Wenn ich Hundehalterinnen und Hundehalter in meiner Beratung frage, warum sie sich für ihr aktuelles Futter entschieden haben, höre ich oft: „Es hatte gute Bewertungen.“ Doch sobald wir gemeinsam auf die Dose schauen, wird klar, dass viele Tests nach Bauchgefühl, Markenimage oder dem Geschmack eines einzelnen Hundes urteilen. Ich gehe als zertifizierte Ernährungsberaterin bewusst einen anderen Weg – und auf dieser Seite zeige ich Ihnen genau, nach welchen Regeln ich bewerte.

Hundefutter-Testkriterien: Das Wichtigste in Kürze
Meine Hundefutter-Testkriterien bewerten ausschließlich Alleinfuttermittel für Hunde nach vier objektiv vergleichbaren Kategorien: Deklaration & Transparenz (25 Punkte), Zutaten- & Rezepturqualität (35), Nährwertprofil (25) und Zusatzstoffe (15) – maximal 100 Punkte.
- Ich bewerte nur Alleinfuttermittel, keine Snacks, Ergänzungsfutter oder BARF-Einzelkomponenten.
- Praxiserfahrungen wie Geschmack, Akzeptanz oder Kotkonsistenz fließen nicht in die Punktzahl ein – sie sind nicht reproduzierbar.
- Die Zusatzstoffe bewerte ich in den drei EU-Kategorien: technologisch, sensorisch und ernährungsphysiologisch (EU-Verordnung 1831/2003).
- Jeder Fakt wird genau einmal bewertet – keine Doppelzählung zwischen den Kategorien.
- Aus der Punktzahl ergibt sich eine Sternebewertung von 1,0 bis 5,0.
Welche Futtermittel bewerte ich?
Ich bewerte ausschließlich Alleinfuttermittel für Hunde. Ein Alleinfuttermittel ist dafür gemacht, einen Hund dauerhaft mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen – nur solche Produkte lassen sich sinnvoll miteinander vergleichen.
Was Bedarfsdeckung im Detail bedeutet und welche FEDIAF-Richtwerte dahinterstehen, lesen Sie in meinem Ratgeber Bedarfsdeckendes Hundefutter.
Nicht bewertet werden Snacks und Leckerlis, Kauartikel, reine Fleischdosen, BARF-Einzelkomponenten, Nahrungsergänzungen und sonstige Ergänzungsfuttermittel. Ist ein Produkt nicht als Alleinfuttermittel deklariert, erhält es keine Bewertung nach meinem Punktesystem. Den Unterschied beider Futterarten erkläre ich ausführlich im Ratgeber Hundefutter-Deklaration verstehen.
Warum fließen Praxiserfahrungen nicht in die Bewertung ein?
Praxiserfahrungen fließen nicht ein, weil jeder Hund anders reagiert. Geschmack, Akzeptanz, Verdauung und Verträglichkeit hängen vom einzelnen Tier, seiner Vorgeschichte und seinem Gesundheitszustand ab – sie sind für mich interessant, aber nicht objektiv übertragbar.
Ein Futter kann für einen Hund hervorragend funktionieren und für einen anderen ungeeignet sein. Manche Hunde vertragen kein Rind, andere reagieren auf Huhn, wieder andere brauchen ein besonders fettarmes oder angepasstes Futter. Deshalb bewerte ich keine individuellen Eindrücke wie Geschmack, Akzeptanz, Fressverhalten, Kotkonsistenz, Blähungen oder Fellveränderungen.
Meine Bewertung stützt sich ausschließlich auf Angaben, die sich für jedes Futter nach denselben Maßstäben prüfen lassen: Zutatenliste, Deklaration, analytische Bestandteile und Zusatzstoffe. Genau das unterscheidet meine Methodik von Tests, die einen Akzeptanztest am eigenen Hund in die Note einrechnen.
Wie funktioniert mein Bewertungssystem?
Jedes getestete Alleinfuttermittel erreicht maximal 100 Punkte, verteilt auf vier Hauptkategorien. Es handelt sich um eine von mir als zertifizierter Ernährungsberaterin durchgeführte, kriteriengestützte Analyse der Hersteller-Deklarationen – nicht um einen Labor- oder Fütterungstest und nicht um die Untersuchung einer unabhängigen Testinstitution.
| Kategorie | Was bewertet wird | Maximale Punkte |
|---|---|---|
| Deklaration & Transparenz | Wie offen der Hersteller offenlegt, was drin ist | 25 |
| Zutaten- & Rezepturqualität | Was tatsächlich drin ist und wie sinnvoll die Rezeptur ist | 35 |
| Nährwertprofil | Die analytischen Bestandteile und ihr Verhältnis | 25 |
| Zusatzstoffe | Technologische, sensorische und ernährungsphysiologische Zusätze | 15 |
| Gesamt | 100 |
Aus der Punktzahl ergibt sich eine Sternebewertung.
| Punkte | Sterne | Urteil | Meine Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 90–100 | 5,0 ★★★★★ | Ausgezeichnet | Ja – Top-Empfehlung |
| 85–89 | 4,5 ★★★★⯪ | Sehr gut | Ja |
| 80–84 | 4,0 ★★★★☆ | Gut | Eingeschränkt |
| 70–79 | 3,5 ★★★⯪☆ | Solide bis gut | Nein |
| 60–69 | 3,0 ★★★☆☆ | Befriedigend | Nein |
| 50–59 | 2,5 ★★⯪☆☆ | Schwach | Nein |
| 40–49 | 2,0 ★★☆☆☆ | Mangelhaft | Nein |
| unter 40 | 1,0 ★☆☆☆☆ | Nicht empfehlenswert | Nein |
Mein Anspruch ist bewusst hoch: Ich empfehle ausschließlich Futter, das mindestens „sehr gut“ (4,5 Sterne, ab 85 Punkten) erreicht. Ein als „gut“ bewertetes Futter (4,0 Sterne) ist solide und kein schlechtes Futter – aber es liegt unter dem Niveau, für das ich eine aktive Empfehlung ausspreche.
Wichtig dabei: Meine Empfehlung bewertet die objektive Qualität eines Futters – sie ist keine Pauschalaussage, dass es zu jedem Hund passt. Ob ein Futter im Einzelfall wirklich geeignet ist, hängt immer von den individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes ab (zum Beispiel Lebensphase, Gewicht oder Unverträglichkeiten).
Wie ich bei gleicher Punktzahl sortiere
In meiner Hundefutter-Test-Übersicht stehen alle getesteten Futter nach Punkten sortiert. Erreichen zwei Futter dieselbe Gesamtpunktzahl, entscheidet eine feste Reihenfolge von Kriterien – so bleibt die Platzierung auch bei knappen Ergebnissen nachvollziehbar und immer an der Futterqualität orientiert:
- höhere Punktzahl in der am stärksten gewichteten Kategorie Zutaten- & Rezepturqualität,
- dann in Deklaration & Transparenz,
- dann im Nährwertprofil,
- dann bei den Zusatzstoffen,
- dann eine Bio-Zertifizierung,
- dann der niedrigere absolute Calciumgehalt – fachlich begründet, weil ein bedarfsnäherer Calciumwert gerade bei Futter für alle Lebensphasen das kleinere Risiko fürs wachsende Skelett ist (FEDIAF-gestützt),
- zuletzt das Calcium-Phosphor-Verhältnis näher an der Korridormitte (rund 1,3:1).
