Ihre Beute frisst die Katze mit allem, was dazugehört, bei einer Maus also auch Leber, Herz und Nieren. Innereien sind deshalb auch im Futter ein natürlicher Bestandteil, bei der Katze kommt es aber besonders auf die Menge an. Leber kann ihr schon schaden, wenn ein Hund davon noch nichts merken würde. Herz wiederum liefert einen Nährstoff, den sie kaum selbst bilden kann. In diesem Ratgeber zeige ich, welche Innereien Ihrer Katze guttun, wo die Grenzen liegen und worauf Sie bei rohen Innereien achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze zur Fütterung von Organen bei Katzen
Für die Katze als obligaten Karnivoren sind Innereien ein wertvoller, aber kleiner Teil der Ration. Zwei Besonderheiten unterscheiden sie dabei vom Hund: Vitamin A und Taurin.
- Der Vitamin-A-Bedarf einer 4-Kilo-Katze ist zum Beispiel schon mit rund 1 Gramm Rinderleber am Tag gedeckt.
- Zu viel Leber über Monate kann bei Katzen zu knöchernen Veränderungen an der Wirbelsäule führen.
- Herz zählt zum Muskelfleisch und liefert Taurin, das Katzen kaum selbst bilden können.
- Niere und Milz sind reich an Phosphor, das ist bei nierenkranken Katzen ein Problem.
- Roh gefüttert bergen Innereien das Risiko von Toxoplasmen, Teile vom Schwein sind roh wegen des Aujeszky-Virus ausgeschlossen.
- Mein Rat: Innereien nur in kleinen Mengen geben und bei einem guten Alleinfutter nicht zusätzlich ergänzen.
Warum brauchen Katzen Innereien?
Die Katze ist ein obligater Karnivore, sie deckt ihren Bedarf fast vollständig über tierische Nahrung. Ihr natürliches Vorbild ist die Maus, die neben Muskelfleisch auch Organe, Knochen und Mageninhalt liefert. Leber, Niere und Milz bringen Vitamine und Spurenelemente mit, von denen reines Muskelfleisch zu wenig enthält.
Ein gutes Alleinfutter für Katzen bringt die nötigen Innereien schon mit. Wer selbst zusammenstellt, muss sie dagegen sorgfältig einplanen, weil sowohl ein Mangel als auch ein Zuviel schadet.
Wo liegen bei der Katze die Grenzen?
Vitamin A: Katzen reagieren deutlich empfindlicher auf zu viel Vitamin A als Hunde. Die Arbeitsgruppe um Seawright hat beschrieben, dass Katzen bei sehr leberreicher Fütterung über Monate knöcherne Zubildungen vor allem an der Halswirbelsäule entwickeln. Diese Veränderungen sind schmerzhaft und lassen sich im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr rückgängig machen.
Taurin: Katzen können Taurin anders als Hunde nur in sehr geringem Maß selbst bilden. Ein dauerhafter Mangel führt zu einer Herzmuskelerkrankung und zu Schäden an der Netzhaut, das haben die Arbeitsgruppen um Pion und Hayes gezeigt. Gute Alleinfutter enthalten deshalb ausreichend Taurin.
Rohe Innereien: Rohes Fleisch und rohe Innereien können Gewebezysten von Toxoplasmen enthalten. Die Katze ist Endwirt dieses Parasiten und kann die Erreger mit dem Kot ausscheiden, das ist vor allem für Schwangere ein Risiko. Die Zysten sterben laut MSD Veterinary Manual erst ab, wenn das Fleisch drei Tage bei minus 12 Grad gefroren oder auf 67 Grad Kerntemperatur erhitzt wurde. Für Teile vom Schwein gilt zusätzlich: Roh können sie wie rohes Schweinefleisch das Aujeszky-Virus übertragen, an dem Katzen sterben, deshalb sollten Sie sie nur durchgegart geben. Wer roh füttert, sollte auch an die Hygiene in der Küche denken. Gegarte Innereien geben Sie immer ohne Salz und Gewürze.
Phosphor und Schwermetalle: Niere und Milz sind reich an Phosphor, der bei einer Nierenerkrankung begrenzt werden sollte. Dazu kommt Cadmium: Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung sammelt sich das Schwermetall in Leber und Niere der Schlachttiere, bei älteren Tieren stärker.
Was liefern die einzelnen Innereien?
Für die Katze lassen sich Innereien grob danach einordnen, wie stark sie die Ration beeinflussen: Leber, Niere und Milz schon in kleinen Mengen, Herz als Muskelfleisch, Lunge, Pansen und Strossen dagegen kaum.
| Innerei | Einordnung | Besonders reich an | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Leber | nährstoffreiches Organ | Vitamin A, Kupfer, Eisen | sehr kleine Mengen wegen Vitamin A |
| Niere | nährstoffreiches Organ | Vitamin B12, Selen | Phosphor bei Nierenerkrankung |
| Milz | nährstoffreiches Organ | Eisen | Phosphor, dunkler Kot |
| Herz | Muskelfleisch | Eiweiß, Taurin | zählt zum Muskelanteil |
| Lunge | bindegewebsreich | wenig Fett, wenig Kalorien | geringere Eiweißwertigkeit |
| Pansen | Vormagen | angedaute Pflanzenfasern | wird von vielen Katzen abgelehnt |
| Strossen | knorpelig | Kollagen, Chondroitin | nur kleine, weiche Stücke |
Leber
Laut US-Nährwertdatenbank stecken in 100 Gramm roher Rinderleber zum Beispiel rund 5000 Mikrogramm Vitamin A, dazu etwa 20 Gramm Eiweiß. Eine 4-Kilo-Katze braucht nach FEDIAF rund 200 Kilokalorien am Tag und nach den Empfehlungen des National Research Council rund 50 Mikrogramm Vitamin A. Diese Menge steckt schon in rund 1 Gramm Rinderleber, also in einem Stück, das kleiner ist als ein Zuckerwürfel.
Geflügelleber enthält etwas weniger Vitamin A als Rinderleber, ist aber ebenfalls sehr reich daran. Gerade Leber wird Katzen gern als Belohnung gegeben, weil sie sie so lieben, dabei sind schon kleine Stücke viel. Zeigt eine Katze nach längerer leberreicher Fütterung Steifheit im Hals oder Bewegungsunlust, sollte das tierärztlich abgeklärt werden. Eine kranke Leber lässt sich durch gefütterte Leber nicht stärken, bei einer Lebererkrankung braucht die Katze eine abgestimmte Fütterung.

