Ausschlussdiät bei der Katze: Anleitung, Ablauf und Dauer

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Ständiger Juckreiz, kahle Stellen vom Lecken oder immer wiederkehrender Durchfall: Wenn der Verdacht auf eine Futtermittelallergie bei der Katze besteht, führt der zuverlässigste Weg zur Diagnose über die Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt. In diesem Ratgeber erkläre ich Ihnen, wie eine Ausschlussdiät bei der Katze abläuft, wie lange sie dauert und worauf Sie gerade bei Freigängern achten sollten. Wichtig vorweg: Die Diät gehört tierärztlich begleitet, denn andere Ursachen sollten zuerst ausgeschlossen werden. Wie die Katzenernährung grundsätzlich funktioniert, lesen Sie in meinem Ratgeber zu den Grundlagen der Katzenernährung.

Ausschlussdiät bei der Katze: Anleitung, Ablauf und Dauer
Ausschlussdiät bei der Katze: Anleitung, Ablauf und Dauer

Ausschlussdiät bei der Katze: Das Wichtigste in Kürze

Bei einer Ausschlussdiät bekommt die Katze über mehrere Wochen ausschließlich eine neue, ihr unbekannte Proteinquelle, sonst nichts. Bessern sich die Beschwerden, bestätigt der anschließende Provokationstest die Futtermittelallergie. Die Diät ist der zuverlässigste Diagnoseweg, verlangt aber Konsequenz, gerade bei Freigängern, und tierärztliche Begleitung.

  • Eine neue Proteinquelle: über 6 bis 8 Wochen nur ein Eiweiß, das die Katze noch nie gefressen hat, etwa Pferd, Ente oder Pute.
  • Absolut konsequent: keine Leckerlis, keine Reste, nichts nebenbei, sonst ist das Ergebnis wertlos.
  • Freigänger im Haus halten: Wer draußen Beute macht oder bei Nachbarn frisst, verfälscht die ganze Diät.
  • Geduld: Erste Besserungen zeigen sich oft ab der dritten Woche, Hautsymptome brauchen länger.
  • Provokation gehört dazu: Erst die Rückkehr der Symptome unter dem alten Futter macht die Diagnose eindeutig.
  • Mein Tipp: Achten Sie auf eine klar deklarierte, einzelne Fleischquelle, viele Fertigfutter enthalten unerwartete Beimischungen.

Was ist eine Ausschlussdiät und wann ist sie nötig?

Eine Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, ist das diagnostische Verfahren, mit dem sich eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit bei der Katze feststellen lässt. Dabei wird das Futter über Wochen auf eine einzige, neue Eiweißquelle reduziert, um zu sehen, ob die Beschwerden verschwinden, und anschließend gezielt geprüft, welcher Bestandteil sie auslöst.

Sinnvoll ist sie bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie. Typische Anzeichen sind anhaltender Juckreiz, kahle oder entzündete Hautstellen, Probleme an den Ohren sowie wiederkehrender Durchfall oder Erbrechen. Wichtig: Nicht jedes dieser Anzeichen kommt vom Futter, auch Parasiten oder Umweltallergien sind möglich. Diese Ursachen sollten zuerst tierärztlich abgeklärt werden. Mehr zu Verdauungsbeschwerden lesen Sie im Ratgeber zu Durchfall bei der Katze.

Ausschlussdiät bei der Katze: Wie läuft sie ab?

Die Ausschlussdiät folgt einem klaren Schema in zwei Phasen:

  1. Neue Proteinquelle wählen: gemeinsam mit dem Tierarzt ein Eiweiß, das die Katze noch nie gefressen hat, zum Beispiel Pferd, Ente oder Pute, je nach bisheriger Fütterung.
  2. Eliminationsphase, 6 bis 8 Wochen: In dieser Zeit gibt es ausschließlich diese eine Quelle, sonst nichts, auch keine Leckerlis, Snacks oder aromatisierten Medikamente.
  3. Beobachten und dokumentieren: Notieren Sie täglich die Symptome. Erste Besserungen zeigen sich oft ab der dritten Woche.
  4. Provokationstest: Ist die Katze mehrere Wochen beschwerdefrei, geben Sie wieder das alte Futter. Kehren die Symptome zurück, meist recht schnell, ist die Futtermittelallergie bestätigt.

