Es ist eine der erstaunlichsten Eigenheiten der Katze: Sie kann Süßes überhaupt nicht schmecken. Ihr fehlt der passende Geschmacksrezeptor. Umso verblüffender ist, dass in vielen Katzenfuttern trotzdem Zucker oder Karamell steckt. Wenn die Katze davon gar nichts hat, warum landet es dann im Napf? Die Antwort hat weniger mit der Katze zu tun als mit dem Menschen, der das Futter kauft. In diesem Beitrag erkläre ich, warum Katzen keinen Zucker schmecken, warum er trotzdem zugesetzt wird, was Begriffe wie Zuckerkulör bedeuten und woran Sie Zucker im Futter erkennen.

Zucker im Katzenfutter: Das Wichtigste in Kürze
Katzen können Süßes nicht schmecken, weil ihnen ein funktionsfähiger süßer Geschmacksrezeptor fehlt. Als reine Fleischfresser waren sie nie darauf angewiesen. Trotzdem steckt in vielen Futtern Zucker oder Karamell, allerdings nicht für die Katze, sondern für das Aussehen: Karamell färbt das Futter fleischiger, Zucker und Kohlenhydrate dienen als günstige Energie, als Bindemittel und für die Soße. Was appetitlich aussieht, spricht damit vor allem den Menschen an. Für die Katze ist Zucker überflüssig, ein dauerhaft hoher Kohlenhydratanteil wird sogar mit Übergewicht und Diabetes in Verbindung gebracht. Achten Sie deshalb nicht auf die Farbe, sondern auf die Zutatenliste.
- Kein Süß-Geschmack: Katzen fehlt ein funktionsfähiger Rezeptor für süß
- Grund: reine Fleischfresser, deren Beute kaum Zucker enthält
- Zucker dient dem Menschen: Karamell als Farbstoff, Soßen-Optik, billige Energie
- Für die Katze überflüssig: kein Geschmack, kein ernährungsphysiologischer Nutzen
- Zu viel ist ungünstig: hoher Kohlenhydratanteil wird mit Übergewicht und Diabetes verknüpft
- Mein Rat: auf die Deklaration achten, viel Fleisch, wenig Kohlenhydrate, kein Karamell als Farbstoff
Warum Katzen keinen Zucker schmecken
Geschmack entsteht über Rezeptoren auf der Zunge, und für jede Geschmacksrichtung gibt es eigene. Bei der Katze ist ausgerechnet der Rezeptor für süß nicht funktionsfähig: Das zugehörige Gen ist im Lauf der Evolution stillgelegt worden, es ist also vorhanden, aber funktionslos. Während Menschen und auch Hunde Süßes deutlich wahrnehmen, läuft diese Information bei der Katze ins Leere. Das ergibt aus ihrer Sicht durchaus Sinn, denn als strikte Fleischfresser jagen Katzen Beutetiere, die fast kein Zucker enthalten. Ein Sinn für Süßes war für sie nie von Nutzen und wurde überflüssig. Geschmacklich orientiert sich die Katze stattdessen an Aromen, die für Fleisch und Eiweiß stehen, das ist ihre Welt. Wie sehr die Katze auf tierische Kost ausgelegt ist, zeigt sich auch sonst in den Grundlagen der Katzenernährung.
Wenn sie ihn nicht schmecken, warum ist Zucker dann im Futter?
Das ist die eigentlich spannende Frage. Wenn die Katze von Zucker geschmacklich nichts hat, muss er einen anderen Zweck erfüllen, und tatsächlich richtet er sich nicht an das Tier, sondern an den Menschen und an die Herstellung. Eine kräftige, dunkle Farbe lässt ein Futter fleischiger und hochwertiger wirken, und genau das erzeugt Karamell, also gebrannter Zucker, als Farbstoff. Eine glänzende Soße und eine ansprechende Konsistenz wirken appetitlich, auch dabei helfen Zucker und Kohlenhydrate. Hinzu kommt der nüchterne wirtschaftliche Aspekt: Kohlenhydrate sind eine günstige Energiequelle und ein praktisches Bindemittel, gerade im Trockenfutter, dessen Kroketten Stärke zum Zusammenhalten brauchen. Unterm Strich ist Zucker im Katzenfutter also fast immer ein Zugeständnis an das menschliche Auge und den Geldbeutel des Herstellers, nicht an die Katze.
