Ein Yorkshire Terrier wiegt ausgewachsen drei Kilo, eine Deutsche Dogge siebzig. Dass beide nicht gleich gefüttert werden, muss ich niemandem erklären. Was ich in der Beratung aber ständig erkläre: Der Unterschied zwischen den beiden liegt nicht im Futter, sondern in Menge, Wachstumstempo, Mahlzeitenrhythmus und ein paar wenigen echten Stoffwechsel-Besonderheiten. In diesem Ratgeber gehe ich die beliebtesten Hunderassen nach Gruppen durch. Sie erfahren, was die Rassenzugehörigkeit an der Fütterung tatsächlich ändert und was nur die Verpackung behauptet. Außerdem zeige ich Ihnen, woran Sie erkennen, ob Ihr Hund richtig versorgt ist.

Hundeernährung nach Rasse: Das Wichtigste in Kürze
Beim Hund wiegt der Einfluss der Rassenzugehörigkeit schwerer als bei der Katze, weil zwischen den Hunderassen das Zwanzigfache an Körpergewicht liegt. Trotzdem gilt: Die Grundlage ist bei allen dieselbe, ein fleischreiches Nassfutter in Lebensmittelqualität. Die Rassenzugehörigkeit bestimmt, wie viel davon, wie oft, wie schnell der Welpe wachsen darf und bei welchen wenigen Zuchtlinien ein Stoffwechselthema mitgedacht werden muss.
- Größe steuert das Wachstum: Kleinrassen sind mit 8 bis 12 Monaten ausgewachsen, Riesenrassen erst mit 18 bis 24 Monaten. Große Welpen brauchen langsames Wachstum, keinen Energieüberschuss und keine Calciumzugabe.
- Anatomie steuert den Rhythmus: Tiefbrüstige Hunde bekommen mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe danach, weil ihr Risiko für eine Magendrehung bei bis zu 37 Prozent im Leben liegt. Brachyzephale Hunde brauchen eine Konsistenz, die sie aufnehmen können.
- Arbeit steuert die Menge: Nach FEDIAF braucht ein ruhiger Hund rund 95 kcal, ein normal aktiver 110 kcal, ein Arbeitshund bis zu 175 kcal je Kilo Körpergewicht hoch 0,75. Zwischen Couch und Jagdsaison liegt beim selben Hund fast das Doppelte.
- Wenige echte Stoffwechsel-Themen: Hyperurikosurie beim Dalmatiner, Zystinurie beim Neufundländer, Fettstoffwechsel beim Zwergschnauzer, Zinkverwertung beim Husky, Sättigungsgen beim Labrador. Hier verändert die Zuchtlinie die Fütterung wirklich, nicht nur die Menge.
- Mein Praxis-Tipp: Ich frage nie zuerst nach der Rasse, sondern nach Gewicht, Alter, Brustkorb und Tagesablauf. Die Rassenzugehörigkeit beantwortet dann die Fragen, die übrig bleiben.
Wie groß ist der Einfluss der Rasse auf die Hundeernährung?
Größer als bei der Katze, kleiner als die Futterindustrie behauptet. Ein Hund von drei Kilo und einer von siebzig haben denselben Stoffwechsel, aber einen völlig anderen Bedarf je Kilo, ein anderes Wachstumstempo und eine andere Anatomie. Die Grundlagen der Hundeernährung ändern sich dadurch nicht. Was sich ändert, lässt sich auf fünf Faktoren zurückführen, die ich in diesem Ratgeber als Ordnung benutze.
| Faktor | Was er an der Fütterung verändert | Hunde, bei denen er zählt |
|---|---|---|
| Endgewicht und Wachstumsdauer | Energiedichte, Calcium-Phosphor-Balance, Wachstumstempo beim Welpen | Riesenrassen von der Dogge bis zum Neufundländer |
| Brustkorbform | Mahlzeitenzahl, Ruhe nach dem Fressen, Futterart | Dogge, Weimaraner, Drahthaar, Schäferhund, Dobermann, Galgo |
| Kopfform und Kiefer | Konsistenz, Stückgröße, Zahnpflege | Shih Tzu, Mops, Bulldoggen, alle Toy-Rassen |
| Tatsächliche Arbeit | Tagesmenge, Fettanteil als Energieträger | Jagd-, Hüte- und Schlittenhunde im Einsatz |
| Erbliche Stoffwechselthemen | Eiweißquelle, Fettgehalt, Mineralstoffe, Wasseraufnahme | Dalmatiner, Neufundländer, Zwergschnauzer, Husky, Labrador |
Die Tabelle zeigt auch, was fehlt: Fellfarbe, Herkunftsland, Temperament. Nichts davon ändert etwas am Futter, auch wenn die Verpackung mit dem Rassebild etwas anderes nahelegt. Der häufigste Denkfehler in meiner Beratung ist nicht, dass Halterinnen und Halter den Einfluss der Rasse überschätzen. Er liegt darin, dass sie den Rassestandard für den Lebensstil nehmen: Ein Border Collie, der zweimal am Tag um den Block geht, ist kein Hütehund mehr, sondern ein mittelgroßer Haushund mit dem Bedarf eines mittelgroßen Haushunds.
Wie füttere ich Riesenrassen, ohne das Wachstum zu überfordern?
Riesenrassen füttert man langsam. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem ich die folgenreichsten Fehler sehe: Ein Welpe, der mit zwölf Monaten vierzig Kilo wiegt, wird wie ein fertiger Hund behandelt, dabei wächst er noch ein Jahr. Ein Energieüberschuss in dieser Phase lässt Knochen schneller wachsen, als Knorpel und Bänder mittragen können; eine zusätzliche Calciumgabe zu einem Alleinfutter verschiebt das Mineralstoffverhältnis, das für große Welpen ohnehin eng kalkuliert ist. Beides ist nachweislich mit Skelettproblemen verbunden, die den Hund sein Leben lang begleiten. Dazu kommt bei allen vier Hunderassen dieser Gruppe der tiefe Brustkorb: Eine Studie der Purdue University an elf Großrassen fand ein Lebenszeitrisiko für Magendrehung von 3,9 bis 36,7 Prozent, bei der Deutschen Dogge am höchsten. Dieselbe Arbeitsgruppe stellte fest, dass ein erhöhter Fressnapf das Risiko mehr als verdoppelt und Trockenfutter mit Fett unter den ersten vier Zutaten es um das Zweieinhalbfache erhöht. Für mich ein weiterer Grund, warum ich bei Riesenrassen auf Nassfutter in mehreren kleinen Mahlzeiten setze; die Nachteile von Trockenfutter enden nicht bei der Magendrehung.
| Hunderasse | Endgewicht (Rüde / Hündin) | Ausgewachsen mit | Was ich an der Fütterung anpasse |
|---|---|---|---|
| Deutsche Dogge | 55 bis 90 kg / 45 bis 60 kg | 18 bis 24 Monaten | drei bis vier Mahlzeiten, Ruhe danach, Welpe ohne Energieüberschuss |
| Bernhardiner | 65 bis 90 kg / 55 bis 70 kg | 24 Monaten | schlankes Gewicht, Hitze beachten, langsames Wachstum |
| Berner Sennenhund | 40 bis 55 kg / 35 bis 45 kg | 18 bis 24 Monaten | Gewicht für die Gelenke, kein Welpenfutter für Kleinrassen |
| Neufundländer | 60 bis 70 kg / 45 bis 55 kg | 24 Monaten | viel Flüssigkeit, Zystinurie tierärztlich, Übergewicht vermeiden |
| Leonberger | 48 bis 75 kg / 41 bis 60 kg | 24 Monaten | ruhiges Wachstum, schlankes Gewicht, mehrere Mahlzeiten |
Deutsche Dogge
Bei der Deutschen Dogge dreht sich die Fütterung um zwei Dinge: Magendrehung und Wachstum. Die Dogge gehört zu den am stärksten gefährdeten Zuchtlinien überhaupt, deshalb bekommt sie bei mir drei bis vier kleine Mahlzeiten am Tag, Ruhe eine Stunde davor und danach, keinen erhöhten Fressnapf und kein Trockenfutter. Beim Welpen heißt die Regel: nährstoffdicht, aber nicht energiereich. Zusätzliches Calcium zu einem Alleinfutter ist tabu. Die dilatative Kardiomyopathie, die bei der Dogge gehäuft auftritt, lässt sich über das Futter nicht beeinflussen; sie gehört in die kardiologische Vorsorge. Wer eine Dogge ernährt, ernährt einen Hund, der mit acht Jahren alt ist. Umso mehr zählt jedes Jahr, in dem die Gelenke nicht unnötig tragen müssen.