Greifen selbst diese feinen Kriterien nicht mehr, sind die betroffenen Futter nach allen sinnvollen Maßstäben gleichwertig. Solche Unterschiede im Hundertstel-Bereich sind protokollierbar, für Ihren Hund praktisch aber bedeutungslos – die Reihenfolge behauptet dann keine echte Qualitätsdifferenz mehr. Bewusst NICHT zur Sortierung heran ziehe ich Merkmale, die ich ohnehin nicht punkte (etwa das Herstellungsverfahren) oder die nicht bei allen Futtern deklariert sind (etwa die Herkunft) – das würde die Vergleichbarkeit verzerren.
Mein Grundprinzip: jeder Fakt zählt nur einmal
Damit die Bewertung fair und nachvollziehbar bleibt, trenne ich zwei Dinge sauber voneinander: wie offen ein Hersteller deklariert und was tatsächlich im Futter steckt.
Ein Sammelbegriff wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ kostet deshalb nur einmal Punkte – in der Kategorie Deklaration & Transparenz. In der Qualitätsbewertung führt er deshalb nicht zu einem zweiten Abzug: Was die Deklaration nicht offenlegt, ist dort schlicht nicht bewertbar und wird neutral behandelt – der Mangel schlägt ausschließlich in der Transparenz-Kategorie zu Buche. So vermeide ich, dass ein und derselbe Mangel zweimal bestraft wird, und die Punktzahlen bleiben zwischen verschiedenen Futtersorten vergleichbar. Die fehlende Offenheit wird also klar sanktioniert – aber nur an einer Stelle. Eine bewusst dokumentierte Ausnahme mache ich beim Calcium-Phosphor-Verhältnis: Dort ist die Nachvollziehbarkeit selbst das Kriterium im Nährwertprofil – fehlen Calcium und Phosphor in der Analytik, kostet das dort Punkte (bei Futter für alle Lebensphasen oder Welpen drei, bei reinem Adult-Futter zwei), und zwar nur dort.
Worauf sich meine Kriterien stützen: drei Ebenen
Damit jede Bewertung nachvollziehbar bleibt, mache ich transparent, woher die jeweilige Anforderung kommt. Meine Kriterien stützen sich auf drei klar getrennte Ebenen:
- Ernährungswissenschaftlich belegt (FEDIAF/NRC): Hier richte ich mich nach den europäischen FEDIAF-Ernährungsrichtlinien und den zugrunde liegenden NRC-Daten – etwa beim Calcium-Phosphor-Verhältnis, bei den Mindestwerten für Protein und Fett oder bei der Bedarfsdeckung mit Vitaminen. Diese Werte sind objektiv überprüfbar.
- Gesetzlich geregelt (EU-Recht): Die Bewertung der Deklaration stützt sich auf die Futtermittel-Verkehrsverordnung (EG) 767/2009, die Bewertung der Zusatzstoffe auf die Verordnung (EG) 1831/2003. Hier geht es um das, was ein Hersteller rechtlich darf und wie er kennzeichnen muss.
- Meine fachliche Einordnung als Ernährungsberaterin: Manche Qualitätsmerkmale – ein hoher, klar benannter Fleischanteil, der Verzicht auf reine Füllstoffe, das Bevorzugen hochwertiger Fettquellen – gehen über die gesetzliche Mindestanforderung hinaus. FEDIAF schreibt zum Beispiel keinen Fleischanteil vor. Solche Punkte sind ausdrücklich meine fachlich begründete Einordnung dessen, was eine hochwertige Rezeptur ausmacht – gestützt auf anerkannte Fachliteratur (siehe Quellen), aber klar als redaktioneller Qualitätsmaßstab gekennzeichnet, nicht als Norm.
So sehen Sie bei jeder Anforderung, ob sie eine wissenschaftliche Vorgabe, eine gesetzliche Regel oder meine fachliche Bewertung ist. Genau diese Trennung macht meine Tests nachvollziehbar und fair.
1. Wie bewerte ich Deklaration & Transparenz? – 25 Punkte
Hier prüfe ich ausschließlich, wie klar und vollständig der Hersteller offenlegt, was im Futter enthalten ist. Es geht in dieser Kategorie noch nicht um die Qualität der Zutaten, sondern nur darum, ob Sie als Halterin oder Halter überhaupt erkennen können, was Sie füttern.
Gesetzlich erlaubte Sammelbegriffe sind nicht automatisch verbraucherfreundlich. Je genauer Zutaten benannt und mengenmäßig aufgeschlüsselt sind, desto besser fällt die Bewertung aus.
| Kriterium | Maximale Punkte |
|---|---|
| Zutaten mit vollständigen Mengen-/Prozentangaben | 7 |
| Tierische Bestandteile einzeln benannt (Muskelfleisch + Organe getrennt) | 6 |
| Konkrete Tierart genannt („Huhn“ statt „Geflügel“) | 4 |
| Keine verschleiernden Sammelposten in der übrigen Zutatenliste (z. B. „tierische Nebenerzeugnisse“, „Öle und Fette“) | 4 |
| Analytische Bestandteile vollständig (inkl. Feuchtigkeit, Ca/P wo relevant) | 2 |
| Brühe-/Wasseranteil als eigene Zutat aufgeführt | 2 |
| Gesamt | 25 |
Wie viel der Rezeptur beziffert ist (Mengenangaben): Für die sieben Punkte bei den Mengenangaben schaue ich, welcher Anteil der Rezeptur tatsächlich mit Prozentzahlen hinterlegt ist. Ist praktisch alles beziffert (rund 95 bis 100 %), gibt es die volle Punktzahl. Sind es ungefähr 80 bis 94 %, vergebe ich fünf bis sechs Punkte; bei etwa 40 bis 79 % drei bis vier; darunter entsprechend weniger. Ein als Block bezifferter Sammelposten (etwa „71 % Huhn“) zählt dabei als beziffert, denn die fehlende Aufschlüsselung dieses Blocks bewerte ich an anderer Stelle und nicht doppelt.
Fleisch ist nicht gleich Muskelfleisch: Bei den sechs Punkten für die tierischen Bestandteile achte ich besonders darauf, ob ein Hersteller „Muskelfleisch“ ausweist oder nur allgemein „Fleisch“ schreibt. Das ist kein Wortspiel: „Fleisch“ umfasst futtermittelrechtlich auch Fett, Bindegewebe und Sehnen, während „Muskelfleisch“ gezielt die hochwertige Skelettmuskulatur bezeichnet. Die volle Punktzahl gibt es, wenn Muskelfleisch und die einzelnen Organe jeweils mit Prozentangabe getrennt ausgewiesen sind. Wird Muskelfleisch zwar benannt, aber nicht vollständig aufgeschlüsselt, ziehe ich etwas ab. Stehen die Innereien zwar namentlich da, der Hauptanteil ist aber nur als „Fleisch“ ohne Muskelfleisch-Ausweis deklariert, gibt es deutlich weniger Punkte, weil dann offenbleibt, wie viel echte Skelettmuskulatur enthalten ist. Am wenigsten Punkte bekommt ein reiner Sammelbegriff, der die Organe gar nicht erst benennt.
