Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter: sinn­voll oder kri­tisch zu sehen?

Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter haben oft einen schlech­ten Ruf. Vie­le Tier­hal­te­rin­nen und Tier­hal­ter den­ken dabei sofort an künst­li­che Stof­fe, Che­mie oder min­der­wer­ti­ges Fut­ter. Ganz so ein­fach ist es jedoch nicht. Denn zu den Zusatz­stof­fen zäh­len nicht nur Farb­stof­fe, Aro­ma­stof­fe oder Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, son­dern auch Vit­ami­ne, Spu­ren­ele­men­te, Mine­ral­stof­fe oder Tau­rin. Eini­ge davon kön­nen für eine bedarfs­de­cken­de Ernäh­rung sogar wich­tig sein.

Gleich­zei­tig lohnt sich ein kri­ti­scher Blick. Nicht jeder Zusatz­stoff dient der Gesund­heit Ihres Tie­res. Man­che Zusät­ze ver­bes­sern vor allem Halt­bar­keit, Geruch, Geschmack, Far­be oder Kon­sis­tenz. Dadurch kann ein Fut­ter hoch­wer­ti­ger, flei­schi­ger oder schmack­haf­ter wir­ken, als es tat­säch­lich ist. Beson­ders Zucker, Aro­ma­stof­fe, Geschmacks­ver­stär­ker, Farb­stof­fe oder Kon­sis­tenz­ge­ber kön­nen dazu bei­tra­gen, Schwä­chen in der Rezep­tur zu über­de­cken.

Des­halb ist die ent­schei­den­de Fra­ge nicht: Sind Zusatz­stof­fe grund­sätz­lich gut oder schlecht? Son­dern: War­um wur­de ein bestimm­ter Zusatz­stoff ein­ge­setzt – und wel­chen Nut­zen hat er für Hund oder Kat­ze?

In die­sem Bei­trag erfah­ren Sie, wel­che Arten von Zusatz­stof­fen es in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter gibt, wel­che Zusät­ze sinn­voll sein kön­nen und bei wel­chen Anga­ben auf der Dekla­ra­ti­on Sie genau­er hin­schau­en soll­ten. So kön­nen Sie bes­ser ein­schät­zen, ob ein Fut­ter wirk­lich zur Gesund­heit Ihres Tie­res bei­trägt – oder ob es vor allem durch geschick­te Zusät­ze attrak­ti­ver gemacht wur­de.

Sind Zusatzstoffe in Hunde- und Katzenfutter sinnvoll oder kritisch?
Sind Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter sinn­voll oder kri­tisch?

Was sind Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter?

Zusatz­stof­fe sind Stof­fe, die einem Fut­ter gezielt zuge­setzt wer­den. Sie kön­nen unter­schied­li­che Auf­ga­ben erfül­len: Man­che sol­len die Nähr­stoff­ver­sor­gung ver­bes­sern, ande­re die Halt­bar­keit sichern, die Ver­ar­bei­tung erleich­tern oder Geruch, Far­be, Geschmack und Kon­sis­tenz beein­flus­sen.

Wich­tig ist: Zusatz­stoff bedeu­tet nicht auto­ma­tisch schlecht. Ein zuge­setz­tes Vit­amin, ein Spu­ren­ele­ment oder Tau­rin im Kat­zen­fut­ter kann durch­aus sinn­voll sein. Gleich­zei­tig gibt es aber auch Zusatz­stof­fe, die für Hund und Kat­ze kei­nen direk­ten ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen Nut­zen haben, son­dern vor allem das Pro­dukt für den Men­schen oder für das Tier attrak­ti­ver machen sol­len.

Des­halb soll­ten Zusatz­stof­fe nie iso­liert betrach­tet wer­den. Ent­schei­dend ist immer die Kom­bi­na­ti­on aus Zusam­men­set­zung, Dekla­ra­ti­on, Zweck des Zusatz­stof­fes und Bedarf des Tie­res.

Der Unter­schied zwi­schen Zuta­ten und Zusatz­stof­fen

Um ein Fut­ter rich­tig ein­schät­zen zu kön­nen, ist der Unter­schied zwi­schen Zuta­ten und Zusatz­stof­fen wich­tig.

Zuta­ten sind die Bestand­tei­le, aus denen das Fut­ter grund­sätz­lich besteht. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Fleisch, Inne­rei­en, Fisch, Öle, Gemü­se, Getrei­de, Kar­tof­feln oder Hül­sen­früch­te.

Zusatz­stof­fe wer­den dage­gen gezielt ergänzt, um bestimm­te Funk­tio­nen zu erfül­len. Das kön­nen zum Bei­spiel Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe, Spu­ren­ele­men­te, Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, Anti­oxi­dan­ti­en, Farb­stof­fe oder Aro­ma­stof­fe sein.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel:

Ein Fut­ter kann als Zutat Rind­fleisch ent­hal­ten. Zusätz­lich kön­nen als Zusatz­stof­fe zum Bei­spiel Zink, Vit­amin D3 oder Tau­rin ergänzt wer­den. Die­se Stof­fe sind dann nicht die Basis des Fut­ters, son­dern wer­den hin­zu­ge­fügt, um bestimm­te ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Anfor­de­run­gen zu erfül­len.

Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn die Zuta­ten­lis­te wenig trans­pa­rent ist, wäh­rend die Zusatz­stoff­lis­te lang oder stark auf Geschmack, Far­be und Kon­sis­tenz aus­ge­rich­tet ist. Dann lohnt es sich, genau­er hin­zu­se­hen.

Unterschied zwischen Zutaten und Zusatzstoffen im Hunde- und Katzenfutter
Unter­schied zwi­schen Zuta­ten und Zusatz­stof­fen im Hun­de- und Kat­zen­fut­ter

War­um ein genau­er Blick auf die Dekla­ra­ti­on wich­tig ist

Die Dekla­ra­ti­on ver­rät oft mehr, als es auf den ers­ten Blick scheint. Aller­dings muss man wis­sen, wor­auf man ach­ten soll­te.

Ein Fut­ter kann auf der Ver­pa­ckung sehr hoch­wer­tig wir­ken. Begrif­fe wie „mit lecke­rer Soße“, „beson­ders schmack­haft“, „mit fei­nen Stück­chen“ oder „natür­li­cher Genuss“ klin­gen anspre­chend. Für die tat­säch­li­che Qua­li­tät sind sol­che Wer­be­aus­sa­gen aber nur begrenzt aus­sa­ge­kräf­tig.

Wich­ti­ger sind die­se Fra­gen:

Ist klar erkenn­bar, wel­che tie­ri­schen Bestand­tei­le ent­hal­ten sind?
Wer­den Fleisch, Inne­rei­en und ande­re Bestand­tei­le kon­kret benannt?
Ent­hält das Fut­ter Zucker, Kara­mell, Farb­stof­fe oder Aro­ma­stof­fe?
Sind vie­le Kon­sis­tenz­ge­ber oder geschmacks­ver­bes­sern­de Zusät­ze ent­hal­ten?
Han­delt es sich um ein Allein­fut­ter oder nur um ein Ergän­zungs­fut­ter?

Gera­de bei Hun­de- und Kat­zen­fut­ter kann eine geschick­te Kom­bi­na­ti­on aus Soße, Aro­ma, Far­be, Zucker und Kon­sis­tenz ein Pro­dukt hoch­wer­ti­ger erschei­nen las­sen, als es tat­säch­lich ist. Des­halb soll­ten Sie nicht nur dar­auf ach­ten, was auf der Vor­der­sei­te der Ver­pa­ckung steht, son­dern vor allem dar­auf, was in der Zusam­men­set­zung und unter den Zusatz­stof­fen ange­ge­ben wird.

Sie möch­ten Ihr Hun­de­fut­ter prü­fen las­sen?

Sie sind sich nicht sicher, ob die Dekla­ra­ti­on Ihres aktu­el­len Hun­de­fut­ters wirk­lich trans­pa­rent ist? Oder möch­ten Sie wis­sen, ob das Fut­ter zu Ihrem Hund, sei­nen Bedürf­nis­sen, Unver­träg­lich­kei­ten oder Ver­dau­ungs­pro­ble­men passt?

Dann kön­nen Sie sich ger­ne eine kos­ten­lo­se Ernäh­rungs­be­ra­tung sichern. Gemein­sam schau­en wir auf die Zusam­men­set­zung, die Inhalts­stof­fe und mög­li­che Fall­stri­cke in der Dekla­ra­ti­on. So müs­sen Sie nicht allein rät­seln, ob ein Fut­ter wirk­lich hoch­wer­tig ist oder nur gut ver­mark­tet wird.

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Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Hun­de & Kat­zen

Die drei Haupt­grup­pen von Zusatz­stof­fen im Tier­fut­ter

Zusatz­stof­fe im Hun­de- und Kat­zen­fut­ter las­sen sich grob in drei Grup­pen ein­tei­len:

  1. ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe
  2. tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe
  3. sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe

Die­se Ein­tei­lung hilft, den Zweck eines Zusatz­stof­fes bes­ser zu ver­ste­hen. Aller­dings ist sie nicht immer ganz trenn­scharf. Man­che Stof­fe kön­nen meh­re­re Funk­tio­nen erfül­len. Vit­amin E ist ein gutes Bei­spiel dafür: Es kann als Nähr­stoff zuge­setzt wer­den, aber auch anti­oxi­da­tiv wir­ken und Fet­te im Fut­ter vor dem Ver­derb schüt­zen.

