Wenn ein Hund seit Monaten Durchfall hat und das Bluteiweiß Untersuchung für Untersuchung sinkt, obwohl die Niere unauffällig ist, dann verliert er das Eiweiß über den Darm. Tierärztinnen und Tierärzte nennen das Proteinverlust-Enteropathie, kurz PLE. Für die Fütterung ist diese Diagnose ein Wendepunkt, weil fast alles, was sonst bei Durchfall beim Hund gilt, hier nicht passt: Der Hund braucht mehr Eiweiß statt weniger, so wenig Fett wie möglich und eine Eiweißquelle, die sein Darm noch nicht kennt. In diesem Ratgeber erkläre ich, was bei einer PLE im Darm passiert, woran Sie sie erkennen und wie ich die Fütterung aufbaue.

Fütterung bei Proteinverlust-Enteropathie: Das Wichtigste in Kürze
Bei einer PLE gehen Eiweiße über die geschädigte Darmschleimhaut oder undichte Lymphgefäße verloren, mit ihnen Fette und fettlösliche Vitamine. Die Fütterung arbeitet gegen diesen Verlust: viel hochverdauliches Eiweiß, sehr wenig Fett, eine hypoallergene Eiweißquelle, erhöhte Mineralstoff- und Vitaminversorgung. Diagnose und Therapie gehören in die Tierarztpraxis.
- Leitsymptom im Blut ist ein sinkender Albuminwert bei unauffälliger Niere; der Hund magert ab, später kommen Wasseransammlungen dazu.
- Eiweiß: mehr als 25 bis 30 Prozent der Kalorien, mindestens 80 Gramm je 1.000 kcal, hochwertig und hochverdaulich.
- Fett: höchstens 10 bis 15 Prozent der Kalorien, also 10 bis 20 Gramm je 1.000 kcal; in Studien sprachen rund 80 Prozent der Hunde auf eine strenge Fettreduktion an.
- Eiweißquelle: unbekannt oder lange nicht gefüttert, keine der häufigen Allergieauslöser.
- Mineralstoffe und Vitamine auf etwa 200 Prozent des Bedarfs, dazu Vitamin B12, bei Bedarf Tryptophan; Faser gering bis moderat.
- Mein Praxis-Tipp: Die Ration wird berechnet, nicht geschätzt; der Albuminwert ist der Maßstab, nicht das Kotbild.
Was ist eine Proteinverlust-Enteropathie beim Hund?
Eine Proteinverlust-Enteropathie ist keine eigene Krankheit, sondern die Folge einer Darmerkrankung, bei der Eiweiße aus dem Blut in den Darm übertreten und mit dem Kot verloren gehen. Dahinter stehen entzündliche Schäden der Schleimhaut, Störungen des Lymphflusses oder Fehlbildungen der Lymphgefäße. Mit dem Eiweiß verliert der Hund auch Fette und fettlösliche Vitamine.
Um zu verstehen, warum die Fütterung bei PLE so anders aussieht, hilft ein Blick in die Darmzotten. In jeder Zotte liegt ein feines Lymphgefäß, das Fett aus der Nahrung aufnimmt und abtransportiert. Sind diese Gefäße erweitert oder verstopft, eine Lymphangiektasie, dann stauen sie sich, reißen und entleeren eiweißreiche Lymphe in den Darm. Jede fettreiche Mahlzeit erhöht den Druck in diesen Gefäßen und damit den Verlust. Bei der zweiten großen Ursache, der chronischen Darmentzündung, ist die Schleimhaut selbst so geschädigt, dass Eiweiß durch sie hindurchsickert; wie ich bei der chronischen Darmentzündung (IBD) beim Hund füttere, hängt davon ab, ob ein Eiweißverlust dazukommt oder nicht. Beides kommt häufig zusammen vor; eine Lymphangiektasie wird in Biopsien leichter übersehen als eine Entzündung.
Einige Rassen bringen eine Veranlagung mit, vor allem der Yorkshire Terrier, der Norwegische Lundehund und der Soft Coated Wheaten Terrier. Betroffen sein kann aber jeder Hund, in jedem Alter, akut oder über Monate schleichend.
Woran erkenne ich eine PLE bei meinem Hund?
