gehört eine Katze, die nicht frisst, zeitnah in die Tierarztpraxis.
Was ist eine Fettleber bei der Katze?
Die Fettleber, fachlich hepatische Lipidose, ist die häufigste Lebererkrankung der Katze. Sie entsteht durch zu geringe Futteraufnahme, wobei sich Fett in der Leber einlagert. Sie ist ein lebensbedrohlicher Notfall, lässt sich bei früher tierärztlicher Behandlung aber oft gut in den Griff bekommen.
Sollte eine leberkranke Katze weniger Eiweiß bekommen?
Nein, in der Regel nicht. Eine Katze braucht als reiner Fleischfresser weiterhin viel hochwertiges Eiweiß, ein eigenmächtiger Eiweißentzug kann eine Fettleber sogar verschlimmern. Nur bei einer hepatischen Enzephalopathie wird die Eiweißmenge angepasst, und das gehört in tierärztliche Hände.
Wie erkenne ich eine Lebererkrankung bei meiner Katze?
Mögliche Anzeichen sind Fressunlust, Gewichtsverlust, Erbrechen, Abgeschlagenheit und eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten oder Augen. Da diese Symptome unspezifisch sind, ist eine tierärztliche Untersuchung mit Blutbild und Bildgebung nötig, um die Ursache zu klären.
Wie lange darf eine Katze nicht fressen, bevor es gefährlich wird?
Schon ein bis zwei Tage deutliche Fressunlust sollten Sie ernst nehmen und tierärztlich abklären lassen. Bei Katzen kann sich aus längerer Nahrungsverweigerung schnell eine Fettleber entwickeln. Warten Sie also nicht zu lange, gerade bei übergewichtigen Katzen.
Wie wird eine Fettleber bei der Katze behandelt?
Die Behandlung erfolgt tierärztlich und konzentriert sich darauf, die Katze wieder ausreichend mit Nahrung zu versorgen, häufig über eine Ernährungssonde. Die Therapie kann mehrere Wochen dauern. Wird früh eingegriffen, erholen sich viele Katzen vollständig.
Darf meine übergewichtige Katze auf Diät gesetzt werden?
Nur langsam und in Absprache mit der Tierarztpraxis. Eine zu schnelle Gewichtsabnahme oder eine Crash-Diät kann bei Katzen selbst eine Fettleber auslösen. Eine Gewichtsreduktion will daher gut geplant und engmaschig begleitet sein.
Heilt ein Diätfutter die Lebererkrankung meiner Katze?
Nein. Ein Diätfutter heilt die Erkrankung nicht, es begleitet die tierärztliche Therapie und unterstützt die Nährstoffversorgung. Diagnose und Behandlung der zugrunde liegenden Lebererkrankung gehören immer in die Tierarztpraxis.
Welche Nährstoffe sind bei einer leberkranken Katze wichtig?
Wichtig sind ausreichend hochwertiges Eiweiß, genügend Energie und eine gute Verträglichkeit. Ergänzende Stoffe wie Taurin, Arginin, L-Carnitin oder Vitamin E werden in der Therapie teils gezielt eingesetzt. Welche Zusammensetzung passt, legt die Tierarztpraxis fest.
Kann ich die Leberdiät für meine Katze selbst zusammenstellen?
Davon rate ich ab. Gerade bei der Katze ist das Thema heikel, weil eine falsche, etwa zu eiweißarme Fütterung schaden kann. Stimmen Sie die Ernährung mit der Tierarztpraxis ab, oft kommt eine spezielle veterinärmedizinische Diät zum Einsatz.
Fazit: bei der Katze zählt vor allem, dass sie frisst
Bei Lebererkrankungen der Katze dreht sich alles um einen Grundsatz: Die Katze muss fressen. Die häufigste Lebererkrankung, die Fettleber, entsteht gerade durch zu geringe Futteraufnahme, und anders als oft gedacht braucht eine leberkranke Katze weiterhin viel hochwertiges Eiweiß. Eine Katze, die das Fressen verweigert, ist ein Notfall und gehört zeitnah zum Tierarzt. Die Diät ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber nie die tierärztliche Behandlung. Stellen Sie sie nicht allein zusammen, sondern stimmen Sie sie ab. Bei der praktischen Umsetzung schaue ich gern gemeinsam mit Ihnen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, zur Diätetik bei Lebererkrankungen.
- Webb, C. B. (2018): Hepatic lipidosis: clinical review drawn from collective effort. Journal of Feline Medicine and Surgery 20(3), 217-227, klinische Übersichtsarbeit zur Fettleber der Katze.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs.