Wie sich diese Kriterien abgrenzen: Die beiden Punkte zur Benennung prüfen bewusst zwei verschiedene Dinge. „Konkrete Tierart genannt“ fragt, ob Sie überhaupt erfahren, von welchem Tier das Fleisch stammt („Huhn“ statt „Geflügel“). „Keine verschleiernden Sammelposten“ fragt darüber hinaus, ob die übrige Zutatenliste durch unspezifische Gruppen wie „tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Öle und Fette“ unklar bleibt. Ein Futter kann die Tierart sauber nennen und trotzdem an anderer Stelle mit Sammelposten arbeiten – oder umgekehrt. Steckt ein und derselbe Mangel hinter beidem (etwa „Geflügel“, das zugleich Tierart und Sammelbegriff ist), werte ich ihn nicht als zwei unabhängige Mängel doppelt ab, sondern berücksichtige, dass es um eine einzige fehlende Angabe geht.
Mein Praxis-Check zur Zutatenaufspaltung: Ein Trick, den ich in der Beratung immer wieder sehe, ist die Aufspaltung einer Zutat in mehrere Einträge – etwa Mais als „Mais, Maismehl, Maiskleber, Maisstärke“. So rutscht jeder Einzelposten in der Liste nach hinten, und der Fleischanteil wirkt höher, als er ist. Solche Aufspaltungen werte ich als Transparenzmangel.
Positiv bewerte ich vollständige Prozentangaben, eine klar benannte Tierart, die genaue Aufschlüsselung der tierischen Bestandteile, vollständig angegebene analytische Bestandteile bei Nassfutter einen als eigene Zutat aufgeführten Brühe- oder Flüssigkeitsanteil.
Abzüge gibt es bei „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen“ ohne Erklärung, „Ölen und Fetten“ ohne Herkunft, „tierischem Protein“ ohne Tierart, fehlenden Prozentangaben, unklarer Tierart und unklarem Wasser- oder Brüheanteil bei Nassfutter.
2. Wie bewerte ich die Zutaten- und Rezepturqualität? – 35 Punkte
In dieser Kategorie bewerte ich, was tatsächlich im Futter steckt und wie sinnvoll die Rezeptur aufgebaut ist. Bewertet wird nur, was der Hersteller offengelegt hat. Fehlt eine für ein Unterkriterium nötige Angabe, nehme ich dieses Kriterium aus der Rechnung und werte die Kategorie anteilig auf Basis dessen, was nachprüfbar offengelegt ist (siehe unten). Den Transparenzmangel selbst bestrafe ich ausschließlich in Kategorie 1, damit kein Mangel doppelt zählt.
Dabei geht es nicht allein um einen möglichst hohen Fleischanteil. Entscheidend ist, welche tierischen Bestandteile verwendet werden, in welchem Verhältnis Muskelfleisch und Innereien stehen und ob die übrigen Zutaten sinnvoll ergänzen.
| Kriterium | Maximale Punkte |
|---|---|
| Tatsächlicher Fleisch-/Tieranteil angemessen (Brühe abgezogen) | 10 |
| Verhältnis von Muskelfleisch zu Innereien sinnvoll | 7 |
| Qualität der tierischen Rohstoffe (nährstoffdichte Organe statt überwiegend kollagenreicher Gewebe) | 7 |
| Fettquellen klar und hochwertig (z. B. Lachsöl, Leinöl) | 5 |
| Kohlenhydrat- und Ballaststoffquellen sinnvoll und moderat | 3 |
| Keine minderwertig wirkenden Füllstoffe | 3 |
| Gesamt | 35 |
Wie ich den Fleischanteil staffle
Beim tatsächlichen Fleisch- und Tieranteil (nach Abzug der Brühe) vergebe ich die zehn Punkte gestaffelt. Ein hoher Fleischanteil ist dabei ein Qualitätssignal für eine fleischreiche, füllerarme Rezeptur, kein gesetzlicher Schwellenwert: Es gibt keinen offiziellen Soll-Fleischanteil, FEDIAF und NRC definieren den Bedarf über Nährstoffe, nicht über eine Prozentzahl. Deshalb staffle ich sanft und werte einen moderaten Anteil nicht als Mangel.
| Fleisch- und Tieranteil (nach Abzug der Brühe) | Punkte |
|---|---|
| ab 85 % | 10 |
| 65 bis 84 % | 8 bis 9 |
| 45 bis 64 % | 6 bis 7 |
| 25 bis 44 % | 3 bis 5 |
| unter 25 % | 0 bis 2 |
Warum diese Maßstäbe? Drei Einordnungen kurz begründet
Drei meiner Maßstäbe sind keine FEDIAF-Normen, sondern meine fachliche Einordnung als Ernährungsberaterin (Ebene 3). Damit Sie nachvollziehen können, warum ich sie so gewählt habe, begründe ich sie hier offen:
Warum gibt es die volle Punktzahl erst ab 85 % Fleischanteil? FEDIAF und NRC kennen keinen Soll-Fleischanteil; die Staffel oben bewertet deshalb kein „Defizit“, sondern belohnt ein Qualitätssignal: Ab etwa 85 % besteht eine Nassfutter-Rezeptur praktisch vollständig aus tierischen Zutaten und lässt kaum Raum für Füllstoffe. Ein moderater Anteil wie 69 % bleibt klar angemessen und verliert nur sanft gestaffelt einzelne Punkte.
Warum zählt der Ausweis von „Muskelfleisch“ extra? Der futtermittelrechtliche Begriff „Fleisch“ umfasst per Definition alle Fleischteile samt Erzeugnissen und Nebenerzeugnissen der Schlachtkörper-Verarbeitung – also auch Fett, Bindegewebe und Sehnen. Wer dagegen „Muskelfleisch“ deklariert, macht eine engere, nachprüfbare Qualitätsaussage. Diesen Unterschied honoriere ich in der Transparenz-Kategorie, weil er Ihnen als Halterin oder Halter echte Information liefert.
Warum kostet ein Weizen-Träger wie Nudeln einen Punkt? FEDIAF macht zur Wahl des Kohlenhydratträgers keine Vorgabe, und mein Abzug ist ausdrücklich kein Allergie- oder Verträglichkeitsargument – echte Glutenunverträglichkeit ist beim Hund selten. Meine fachliche Einordnung: Nudeln sind ein fertiges, extra verarbeitetes Lebensmittelprodukt; dieser zusätzliche Verarbeitungsschritt bringt dem Hund keinen Mehrwert, und etablierte Alternativen wie Reis oder Kartoffel wären ohne Mehraufwand möglich gewesen. Dieses Argument der verzichtbaren Wahl gewichte ich bewusst mit nur einem Punkt – eine fachliche Einordnung darf nicht so schwer wiegen wie ein normbasiertes Kriterium.
Wie ich Lunge und ähnliche Bindegewebsrohstoffe gewichte
Lunge ist ein zulässiger, deklarierbarer tierischer Rohstoff, aber deutlich nährstoffärmer als Muskelfleisch oder nährstoffdichte Organe wie Leber oder Herz. Einen hohen Anteil werte ich deshalb in der Rohstoffqualität ab, und zwar gestaffelt nach Menge:
| Lungenanteil | Abzug in der Rohstoffqualität |
|---|---|
| bis einschließlich 20 % | kein Abzug |
| über 20 bis einschließlich 30 % | 1 Punkt |
| über 30 % | 2 Punkte |
Das ist meine fachliche Einordnung (Ebene 3): Ein moderater Lungenanteil ist unbedenklich und sinnvoll verwertet, ein sehr hoher Anteil senkt aber die durchschnittliche Rohstoffdichte der Rezeptur. Bis 20 % erwähne ich Lunge nur in der Zutatentabelle, ohne sie im Bewertungstext zu thematisieren.