Die Anzeichen einer PLE sind lange unspezifisch: wechselnder Durchfall, Gewichtsverlust trotz normalem Appetit, Mattigkeit. Erst wenn das Bluteiweiß deutlich gesunken ist, werden sie typisch: Wasseransammlungen im Bauch oder in den Gliedmaßen, Muskelschwund, in schweren Fällen Thrombosen oder Krämpfe durch Elektrolytstörungen.
| Anzeichen | Was dahintersteckt |
|---|---|
| chronischer Durchfall, oft großvolumig und wässrig | Dünndarmproblem, siehe die Unterscheidung von Dünndarm- und Dickdarmdurchfall |
| Gewichtsverlust, Muskelabbau trotz Appetit | Eiweiß und Fett gehen verloren, der Hund verwertet sein Futter nicht mehr |
| Mattigkeit, stumpfes Fell | Mangel- und Unterernährung |
| dicker Bauch, geschwollene Beine, Atemnot | Wasseransammlungen, weil das Albumin fehlt, das Wasser in den Gefäßen hält |
| Zittern, Krämpfe | Elektrolytstörungen, vor allem Calcium- und Magnesiummangel |
| plötzliche Lahmheit, Atemnot, Kollaps | Thrombosen, weil mit dem Eiweiß auch Gerinnungshemmer verloren gehen |
| Blutarmut, Gerinnungsstörungen | Verlust von Eisen und fettlöslichem Vitamin K |
Was mich in der Beratung hellhörig macht, ist nicht der Durchfall, sondern die Kombination: ein Hund, der frisst wie immer und trotzdem abbaut, bei dem Faserstoffe, Probiotika und Schonkost monatelang nichts bewirkt haben. Wirkungslosigkeit ist bei chronischem Durchfall ein Befund. Sie sagt, dass das Problem nicht an der Oberfläche liegt, sondern in der Struktur der Schleimhaut. Dann gehört der Hund in die Diagnostik, nicht an die nächste Sorte.
Wie wird eine PLE festgestellt?
Die Diagnose stellt die Tierarztpraxis über das Blutbild: Gesamteiweiß, Albumin und Globuline sinken, oft dazu Cholesterin, Calcium und Vitamin B12. Entscheidend ist der Ausschluss anderer Verlustwege: Ein normaler Eiweiß-Kreatinin-Quotient im Urin schließt die Niere aus, normale Leberwerte die Leber. Dann bleibt der Darm; Ultraschall oder Biopsie zeigen, ob Lymphgefäße oder Schleimhaut betroffen sind.
Für Sie als Halterin oder Halter ist eine Zahl wichtiger als alle anderen: das Albumin. Es ist der Wert, an dem sich zeigt, ob die Fütterung greift. In der Praxis sehe ich oft Blutbilder, in denen das Albumin über ein Jahr langsam gesunken ist, ohne dass es jemand mit dem Durchfall in Verbindung gebracht hat. Lassen Sie sich die Werte der letzten Untersuchungen nebeneinanderlegen; ein Trend sagt mehr als ein Einzelwert. Wie ich einen Hund wieder aufbaue, der an Substanz verloren hat, hängt bei PLE von der Ursache ab, anders als beim gewöhnlichen Untergewicht beim Hund.
Warum ist Fett bei PLE das größere Problem als Eiweiß?
Weil Fett über die Lymphgefäße aufgenommen wird, genau die Gefäße, die bei einer Lymphangiektasie undicht sind. Jedes Gramm Nahrungsfett erhöht den Lymphfluss und den Druck in den Zotten, die Gefäße reißen weiter auf, mehr Eiweiß geht verloren. Eiweiß dagegen wird über die Blutgefäße aufgenommen und ist der Baustoff, der fehlt; ihn zu reduzieren wäre falsch.
Diese Logik ist nicht nur Theorie. In einer Studie mit 24 Hunden mit Lymphangiektasie, die auf Kortison nicht oder nicht mehr ansprachen, sprachen 19 Hunde, also 79 Prozent, auf eine strenge Fettreduktion an; Albumin und Gesamteiweiß stiegen, die Kortisondosis konnte gesenkt werden (Okanishi et al. 2014). Bei Yorkshire Terriern mit vermuteter PLE kamen selbst zubereitete Rationen mit sehr niedrigem Fettgehalt ohne Medikamente aus (Rudinsky et al. 2017). Eine Beobachtungsstudie mit 14 Hunden verschiedener Rassen zeigte, dass eine fettarme Diät bei einem Teil der Tiere als alleinige Maßnahme ausreichte (Myers et al. 2023). Umgekehrt heißt das: Ein Hund mit PLE, der weiter ein normales Nassfutter mit 5 bis 8 Prozent Fett bekommt, wird nicht besser, egal, wie hochwertig es ist. Die Fettgrenze bei PLE liegt deutlich unter dem, was selbst bei der Pankreatitis beim Hund als fettarm gilt.
Worauf kommt es beim Futter bei Proteinverlust-Enteropathie an?