Bernhardiner
Der Bernhardiner ist mit bis zu 90 Kilo einer der schwersten Hunde überhaupt. Genau das ist sein Fütterungsthema. Jedes Kilo zu viel trägt er auf Hüften und Ellbogen, die bei dieser Masse ohnehin an der Grenze arbeiten. In meiner Beratung ist der Bernhardiner der Hund, bei dem ich am häufigsten das Gegenteil von dem rate, was Halterinnen und Halter erwarten: weniger, nicht mehr. Der Berghund ist für Kälte gebaut, an heißen Tagen frisst er weniger und sollte dann auch weniger bekommen. Die Wachstumsphase ist mit zwei Jahren lang, der tiefe Brustkorb verlangt mehrere kleine Mahlzeiten.

Berner Sennenhund
Der Berner Sennenhund ist die Zuchtlinie, bei der die Weichen am frühesten gestellt werden. Hüft- und Ellbogendysplasie sind häufig. Der Welpe wächst so schnell, dass ein zu energiereiches Futter das Skelett überholt. Ich sehe regelmäßig Berner-Welpen, die mit einem Welpenfutter für kleine Rassen aufgezogen werden, weil es im Regal stand; die Energiedichte passt dann nicht. Erwachsen gilt: schlank halten, zwei bis drei Mahlzeiten, Ruhe danach. Das hohe Krebsrisiko des Berners, vor allem das histiozytäre Sarkom, ist genetisch und über die Fütterung nicht zu verändern. Was die Ernährung kann, ist einen Hund mit gesundem Gewicht und guter Muskulatur in die tierärztliche Vorsorge zu schicken.

Neufundländer
Der Neufundländer bringt als Einziger dieser Gruppe ein echtes Stoffwechselthema mit: die Zystinurie, eine erbliche Störung, bei der die Aminosäure Cystin nicht rückresorbiert wird und Harnsteine bildet. Die ursächliche Variante im SLC3A1-Gen ist seit 2000 bekannt, ein Gentest existiert. Die Behandlung gehört in die Tierarztpraxis. Die Fütterung begleitet mit viel Flüssigkeit, also Nassfutter statt Trockenfutter, sowie mit einer Diät, die die Praxis verordnet. Daneben gilt, was für alle Riesen gilt: langsames Wachstum, schlankes Gewicht, mehrere Mahlzeiten. Die angeborene Subaortenstenose, die beim Neufundländer vorkommt, ist nicht fütterbar, ein schlanker Hund belastet sein Herz aber weniger.

Leonberger
Der Leonberger ist der freundliche Riese, bei dem die Fütterung über zwei Jahre Wachstum entscheidet. Mit bis zu 75 Kilo trägt er dasselbe wie der Bernhardiner, wächst aber oft schneller, als Gelenke und Bänder mitkommen; ein ruhiges Wachstum ohne Energieüberschuss und ohne Calciumzugabe ist beim Welpen die ganze Kunst. Erwachsen gilt: schlankes Gewicht für Hüfte und Ellbogen, zwei bis drei Mahlzeiten statt einer, Ruhe nach dem Fressen, weil der tiefe Brustkorb zur Magendrehung neigt. Die Leonberger-Polyneuropathie, eine erbliche Nervenerkrankung, ist ein Zuchtthema und nicht fütterbar. Wer seinen Leonberger mit acht Jahren noch gut laufen sehen will, hat die Entscheidung dafür mit acht Monaten getroffen.

Was ändert ein kleiner Körper an der Fütterung?
Ein kleiner Körper ändert vor allem drei Dinge: Die Energiereserven sind winzig, der Kiefer ist eng, jedes Leckerli wiegt prozentual zehnmal so viel wie beim großen Hund. Ein Toy-Welpe von 800 Gramm kann nach wenigen Stunden ohne Futter unterzuckern; deshalb bekommen die kleinsten Hunde bei mir drei bis vier Mahlzeiten, bis sie ausgewachsen sind. Der enge Kiefer mit eng stehenden Zähnen begünstigt Zahnstein bei fast allen Kleinrassen. Die Hoffnung, normales Trockenfutter würde das abreiben, ist ein Mythos; was hilft, sind Zähneputzen und Kauartikel. Das dritte Thema ist die Rechnung: Ein Stück Käse ist beim Chihuahua ein Zehntel der Tagesration. Übergewicht sieht man unter dem Fell von Malteser, Havaneser oder Spitz erst, wenn es längst da ist. Mein Lese-Trick für alle kleinen Hunde: Rippen mit den Händen tasten, nicht mit den Augen schätzen.
Yorkshire Terrier
Der Yorkshire Terrier ist das Lehrbuchbeispiel für Kleinhund-Fütterung. Mit zwei bis drei Kilo hat er kaum Reserven, Welpen neigen zu Unterzuckerung und sollten nie lange ohne Futter sein. Die Portionen sind klein, deshalb muss jedes Gramm Qualität liefern: hochwertiges tierisches Eiweiß, keine Füllstoffe. Der kleine Kiefer verlangt Zahnpflege von Anfang an, Zahnverlust im mittleren Alter ist bei dieser Zuchtlinie sonst die Regel. Das lange, seidige Fell braucht Fettsäuren von innen. Eine Konsistenz, die der Hund kauen kann, ist mir hier wichtiger als bei jedem großen Hund.

Bolonka Zwetna
Der Bolonka Zwetna teilt mit dem Yorkshire das Zahnthema, bei ihm ist es meist das dominierende. Zuckerfreies Nassfutter, tägliches Zähneputzen und regelmäßige tierärztliche Kontrolle sind bei dieser Hunderasse wichtiger als jede Sortenwahl. Mit drei bis vier Kilo und ruhigem Wesen setzt der Bolonka leicht an, die Patellaluxation, die bei kleinen Hunden häufig vorkommt, wird durch jedes Kilo zu viel verschärft. Sein dichtes Lockenfell verträgt hochwertige Fettsäuren, die Verdauung ist bei manchen Hunden dieser Linie empfindlich; ein klar deklariertes Futter ohne ständigen Sortenwechsel ist dann die Basis.

Shih Tzu
Der Shih Tzu ist brachyzephal. Das ändert die Fütterung mechanisch: Der kurze Kiefer, oft mit Unterbiss, greift Kroketten schlecht und kaut große Stücke schwer. Eine weiche, feinfaserige Konsistenz ist für diese Zuchtlinie keine Verwöhnung, sondern die einzige Art, wie der Hund ohne Mühe frisst. Dazu kommt die Atmung: Jedes Kilo zu viel verschärft bei brachyzephalen Hunden die Atemprobleme, die eine britische Studie 2015 an über 700 Hunden mit der Kopfform in Verbindung gebracht hat. Der Shih Tzu braucht schlank zu bleiben, nicht aus Kosmetik, sondern um Luft zu bekommen. Zahnstein, Augen und das lange Fell sind die übrigen Themen.