Die drei Gruppen von Zusatzstoffen im Tierfutter - ernährungsphysiologisch, technologisch und sensorisch
Die drei Grup­pen von Zusatz­stof­fen im Tier­fut­ter — ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch, tech­no­lo­gisch und sen­so­risch

Ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe

Ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe die­nen dazu, die Ver­sor­gung mit bestimm­ten Nähr­stof­fen sicher­zu­stel­len. Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • Vit­ami­ne
  • Spu­ren­ele­men­te
  • Mine­ral­stof­fe
  • Ami­no­säu­ren
  • bestimm­te essen­zi­el­le Nähr­stof­fe wie Tau­rin bei Kat­zen

Die­se Zusät­ze kön­nen beson­ders bei Allein­fut­ter­mit­teln wich­tig sein. Ein Allein­fut­ter soll Hund oder Kat­ze lang­fris­tig mit allen not­wen­di­gen Nähr­stof­fen ver­sor­gen. Damit das gelingt, müs­sen bestimm­te Nähr­stoff­ge­hal­te erreicht wer­den.

Das bedeu­tet: Wenn ein Fut­ter Vit­ami­ne oder Spu­ren­ele­men­te ent­hält, ist das nicht auto­ma­tisch nega­tiv. Im Gegen­teil: Ohne eine pas­sen­de Ergän­zung könn­ten man­che Fut­ter­mit­tel auf Dau­er unaus­ge­wo­gen sein.

Trotz­dem darf man kri­tisch fra­gen:
War­um müs­sen bestimm­te Nähr­stof­fe ergänzt wer­den?
Liegt es an der Ver­ar­bei­tung?
An der Rezep­tur?
An den ver­wen­de­ten Roh­stof­fen?
Oder dar­an, dass natür­li­che Nähr­stoff­ge­hal­te nicht aus­rei­chen, um den Bedarf zuver­läs­sig zu decken?

Gera­de bei stark erhitz­tem oder stark ver­ar­bei­te­tem Fut­ter kön­nen bestimm­te Nähr­stof­fe ver­lo­ren gehen oder in nicht aus­rei­chen­der Men­ge vor­han­den sein. Eine geziel­te Ergän­zung kann dann sinn­voll sein. Ent­schei­dend ist aber, dass die Zusät­ze dem Tier tat­säch­lich die­nen und nicht nur dazu bei­tra­gen, eine schwa­che Rezep­tur rech­ne­risch auf­zu­wer­ten.

Tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe

Tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe erfül­len vor allem Auf­ga­ben, die mit Halt­bar­keit, Ver­ar­bei­tung, Sta­bi­li­tät oder Kon­sis­tenz des Fut­ters zu tun haben. Sie sind also nicht in ers­ter Linie für die Nähr­stoff­ver­sor­gung gedacht.

Dazu zäh­len zum Bei­spiel:

  • Anti­oxi­dan­ti­en
  • Kon­ser­vie­rungs­stof­fe
  • Bin­de­mit­tel
  • Gelier­mit­tel
  • Emul­ga­to­ren
  • Säu­re­re­gu­la­to­ren
  • Ver­di­ckungs­mit­tel

Eini­ge tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe kön­nen durch­aus sinn­voll sein. Fet­te im Fut­ter kön­nen zum Bei­spiel oxi­die­ren und ran­zig wer­den. Anti­oxi­dan­ti­en hel­fen dabei, die­se Oxi­da­ti­on zu ver­lang­sa­men. Das ist beson­ders bei Tro­cken­fut­ter oder fett­hal­ti­gen Pro­duk­ten rele­vant.

Auch Gelier­mit­tel oder Bin­de­mit­tel kön­nen tech­no­lo­gisch not­wen­dig sein, damit ein Fut­ter sei­ne gewünsch­te Kon­sis­tenz erhält. Das bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass ein Pro­dukt min­der­wer­tig ist.

Kri­tisch wird es jedoch, wenn tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe vor allem dazu die­nen, die Optik oder Tex­tur eines Fut­ters auf­zu­wer­ten. Ein Fut­ter kann durch Gelee, Soße, Bin­de­mit­tel oder Ver­di­ckungs­mit­tel saf­ti­ger, stü­cki­ger oder flei­schi­ger wir­ken. Die tat­säch­li­che Qua­li­tät der Roh­stof­fe ver­bes­sert sich dadurch aber nicht.

Des­halb gilt: Tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe sind nicht pau­schal schlecht. Sie soll­ten aber immer im Zusam­men­hang mit der gesam­ten Rezep­tur bewer­tet wer­den.

Sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe

Sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe beein­flus­sen die Sin­nes­wahr­neh­mung. Sie ver­än­dern also zum Bei­spiel Geschmack, Geruch oder Far­be eines Fut­ters.

Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • Aro­ma­stof­fe
  • Farb­stof­fe
  • geschmacks­ver­bes­sern­de Stof­fe

Die­se Grup­pe ist beson­ders kri­tisch zu betrach­ten. Denn sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe die­nen häu­fig weni­ger der Gesund­heit des Tie­res, son­dern eher der Akzep­tanz, der Optik oder dem Ver­kaufs­er­folg.

Ein Fut­ter kann durch Aro­ma­stof­fe inten­si­ver rie­chen und dadurch für Hund oder Kat­ze attrak­ti­ver wer­den. Farb­stof­fe kön­nen Kro­ket­ten, Fleisch­stück­chen oder Soßen anspre­chen­der aus­se­hen las­sen. Geschmacks­ver­bes­sern­de Stof­fe kön­nen dafür sor­gen, dass ein Fut­ter beson­ders gern gefres­sen wird.

Das Pro­blem: Ein Fut­ter, das gern gefres­sen wird, ist nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig.

Vie­le Tie­re bevor­zu­gen stark rie­chen­de, fet­ti­ge, süß­li­che oder aro­ma­ti­sier­te Pro­duk­te. Das sagt jedoch wenig dar­über aus, ob die Zusam­men­set­zung wirk­lich hoch­wer­tig, bedarfs­de­ckend und gut ver­träg­lich ist.

Beson­ders bei unklar dekla­rier­ten Fut­ter­mit­teln soll­ten sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe daher ein Warn­si­gnal sein. Wenn nicht genau erkenn­bar ist, wel­che tie­ri­schen Bestand­tei­le ent­hal­ten sind, gleich­zei­tig aber mit Aro­ma, Far­be oder beson­de­rer Schmack­haf­tig­keit gear­bei­tet wird, soll­ten Sie genau­er prü­fen.

War­um sich Zusatz­stoff-Kate­go­rien über­schnei­den kön­nen

Die Ein­tei­lung in ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­sche, tech­no­lo­gi­sche und sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe ist hilf­reich, aber nicht immer ein­deu­tig. Man­che Stof­fe kön­nen meh­re­re Funk­tio­nen erfül­len.

Ein gutes Bei­spiel ist Vit­amin E. Vit­amin E ist ein wich­ti­ger Nähr­stoff und erfüllt im Kör­per ver­schie­de­ne Auf­ga­ben. Gleich­zei­tig kön­nen bestimm­te For­men von Vit­amin E, soge­nann­te Toco­phe­ro­le, anti­oxi­da­tiv wir­ken. Sie kön­nen also hel­fen, Fet­te im Fut­ter vor Oxi­da­ti­on zu schüt­zen.

Je nach Ein­satz kann Vit­amin E daher ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch oder tech­no­lo­gisch rele­vant sein.

Ähn­li­ches gilt für man­che Pflan­zen­ex­trak­te, Vit­amin C oder ande­re anti­oxi­da­tiv wir­ken­de Stof­fe. Sie kön­nen einer­seits einen ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen Bezug haben, ande­rer­seits aber auch zur Halt­bar­keit oder Sta­bi­li­tät des Fut­ters bei­tra­gen.

Für Sie als Tier­hal­te­rin oder Tier­hal­ter ist des­halb nicht nur der Name des Zusatz­stof­fes ent­schei­dend, son­dern vor allem sei­ne Funk­ti­on.

Die wich­ti­ge Fra­ge lau­tet: War­um wur­de die­ser Stoff zuge­setzt?

Dient er der Nähr­stoff­ver­sor­gung?
Schützt er emp­find­li­che Fet­te?
Ver­bes­sert er die Halt­bar­keit?
Macht er das Fut­ter farb­lich attrak­ti­ver?
Sorgt er dafür, dass das Fut­ter inten­si­ver riecht oder bes­ser schmeckt?

Erst wenn man den Zweck ver­steht, lässt sich ein Zusatz­stoff sinn­voll bewer­ten.

Vitamin E im Tierfutter kann Nährstoff und Antioxidans zugleich sein
Vit­amin E im Tier­fut­ter kann Nähr­stoff und Anti­oxi­dans zugleich sein

Wel­che Zusatz­stof­fe kön­nen sinn­voll sein?

Nicht jeder Zusatz­stoff im Hun­de- oder Kat­zen­fut­ter ist kri­tisch zu sehen. Eini­ge Zusät­ze kön­nen sogar wich­tig sein, damit ein Fut­ter den Bedarf Ihres Tie­res zuver­läs­sig deckt oder wäh­rend der Halt­bar­keit sta­bil bleibt.

Wich­tig ist jedoch immer die Fra­ge: Hat die­ser Zusatz­stoff einen ech­ten Nut­zen für Hund oder Kat­ze? Oder dient er vor allem der Ver­ar­bei­tung, der Optik, dem Geschmack oder dem Mar­ke­ting?

Sinn­vol­le Zusatz­stof­fe sind meist sol­che, die ent­we­der zur Nähr­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen oder die Qua­li­tät des Fut­ters schüt­zen.

Vit­ami­ne und Spu­ren­ele­men­te im Allein­fut­ter

Ein Allein­fut­ter soll Hund oder Kat­ze lang­fris­tig mit allen wich­ti­gen Nähr­stof­fen ver­sor­gen. Damit das gelingt, müs­sen bestimm­te Gehal­te an Vit­ami­nen, Mine­ral­stof­fen und Spu­ren­ele­men­ten erreicht wer­den.

