Schweinefleisch für Katzen: warum es nur durchgegart in den Napf darf

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Bei kaum einer Fleischsorte ist die Antwort so eindeutig wie beim Schwein: Rohes Schweinefleisch darf eine Katze auf keinen Fall fressen. Der Grund ist die Aujeszky-Krankheit, eine Viruserkrankung, die für Katzen tödlich verläuft und gegen die es weder Impfung noch Behandlung gibt. Vollständig durchgegart ist Schweinefleisch dagegen ungefährlich, eignet sich wegen seines Fettgehalts aber eher als gelegentliche Beigabe denn als Hauptfutter. Weil rund um dieses Thema viel Unsicherheit herrscht, kläre ich in diesem Beitrag genau, warum rohes Schwein so gefährlich ist, wann gekochtes Schweinefleisch in Ordnung geht, was bei Wurst und Speck gilt und was zu tun ist, wenn die Katze doch einmal rohes Schwein erwischt hat.

Schweinefleisch für Katzen: warum es nur durchgegart in den Napf darf
Schweinefleisch für Katzen: warum es nur durchgegart in den Napf darf

Schweinefleisch für Katzen: Das Wichtigste in Kürze

Rohes Schweinefleisch ist für Katzen lebensgefährlich, weil es das Virus der Aujeszky-Krankheit übertragen kann, die tödlich verläuft und nicht behandelbar ist. Das gilt auch für rohes Wildschwein. Vollständig durchgegartes Schweinefleisch ist dagegen sicher, da die Hitze das Virus abtötet. Es sollte mager, kerngar und ohne Salz, Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch sein. Wegen des hohen Fettgehalts eignet sich Schwein aber nur als gelegentliche kleine Beigabe und nicht als Hauptfutter. Wurst, Schinken und Speck sind ungeeignet. Hat eine Katze rohes Schwein gefressen, sollten Sie die Tierarztpraxis informieren.

  • Roh tabu: Gefahr der tödlichen Aujeszky-Krankheit, auch bei Wildschwein
  • Durchgegart sicher: Hitze tötet das Virus zuverlässig ab
  • Wenn gegart: mager, kerngar, ohne Salz, Zwiebel und Knoblauch
  • Eher fett: nur als gelegentliche Beigabe, nicht als Hauptfutter
  • Ungeeignet: Wurst, Schinken, Speck, gewürzte Reste
  • Notfall: nach rohem Schwein die Tierarztpraxis informieren

Dürfen Katzen Schweinefleisch essen?

Die Antwort lautet: nur durchgegart. Damit unterscheidet sich Schwein deutlich von den meisten anderen Fleischsorten, die Katzen auch roh fressen dürfen. Der Grund ist allein die Aujeszky-Krankheit, von der gleich mehr. Wird Schweinefleisch vollständig erhitzt, ist es für die Katze unbedenklich und durchaus eine schmackhafte Abwechslung. Allerdings ist Schwein von Natur aus eher fettreich und gehört damit nicht zu den Fleischsorten, die ich für die tägliche Hauptmahlzeit empfehle. Als gelegentliche, gut gegarte Beigabe ist es in Ordnung, mehr aber auch nicht. Wer Schwein einordnen will, sollte es also vor allem unter dem Aspekt der Zubereitung betrachten, und beim hochwertigen Fleisch im Katzenfutter spielen ohnehin magere Sorten die Hauptrolle.

Warum rohes Schweinefleisch für Katzen gefährlich ist

Der entscheidende Punkt ist die Aujeszky-Krankheit, auch Pseudowut oder Morbus Aujeszky genannt. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die über rohes Schweine- und Wildschweinfleisch übertragen werden kann. Für Katzen und Hunde verläuft eine Ansteckung praktisch immer tödlich, und das Tückische daran ist: Es gibt weder eine Impfung noch eine Behandlung. Schon kleine Mengen rohes Schwein können theoretisch ausreichen. Deshalb gibt es bei rohem Schweinefleisch keinen Spielraum und keine Ausnahme, es ist für Katzen strikt tabu. Die gute Nachricht: Das Virus ist hitzeempfindlich und wird durch vollständiges Durcherhitzen sicher abgetötet. Genau hier liegt der Schlüssel, denn gekochtes Schwein verliert seine Gefahr vollständig.