Zucker, Karamell, Kohlenhydrate: was die Begriffe bedeuten
Auf der Verpackung tauchen verschiedene Begriffe auf, die nicht alle dasselbe meinen. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten ein.
| Begriff | Was es ist | Einordnung |
|---|---|---|
| Zucker, Saccharose, Glukose, Melasse | zugesetzter Zucker | für die Katze ohne Nutzen, liefert nur Energie |
| Karamell, Zuckerkulör | aus Zucker hergestellter Farbstoff | rein optisch, macht das Futter fleischiger aussehend |
| Getreide, Mais, Reis, Stärke | Kohlenhydratträger | billige Energie und Bindemittel, oft hoher Anteil |
| Pflanzliche Nebenerzeugnisse | Sammelbegriff | kann viele Kohlenhydrate enthalten, wenig transparent |
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Warum Zucker für Katzen nichts zu suchen hat
Da die Katze Zucker weder schmeckt noch benötigt, bringt er ihr keinerlei Vorteil. Als reine Fleischfresser decken Katzen ihren Energiebedarf vor allem über Eiweiß und Fett und haben nur einen sehr geringen Bedarf an Kohlenhydraten. Ein Futter, das stark auf Zucker und Kohlenhydrate setzt, geht damit an ihrer Natur vorbei. Problematisch wird es vor allem bei dauerhaft hohen Mengen: Ein hoher Kohlenhydratanteil liefert viele Kalorien und wird mit Übergewicht sowie einem erhöhten Risiko für Diabetes in Verbindung gebracht. Das heißt nicht, dass eine Spur Karamell sofort krank macht, aber es ist ein guter Grund, den Gesamtgehalt im Blick zu behalten. Hochwertiges Nassfutter mit viel Fleisch kommt in der Regel mit deutlich weniger Kohlenhydraten aus.
So erkennen Sie Zucker im Katzenfutter
Der zuverlässigste Weg führt über die Zutatenliste, nicht über die Optik. Lassen Sie sich von einer kräftigen, fleischigen Farbe nicht täuschen, denn genau die kann von Karamell stammen. Achten Sie stattdessen auf Begriffe wie Zucker, Saccharose, Glukose, Melasse, Karamell oder Zuckerkulör, sie alle weisen auf zugesetzten Zucker hin. Ein hoher Anteil an Getreide, Mais oder pflanzlichen Nebenerzeugnissen deutet auf viele Kohlenhydrate hin. Dabei gilt: Je weiter vorn eine Zutat steht, desto größer ihr Anteil. Wie Sie die Deklaration richtig lesen, ist deshalb der Schlüssel, um Zucker und versteckte Kohlenhydrate aufzuspüren.
Was ich als Ernährungsberaterin empfehle
Mein Rat ist einfach: Beurteilen Sie ein Katzenfutter nicht nach Farbe oder Soßenglanz, sondern nach dem, was wirklich drinsteckt. Gut ist ein Futter mit hohem Fleischanteil und wenig Kohlenhydraten, das ohne Zucker und ohne Karamell als Farbstoff auskommt. Genau darauf setze ich mit einem Nassfutter mit hohem Fleischanteil in Lebensmittelqualität, das die Katze über Fleisch anspricht und nicht über Zuckerkulör für das menschliche Auge. Wer einmal bewusst auf die Zutatenliste schaut, erkennt schnell, wie viel Optik und wie wenig Katze in manchem Futter steckt.
Wichtig: Dieser Beitrag dient der Aufklärung und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Eine Spur Karamell macht eine Katze nicht krank, entscheidend ist der Gesamtgehalt an Zucker und Kohlenhydraten über die Zeit.
Häufige Fragen zu Zucker im Katzenfutter
Können Katzen süß schmecken?
Nein. Katzen fehlt ein funktionsfähiger Rezeptor für die Geschmacksrichtung süß, sie können Zucker also schlicht nicht schmecken. Während Menschen und Hunde Süßes wahrnehmen, geht diese Information bei der Katze ins Leere. Süß ist für sie geschmacklich praktisch nicht vorhanden.
Warum schmecken Katzen keinen Zucker?
Der Grund liegt in den Genen. Das Gen für den süßen Geschmacksrezeptor ist bei der Katze nicht funktionsfähig, es ist im Lauf der Evolution stillgelegt worden. Als reine Fleischfresser waren Katzen nie auf das Erkennen von Zucker angewiesen, da ihre natürliche Beute kaum Kohlenhydrate enthält. Der Rezeptor wurde schlicht überflüssig.
Warum ist trotzdem Zucker im Katzenfutter?
Weil der Zucker nicht der Katze, sondern dem Aussehen und der Herstellung dient. Karamell wird als Farbstoff eingesetzt, damit das Futter appetitlicher und fleischiger aussieht, was vor allem den Menschen beim Kauf anspricht. Dazu kommen Zucker und Kohlenhydrate als günstige Energie, als Bindemittel und für die Soße. Die Katze hat davon nichts.
Was ist Zuckerkulör oder Karamell im Futter?
Zuckerkulör, auch Karamell genannt, ist ein aus Zucker hergestellter brauner Farbstoff. Er sorgt für eine kräftige, fleischähnliche Farbe, hat aber keinen ernährungsphysiologischen Nutzen für die Katze. Er ist ein rein optisches Mittel, das den Eindruck von Qualität erzeugen soll.