Wie ich mit nicht offengelegten Qualitätsangaben rechne
Was ein Hersteller nicht offenlegt, kann ich inhaltlich weder positiv noch negativ bewerten. Ich nehme solche Teilkriterien aus der Rechnung und werte die Kategorie anteilig auf Basis dessen, was nachprüfbar offengelegt ist. Die fehlende Offenheit selbst wirkt sich ausschließlich und deutlich in der Transparenz-Kategorie aus. So wird kein Mangel doppelt gezählt und Verschwiegenheit nicht belohnt.
Die Rechnung dahinter: erreichte Punkte der bewertbaren Kriterien, geteilt durch die maximal möglichen Punkte der bewertbaren Kriterien, mal 35, kaufmännisch gerundet. Dadurch ist die Punktzahl dieser Kategorie nicht mehr rein additiv. Das ist bewusst so: Es gibt damit weder eine Prämie für Verschwiegenheit noch einen versteckten zweiten Abzug.
Warum ich den Fleischanteil überhaupt bewerte (und wie): Tierisches Protein hat eine höhere biologische Wertigkeit als pflanzliches und liefert die essenziellen Aminosäuren in der für den Hund am besten nutzbaren Form – das ist veterinärmedizinischer Konsens (Merck Veterinary Manual; Zentek, Ernährung des Hundes). Ein hoher, klar benannter Fleischanteil ist deshalb für mich ein Qualitätssignal für eine fleischbetonte, nährstoffdichte Rezeptur. Wichtig zur Einordnung: FEDIAF schreibt keinen Mindest-Fleischanteil vor – es zählt das vollständige Nährstoffprofil. Der Fleischanteil ist also meine fachliche Einordnung (Ebene 3), kein gesetzlicher Schwellenwert. Entscheidend bleibt die Qualität der tierischen Bestandteile, nicht allein die nackte Prozentzahl.
Frischfleisch-Wert: Ich rechne mit dem tatsächlichen Fleischanteil im Endprodukt, nicht mit dem Wert vor der Verarbeitung. „60 % frisches Huhn“ klingt viel, doch nach dem Trocknen bleibt davon nur ein Bruchteil übrig, weil der Wasseranteil entweicht – Frischfleisch enthält rund 70 bis 75 % Wasser, getrocknetes Fleisch nur noch wenige Prozent. Eine Frischfleisch-Angabe entspricht im Endprodukt daher grob dem 0,25- bis 0,30-fachen Wert. Ich bewerte den Anteil, der im fertigen Futter ankommt – nicht den Wert vor der Verarbeitung.
Positiv bewerte ich einen angemessenen tierischen Anteil, eine sinnvolle, hochwertige Zusammensetzung der tierischen Bestandteile (ein gutes Verhältnis von Muskelfleisch zu nährstoffdichten Organen wie Herz oder Leber, ohne Übergewicht kollagenreicher Gewebe), hochwertige Fettquellen mit Omega-3-Anteil sowie moderate, gut verdauliche Kohlenhydrat- und Ballaststoffquellen. Eine ausgelobte Lebensmittelqualität erwähne ich im Testbericht als Qualitätshinweis, sie fließt aber nicht in die Punkte ein – weder als Bonus noch als Abzug bei Fehlen, denn sie ist kein gesetzliches Erfordernis und wird von vielen Herstellern gar nicht deklariert. Ob die Bestandteile überhaupt einzeln benannt sind, bewerte ich hier bewusst nicht noch einmal – das ist bereits in Kategorie 1 (Transparenz) berücksichtigt.
Hochwertige Fettquellen (Ebene 3, fachlich begründet): Quellen wie Lachsöl, Leinöl oder Algenöl liefern Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA), deren günstige Wirkung FEDIAF ausdrücklich anerkennt; reines fleischeigenes Fett ist omega-6-betont. Eine eigene, klar benannte Omega-3-Quelle werte ich daher positiv – ihr Fehlen kostet genau einen Punkt, mehr nicht.
Muskelfleisch, Innereien und Bindegewebe (Ebene 3): Innereien wie Herz, Leber oder Pansen sind nährstoffdicht und ausdrücklich erwünscht – ich werte sie nie pauschal ab. Anders sieht es bei sehr hohen Anteilen kollagenreicher Gewebe (etwa Lunge oder Schlund) aus: Bindegewebe besteht überwiegend aus Kollagen, das ein unvollständiges Aminosäureprofil hat und damit eine geringere biologische Wertigkeit als Muskelfleisch oder Organe (lebensmittelwissenschaftlicher Konsens zur Proteinqualität). Erst ein auffällig hoher Anteil solcher Gewebe senkt daher die durchschnittliche Proteinqualität und kostet einen Punkt.
Monoprotein und Organe (Ebene 3): „Monoprotein“ bedeutet, dass nur eine einzige Tierart verwendet wird – nicht, dass nur Muskelfleisch enthalten sein darf. Ein Monoprotein-Futter kann durchaus Organe derselben Tierart enthalten, etwa Hirschherz und Hirschleber bei einem Hirsch-Futter. Genau das ist die höherwertige Variante: Organe liefern Mikronährstoffe wie Vitamin A, Eisen oder Taurin, die reines Muskelfleisch nur über zugesetzte Vitamine und Spurenelemente abdeckt. Deshalb mache ich beim Kriterium „Verhältnis von Muskelfleisch zu Innereien“ keine Ausnahme für Monoprotein: Ein Futter aus reinem Muskelfleisch ohne Organe verliert hier Punkte wie jede andere organlose Rezeptur – ein Monoprotein, das auch Organe derselben Tierart einsetzt, schneidet entsprechend besser ab. Die seltene Proteinquelle und die Eignung für Ausschlussdiäten würdige ich an anderer Stelle (Transparenz, Verträglichkeit im Fließtext), nicht durch einen Verzicht auf diese Wertung.
Füllstoffe – funktionelle Ballaststoffe vs. reine Streckmittel (Ebene 3): Ich unterscheide klar. Funktionelle Ballaststoffe in moderater Menge (zum Beispiel Rübenschnitzel) haben einen belegten Nutzen für die Darmgesundheit und werden nicht abgewertet. Reine Streckmittel ohne Nährwert dagegen – etwa Cellulose, Lignocellulose, Erdnussschalen oder gemahlene Maisspindeln – liefern fast nur Volumen, verdünnen die Nährstoffdichte und werten die Rezeptur ab. Dieser Nährstoffverdünnungs-Effekt ist fachlich gut belegt.
Tierische Nebenerzeugnisse werte ich nicht pauschal negativ. Herz, Leber, Lunge, Magen, Pansen oder Niere können ernährungsphysiologisch sehr sinnvoll sein. Kritisch wird es erst, wenn unklar bleibt, welche Bestandteile tatsächlich enthalten sind – dieser Fall ist allerdings schon ein Transparenzthema und wird in Kategorie 1 abgebildet.
3. Welche Nährwerte prüfe ich im Nährwertprofil? – 25 Punkte
Hier prüfe ich die analytischen Bestandteile – also die Werte aus der Weender Analyse, die auf jeder Verpackung stehen. Sie geben Hinweise darauf, ob ein Futter zur Futterart und Lebensphase passt.