Gekochtes Schweinefleisch: so geht es sicher

Wenn Sie Ihrer Katze Schwein anbieten möchten, dann nur vollständig durchgegart. Das Fleisch muss kerngar sein, innen also nicht mehr rosa, damit das Virus zuverlässig abgetötet ist. Wie bei jedem Fleisch für Katzen gilt: pur garen, ohne Salz, ohne Öl und ohne Zwiebeln oder Knoblauch, die für Katzen giftig sind. Wählen Sie ein mageres Stück, denn fette Teile belasten unnötig. Lassen Sie das Fleisch abkühlen und schneiden Sie es in kleine, gut fressbare Stücke. So zubereitet ist Schwein eine sichere, gelegentliche Abwechslung. Wenn Sie ohnehin gern frisch für Ihre Katze zubereiten, finden Sie weitere Hinweise dazu, wie Sie ausgewogen Katzenfutter selber kochen.

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Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Christina Williger – Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Roh, gegart oder verarbeitet: die Einordnung

Damit klar wird, was geht und was nicht, hilft eine einfache Übersicht über die verschiedenen Formen von Schweinefleisch.

FormBewertung für Katzen
Rohes Schweinefleischgefährlich, Risiko der tödlichen Aujeszky-Krankheit, niemals geben
Rohes Wildschweinebenfalls gefährlich, gleiches Aujeszky-Risiko
Durchgegart, mager, ungewürztsicher, als gelegentliche kleine Beigabe geeignet
Wurst, Schinken, Speckungeeignet, zu salzig und fett, oft mit Zwiebel oder Knoblauch

Wie fettreich sind die einzelnen Teile vom Schwein?

Beim Schwein schwankt der Fettgehalt je nach Teilstück enorm. Die folgenden Richtwerte (roh, pro 100 g) dienen nur der Einordnung:

TeilstückFett (ca. pro 100 g)Einordnung
Schweinefilet, Lende (mager)ca. 2 bis 4 gmager
Schulter, Hals (durchwachsen)ca. 6 bis 12 gmittel
Schweinebauch (fett)ca. 20 bis 30 gsehr fett
Schweineherzca. 4 gmager bis mittel

Die Werte sind Durchschnittswerte und schwanken je nach Tier, Haltung und Zuschnitt.

Ist Schwein als Katzenfutter überhaupt sinnvoll?

Selbst gut durchgegart ist Schwein nicht das ideale Katzenfleisch. Es ist vergleichsweise fettreich, was unnötige Kalorien bedeutet und empfindlichen Katzen schwer im Magen liegen kann. Und wie jedes pure Muskelfleisch liefert es allein nicht alle lebenswichtigen Nährstoffe, vor allem nicht genug Taurin und kaum Calcium. Als alleinige Ernährung ist Schwein also ungeeignet, dafür müsste eine Ration sorgfältig ausbalanciert werden. Wie eine vollständige, artgerechte Katzenmahlzeit aufgebaut ist, steckt in den Grundlagen der Katzenernährung. Für den Alltag sind magere Fleischsorten, wie Huhn oder Pute, die bessere Wahl, Schwein bleibt die durchgegarte Ausnahme für zwischendurch. Ein kleiner Pluspunkt: Da Schwein im Katzenfutter selten vorkommt, kann gegartes Schwein theoretisch eine ungewohnte Eiweißquelle sein, wenn der Verdacht auf eine Unverträglichkeit besteht, das aber nur tierärztlich begleitet.

Was tun, wenn die Katze rohes Schwein gefressen hat?