Ist Zucker schädlich für Katzen?
Zucker ist für die Katze überflüssig, da er ihr weder schmeckt noch ernährungsphysiologisch gebraucht wird. Ein dauerhaft hoher Anteil an Zucker und Kohlenhydraten wird mit Übergewicht und einem erhöhten Diabetesrisiko in Verbindung gebracht. Das ist kein Grund zur Panik bei einer Spur Karamell, aber ein Grund, auf den Gesamtgehalt zu achten.
Brauchen Katzen Kohlenhydrate?
Als reine Fleischfresser haben Katzen nur einen sehr geringen Bedarf an Kohlenhydraten und gewinnen ihre Energie vor allem aus Eiweiß und Fett. Sie können kleine Mengen verwerten, brauchen aber keine hohen Anteile. Ein Futter, das stark auf Kohlenhydrate setzt, geht daher an den Bedürfnissen der Katze vorbei.
Woran erkenne ich Zucker im Katzenfutter?
Ein Blick auf die Deklaration hilft. Begriffe wie Zucker, Karamell, Zuckerkulör, Saccharose, Glukose, Melasse oder Inulin weisen auf zugesetzten Zucker hin. Ein hoher Anteil an Getreide, Mais oder pflanzlichen Nebenerzeugnissen deutet auf viele Kohlenhydrate hin. Je weiter vorn diese Zutaten stehen, desto höher ihr Anteil.
Warum setzen Hersteller Zucker zu, wenn die Katze ihn nicht schmeckt?
Weil nicht die Katze, sondern der Mensch das Futter kauft. Eine kräftige Farbe, eine glänzende Soße und eine ansprechende Konsistenz wirken auf den Käufer hochwertig, und genau das lässt sich mit Karamell und Zucker erzeugen. Dazu sind Kohlenhydrate eine billige Energiequelle und ein praktisches Bindemittel.
Steckt Zucker eher im Nass- oder im Trockenfutter?
Karamell und Zucker können in beiden vorkommen. Ein hoher Kohlenhydratanteil ist aber typischer für Trockenfutter, weil Stärke für die Herstellung der Kroketten gebraucht wird. Hochwertiges Nassfutter mit viel Fleisch kommt in der Regel mit deutlich weniger Kohlenhydraten aus.
Macht Zucker Katzen zuckerkrank?
So einfach ist der Zusammenhang nicht, Diabetes hat viele Ursachen. Ein dauerhaft hoher Anteil an Kohlenhydraten und Übergewicht zählen aber zu den Faktoren, die mit einem erhöhten Diabetesrisiko in Verbindung gebracht werden. Bei Verdacht oder Vorerkrankung gehört die Fütterung in Absprache mit der Tierarztpraxis.
Worauf sollte ich stattdessen achten?
Auf ein Futter mit hohem Fleischanteil und wenig Kohlenhydraten, das ohne Zucker und Karamell als Farbstoff auskommt. Lassen Sie sich nicht von der Farbe leiten, sondern von der Zutatenliste. Was für die Katze zählt, ist Fleisch, nicht das appetitliche Aussehen für das menschliche Auge.
Zusammenfassung
Katzen können Süßes nicht schmecken, weil ihnen ein funktionsfähiger süßer Geschmacksrezeptor fehlt, eine Folge ihrer Natur als reine Fleischfresser. Dass trotzdem in vielen Futtern Zucker und Karamell steckt, liegt nicht an der Katze, sondern am Menschen: Karamell färbt das Futter fleischiger, Zucker und Kohlenhydrate dienen als günstige Energie, als Bindemittel und für die Soße. Für die Katze ist Zucker überflüssig, ein dauerhaft hoher Kohlenhydratanteil wird zudem mit Übergewicht und Diabetes in Verbindung gebracht. Wer das Futter nach der Zutatenliste statt nach der Farbe beurteilt, erkennt schnell, ob es zur Katze passt.
Mein Fazit aus der Beratung: Zucker im Katzenfutter ist fast immer Kosmetik für das menschliche Auge. Was für die Katze zählt, ist Fleisch, nicht die appetitliche Optik. Ein Blick auf die Zutatenliste sagt mehr als jede Farbe im Napf.
Quellen und weiterführende Informationen
- Li, X. et al. (2005): „Pseudogenization of a sweet-receptor gene accounts for cats indifference toward sugar“, PLoS Genetics, zum fehlenden süßen Geschmacksrezeptor der Katze
- Monell Chemical Senses Center, Forschungsarbeiten zum Geschmackssinn von Katzen
- National Research Council (NRC): „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, zum Kohlenhydratbedarf und Stoffwechsel der Katze
- FEDIAF (2024): „Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs“, zu Zusammensetzung und Kennzeichnung von Katzenfutter