Wichtig: Diese Kategorie betrifft nur die analytischen Bestandteile, nicht die zugesetzten Vitamine und Mineralstoffe – die bewerte ich getrennt bei den Zusatzstoffen. So überschneiden sich beide Kategorien nicht.
| Kriterium | Maximale Punkte |
|---|---|
| Rohprotein erreicht das FEDIAF-Minimum (Trockenmasse, je Lebensphase) | 6 |
| Rohfett erreicht das FEDIAF-Minimum (Trockenmasse, je Lebensphase) | 5 |
| Calcium-Phosphor-Verhältnis im gültigen FEDIAF-Korridor | 6 |
| Absoluter Calciumgehalt unter dem FEDIAF-Maximum der Lebensphase | 5 |
| Calcium/Phosphor angegeben oder nachvollziehbar | 3 |
| Gesamt | 25 |
Diese Kategorie bewerte ich rein normbasiert. Punktabzüge im Nährwertprofil mache ich ausschließlich auf wissenschaftlicher Grundlage (FEDIAF beziehungsweise NRC) oder auf gesetzlicher Grundlage (EU-Recht). Redaktionelle Plausibilitätsbereiche wie Fett-, Rohasche-, Rohfaser- oder NfE-Obergrenzen sind hier keine Abzugsgründe mehr, sondern reine Einordnung im Text ohne Punktwirkung. Damit beruht jeder Punkt in dieser Kategorie auf einer überprüfbaren Norm.
Maßgeblich ist die ausgelobte Lebensphase des Futters. Ein als Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen ausgelobtes Produkt ist nach den strengeren Werten für frühes Wachstum und Reproduktion zu beurteilen (FEDIAF 2025, Abschnitt 3.1). Reine Adult-Futter beurteile ich nach den adulten Korridoren. Grundlage sind die FEDIAF Nutritional Guidelines (Publikation September 2025, Hund, je 100 g Trockenmasse):
| Nährstoff | Adult | Alle Lebensphasen / Wachstum |
|---|---|---|
| Rohprotein Minimum | 18,0 g | 25,0 g |
| Rohfett Minimum | 5,5 g | 8,5 g |
| Calcium-Phosphor-Verhältnis | 1:1 bis 2:1 | 1:1 bis 1,6:1 |
| Calcium-Maximum (nutritiv) | 2,5 g | 1,6 g (frühes Wachstum) |
Weil Nassfutter nach Umrechnung auf Trockenmasse typischerweise weit über den Protein- und Fett-Minima liegt, werden diese beiden Punkte im Premium-Segment praktisch immer voll vergeben. Die eigentliche Trennschärfe der Kategorie kommt dort aus den drei Calcium-Kriterien. Das ist bewusst so: Die Calcium-Phosphor-Bilanz ist das real bedeutsamste Nährstoffrisiko bei Nassfutter, und die Minima sind die wissenschaftliche Grundlinie, die greift, sobald ich auch einfacheres Futter teste.
Wie ich das Calcium-Phosphor-Verhältnis bewerte
Das Calcium-Phosphor-Verhältnis bewerte ich abgestuft, mit Schwellen, die sich aus den FEDIAF-Korridoren selbst ergeben:
| Verhältnis (für alle Lebensphasen / Wachstum) | Punkte |
|---|---|
| im gültigen Korridor (bis 1,6:1) | 6 von 6 |
| über 1,6:1 bis 2,0:1 (noch im adulten FEDIAF-Bereich) | 4 von 6 |
| über 2,0:1 (außerhalb jedes FEDIAF-Korridors) | 2 von 6 |
Die mittlere Stufe trägt dem Umstand Rechnung, dass FEDIAF für ein solches Verhältnis bei ausgewachsenen Hunden noch einen abgesicherten Bereich dokumentiert, es für die strengere Allphasen-Auslobung aber bereits außerhalb liegt. Erst über 2,0:1 gibt es gar keinen FEDIAF-Korridor mehr, der das Verhältnis abdeckt.
Wie ich den absoluten Calciumgehalt bewerte
Liegt der absolute Calciumgehalt (Trockenmasse) über dem nutritiven FEDIAF-Maximum der ausgelobten Lebensphase, ziehe ich hier ab, sonst gibt es die volle Punktzahl. Wichtig zur Einordnung: Dieses Maximum ist ein nutritives Maximum, kein gesetzlicher Höchstgehalt. Ein Überschreiten ist deshalb kein Rechtsverstoß und kein belegter Schaden, sondern liegt außerhalb des wissenschaftlich abgesicherten Bereichs. Ein nicht bezifferter Calciumgehalt ist an dieser Stelle nicht bewertbar und kostet hier keine Punkte; der Mangel an Offenlegung sitzt allein im letzten Kriterium.
Als grobe Orientierung nutze ich typische Bereiche – immer im Bewusstsein, dass die maßgebliche Grundlage der energiebezogene Bedarf nach FEDIAF ist und kein starrer Prozentwert:
| Analytischer Wert | Nassfutter (Originalsubstanz) |
|---|---|
| Feuchtigkeit | ca. 75–82 % |
| Rohprotein | ca. 8–12 % |
| Rohfett | ca. 5–8 % |
| Rohasche | unter ca. 2–3 % |
| Rohfaser | ca. 0,3–1 % |
NfE (berechneter Kohlenhydratanteil): Der NfE-Wert ist ein Näherungswert für die Kohlenhydrate und wird so berechnet: NfE = 100 − Feuchtigkeit − Rohprotein − Rohfett − Rohasche − Rohfaser. Ein hoher NfE-Wert weist auf viele stärkereiche Bestandteile hin.
Wie ich Kohlenhydrate einordne (Ebene 3, bewusst zurückhaltend): Kohlenhydrate sind für Hunde nicht essenziell, und weder FEDIAF noch NRC nennen einen Bedarf oder eine Obergrenze. Hunde sind aber genetisch an die Stärkeverdauung angepasst – sie besitzen gegenüber dem Wolf deutlich mehr Kopien des Amylase-Gens AMY2B (Axelsson et al., Nature 2013). Moderate, gut verdauliche Kohlenhydrate sind daher kein Qualitätsmangel. Ich berechne den NfE-Wert und ordne ihn ein, ziehe darauf aber keinen Punkt mehr ab: Weder FEDIAF noch NRC nennen einen Bedarf oder eine Obergrenze, also fehlt die Normgrundlage. Ein sehr hoher Anteil ist für mich ein fachlicher Hinweis (Nährstoffverdünnung für einen fleischbetont zu ernährenden Hund), den ich im Text einordne, nicht über die Punktzahl. Stärker als die Menge bewerte ich die Art des Kohlenhydratträgers: etablierte, unkompliziert verdauliche Quellen wie Reis, Kartoffel oder Süßkartoffel bevorzuge ich gegenüber Weizenprodukten wie Nudeln oder Weizengrieß. Das ist keine Aussage über Verträglichkeit, sondern eine Frage der Verarbeitungstiefe: Ein extra zu Nudeln verarbeitetes Weizenprodukt als Kohlenhydratträger ist ein unnötiger Umweg, der dem Hund keinen Mehrwert bringt und eher für eine Rezeptur nach menschlicher Optik spricht. Als „pflanzliches Eiweiß“ eingesetzte Konzentrate (Maiskleber, Weizengluten), die Fleisch billig ersetzen, bewerte ich aus demselben Grund kritisch.
Trockenmasse – warum ich umrechne: Nassfutter enthält viel Wasser, dadurch wirken Protein- und Fettwerte im Originalzustand niedrig. Um Werte vergleichbar zu machen, rechne ich auf Trockenmasse um (Trockenmasse = 100 − Feuchtigkeit). Beispiel: 10 % Rohprotein bei 79 % Feuchtigkeit ergeben in der Trockenmasse 10 ÷ 21 × 100 ≈ 47,6 %.