Die Fütterung bei PLE folgt fünf Vorgaben: hypoallergene Eiweißquelle, hoher Eiweißanteil, sehr niedriger Fettgehalt, erhöhte Mineralstoff- und Vitaminversorgung, wenig Faser. Die Richtwerte beziehen sich auf den Bedarf eines gesunden Hundes nach NRC; die Ration dafür wird berechnet, mit der Tierarztpraxis abgestimmt und am Albuminwert überprüft.
| Vorgabe | Richtwert bei PLE | Warum |
|---|---|---|
| Eiweißquelle | unbekannt oder sehr lange nicht gefüttert, keine der häufigen Allergieauslöser wie Rind, Huhn oder Milcheiweiß | die entzündete Schleimhaut reagiert auf bekannte Eiweiße, eine neue Quelle entlastet sie |
| Eiweißmenge | mehr als 25 bis 30 Prozent der Kalorien, mindestens 80 Gramm je 1.000 kcal, hochwertig und hochverdaulich | ersetzt, was über den Darm verloren geht, hält die Muskulatur |
| Fett | höchstens 10 bis 15 Prozent der Kalorien, 10 bis 20 Gramm je 1.000 kcal | senkt den Druck in den Lymphgefäßen, weniger Eiweißverlust |
| Energie | erhöht, der Hund ist meist untergewichtig | ohne Fett muss die Energie aus Eiweiß und gut verdaulichen Kohlenhydraten kommen |
| Mineralstoffe und Vitamine | etwa 200 Prozent des Bedarfs nach NRC, vor allem Zink, Mangan, Natrium, Kalium, Eisen, Selen sowie Vitamin A, D, E und K | Verluste über den Darm, fettlösliche Vitamine fehlen, weil Fett fehlt |
| Vitamin B12 | ergänzen, meist als Injektion durch die Tierarztpraxis | der kranke Dünndarm nimmt B12 nicht mehr auf |
| Tryptophan | bei Bedarf ergänzen | die Aminosäure geht bei PLE besonders verloren und fehlt für Eiweißaufbau und Appetit |
| Faser | gering bis moderat | Faser bindet Nährstoffe und belastet den Dünndarm, der ohnehin zu wenig aufnimmt |
| Mahlzeiten | vier bis sechs kleine Portionen am Tag | kleine Fettmengen pro Mahlzeit, gleichmäßige Aufnahme |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Die Eiweißvorgabe widerspricht dem, was viele aus der Schonkost kennen: Dort ist Eiweiß moderat, hier ist es hoch, weil der Hund es verliert. Und die Mineralstoffvorgabe von 200 Prozent ist keine Vorsichtsreserve, sondern Ersatz für das, was über den Darm abfließt; bei einem gesunden Hund wäre dieselbe Menge zu viel. Mehr zu den Nährstoffbedarfen, von denen diese Richtwerte abweichen, finden Sie in den Grundlagen der Hundeernährung.
| Schonkost bei akutem Durchfall | Fütterung bei PLE | |
|---|---|---|
| Eiweiß | moderat, eine bekannte Quelle | hoch, eine neue Quelle |
| Fett | reduziert | sehr stark reduziert, Fettgrenze gilt bis zur Remission, oft dauerhaft |
| Faser | je nach Darmabschnitt | gering |
| Öle und Fischöl | oft als Ergänzung | nein |
| Dauer | Tage | Monate bis dauerhaft |
| Erfolgskontrolle | Kotbild | Albumin im Blut |
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Bei einer Darmerkrankung ist die Fütterung oft der Teil, bei dem Halterinnen und Halter allein gelassen werden: Die Diagnose steht, das Rezept liegt vor, aber wie das im Alltag aussehen soll, bleibt offen. Diagnose und Therapie gehören in die Tierarztpraxis; bei der Fütterung begleite ich Sie gern, kostenlos und persönlich, von der Auswahl des Futters bis zur Frage, woran Sie erkennen, dass es Ihrem Hund damit besser geht.
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Wie setze ich die Fütterung bei PLE im Alltag um?
Im Alltag heißt PLE-Fütterung meist kochen: mageres Fleisch einer neuen Eiweißquelle, sichtbar entfettet und ohne Öl zubereitet, dazu leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Kartoffel oder Reis, ein berechneter Mineralstoff- und Vitaminzusatz, vier bis sechs kleine Mahlzeiten. Fertigfutter kommt nur infrage, wenn es die Fettgrenze einhält; das tun die wenigsten.