Dazu gehö­ren zum Bei­spiel:

  • Vit­amin A
  • Vit­amin D3
  • Vit­amin E
  • B‑Vitamine
  • Zink
  • Kup­fer
  • Jod
  • Selen
  • Eisen
  • Man­gan

Die­se Nähr­stof­fe erfül­len im Kör­per wich­ti­ge Auf­ga­ben. Sie unter­stüt­zen unter ande­rem Immun­sys­tem, Haut, Fell, Kno­chen­stoff­wech­sel, Schild­drü­se, Blut­bil­dung, Zell­schutz und vie­le wei­te­re Kör­per­funk­tio­nen.

Wenn sol­che Stof­fe zuge­setzt wer­den, ist das daher nicht auto­ma­tisch ein Zei­chen für schlech­tes Fut­ter. Im Gegen­teil: Gera­de bei Allein­fut­ter­mit­teln kann eine geziel­te Ergän­zung not­wen­dig sein, damit das Fut­ter wirk­lich bedarfs­de­ckend ist.

Trotz­dem lohnt sich auch hier ein genau­er Blick. Denn eine lan­ge Lis­te an zuge­setz­ten Vit­ami­nen und Spu­ren­ele­men­ten kann ver­schie­de­ne Grün­de haben. Sie kann zei­gen, dass der Her­stel­ler die Nähr­stoff­ver­sor­gung sorg­fäl­tig absi­chert. Sie kann aber auch dar­auf hin­wei­sen, dass die natür­li­chen Nähr­stoff­ge­hal­te der ver­wen­de­ten Zuta­ten nicht aus­rei­chen oder durch Ver­ar­bei­tung stark redu­ziert wur­den.

Das bedeu­tet: Zusatz­stof­fe erset­zen kei­ne hoch­wer­ti­ge Rezep­tur.
Ein Fut­ter wird nicht auto­ma­tisch gut, nur weil am Ende vie­le Nähr­stof­fe ergänzt wer­den. Ent­schei­dend ist die gesam­te Zusam­men­set­zung.

Tau­rin im Kat­zen­fut­ter

Tau­rin ist ein beson­ders wich­ti­ges The­ma bei Kat­zen. Kat­zen benö­ti­gen Tau­rin unter ande­rem für Herz­funk­ti­on, Augen, Ner­ven, Frucht­bar­keit, Immun­sys­tem und den Fett­stoff­wech­sel.

Wäh­rend Hun­de Tau­rin in gewis­sem Umfang selbst bil­den kön­nen, sind Kat­zen deut­lich stär­ker auf eine aus­rei­chen­de Auf­nah­me über die Nah­rung ange­wie­sen. Ein Tau­rin­man­gel kann bei Kat­zen schwer­wie­gen­de Fol­gen haben, etwa Herz­pro­ble­me oder Augen­schä­den.

Des­halb wird Tau­rin vie­len Kat­zen­fut­tern gezielt zuge­setzt. Das ist grund­sätz­lich sinn­voll und kein nega­ti­ver Punkt. Beson­ders bei erhitz­tem Fut­ter kann eine Ergän­zung wich­tig sein, da Tau­rin durch Ver­ar­bei­tung, Lage­rung oder Koch­ver­lus­te beein­flusst wer­den kann.

Auch hier gilt aber: Tau­rin macht ein Fut­ter nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig. Es ist ein wich­ti­ger Zusatz, ersetzt aber kei­ne gute Grund­re­zep­tur mit hoch­wer­ti­gen tie­ri­schen Bestand­tei­len.

Für Kat­zen­hal­te­rin­nen und Kat­zen­hal­ter ist wich­tig: Wenn ein Kat­zen­fut­ter als Allein­fut­ter ver­kauft wird, soll­te die Taur­in­ver­sor­gung gesi­chert sein. Bei selbst zusam­men­ge­stell­ten Ratio­nen oder Ergän­zungs­fut­ter­mit­teln muss Tau­rin beson­ders sorg­fäl­tig berück­sich­tigt wer­den.

Anti­oxi­dan­ti­en zum Schutz emp­find­li­cher Fet­te

Fet­te sind wich­ti­ge Ener­gie­lie­fe­ran­ten und lie­fern essen­zi­el­le Fett­säu­ren. Gleich­zei­tig sind sie emp­find­lich. Vor allem unge­sät­tig­te Fett­säu­ren kön­nen mit Sau­er­stoff reagie­ren und oxi­die­ren. Umgangs­sprach­lich sagt man: Das Fett wird ran­zig.

Ran­zi­ge Fet­te sind nicht nur geschmack­lich pro­ble­ma­tisch. Sie kön­nen auch die Qua­li­tät des Fut­ters ver­schlech­tern und die Ver­träg­lich­keit beein­träch­ti­gen. Des­halb wer­den Anti­oxi­dan­ti­en ein­ge­setzt, um Fet­te vor Oxi­da­ti­on zu schüt­zen.

Beson­ders rele­vant ist das bei:

  • Tro­cken­fut­ter
  • fett­rei­chen Fut­ter­mit­teln
  • Snacks
  • Pro­duk­ten mit Fisch­öl oder ande­ren emp­find­li­chen Ölen
  • Fut­ter­mit­teln mit län­ge­rer Halt­bar­keit

Häu­fig wer­den dafür Toco­phe­ro­le ein­ge­setzt, also For­men von Vit­amin E. Die­se kön­nen hel­fen, die Fett­qua­li­tät wäh­rend der Lage­rung zu schüt­zen.

Das ist ein gutes Bei­spiel dafür, war­um Zusatz­stof­fe dif­fe­ren­ziert betrach­tet wer­den müs­sen. Ein Anti­oxi­dans kann tech­no­lo­gisch ein­ge­setzt wer­den und trotz­dem sinn­voll sein, weil es ver­hin­dert, dass emp­find­li­che Bestand­tei­le im Fut­ter ver­der­ben.

Kri­tisch wird es jedoch, wenn ein Fut­ter sehr lan­ge halt­bar gemacht wer­den soll, stark ver­ar­bei­tet ist und gleich­zei­tig vie­le wei­te­re Zusät­ze ent­hält, die Optik, Geruch oder Geschmack ver­bes­sern. Dann soll­te man die gesam­te Rezep­tur genau­er prü­fen.

Wel­che Zusatz­stof­fe soll­ten Sie kri­tisch betrach­ten?

Neben sinn­vol­len Zusatz­stof­fen gibt es auch sol­che, bei denen Sie genau­er hin­schau­en soll­ten. Das bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass jeder die­ser Stof­fe gefähr­lich ist. Kri­tisch ist viel­mehr die Fra­ge, war­um er im Fut­ter ent­hal­ten ist und wel­chen Nut­zen er für Ihr Tier hat.

Beson­ders kri­tisch sind Zusatz­stof­fe, die vor allem dazu die­nen, ein Fut­ter attrak­ti­ver wir­ken zu las­sen. Dazu zäh­len Stof­fe, die Geschmack, Geruch, Far­be, Süße, Kon­sis­tenz oder Akzep­tanz ver­bes­sern.

Denn genau hier kann es pas­sie­ren, dass ein Fut­ter hoch­wer­ti­ger erscheint, als es tat­säch­lich ist.

Zucker und kara­mel­li­sie­ren­de Stof­fe

Zucker hat in einem hoch­wer­ti­gen Hun­de- oder Kat­zen­fut­ter in der Regel kei­nen sinn­vol­len ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen Nut­zen. Hun­de und Kat­zen benö­ti­gen kei­nen zuge­setz­ten Zucker, um gesund ernährt zu wer­den.

Trotz­dem kann Zucker aus ver­schie­de­nen Grün­den in Fut­ter auf­tau­chen. Er kann den Geschmack beein­flus­sen, die Akzep­tanz erhö­hen, die Far­be ver­än­dern oder bei bestimm­ten Pro­duk­ten für eine gewünsch­te Kon­sis­tenz sor­gen.

Beson­ders kri­tisch ist Zucker, wenn er regel­mä­ßig zuge­setzt wird oder wenn nicht klar erkenn­bar ist, wel­chem Zweck er dient.

Auf der Dekla­ra­ti­on kann Zucker unter ver­schie­de­nen Begrif­fen erschei­nen, zum Bei­spiel:

  • Zucker
  • Kara­mell
  • Glu­ko­se
  • Dex­tro­se
  • Sac­cha­ro­se
  • Melas­se

Auch Begrif­fe, die süß oder harm­los klin­gen, soll­ten Sie nicht unge­prüft über­le­sen. Ent­schei­dend ist, ob der Stoff einen nach­voll­zieh­ba­ren Nut­zen hat oder vor allem dazu dient, Geschmack, Far­be oder Akzep­tanz zu ver­bes­sern.

Bei Kat­zen ist zuge­setz­ter Zucker beson­ders unnö­tig, da Kat­zen Süße nicht so wahr­neh­men wie Men­schen. Trotz­dem kann Zucker über Far­be, Kon­sis­tenz oder tech­no­lo­gi­sche Eigen­schaf­ten eine Rol­le spie­len. Für die Kat­ze selbst ist er jedoch kein Qua­li­täts­merk­mal.

Die wich­ti­ge Fra­ge lau­tet daher:
War­um ist Zucker in die­sem Fut­ter ent­hal­ten?

Wenn die Ant­wort vor allem lau­tet: für Far­be, Geschmack, Optik oder Akzep­tanz, soll­ten Sie kri­tisch wer­den.

Zucker und karamellisierende Stoffe als kritische Zusätze im Hunde- und Katzenfutter
Zucker und kara­mel­li­sie­ren­de Stof­fe als kri­ti­sche Zusät­ze im Hun­de- und Kat­zen­fut­ter

Aro­ma­stof­fe, Lock­stof­fe und Geschmacks­ver­stär­ker

Aro­ma­stof­fe und geschmacks­ver­bes­sern­de Zusät­ze sol­len ein Fut­ter attrak­ti­ver machen. Sie kön­nen dafür sor­gen, dass es inten­si­ver riecht, kräf­ti­ger schmeckt oder vom Tier beson­ders gern ange­nom­men wird.