Malteser
Der Malteser wiegt drei bis vier Kilo. Bei diesem Gewicht ist jedes Leckerli eine Mahlzeit. Übergewicht ist bei ihm der direkteste Weg zur Patellaluxation, deshalb abgewogene Portionen in zwei bis drei kleinen Mahlzeiten. Das zweite Thema sind die Zähne: Kleine Rassen unter sechseinhalb Kilo entwickeln bis zu fünfmal häufiger Parodontitis als große, beim Malteser kommt der enge Kiefer dazu. Zähneputzen von Anfang an, zuckerfreies Nassfutter, regelmäßige Kontrolle. Das weiße Fell zeigt jede Tränenspur; Tränenfluss hat beim Malteser meist anatomische Gründe, Fettsäuren unterstützen Haut und Fell von innen. Welpen dieser Zuchtlinie können unterzuckern, deshalb nie lange ohne Futter.

Havaneser
Der Havaneser teilt mit dem Malteser Größe, Kiefer und Zahnthema, bringt aber ein dichteres, langes Fell und oft eine empfindlichere Haut mit. Zahnpflege und eine bissfeste Konsistenz sind bei ihm genauso wichtig, Fettsäuren für Haut und Fell ebenfalls. Die Patellaluxation kommt vor und wird durch jedes Kilo zu viel verschärft; bei vier bis sieben Kilo ist das schnell erreicht, weil der Havaneser ein geschickter Bettler ist. Mehrere kleine Mahlzeiten passen zu seinem geringen Bedarf besser als eine große. In meiner Beratung ist der Havaneser der Kleinhund, bei dem das Fell am häufigsten täuscht: Unter der Lockenpracht sieht man die Taille nicht, man muss sie tasten.

Mops
Der Mops ist der Hund, bei dem ich am häufigsten dieselbe Rechnung aufmache: kleiner Energiebedarf, großer Appetit, ergibt Übergewicht. Möpse gehören zu den übergewichtsanfälligsten Rassen überhaupt, abgewogene Tagesmengen mit eingerechneten Leckerlis sind bei ihnen keine Empfehlung, sondern die Grundlage. Alles andere hängt daran: Die Atmung des brachyzephalen Mopses verschlechtert sich mit jedem Kilo, die Patellaluxation ebenso. Drei kleine Mahlzeiten statt zwei großer entlasten den Verdauungstrakt dieser kurzköpfigen Rasse, keine schwere Mahlzeit vor Aktivität oder bei Hitze. Eine weiche, gut greifbare Konsistenz passt zum Kiefer, Zahnpflege gehört wie bei allen Kleinrassen dazu.

Französische Bulldogge
Die Französische Bulldogge vereint drei Fütterungsthemen: Allergieneigung, Atmung, Gewicht. Sie zählt zu den Rassen, bei denen Futtermittelunverträglichkeiten und atopische Dermatitis besonders häufig vorkommen; ein klar deklariertes Futter mit einer bekannten Eiweißquelle ist bei ihr die Basis, bei Verdacht eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät über acht bis zwölf Wochen. Die Atmung der brachyzephalen Rasse verlangt kleine Portionen, drei Mahlzeiten am Tag, nichts Schweres vor Aktivität oder bei Hitze. Das Gewicht entscheidet mit über beides, denn jedes Kilo verengt die Atemwege weiter. Hautfalten brauchen Pflege von außen, die Hautbarriere Fettsäuren von innen.

West Highland White Terrier
Beim Westie steht die Haut im Mittelpunkt. Die atopische Dermatitis ist bei dieser Zuchtlinie so häufig, dass ich jeden Westie-Haushalt zuerst nach Juckreiz, Pfotenlecken und Ohren frage. Was die Fütterung leisten kann: ein hochwertiges, klar deklariertes Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren, die die Hautbarriere unterstützen. Was sie nicht kann: eine Allergie beheben. Steckt eine Futtermittelunverträglichkeit hinter dem Juckreiz, hilft nur eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät über acht bis zwölf Wochen mit einer Eiweißquelle, die der Hund nachweislich noch nie hatte. Wahlloses Durchprobieren von Sorten verwischt das Bild. Daneben zählen Gewicht und Gelenke, der Westie neigt als kompakter Terrier zur Patellaluxation.

Cavalier King Charles Spaniel
Der Cavalier ist eine Herzrasse. Die Mitralklappenerkrankung tritt bei dieser Zuchtlinie so früh und so häufig auf wie bei keiner anderen; sie ist genetisch und über das Futter nicht zu verhindern. Was ich beeinflussen kann, ist die Last, die das Herz tragen muss: ein schlankes Gewicht und gesunde Zähne, weil Zahnfleischentzündungen auch das Herz belasten. Der Cavalier ist sehr futtermotiviert, Leckerlis werden bei ihm in die Tagesration eingerechnet, nicht dazugegeben. Seine hängenden Ohren brauchen Kontrolle, sein seidiges Fell Fettsäuren. Ein Rassehund, bei dem die Waage und die Zahnbürste mehr für die Lebensqualität tun als jede Sortenwahl.

Deutscher Spitz
Beim Deutschen Spitz, vom Zwergspitz bis zum Großspitz, versteckt das üppige Doppelfell jedes Übergewicht so gut, dass ich den Körperzustand grundsätzlich mit den Händen beurteile. Der Zwergspitz teilt mit dem Yorkshire die Unterzuckerungsgefahr im Welpenalter und das Zahnthema; die Luftröhre kleiner Spitze ist empfindlich, auch hier zählt jedes Kilo. Das Fell verlangt hochwertiges Eiweiß und Fettsäuren von innen, mehr braucht es nicht. Haarausfall in Form der Alopecia X, die beim Spitz vorkommt, ist hormonell und nicht ernährungsbedingt.

Jack Russell Terrier
Der Jack Russell ist klein, aber kein Toy: Sein Energiebedarf liegt für seine Größe erstaunlich hoch, weil er sich bewegt wie ein Hund der doppelten Größe. Die Menge richtet sich bei ihm nach dem Tagespensum, nicht nach dem Gewicht, ein ausgelasteter Jack Russell braucht spürbar mehr als ein ruhiger Begleithund. Bei fünf bis sieben Kilo macht sich ein halbes Kilo zu viel sofort an den Gelenken bemerkbar, Patellaluxation und die Perthes-Erkrankung des Hüftkopfs kommen bei diesem Terrier vor. Hochwertiges Eiweiß in abgewogener Menge, mehr Rassespezifik gibt es beim Jack Russell nicht.

Schnauzer
Beim Schnauzer entscheidet die Größe über das Thema. Der Zwergschnauzer bringt eine Neigung zu erhöhten Blutfetten mit, die Hyperlipidämie. Daraus folgt ein höheres Risiko für eine Pankreatitis sowie für Harnsteine. Für die Fütterung heißt das: ein moderater, gut verträglicher Fettgehalt, keine fetten Tischreste, keine fettreichen Snacks, ein schlankes Gewicht. Ob die Blutfette erhöht sind, zeigt nur ein Bluttest in der Tierarztpraxis; ich rate bei jedem Zwergschnauzer ab dem mittleren Alter dazu. Mittel- und Riesenschnauzer sind sportliche, robuste Hunde, bei denen Gewicht und Gelenke die üblichen Themen sind, beim Riesenschnauzer auch der tiefe Brustkorb.