Der Provokationstest wirkt widersinnig, ist aber entscheidend: Ohne ihn bleibt die Diagnose unsicher, weil eine Besserung auch andere Gründe haben kann. Verschlechtern sich die Symptome unter dem alten Futter, oft schon nach ein bis zwei Tagen, beenden Sie die Provokation und kehren zur verträglichen Fütterung zurück.

Wie lange dauert die Ausschlussdiät bei der Katze?

In der Regel dauert die Eliminationsphase sechs bis acht Wochen, manche Tierärzte empfehlen acht bis zehn. Bessern sich die Symptome deutlich, kann sie früher enden, bleiben sie bestehen, wird sie auf bis zu zwölf Wochen verlängert. Verdauungsbeschwerden klingen meist schneller ab als Hautsymptome, die mehr Geduld brauchen. Entscheidend ist, in dieser Zeit absolut konsequent zu bleiben, ein einziger Ausrutscher kann das Ergebnis verfälschen.

Die größte Hürde: Freigänger und heimliche Snacks

Die wohl größte Herausforderung bei der Katze ist die Konsequenz. Eine Freigängerkatze, die draußen Mäuse fängt oder beim Nachbarn mitfrisst, nimmt unkontrolliert Proteine auf, und schon ist die Diät wertlos. Deshalb sollten Sie überlegen, die Katze für die Dauer der Diät im Haus zu halten. Das ist unbequem, aber für ein aussagekräftiges Ergebnis oft unvermeidlich.

Genauso wichtig: Alle im Haushalt müssen mitziehen. Keine Leckerlis, keine Essensreste, keine zweite Futterquelle von mitfühlenden Familienmitgliedern. Bei mehreren Katzen im Haushalt ist darauf zu achten, dass die Diätkatze nicht aus den Näpfen der anderen frisst.

Für die Fütterung nach der Diät setze ich selbst auf Anifit mit klar deklarierten, fleischreichen Sorten. Mehr dazu beim Anifit-Katzenfutter.

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Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Katze. Egal ob Sie allgemeine Fragen zur artgerechten Ernährung oder speziellere Anliegen (zum Beispiel zur Ausschlussdiät) haben, in einer kostenlosen Ernährungsberatung erhalten Sie maßgeschneiderte Empfehlungen. Diese helfen Ihnen, die Ernährung Ihrer Katze zu optimieren. Für die Gewissheit, Ihren Vierbeiner jederzeit bestmöglich zu versorgen.

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Übrigens: Weitere wertvolle Tipps und Informationen rund um das Thema „Artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen“ finden Sie in meinem Ernährungsratgeber. Außerdem habe ich für Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Anifit gesammelt.

Christina Williger, Anifit-Fachberaterin
Christina Williger, Zertifizierte
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen

Welches Futter eignet sich für die Ausschlussdiät der Katze?

Passend ist ein Futter, das auf eine einzige, für die Katze neue Fleischquelle setzt und mit wenigen, eindeutig benannten Zutaten auskommt. Umsetzen lässt sich das entweder mit selbst gekochter Kost aus einer neuen Fleischsorte oder mit einem fertigen Monoprotein-Futter. Worauf es ankommt, ist in beiden Fällen eine saubere, nachvollziehbare Zusammensetzung.

Einen ehrlichen Hinweis möchte ich Ihnen nicht ersparen: Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Fertigfutter Proteine enthalten, die nicht auf dem Etikett stehen, teils sogar bei Produkten, die als für Ausschlussdiäten geeignet beworben werden. Achten Sie deshalb auf eine besonders klare, eindeutige Deklaration mit nur einer benannten Fleischquelle. Ein gut deklariertes Monoprotein-Nassfutter ist zum Beispiel Anifit-Nassfutter mit einer einzelnen Fleischquelle, hohem Fleischanteil und ohne Zucker oder künstliche Zusätze. Bedenken Sie außerdem, dass auch Taurin und andere essenzielle Nährstoffe gedeckt sein müssen, gerade bei selbst gekochter Kost, mehr dazu im Ratgeber zu Taurin im Katzenfutter.