- Eiweißquelle wählen: Was hat Ihr Hund noch nie gefressen? Pferd, Kaninchen, Ziege, Känguru oder magerer Weißfisch sind häufige Kandidaten. Alles, was in früheren Futtern stand, scheidet aus; die Ausschlussdiät funktioniert wie bei Futterunverträglichkeiten beim Hund, nur mit der zusätzlichen Fettgrenze.
- Fett konsequent entfernen: mageres Muskelfleisch, Haut und sichtbares Fett weg, kein Öl, kein Fischöl, keine fettreichen Leckerlis. Die 10 bis 20 Gramm je 1.000 kcal sind schnell erreicht; ein einziger Esslöffel Öl liefert 14 Gramm Fett.
- Energie über Kohlenhydrate: Kartoffel, Süßkartoffel oder Reis, weich gekocht, liefern die Energie, die das Fett nicht mehr liefern darf.
- Ergänzung berechnen lassen: Mineralstoffe und Vitamine auf 200 Prozent, Vitamin B12 nach Blutwert, meist als Injektion. Eine selbst gekochte Ration ohne berechneten Zusatz ist bei PLE binnen Wochen mangelhaft.
- Klein und oft füttern: vier bis sechs Mahlzeiten, damit nie viel Fett auf einmal in den Darm kommt.
- Albumin kontrollieren: Blutbild nach vier Wochen, dann nach Absprache; steigt das Albumin, greift die Ration, auch wenn der Kot noch nicht perfekt ist.
Aus meiner Beratung kenne ich die typische Falle: Der Hund wird besser, die Halterin bzw. der Halter erleichtert, nach drei Monaten kommt das alte Futter oder ein Stück Käse zurück, der Albuminwert fällt. Die Fettgrenze gilt, bis die Tierarztpraxis eine Remission bestätigt und gemeinsam entschieden wird, ob und wie weit das Fett wieder steigen darf. Bei vielen Hunden bleibt sie allerdings dauerhaft.
Was ich als Ernährungsberaterin bei Proteinverlust-Enteropathie selbst füttere und empfehle
Ehrlich gesagt: Bei einer PLE gibt es kein Fertigfutter, das ich empfehlen kann, auch keins von Anifit. Fleischreiches Nassfutter liegt mit 5 bis 8 Prozent Fett weit über der Grenze, die ein Hund mit Lymphangiektasie verträgt. Die Basis ist deshalb eine berechnete, gekochte Ration aus einer neuen, mageren Eiweißquelle mit Kartoffel oder Reis und einem Ergänzungsfuttermittel, das die 200 Prozent Mineralstoffe und Vitamine abdeckt. Für die Kohlenhydratseite nutze ich gern Reis-Pops, weil sie thermisch aufgeschlossen, fettfrei und gut verträglich sind. Ist Huhn für den Hund nachweislich keine bekannte Eiweißquelle, kann die Schonkost mit Huhn und Reis aus gefriergetrockneter Hühnerbrust eine Brücke für die ersten Tage sein, weil Hühnerbrust von Natur aus mager ist; als Dauerlösung reicht sie nicht, weil die Ergänzung fehlt. Nahrungsergänzungen setze ich bei PLE gezielt und nach Blutwerten ein, Vitamin B12 immer, Tryptophan bei Bedarf, Öle gar nicht. Am Ende entscheidet der Albuminwert, ob die Ration richtig ist, nicht die Zutatenliste.
Weitere häufige Fragen zur Fütterung bei PLE
Ist eine Proteinverlust-Enteropathie beim Hund heilbar?
Das hängt von der Ursache ab. Ist die PLE Folge einer futterbedingten Darmentzündung, kann sie unter einer passenden Diät vollständig zurückgehen; Studien beschreiben Hunde, die über Jahre in Remission blieben. Bei angeborenen Lymphgefäßfehlbildungen oder Tumoren ist das Ziel, den Verlust zu kontrollieren. In jedem Fall ist die Fütterung ein Teil der Therapie, kein Ersatz dafür.
Kann ich bei PLE ein fettarmes Fertigfutter geben?
Nur, wenn es die Grenze von 10 bis 20 Gramm Fett je 1.000 kcal tatsächlich einhält und eine Eiweißquelle enthält, die Ihr Hund nicht kennt. Die meisten fettarmen Diätfutter liegen darüber und basieren auf Huhn oder Rind. Lesen Sie die Analyse und rechnen Sie das Fett auf 1.000 kcal um; bei Zweifeln rechne ich das für Sie durch.
Warum darf mein Hund mit PLE kein Fischöl bekommen?