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Wie viel braucht ein Jagd- oder Hütehund wirklich?
So viel, wie er arbeitet, nicht so viel, wie sein Rassestandard vermuten lässt. Das ist der Satz, den ich bei dieser Gruppe am häufigsten sage. Ein Deutsch Drahthaar in der Jagdsaison verbrennt fast das Doppelte seines Ruhebedarfs; derselbe Hund im Januar auf dem Sofa braucht eine Ration, die der Verpackung widerspricht. Fett ist beim arbeitenden Hund der effizienteste Energieträger, deshalb erhöhe ich bei Arbeitshunden in der Saison den Fettanteil, nicht die Kohlenhydrate. Umgekehrt gilt für Beagle und Cocker Spaniel: Es sind Jagdhunde, die in den meisten Haushalten nicht jagen, aber den Appetit eines jagenden Hundes behalten haben. Bei ihnen ist Übergewicht das Thema Nummer eins.
Deutsch Drahthaar
Der Deutsch Drahthaar ist ein Ausdauersportler mit zwei Jahreszeiten: Jagd und Ruhe. Seine Menge steuere ich nach dem Einsatz, nicht nach dem Kalender, mit hochwertigem Eiweiß für die Muskulatur und Fett als Energielieferant in der Saison. Der tiefe Brustkorb verlangt mehrere kleine Mahlzeiten und ein bis zwei Stunden Abstand zwischen voller Mahlzeit und Belastung, bei einem jagenden Hund keine Kleinigkeit in der Planung. Hüft- und Ellbogendysplasie kommen vor, ein schlankes, muskulöses Gewicht ist die beste Vorsorge, die die Fütterung leisten kann. Der Drahthaar wird oft 14 Jahre und älter; wer ihn schlank durch die Arbeitsjahre bringt, hat im Alter einen Hund mit intakten Gelenken.

Deutsch Kurzhaar
Beim Deutsch Kurzhaar ist die Herausforderung meist umgekehrt: Kondition halten statt abspecken. Der schlanke, hochleistungsfähige Körper verbrennt enorm, sichtbare Rippen bei einem aktiven Kurzhaar sind häufiger ein Zeichen von Unterversorgung als von Gesundheit. Energiedichtes, fleischreiches Futter in einer Menge, die zur Auslastung passt, mit einem höheren Fettanteil in der Saison. Der tiefe Brustkorb gilt auch hier, mehrere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind Pflicht. Ansonsten ist der Kurzhaar eine der gesündesten Zuchtlinien, die ich in der Beratung sehe.

Weimaraner
Der Weimaraner vereint zwei Themen, die beide Disziplin verlangen. Erstens die Magendrehung: Die tiefe, schmale Brust macht ihn zu einem der stark gefährdeten Rassehunde, mehrere kleine Mahlzeiten, ruhiges Fressen und Abstand zur Belastung sind bei ihm nicht verhandelbar. Zweitens das Wachstum: Weimaraner-Welpen sind anfällig für eine schmerzhafte Wachstumsstörung der Röhrenknochen, die hypertrophe Osteodystrophie. Ein Energie- oder Mineralstoffüberschuss im Welpenalter ist hier besonders riskant, deshalb: nährstoffdicht, nicht energiereich, keine Zusätze zu einem Alleinfutter. Erwachsen ist der Weimaraner ein Arbeitshund mit dem Bedarf eines Arbeitshunds, mit allem, was oben für den Drahthaar gilt.

Kleiner Münsterländer
Der Kleine Münsterländer ist ein mittelgroßer, robuster Jagdhund mit wenigen Erbkrankheiten und einem Bedarf, der zwischen Saison und Ruhephase stark schwankt. Die Menge folgt der Auslastung, die Basis ist hochwertiges Fleisch. Seine befederten Hängeohren sind schlecht belüftet und neigen zu Entzündungen; das ist Kontrolle und Pflege, kein Futterthema. Haut und Fell profitieren von Fettsäuren, mehr Rassespezifik braucht der Münsterländer nicht.

Beagle
Der Beagle ist ein Jagdhund mit dem Appetit einer Meute und dem Alltag eines Familienhunds. Das Ergebnis ist in meiner Beratung fast immer dasselbe: Übergewicht. Der Beagle frisst, was er findet: Mülleimer, Vorräte, den Teller der Kinder. Betteln kann er besser als jeder andere Hund. Abgewogene Portionen, eingerechnete Leckerlis, gesicherte Vorräte und eine kalorienarme Gemüsebeilage für die Sättigung sind die Antwort. Das Gewicht zählt bei ihm doppelt, weil der Beagle einen bandscheibenempfindlichen Rücken hat; ähnlich wie beim Dackel trägt die Wirbelsäule jedes Kilo mit. Eine Schilddrüsenunterfunktion, die beim Beagle vorkommt, wird in der Praxis per Bluttest geklärt, wenn ein Hund trotz korrekter Menge zunimmt.

Cocker Spaniel
Beim Cocker Spaniel kommen Übergewicht, Ohren und Haut zusammen. Als Jagdhund im Familienalltag setzt er an wie der Beagle, nur mit mehr Fell darüber. Die hängenden, stark behaarten Ohren sind bei diesem Spaniel das häufigste Gesundheitsthema; Ohrenentzündungen können einen allergischen Hintergrund haben, bei dem eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät mehr bringt als jeder Sortenwechsel. Fettsäuren unterstützen Haut und Fell, abgewogene Portionen halten das Gewicht. Wer seinen Cocker schlank hält, hat einen Hund, der mit zwölf noch mit dem Schwanz wedelt wie mit zwei.

Australian Shepherd
Der Australian Shepherd ist ein Hütehund, dessen Bedarf vollständig davon abhängt, ob er hütet. Ein Aussie im Hundesport braucht spürbar mehr als ein Begleithund mit normalem Pensum, die Menge folgt dem Tag. Hüft- und Ellbogendysplasie sowie OCD kommen vor, ein schlankes Gewicht und Fettsäuren unterstützen die viel bewegten Gelenke, beim Welpen gilt langsames Wachstum. Der MDR1-Gendefekt, den viele Aussies tragen, betrifft die Verträglichkeit bestimmter Medikamente, nicht die Ernährung; er gehört getestet, bevor der Hund das erste Mal entwurmt wird. Das lange Fell verlangt Fettsäuren von innen. Das Gelenkthema teilt er mit dem Labrador, bei dem noch die Appetit-Genvariante dazukommt.

Border Collie
Der Border Collie ist der Hund, bei dem der Unterschied zwischen Rassestandard und Alltag am größten ist. Der Arbeitshund am Schaf braucht bis zu 175 kcal je Kilo Körpergewicht hoch 0,75; der Border Collie in der Stadtwohnung braucht 110. Beide sind dieselbe Zuchtlinie. Ich frage bei jedem Border nach dem Tagesablauf, bevor ich eine Menge nenne. Hochwertiges Eiweiß für die Muskulatur, Fett als Energie bei echter Arbeit, Fettsäuren für die Gelenke eines Hundes, der sich mehr bewegt als jeder andere. Wie der Aussie trägt auch der Border Collie häufig den MDR1-Defekt; auch hier ein Medikamententhema, kein Futterthema.

Magyar Vizsla
Der Magyar Vizsla ist ein schlanker Jagdhund mit dünnem Fell und wenig Körperfett. Genau das prägt seine Fütterung: Er verbrennt viel, friert leicht und braucht an kalten und aktiven Tagen spürbar mehr Energie als die Tabelle vorsieht. Fett als Energieträger passt zu ihm, die Menge folgt Wetter und Einsatz. Haut und Fell sind bei dieser Zuchtlinie häufiger ein Thema, Fettsäuren unterstützen die Hautbarriere, bei Juckreiz hilft eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät mehr als ein Sortenwechsel. Der tiefe Brustkorb verlangt mehrere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen. Die sichtbare Taille ist beim Vizsla Normalzustand; ein runder Vizsla ist ein überfütterter Vizsla.