Wenn Ihre Katze versehentlich rohes Schweinefleisch erwischt hat, etwa vom Esstisch oder aus dem Mülleimer, sollten Sie das ernst nehmen, aber nicht in Panik geraten. Informieren Sie Ihre Tierarztpraxis, schildern Sie, was und wie viel die Katze gefressen hat und wann es passiert ist, und folgen Sie dem tierärztlichen Rat. Da sich eine Aujeszky-Infektion nicht behandeln lässt, sind eine genaue Beobachtung und fachliche Einschätzung das Wichtigste. Achten Sie in den Tagen danach auf Auffälligkeiten wie starkes Speicheln, Juckreiz, Unruhe, Wesensveränderungen oder Fressunlust und melden Sie solche Anzeichen umgehend. Dieser Beitrag dient der Aufklärung und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

Was ich als Ernährungsberaterin empfehle

Mein Rat zu Schwein ist klar: roh niemals, gegart nur ausnahmsweise. Ich persönlich würde für die Katze eher zu mageren, unkomplizierten Fleischsorten greifen, die auch roh sicher sind und besser zur Katze passen. Für die tägliche Versorgung setze ich auf ein vollständiges, hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil in Lebensmittelqualität, bei dem Taurin und alle übrigen Nährstoffe bereits stimmen und das Thema Rohgefahr gar nicht erst aufkommt. Das passt auch gut zu den Vorteilen von Nassfutter mit seinem hohen Feuchtigkeitsgehalt. Schwein darf gern mal als durchgegarter Happen dabei sein, der Schwerpunkt sollte aber woanders liegen.

Vorteile der Anifit-Tiernahrung
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Häufige Fragen zu Schweinefleisch für Katzen

Dürfen Katzen überhaupt Schweinefleisch essen?

Nur gut durchgegart. Rohes Schweinefleisch ist für Katzen lebensgefährlich, weil es das Virus der Aujeszky-Krankheit übertragen kann. Vollständig durchgegartes, mageres und ungewürztes Schweinefleisch ist dagegen in Maßen unbedenklich, eignet sich aber wegen des Fettgehalts eher als gelegentliche Beigabe.

Warum ist rohes Schweinefleisch für Katzen gefährlich?

Rohes Schweinefleisch kann das Virus der Aujeszky-Krankheit enthalten, auch Pseudowut genannt. Für Katzen verläuft eine Ansteckung praktisch immer tödlich, es gibt weder eine Impfung noch eine Heilung. Schon kleine Mengen rohes Schwein oder Wildschwein können ausreichen, deshalb gilt ein striktes Rohverbot.

Was ist die Aujeszky-Krankheit?

Die Aujeszky-Krankheit, auch Pseudowut oder Morbus Aujeszky, ist eine Viruserkrankung, die über rohes Schweine- und Wildschweinfleisch übertragen werden kann. Für Katzen und Hunde endet sie nahezu immer tödlich, eine Behandlung gibt es nicht. Durch vollständiges Erhitzen wird das Virus jedoch sicher abgetötet.

Ist gekochtes Schweinefleisch für Katzen okay?

Ja, vollständig durchgegartes Schweinefleisch ist sicher, da die Hitze das Aujeszky-Virus abtötet. Es sollte kerngar, mager und ohne Salz, Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch zubereitet sein. Wegen des oft hohen Fettgehalts eignet es sich aber nur als gelegentliche kleine Beigabe, nicht als Hauptfutter.

Darf meine Katze Wurst, Schinken oder Speck vom Schwein?

Nein, davon sollten Sie die Finger lassen. Wurst, Schinken und Speck sind stark gesalzen, gepökelt, fett und oft mit Zwiebel- oder Knoblauchgewürz versehen, das für Katzen giftig ist. Solche verarbeiteten Schweineprodukte gehören nicht in den Katzennapf.

Ist Schweinefleisch zu fett für Katzen?

Viele Schweineteile sind recht fettreich, was für die Katze unnötige Kalorien bedeutet und empfindlichen Tieren schwer im Magen liegen kann. Wenn Schwein, dann mageres Fleisch und nur in kleinen Mengen. Magere Fleischsorten sind für den Alltag die bessere Wahl.

Ist Schwein als Hauptfutter für Katzen geeignet?