Das ist nicht auto­ma­tisch schlecht. Es gibt Situa­tio­nen, in denen eine gute Akzep­tanz wich­tig sein kann, zum Bei­spiel bei kran­ken, alten oder sehr wäh­le­ri­schen Tie­ren. Auch man­che medi­zi­ni­schen Diä­ten müs­sen mög­lichst zuver­läs­sig gefres­sen wer­den.

Im nor­ma­len All­tags­fut­ter soll­ten Sie jedoch genau­er hin­se­hen. Denn star­ke Aro­ma­ti­sie­rung kann auch dazu die­nen, eine weni­ger hoch­wer­ti­ge Rezep­tur schmack­haf­ter zu machen.

Mög­li­che Hin­wei­se auf geschmacks­ver­bes­sern­de Zusät­ze kön­nen sein:

  • Aro­ma­stof­fe
  • natür­li­che Aro­men
  • Hefe­ex­trakt
  • hydro­ly­sier­te Pro­te­ine
  • Brü­he
  • Geschmacks­stof­fe
  • Akzep­tanz­ver­bes­se­rer

Nicht jeder die­ser Stof­fe ist auto­ma­tisch pro­ble­ma­tisch. Hydro­ly­sier­te Pro­te­ine kön­nen zum Bei­spiel in Spe­zi­al­fut­tern eine tech­no­lo­gi­sche oder diä­te­ti­sche Funk­ti­on haben. Hefe kann auch Nähr­stof­fe lie­fern. Ent­schei­dend ist wie­der der Zusam­men­hang.

Kri­tisch wird es, wenn ein Fut­ter wenig trans­pa­rent dekla­riert ist, vie­le min­der­wer­ti­ge oder unkla­re Bestand­tei­le ent­hält und gleich­zei­tig stark über Geschmack, Geruch oder Akzep­tanz arbei­tet.

Denn: Ein Fut­ter, das Ihr Tier begeis­tert frisst, ist nicht auto­ma­tisch ein gutes Fut­ter.
Es kann auch ein­fach sehr geschickt aro­ma­ti­siert sein.

Farb­stof­fe

Farb­stof­fe sind aus ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­scher Sicht für Hun­de und Kat­zen in der Regel unnö­tig. Ihr Tier braucht kein Fut­ter, das beson­ders rot, bunt, frisch oder flei­schig aus­sieht.

Farb­stof­fe rich­ten sich vor allem an den Men­schen. Sie kön­nen dazu bei­tra­gen, dass Fut­ter appe­tit­li­cher oder abwechs­lungs­rei­cher wirkt. Beson­ders bei Tro­cken­fut­ter sieht man manch­mal ver­schie­de­ne Far­ben in den Kro­ket­ten, die Fleisch, Gemü­se oder Getrei­de optisch dar­stel­len sol­len.

Für Hund und Kat­ze ist die­se Farb­ge­stal­tung jedoch kaum rele­vant. Ent­schei­dend ist nicht, ob ein Fut­ter schön aus­sieht, son­dern ob es hoch­wer­tig zusam­men­ge­setzt, bedarfs­de­ckend und gut ver­träg­lich ist.

Kri­tisch sind Farb­stof­fe vor allem dann, wenn sie den Ein­druck von Qua­li­tät erzeu­gen sol­len. Ein rot gefärb­tes Stück­chen ist nicht auto­ma­tisch beson­ders fleisch­reich. Eine grü­ne Kro­ket­te ent­hält nicht auto­ma­tisch viel gesun­des Gemü­se. Und ein bun­tes Fut­ter ist nicht auto­ma­tisch abwechs­lungs­rei­cher oder bes­ser.

Hier gilt: Far­be ist kein Qua­li­täts­merk­mal.

Bin­de­mit­tel, Gelier­mit­tel und Kon­sis­tenz­ge­ber

Bin­de­mit­tel, Gelier­mit­tel und Kon­sis­tenz­ge­ber sor­gen dafür, dass ein Fut­ter eine bestimm­te Tex­tur erhält. Sie kön­nen Soßen andi­cken, Gelee bil­den, Stück­chen sta­bi­li­sie­ren oder eine gleich­mä­ßi­ge Kon­sis­tenz erzeu­gen.

In man­chen Fäl­len ist das tech­no­lo­gisch nach­voll­zieh­bar. Nass­fut­ter, Pas­te­ten, Stück­chen in Soße oder Gelee­pro­duk­te benö­ti­gen häu­fig eine bestimm­te Struk­tur, damit sie sta­bil blei­ben und vom Ver­brau­cher als ange­nehm wahr­ge­nom­men wer­den.

Kri­tisch wird es jedoch, wenn die Kon­sis­tenz mehr ver­spricht, als die Rezep­tur tat­säch­lich her­gibt. Ein Fut­ter kann durch Bin­de­mit­tel und Gelier­mit­tel saf­tig, stü­ckig oder flei­schig wir­ken, obwohl die ver­wen­de­ten Roh­stof­fe stark zer­klei­nert, stark ver­ar­bei­tet oder wenig trans­pa­rent sind.

Typi­sche Stof­fe in die­sem Zusam­men­hang kön­nen zum Bei­spiel Ver­di­ckungs­mit­tel, Gelier­mit­tel oder ver­schie­de­ne pflanz­li­che Fasern sein. Auch hier gilt: Nicht jeder die­ser Stof­fe ist auto­ma­tisch schlecht. Man­che kön­nen tech­no­lo­gisch sinn­voll oder als Bal­last­stoff sogar funk­tio­nal sein.

Ent­schei­dend ist die Gesamt­be­wer­tung:

Ist die Zusam­men­set­zung klar und hoch­wer­tig?
Oder wird vor allem über Soße, Gelee, Tex­tur und Optik ein hoch­wer­ti­ger Ein­druck erzeugt?

Wenn die eigent­li­chen Zuta­ten wenig über­zeu­gend sind, kön­nen Kon­sis­tenz­ge­ber dazu bei­tra­gen, die Schwä­chen der Rezep­tur zu ver­de­cken.

Wenn Zusatz­stof­fe min­der­wer­ti­ge Zuta­ten ver­schlei­ern

Zusatz­stof­fe soll­ten nicht nur ein­zeln bewer­tet wer­den. Beson­ders wich­tig ist der Blick auf das Gesamt­bild: Wel­che Zuta­ten wer­den ver­wen­det – und wel­che Zusatz­stof­fe sor­gen dafür, dass das Fut­ter trotz­dem gut aus­sieht, gut riecht oder gern gefres­sen wird?

Denn genau hier liegt ein häu­fi­ges Pro­blem. Ein Fut­ter kann auf den ers­ten Blick hoch­wer­tig wir­ken, obwohl die eigent­li­che Zusam­men­set­zung wenig über­zeu­gend ist. Durch Zucker, Aro­ma­stof­fe, Geschmacks­ver­stär­ker, Farb­stof­fe, Soßen, Gelees oder Kon­sis­tenz­ge­ber kann ein Pro­dukt attrak­ti­ver erschei­nen, als es tat­säch­lich ist.

Das bedeu­tet nicht, dass jedes Fut­ter mit sol­chen Zusät­zen auto­ma­tisch schlecht ist. Aber es bedeu­tet: Wenn die Rezep­tur unklar ist und gleich­zei­tig stark an Geschmack, Geruch, Far­be oder Kon­sis­tenz gear­bei­tet wur­de, soll­ten Sie genau­er hin­se­hen.

War­um „wird gern gefres­sen“ kein Qua­li­täts­be­weis ist

Vie­le Tier­hal­te­rin­nen und Tier­hal­ter ori­en­tie­ren sich dar­an, ob ihr Hund oder ihre Kat­ze ein Fut­ter gern frisst. Das ist ver­ständ­lich. Schließ­lich möch­te nie­mand täg­lich Fut­ter weg­wer­fen oder ein Tier zum Fres­sen über­re­den müs­sen.

Trotz­dem ist hohe Akzep­tanz allein kein Qua­li­täts­merk­mal.

Ein Fut­ter kann beson­ders gern gefres­sen wer­den, weil es sehr inten­siv riecht, viel Fett ent­hält, süß­lich schmeckt oder gezielt mit Aro­ma­stof­fen und geschmacks­ver­bes­sern­den Zusät­zen attrak­ti­ver gemacht wur­de. Gera­de Hun­de las­sen sich oft stark über Geruch und Geschmack lei­ten. Auch Kat­zen kön­nen sehr deut­lich bestimm­te Aro­men, Tex­tu­ren und Gerü­che bevor­zu­gen.

Das Pro­blem: Ein stark akzep­tier­tes Fut­ter ist nicht auto­ma­tisch auch hoch­wer­tig, bedarfs­de­ckend oder gut ver­träg­lich.

Ein Ver­gleich aus der mensch­li­chen Ernäh­rung macht es leicht ver­ständ­lich: Vie­le Men­schen essen Chips, Süßig­kei­ten oder Fast Food gern. Trotz­dem wür­de kaum jemand behaup­ten, dass die­se Lebens­mit­tel des­halb beson­ders gesund oder hoch­wer­tig sind. Bei Hun­de- und Kat­zen­fut­ter ist es ähn­lich. Was gern gefres­sen wird, muss nicht auto­ma­tisch die bes­te Wahl für den Kör­per sein.