Weil Fischöl Fett ist und jedes Fett den Druck in den undichten Lymphgefäßen erhöht. Die Omega-3-Fettsäuren, die bei anderen Darmerkrankungen hilfreich sind, verschlechtern bei einer Lymphangiektasie den Eiweißverlust. Erst wenn das Albumin stabil ist, lässt sich mit der Tierarztpraxis besprechen, ob kleine Mengen wieder möglich sind.
Woran merke ich, dass die Fütterung bei PLE greift?
Am Albuminwert im Blut, nicht am Kot. Steigt das Albumin innerhalb von vier bis acht Wochen, nimmt der Hund zu und verschwinden Wasseransammlungen, dann passt die Ration. Der Durchfall kann länger bleiben, weil sich die Schleimhaut langsamer erholt als der Eiweißspiegel.
Welche Hunderassen sind besonders von PLE betroffen?
Eine familiäre Veranlagung ist für den Yorkshire Terrier, den Norwegischen Lundehund und den Soft Coated Wheaten Terrier beschrieben. Betroffen sein kann aber jeder Hund; bei kleinen Rassen fällt der Eiweißverlust oft früher auf, weil sie schneller Wasser im Bauch einlagern.
Braucht ein Hund mit PLE Vitamin B12?
Fast immer. Der kranke Dünndarm nimmt Vitamin B12 nicht mehr auf; ein Mangel verschlechtert die Regeneration der Schleimhaut. Die Tierarztpraxis gibt es meist als Injektion, weil die Aufnahme über den Darm unsicher ist; Hintergründe stehen im Beitrag zum Vitamin-B12-Mangel beim Hund.
Wie lange muss mein Hund die PLE-Diät bekommen?
Mindestens, bis die Tierarztpraxis eine Remission bestätigt, meist mehrere Monate. Danach wird gemeinsam entschieden, ob der Fettgehalt schrittweise steigen darf. Viele Hunde mit Lymphangiektasie bleiben dauerhaft bei einer fettarmen Ration, weil der Verlust beim ersten fettreichen Futter wiederkommt.
Fazit: Bei PLE ist Fett der Gegner, Eiweiß der Baustoff
Eine Proteinverlust-Enteropathie dreht an den Regeln der Durchfallfütterung: viel hochverdauliches Eiweiß aus einer neuen Quelle, so wenig Fett wie möglich, Mineralstoffe und Vitamine deutlich über dem normalen Bedarf, Vitamin B12 dazu, wenig Faser. Dafür wird die Ration berechnet und gekocht, denn kaum ein Fertigfutter hält die Fettgrenze ein. Ob sie greift, zeigt der Albuminwert. Alles andere, Diagnose, Medikamente, Kontrolle der Werte, bleibt bei der Tierarztpraxis; das Futter ist der Teil, den Sie jeden Tag selbst beisteuern.
Quellen und weiterführende Informationen
- Okanishi, H., Yoshioka, R., Kagawa, Y., Watari, T. (2014): The clinical efficacy of dietary fat restriction in treatment of dogs with intestinal lymphangiectasia. Journal of Veterinary Internal Medicine 28(3), S. 809 bis 817, Studie zur Fettreduktion bei 24 Hunden mit Lymphangiektasie
- Rudinsky, A. J., Howard, J. P., Bishop, M. A., Sherding, R. G., Parker, V. J., Gilor, C. (2017): Dietary management of presumptive protein-losing enteropathy in Yorkshire terriers. Journal of Small Animal Practice 58(2), S. 103 bis 108, selbst zubereitete fettarme Rationen als alleinige Maßnahme
- Nagata, N., Ohta, H., Yokoyama, N. et al. (2020): Clinical characteristics of dogs with food-responsive protein-losing enteropathy. Journal of Veterinary Internal Medicine 34(2), S. 659 bis 668, Hunde mit PLE, die auf eine extrem fettarme Diät ansprachen, pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Myers, M., Martinez, S. A., Shiroma, J. T., Watson, A. T., Hostutler, R. A. (2023): Prospective evaluation of low-fat diet monotherapy in dogs with presumptive protein-losing enteropathy. Journal of the American Animal Hospital Association 59(2), S. 74 bis 84, fettarme Diät als alleinige Maßnahme bei 14 Hunden
- Allenspach, K., Rizzo, J., Jergens, A. E., Chang, Y. M. (2017): Hypovitaminosis D is associated with negative outcome in dogs with protein losing enteropathy: a retrospective study of 43 cases. BMC Veterinary Research 13, 96, Bedeutung des Vitamin-D-Status bei PLE
- National Research Council (NRC, 2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, Bezugsgröße für die Richtwerte der Mineralstoff- und Vitaminversorgung