Meine Orientierungsbereiche in der Trockenmasse (Nassfutter): Rohprotein ca. 35–55 %, Rohfett ca. 20–30 %, Rohfaser ca. 2–5 %, Rohasche ca. 5–12 % und NfE ca. 5–20 %. Diese Bereiche sind reine Orientierung und kosten keine Punkte: Rohasche, Rohfaser und NfE sind in meinem Nährwertprofil keine eigenen Abzugskriterien mehr, weil FEDIAF und NRC für sie keine bewertbare Norm vorgeben. Eine Rohasche um die 12 % ist bei fleischreichen Rezepturen mit Knochen- und Bindegewebsanteilen normal, ein sehr hoher Wert wird im Text als Hinweis auf einen auffälligen Mineralstoffanteil eingeordnet. Ein niedriger Rohfaser-Gehalt ist kein Mangel, da Hunde keinen definierten Faser-Mindestbedarf haben. All das fließt als Einordnung in den Text, nicht in die Punktzahl.
Calcium-Phosphor-Verhältnis (Ebene 1, nach FEDIAF): Calcium und Phosphor sind besonders für Knochen, Zähne und Wachstum wichtig; ihr Verhältnis bewerte ich streng nach den FEDIAF-Vorgaben für Hunde. FEDIAF nennt als Untergrenze über alle Lebensstufen ein Verhältnis von 1:1 und als ernährungsphysiologische Höchstwerte: 2:1 für ausgewachsene Hunde, aber nur 1,6:1 für das Wachstum (Frühwachstum und Reproduktion). Daraus ergeben sich meine Korridore:
- Reines Futter für ausgewachsene Hunde: zulässig ist 1:1 bis 2:1 – innerhalb dieses Bereichs gibt es keinen Abzug.
- Futter für „alle Lebensphasen“ oder Welpen: Hier gilt der strengere Wachstumsmaßstab, also 1:1 bis 1,6:1. Wer ein Futter ausdrücklich für jede Lebensphase auslobt, muss auch die Anforderungen des Welpen erfüllen – deshalb wird das Wachstums-Maximum von 1,6:1 zum Maßstab. Liegt das Verhältnis darüber, staffle ich den Abzug nach Abstand: bis 2,0:1 zwei Punkte, darüber vier Punkte (siehe Tabelle oben).
Zwei Ebenen trenne ich dabei bewusst: Das Verhältnis ist der nach FEDIAF maßgebliche Wert. Der absolute Calciumgehalt ist die orthopädisch entscheidende Größe für Welpen großer Rassen – FEDIAF setzt hier im Frühwachstum ein Maximum von 1,6 % Calcium in der Trockenmasse, weil zu viel Calcium dem wachsenden Skelett schaden kann. Beides ordne ich getrennt ein. Worauf es bei heranwachsenden Hunden ankommt, beschreibe ich im Ratgeber zum Welpenfutter.
4. Wie bewerte ich die Zusatzstoffe? – 15 Punkte
Bei den Zusatzstoffen orientiere ich mich an der offiziellen EU-Systematik. Die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 unterteilt Futtermittelzusatzstoffe in fünf Kategorien; für hochwertiges Hundefutter sind davon drei relevant: technologische, sensorische und ernährungsphysiologische Zusatzstoffe. Die übrigen beiden – zootechnische Zusatzstoffe sowie Kokzidiostatika – spielen in Premium-Heimtierfutter praktisch keine Rolle.
Diese drei Kategorien getrennt zu betrachten, ist mir wichtig, weil sie ganz unterschiedlich zu bewerten sind: Manche Zusätze sind notwendig, andere reine Kosmetik. Welche Zusatzstoffe ich im Detail unter die Lupe nehme, vertiefe ich im Ratgeber Zusatzstoffe in Hunde- und Katzenfutter.
| Teilkategorie | Beispiele | Maximale Punkte |
|---|---|---|
| Sensorische Zusatzstoffe | Farbstoffe, Aromastoffe, Lockstoffe | 6 |
| Technologische Zusatzstoffe | Konservierungsmittel, Antioxidantien, Bindemittel, Emulgatoren | 5 |
| Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe | Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren | 4 |
| Gesamt | 15 |
Eine Grundregel bei zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen: Eine deklarierte Zugabe kann belegen, dass ein Mindestbedarf gedeckt ist, denn ein natürlicher Gehalt kommt nur hinzu. Sie kann aber niemals belegen, dass ein Höchstgehalt eingehalten wird, weil der Gesamtgehalt aus natürlichen und zugesetzten Anteilen aus der Deklaration nicht ablesbar ist. Aussagen über Gesamtgehalte treffe ich in meinen Berichten deshalb nicht.
Sensorische Zusatzstoffe (6 Punkte)
Sensorische Zusatzstoffe verbessern Aussehen, Geruch oder Schmackhaftigkeit – also Farb-, Aroma- und Lockstoffe. Sie haben für den Hund keinen ernährungsphysiologischen Nutzen. Die in der EU für Heimtierfutter zugelassenen sensorischen Zusatzstoffe sind in den erlaubten Mengen gesundheitlich unbedenklich (EFSA-geprüft); aus meiner fachlichen Sicht bewerte ich ihre Abwesenheit dennoch positiv, weil solche Stoffe häufig dazu dienen, eine schwächere Rezeptur attraktiver zu machen. Diese Gewichtung ist mein Premium-Anspruch als Beraterin, keine Aussage über eine gesundheitliche Gefahr. Ein Futter ohne sensorische Zusätze erhält hier die volle Punktzahl.
Technologische Zusatzstoffe (5 Punkte)
Technologische Zusatzstoffe werden aus verarbeitungstechnischen Gründen zugesetzt – etwa Konservierungsmittel, Antioxidantien, Bindemittel, Emulgatoren und Stabilisatoren. Künstliche Antioxidations- und Konservierungsmittel werte ich ab: Ethoxyquin (E 324) wurde 2017 in der EU ausgesetzt, weil die EFSA seine Sicherheit nicht bestätigen konnte; für BHA (E 320) und BHT (E 321) gelten zwar EU-Höchstmengen, ihre Unbedenklichkeit ist aber umstritten (für Katzen konnte die EFSA die Sicherheit von BHA nicht abschließend bewerten). Eine natürliche Konservierung – etwa über Tocopherole bzw. Vitamin E oder Rosmarinextrakt – oder ein Futter, das technologisch gar keine Konservierung benötigt, bewerte ich positiv. Antioxidantien gegen das Ranzigwerden des Fetts sind oft sinnvoll; entscheidend ist hier, ob diese natürlich oder künstlich sind.
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe (4 Punkte)
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe – Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren – sind bei einem Alleinfuttermittel oft notwendig, um die vollständige Nährstoffversorgung sicherzustellen. Sie sind also grundsätzlich kein Minuspunkt. Ich bewerte hier, ob sie transparent angegeben und plausibel dosiert sind. Eine intransparente oder auffällig hohe Dosierung sehe ich kritisch; organisch gebundene Spurenelemente können einen kleinen Pluspunkt bringen.
Wie bewerte ich die Verarbeitung des Futters?