Niere
Ihre Stärken sind Vitamin B12 und Selen, beim Vitamin A bleibt die Niere weit hinter der Leber zurück. Mit zum Beispiel rund 17 Gramm Eiweiß je 100 Gramm ist Rinderniere mager und eiweißreich. Den festen weißen Kern in der Mitte schneiden Sie vorher heraus, er schmeckt streng. Ihr Haken ist der hohe Phosphorgehalt.
Niere zu füttern stärkt nicht die Nieren der Katze. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz ist eine phosphorarme Fütterung ein zentraler Teil der Behandlung, Niere und andere phosphorreiche Organe sind dann ungeeignet. Gerade bei Katzen mit CNI höre ich in der Beratung oft den gut gemeinten Gedanken, extra Niere zu füttern. Solange die Nieren gesund sind und die Ration stimmt, macht der Phosphor dagegen keine Probleme.

Milz
Weil sie so stark durchblutet ist, zählt die Milz zu den eisenreichsten Organen. Rindermilz enthält zum Beispiel rund 45 Milligramm Eisen je 100 Gramm. Für dieselbe Menge Eisen bräuchte eine Katze gut zwanzigmal so viel Rindfleisch. Das Eisen liegt dort als Häm-Eisen vor, das der Körper besonders gut aufnehmen kann. Vitamin A enthält sie dagegen kaum, Phosphor wie die Niere reichlich. Ein dunkler Kot nach einer Portion Milz ist eine Folge des Eisens und kein Grund zur Sorge. Ist eine Katze blutarm, klärt die Tierarztpraxis die Ursache, mit Milz allein ist es dann nicht getan.

Herz
Herz ist ein Muskel und zählt deshalb zum Muskelfleisch, nicht zu den nährstoffreichen Organen. Rinderherz ist zum Beispiel mit rund 4 Gramm Fett je 100 Gramm ausgesprochen mager. Taurin findet sich nach Messungen der Arbeitsgruppe um Spitze vor allem in Muskelgewebe, das Herz ist dabei eine besonders ergiebige Quelle. Damit ist Herz für die Katze eine wertvolle natürliche Taurinquelle, ersetzt das übrige Muskelfleisch aber nicht. Allein gefüttert fehlt dem Herz wie jedem Muskelfleisch das Calcium.
Beim Kochen geht ein Teil des Taurins in das Kochwasser über, deshalb sollten Sie den Sud mitfüttern. Mäkelt eine Katze am Futter, streue ich gern ein paar gefriergetrocknete Hühnerherzen darüber, die viele Katzen kaum ablehnen können.