Deutscher Schäferhund
Der Deutsche Schäferhund bringt mehr rassetypische Fütterungsthemen mit als fast jede andere Hunderasse. Die exokrine Pankreasinsuffizienz, bei der die Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme bildet, ist bei ihm deutlich überrepräsentiert: Heißhunger, Abmagerung, fettiger, grauer Kot. Die Diagnose stellt die Tierarztpraxis, die Fütterung mit Enzymzusatz und hochverdaulichem Futter ist dann lebenslang. Dazu die oft empfindliche Verdauung mit Neigung zu chronischem Durchfall, die Hüft- und Ellbogendysplasie, der tiefe Brustkorb mit Magendrehungsrisiko und die degenerative Myelopathie, die über das Futter nicht zu beeinflussen ist. Für die Fütterung heißt das: klar deklariertes, hochverdauliches Futter aus einer bekannten Eiweißquelle, kein ständiger Wechsel, schlankes Gewicht, mehrere Mahlzeiten mit Ruhe danach. Beim Welpen langsames Wachstum, beim Diensthund Energie nach Einsatz.

Golden Retriever
Der Golden Retriever ist ein Jagdhund mit dem Appetit des Labradors und einem Fell, unter dem Übergewicht lange unsichtbar bleibt. Abgewogene Tagesmengen mit eingerechneten Trainingsleckerlis sind bei ihm die halbe Fütterung. Die andere Hälfte sind die Gelenke: Hüft- und Ellbogendysplasie sind häufig, ein schlankes Gewicht und Fettsäuren unterstützen sie, beim Welpen gilt langsames Wachstum. Dazu kommt die Haut: Atopische Dermatitis und Futtermittelunverträglichkeiten kommen bei dieser Zuchtlinie häufiger vor; wer bei einem Golden Pfotenlecken oder Ohrenentzündungen sieht, sollte an eine Ausschlussdiät denken, nicht an einen Sortenwechsel. Das hohe Krebsrisiko der Rasse ist genetisch, hier kann Fütterung begleiten, nicht verhindern.

Irish Setter
Der Irish Setter ist ein schlanker, hochaktiver Jagdhund mit einem rassetypischen Ernährungsthema: Bei dieser Zuchtlinie ist eine erbliche Glutenunverträglichkeit beschrieben, die sich in chronischem Durchfall und Gewichtsverlust zeigt. Deshalb füttere ich Setter getreidefrei, zumindest ohne Weizen, Gerste und Roggen. Der tiefe, schmale Brustkorb macht ihn zu einer Rasse mit erhöhtem Risiko für die Magendrehung, mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind Pflicht. Der Energiebedarf folgt dem Einsatz, mit Fett als Energieträger in der Saison; die sportliche Figur mit angedeuteter Taille ist beim Setter der Normalzustand, nicht ein Zeichen von Unterversorgung.

Malinois
Der Malinois ist der Diensthund unter den Hütehunden, mit einem Bedarf, der zwischen Einsatz und Ruhetag um ein Vielfaches schwankt. Hochwertiges tierisches Eiweiß für die Arbeitsmuskulatur, Fett als Energiequelle bei echter Belastung, die Menge nach dem Tag, nicht nach dem Rassestandard. Als tiefbrüstiger Hund bekommt er mehrere Mahlzeiten und Abstand zwischen Fressen und Training. Hüft- und Ellbogendysplasie kommen vor, ein schlankes, muskulöses Gewicht ist die beste Vorsorge, die die Fütterung leisten kann. In meiner Beratung ist der Malinois im Familienhaushalt häufiger überfüttert als unterversorgt: Er sieht aus wie ein Arbeitshund, lebt aber oft wie ein Begleithund.

Warum darf ein Windhund dünn aussehen?
Weil er so gebaut ist. Windhunde haben einen Körperfettanteil, der bei anderen Hunden als Untergewicht gelten würde, sichtbare Rippen und eine tiefe Taille gehören zum Typ. Das verunsichert Halterinnen und Halter, die ihren Galgo aus Spanien bekommen und ihn „endlich einmal richtig füttern“ wollen. Rund gefüttert verliert ein Windhund aber genau das, was ihn gesund hält: die Leichtigkeit auf den Gelenken. Der Podenco, der zweite spanische Tierschutzhund in deutschen Haushalten, bringt dieselbe Statur mit, aber einen deutlich höheren Bewegungsdrang.
Galgo
Der Galgo Español ist ein schlanker, ruhiger Windhund mit niedrigem Fettanteil und hohem Muskelanteil, der kein Windhundfutter braucht, sondern gut verdauliches, fleischreiches Futter in mehreren kleinen Mahlzeiten; der tiefe Brustkorb verlangt auch bei ihm Ruhe nach dem Fressen. Die meisten Galgos in Deutschland kommen aus dem spanischen Tierschutz, oft untergewichtig und mit Parasiten. Der Aufbau geht langsam: kleine, häufige Portionen, keine fetten Mahlzeiten auf einen leeren, entwöhnten Magen. Dazu gehört eine tierärztliche Abklärung auf Leishmaniose und andere Mittelmeerkrankheiten, bevor das Gewicht als reines Futterthema behandelt wird. Wie ein untergewichtiger Hund sicher zunimmt, beschreibe ich im Ratgeber zu Untergewicht beim Hund. Die Kälteempfindlichkeit des Galgo ist kein Fütterungsthema, ein Mantel löst sie besser als eine größere Portion.

Podenco
Der Podenco ist der zweite spanische Tierschutzhund in deutschen Haushalten, windhundartig im Bau, aber mit einem deutlich höheren Bewegungsdrang als der Galgo. Auch bei ihm dürfen die Rippen leicht sichtbar sein; ihn „aufzufüttern“ ist der häufigste Fehler, den ich bei frisch angekommenen Podencos sehe. Der tiefe Brustkorb verlangt mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe danach, der Tierschutz-Hintergrund verlangt Geduld: Viele Podencos schlingen anfangs, weil sie Futter nie sicher hatten. Ein ruhiger Fressplatz, eine langsame Umstellung und bei Bedarf ein Anti-Schling-Napf helfen mehr als jede Sorte. Die tierärztliche Abklärung auf Mittelmeerkrankheiten gehört vor jede Fütterungsentscheidung, bei Hunden aus Spanien ohne Ausnahme.

Was unterscheidet nordische und asiatische Rassen?
Zwei Dinge: ein Stoffwechsel, der auf Effizienz gezüchtet wurde, sowie ein Fressverhalten, das viele Halterinnen und Halter als wählerisch erleben. Der Husky verwertet sein Futter besser als die meisten Hunde seiner Größe, Akita und Shiba sortieren aus, lassen stehen und fressen nach eigenem Plan. In meiner Beratung ist bei diesen drei Hunderassen die häufigste Sorge „er frisst zu wenig“. Die häufigste Antwort: Er frisst genau richtig, die Verpackungstabelle ist für andere Hunde gemacht.
Siberian Husky
Der Husky ist ein Fleischfresser-Athlet und ein sparsamer Verwerter zugleich. Im Familienalltag kommt er mit erstaunlich wenig Futter aus, im Zuggeschirr kann derselbe Hund das Drei- bis Vierfache brauchen, dann mit hohem Fettanteil als Energiequelle. Das rassetypische Thema ist der Zink: Die zinkreaktive Dermatose, bei der die Haut trotz ausreichender Zufuhr unterversorgt ist, tritt beim Husky gehäuft auf und ist seit einer Fallserie von 2001 gut beschrieben. Ein Nassfutter mit Innereienanteil liefert Zink in natürlicher Form, bei Hautsymptomen klärt die Tierarztpraxis per Blutbild, ob eine gezielte Gabe nötig ist. Augenerkrankungen wie Katarakt und PRA sind erblich und kein Futterthema.