Nein. Abgesehen davon, dass es nur gegart gefüttert werden darf, ist es vergleichsweise fett und liefert allein nicht alle lebenswichtigen Nährstoffe wie ausreichend Taurin und Calcium. Als Hauptfleisch eignen sich magere Sorten besser, Schwein bleibt eine gelegentliche, durchgegarte Beigabe.

Kann Schwein bei einer Futtermittelallergie helfen?

Schwein ist im Katzenfutter seltener verbreitet und kann deshalb theoretisch eine ungewohnte Eiweißquelle für eine Ausschlussdiät sein. Wegen der Rohgefahr darf es aber ausschließlich durchgegart gegeben werden. Ob eine Unverträglichkeit vorliegt und welches Eiweiß passt, klärt man am besten tierärztlich begleitet.

Wie viel gekochtes Schweinefleisch darf eine Katze fressen?

Als Beigabe gilt die Faustregel, dass Extras rund zehn Prozent der Tagesration nicht überschreiten sollten. Wegen des Fettgehalts ist bei Schwein eher noch etwas Zurückhaltung angebracht. Es sollte die Ausnahme bleiben, nicht die Regel.

Dürfen Katzen Wildschwein essen?

Für Wildschwein gilt dasselbe wie für Hausschwein, sogar verstärkt: Rohes Wildschwein kann das Aujeszky-Virus tragen und ist für Katzen lebensgefährlich. Nur vollständig durchgegart ist es unbedenklich. Roh ist es strikt tabu.

Meine Katze hat rohes Schweinefleisch gefressen, was soll ich tun?

Bewahren Sie Ruhe, aber nehmen Sie es ernst und informieren Sie Ihre Tierarztpraxis, schildern Sie Menge und Zeitpunkt. Eine Aujeszky-Infektion lässt sich nicht behandeln, weshalb tierärztlicher Rat und genaue Beobachtung wichtig sind. Achten Sie auf Auffälligkeiten wie Speicheln, Juckreiz, Unruhe oder Fressunlust und melden Sie diese sofort.

Welche anderen Fleisch- und Fischsorten eignen sich für Katzen?

Schwein ist für Katzen nur eingeschränkt geeignet, umso wichtiger sind gute Alternativen. Gut verträglich sind außerdem Huhn, Pute, Ente, Kaninchen, Rind, Pferd und Lamm. Für Abwechslung mit Fisch eignen sich Fisch allgemein , Lachs und Thunfisch in Maßen. Führen Sie neue Sorten immer langsam ein und achten Sie auf die Verträglichkeit Ihrer Katze.

Zusammenfassung

Bei Schweinefleisch ist die Lage eindeutig: Roh ist es für Katzen lebensgefährlich, weil es das Virus der tödlichen und nicht behandelbaren Aujeszky-Krankheit übertragen kann, das gilt auch für rohes Wildschwein. Vollständig durchgegart verliert Schwein diese Gefahr, sollte dann aber mager, kerngar und ungewürzt sein und wegen des Fettgehalts nur als gelegentliche Beigabe dienen. Wurst, Schinken und Speck sind ungeeignet. Als Hauptfutter taugt Schwein nicht, dafür ist es zu fett und liefert allein nicht alle Nährstoffe. Hat eine Katze rohes Schwein gefressen, gehört das in die Hände der Tierarztpraxis.

Mein Fazit aus der Beratung: Schwein ist die Fleischsorte mit dem klarsten Rohverbot. Wer das beherzigt und es gegart und in Maßen anbietet, macht nichts falsch, sollte den Schwerpunkt aber auf magere, besser geeignete Sorten legen. Welche Fleischsorten sich sonst für Katzen eignen, ist eine eigene Betrachtung wert.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und tierärztliche Fachinformationen zur Aujeszky-Krankheit (Pseudowut, Morbus Aujeszky) bei Hund und Katze
  • National Research Council (NRC): „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, zum Eiweiß-, Taurin- und Calciumbedarf der Katze
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Hinweise zum hygienischen Umgang mit rohem Schweinefleisch
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.