Des­halb soll­ten Sie sich nicht nur fra­gen:

„Frisst mein Tier die­ses Fut­ter gern?“

Son­dern zusätz­lich:

„War­um frisst mein Tier die­ses Fut­ter so gern?“
„Ist die Zusam­men­set­zung klar und hoch­wer­tig?“
„Oder wird die Akzep­tanz vor allem durch Zusät­ze, Fett, Zucker, Soße oder Aro­ma erreicht?“

Gera­de bei Fut­ter­mit­teln, die sehr inten­siv rie­chen oder auf­fäl­lig stark bewor­ben wer­den mit For­mu­lie­run­gen wie „beson­ders schmack­haft“, „unwi­der­steh­lich lecker“ oder „mit extra viel Soße“, lohnt sich ein kri­ti­scher Blick auf die Zuta­ten­lis­te.

Wie Optik, Geruch und Kon­sis­tenz den Ein­druck ver­än­dern

Fut­ter wird nicht nur für Hund und Kat­ze ent­wi­ckelt. Es muss auch den Men­schen über­zeu­gen, der es kauft. Des­halb spie­len Optik, Geruch und Kon­sis­tenz eine gro­ße Rol­le im Mar­ke­ting.

Ein Nass­fut­ter mit glän­zen­der Soße, fes­ten Stück­chen und ange­neh­mem Geruch wirkt auf vie­le Men­schen hoch­wer­ti­ger als eine unschein­ba­re Mas­se. Bun­te Kro­ket­ten im Tro­cken­fut­ter ver­mit­teln den Ein­druck von Abwechs­lung. Rote Stück­chen sehen nach Fleisch aus, grü­ne nach Gemü­se und hel­le nach Getrei­de oder Käse.

Doch die­ser Ein­druck kann täu­schen.

Die Far­be einer Kro­ket­te sagt wenig über ihren tat­säch­li­chen Nähr­wert aus. Ein rotes Stück­chen muss nicht beson­ders viel Fleisch ent­hal­ten. Eine grü­ne Kro­ket­te ist nicht auto­ma­tisch reich an wert­vol­lem Gemü­se. Und eine cre­mi­ge Soße bedeu­tet nicht, dass hoch­wer­ti­ge Zuta­ten ver­ar­bei­tet wur­den.

Auch die Kon­sis­tenz kann den Ein­druck ver­än­dern. Ein Fut­ter kann durch Gelier­mit­tel, Bin­de­mit­tel oder Ver­di­ckungs­mit­tel stü­ckig, saf­tig oder flei­schig wir­ken. Tat­säch­lich kön­nen die ver­ar­bei­te­ten Roh­stof­fe aber stark zer­klei­nert, gemischt oder tech­no­lo­gisch geformt wor­den sein.

Das ist nicht auto­ma­tisch ver­werf­lich. Ver­ar­bei­tung gehört zur Her­stel­lung vie­ler Fut­ter­mit­tel dazu. Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn Optik und Tex­tur gezielt einen hoch­wer­ti­ge­ren Ein­druck erzeu­gen, wäh­rend die Dekla­ra­ti­on wenig über die tat­säch­li­chen Zuta­ten ver­rät.

Ach­ten Sie daher beson­ders auf die Kom­bi­na­ti­on aus:

  • auf­fäl­li­ger Far­be
  • inten­si­ver Soße oder viel Gelee
  • sehr star­kem Geruch
  • unkla­ren Fleisch­an­ga­ben
  • vie­len sen­so­ri­schen oder tech­no­lo­gi­schen Zusatz­stof­fen
  • werb­li­chen Begrif­fen wie „saf­tig“, „flei­schig“, „köst­lich“ oder „unwi­der­steh­lich“
Checkliste mit Warnsignalen auf der Deklaration von Hunde- und Katzenfutter
Check­lis­te mit Warn­si­gna­len auf der Dekla­ra­ti­on von Hun­de- und Kat­zen­fut­ter

Wenn unkla­re Zuta­ten durch Zusatz­stof­fe auf­ge­wer­tet wer­den

Beson­ders kri­tisch wird es, wenn die Zuta­ten­lis­te wenig trans­pa­rent ist. Ein Bei­spiel dafür sind all­ge­mei­ne Anga­ben wie „Fleisch und tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se“, ohne dass genau­er erklärt wird, von wel­chem Tier die Bestand­tei­le stam­men und wel­che Tei­le ver­ar­bei­tet wur­den.

Tie­ri­sche Neben­er­zeug­nis­se sind nicht grund­sätz­lich schlecht. Inne­rei­en wie Herz, Leber oder Lun­ge kön­nen wert­vol­le Nähr­stof­fe lie­fern. Pro­ble­ma­tisch ist nicht der Begriff an sich, son­dern die feh­len­de Genau­ig­keit. Wenn nicht klar ist, wel­che Bestand­tei­le ver­wen­det wur­den, lässt sich die Qua­li­tät schwer beur­tei­len.

Noch schwie­ri­ger wird es, wenn eine sol­che unkla­re Zusam­men­set­zung mit vie­len Zusät­zen kom­bi­niert wird, die Geschmack, Geruch, Far­be oder Kon­sis­tenz ver­bes­sern.

Dann ent­steht schnell ein hoch­wer­ti­ger Ein­druck, obwohl wich­ti­ge Fra­gen offen­blei­ben:

Wel­che Tier­ar­ten wur­den ver­ar­bei­tet?
Wel­che tie­ri­schen Bestand­tei­le sind tat­säch­lich ent­hal­ten?
Wie hoch ist der Anteil an Mus­kel­fleisch, Inne­rei­en oder min­der­wer­ti­ge­ren Bestand­tei­len?
War­um braucht das Fut­ter zusätz­li­che Aro­ma­stof­fe?
War­um ent­hält es Zucker oder Kara­mell?
War­um muss die Far­be ange­passt wer­den?
War­um ist so viel Soße oder Gelee not­wen­dig?

Ein hoch­wer­ti­ges Fut­ter soll­te mög­lichst nach­voll­zieh­bar machen, wor­aus es besteht. Je kla­rer die Dekla­ra­ti­on, des­to bes­ser kön­nen Sie ein­schät­zen, ob die Rezep­tur zu Ihrem Tier passt.

Zusatz­stof­fe kön­nen eine schwa­che Rezep­tur nicht wirk­lich hoch­wer­tig machen. Sie kön­nen höchs­tens dafür sor­gen, dass sie bes­ser riecht, bes­ser schmeckt, schö­ner aus­sieht oder sich ange­neh­mer por­tio­nie­ren lässt.

Genau des­halb ist Trans­pa­renz so wich­tig.

Wor­an erken­nen Sie kri­tisch zu bewer­ten­des Hun­de- oder Kat­zen­fut­ter?

Ein ein­zel­ner Zusatz­stoff reicht sel­ten aus, um ein Fut­ter abschlie­ßend zu beur­tei­len. Ent­schei­dend ist das Gesamt­bild. Trotz­dem gibt es eini­ge Warn­si­gna­le, bei denen Sie genau­er hin­se­hen soll­ten. Mehr dazu erfah­ren Sie hier: Hun­de­fut­ter-Dekla­ra­ti­on ver­ste­hen: So erken­nen Sie hoch­wer­ti­ge Inhalts­stof­fe, Fleisch­an­teil und Mar­ke­ting-Tricks.

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Eine aus­ge­wo­ge­ne Füt­te­rung ist ent­schei­dend für die Gesund­heit Ihres Haus­tiers. Egal ob Sie all­ge­mei­ne Fra­gen zur art­ge­rech­ten Ernäh­rung oder spe­zi­el­le­re Anlie­gen (zum Bei­spiel zur Fut­ter­wahl, Men­ge oder beson­de­ren Bedürf­nis­sen) haben – in einer kos­ten­lo­sen Ernäh­rungs­be­ra­tung erhal­ten Sie maß­ge­schnei­der­te Emp­feh­lun­gen. Die­se hel­fen Ihnen, die Ernäh­rung Ihres Lieb­lings zu opti­mie­ren. Für die Gewiss­heit, Ihren Vier­bei­ner jeder­zeit best­mög­lich zu ver­sor­gen.

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Christina Williger - Anifit-Fachberaterin
Chris­ti­na Wil­li­ger – Zer­ti­fi­zier­te
Ernäh­rungs­be­ra­te­rin für Hun­de & Kat­zen

Zusatz­stof­fe im Nass­fut­ter, Tro­cken­fut­ter und Ergän­zungs­fut­ter

Zusatz­stof­fe kön­nen je nach Fut­ter­art eine unter­schied­li­che Rol­le spie­len. Nass­fut­ter, Tro­cken­fut­ter, Snacks, Ergän­zungs­fut­ter und selbst zusam­men­ge­stell­te Ratio­nen unter­schei­den sich deut­lich in Her­stel­lung, Halt­bar­keit, Feuch­tig­keits­ge­halt und Zusam­men­set­zung.

Des­halb ist es sinn­voll, Zusatz­stof­fe nicht nur all­ge­mein zu bewer­ten, son­dern auch zu fra­gen: In wel­cher Fut­ter­art kom­men sie vor – und wel­chen Zweck erfül­len sie dort?

Zusatz­stof­fe im Nass­fut­ter

Nass­fut­ter ent­hält deut­lich mehr Feuch­tig­keit als Tro­cken­fut­ter und wird in der Regel durch Erhit­zen halt­bar gemacht. Dadurch sind klas­si­sche Kon­ser­vie­rungs­stof­fe oft weni­ger not­wen­dig als bei ande­ren Fut­ter­mit­teln.

Trotz­dem kön­nen auch im Nass­fut­ter Zusatz­stof­fe ent­hal­ten sein. Häu­fig han­delt es sich dabei um Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe, Spu­ren­ele­men­te oder Tau­rin, damit das Fut­ter als Allein­fut­ter den Bedarf Ihres Tie­res decken kann.