Aus dem Anifit-Sortiment eignen sich zum Beispiel diese Monoprotein-Sorten mit nur einer Fleischquelle:

  • Bio EntenEnergie: Monoprotein mit Ente, eine oft gern genommene, neue Fleischquelle für die Ausschlussdiät.
  • Bio Steak Sensation: Monoprotein mit Rind, hoher Fleischanteil und klare, eindeutige Deklaration.
  • RyCat Bio-Ente: Monoprotein mit Ente aus der Bio-Linie, ebenfalls mit nur einer benannten Tierart.

Entscheidend ist, dass die gewählte Sorte eine Fleischquelle nutzt, die Ihre Katze vorher noch nicht bekommen hat.

Häufige Fehler bei der Ausschlussdiät der Katze

  • Freigang erlauben: Eine Katze, die draußen jagt oder woanders frisst, macht jede Diät unbrauchbar.
  • Heimliche Leckerlis: Schon ein Snack mit anderer Fleischsorte reicht, um das Ergebnis zu verfälschen.
  • Zu früh aufgeben: Viele Katzen reagieren erst ab der dritten bis sechsten Woche, ein Abbruch nach zwei Wochen ist verfrüht.
  • Den Provokationstest auslassen: Ohne ihn bleibt die Diagnose unsicher, auch wenn es der Katze besser geht.
  • Eine bekannte Proteinquelle wählen: Hat die Katze das Eiweiß schon einmal gefressen, taugt es nicht für die Diät.

FAQ: Häufige Fragen zur Ausschlussdiät bei der Katze

Was ist eine Ausschlussdiät bei der Katze?

Eine Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, ist das diagnostische Verfahren zur Feststellung einer Futtermittelallergie. Die Katze bekommt über mehrere Wochen nur eine neue Proteinquelle. Bessern sich die Beschwerden und kehren beim Provokationstest zurück, ist die Allergie bestätigt.

Was mache ich, wenn meine Katze das neue Futter nicht annimmt?

Bieten Sie das neue Futter geduldig und ohne Alternativen an, hungern Sie die Katze aber nie aus, das ist bei Katzen gefährlich. Wärmen Sie es leicht an oder wechseln Sie innerhalb der erlaubten Proteinquelle die Konsistenz. Klappt es gar nicht, besprechen Sie Alternativen mit der Tierärztin.

Was bedeutet es, wenn die Ausschlussdiät keine Besserung bringt?

Bleibt die Besserung trotz konsequenter Diät über mehrere Wochen aus, liegt die Ursache der Beschwerden vermutlich nicht im Futter. Dann kommen andere Auslöser wie Flöhe, Parasiten, Umweltallergien oder Hauterkrankungen infrage, die tierärztlich abgeklärt werden sollten. Wichtig ist, vorher sicherzustellen, dass die Diät wirklich lückenlos eingehalten wurde, denn schon kleine Ausrutscher verfälschen das Ergebnis.

Welche Proteinquelle eignet sich für die Katze?

Eine, die die Katze noch nie gefressen hat, zum Beispiel Pferd, Ente oder Pute, je nach bisheriger Fütterung. Sie muss nicht exotisch sein, aber wirklich neu und die einzige Quelle. Die Auswahl stimmen Sie am besten mit dem Tierarzt ab, auch mit Blick auf die bisherige Ernährung.

Muss meine Freigängerkatze während der Diät drinnen bleiben?

In der Regel ja. Eine Freigängerkatze, die draußen jagt oder bei Nachbarn frisst, nimmt unkontrolliert andere Proteine auf und macht die Diät wertlos. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sollten Sie die Katze für die Dauer der Diät möglichst im Haus halten.

Muss ich den Provokationstest wirklich machen?

Ja. Ohne den Provokationstest bleibt die Diagnose unsicher, denn eine Besserung kann auch andere Gründe haben. Erst wenn die Symptome unter dem alten Futter zurückkehren, ist die Futtermittelallergie eindeutig bestätigt. Verschlechtert sich die Katze, beenden Sie die Provokation und füttern wieder verträglich.