Akita
Der Akita ist groß, ruhig, mit dichtem Doppelfell. Er setzt leicht Gewicht an, weil er kein Hochleistungssportler ist. Seine Verdauung gilt als eher empfindlich, ein klar deklariertes Futter ohne ständigen Wechsel ist die Basis. Haut und Fell sind bei dieser Zuchtlinie häufiger ein Thema, Fettsäuren unterstützen beides; die Sebadenitis, eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen, die beim Akita vorkommt, ist dermatologisch zu behandeln, nicht fütterbar. Der tiefe Brustkorb verlangt mehrere Mahlzeiten. Dass der Akita wählerisch ist, nehme ich ernst: Er frisst, was ihm schmeckt. Den Rest lässt er stehen, auch bei Hunger.

Shiba Inu
Der Shiba Inu ist mittelgroß, agil und mit rund 8 bis 11 Kilo beim Rüden ein Hund mit moderatem Bedarf, der schnell überfüttert ist. Haut- und Futtermittelallergien kommen bei dieser Zuchtlinie häufiger vor; eine klare Deklaration erleichtert das Allergiemanagement, eine Ausschlussdiät gehört in tierärztliche Begleitung. Der Shiba ist wählerisch wie der Akita und entscheidet selbst, wann und was er frisst. Feste, kleine Mahlzeiten, die nach zwanzig Minuten wieder weggestellt werden, haben sich bei mir bewährt; ein Shiba, der weiß, dass das Futter nicht stehen bleibt, frisst. Die Patellaluxation, die beim Shiba vorkommt, wird durch Übergewicht verschärft.

Wie füttere ich muskulöse Hunde vom Molosser-Typ?
Mit viel hochwertigem Eiweiß für die Muskulatur, mit Bedacht beim Wachstum und mit einem Auge auf die Waage, weil der kräftige Körperbau Fett genauso gut aufbaut wie Muskeln. Bei allen Molossern gilt außerdem: nicht schneller wachsen lassen, als Gelenke und Bänder mittragen, denn Hüft- und Ellbogendysplasie, OCD und Kreuzbandrisse sind in dieser Gruppe häufig.
Rottweiler
Der Rottweiler ist überdurchschnittlich häufig von Gelenk- und Herzerkrankungen betroffen, deshalb richtet sich seine Fütterung vom Welpenalter an auf ein schlankes Idealgewicht. Ein zu energiereiches Welpenfutter lässt den schweren Hund zu schnell wachsen, Hüft- und Ellbogendysplasie sowie Kreuzbandrisse sind die Folge, die ich später in der Beratung sehe. Erwachsen bekommt der Rottweiler moderat energiereiches Futter in zwei bis drei Mahlzeiten, Ruhe danach, weil der tiefe Brustkorb zur Magendrehung neigt. Die dilatative Kardiomyopathie ist bei ihm genetisch, ein schlanker Hund belastet sein Herz aber weniger. Das erhöhte Krebsrisiko des Rottweilers, vor allem das Osteosarkom, ist kein Futterthema.

American Staffordshire Terrier
Der Amstaff ist ein muskulöser, aktiver Hund mit hohem Eiweißbedarf und gleichzeitig einer Neigung zum Ansetzen. Hochwertiges tierisches Eiweiß hält die Muskelmasse, eine moderate Energiedichte hält das Gewicht; beides zusammen ist bei dieser Zuchtlinie die ganze Kunst. Das kurze Fell bietet der Haut wenig Schutz, Hautempfindlichkeiten und Demodikose kommen vor, Fettsäuren unterstützen die Hautbarriere. Hüftdysplasie wird durch zu schnelles Wachstum und Übergewicht begünstigt, mehrere kleine Mahlzeiten in einem ruhigen Rhythmus passen zu seinem Temperament besser als eine große.

Cane Corso
Der Cane Corso ist mit bis zu 50 Kilo der schwerste Vertreter dieser Gruppe. Bei ihm gilt alles, was für Riesenrassen gilt: ruhiges Wachstum ohne Energieüberschuss, keine Calciumzugabe, schlankes Gewicht für Hüfte und Ellbogen. Als tiefbrüstiger, schlingender Hund bekommt er zwei bis drei Mahlzeiten mit Ruhe davor und danach. Die kräftige Muskulatur braucht hochwertiges tierisches Eiweiß, der moderate Bewegungsdrang eines Familien-Corso verlangt eine moderate Energiedichte. Was mir bei dieser Zuchtlinie auffällt: Viele Halterinnen und Halter füttern ihn wie einen Arbeitshund, weil er so aussieht; die meisten Cane Corsos leben aber wie ruhige Wachhunde und setzen entsprechend an.

Boxer
Der Boxer ist sportlich, sensibel und in mehrfacher Hinsicht ein Herzhund. Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) ist bei ihm genetisch nachgewiesen; die Fütterung kann sie nicht beeinflussen, ein schlankes Gewicht entlastet das Herz aber messbar. Dazu kommt die Verdauung: Viele Boxer reagieren empfindlich auf Futterwechsel, bei der Rasse ist zudem eine eigene Form der chronischen Dickdarmentzündung beschrieben. Ein klar deklariertes Futter aus einer bekannten Eiweißquelle ohne ständigen Wechsel ist deshalb die Basis, bei chronischem Durchfall gehört der Boxer früh in die Diagnostik. Der tiefe Brustkorb verlangt mehrere Mahlzeiten und Ruhe danach, die Hitzeempfindlichkeit des kurzköpfigen Boxers bedeutet: keine große Mahlzeit vor dem Spaziergang im Sommer.

Dobermann
Beim Dobermann steht das Herz über allem. Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) tritt bei dieser Zuchtlinie so häufig auf wie bei kaum einer anderen; sie ist genetisch und über das Futter weder zu verhindern noch zu behandeln. Was ich beeinflussen kann: ein schlankes, muskulöses Gewicht, eine hochwertige Eiweiß- und Taurinversorgung aus Muskelfleisch und Herz, Fettsäuren. Was ich nicht ersetze: Herzultraschall und Langzeit-EKG, die beim Dobermann ab dem mittleren Alter jährlich sinnvoll sind. Der tiefe Brustkorb macht ihn zu einer Magendrehungsrasse, mehrere Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen sind Pflicht. Eine Schilddrüsenunterfunktion kommt vor; nimmt ein Dobermann trotz korrekter Menge zu, klärt das ein Bluttest, nicht die nächste Diät.

Rhodesian Ridgeback
Der Rhodesian Ridgeback ist ein athletischer, schlanker Hund, dessen Fütterung sich um zwei Themen dreht: den tiefen Brustkorb und die Gelenke. Die Magendrehung ist bei dieser Rasse ein reales Risiko, deshalb mehrere kleine Mahlzeiten, Ruhe davor und danach, kein hastiges Schlingen. Hüft- und Ellbogendysplasie kommen vor, ein schlankes Gewicht und Fettsäuren unterstützen die Gelenke, beim Welpen gilt langsames Wachstum ohne Calciumzugabe. Der Bedarf folgt der Aktivität, der Ridgeback ist für lange Strecken gebaut und setzt als Familienhund mit kurzen Runden schnell an. Der Dermoidsinus, die rassetypische Fehlbildung entlang der Wirbelsäule, ist ein Zuchtthema, kein Futterthema.