Auch tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe kön­nen vor­kom­men. Sie sor­gen zum Bei­spiel dafür, dass ein Fut­ter eine bestimm­te Kon­sis­tenz erhält. Das betrifft vor allem Pro­duk­te mit Soße, Gelee, Pas­te­te oder geform­ten Stück­chen.

Kri­tisch soll­ten Sie vor allem dann hin­schau­en, wenn ein Nass­fut­ter stark über Optik und Tex­tur ver­kauft wird. Viel Soße, glän­zen­des Gelee oder auf­fäl­lig gleich­mä­ßi­ge Stück­chen kön­nen hoch­wer­tig wir­ken. Ent­schei­dend ist aber nicht die schö­ne Kon­sis­tenz, son­dern die Fra­ge, wel­che Roh­stof­fe tat­säch­lich ver­ar­bei­tet wur­den.

Ein gutes Nass­fut­ter soll­te mög­lichst klar erken­nen las­sen:

Wel­che Tier­art wur­de ver­wen­det?
Wel­che Bestand­tei­le sind ent­hal­ten?
Wie hoch ist der Anteil tie­ri­scher Zuta­ten?
Sind Inne­rei­en kon­kret benannt?
Sind Zucker, Kara­mell, Farb­stof­fe oder Aro­ma­stof­fe ent­hal­ten?

Zusatz­stof­fe im Tro­cken­fut­ter

Tro­cken­fut­ter unter­schei­det sich deut­lich von Nass­fut­ter. Es ent­hält wenig Feuch­tig­keit, ist stark ver­ar­bei­tet und muss über einen län­ge­ren Zeit­raum sta­bil blei­ben. Vie­le Tro­cken­fut­ter wer­den extru­diert oder gepresst. Anschlie­ßend wer­den häu­fig Fet­te oder geschmacks­ge­ben­de Bestand­tei­le auf­ge­tra­gen, damit die Kro­ket­ten bes­ser ange­nom­men wer­den.

Des­halb spie­len tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe im Tro­cken­fut­ter oft eine grö­ße­re Rol­le. Beson­ders Anti­oxi­dan­ti­en sind wich­tig, weil Fet­te oxi­die­ren und ran­zig wer­den kön­nen. Ein Anti­oxi­dans kann also dazu bei­tra­gen, die Fett­qua­li­tät wäh­rend der Lage­rung zu schüt­zen.

Gleich­zei­tig ist Tro­cken­fut­ter ein Bereich, in dem Sie bei sen­so­ri­schen Zusät­zen beson­ders auf­merk­sam sein soll­ten. Vie­le Pro­duk­te arbei­ten stark mit Geruch, Geschmack, Far­be und Form. Bun­te Kro­ket­ten, unter­schied­li­che For­men oder inten­si­ve Aro­men kön­nen den Ein­druck von Abwechs­lung und Qua­li­tät erzeu­gen.

Für Hund und Kat­ze ist das jedoch nur begrenzt rele­vant. Ein Tier braucht kei­ne rot gefärb­ten „Fleisch­kro­ket­ten“ oder grü­nen „Gemü­se­kro­ket­ten“. Ent­schei­dend ist, ob die Zusam­men­set­zung zu sei­nem Bedarf passt.

Bei Tro­cken­fut­ter soll­ten Sie beson­ders auf die­se Punk­te ach­ten:

Ist der Anteil tie­ri­scher Bestand­tei­le klar erkenn­bar?
Wel­che Koh­len­hy­drat­quel­len wer­den ver­wen­det?
Sind pflanz­li­che Neben­er­zeug­nis­se ent­hal­ten?
Wer­den Aro­ma­stof­fe oder Akzep­tanz­ver­bes­se­rer ein­ge­setzt?
Sind Farb­stof­fe ent­hal­ten?
Wel­che Fet­te oder Öle wer­den ver­wen­det?
Wird Zucker oder Kara­mell zuge­setzt?

Tro­cken­fut­ter kann prak­tisch sein, ist aber oft stär­ker ver­ar­bei­tet als Nass­fut­ter. Des­halb lohnt sich hier ein beson­ders genau­er Blick auf die Dekla­ra­ti­on.

Zusatz­stof­fe in Ergän­zungs­fut­ter­mit­teln und BARF-Ratio­nen

Bei Ergän­zungs­fut­ter­mit­teln und selbst zusam­men­ge­stell­ten Ratio­nen ist das The­ma Zusatz­stof­fe noch ein­mal anders zu bewer­ten.

Ein Ergän­zungs­fut­ter­mit­tel ist nicht dafür gedacht, allein den gesam­ten Bedarf Ihres Tie­res zu decken. Es ergänzt die Ernäh­rung nur in bestimm­ten Berei­chen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Mine­ral­stoff­mi­schun­gen, Öle, Kräu­ter­mi­schun­gen, Gelenk­prä­pa­ra­te oder Ver­dau­ungs­pro­duk­te.

Auch bei BARF-Ratio­nen oder selbst gekoch­tem Fut­ter kön­nen Zusät­ze not­wen­dig sein. Denn eine selbst zusam­men­ge­stell­te Rati­on ist nicht auto­ma­tisch aus­ge­wo­gen. Gera­de Cal­ci­um, Jod, Vit­amin D, bestimm­te Spu­ren­ele­men­te, essen­zi­el­le Fett­säu­ren oder Tau­rin bei Kat­zen müs­sen sorg­fäl­tig berück­sich­tigt wer­den.

Hier wäre es falsch, Zusatz­stof­fe pau­schal abzu­leh­nen. Bei selbst zusam­men­ge­stell­ten Ratio­nen kön­nen geziel­te Sup­ple­men­te ent­schei­dend sein, um Män­gel zu ver­mei­den.

Wich­tig ist aber auch hier: Die Ergän­zung soll­te nicht wahl­los erfol­gen. Nicht jedes Pul­ver, jede Kräu­ter­mi­schung und jedes Öl ist auto­ma­tisch sinn­voll. Man­che Pro­duk­te klin­gen natür­lich und gesund, lie­fern aber kei­nen kla­ren Nut­zen oder pas­sen nicht zum Bedarf des Tie­res.

Bei Ergän­zungs­fut­ter­mit­teln soll­ten Sie sich fra­gen:

Wel­chen kon­kre­ten Zweck hat das Pro­dukt?
Ist der Nut­zen nach­voll­zieh­bar?
Passt es zur bestehen­den Füt­te­rung?
Besteht tat­säch­lich ein Bedarf?
Ist die Dosie­rung sinn­voll?
Kann es zu Über­ver­sor­gun­gen kom­men?

Gera­de bei Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen gilt: Mehr ist nicht auto­ma­tisch bes­ser. Eine Unter­ver­sor­gung kann pro­ble­ma­tisch sein, eine Über­ver­sor­gung aber eben­falls.

Natür­lich oder künst­lich: Was ist wirk­lich ent­schei­dend?

Vie­le Her­stel­ler wer­ben mit Begrif­fen wie „natür­lich“, „ohne künst­li­che Zusatz­stof­fe“ oder „mit natür­li­chen Zuta­ten“. Sol­che Aus­sa­gen klin­gen erst ein­mal ver­trau­ens­wür­dig. Sie sagen aber nicht auto­ma­tisch etwas über die tat­säch­li­che Qua­li­tät eines Fut­ters aus.

Denn bei Zusatz­stof­fen ist nicht nur ent­schei­dend, ob ein Stoff natür­lich oder syn­the­tisch ist. Viel wich­ti­ger ist, wel­che Funk­ti­on er erfüllt, wie er dosiert ist und ob er Ihrem Tier tat­säch­lich nützt.

Natür­lich klingt gut, ist aber kein Qua­li­täts­be­weis

Der Begriff „natür­lich“ wirkt posi­tiv. Vie­le Tier­hal­te­rin­nen und Tier­hal­ter ver­bin­den damit Gesund­heit, Ursprüng­lich­keit und bes­se­re Ver­träg­lich­keit. Doch natür­lich bedeu­tet nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig, sinn­voll oder unge­fähr­lich.

Auch natür­li­che Stof­fe kön­nen unnö­tig sein. Sie kön­nen falsch dosiert wer­den oder ledig­lich der Ver­mark­tung die­nen. Ein Pflan­zen­ex­trakt, ein Kraut oder ein natür­li­ches Aro­ma macht ein Fut­ter nicht auto­ma­tisch bes­ser.

Gera­de bei Kräu­tern, Pflan­zen­stof­fen oder soge­nann­ten natür­li­chen Zusät­zen lohnt sich ein genau­er Blick. Man­che kön­nen sinn­voll sein, ande­re sind über­flüs­sig, nicht aus­rei­chend belegt oder für bestimm­te Tie­re unge­eig­net.

Auch natür­li­che Aro­men kön­nen dazu die­nen, ein Fut­ter geschmack­lich auf­zu­wer­ten. Der Begriff klingt zwar ange­neh­mer als „künst­li­ches Aro­ma“, aber die Funk­ti­on bleibt ähn­lich: Das Fut­ter soll bes­ser rie­chen oder schme­cken.

Des­halb gilt: Natür­lich ist kein Ersatz für eine gute Rezep­tur.

Ein Fut­ter mit klar dekla­rier­ten, hoch­wer­ti­gen Zuta­ten ist über­zeu­gen­der als ein Fut­ter, das vor allem mit natür­lich klin­gen­den Zusät­zen bewor­ben wird.

Syn­the­tisch heißt nicht auto­ma­tisch schlecht

Umge­kehrt ist ein syn­the­tisch her­ge­stell­ter Zusatz­stoff nicht auto­ma­tisch nega­tiv. Vie­le Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe oder Spu­ren­ele­men­te wer­den gezielt ergänzt, damit ein Fut­ter den Bedarf zuver­läs­sig deckt.