Lunge
Lunge ist mager und luftig und besteht zu einem großen Teil aus Bindegewebe. Mit zum Beispiel nur etwa 90 Kilokalorien je 100 Gramm zählt Rinderlunge zu den energieärmsten tierischen Zutaten. Ihr kollagenreiches Eiweiß hat eine geringere biologische Wertigkeit als Muskelfleisch, ein minderwertiger Füllstoff ist sie aber nicht. Kritisch wird Lunge erst, wenn sie in einem Futter einen großen Teil des Eiweißes stellt, das zeigt ein Blick auf die Deklaration.
Getrocknet ist Lunge ein kalorienarmes Leckerli, das sich auch für Katzen mit Übergewicht eignet. Ich zerbrösele getrocknete Lunge für Katzen in winzige Stücke, so reicht ein Stück für viele Belohnungen.

Pansen
Als Pansen bezeichnet man den größten Vormagen von Rind, Schaf oder Ziege. Als grün bezeichnet man ungereinigten Pansen mit Resten von angedautem Pflanzenmaterial, der helle, gewaschene Pansen ist davon befreit. Für die Katze ist Pansen kein wichtiger Nährstofflieferant, sondern höchstens eine gelegentliche Beigabe. Allein gefüttert fehlen ihm unter anderem Calcium und Taurin. Viele Katzen in meiner Beratung lehnen Pansen wegen des strengen Geruchs ab.

Strossen
Strossen nennt man die Luftröhre, die meist vom Rind stammt und vor allem aus Knorpel und Bindegewebe besteht. Dieser Knorpel enthält von Natur aus Chondroitin, die Mengen in einem Kausnack sind aber nicht standardisiert und ersetzen keine Behandlung bei Gelenkproblemen. Beim Fett kommt es auf den Zuschnitt an, reine Rinderstrossen enthalten getrocknet zum Beispiel rund 11 Prozent Fett.
Katzen kauen kürzer und gezielter als Hunde, große harte Strossen sind für sie deshalb kaum geeignet. Kleine, dünne Stücke, zum Beispiel vom Lamm, können Sie gelegentlich unter Aufsicht anbieten.