Englische Bulldogge
Die Englische Bulldogge bringt als brachyzephaler Molosser beide Themen dieser Gruppe zusammen: das Gewicht des kräftigen Körpers und die Atmung des kurzen Kopfes. Jedes Kilo zu viel belastet Atemwege, Gelenke und Wirbelsäule einer Rasse, die ohnehin an der Grenze arbeitet; abgewogene Portionen mit moderater Energiedichte sind die Grundlage. Mehrere kleine Mahlzeiten verringern das Luftschlucken beim hastigen Fressen und entlasten die Atmung. Die Hautfalten neigen zu Entzündungen, die Pflege ist Handarbeit, die Hautbarriere unterstützen Fettsäuren von innen. Eine weiche, gut greifbare Konsistenz passt zum Kiefer besser als Kroketten. Die vielen Gesundheitsthemen dieser Zuchtlinie, von den Augen bis zu den Gelenken, gehören in die tierärztliche Vorsorge; die Fütterung hält den Hund so leicht, dass er sie tragen kann.

Warum braucht der Dalmatiner eine eigene Eiweißauswahl?
Weil er als einzige Hunderasse Harnsäure nicht zu Allantoin abbauen kann. Eine Variante im SLC2A9-Gen, 2008 nachgewiesen, lässt die Harnsäure im Urin; daraus bilden sich beim Dalmatiner Uratsteine. Das ist das eine Rassethema in diesem Ratgeber, bei dem die Rasse die Fütterung grundlegend verändert, nicht nur die Menge.
Dalmatiner
Beim Dalmatiner dreht sich die Fütterung um Purine und Wasser. Purine werden zu Harnsäure, deshalb bekommt er eine purinbewusste Eiweißauswahl: mageres Muskelfleisch statt Innereien, keine Leber, keine Sardinen oder Hering, keine Hefe. Die Menge an Eiweiß muss trotzdem stimmen, ein Dalmatiner ist kein Hund für eiweißarme Diäten, sondern für die richtige Eiweißquelle. Das zweite Thema ist die Harnverdünnung: Nassfutter mit rund 75 Prozent Wasser, immer frisches Wasser, bei Bedarf Brühe, damit die Harnsäure gelöst bleibt. Regelmäßige Urinkontrollen gehören zur Vorsorge, Rüden sind von Steinen häufiger betroffen als Hündinnen. Die erbliche Taubheit, die 15 bis 30 Prozent der Dalmatiner betrifft, ist genetisch und kein Futterthema. In meiner Beratung ist der Dalmatiner der Hund, bei dem ich die Zutatenliste am genauesten lese.

Was füttere ich einem Mischling oder Doodle?
Das, was zu seiner Größe, seinem Alter und seinem Tagesablauf passt, so wie bei jedem Rassehund. Der Stammbaum hilft nur dort, wo er Veranlagungen verrät. Für beide Gruppen ist die erste Frage dieselbe: Welches Endgewicht wird der Hund erreichen? Davon hängt ab, ob der Welpe wie ein großer oder wie ein kleiner Hund gefüttert wird. Bei einem Welpen aus dem Tierschutz ist das oft die schwierigste Schätzung überhaupt.
Mischling
Ein Mischling bekommt kein eigenes Futter, weil es ihn als Zuchtlinie nicht gibt. Was zählt, sind Größe, Aktivität und Lebensphase, bei bekannten Elternrassen außerdem deren Themen: Gelenke bei großen Linien, Zähne bei kleinen, Gewicht bei Retriever-Anteil, MDR1 bei Hütehund-Anteil. Dass Mischlinge robuster sind, stimmt im Durchschnitt, weil sich die Gene breiter verteilen; individuell kann jede Veranlagung beider Elternrassen auftreten. Wer sie nicht kennt, beobachtet den Hund statt des Stammbaums: Gewicht, Fell, Kot, Zähne. In meiner Beratung ist der Mischling der Hund, bei dem ich am meisten frage und am wenigsten voraussetze.

Doodle
Ein Doodle ist immer eine Kreuzung mit dem Pudel; Größe, Aktivität und Veranlagungen bestimmt die zweite Rasse. Ein Labradoodle kann die Appetitveranlagung des Labradors erben: Eine Cambridge-Studie fand 2016 eine Variante im POMC-Gen, die bei Labradoren mit stärkerem Hunger und höherem Gewicht verbunden ist. Ein Goldendoodle bringt eher die Gelenkthemen des Retrievers mit, ein Bernedoodle die des Berners. Gemeinsam haben alle Doodles das Pudelfell, das Fettsäuren braucht, sowie die hängenden, behaarten Ohren, die schlecht belüftet sind. Die Basis bleibt ein fleischreiches Alleinfutter in einer Menge, die zum geschätzten Endgewicht und zur Lebensphase passt.