Ein syn­the­tisch her­ge­stell­tes Vit­amin kann ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch sinn­voll sein. Ent­schei­dend ist nicht allein sei­ne Her­kunft, son­dern ob es benö­tigt wird, ob es in pas­sen­der Men­ge ein­ge­setzt wird und ob es zur gesam­ten Rezep­tur passt.

Gera­de bei Allein­fut­ter­mit­teln ist eine genaue Nähr­stoff­ver­sor­gung wich­tig. Wenn bestimm­te Nähr­stof­fe nicht aus­rei­chend über die Roh­stof­fe abge­deckt wer­den, kann eine Ergän­zung sinn­voll sein. Das gilt beson­ders für ver­ar­bei­te­te Fut­ter­mit­tel, aber auch für selbst zusam­men­ge­stell­te Ratio­nen.

Wich­tig ist jedoch: Syn­the­ti­sche Zusät­ze soll­ten nicht dazu die­nen, eine min­der­wer­ti­ge Zuta­ten­ba­sis schön­zu­rech­nen. Ein Fut­ter wird nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig, nur weil am Ende Vit­ami­ne und Spu­ren­ele­men­te ergänzt wur­den.

Der Nut­zen für Hund oder Kat­ze steht im Mit­tel­punkt

Die wich­tigs­te Fra­ge lau­tet nicht: Ist der Zusatz­stoff natür­lich oder künst­lich?

Die wich­ti­ge­re Fra­ge lau­tet: Wel­chen Nut­zen hat die­ser Zusatz­stoff für mein Tier?

Ein Zusatz­stoff kann sinn­voll sein, wenn er:

  • einen not­wen­di­gen Nähr­stoff lie­fert,
  • eine bedarfs­de­cken­de Ver­sor­gung absi­chert,
  • emp­find­li­che Fet­te vor Oxi­da­ti­on schützt,
  • die Sicher­heit oder Sta­bi­li­tät des Fut­ters ver­bes­sert,
  • bei einer spe­zi­el­len Ernäh­rung gezielt ein­ge­setzt wird.

Kri­tisch wird es, wenn ein Zusatz­stoff vor allem dazu dient:

  • das Fut­ter schö­ner aus­se­hen zu las­sen,
  • einen inten­si­ve­ren Geruch zu erzeu­gen,
  • min­der­wer­ti­ge Zuta­ten geschmack­lich auf­zu­wer­ten,
  • Zucker oder süß­li­che Kom­po­nen­ten ein­zu­brin­gen,
  • eine flei­schi­ge­re Optik zu erzeu­gen,
  • eine schwa­che Rezep­tur durch Mar­ke­ting attrak­ti­ver erschei­nen zu las­sen.

Am Ende zählt also nicht der Wer­be­be­griff, son­dern der tat­säch­li­che Zweck im Fut­ter. Ein sinn­vol­ler Zusatz­stoff unter­stützt die Ernäh­rung oder Qua­li­tät. Ein frag­wür­di­ger Zusatz­stoff ver­bes­sert vor allem den Ein­druck.

Bei Zusatzstoffen sollte der Nutzen für Hund oder Katze im Mittelpunkt stehen
Bei Zusatz­stof­fen soll­te der Nut­zen für Hund oder Kat­ze im Mit­tel­punkt ste­hen

Fazit: Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter dif­fe­ren­ziert bewer­ten

Zusatz­stof­fe in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter sind nicht grund­sätz­lich schlecht. Eini­ge sind sogar wich­tig oder sinn­voll. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Vit­ami­ne, Spu­ren­ele­men­te, Mine­ral­stof­fe, Tau­rin bei Kat­zen oder Anti­oxi­dan­ti­en zum Schutz emp­find­li­cher Fet­te.

Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn Zusatz­stof­fe vor allem dazu die­nen, ein Fut­ter attrak­ti­ver wir­ken zu las­sen. Zucker, Aro­ma­stof­fe, Geschmacks­ver­stär­ker, Farb­stof­fe, Soßen, Gelees und Kon­sis­tenz­ge­ber kön­nen dazu bei­tra­gen, dass ein Pro­dukt hoch­wer­ti­ger, flei­schi­ger oder schmack­haf­ter erscheint, als es tat­säch­lich ist.

Des­halb soll­ten Sie Zusatz­stof­fe immer im Zusam­men­hang mit der gesam­ten Rezep­tur betrach­ten. Ein ein­zel­ner Zusatz­stoff ent­schei­det sel­ten dar­über, ob ein Fut­ter gut oder schlecht ist. Ent­schei­dend ist das Gesamt­bild.

Ein gutes Hun­de- oder Kat­zen­fut­ter soll­te mög­lichst trans­pa­rent dekla­riert sein, zu den Bedürf­nis­sen Ihres Tie­res pas­sen und nach­voll­zieh­bar erklä­ren, war­um bestimm­te Zusät­ze ent­hal­ten sind.

Die wich­tigs­te Fra­ge lau­tet daher nicht: „Sind Zusatz­stof­fe ent­hal­ten?“

Son­dern: „Wel­chen Zweck erfül­len die­se Zusatz­stof­fe – und nüt­zen sie wirk­lich mei­nem Tier?“

Wenn Sie die­se Fra­ge beim Fut­ter­kauf im Hin­ter­kopf behal­ten, kön­nen Sie Wer­be­aus­sa­gen bes­ser ein­ord­nen, min­der­wer­ti­ge Rezep­tu­ren leich­ter erken­nen und bewuss­ter ent­schei­den, was im Napf Ihres Hun­des oder Ihrer Kat­ze lan­det.

FAQ: Häu­fi­ge Fra­gen zu Zusatz­stof­fen in Kat­zen- und Hun­de­fut­ter

Sind Zusatz­stof­fe im Hun­de- und Kat­zen­fut­ter immer kri­tisch?

Nein, Zusatz­stof­fe sind nicht auto­ma­tisch schäd­lich. Eini­ge kön­nen sogar wich­tig sein, damit ein Fut­ter bedarfs­de­ckend ist. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Vit­ami­ne, Spu­ren­ele­men­te, Mine­ral­stof­fe oder Tau­rin im Kat­zen­fut­ter.
Kri­tisch wird es, wenn Zusatz­stof­fe vor allem dazu die­nen, ein Fut­ter attrak­ti­ver erschei­nen zu las­sen. Das betrifft zum Bei­spiel Farb­stof­fe, Zucker, Aro­ma­stof­fe oder geschmacks­ver­bes­sern­de Zusät­ze. Die­se Stof­fe ver­bes­sern nicht die Qua­li­tät der Grund­zu­ta­ten, son­dern kön­nen Optik, Geruch, Geschmack oder Akzep­tanz beein­flus­sen. Ent­schei­dend ist daher immer die Fra­ge: Wel­chen Nut­zen hat der Zusatz­stoff für Ihr Tier?

Wel­che Zusatz­stof­fe sind im Tier­fut­ter sinn­voll?

Sinn­voll kön­nen Zusatz­stof­fe sein, die zur Nähr­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen oder die Qua­li­tät des Fut­ters schüt­zen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel: Vit­ami­ne,
Spu­ren­ele­men­te, Mine­ral­stof­fe, Tau­rin bei Kat­zen, Anti­oxi­dan­ti­en zum Schutz emp­find­li­cher Fet­te.
Gera­de bei Allein­fut­ter­mit­teln kön­nen zuge­setz­te Nähr­stof­fe not­wen­dig sein, damit Hund oder Kat­ze lang­fris­tig gut ver­sorgt wer­den. Auch Anti­oxi­dan­ti­en kön­nen sinn­voll sein, wenn sie ver­hin­dern, dass Fet­te im Fut­ter ran­zig wer­den.
Wich­tig ist aber: Auch sinn­vol­le Zusatz­stof­fe erset­zen kei­ne hoch­wer­ti­ge, trans­pa­ren­te Rezep­tur.

Wel­che Zusatz­stof­fe soll­te man kri­tisch sehen?

Kri­tisch soll­ten Sie vor allem Zusatz­stof­fe betrach­ten, die Geschmack, Geruch, Far­be, Süße oder Kon­sis­tenz beein­flus­sen. Dazu zäh­len zum Bei­spiel:
Zucker, Kara­mell, Aro­ma­stof­fe, Geschmacks­ver­stär­ker, Farb­stof­fe, Lock­stof­fe, unnö­ti­ge Kon­sis­tenz­ge­ber.
Die­se Zusät­ze kön­nen dazu bei­tra­gen, dass ein Fut­ter hoch­wer­ti­ger, flei­schi­ger oder schmack­haf­ter wirkt, als es tat­säch­lich ist. Beson­ders kri­tisch ist die Kom­bi­na­ti­on aus unkla­rer Zusam­men­set­zung und vie­len geschmacks- oder optik­ver­bes­sern­den Stof­fen.

War­um ist Zucker im Hun­de­fut­ter oder Kat­zen­fut­ter pro­ble­ma­tisch?

Hun­de und Kat­zen benö­ti­gen kei­nen zuge­setz­ten Zucker im Fut­ter. Zucker lie­fert kei­nen sinn­vol­len ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­schen Mehr­wert für eine art­ge­rech­te täg­li­che Ernäh­rung. Er kann jedoch ein­ge­setzt wer­den, um Geschmack, Far­be, Kon­sis­tenz oder Akzep­tanz zu beein­flus­sen. Kara­mell kann bei­spiels­wei­se dazu bei­tra­gen, ein Fut­ter dunk­ler oder flei­schi­ger wir­ken zu las­sen.
Auf der Dekla­ra­ti­on kann Zucker unter ver­schie­de­nen Begrif­fen auf­tau­chen, zum Bei­spiel: Zucker, Kara­mell, Glu­ko­se, Dex­tro­se, Sac­cha­ro­se, Melas­se.
Gera­de bei Kat­zen­fut­ter ist zuge­setz­ter Zucker beson­ders frag­wür­dig, da Kat­zen Süße nicht so wahr­neh­men wie Men­schen. Wenn Zucker regel­mä­ßig in einem Haupt­fut­ter ent­hal­ten ist, soll­ten Sie genau­er hin­se­hen.