Wie viele Innereien braucht eine Katze?
Weil Leber, Niere, Herz und Lunge so verschieden sind, hilft eine pauschale Prozentangabe für „die Innereien“ kaum weiter. Am engsten ist der Rahmen bei der Leber, weil schon rund 1 Gramm am Tag den Vitamin-A-Bedarf deckt. Auch Niere und Milz bleiben eine kleine Beigabe. Herz darf als Muskelfleisch einen größeren Anteil haben. Neue Innereien sollten Sie in kleinen Mengen einführen, weil zu viel auf einmal den Kot bei empfindlichen Katzen weicher macht.
Getrocknete Lunge oder Strossen zählen als Leckerli und sollten mit allen anderen Leckerlis zusammen höchstens 10 Prozent der täglichen Energie liefern. Kochen Sie selbst oder füttern Sie roh, lohnt sich eine Rationsberechnung, damit Vitamin A, Taurin und Phosphor im richtigen Bereich liegen. Ausgangspunkt ist dabei die Futtermenge pro Tag, die zu Gewicht und Alter Ihrer Katze passt.
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Wie viele Innereien in die Ration Ihrer Katze passen, hängt von Alter, Gesundheit und der übrigen Fütterung ab. Gemeinsam klären wir, ob Ihre Katze neben dem Futter überhaupt Innereien braucht, welche Menge sinnvoll ist und worauf Sie bei einer Nierenerkrankung achten sollten.
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Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Was ich als Ernährungsberaterin bei Innereien für Katzen selbst füttere und empfehle
Für Katzen setze ich auf ein Nassfutter mit sehr hohem Fleischanteil ohne Zusatzstoffe, das Innereien und Taurin schon richtig dosiert enthält. Auf dem Etikett vom Anifit-Katzenfutter steht zum Beispiel jede Innerei mit Namen. Zusätzliche Leber gebe ich nicht, weil der Spielraum beim Vitamin A bei Katzen so klein ist. Als Extra eignen sich eher magere Leckerlis wie getrocknete Lunge oder ein Hühnerherz. Ob überhaupt etwas dazukommt, hängt bei Katzen vor allem davon ab, wie es um ihre Nieren steht.
Weitere häufige Fragen zu Innereien für Katzen
Dürfen Kitten Innereien fressen?
Ja, Kitten dürfen Innereien in kleinen Mengen bekommen. Gerade bei Leber ist Zurückhaltung wichtig, weil der Vitamin-A-Spielraum klein ist. Im Zweifel hilft eine individuelle Rationsberechnung.
Darf eine Katze mit CNI Innereien fressen?
Phosphorreiche Innereien wie Niere und Milz sollten Sie bei einer chronischen Niereninsuffizienz nicht zusätzlich füttern. Welche Ration passt, sollte mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Warum ist der Kot nach Innereien dunkler?
Vor allem Milz und Leber enthalten viel Eisen und Blut, das färbt den Kot dunkel. Das ist harmlos. Bei schwarzem, teerartigem Kot ohne Innereien im Futter sollten Sie die Tierarztpraxis aufsuchen.
Brauchen Wohnungskatzen andere Innereien als Freigänger?
Nein, der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen hängt nicht von der Haltung ab. Freigänger, die Mäuse fressen, nehmen allerdings zusätzlich Innereien auf, das sollten Sie bei selbst zusammengestellten Rationen bedenken.
Darf meine Katze bei einer Allergie gegen Huhn Hühnerleber fressen?
Nein. Innereien tragen das Eiweiß ihres Herkunftstiers. Bei einer Ausschlussdiät sollten deshalb auch Leber, Herz oder Niere nur von der einen Tierart stammen, die Ihre Katze verträgt.
Worauf es bei Innereien für Katzen ankommt
Bei der Katze ist der Spielraum eng: Zu wenig Taurin schadet dem Herzen, zu viel Leber dem Skelett. Ein gutes Alleinfutter nimmt Ihnen diese Rechnung ab, zusätzliche Innereien sind dann meist nicht nötig. Bei selbst zusammengestelltem Futter lohnt ein prüfender Blick von außen, damit die Katzenernährung auf Dauer ausgewogen ist.
Quellen und weiterführende Informationen
- National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academies Press, Washington, Bedarfswerte für Hunde und Katzen, unter anderem für Vitamin A.
- FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, die europäischen Ernährungsrichtlinien mit dem Energiebedarf erwachsener Katzen.
- U.S. Department of Agriculture: FoodData Central, Nährwerte von roher Rinderleber, Rinderniere, Rindermilz, Rinderherz und Rinderlunge.
- Seawright A. A., English P. B., Gartner R. J. W. (1967): Hypervitaminosis A and deforming cervical spondylosis of the cat. Journal of Comparative Pathology 77(1):29 bis 39, Studie zu Vitamin-A-Überversorgung durch Leber bei Katzen.
- Pion P. D. et al. (1987): Myocardial failure in cats associated with low plasma taurine. Science 237(4816):764 bis 768, Studie zu Taurinmangel und Herzmuskelerkrankung bei Katzen.
- Hayes K. C., Carey R. E., Schmidt S. Y. (1975): Retinal degeneration associated with taurine deficiency in the cat. Science 188(4191):949 bis 951, Studie zu Taurinmangel und Netzhautschäden.
- Spitze A. R. et al. (2003): Taurine concentrations in animal feed ingredients, cooking influences taurine content. Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition 87:251 bis 262, Tauringehalte von Futtermitteln und Verluste beim Kochen.
- Dubey J. P. (1988): Long-term persistence of Toxoplasma gondii in tissues of pigs inoculated with T. gondii oocysts and effect of freezing on viability of tissue cysts in pork. American Journal of Veterinary Research 49(6):910 bis 913, Studie zum Absterben von Toxoplasmen beim Einfrieren.
- MSD Veterinary Manual: Toxoplasmosis in Animals, tierärztliche Fachinformationen zu Toxoplasmen bei Katzen.
- Friedrich-Loeffler-Institut (2021): Fragen und Antworten zur Aujeszkyschen Krankheit, Informationen zum Risiko für Hunde und Katzen.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2026): Cadmium in Lebensmitteln: Was ist über die Aufnahme und gesundheitliche Risiken bekannt? Fragen und Antworten des BfR.
- Bishnoi M. et al. (2016): Chondroitin sulphate: a focus on osteoarthritis. Glycoconjugate Journal 33(5):693 bis 705, Übersicht zu Herkunft und Gewinnung von Chondroitin.
- Iben C., Liesegang A., Wichert B., Wolf P. (2021): Ernährung der Katze. Thieme, Standardwerk der Katzenernährung.
- Analysewerte der Strossen: Herstellerangaben handelsüblicher Produkte, Stand Oktober 2026.