Wie viel Futter braucht mein Hund je nach Größe und Auslastung?
Der Energiebedarf hängt von Gewicht, Alter, Kastration und vor allem von der tatsächlichen Bewegung ab. FEDIAF rechnet für ruhige oder übergewichtsgeneigte Hunde mit 95 kcal, für normal aktive mit 110 kcal und für Arbeitshunde mit 150 bis 175 kcal je Kilo Körpergewicht hoch 0,75. Die Werte sind Startpunkte, keine Vorschriften; laut NRC können sie den tatsächlichen Bedarf um 10 bis 60 Prozent überschätzen, bei kastrierten Hunden fast immer.
| Körpergewicht | Ruhig oder übergewichtsgeneigt (95 kcal) | Normal aktiv (110 kcal) | Arbeitshund (150 bis 175 kcal) | Typische Rassen |
|---|---|---|---|---|
| 5 kg | 318 kcal | 368 kcal | 500 bis 585 kcal | Yorkshire, Bolonka, Zwergspitz, Chihuahua |
| 10 kg | 534 kcal | 619 kcal | 845 bis 985 kcal | Shih Tzu, Westie, Jack Russell, Cavalier, Shiba |
| 20 kg | 898 kcal | 1.040 kcal | 1.420 bis 1.655 kcal | Beagle, Cocker, Border Collie, Aussie, Münsterländer |
| 30 kg | 1.218 kcal | 1.410 kcal | 1.925 bis 2.245 kcal | Drahthaar, Kurzhaar, Husky, Galgo, Akita |
| 40 kg | 1.511 kcal | 1.750 kcal | 2.385 bis 2.785 kcal | Weimaraner, Rottweiler, Amstaff, Berner |
| 60 kg | 2.048 kcal | 2.372 kcal | 3.235 bis 3.775 kcal | Dogge, Bernhardiner, Neufundländer |
Wie viele Gramm Hundefutter pro Tag das sind, hängt von der Energiedichte der Sorte ab, bei Anifit-Sorten von der jeweiligen Fütterungsempfehlung für Hunde. Für Welpen großer Hunderassen gilt eine eigene Rechnung, die ich im Ratgeber zum Welpenfutter vorrechne. Mein Lese-Trick bleibt bei allen Größen derselbe: Die Tabelle gibt den Startwert, die Rippen geben die Korrektur. Lassen sie sich unter einer dünnen Fettschicht leicht fühlen, stimmt die Menge.
Was ich als Ernährungsberaterin selbst füttere und empfehle
Meine Basis ist bei jeder Hunderasse dieselbe: ein Nassfutter mit hohem Fleischanteil und ohne Zusatzstoffe, also ohne Zucker, Getreide, Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe. Bei Anifit liegt der Fleischanteil je nach Sorte bei 92 bis 96 Prozent, alle Sorten sind Alleinfuttermittel für Hunde jeden Alters, vom Toy-Welpen bis zum Doggen-Senior. Die Dosengrößen von 200 bis 810 Gramm decken die Spanne von der Bolonka-Portion bis zur Doggen-Mahlzeit ab, ohne dass ein geöffneter Rest tagelang im Kühlschrank steht.
Die Rassenzugehörigkeit entscheidet bei mir nicht über die Sorte, sondern über Menge, Mahlzeitenzahl und Beilage. Bei Hunden, die zum Ansetzen neigen, vom Beagle bis zum Labrador, mische ich zur Sättigung Gemüseflocken unter, die Volumen liefern, aber kaum Kalorien. Bei Arbeitshunden in der Saison erhöhe ich den Fettanteil über tierisches Fett, nicht über Kohlenhydrate. Bei wählerischen Fressern wie Akita oder Shiba helfe ich mit gefriergetrockneten Hühnerherzen über dem Futter nach, bevor ich die Sorte wechsle.
Nahrungsergänzungen setze ich gezielt ein, dort, wo ein Hund sie braucht: Fettsäuren für die Haut des Westie oder das Fell des Spitz, eine Gelenkergänzung für den schweren Berner oder den alternden Rottweiler, ein Probiotikum bei empfindlicher Verdauung. Nicht mehr als nötig, denn auch gut gemeinte Ergänzungen können bei Überdosierung schaden; beim großen Welpen ist zusätzliches Calcium der klassische Fehler. Rassespezifika und individuelle Besonderheiten fließen immer mit ein. Am Ende entscheidet aber der einzelne Hund, nicht sein Stammbaum.
Weitere häufige Fragen zur Hundeernährung nach Rasse
Ist Rassefutter besser als normales Hundefutter?
Nein. Ein Futter mit Rassenamen muss dieselben FEDIAF-Mindestwerte erfüllen wie jedes andere Alleinfutter. Meist unterscheidet es sich nur in Krokettenform und Verpackung. Entscheidend sind Fleischanteil, Deklaration und die Menge, die zu Gewicht und Bewegung Ihres Hundes passt.
Woran erkenne ich, dass mein großer Welpe zu schnell wächst?
Daran, dass er rund wird statt lang, dass die Rippen unter einer Fettschicht verschwinden und dass er nach dem Fressen träge ist. Ein Welpe einer Riesenrasse soll schlank und leicht rippig aussehen, das Endgewicht erreicht er auch so, nur später und mit gesünderen Gelenken.
Hilft ein erhöhter Fressnapf gegen Magendrehung?
Nein, eher im Gegenteil. In der Purdue-Studie zu Großrassen hatten Hunde mit erhöhtem Fressnapf ein mehr als doppelt so hohes Risiko für eine Magendrehung. Was das Risiko senkt, sind mehrere kleine Mahlzeiten, ruhiges Fressen und Abstand zur Belastung; mehr dazu im Ratgeber zur Magendrehung beim Hund.
Wie baue ich einen untergewichtigen Tierschutzhund auf?
Langsam, mit kleinen, häufigen Portionen eines gut verdaulichen Futters, nicht mit großen, fetten Mahlzeiten auf einen entwöhnten Magen. Vorher gehört eine tierärztliche Abklärung auf Parasiten und bei Hunden aus dem Süden auf Mittelmeerkrankheiten dazu, sonst füttert man gegen eine Ursache an, die kein Futter löst.
Muss ein Husky im Winter mehr fressen?
Nur, wenn er im Winter mehr arbeitet. Die Kälte allein erhöht den Bedarf eines Hundes mit intaktem Doppelfell kaum, der Zugeinsatz im Schnee dagegen enorm. Ein Familien-Husky, der im Winter dieselben Runden läuft wie im Sommer, braucht dieselbe Menge; sonst ist er im Frühjahr rund.
Welches Welpenfutter passt zu einem Mischling unbekannter Größe?
Das hängt vom geschätzten Endgewicht ab: Liegt es über 25 Kilo, wird der Welpe wie ein großer Hund gefüttert, also mit langsamem Wachstum und ohne Calciumzugabe. Pfotengröße, Elterntiere und das Gewicht mit vier Monaten geben Anhaltspunkte, im Zweifel lieber die größere Schätzung.
Fazit: Die Rasse stellt die Fragen, der Hund gibt die Antworten
Hundeernährung nach Rasse heißt, die Grundlage für alle Hunde an fünf Stellen anzupassen: Endgewicht und Wachstum, Brustkorb, Kopfform, tatsächliche Arbeit und die wenigen echten Stoffwechselthemen. Riesenrassen brauchen diese Grundlage langsam und in mehreren Mahlzeiten, Kleinrassen in kleinen, häufigen Portionen mit Blick auf die Zähne, Arbeitshunde nach Einsatz, Windhunde schlanker, als es sich richtig anfühlt. Was die Fütterung nicht kann, sind genetische Veranlagungen aufheben; was sie kann, ist einen Hund mit gesundem Gewicht und intakten Gelenken in jedes Lebensjahr zu bringen. Dafür reicht bei den meisten Hunden ein Satz: viel Fleisch, richtige Menge, Ruhe nach dem Fressen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentek, J. (begründet von Meyer, H.) (2022): Ernährung des Hundes. Grundlagen, Fütterung, Diätetik. 9. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart, das deutschsprachige Standardwerk zur Hundeernährung.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien für Hunde- und Katzenfutter mit den Energie-Richtwerten dieses Ratgebers.
- National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press, Washington DC, wissenschaftliche Referenz für den Nährstoffbedarf von Hund und Katze.
- Glickman, L. T. et al. (2000): Incidence of and breed-related risk factors for gastric dilatation-volvulus in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association 216(1), Langzeitstudie an elf Großrassen zum Lebenszeitrisiko der Magendrehung.
- Raghavan, M., Glickman, N., McCabe, G., Lantz, G., Glickman, L. T. (2004): Diet-related risk factors for gastric dilatation-volvulus in dogs of high-risk breeds. Journal of the American Animal Hospital Association 40(3), Fütterungsfaktoren wie erhöhter Fressnapf und Fettgehalt im Trockenfutter als Risiko.
- Henthorn, P. S. et al. (2000): Canine cystinuria: polymorphism in the canine SLC3A1 gene and identification of a nonsense mutation in cystinuric Newfoundland dogs. Human Genetics 107(4), Nachweis der Genvariante hinter der Zystinurie des Neufundländers.
- Raffan, E. et al. (2016): A deletion in the canine POMC gene is associated with weight and appetite in obesity-prone Labrador retriever dogs. Cell Metabolism 23(5), Nachweis der Appetit-Genvariante bei Labrador und Flat-Coated Retriever.
- Bannasch, D. et al. (2008): Mutations in the SLC2A9 gene cause hyperuricosuria and hyperuricemia in the dog. PLoS Genetics 4(11), Nachweis der Genvariante hinter dem Purinstoffwechsel des Dalmatiners.
- Strain, G. M. (2004): Deafness prevalence and pigmentation and gender associations in dog breeds at risk. The Veterinary Journal 167(1), Häufigkeit der erblichen Taubheit beim Dalmatiner.
- Westermarck, E., Wiberg, M., Junttila, J. (1990): Role of feeding in the treatment of dogs with pancreatic degenerative atrophy. Acta Veterinaria Scandinavica 31(3), Fütterung bei exokriner Pankreasinsuffizienz, vor allem beim Deutschen Schäferhund.
- White, S. D. et al. (2001): Zinc responsive dermatosis in dogs: 41 cases and literature review. Veterinary Dermatology 12(2), Fallserie zur zinkreaktiven Dermatose, vor allem bei nordischen Rassen.
- Packer, R. M. A. et al. (2015): Impact of facial conformation on canine health: brachycephalic obstructive airway syndrome. PLOS ONE 10(10), Studie zum Zusammenhang von Kopfform, Gewicht und Atemproblemen bei brachyzephalen Hunden.