Ist Vit­amin E im Fut­ter ein Nähr­stoff oder ein Kon­ser­vie­rungs­stoff?

Vit­amin E kann bei­des sein. Es kann als ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­scher Zusatz­stoff ein­ge­setzt wer­den, weil es im Kör­per wich­ti­ge Funk­tio­nen erfüllt. Gleich­zei­tig kön­nen Toco­phe­ro­le, also For­men von Vit­amin E, anti­oxi­da­tiv wir­ken und Fet­te im Fut­ter vor Oxi­da­ti­on schüt­zen.
Das zeigt gut, war­um Zusatz­stof­fe nicht immer ein­deu­tig in nur eine Kate­go­rie pas­sen. Ent­schei­dend ist, mit wel­chem Zweck der Stoff im Fut­ter ein­ge­setzt wird.
Vit­amin E ist daher nicht auto­ma­tisch kri­tisch. Es kann ein sinn­vol­ler Nähr­stoff sein und zugleich hel­fen, die Qua­li­tät emp­find­li­cher Fet­te wäh­rend der Lage­rung zu erhal­ten.

Was sind tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe im Tier­fut­ter?

Tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe erfül­len Auf­ga­ben bei Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung, Halt­bar­keit oder Kon­sis­tenz des Fut­ters. Sie die­nen also nicht in ers­ter Linie der direk­ten Nähr­stoff­ver­sor­gung. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel: Anti­oxi­dan­ti­en, Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, Bin­de­mit­tel, Gelier­mit­tel, Emul­ga­to­ren, Ver­di­ckungs­mit­tel, Säu­re­re­gu­la­to­ren. Tech­no­lo­gi­sche Zusatz­stof­fe sind nicht auto­ma­tisch schlecht. Sie kön­nen sinn­voll sein, wenn sie die Sicher­heit oder Sta­bi­li­tät des Fut­ters ver­bes­sern. Kri­tisch wird es, wenn sie vor allem dazu die­nen, eine schwa­che Rezep­tur optisch oder von der Kon­sis­tenz her auf­zu­wer­ten.

Was sind sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe im Hun­de- und Kat­zen­fut­ter?

Sen­so­ri­sche Zusatz­stof­fe beein­flus­sen die Sin­nes­wahr­neh­mung. Sie ver­än­dern also Geschmack, Geruch oder Far­be eines Fut­ters.
Dazu gehö­ren zum Bei­spiel: Aro­ma­stof­fe, Farb­stof­fe, geschmacks­ver­bes­sern­de Stof­fe.
Die­se Zusatz­stof­fe soll­ten beson­ders kri­tisch betrach­tet wer­den, weil sie ein Fut­ter attrak­ti­ver machen kön­nen, ohne die Qua­li­tät der Zuta­ten zu ver­bes­sern. Ein inten­siv rie­chen­des oder beson­ders gern gefres­se­nes Fut­ter ist daher nicht auto­ma­tisch hoch­wer­tig.

Sind Aro­ma­stof­fe und Geschmacks­ver­stär­ker im Tier­fut­ter schlecht?

Nicht grund­sätz­lich. In bestimm­ten Situa­tio­nen kann eine höhe­re Akzep­tanz sinn­voll sein, zum Bei­spiel bei kran­ken, alten oder sehr schlecht fres­sen­den Tie­ren. Auch Spe­zi­al­fut­ter muss zuver­läs­sig gefres­sen wer­den. Bei nor­ma­lem All­tags­fut­ter soll­ten Aro­ma­stof­fe und Geschmacks­ver­stär­ker jedoch kri­tisch geprüft wer­den. Sie kön­nen dazu die­nen, ein Fut­ter schmack­haf­ter zu machen, obwohl die Grund­re­zep­tur wenig über­zeu­gend ist. Beson­ders auf­merk­sam soll­ten Sie wer­den, wenn ein Fut­ter unklar dekla­riert ist und zusätz­lich stark mit Geschmack, Aro­ma, Soße oder beson­de­rer Schmack­haf­tig­keit bewor­ben wird.

War­um frisst mein Tier min­der­wer­ti­ges Fut­ter beson­ders gern?

Dass ein Tier ein Fut­ter gern frisst, bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass es hoch­wer­tig ist. Vie­le Hun­de und Kat­zen reagie­ren stark auf Geruch, Fett, Tex­tur, Soße oder Aro­ma. Ein Fut­ter kann also beson­ders attrak­tiv sein, weil es gezielt geschmack­lich opti­miert wur­de. Das ist ver­gleich­bar mit stark ver­ar­bei­te­ten Lebens­mit­teln beim Men­schen: Was beson­ders gern geges­sen wird, ist nicht auto­ma­tisch die gesün­des­te Wahl. Des­halb soll­ten Sie nicht nur dar­auf ach­ten, ob Ihr Tier ein Fut­ter gern frisst, son­dern auch dar­auf, war­um es so attrak­tiv ist und ob die Zusam­men­set­zung wirk­lich über­zeugt.

Wor­an erken­ne ich hoch­wer­ti­ges Hun­de- oder Kat­zen­fut­ter?

Ein hoch­wer­ti­ges Fut­ter erken­nen Sie nicht an schö­nen Wer­be­aus­sa­gen, son­dern vor allem an einer trans­pa­ren­ten Dekla­ra­ti­on und einer sinn­vol­len Zusam­men­set­zung. Ach­ten Sie beson­ders auf: klar benann­te tie­ri­sche Bestand­tei­le, nach­voll­zieh­ba­re Pro­zent­an­ga­ben, hoch­wer­ti­ge Fett­quel­len, pas­sen­de Nähr­stoff­er­gän­zung, kei­ne unnö­ti­gen Farb­stof­fe, kei­nen zuge­setz­ten Zucker, kei­ne über­mä­ßi­ge Aro­ma­ti­sie­rung, kla­re Unter­schei­dung zwi­schen Allein­fut­ter und Ergän­zungs­fut­ter. Ein gutes Fut­ter muss nicht frei von allen Zusatz­stof­fen sein. Wich­ti­ger ist, dass die ent­hal­te­nen Zusatz­stof­fe einen nach­voll­zieh­ba­ren Nut­zen haben und nicht dazu die­nen, min­der­wer­ti­ge Zuta­ten zu kaschie­ren.

Ist Kat­zen- und Hun­de­fut­ter ohne Zusatz­stof­fe auto­ma­tisch bes­ser?

Nein. „Ohne Zusatz­stof­fe“ klingt zwar gut, ist aber nicht auto­ma­tisch ein Qua­li­täts­merk­mal. Ein Allein­fut­ter muss den Bedarf Ihres Tie­res voll­stän­dig decken. Dafür kön­nen bestimm­te Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe oder Spu­ren­ele­men­te not­wen­dig sein. Ein Fut­ter ohne sinn­vol­le Ergän­zung kann sogar unaus­ge­wo­gen sein, wenn wich­ti­ge Nähr­stof­fe feh­len. Wich­ti­ger als die Aus­sa­ge „ohne Zusatz­stof­fe“ ist daher die Fra­ge, ob das Fut­ter ins­ge­samt bedarfs­de­ckend, trans­pa­rent dekla­riert und sinn­voll zusam­men­ge­setzt ist.

Was bedeu­tet „ohne künst­li­che Zusatz­stof­fe“?

Die Aus­sa­ge „ohne künst­li­che Zusatz­stof­fe“ bedeu­tet nicht auto­ma­tisch, dass gar kei­ne Zusatz­stof­fe ent­hal­ten sind. Häu­fig sind trotz­dem natür­li­che Anti­oxi­dan­ti­en, Vit­ami­ne, Mine­ral­stof­fe oder Spu­ren­ele­men­te zuge­setzt. Außer­dem ist „natür­lich“ nicht auto­ma­tisch bes­ser und „syn­the­tisch“ nicht auto­ma­tisch schlecht. Ein syn­the­tisch her­ge­stell­tes Vit­amin kann sinn­voll sein, wenn es zur bedarfs­de­cken­den Ver­sor­gung bei­trägt. Des­halb soll­ten Sie sich von sol­chen Wer­be­aus­sa­gen nicht allein lei­ten las­sen. Ent­schei­dend bleibt die voll­stän­di­ge Dekla­ra­ti­on.

Kön­nen Zusatz­stof­fe min­der­wer­ti­ge Zuta­ten in Kat­zen- und Hun­de­fut­ter ver­schlei­ern?

Ja, das ist mög­lich. Zusatz­stof­fe kön­nen ein Fut­ter geschmack­lich, optisch oder von der Kon­sis­tenz her auf­wer­ten, ohne dass die Zuta­ten dadurch hoch­wer­ti­ger wer­den. Zucker, Kara­mell, Aro­ma­stof­fe, Farb­stof­fe, Geschmacks­ver­stär­ker, Soßen, Gelees oder Bin­de­mit­tel kön­nen dazu bei­tra­gen, dass ein Pro­dukt flei­schi­ger, fri­scher, saf­ti­ger oder schmack­haf­ter wirkt. Beson­ders kri­tisch ist das, wenn gleich­zei­tig die Zusam­men­set­zung unklar bleibt. Wenn also nicht genau erkenn­bar ist, wel­che Tier­ar­ten und Bestand­tei­le ent­hal­ten sind, soll­ten Sie sich nicht von Geruch, Far­be oder Akzep­tanz täu­schen las­sen.

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Christina Williger von Ihr-Futtershop.de

Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Autorin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.

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