Die Verarbeitung fließt nicht in die Punktzahl ein, ich erwähne sie aber im jeweiligen Testbericht, wo der Hersteller sie angibt. Eine schonende Verarbeitung wie die Kaltabfüllung bei Nassfutter hilft, Nährstoffe zu erhalten – das ist ein sinnvoller Hinweis für Sie.
Ich vergebe dafür bewusst keine Punkte, weil viele Hersteller die Verarbeitung gar nicht angeben. Würde ich sie bewerten, würde ich Futter bestrafen, nur weil eine Information fehlt – und genau das widerspricht meinem Grundsatz, ausschließlich das zu bewerten, was offengelegt und für jedes Futter gleich nachprüfbar ist.
Sie möchten Ihr Hundefutter prüfen lassen?
Sie sind sich nicht sicher, ob die Deklaration Ihres aktuellen Hundefutters wirklich transparent ist? Oder möchten Sie wissen, ob das Futter zu Ihrem Hund, seinen Bedürfnissen, Unverträglichkeiten oder Verdauungsproblemen passt?
Als Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen schaue ich gemeinsam mit Ihnen auf die Zusammensetzung, die Zutatenliste, die analytischen Bestandteile und mögliche Fallstricke in der Deklaration. So erkennen Sie leichter, ob ein Futter wirklich hochwertig zusammengesetzt ist — oder vor allem gut vermarktet wird.
Besonders bei sensiblen Hunden, Allergien, Verdauungsproblemen, Übergewicht, Welpen im Wachstum oder Unsicherheit bei der Futterwahl kann eine individuelle Einschätzung sinnvoll sein.
Jetzt kostenlose Beratung sichern!Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber.

Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen
Wie gehe ich mit fehlenden Angaben um?
Fehlende Angaben werden nicht geschätzt und nicht zugunsten des Herstellers angenommen. Macht ein Hersteller eine relevante Angabe nicht, werte ich das als fehlende Transparenz in der Deklarations-Kategorie; in den übrigen Kategorien gibt es für denselben Mangel keinen zweiten Abzug – die nicht belegbare Qualität wird dort neutral behandelt. Einzige Ausnahme ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis, dessen Nachvollziehbarkeit selbst ein Kriterium des Nährwertprofils ist.
| Fehlende Angabe | Bewertung |
|---|---|
| Kein Muskelfleischanteil | Qualität der tierischen Zutaten nur eingeschränkt bewertbar |
| Kein Calcium/Phosphor bei Juniorfutter | deutlicher Abzug im Nährwertprofil |
| Keine Feuchtigkeit | NfE und Trockenmasse schwerer berechenbar |
| Keine Prozentangaben | Transparenzabzug |
| Keine genaue Tierart | Transparenzabzug |
| Kein separater Brühe-/Wasseranteil bei Nassfutter | Transparenzabzug, wenn der echte Fleischanteil unklar bleibt |
Was fließt nicht in die Bewertung ein?
Um die Bewertung objektiv zu halten, lasse ich alles weg, was sich nicht für jedes Futter gleich prüfen lässt: Geschmack, Akzeptanz, individuelle Verträglichkeit, persönliche Erfahrungen mit einem einzelnen Hund, Verpackungsdesign, Markenbekanntheit, Werbeversprechen, Preis, Shop- und Kundenbewertungen, Lieferzeit und Rabattaktionen.
Den Preis nenne ich in einem Testbericht höchstens ergänzend – er beeinflusst die Punktzahl nicht. Ein günstiges Futter ist nicht automatisch schlecht, ein teures nicht automatisch hochwertig.
Was ein Test grundsätzlich nicht leisten kann: Ich bewerte die Deklaration eines Futters, nicht den Doseninhalt im Labor. Ob ein Futter den Nährstoffbedarf eines Hundes vollständig deckt, sichert der Hersteller selbst zu, indem er es als Alleinfuttermittel auslobt (Verordnung (EG) Nr. 767/2009). Meine Punktzahl prüft, wie offen, plausibel und hochwertig diese Deklaration ist, sie ist keine eigene Laboruntersuchung und kein Ersatz für die Verantwortung des Herstellers für die Bedarfsdeckung.
Warum ist „gesetzlich erlaubt“ nicht automatisch transparent?
Viele Begriffe in der Futtermittelkennzeichnung sind nach der Futtermittel-Verkehrsverordnung (EG-VO 767/2009) erlaubt, für Verbraucherinnen und Verbraucher aber wenig aussagekräftig. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ist rechtlich zulässig, sagt aber nicht, welche Tierarten und Bestandteile verarbeitet wurden.
Eine starke Deklaration sieht zum Beispiel so aus: Hühnermuskelfleisch 79 %, Hühnerleber 10 %, Hühnerlunge 4 %, getrocknete Kartoffeln 5 %, Anteile unter 1 %: Zichorie, Dill, Hagebutte, Calcium, Salz. Die Zutaten ergeben zusammen 100 %, die Tierart ist klar, die Bestandteile sind einzeln benannt.
Eine schwächere Deklaration lautet etwa: 70 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Öle und Fette, Mineralstoffe. Hier bleiben Tierart, Muskelfleischanteil und Fettquelle unklar. Meine Bewertung unterscheidet deshalb konsequent zwischen rechtlich zulässiger und verbraucherfreundlicher Deklaration.
FAQ: Häufige Fragen zu meinen Hundefutter-Testkriterien
Wird jedes Hundefutter getestet?
Nein, ich bewerte ausschließlich Hundefutter, das als Alleinfuttermittel deklariert ist. Ergänzungsfuttermittel, Snacks, Toppings, reine Fleischdosen oder BARF-Einzelkomponenten bewerte ich nicht nach meinem Punktesystem, weil sie sich nicht sinnvoll mit einem vollwertigen Tagesfutter vergleichen lassen.
Berücksichtigen Sie die Akzeptanz oder den Geschmack eines Futters?
Nein. Ob ein Futter gut schmeckt oder gut ankommt, ist subjektiv und je nach Tier verschieden, daher fließt es nicht in die Punktzahl ein. Bewertet werden ausschließlich überprüfbare Kriterien wie Deklaration, Zutaten, Nährwerte und Zusatzstoffe.
Ist ein hoher Fleischanteil automatisch gut?
Nein, ein hoher tierischer Anteil kann positiv sein, reicht allein aber nicht für eine sehr gute Bewertung. Wichtig ist, ob die Bestandteile genau benannt sind, ob das Verhältnis von Muskelfleisch zu Innereien stimmt und ob die Nährwerte und Zusätze passen. Mehr dazu in meinen Mythen der Hundeernährung.
Sind tierische Nebenerzeugnisse schlecht?
Nicht grundsätzlich. Herz, Leber, Lunge, Magen, Pansen oder Niere können ernährungsphysiologisch sehr sinnvoll sein. Problematisch ist vor allem eine unklare Deklaration, bei der nicht ersichtlich ist, welche Nebenerzeugnisse tatsächlich enthalten sind – das wirkt sich auf die Transparenzbewertung aus.
Wird getreidefreies Futter automatisch besser bewertet?
Nein, getreidefrei bedeutet nicht automatisch hochwertig. Entscheidend sind die gesamte Rezeptur, die Transparenz der Zutaten und das Nährwertprofil. Auch getreidefreies Futter kann viele Kohlenhydrate aus Kartoffeln oder Erbsen oder unklare Zutaten enthalten.
Warum rechnen Sie die Werte auf Trockenmasse um?