Kann ich für die Ausschlussdiät selbst kochen?

Ja, selbst gekochtes Futter mit nur einer einzigen, neuen Proteinquelle eignet sich gut, weil Sie jede Zutat kennen. Achten Sie darauf, wirklich nur eine Eiweißquelle zu verwenden und versteckte Zutaten zu vermeiden. Für die Dauer genügt eine vereinfachte Ration, die Sie danach wieder ergänzen.

Wann zeigt die Ausschlussdiät eine Besserung?

Erste Besserungen zeigen sich bei vielen Katzen ab der dritten Woche, nach etwa sechs Wochen deutlicher. Verdauungsbeschwerden klingen meist schneller ab als Hautsymptome. Wer zu früh aufgibt, verpasst, dass die Reaktion oft erst nach mehreren Wochen einsetzt.

Darf meine Katze während der Diät Leckerlis bekommen?

Nein. Während der Eliminationsphase gibt es nichts außer der gewählten Proteinquelle, also keine Leckerlis, keine Essensreste und keine zweite Futterquelle. Schon ein einziger Ausrutscher kann das Ergebnis verfälschen. Auch aromatisierte Medikamente sollten mit dem Tierarzt abgeklärt werden.

Kann ich die Futtermittelallergie nicht per Bluttest feststellen?

Blut-Allergietests sind zur Diagnose einer Futtermittelallergie wenig zuverlässig und reichen allein nicht aus. Die Ausschlussdiät gilt als zuverlässigster Weg. Ein Test kann allenfalls helfen, geeignete Proteinquellen für die Diät einzugrenzen, ersetzt sie aber nicht.

Fazit: Konsequenz ist bei der Katze alles

Die Ausschlussdiät ist der zuverlässigste Weg, einer Futtermittelallergie bei der Katze auf die Spur zu kommen. Über mehrere Wochen nur eine neue Proteinquelle, ohne Ausnahmen, gefolgt vom Provokationstest, das verlangt Geduld und Disziplin. Die größte Hürde ist bei der Katze die Konsequenz, vor allem bei Freigängern und in Mehrkatzenhaushalten. Begleiten lassen sollten Sie die Diät tierärztlich, damit andere Ursachen ausgeschlossen werden und die Auswertung stimmt. Wenn Sie bei Umsetzung und Futterauswahl Unterstützung möchten, schauen wir uns das gern gemeinsam an.

Quellen und weiterführende Informationen

  • Iben, Liesegang, Wichert, Wolf: Ernährung der Katze: Grundlagen – Fütterung – Diätetik. Thieme, 1. Auflage 2021, tierärztliches Standardwerk, unter anderem zur Eliminationsdiät bei Futtermittelallergie.
  • Fachinformationen tierärztlicher Dermatologie zur Durchführung und Dauer der Ausschlussdiät bei der Katze sowie zum Provokationstest.
  • Untersuchungen zur Deklarationsgenauigkeit kommerzieller Futtermittel, die nicht angegebene Proteinquellen nachgewiesen haben.
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Christina Williger - Zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen | Anifit-Fachberaterin

Verfasst von: Christina Williger
Ernährungsberaterin für Hunde & Katzen | Anifit-Fachberaterin | Gründerin von Ihr-Futtershop.de | Autorin

Im Laufe meines Lebens durfte ich viele verschiedene Haustiere begleiten und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen sammeln. Zusätzlich war ich fast 20 Jahre lang im Pferdesport sowie im Hundesport aktiv. Meine tiefe Verbundenheit zu Tieren hat mich dazu bewegt, als Autorin im Heimtierbereich tätig zu werden und mein Wissen sowie meine Erfahrungen mit anderen Tierhalterinnen und Tierhaltern zu teilen. Die gesundheitlichen Herausforderungen meines Hundes Aragon haben mich außerdem dazu inspiriert, mich zur zertifizierten Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen weiterzubilden. Mit meinen Büchern, Ratgebern und Fachbeiträgen möchte ich das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Haustiere schärfen, ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und einen Beitrag zu einem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Tier leisten.