Weil Nassfutter viel Wasser enthält und Protein- oder Fettwerte dadurch im Originalzustand niedriger wirken. Die Umrechnung auf Trockenmasse (100 minus Feuchtigkeit) macht die Werte beider Futterarten erst fair vergleichbar.
Was passiert, wenn Angaben fehlen?
Fehlende Angaben werden nicht geschätzt, sondern als fehlende Transparenz in der Deklarations-Kategorie gewertet. In den übrigen Kategorien gibt es für denselben Mangel keinen zweiten Abzug. So wird ein Mangel an Offenheit weder ignoriert noch doppelt bestraft.
Ersetzt Ihre Bewertung eine Ernährungsberatung?
Nein, meine Bewertung ersetzt keine individuelle Ernährungsberatung, sondern hilft Ihnen, ein Futter anhand standardisierter Kriterien einzuordnen. Gerade bei Allergien, Unverträglichkeiten, Übergewicht oder Welpen im Wachstum lohnt sich eine genaue Prüfung – dafür können Sie sich gern für eine kostenlose Erstberatung an mich wenden.
Warum bewerten Sie Zusatzstoffe in drei Kategorien?
Weil die EU-Verordnung 1831/2003 genau diese Systematik vorgibt und sie unterschiedlich zu bewerten sind. Sensorische Zusätze wie Farb- und Lockstoffe sind reine Kosmetik, technologische wie Konservierungsmittel können künstlich oder natürlich sein, und ernährungsphysiologische wie Vitamine sind bei Alleinfutter oft notwendig.
Warum ist das Calcium-Phosphor-Verhältnis überhaupt wichtig?
Ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis ist für den Knochenstoffwechsel entscheidend, besonders im Wachstum. Starke Abweichungen können langfristig Skelett und Nieren belasten. Deshalb prüfe ich, ob das Verhältnis im fachlich empfohlenen Bereich liegt.
Wie viele Punkte braucht ein Futter für eine Empfehlung?
Ich empfehle ausschließlich Futter, das mindestens „sehr gut“ erreicht – also 4,5 Sterne ab 85 Punkten, idealerweise „ausgezeichnet“ mit 5,0 Sternen ab 90 Punkten. Mein Anspruch ist bewusst hoch: Ein als „gut“ bewertetes Futter (4,0 Sterne) ist solide, bekommt von mir aber keine aktive Empfehlung.
Zusammenfassung
Meine Hundefutter-Testkriterien bewerten ausschließlich Alleinfuttermittel und stützen sich auf vier objektiv vergleichbare Kategorien: Deklaration & Transparenz, Zutaten- & Rezepturqualität, Nährwertprofil und Zusatzstoffe. Ein Futter erreicht eine hohe Bewertung, wenn es transparent deklariert ist, hochwertige und nachvollziehbare Zutaten enthält, ein plausibles Nährwertprofil zeigt und ohne unnötige Zusätze auskommt.
Indem ich jeden Fakt nur einmal bewerte, die Zusatzstoffe nach der EU-Systematik clustere und Praxiserfahrungen außen vor lasse, entsteht ein Bewertungssystem, das fair, nachvollziehbar und reproduzierbar ist. Wie diese Kriterien in der Praxis aussehen, sehen Sie in meiner Hundefutter-Test-Übersicht – dort sind alle bewerteten Sorten nach Punkten sortiert. Drei Beispiele aus ganz unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen: meine Testberichte zu Anifit Schäfers Pfanne, Dein Bestes Naturverliebt Huhn mit Kartoffeln und Pedigree Classic Geflügel in Pastete.
Transparenz-Hinweis
Ich bin Anifit-Fachberaterin – das sage ich offen, weil Transparenz die Grundlage jeder fairen Bewertung ist. Genau deshalb habe ich meine Testkriterien öffentlich gemacht: Sie gelten für jedes Futter gleich, unabhängig von der Marke. Dabei sind die Kriterien ausdrücklich nicht so gestaltet, dass Anifit bevorzugt wird – sie beruhen auf allgemein anerkannten Grundlagen wie dem EU-Futtermittelrecht, den FEDIAF-Richtlinien und anerkannter Fachliteratur, die Sie unten einsehen können. Ein Produkt schneidet bei mir gut ab, wenn es transparent deklariert ist, hochwertige Zutaten enthält, plausible Nährwerte zeigt und auf unnötige Zusätze verzichtet – und nicht, weil ich eine Verkaufsprovision erhalte. Das Nassfutter-Sortiment von Anifit durchläuft dieselben Kriterien wie alle anderen Futtersorten.
Die Produkte, die ich teste, kaufe und finanziere ich selbst. Sollte das in einem Einzelfall einmal anders sein, kennzeichne ich das im jeweiligen Test. Kein Hersteller wird aufgrund einer Geschäftsbeziehung oder eines gestellten Produkts besser dargestellt, als es meine Kriterien ergeben.
Meine Testberichte und Ratgeber geben meine persönliche Einschätzung wieder und enthalten neben den objektiv geprüften Kriterien auch Erfahrungen und Meinungen – sie sind insofern teils subjektiv. Sie sollen informieren und aufklären, nicht vorschreiben, welches Futter Sie wählen. Eine tierärztliche Beratung ersetzen sie nicht: Bei gesundheitlichen Fragen stellen Sie Ihren Hund bitte Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt vor.
Die Angaben zu Deklaration, Zusammensetzung und Fütterung entnehme ich – sofern nicht anders angegeben – zum Zeitpunkt des jeweiligen Tests der vom Hersteller veröffentlichten Deklaration. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren sie damit aktuell, können sich aber jederzeit ändern; maßgeblich ist stets die Angabe auf der aktuellen Verpackung. Für die fortlaufende Aktualität übernehme ich keine Gewähr.
Quellen und weiterführende Informationen
- Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung — die EU-Rechtsgrundlage, die Futtermittelzusatzstoffe in technologische, sensorische, ernährungsphysiologische und zootechnische Zusatzstoffe sowie Kokzidiostatika einteilt.
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 (Futtermittel-Verkehrsverordnung) — regelt die Kennzeichnung und Deklaration von Futtermitteln, einschließlich offener und geschlossener Deklaration.
- FEDIAF (2025): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, Publikation September 2025 — die maßgeblichen europäischen Ernährungsrichtlinien; Grundlage für die Einordnung der analytischen Werte und insbesondere für das Calcium-Phosphor-Verhältnis (Minimum 1:1 über alle Lebensstufen; Maximum 2:1 adult bzw. 1,6:1 im Wachstum).
- Merck Veterinary Manual: Nutritional Requirements of Small Animals — zur biologischen Wertigkeit und Verdaulichkeit tierischer gegenüber pflanzlichen Proteinen.
- EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit): Gutachten zu Ethoxyquin (E 324) sowie BHA (E 320) und BHT (E 321) als Futtermittelzusatzstoffe — Grundlage für die Bewertung künstlicher Antioxidantien.
- Axelsson E. et al. (2013): The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet. Nature 495:360–364 — zur Anpassung des Hundes an die Stärkeverdauung (AMY2B).
- BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung: Informationen zur gesundheitlichen Bewertung von Zusatzstoffen in Tierfutter.
- Jürgen Zentek: Ernährung des Hundes. 9. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2022.
- Martin Bucksch: Gesunde Ernährung für Hunde. 1. Auflage, Kosmos Verlag, 2017.
- Julia Fritz: Hunde barfen – Alles über Rohfütterung. 2. Auflage, Ulmer Verlag, 2018.
- National Research Council (NRC): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. The National Academies Press, 2006.
